DE | FR
Home Sitemap Kontakt drucken weiterempfehlen suchen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   

April 1998

1.4.98
Gemäss heutigem Entscheid des Bundesgerichts können die SBB und die BKW FMB Energie AG das für die Stromversorgung der SBB sowie der Stadt Biel wichtige, 3,7 km lange Teilstück einer 132-kV-Gemeinschaftsleitung Biel–Biel Mett in der geplanten Form verwirklichen. Das Bundesgericht hat damit das öffentliche Interesse klar bejaht. Das juristische Verfahren steht – 18 Jahre nach der Plangenehmigung der Leitung durch das Bundesamt für Verkehr – vor dem Abschluss. Die SBB werden möglichst bald mit dem Leitungsbau Biel–Mett beginnen. Die SBB gehen davon aus, dass die Stadt nun die Durchleitungs– bzw. Überspannungsrechte für die Fortsetzung der Leitung von Mett bis zur Gemeindegrenze von Pieterlen einräumt. Die Gemeinschaftsleitung SBB/BKW vom Unterwerk Biel zum Unterwerk Biel Mett ist Teil der SBB-Übertragungsleitung Biel–Delémont. Der Abschnitt Biel–Mett führt ausschliesslich über SBB-Terrain und wird somit vollständig in die bestehenden Bahnanlagen integriert. Die Übertragungsleitung ermöglicht eine zuverlässige Stromversorgung, die es – im Hinblick auf den mit der Expo.01 und Bahn 2000 verbundenen Mehrverkehr – möglichst rasch zu realisieren gilt.

1.4.98
Die Aufspaltung der britischen Eisenbahnen in Dutzende von selbständigen und privaten Unternehmen war mit dem Ziel vorgenommen worden, mit der Zeit Wettbewerb einführen und entsprechend den regulativen Rahmen lockern zu können. Nun hat die Aufsichtsbehörde für die 25 Bahnbetriebsgesellschaften einen wichtigen Schritt in Richtung der Marktöffnung angekündigt. Ab September 1999 sollen die bestehenden Betreiber der Konkurrenz durch andere Bahnbetriebsgesellschaften und Transportunternehmen ausgesetzt werden dürfen. Die Marktöffnung wird allerdings weder schlagartig noch vollständig sein. Vielmehr wird der Wettbewerb anfänglich auf 20 Prozent der Einnahmen der Bahngesellschaften beschränkt, die die ursprüngliche Lizenz halten. Eine genaue Überwachung der Marktentwicklung soll später den Entscheid erlauben, ob im Jahr 2002 eine Revision der Bestimmungen notwendig ist. Die vom Direktor der Aufsichtsbehörde, John Swift, angeordnete Teilliberalisierung stellt einen ersten Abbau von Wettbewerbsbeschränkungen dar, die für die Anfangsphase nach der Privatisierung der Eisenbahnen erreicht worden waren und ein möglichst friktionsloses «Einbetten» des neuen Systems zum Ziel hatten. Die graduelle Einführung von Wettbewerb soll nach Ansicht der Aufsichtsbehörde verhindern, dass sich der Wettbewerb auf die rentabelsten Strecken beschränkt. Bei der Privatisierung des Bustransportwesens hatte derartiges «Cherry Picking» teilweise zu heftigem Verdrängungswettbewerb und chaotischen Verhältnissen geführt. Swift betonte, dass ausreichend griffige Massnahmen zur Verfügung stünden, um einen Ausbruch von «Eisenbahnkriegen» zu verhindern. Eine der gesamten Privatisierung und Liberalisierung sehr ablehnend gegenüberstehende Interessengruppe von Eisenbahnpassagieren («Save our Railways») hat Swifts Pläne scharf kritisiert, weil sie ausdrücklich dem Ziel der Regierung Blair widersprächen, ein integriertes System des öffentlichen Verkehrs aufzubauen. Die Vereinigung der Betriebsgesellschaften dagegen verspricht sich von der graduellen Öffnung schnellere Verbindungen, niedrigere Bahntarife und neue Destinationen.

