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April 2007

2.4.07
Die neusten Zahlen des UVEK erfreuen weder die Alpen-Initiative noch den Nutzfahrzeugverband Astag. Letzterer legt dar, dass die Strasse sogar an Marktanteilen gewonnen hätte, wenn die Gotthardroute nicht einen Monat gesperrt gewesen wäre. Damit zeige sich, dass die LSVA kein taugliches Verlagerungsinstrument darstelle und nur die Schweizer Wirtschaft belaste, schrieb der Verband in einem Communiqué. Zugelegt habe nicht die vom Bund propagierte Rollende Landstrasse (Rola), sondern der unbegleitete, kombinierte Verkehr. Kein Anlass zu übertriebenem Optimismus sieht auch die Alpen-Initiative. Sie freue sich zwar über die 2006 weiter gesunkene Zahl der alpenquerenden LKW-Fahrten und den gestiegenen Marktanteil der Schiene. Der Rückgang der LKW-Fahrten um nur 2 Prozent sei aber ungenügend, um das Verlagerungsziel zu erreichen.

2.4.07
2006 sind mehr Güter per Bahn transportiert worden als im Vorjahr. Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ist die Zahl der die Alpen überquerenden Lastwagen trotz guter Konjunktur gesunken. Die Schiene habe das gesamte Wachstum des Güterverkehrs über die Alpen übernommen, schrieb das UVEK. Die Zahlen belegten, dass die Verlagerungspolitik wirke. Das Verlagerungsziel in der Verfassung, nämlich noch 650'000 Lastwagenfahrten durch die Alpen pro Jahr bis 2009, ist indessen weit entfernt. Um es zu erreichen, sei eine finanzielle Förderung weiterhin nötig, hält das UVEK fest. Namentlich die Unterstützung des kombinierten Verkehrs mit Betriebsabgeltungen und Investitionen habe sich bewährt. Bis im Sommer werde der Bundesrat dem Parlament die Güterverkehrsvorlage mit Vorschlägen zur Verlagerungspolitik unterbreiten, hält das UVEK fest. Geplant sei, mit der Vorlage die Grundlagen für eine koordinierte Einführung der Alpentransitbörse zu schaffen. Weil das in der Verfassung verankerte Verlagerungsziel nicht erreichbar ist, gab der Bundesrat 2006 drei alternative Vorschläge in die Vernehmlassung. Der erste wäre die Verschiebung des Verlagerungsziels auf 2017. Der zweite besteht aus einer Anhebung der Vorgabe auf 1 Million Fahrten bei gleichzeitiger Begrenzung der Investitionen auf 1 Milliarde Franken, und der dritte einen Ausbau der Rollenden Landstrasse. Alle Vorschläge zielten zudem auf die Einführung der Alpentransitbörse. Bei Parteien und Verbänden kamen sie indes schlecht an. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr auf Strasse und Schiene 38,1 Millionen Nettotonnen Güter transportiert, 4 Prozent oder 1,5 Millionen Nettotonnen mehr als 2005. Die Schiene konnte ihren Anteil an den insgesamt beförderten Gütern um 1 Prozent auf 66 Prozent steigern und damit den ganzen Zuwachs übernehmen. 25,2 Millionen Nettotonnen Güter beförderte die Bahn über die Lötschberg-Simplon- und die Gotthard-Achse. Dies bedeutet einen Anstieg um insgesamt 6,5 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichnete mit 11,6 Prozent der unbegleitete kombinierte Verkehr. Das UVEK führt dies auf das Wirtschaftswachstum und auch die Förderung durch den Bund zurück. Der Verkehr auf der Rollenden Landstrasse nahm um 4,3 Prozent zu. Dagegen gab es beim klassischen Wagenladungsverkehr eine Abnahme von 1 Prozent. Nach Angaben des UVEK ist die Reorganisation des Verkehrs durch die Deutsche Güterbahn Railion der Grund. Diese fährt vermehrt über den Brenner. Die per Lastwagen transportierte Gütermenge blieb mit 12,9 Millionen Nettotonnen im Vergleich zu 2005 stabil. Die Zahl der Lastwagenfahrten über die Pässe Gotthard, San Bernardino, Simplon und Grosser St. Bernhard sank um 2 Prozent auf 1,18 Millionen. Das sind 16 Prozent weniger Fahrten als im Jahr 2000, als das Verlagerungsgesetz in Kraft trat. Gründe für den Rückgang der Lastwagenfahrten sind nach Angaben des UVEK neben den Massnahmen des Bundes zur Verkehrsverlagerung die einmonatige Unterbruch der Gotthard-Achse und die Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) von 2005.

2.4.07
Die Westschweizer Kantone und der Kanton Bern fordern, dass die zweite Etappe des Bahn 2000-Konzepts vollständig realisiert wird. Dazu gehört auch das dritte Gleis zwischen Genf und Lausanne. Ihre Forderung stellten die Vertreter der Kantone bei einem Treffen der Konferenz des öffentlichen Verkehrs der Westschweiz (CTSO) in Bern. Diese Haltung hätten die CTSO-Kantone schon immer vertreten, sagte der Waadtländer Regierungsrat und CTSO-Präsident François Marthaler. Es sei nicht verantwortbar, dass die bei der ersten Bahn 2000-Etappe gemachten Einsparungen nun für das Stopfen der Löcher beim Gotthard-Basistunnel verwendet würden. Es dürfe nicht sein, dass die Westschweiz für die Mehrkosten der NEAT gerade stehen müsse. «Wir wollen, dass die zweite Bahn 2000-Etappe im Sinne des Volksentscheides von 1998 vollständig realisiert wird und dass dafür auch die noch von der ersten Etappe verbliebenen 1,5 Milliarden Franken verwendet werden», sagte Marthaler. Die Diskussion um die Realisierung eines dritten SBB-Gleises zwischen Lausanne und Genf war letzte Woche von Verkehrsminister Moritz Leuenberger angeheizt worden. Leuenberger sagte in Interviews, dass dieses Projekt in Bundesbern keine Priorität habe. Die Westschweiz reagierte empört. Das Waadtländer Kantonsparlament forderte in einer Resolution die rasche Realisierung dieses Bauwerks.

2.4.07
Die Planer der Porta Alpina suchen nach einem neuartigen Verkehrssystem, um die Reisezeit von der Haltestelle der NEAT im Innern des Berges ans Tageslicht zu verkürzen. Mit den bisher vorgesehenen Mitteln könnte sie bis eine Stunde dauern. In den Planungsunterlagen der Bündner Fachstelle für den öffentlichen Verkehr wird als «komplizierte Abfolge mehrerer Umstiege» beschrieben, was Reisenden bevorstehen wird: Vom Perron müssen sie sich zunächst in eine Wartehalle begeben, wo es mit einem Tram bis zum Schacht des 800 Meter langen Lifts weiter geht. Am Kopf dieser Förderanlage muss in einen Bus umgestiegen werden, der die Leute schliesslich ans Tageslicht bringt. Paul Stopper von der Fachstelle für den öffentlichen Verkehr bestätigte auf Anfrage einen Bericht des «Tages-Anzeigers», wonach dies bei grossem Andrang bis zu 60 Minuten dauern könnte. Denn die Kapazität des Liftes, welcher der mit Abstand längste der Welt wäre, ist begrenzt: Zwar können pro Fahrt 80 Personen befördert werden, die Fahrzeit wird mit 140 Sekunden aber rund 40 Prozent länger dauern als ursprünglich angenommen. Langsamer gehen muss es wegen gesundheitlicher Bedenken. Laut einem medizinischen Gutachten ist die Fahrt bei diesem geringeren Tempo für gesunde Passagiere unbedenklich. Säuglinge und erwachsene Menschen mit Ohrenkrankheiten hätten aber auch dann noch mit Ohrendruck oder Ohrenschmerzen zu rechnen. Zudem könne die Fahrt zu Unwohlsein führen. Beim niedrigeren Tempo des Aufzugs ist im Bergesinnern nach den Berechnungen der Planer mit Wartezeiten von bis zu 24 Minuten zu rechnen. Die Reise ans Tageslicht würde damit bis zu einer Stunde dauern. Die Geduld der Gäste könnte an ihre Grenzen stossen, räumen die Projektverfasser ein. Gesucht wird deshalb nach einem Transportmittel, das die komplexe Reise verkürzt. Gedacht wird an einen Personencontainer, der sich in Lift, Bahn und Bus umladen lässt, womit die Passagiere nur noch einmal umsteigen müssten. Konkrete Pläne für ein solches System liegen laut Stopper aber noch nicht vor.

2.4.07
Das Luzerner Messe- und Sportgelände Allmend soll wesentlich schneller erneuert und umgestaltet werden als geplant. Grund dafür ist die Tieflegung der Zentralbahn. Bereits in einem knappen Jahr können die Stimmberechtigten die Weichen stellen. An der Volksabstimmung vom 24. Februar 2008 soll nicht nur über die neue unterirdische Linienführung der Zentralbahn quer über die Allmend entschieden werden. Der Luzerner Stadtrat möchte zugleich auch die Vorlagen für eine neue Sportarena und für den Bau neuer Messehallen an die Urne bringen, wie er bekannt gab. Insgesamt dürfte es sich dabei um Kredite von zwischen 50 und 55 Millionen Franken handeln. Der städtische Anteil am Ausbau der Zentralbahn beträgt 21,7 Millionen Franken; für die Sportarena und die Messehallen gehen Schätzungen von je rund 15 Millionen Franken aus. Die Zeit drängt: Der Bund beteiligt sich nur mit 111 Millionen Franken am 230 Millionen Franken teuren Ausbau der Zentralbahn, wenn damit bis Ende 2008 begonnen wird. Die Planung geht nun davon aus, dass der Spatenstich am 9. Dezember 2008 erfolgt. Beteiligt sind auch die Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden. Sie entscheiden ebenfalls am 24. Februar 2008 an der Urne über das Projekt, das Ende 2013 in Betrieb genommen werden soll. Gemäss der neuen Linienführung wird die Zentralbahn die Luzerner Allmend unterirdisch durchqueren. Der Tunnel nach der Haltestelle Mattenhof soll im Tagbau erstellt werden. «Das gibt eine Schneise von 50 Metern Breite und 40 Metern Tiefe», sagte Baudirektor Kurt Bieder vor den Medien. Bei der heutigen Festhalle ist eine unterirdische Haltestelle mit Mittelperron geplant. Anschliessend fährt die Bahn in einem zweiten, bergmännisch erstellten Tunnel unter der Hubelmatt durch in den Bahnhof Luzern. Die neue Linienführung reduziere die Fahrzeiten und ermögliche die Aufhebung von Niveauübergängen. Dafür muss die bestehende Festhalle Allmend weichen und nach Abschluss der Bahnarbeiten durch einen Neubau ersetzt werden. Um den Messebetrieb aufrecht zu erhalten, soll vorgängig eine neue Messehalle erstellt werden. Diese Bauten werden gegenüber der ursprünglichen Planung deutlich vorgezogen. Um drei Monate verschoben wird hingegen die Abstimmung über die neue Sportarena mit Fussballstadion. Die Terminvorgabe der Swiss Football League - Baueingabe im Frühling 2008 - kann aber laut dem Stadtrat eingehalten werden. Ende Mai 2007 soll vorerst der Wettbewerb dafür entschieden sein.

2.4.07
Jeder dritte Fahrschüler fällt in der Schweiz bei der Prüfung durch, wobei die Prüflinge bei der Theorie schlechter abschneiden als im praktischen Teil. Das zeigt die Erhebung der Vereinigung der Strassenverkehrsämter aus dem Jahr 2006. Das Theorieexamen bestanden gemäss der Mitteilung der Vereinigung asa 62,4 Prozent der Prüflinge. 2005 waren es noch 65,3 Prozent gewesen. Die praktische Autofahrprüfung endete für 64,2 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler mit einem Erfolg, 2005 waren es 64,9 Prozent gewesen. Am besten vorbereitet kamen die Glarnerinnen und Glarner an die Fahrprüfung: Bei ihnen lag die Erfolgsquote bei 79,1 Prozent. Auf den nächsten Plätzen folgen die Urner (78,0 Prozent) und die Appenzell-Ausserrhoder (75,9 Prozent). Tiefer war die Erfolgsquote in städtischeren Kantonen. Im Kanton Zürich wurden 61,8 Prozent der Prüfungen bestanden, im Kanton Bern 67,1 Prozent und in Baselland und Basel-Stadt zusammen 68,1 Prozent. Wie im Vorjahr schnitten die Westschweizer weit schlechter ab: In der Waadt, dem Schlusslicht der Statistik, bestanden nur gerade 53 Prozent der Kandidaten die Fahrprüfung. Die neuen Zahlen widerspiegeln die Wechsel in der Fahrausbildung auf Anfang 2006: 2006 wurden 120'197 Theorieprüfungen abgelegt, weit weniger als im Vorjahr (173’600). Viele hätten noch nach dem alten Reglement Autofahren lernen wollen und die Theorieprüfung 2005 abgelegt, schrieb die asa dazu. Die Folgen zeigen sich in den Zahlen für die praktische Fahrprüfung. 2006 liessen sich 140'626 Fahrschüler prüfen. 2005 waren es dagegen lediglich 130’600.

2.4.07
Stadt und Kanton Bern erachten Road Pricing als mittel- bis langfristige Option zur Lösung von Verkehrs-, Umwelt- und Finanzierungsproblemen in der Agglomeration Bern. Federführend sei der Bund; es seien noch viele Hürden zu nehmen. Stadt und Kanton haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt, wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) und die städtische Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) mitteilten. Road Pricing - Strassenbenützungsgebühren - stelle ein «bedeutendes Potenzial» zur Lösung der vorhandenen Probleme dar. Für die Region Bern sei die Massnahme prüfenswert; in den Regionen Biel und Thun seien andere Massnahmen im Vordergrund. Klar sei, dass der hohe Finanzbedarf für neue Verkehrsinfrastrukturen, wie er in den Agglomerationsprogrammen aufgelistet ist, nicht vollumfänglich gedeckt werden kann. Es brauche deshalb Alternativen zum weiteren Ausbau der Infrastruktur. Auch wenn es zur Einführung von Road Pricing einer Verfassungsänderung auf Bundesebene bedürfte, sei es sinnvoll zu überlegen, ob es allenfalls helfen könnte, «den Bedarf an neuen Verkehrsinfrastrukturen zu reduzieren». BVE und TVS wollen den für Ende Jahr in Aussicht gestellten Bericht des Bundesamts für Strassen zum «Mobility Pricing» abwarten. Anschliessend sind Gespräche mit dem Verein Region Bern und der Regionalen Verkehrskonferenz Bern-Mittelland geplant. Kanton und Stadt Bern ist es ein Anliegen, dass der Bund auf nationaler Ebene den Weg für die Einführung von Lenkungsmassnahmen wie dem Road Pricing ebnet. Der Bund solle zudem vertiefte Abklärungen zur Kilometer-Abgabe vornehmen. Im Moment würden alle Optionen offen gehalten.