2.4.98
Die beiden ersten einer Reihe von geplanten Hygienezentren in Schweizer Bahnhöfen öffnen heute in Lausanne und Basel ihre Pforten. Die Zentren setzen einen neuen Standard punkto Sauberkeit, Sicherheit und Komfort. Das Angebot ergänzt die verschiedenen Dienstleistungen für Passanten und Reisende in SBB-Bahnhöfen. Die SBB haben in den letzten Jahren in Bahnhöfen ihre Dienstleistungen stark ausgebaut und vermehrt auch Flächen für Dritte zur kommerziellen Nutzung angeboten. Trotz steigender Zusatzleistungen fehlte bis heute in Bahnhöfen jedoch der entsprechende Standard im Bereich der Hygiene, denn Bahnhoftoiletten geniessen landläufig nicht immer den besten Ruf. Mit der heutigen Eröffnung der Hygienezentren Mc Clean in Basel und Lausanne wird diese Lücke dort geschlossen. Die nächste Anlage folgt am 6. April in Genf; in Zürich und Luzern befinden sie sich im Bau. In den meisten grossen deutschen Bahnhöfen werden momentan ebenfalls Mc Clean-Hygienezentren eröffnet. Die Zusammenarbeit zwischen den SBB und Mc Clean begann 1995 mit der Eröffnung eines Pilot-Hygienezentrums im Bahnhof Bern als erste solche Anlage Europas.

3.4.98
«Gleis 7», die Karte für Jugendliche, hat die Verkaufserwartungen der beteiligten Unternehmen des öffentlichen Verkehrs im ersten Jahr klar übertroffen. Geplant waren 120 000 Verkäufe, verlangt wurden mehr als 130 000 Karten. Jetzt wird «Gleis 7» noch attraktiver: das neue Angeobt "Gleis 7 + Halbtax" verbindet die Vorteile der beiden beliebten Abonnemente. «Gleis 7» wurde entwickelt, um die Anzahl junger Bahnkundinnen und -kunden ab 20 Jahren zu erhöhen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche bis 25 Jahre. Für jährlich 79 Franken gibt die Karte 365 Tage im Jahr ab 19.00 Uhr in der zweiten Klasse freie Fahrt auf allen Linien der SBB und bei rund hundert privaten Unternehmen des öffentlichen Verkehrs. Jugendliche, die nebst der freien Fahrt ab 19 Uhr tagsüber von den Vorteilen des Halbtax-Abonnements profitieren, brauchen neu nur noch eine Karte mitzunehmen: das Kombi-Abo «Gleis 7 + Halbtax» bietet die Vorteile der beiden Abos für jährlich 229 Franken.

6.4.98
Am 1. Juni 1997 nahmen im Raum Basel die Grüne Linie (Mulhouse–Basel–Frick/Laufenburg) und die Blaue Linie (Laufen–Basel–Olten) der Regio-S-Bahn den Betrieb auf und verkürzten die Fahrzeiten innerhalb der Region deutlich. Gleichzeitig wurden unter der Bezeichnung Regiotakt '97 in den Verkehrsknoten Basel und Pratteln die Anschlüsse verbessert. Ergänzend dazu verbinden in der Hauptverkehrszeit zusätzliche durchgehende S-Bahn-Züge Laufenburg bzw. Frick mit Mulhouse. Diese Angebote wurden vom Markt gut aufgenommen. Auf der Grünen Linie stiegen die Passagierzahlen im Elsass um 5 Prozent und im Fricktal um 3 Prozent. Verkehrszuwachs auch auf der Blauen Linie: Im Fricktal reisten 6 Prozent und im Laufental 4 Prozent mehr Menschen mit der Regio-S-Bahn.

7.4.98
Die Rechnung 1997 der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), die am kommenden 9. April 1998 von der Ständigen Kommission VBL behandelt und zur Kenntnis genommen wird, schliesst mit einem Kostendeckungsgrad von 71,41 Prozent ab, der um 6,41 Prozent über dem in der Gemeindeordnung (bis Ende 1997) vorgeschriebenen Mindestkostendeckungsgrad von 65 Prozent liegt. Dieses gute Resultat kommt primär den umliegenden Gemeinden zugute.

7.4.98
Die Verkehrsfrequenzen auf der A 2 am Gotthard liegen deutlich unter jenen der A 1 im Mittelland. Die Luft dagegen ist ähnlich stark belastet. Die Gründe dafür liegen in der Topographie sowie in klimatischen Bedingungen. Für die Zukunft wird eine weitere Zunahme der Belastung erwartet. Die Urner Regierung hat einen Bericht über die Luftbelastung entlang der A 2 im Kanton Uri veröffentlicht. Darin zeigt sich, dass die Verkehrsfrequenzen auf der Gotthard-Autobahn im Vergleich mit den Autobahnen im Mittelland um rund zwei Drittel tiefer liegen. Das heisst aber nicht, dass die Luft entsprechend besser ist. «Die Alpentransitachse A 2 ist die bedeutendste Luftschadstoffquelle im Kanton Uri», heisst es in dem von der Ökoscience Lufthygiene AG verfassten Bericht. Auch Inversionslagen tragen dazu bei. Inversionen (Umkehrung; Schicht in der Atmosphäre, in der die Temperatur entgegen der Regel nach oben zunimmt) können lokal gebildet werden oder als Folge eines mittelländischen Kaltluftsees auftreten. In letzterem Fall kann ein Teil der Schadstoffe weit entfernter Gebiete nach Uri transportiert werden. Der Schadstoffausstoss von Fahrzeugen, insbesondere von Lastwagen, ist auf Grund der erhöhten Last in den Steigungen höher als im ebenen Gelände.

12.4.98
Unter dem Motto «häufiger, rascher, direkter» soll das Angebot im öffentlichen Regionalverkehr im Kanton Bern mit dem Fahrplanwechsel am 24. Mai verbessert werden. Dazu gehören drei neue S-Bahn-Linien oder die Einführung der Regionalexpresszüge im Halbstundentakt zwischen Olten und Bern. Die drei neuen S-Bahn-Linien verbinden Biel und Thun via Gürbetal (S 3), Langnau und Bern–Bümpliz/Nord (S 4) sowie Bern und Neuenburg (S 5). Dies bedeutet vor allem tagsüber ein grösseres Angebot. Der Fahrplanwechsel 1998/99 bringt auf verschiedenen Buslinien Angebotsverbesserungen, so zum Beispiel eine Spätverbindung von Frutigen in den Oberländer Tourismusort Adelboden.

12.4.98
Der Zürcher Regierungsrat hat die Volkswirtschaftsdirektion ermächtigt, den SBB als Teilzahlung 1998 an den Staatsbeitrag für den Ausbau von SBB-Anlagen vier Tranchen von insgesamt 30 Millionen Franken auszuzahlen. Die Zahlungen beruhen auf dem Rahmenkredit von 235 Millionen Franken, der am 26. November 1989 für die Beteiligung des Kantons am Ausbau von S-Bahn-Anlagen bewilligt worden war. Das Bauprogramm 1998 der SBB umfasst im wesentlichen die Bahnhöfe Dielsdorf, Rüti, Herrliberg-Feldmeilen, Meilen und Uetikon sowie die Doppelspur Meilen–Uetikon. Für die neue Haltestelle Glanzenberg können die Arbeiten in diesem Jahr aufgenommen werden. Das Bauprogramm für 1998 umfasst Investitionen im Gesamtbetrag von 56 Millionen Franken, wovon 35 Millionen Franken zulasten des Kantons gehen. Bis Ende 1997 beliefen sich die Kosten für die freigegebenen Teilprojekte der zweiten Teilergänzung der S-Bahn auf 368 Millionen Franken. Davon entfallen 186 Millionen Franken auf den Kanton Zürich.