3.4.07
Die SBB modernisiert für rund 191 Millionen Franken den Rangierbahnhof Muttenz bei Basel. Im älteren Teil wird die Gleiszahl reduziert. Ferner werden die Stellwerke ersetzt sowie der Lärm- und Gewässerschutz verbessert. Der ältere Teil der in Muttenz BL gelegenen Gleisanlagen ist der Rangierbahnhof «Basel 1». Er dient dem Nord-Süd-Verkehr, stammt aber aus den 1930er-Jahren und hat das Ende seiner technischen Lebensdauer erreicht, wie die SBB mitteilte. «Basel 1» soll daher bis zum Jahr 2012 modernisiert werden. Vorgesehen ist, drei kleinere Stellwerke aufzuheben und die 41 Gleise für den Verkehr nach Süden auf 32 zu reduzieren. Im Rahmen dieser Arbeiten werden 60 Weichen und 25 Kilometer Gleis ausgebaut sowie 38 Weichen und 24 Kilometer Gleis eingebaut. Trotz der Reduktion der Gleiszahl soll aber die maximale Tagesleistung der Anlage gegenüber heute um rund 20 Prozent steigen. Möglich machen dies laut SBB moderne Technik und schnellere Abläufe. Die Automatisierung erhöhe zudem die Betriebssicherheit. Mit der Automatisierung verbunden ist allerdings der Abbau von rund 27 Arbeitsstellen. Diese fallen vor allem in den vor der Aufhebung stehenden Stellwerken sowie bei den Hemmschuhlegern in den Gleisanlagen weg. Laut SBB werden die Betroffenen intern umgeschult. Das Plangenehmigungsverfahren für die Modernisierung beginnt Ende 2007. Die Arbeiten selbst werden voraussichtlich Mitte 2009 aufgenommen und dürften etwa dreieinhalb Jahre dauern. «Basel 1» und der in den 1970er-Jahren angefügte Rangierbahnhof «Basel 2» für den Süd-Nord-Verkehr seien eine wichtige Drehscheibe im schweizerischen und internationalen Güterverkehr, hiess es weiter: 2006 wurden 457'000 Wagen für SBB-Cargo-Kunden rangiert. Die Modernisierung werde nun die Leistungsfähigkeit der SBB im Güterverkehr weiter verbessern.

3.4.07
Die Lantal Textiles ist im vergangenen Geschäftsjahr dank neuer Märkte und Kompetenzfelder weiter gewachsen. Der Umsatz stieg leicht um 1,2 Prozent auf 106,2 Millionen Franken, wie der Langenthaler Innenausstatter von Reiseverkehrsmitteln mitteilte. In der Aviatik legten die Umsätze um 3,3 Prozent auf 77,4 Millionen Franken zu. Hier seien viele Projekte aufgrund der Lieferverzögerung für den Airbus A380 verschoben worden, was sich wachstumshemmend ausgewirkt habe. Beim Bodenverkehr verbesserte sich der Umsatz um 7,1 Prozent auf 19,5 Millionen Franken. Im 2006 hätten in diesem Segment mehrere europäische Länder neu erschlossen werden können, hiess es weiter. Auch die Produktionskapazitäten seien wesentlich erhöht worden. Das Geschäftsfeld Kreuzfahrten hingegen entwickelte sich schlechter als erwartet. Gemäss Mitteilung schrumpfte der Umsatz um 13,1 Prozent auf 373'000 Franken. Lantal produziert Sitzbezüge und Teppiche für Flugzeuge, Bahnen, Schiffe und Busse. Der Personalbestand stieg letztes Jahr um 16 auf 412 Angestellte. Das Familienunternehmen macht keine Angaben zum Gewinn.

3.4.07
Erstmals seit 17 Jahren gibt es einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf der Schiene: Eine Spezialversion des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV raste mit 574,8 Stundenkilometern durch die Champagne. Erreicht wurde die Bestmarke um 13.13 Uhr und 41 Sekunden auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris- Strassburg. Dort verkehren ab 10. Juni auch TGVs ab Basel und Zürich mit einer Höchstgeschwindigkeit von voraussichtlich 320 Kilometern pro Stunde. Das verkürzt die Reise nach Paris um je anderthalb Stunden. Der «V150» getaufte Zug übertraf den bisherigen Rekord für radgebundene Schienenfahrzeuge, der 1990 von einem TGV mit 515,3 Stundenkilometern aufgestellt wurde. Schneller war 2003 die japanische Magnetschwebebahn JR-Maglev, die Tempo 581 schaffte, dabei aber keinen Kontakt zum Boden hatte. Kurz nach 13.00 Uhr begann der Zug mit zwei Lokomotiven und drei doppelstöckigen Wagen gut 260 Kilometer vor Paris seine Fahrt. In 13 Minuten beschleunigte er von null auf die Rekordgeschwindigkeit. Ab Tempo 400 begannen Funken aus den Stromabnehmern zu schlagen, ab 500 Stundenkilometern waren im Inneren des Zuges starke Vibrationen zu spüren, wie mitreisende Journalisten berichteten. Auf Brücken entlang der Strecke winkten hunderte Menschen dem Zug zu. Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sprach von einer «fantastischen Leistung». «Dank französischer Ingenieure» sei Europa «Weltmeister» bei Hochgeschwindigkeitszügen, sagte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Für den TGV-Hersteller Alstom ist der Rekord vor allem Werbung beim Verkauf des Zugs im Ausland. Im normalen Betrieb sind solche Geschwindigkeiten nicht realistisch. Die französische Staatsbahn SNCF überlegt allerdings, das Tempo bis auf 360 Kilometer pro Stunde zu erhöhen. Technisch sei dies möglich, sagte SNCF-Generaldirektor Guillaume Pépy. Angesichts der dafür notwendigen Veränderungen an Zügen und Strecken müsse aber geprüft werden, «ob sich das wirtschaftlich lohnt». Alstom setzte bei der Rekordfahrt eine Spezialversion des TGV mit 25'000 PS ein. Im Unterschied zu den herkömmlichen TGVs ist der Antrieb dabei auf der ganzen Länge des 234 Tonnen schweren Zugs verteilt und nicht mehr nur in den Lokomotiven konzentriert. Die Strecke musste besonders präpariert werden: Stromleitungen wurden verstärkt und Spannung erhöht. Auch das Gleisbett musste besonders gesichert werden. Insgesamt kostete die Rekordfahrt die Staatsbahn SNCF, die Schienengesellschaft RFF und Alstom 30 Millionen Euro (48,7 Millionen Franken). Der Schweizer Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge wurde im vergangenen Dezember aufgestellt. Bei Testfahrten im NEAT-Basistunnel am Lötschberg erreichten zwei spezielle deutsche ICE-Versuchszüge eine Geschwindigkeit von 280 Kilometern pro Stunde.