13.4.98
In der Schweiz fallen jährlich rund 100 000 Tonnen Elektroschrott an. Lediglich 8500 Tonnen wurden jedoch bisher fachgerecht entsorgt. Die SBB haben 1997 knapp 150 Tonnen Elektroschrott sowie gegen 1000 Kühlschränke und Elektroboiler gesammelt. Die Zahl der Sammelbahnhöfe ist im Verlauf des Jahres von 54 auf 64 angestiegen, wobei 22 Stationen lediglich Kleingeräte wie Fernseher, Toaster, Walkmen, Mixer oder Computer entgegennehmen, die restlichen 42 zusätzlich Kühlgeräte, Boiler und Haushaltgrossgeräte. 14 der 64 Sammelstellen befinden sich in der Westschweiz, der Rest in der Deutschschweiz. Die Zahl der SBB-Schrottannahmestellen soll sukzessive auf 100 erhöht werden, wie die SBB auf Anfrage erklärten. Am 1. Juli führt der Bund eine Rückgabepflicht für Elektroschrott ein.

15.4.98
Mit Bahn 2000 und AlpTransit werden die Reisezüge auf Neubaustrecken mit 200 Kilometer in der Stunde verkehren, ein Tempo, das für das Beobachten von Signalen entlang der Strecke vor allem bei schlechter Sicht hohe Anforderungen an die Lokomotivführer stellt. Die SBB wollen deshalb solche Strecken mit Führerstandsignalisation ausrüsten. Der SBB-Verwaltungsrat hat für die technische und betriebliche Erprobung des Systems auf der Strecke Zofingen–Sempach-Neuenkirch einen Kredit von 28 Millionen Franken freigegeben. Geplant, geliefert und in Betrieb gesetzt wird das System der Führerstandsignalisation durch ABB Daimler-Benz Transportation (ADtranz). SBB und ADtranz haben einen entsprechenden Werkvertrag unterzeichnet, der die schnelle Realisierung dieses Systems auf der Basis europäischer Normen festlegt. Beim neuen System erhalten die Lokführer die erlaubten Geschwindigkeiten über Funk auf einem Bildschirm im Führerstand angezeigt. Ortsfeste Aussensignale werden so nicht mehr benötigt, was mittelfristig den Unterhaltsaufwand reduziert und die Systemkosten verringert. In einer späteren Phase der Führerstandsignalisation werden sich die Züge zudem auf kürzerer Distanz folgen können, womit die Leistungsfähigkeit solcher Strecken steigt.

17.4.98
Mit über 190 000 Referendumsstimmen haben Organisationen des Schwerverkehrs- und des Transportgewerbes den zweiten Urnengang zur Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) erwirkt. Heute, zwei Tage danach nun, meldet sich das «Komitee für eine gerechte Schwerverkehrsabgabe» zu Wort und eröffnet damit bereits den Abstimmungskampf zu dieser zentralen verkehrspolitischen Ausmarchung, die voraussichtlich Ende September stattfinden wird. Für das Komitee, dem unter anderen der Verkehrsclub der Schweiz (VCS), der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), der Verein Alpen-Initiative, Greenpeace, der WWF sowie die Eisenbahnergewerkschaft angehören, würde ein Nein zur LSVA die ökologisch wichtige Umlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene torpedieren und so die Verkehrspolitik in eine fatale Richtung lenken.

20.4.98
Die Schweizer Seilbahnen konnten im Winter 1997/98 ein insgesamt erfreuliches Ergebnis erzielen. Wie aus einer Umfrage des Schweizerischen Verbands der Seilbahnunternehmungen (SVS) hervorgeht, konnte der Umsatz im Bereich Personenverkehr gegenüber dem Vorjahr um rund drei Porzent gesteigert werden.

21.4.98
Anfang Herbst beginnen in Rheinfelden (Kanton Aargau) die ersten Arbeiten an den Lärmschutzmassnahmen entlang des Aargauer Abschnitts des Huckepack-Korridors Gotthard. Die Lärmsanierung in 27 Aargauer Gemeinden zwischen Oberrüti und Kaiseraugst kostet die SBB voraussichtlich 74 Millionen Franken. Allein im Kreis II stellen die SBB in zwölf Gemeinden im Fricktal und im Freiamt mit einem Aufwand von 44 Millionen Franken zwölf Kilometer Lärmschutzwände auf und bauen rund 1000 Schallschutzfenster ein. Wie die SBB auf Anfrage erklärten, liegt eine Plangenehmigungsverfügung des Bundesamtes für Verkehr erst für das Teilproekt in der Gemeinde Rheinfelden vor.

23.4.98
Der Unterstaatssekretär des italienischen Aussenministeriums, Piero Fassino, hat sich in seiner Antwort auf eine Anfrage von italienischen Parlamentariern zum Projekt der schweizerischen Eisenbahntransversalen durch die Alpen geäussert. Fassino schreibt, dass der Ausbau der Eisenbahnverbindungen durch die Alpen für die italienischen Eisenbahnen (FS) wie für die ganze Nation von strategischer Bedeutung sei. Deshalb seien die FS dabei, die Zufahrten zu den Durchstichen von Modane, des Simplons, des Gotthards, des Brenners und der Pontebbana auszubauen, was nach dem Ende der Arbeiten im Jahr 2000 fast zu einer Verdoppelung der Kapazitäten führen sollte. Was den italienischen Anschluss an die Gotthardstrecke der Neat angeht, seien zur Zeit Studien im Gange, welche die effizienteste Linienführung nach Mailand und den anderen Zentren der Poebene evaluierten. Darüber müsse daraufhin auf Ministerebene mit der Schweiz gesprochen werden. Italien ist laut dem Aussenministerium bereit, die Schweiz bei der Erlangung von internationalen Krediten, wie zum Beispiel der Europäischen Investitionsbank, zur Finanzierung des Ausbaus der Alpentransversalen zu unterstützen. Fassino schreibt auch, dass die italienische Regierung am Abschluss der gegenwärtigen Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über den Landverkehr «"besonders interessiert» sei, da eine Verlagerung des Warentransports von der Strasse auf die Schiene unbestreitbare wirtschaftliche und umweltpolitische Vorteile habe.

23.4.98
Im Bahn-Güterverkehr möchte der neue SBB-Güterverkehrsdirektor Sörensen 85 Prozent des Wachstums auf die Schiene bringen. Im Güterverkehr generell sollen die SBB zum Globalanbieter werden, zum Logistiker statt bloss zum Bahntransporteur. Der Zugang der Kunden zum Transportangebot muss leichter, die Information besser werden. Die Bahnreform hat die Rahmenbedingungen für solche Zielsetzungen geschaffen. Der Vortrag von Ken Bloch Sörensen vor der nur alle zwei Jahre stattfindenden Generalversammlung des Verbandes Schweizerischer Anschlussgleise- und Privatgüterwagenbesitzer (VAP) war der erste öffentliche Auftritt des neuen Direktors Güterverkehr der SBB seit seinem Amtsantritt vor zwei Monaten. Die Schweiz verfügt über rund 3000 industrielle und gewerbliche Anschlussgleise; das ist das dichteste Netz in Europa. Sörensen versprach den Vertretern der Branche, dass die SBB dieser Sparte das gebührend grosse Gewicht beimessen wollen (was früher längst nicht immer der Fall war) und dass der Wagenladungsverkehr weiterhin ein wichtiger Stützpfeiler der Bahn bleiben solle. Der Güterverkehr wird heute durch Logistikunternehmen kontrolliert, wodurch die SBB in die Rolle eines Unterlieferanten gedrückt werden. Dabei bringt der reine Transport kaum einen Mehrwert ein. Gearbeitet wird an der Zusammenarbeit mit den konzessionierten Transportunternehmungen (Privatbahnen), am gezielten Marketing für branchenspezifische Transportlösungen und am Aufbau eines gesamtschweizerischen Kunden-Service-Centers. Der VAP-Präsident, Nationalrat Franz Steinegger (fdp., Uri) hatte in seiner Ansprache betont, dass die zentrale Stärke der Bahn, die Massenleistungsfähigkeit beim Güterverkehr noch immer gefragt sei – sofern die Leistungen kostengünstig und flexibel angeboten werden. Die Anstrengungen der Bahn zur Steigerung der Produktivität seien unbedingt fortzusetzen. Auch die LSVA werde nicht von der Konkurrenz durch die Strasse erlösen. Für die LSVA setzte sich Steinegger indessen klar ein: Eine Ablehnung der Vorlage im kommenden September könnte im Ausland den Eindruck erwecken, die Zulassung von Vierzigtönnern auf Schweizer Strassen sei gratis zu haben. Steinegger wurde einstimmig als Präsident des VAP wiedergewählt.