3.4.07
Der Ersatz der Bahnpolizei durch eine möglicherweise private Transportpolizei ist umstritten. Die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates will dazu Anfang Mai Hearings durchführen, bevor sie über die Bahnreform entscheidet. Mit einer Zusatzbotschaft hat der Bundesrat kurzfristig realisierbare Elemente der vom Parlament zurückgewiesenen Bahnreform II wieder aufgelegt. Unter anderem will er das Bahnpolizeigesetz von 1878 aufheben und den Sicherheitsdienst der Transportunternehmen neu regeln. Das neue Bundesgesetz sieht vor, dass die Unternehmen den Sicherheitsdienst speziell ausgebildetem eigenem Personal übertragen oder auslagern können. Dass dabei auch private Firmen - wie beispielsweise die Securitrans - polizeiliche Aufgaben übernehmen dürften, stösst auf Widerstand. Die KVF hat laut Mitteilung der Parlamentsdienste einstimmig entschieden, diesen Aspekt vertieft zu prüfen und am 3./4. Mai Anhörungen durchzuführen. Auch die Detailberatung zu den übrigen Erlassen wurde zurückgestellt. Dabei geht es namentlich um weitere Schritte zur Gleichstellung der Privatbahnen mit der SBB.

3.4.07
Die Flugsicherung soll aus den Erträgen der Mineralölsteuern sowie von Standortkantonen und –gemeinden mitfinanziert werden. Das verlangt die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates in einem Brief an Bundesrat Moritz Leuenberger. In Auftrag der KVF hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) fünf Varianten für die künftige Finanzierung der Flugsicherung in der Schweiz in die Anhörung gegeben. Nach Ansicht der KVF soll nun jene Variante weiterverfolgt werden, welche die Flugplätze in drei Gebührenkategorien unterteilt. Dadurch würde die Quersubventionierung von den Landesflughäfen Zürich und Genf zu den anderen Flugplätzen im Sinne der Kostenwahrheit abgebaut. Mit Ausnahme der Landesflughäfen wären die Flugplätze dann aber auf ergänzende Finanzierungsquellen angewiesen, weil sonst die Gebühren für die Flugsicherung stark anstiegen. Ein weiteres Element übernahm die KVF aus einer andern Konzeptvariante. Danach soll der Bund den nicht gedeckten Aufwand für Flugsicherungsleistungen im angrenzenden Ausland übernehmen und den regionalen Bedürfnissen Rechnung tragen. Anfang Juni erwartet die Kommission einen präzisierenden Bericht.

4.4.07
Die Bielersee Schifffahrtsgesellschaft (BSG) ist zufrieden mit dem Betriebsjahr 2006. Zwar drückten die Überschwemmungen im Frühling und der verregnete August auf das Ergebnis; trotzdem wurden zwei Prozent mehr Gäste transportiert. Insgesamt fuhren im vergangenen Jahr 347'000 Personen auf den Bielerseeschiffen, gegenüber 340’000 im 2005, wie BSG-Geschäftsführer Beat Rüfli zu einer Mitteilung des Unternehmens sagte. Die BSG befinde sich damit im Schweizer Durchschnitt. Da die BSG 2006 ihr Angebot ausgebaut habe, hätte er sich aber einen grösseren Anstieg erhofft. Zum Betriebsergebnis sagte Rüfli einzig, die Gesellschaft habe ihre Finanzziele übertroffen. Damit sei er sehr zufrieden. Budgetiert gewesen war eine schwarze Null. Als Ziel gibt die BSG an, ab 2009 nicht mehr auf die Betriebsbeiträge des Kantons Bern angewiesen zu sein. Dieser hat auf diesen Zeitpunkt die Beiträge gestrichen. Deshalb hat die BSG vor zwei Jahren das Optimierungsprogramm «Beaufort» gestartet. Ein Teil davon ist die Winterschifffahrt, die bereits das zweite Jahr betrieben wird. Der Betrieb zwischen November 2006 und März 2007 war laut BSG erfolgreich, rund 7'400 Gäste nutzten das Angebot. Damit habe die Auslastung gegenüber dem Einführungsjahr 2005/2006 um 50 Prozent gesteigert werden können. Als Grund gab Rüfli den milden Winter an.

4.4.07
Die vier fusionierten Appenzeller Bahnen (AB) haben im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Fahrgäste befördert; das sind 1,5 Prozent mehr als im Jahr vor dem Zusammenschluss. Die AB fuhren 2006 einen Unternehmensgewinn von rund 170'000 Franken ein. Die AB informierten in Herisau über das Geschäftsjahr 2006. Im Juni hatten sich die Appenzeller Bahnen, die Trogenerbahn (TB), die Rorschach-Heiden-Bergbahn (RHB) und die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen (RhW) zusammengeschlossen. Direktor Hansjürg Düsel bezeichnete das Startjahr als «erfolgreich». Der Ertrag konnte um 2,4 Prozent auf 38 Millionen Franken gesteigert werden. Der Ertrag aus dem Reiseverkehr kletterte um 2,7 Prozent auf 9,54 Millionen Franken, die Nebenerträge stiegen um 13,7 Prozent auf 5,3 Millionen Franken. Das ergab einen Gewinn von knapp 170'000 Franken. Düsel sagte, neun Monate nach der Fusion herrsche unter den 196 Mitarbeitenden, die sich 166 Vollzeitstellen teilen, ein gutes Klima. Der Mitarbeiterbestand sei heute gleich gross wie vor der Fusion. In den nächsten vier Jahren sollen acht Stellen durch natürliche Fluktuationen abgebaut werden, sagte der AB-Direktor. Etwas mehr als 6 Millionen Franken investieren die AB in den Neubau eines Depots in Heiden AR. Es soll im Herbst 2007 fertig sein. Im neuen Depot werden nicht nur eigene Züge, sondern auch Postautos unterhalten. Daraus erhoffen sich die AB weitere Nebenerträge. An den sechs Linien der AB existieren total 550 Bahnübergänge. 25 wurden vom Bund den 190 gefährlichsten der Schweiz zugeteilt. Die Hälfte dieser gefährlichen Übergänge wurden von der AB bereits saniert, die andere Hälfte soll bis Ende 2008 erneuert werden. Insgesamt wollen die AB kontinuierlich 201 Übergänge neu sichern.

4.4.07
Der Umschlag in den Rheinhäfen beider Basel ist 2006 um 7 Prozent auf 6,75 Millionen Tonnen gesunken. Grund sind Einbussen beim teurer gewordenen Erdöl, das die Schweiz zu einem Drittel über den Rhein importiert. Ungebrochen ist der Container-Boom. Der Mineralölumschlag in den Häfen ging um 16,1 Prozent zurück. Der Import allein sank um 17,1 Prozent auf 2,85 Millionen Tonnen. Grund seien die hohen Ölpreise, sagte Hans-Peter Hadorn, Chef der Basler Rheinschifffahrtsdirektion, vor den Medien. Hinzu kämen auch Struktureffekte wie etwa der Trend weg vom Heizöl oder hin zu Dieselautos. Der starke Rückgang beim Mineralölimport führte in der Statistik zu einem gegenüber dem Vorjahr geringeren Gesamtvolumen des Güterumschlags. Der Trockengüterumschlag nahm derweil um 1,9 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen zu. Der Container-Umschlag stieg gar um 3,6 Prozent und erreichte mit 88'030 TEU-Einheiten einen neuen Rekord. Bei den Trockengütern handelt es sich etwa um Agrarerzeugnisse, Futtermittel, Metalle, Baustoffe, Düngemittel, Chemikalien oder Maschinen und Fahrzeuge. Hadorn nannte die Entwicklung in diesem Bereich «stabil», was im Langzeitvergleich auch im Zusammenhang mit der zunehmend geringeren Eigenversorgung der Schweiz zu sehen sei. Weiter nach oben zeigt die Kurve im Container-Verkehr, obwohl gemäss Rheinschifffahrtsdirektion die Binnenschifffahrt mit enormen Problemen infolge verstopfter Seehäfen zu kämpfen hat. Die Rheinhäfen beider Basel wie auch die gesamte Region sind inzwischen in der Schweiz der mit Abstand grösste Umschlagsplatz für Container. Zugelegt hat im Weiteren der Personenverkehr. In der internationalen Kabinenschifffahrt wurde mit 60'900 Passagieren ein um 38,2 Prozent höheres Aufkommen verzeichnet. In der regionalen Schifffahrt beförderte die Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft AG (BPG) mit rund 109'300 Passagieren 10,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In der Rechnung weist die Rheinschifffahrtsdirektion Basel mit den Häfen Kleinhüningen und St. Johann einen Gewinn von 3,02 Millionen Franken (+276,2 Prozent) aus; der starke Anstieg ergab sich aufgrund von Abschreibungen im Vorjahr. Die Rheinhäfen des Kantons Basel-Landschaft - Birsfelder Hafen und Auhafen - weisen 6,6 Millionen Franken (-14,9 Prozent) aus.