28.4.98
Bis im Jahre 2005 wollen die SBB in ihren Knotenpunkt Zürich 833 Millionen Franken investieren, die zweite Doppelspur nach Thalwil nicht gerechnet. Auf die Leistungssteigerung nach Altstetten entfallen 219 Millionen, den Flügelbahnhof Sihlpost und Anpassungen der Hallengleise 207, das 3./4. Gleis nach Wipkingen 206, die Abstell– und Unterhaltsanlage Herdern 135, auf ein neues Unterwerk 36 und auf das Fernsteuerzentrum 30 Millionen.

28.4.98
Im Ständerat hat mit 32:0 Stimmen das Bundesgesetz über die Reduktion der CO2-Emissionen breite Zustimmung gefunden. Hervorgehoben wurde die international abgestimmte Strategie zur Verminderung des CO2-Ausstosses. Diese internationale Abstützung, betonte Bundesrat Moritz Leuenberger, stärke den Willen der Wirtschaft, umweltpolitische Verantwortung zu übernehmen. Das Gesetz ist martkwirtschaftlich ausgestaltet. Es verlangt die Verminderung der Kohlendioxid-Emissionen bis ins Jahr 2010 um zehn Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Das Reduktionsziel soll in erster Linie durch allgemein verbindliche energie–, verkehrs–, umwelt– und finanzpolitische sowie durch freiwillige Massnahmen der direkt Betroffenen erreicht werden. Nur wenn das Reduktionsziel so nicht erreicht wird, führt der Bundesrat subsidiär und als Ultima ratio, aber frühestens im Jahr 2004, die CO2-Abgabe zur Schliessung der Ziellücke ein. Dieser Lenkungsmechanismus, lobte die Zürcher Freisinnige Vreni Spoerry, habe ausschliesslich umweltpolitische Ambitionen und hege keine fiskalischen Nebenabsichten. Dieses Vorgehen garantiere eine Staatsquoten-neutrale Lösung. Umstritten war bloss, ob die allfällige Einführung der CO2-Abgabe vom Bundesrat oder von der Bundesversammlung beschlossen wird. Bundesrat und Kommission, die sich schliesslich mit 23 gegen 17 Stimmen durchsetzten, plädierten für den Vollzug durch die Regierung.

29.4.98
Auch der Bundesrat sieht Möglichkeiten, die Kosten beim Bau und Unterhalt der Autobahnen spürbar zu senken. Angesichts der horrenden Kostensteigerungen hatte die Landesregierung im Mai 1996 zwei Arbeitsgruppen eingesetzt. Als ersten konnte der Bundesrat nun den Bericht «Standarts im Nationalstrassenbau» zur Kenntnis nehmen. In einigen Wochen erwartet er die Empfehlungen der Arbeitsgruppe «Substanzerhaltung des Nationalstrassenwerks». Die Vorschläge der ersten Arbeitsgruppe wurden vom Bundesrat fast integral übernommen. Bei Umweltmassnahmen sollen die zuständigen Behörden Lösungen mit möglichst geringem Aufwand wählen und insbesondere Erleichterungen im Rahmen der gesetzlichen Normen prüfen. Damit die Projekte zügiger vorankommen, werden die Rodungs- und andere Spezialbewilligungen ins Hauptverfahren eingebaut. Über die Ausführungsprojekte und allfällige Einsprachen entscheidet künftig nicht mehr der Kanton, sondern das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