4.4.07
Die SBB hat 2006 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die Bundesbahn erwirtschaftete einen Gewinn von 259,4 Millionen Franken. Grund dafür ist eine Verbesserung des Betriebsergebnisses sowie die Auflösung von Rückstellungen. Im Vorjahr hatte die SBB noch einen Verlust von 166,3 Millionen Franken zu verzeichnen. Das um fast 408 Millionen Franken bessere Resultat ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass dieses wegen eines neuen Rechnungslegungsstandards nicht mehr mit Rückstellungen für die Pensionskasse belastet wurde. Zum positiven Ergebnis beigetragen haben aber auch alle operativen Bereiche, wie SBB-Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d'Epinay an einer Medienkonferenz in Zürich ausführte. So konnte zum einen der Betriebsertrag um 1,8 Prozent auf 7,2 Milliarden Franken gesteigert, zum anderen der Aufwand um 2,6 Prozent auf 6,9 Milliarden gesenkt werden. «Die SBB hat mit weniger Ressourcen mehr produziert», sagte Lalive d'Epinay. Profitiert hätte die SBB dabei aber auch von der guten Konjunkturlage und der positiven Konsumentenstimmung. Deutlich mehr eingenommen hat die SBB 2006 bei den Billettverkäufen (+4 Prozent) und bei den Abgeltungen für die Benützung der Infrastruktur (+18,4 Prozent). Leicht höher sind auch die Erlöse aus dem Güterverkehr ausgefallen (+1,6 Prozent). Mit 1,84 Milliarden Franken hat die SBB von Bund und Kantonen unter dem Strich 4,3 Millionen weniger Subventionen erhalten. Dies ist namentlich darauf zurückzuführen, weil die Subventionierung der Trassenpreise für den Güterverkehr um ein Drittel heruntergefahren wurde. Die Abgeltungen für den Regionalverkehr und für die Infrastruktur sind dagegen gestiegen. Auf der Ausgabenseite hat die Reduktion des Personalbestands um 400 Vollzeitstellen zu Buche geschlagen: So sind 2006 die Lohnzahlungen fast 70 Millionen Franken tiefer ausgefallen als 2005. Ausserdem ist auch der Investitionsaufwand der SBB gesunken. Die SBB kann indes nicht nur auf ein finanziell positives Jahr zurückblicken, sie hat auch ihre Verkehrsleistung steigern können. So sind 2006 285,1 Millionen Passagiere befördert worden, 9,2 Millionen oder 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Lalive d'Epinay führte die Zunahme auf den Bahn-2000-Effekt zurück. Dieser Effekt ist auch in der Zahl der General- und Halbtaxabonnemente spürbar. So hatten Ende 2006 über 315'000 Personen ein GA (+8,4 Prozent) und über 2 Millionen Personen ein Halbtaxabo (+2,6 Prozent). Auch beim Güterverkehr, der auch 2006 mit einem Verlust abschloss, hat die SBB ihre Leistung gesteigert. Total hat sie 12,3 Milliarden Tonnenkilometer verzeichnen können, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Dass die Erträge von SBB Cargo nicht gleich stark wie die Leistung angestiegen sind, dokumentiert den Preisdruck, der namentlich im internationalen Gütergeschäft herrscht.

4.4.07
Im Kanton Nidwalden gibt es bis 2010 keinen substanziellen Ausbau im öffentlichen Personenverkehr. Um das heutige Niveau zu halten, beantragt der Regierungsrat dem Parlament für diesen Zeitraum einen Rahmenkredit von über 23 Millionen Franken. Nach Angaben der Staatskanzlei wird die Postautolinie Stansstad- Kehrsiten aufgehoben. Im Schnitt benutzten weniger als 32 Personen pro Tag dieses Angebot. Im kantonalen öV-Angebot vorgesehen ist dagegen die Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach. Zudem werden an den Wochenenden einige Taktlücken der Zentralbahn geschlossen. Das Rollmaterial und die Bahnhöfe sollen weiter modernisiert werden. Die Pendlerströme von Nidwalden Richtung Luzern haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Der Hauptanteil entfällt auf die Strasse. Diese Entwicklung könnte zu einer Überlastung der A2 führen und damit die gute Erschliessung des Kantons gefährden.

4.4.07
Weil die NEAT-Kosten steigen, ist das Geld für andere Bahnbauten knapp. Der Bundesrat will deshalb den Zimmerberg- und den Hirzeltunnel erst nach 2030 in Angriff nehmen. Auch das dritte Gleis zwischen Genf und Lausanne und der Wisenbergtunnel werden auf Eis gelegt. Der Bundesrat präsentierte eine Gesamtschau zur Entwicklung der Bahninfrastruktur. Der Bericht zeigt auf, wie angesichts der steigenden NEAT-Kosten das verbleibende Geld aus dem mit 30,5 Milliarden Franken dotierten Fonds zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (FinöV) eingesetzt werden soll. «Um die Finanzen einzuhalten, müssen wir Prioritäten setzen», sagte Verkehrsminister Moritz Leuenberger vor den Bundeshausmedien. Der Bundesrat wolle dort investieren, wo es für das Schweizer Bahnnetz als Ganzes den grössten Nutzen bringe. Verschiedene wünschbare Projekte müssten deshalb verschoben werden. Das gilt zum einen für die NEAT, die zusammen mit der Bahn 2000, den Hochgeschwindigkeits-Anschlüssen und der Lärmsanierung aus dem Finöv bezahlt wird. Der Bundesrat will dem Parlament eine Erhöhung des Kredites von 15,6 auf 18,1 bis 18,8 Milliarden Franken beantragen. Der genaue Bedarf wird bis im Sommer errechnet. Damit die NEAT nicht noch mehr Geld aus dem Fonds verschlingt, schlägt der Bundesrat vor, den Zimmerberg- und den Hirzeltunnel sowie Streckenausbauten am Gotthard zu streichen. Sie sollen erst nach 2030 gebaut werden. Durch den Verzicht werden 1,1 Milliarden Franken gespart. Auch bei der zweiten Etappe der Bahn 2000, der «Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB)», ist Sparsamkeit angesagt. Für das Projekt stünden aus dem Fonds noch rund fünf Milliarden Franken zur Verfügung, sagte Leuenberger. Nicht berücksichtigt hat die Regierung diverse Begehrlichkeiten von Kantonen und Regionen: Ein drittes Gleis zwischen Genf und Lausanne ist ebenso wenig vorgesehen wie der Wisenbergtunnel zwischen Liestal BL und Olten SO und der Zweispurausbau des Lötschbergtunnels. ZEB besteht aus insgesamt 29 Bauvorhaben, die der Bundesrat in eine bis am 30. Juni dauernde Vernehmlassung geschickt hat. Beispiele sind der Eppenbergtunnel, der zwischen Olten und Aarau einen Vierspurbetrieb ermöglicht, Verbesserungen zwischen Bern und Lausanne und ein Ausbau des Bahnhofs Basel. Die verschiedenen Projekte sollen laut Leuenberger Mitte nächsten Jahrzehnts in Angriff genommen werden. Bis ins Jahr 2030 brächten sie «mehr Züge, kürzere Reisezeiten und bessere Anschlüsse». Die Reisezeit zwischen der West- und der Ostschweiz etwa wird um eine halbe Stunde kürzer. In Biel, Delsberg, Interlaken, Kreuzlingen, Lausanne, Luzern, Romanshorn, St. Gallen und Schaffhausen entstehen neue Bahnknoten, an denen die Anschlüsse zu anderen Knoten garantiert sind. Zwischen Lausanne und Bern, Biel und Zürich sowie zwischen Zürich und St. Gallen werden die Fahrzeiten um rund eine Viertelstunde verkürzt. Die Investitionen verteilen sich über das ganze Land: Im Raum Westschweiz, Mittelland und Nordwestschweiz sollen knapp drei Milliarden Franken ausgegeben werden. Im Raum Zürich/Ostschweiz ist es eine Milliarde, im Gotthardgebiet und zwischen Zürich und Luzern sind es 800 Millionen.

5.4.07
Die Lärmsanierung des Schweizer Bahnnetzes kostet 750 Millionen Franken weniger als vorgesehen. Die Programme kommen weitgehend planmässig voran, wie dem jüngsten Standbericht des Bundesamtes für Verkehr (BAV) zu entnehmen ist. Der Kampf gegen den Bahnlärm durch Fahrzeugumrüstungen und bauliche Massnahmen beruht auf einem befristeten Bundesgesetz, das 2001 in Kraft getreten ist. Dieses Gesetz schreibt vor, dass die Sanierung bis Ende 2015 abgeschlossen sein muss. Für die Lärmsanierung sind im Fonds zur Finanzierung der Eisenbahn-Grossprojekte (FinöV) 1,85 Milliarden Franken eingestellt. Die Endkosten werden auf rund 1,1 Milliarden geschätzt. Die Summe der vorgesehenen Mittel wird damit um 750 Millionen oder 40 Prozent unterschritten. Laut BAV ist dies möglich, ohne dass beim Lärmschutz Abstriche gemacht werden müssen. Über die Verwendung der nicht benötigten Mittel wird voraussichtlich 2008 mit der Vorlage zur FinöV-Gesamtschau entschieden. Bis Ende 2006 wurden laut Mitteilung des BAV 1'100 Normalspur-Reisewagen mit lärmarmen Bremssohlen (K-Sohlen) ausgerüstet. Das entspricht 92 Prozent der Flotte. Ende 2007 oder Anfang 2008 soll dieses Programm abgeschlossen sein. Bei der Rhätischen Bahn (RhB) waren Ende des letzten Jahres rund 10 Prozent der Schmalspurfahrzeuge umgerüstet. Die serienmässige Sanierung bei den Meterspurbahnen erfolgt voraussichtlich ab Mitte 2007 bis spätestens 2011. Von den 7'500 Güterwagen hat die SBB bisher 2'100 lärmtechnisch umgerüstet. Zehn verschiedene Wagentypen sind bereits umgebaut oder serienmässig in Arbeit. Mehr Zeit als angenommen benötigen die sicherheitsrelevanten technischen Abklärungen und die Erprobungen für die Zulassung. Verfehlt wird insbesondere der Zieltermin bei der Umrüstung der gut 4'000 Güterwagen privater Eigentümer. Mit dem Umbau dieser Wagen ist statt 2009 erst 2012 zu rechnen. Ende 2006 lagen in 141 Gemeinden rechtskräftige Plangenehmigungsverfügungen vor, womit rund 110 Kilometer Lärmschutzwände zum Bau freigegeben sind. 50 Projekte mit einer Länge von 45 Kilometern sind abgeschlossen, 26 im Bau. Die nächsten Vorhaben konzentrieren sich auf die Romandie und die Ostschweiz. In über 120 Gemeinden von 13 Kantonen sind zudem die Programme zum Einbau von Schallschutzfenstern angelaufen. Die ersten 33 Projekte sind abgeschlossen.

5.4.07
Der Tarifverbund Ostwind hat im vergangenen Jahr den Verkehrsertrag um 3,4 auf 46,7 Millionen Franken gesteigert. Die Zahl der Kunden, die im Ostwind-Gebiet den öffentlichen Verkehr benützten, nahm um 3,8 Prozent zu. Insgesamt verkaufte Ostwind über 197'000 Monats-, über 31'000 Jahresabos und über 183'000 Tageskarten, wie es in einem Communiqué heisst. Viele Kunden brauchten ihre Abos nicht nur für die Fahrt zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit – manche erweiterten es gar um mehrere Zonen. Der Tarifverbund Ostwind besteht seit 2001. Angeschlossen sind 27 Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs in den Kantonen St. Gallen, beiden Appenzell und Thurgau.

7.4.07
Der AlpTransit Gotthard AG droht wegen einer Bauvergabe am Ceneri-Basistunnel neuer juristischer Ärger. Die Firma, die bei der Vergabe des Loses 812 leer ausging, hat vor dem Bundesverwaltungsgericht Rekurs eingereicht. Die Beschwerde habe bisher keinen Einfluss auf die Bautätigkeiten gehabt, sagte AlpTransit-Sprecher Ambros Zgraggen auf Anfrage und bestätigte einen Bericht des «Tages-Anzeiger». Man warte auf den Entscheid, ob die Beschwerde aufschiebende Wirkung erhalte. Der Stein des Anstosses ist ein Auftrag für Bau und Betrieb zweier Anlagen, die das Brauch- und Bergwasser aus dem Ceneri-Tunnel während der zehnjährigen Bauzeit aufbereiten. Den Auftrag erhielt am 21. Dezember 2006 ein Konsortium unter der Führung der Pizzarotti SA in Bellinzona, das für 26,3 Millionen Franken offeriert hatte. Gegen diese Vergabe hat das Consorzio Acqua beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht. Es bot laut «Tages-Anzeiger» eine um vier Millionen Franken billigere Offerte. Ausschlaggebend waren bei der Vergabe des Auftrages aber nicht nur finanzielle, sondern vor allem technische Aspekte. Mit dem Streit kommt nun erstmals eine NEAT-Vergabe vor das neue Bundesverwaltungsgericht. Danach hat die unterlegene Firma die Möglichkeit, den Fall vor das Bundesgericht weiterzuziehen. Ob der Rechtsstreit wie beim Baulos Erstfeld zu millionenteuren Verzögerungen führt, ist noch nicht klar. Gebohrt werden kann am Ceneri aber erst dann, wenn die Wasseranlagen stehen.