29.4.98
Am 5. Oktober 1998 werden es genau 100 Jahre her sein, seit die Standsstad-Engelberg-Bahn ihren Betrieb aufgenommen hat. In der Geschichte des Kantons Nidwalden und des abgeschiedenen, zum Kanton Obwalden gehörenden Klosterdorfes Engelberg stellte der Bau der Bahn wie auch ihre spätere Erweiterung zur Luzern-Stans-Engelberg-Bahn ein wichtiger Schritt dar. Die Bahn ermöglichte den Anschluss der früher recht isolierten Talschaft an die Welt. Die Standsstad-Engelberg-Bahn war während Jahrzenten gewissermassen eine Inselbahn, die keinen Anschluss an das schweizerische Schienennetz hatte. In Standsstad sicherte das Schiff die Weiterfahrt nach Luzern. Im Juni 1959 wurden die Weichen gestellt, um mit dem Umbau der Standsstad-Engelberg-Bahn in die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn zu beginnen. Am 19. Dezember 1964 – einige Monate später als ursprünglich geplant – wurde die LSE eröffnet.

30.4.98
Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat beschlossen, auf dem Gebiet des Kantons Luzern die Vergünstigung für Einheimische zur Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel mit Wirkung ab 1. Januar 1999 aufzuheben. Diese Vergünstigung, die insbesondere in den Berggebieten zur Anwendung kommt, ist 1959 gesamtschweizerisch eingeführt worden. Es sind mehrere Gründe gewesen, die den Regierungsrat zu seinem Entscheid bewogen haben, die Einheimischen-Vergünstigung im Kanton Luzern abzuschaffen. So ist mit der neuen Identitätskarte im Kreditkartenformat der Nachweis zum Bezug von «Einheimischen-Billetten» nicht mehr möglich. Der Regierungsrat ist aber auch der Auffassung, dass der ursprüngliche Zweck dieser Vergünstigung im Lauf der Zeit immer mehr an Bedeutung verloren hat. Der Regierungsrat ist sich bewusst, dass ein Verzicht auf die «Einheimischen-Billette» für die betroffenen Benützerinnen und Benützer des öffentlichen Verkehrs Tarifaufschläge zur Folge haben wird. Er ist aber der Meinung, dass diese Aufschläge finanziell verkraftbar sind. Zudem stehen der regelmässigen Kundschaft heute mit dem Verbundabonnement «Passepartout» oder mit dem Halbtaxabonnement, das neu mit einer Gültigkeit von zwei Jahren zum Preis von 222 Franken ausgegeben wird, preisgünstige Tarifangebote zur Verfügung, die seinerzeit bei der Einführung der Ermässigung für Einheimische noch nicht bestanden hatten.

30.4.98
Weil sich die Erwartungen im Zusammenhang mit der Nachfrage nicht erfüllt haben, soll der Versuchsbetrieb auf der regionalen Buslinie Eschenbach–Inwil–Gisikon–Root auf den Fahrplanwechsel von Ende Mai 1999 eingestellt werden. Auf dieses Vorgehen haben sich die betroffenen Gemeinden Eschenbach, Inwil, Gisikon und Root sowie das Baudepartement des Kantons Luzern geeinigt. Für die Bedürfnisse der Schule soll nach Einstellung der Regionalbuslinie zwischen Inwil und Eschenbach wieder ein Schulbusbetrieb eingerichtet werden.

 

News abonnieren  

personalisieren Sie sich Ihre LITRA-News 

LITRA-Verkehrszahlen  

Direkt zur neuesten Ausgabe  

Die Gelbe Serie  

Tag für Tag zu mehr Effizienz und Qualität im öV 

Geschäftsbericht 2010/2011  

Die Fakten des Vereinsjahrs 2010/2011 
 
 
   
© 1998 - 2012 LITRA | 3000 Bern 7 | webmaster@litra.ch | Impressum | Disclaimer
realized by foresite GmbH