10.4.07
Der Tarifverbund Luzern, Obwalden und Nidwalden hat im vergangenen Jahr erneut mehr Passepartout-Abonnemente verkauft. Der Umsatz stieg um 1,5 auf 31,34 Millionen Franken. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor. Allein der Umsatz des Integralen Tarifverbunds Agglomeration Luzern stieg um 1,2 auf 20,1 Millionen Franken. Insgesamt wurden 522'360 Monatsabonnemente verkauft (in dieser Zahl wurden die 26'556 Jahresabonnemente auf Monatsabonnemente umgerechnet). Die grössten Zuwachsraten weisen die Tages-Passepartouts (plus 7,7 Prozent), die Mehrfahrtenkarten (4,7) und die Einzelfahrausweise (4,6) aus.

11.4.07
EU-weit gültige Lenk- und Ruhezeiten für Car- und Lastwagenchauffeure sind in Kraft getreten. Die Regelung, die ab kommendem Frühling auch in der Schweiz gelten wird, soll zu mehr Sicherheit im Strassenverkehr führen. Bisher geschähen 20 Prozent aller schweren Unfälle mit Lastwagen und Cars wegen Ermüdung, sagte der zuständige Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Nach den alten Vorschriften durften die Fahrer in manchen EU-Ländern bis zu 74 Stunden pro Woche hinter dem Steuer sitzen. Ab sofort gelte EU-weit eine Höchstzeit von 56 Stunden, erinnerte der Sprecher. Zudem würden auch Spediteure und Auftraggeber in die Pflicht genommen, wenn ein Fahrer die Lenkzeit überschreite. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) wird Bern im Rahmen des bilateralen Landverkehrsabkommens die Bestimmungen übernehmen. Für die Schweiz bedeute das eine Flexibilisierung, sagte ein ASTRA-Sprecher auf Anfrage. Die Fahrzeiten könnten innerhalb einer Woche freier eingeteilt werden. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Herbst die entsprechende Verordnungsänderung beschliessen.

11.4.07
Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) erweitert auf die Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels ihr Angebot. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 sollen 20 Prozent mehr Züge auf den Strecken von Visp nach Zermatt und Göschenen/Disentis verkehren. Geplant sind regelmässigere, häufigere und über die bisherigen Randzeiten bis in den späten Abend reichende Fahrangebote. Denn mit dem Lötschberg-Basistunnel rücke das Oberwallis eine Stunde näher an die Grossräume Basel, Bern und Zürich. Das Wallis gerate damit in Tagesausflugsdistanz zu den grössten Zentren der Schweiz mit ihrem «enormen Kundenpotenzial», schreibt die MGB in einem Communiqué. Mit dem neuen Fahrplan soll das Goms direkt ab dem neuen Vollknotenbahnhof Visp bedient werden. Die Züge nach Zermatt starten wie bisher in Brig und nicht erst ab Visp. Wie diese dritte stündliche Verbindung zwischen Brig und Visp finanziert werden soll, werde mit dem Kanton Wallis und der Agglomeration Brig-Glis/Visp/Naters abgeklärt. Ebenso angestrebt wird ein besserer Anschluss in Göschenen.

12.4.07
Der Entwurf des Agglomerationsprogramms für St. Gallen- Rorschach- Arbon mit 44 Massnahmen liegt vor. Er geht nun bis Ende Mai in die Vernehmlassung, wie die St. Galler Staatskanzlei mitteilte. Parallel dazu wird der Entwurf dem Bund zur Vorprüfung eingereicht. Bis Ende Jahr muss das bereinigte Programm beim Bund eingereicht werden, damit ab 2011 Bundesbeiträge zur Verbesserung des Agglomerationsverkehrs fliessen. Zur Agglomeration St. Gallen/Arbon-Rorschach gehören 22 Gemeinden. Keine von ihnen kann alle Bedürfnisse ihrer Einwohner allein befriedigen: Arbeitsplätze, Bildungs- und Kulturangebote, Sport- und Erholungsmöglichkeiten sind ungleich verteilt. Die Gemeinden sind vielfach miteinander verflochten. Tausende pendeln zu Arbeit, Schule, Einkaufen oder Erholung. Das Agglomerationsprogramm will keine neue Siedlungsstruktur. Die Gemeinden sollen ihre Stärken besser nutzen können. Alle Einrichtungen und Räume, die zu einem attraktiven Leben und Arbeiten in der Agglomeration gehören, sollen sicher erreichbar sein. Das Verkehrssystem stösst in der Agglomeration St. Gallen/Arbon-Rorschach an seine Grenzen. Die Trennung von Wohnen, Arbeiten, Erholen und Wirtschaft führen zu grösserem Verkehrsaufkommen. Um die Probleme zu lösen sind zwei Gruppen von Massnahmen vorgesehen. Schwächen sollen behoben werden: Die Leistungsfähigkeit auf Schiene und Strasse wird verbessert. Beim öffentlichen Verkehr ist dies der Ausbau der S-Bahn St. Gallen zum Halbstundentakt, die Durchmesserlinie Trogen- St. Gallen- Teufen- Appenzell, Verbesserungen bei den Stadtbussen in St. Gallen, Gossau und Herisau und Stadtbus-Systeme in Rorschach und Arbon. Geprüft wird, wie Engpässe im Individualverkehr behoben werden können. Erwähnt werden eine alternative Ost-West-Verbindung in der Stadt St. Gallen, die Umfahrung des Zentrums Rorschach und der Altstadt Arbon. Dies sei allerdings lediglich Symptombekämpfung. Im Sinn einer Ursachenbekämpfung werde versucht, die weitere Siedlungsentwicklung und das Verkehrssystem besser aufeinander abzustimmen. Der Entwurf enthält eine Reihe von Massnahmen, mit denen die Siedlungsentwicklung in «verkehrsverträgliche Bahnen» gelenkt werden soll. Vorgeschlagen werden differenzierte Vorgaben für die vorgesehenen Zunahmen der Geschossflächen Wohnen. Das Siedlungswachstum soll vermehrt auf die mit dem öV gut erschlossenen Zentren gelenkt werden.

12.4.07
Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels verzögert sich um ein Jahr bis 2017, die Kosten steigen um weitere 200 Millionen Franken. Dies zeigt der neueste Zwischenbericht des Bundesamts für Verkehr (BAV). Am Lötschberg ist die NEAT dagegen auf Kurs. Bisher war die kommerzielle Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels für Ende 2016 geplant. Wegen geologischer und bautechnischer Probleme beim Vortrieb des Bauloses Bodio/Faido und Einbau einer 132 Kilovolt-Übertragungsleitung wird sich die Inbetriebnahme voraussichtlich auf das Jahr 2017 verschieben, wie das BAV mitteilte. Die Verzögerung am Gotthard hatte sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet, unter anderem im Zusammenhang mit dem Rechtsstreit bei der Vergabe des Bauloses Erstfeld. Bei den Kosten am Gotthard vermeldet das BAV gegenüber dem letzten Zwischenbericht von September 2006 eine Steigerung um weitere 200 Millionen Franken. Begründet werden die Mehrkosten mit der längeren Bauzeit, der schwierigen Bautechnik in den Tunnelabschnitten Faido und Bodio sowie Anpassungen beim Anschluss an die Stammstrecke im Tessin. Die geschätzten Gesamtkosten für die NEAT steigen damit auf 16,9 Milliarden Franken. Das Risikopotenzial für das Grossprojekt liegt laut BAV zwischen 1,8 und 2,8 Milliarden Franken, die möglichen Endkosten bei 19 bis 20 Milliarden. Diese Grössenordnung ist allerdings bereits seit Herbst 2006 bekannt. Eine erhärtete Kostenprognose stellt das BAV für Mitte Jahr in Aussicht. Zurzeit werde der Finanzbedarf im Hinblick auf die Gesamtschau zusammen mit der AlpTransit Gotthard AG vertieft abgeklärt. Das Risiko für weitere Verzögerungen bezeichnet das BAV für die Gotthardachse als gross. Am Gotthard sind erst zwei Drittel der Tunnelröhren ausgebrochen. Demnächst kann in Erstfeld der Ausbruch am letzten Tunnelabschnitt aufgenommen werden. Am Ceneri-Basistunnel beginnen die Arbeiten untertage erst. Auf Kurs ist man dagegen am Lötschberg: Die Risiken für die rechtzeitige Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels seien stark zurückgegangen, schreibt das BAV. Die westliche Basislinie könne wie geplant am 15. Juni 2007 dieses Jahres eröffnet werden. Zunächst fahren ab Mitte Juni primär Güterzüge fahrplanmässig durch den neuen Tunnel, mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember auch die Personenzüge.

12.4.07
Die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) haben im letzten Jahr 16,6 Millionen Passagiere gezählt. Das sind 1,3 Millionen oder 8,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die höchste Wachstumsrate haben die VBG im mittleren Glattal erzielt, wo sie bei den Passagierzahlen einen Zuwachs von fast 10 Prozent verzeichnen konnten. Die meist frequentierte Linie der VBG ist die Linie 768 vom Flughafen nach Oerlikon, wie das Transportunternehmen mitteilte. Sie verzeichnete 2,3 Millionen Fahrgäste.

12.4.07
SBB und Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) investieren in den nächsten Jahren kräftig in neues Rollmaterial. Bis 2015 ist der Kauf von weiteren 60 Doppelstockzügen geplant. Der Ausbau ist eine Folge blühender Wachstumsprognosen bei der Zürcher S-Bahn. Bis 2015 investieren SBB und Kanton Zürich gemeinsam jährlich über 100 Millionen Franken in den Flottenaus- und -umbau, wie ZVV und SBB mitteilten. Sie verweisen auf Wachstumsprognosen, die von einem starken Anstieg von Pendlerinnen und Pendlern ausgehen. Danach soll die Nachfrage beim S-Bahn-Verkehr bis 2025 um 80 Prozent zunehmen. Zu den bestehenden 115 Doppelstock-Pendlerzügen und den 60 Doppelstock-Triebzügen werden 60 weitere Doppelstockzüge bestellt. Und die bereits existierenden werden durch neue, niederflurige Zwischenwagen ergänzt. Die Ausschreibung für das neue Rollmaterial erfolgt noch im Frühjahr, die Ablieferung soll frühestens ab 2010 beginnen. Das einstöckige Rollmaterial aus den 60er Jahren wird sukzessive ausgemustert. Zusammen mit dem geplanten neuen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse (Durchmesserlinie Altstetten-Zürich HB-Oerlikon) wird damit die Zürcher S-Bahn spürbar ausgebaut. Vorgesehen sind nicht nur mehr und längere Züge, sondern auch neue S-Bahnlinien und Linienverlängerungen im Raum Winterthur.

16.4.07
Die Rhätische Bahn (RhB) hat bei Untervaz GR den 2,3 Kilometer langen Doppelspur-Abschnitt Richtung Chur in Betrieb genommen. Mit dem Umbau der Station Untervaz wird Ende Jahr die zweite Bauetappe abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 26,6 Millionen Franken, wie die RhB mitteilte. Mit dem Ausbau auf Doppelspur sollen Leistung und Fahrplanstabilität verbessert werden. Zudem können die Züge schneller fahren. Mit rund 100 Zügen täglich ist dieser Streckenabschnitt der am meisten befahrene der RhB. Die Züge erfüllen laut Bahnangaben in der Agglomeration Chur die Funktion einer S-Bahn. Auch im Güterverkehr spielt die Verbindung eine wichtige Rolle. Wegen geringer Frequenzen wird die Haltestelle Trimmis aufgehoben. Eine Anpassung an die neue Gleisanlage war aus Kostengründen unverhältnismässig. In Absprache mit den Gemeindebehörden ist der Bahnhof Untervaz in Untervaz-Trimmis umbenannt worden.

16.4.07
Nachdem die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG im Vorjahr einen Rückgang um 4 Prozent hinnehmen musste, hat im 2006 die Benutzung der Fähre wieder zugenommen. Die per 1. April 2006 vorgenommenen Tarifanpassungen vermochten die nochmals höheren Treibstoffpreise zu kompensieren. Dass das Wetter auch die Fährenfrequenzen beeinflusst, bewies das letzte Jahr einmal mehr: Der lange Winter mit Schneefällen bis Mitte April und der verregnete August hinterliessen Spuren in den Benutzungsstatistiken. Kompensiert wurden diese negativen Einflüsse durch das schöne Herbstwetter und den nicht stattgefundenen Wintereinbruch. Die Transportleistung der fünf Fähren stieg um 0,8 Prozent von 3,601 Millionen auf 3,629 Millionen Passagiere an. Diese Leistung wurde mit fast 70'000 Fährenkursen erbracht. Optimierungsmassnahmen im Fahrplanangebot in der Abendrandzeit, welche für die Kundschaft nicht spürbar waren, brachte eine Einsparung von rund 1'000 Kursen mit entsprechend positivem Einfluss auf den Treibstoffverbrauch. Der Gesamtumsatz überschritt erstmals in der Geschichte der Fährengesellschaft die Schwelle von 10 Millionen Franken. Zum Zuwachs von 0,510 Millionen Franken oder 5,4 Prozent haben nebst der leichten Erholung der Frequenzwerte vor allem die Tarifanpassungen beigetragen. Dieser Mehrertrag war dringend nötig, um die im Vergleich zum Vorjahr nochmals um 0,230 Millionen Franken höheren Treibstoffkosten auszugleichen. Den budgetkonform gestiegenen Unterhaltsaufwendungen und der Zunahme der Zinsbelastung steht eine Abnahme der Personalaufwendungen gegenüber. Insgesamt resultiert ein Betriebsertrag von 1,420 Millionen Franken (Vorjahr 1,303 Millionen), was einer Verbesserung um 9,0 Prozent entspricht. Der Generalversammlung steht unter Verwendung des Jahresgewinnes von 601'253 Franken ein Bilanzgewinn von 906'218 Franken zur Verfügung.

17.4.07
Die Fahrzeuge im Schweizer Strassenverkehr sollen besser sichtbar werden. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat dazu diverse neue Vorschriften in eine Anhörung geschickt. Sie sollen dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden. Die Änderungen betreffen verschiedene Fahrzeugkategorien, wie das ASTRA mitteilte. Neue Lastwagen und ihre Anhänger etwa sollen mit so genannten Umrissmarkierungen versehen werden. Das sind reflektierende Klebebänder, die die Konturen des Fahrzeugs sichtbar machen. Motorfahrzeuge und Anhänger mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 Kilometer pro Stunde sollen mit einer Heckmarkierungstafel in Form eines roten reflektierenden Dreiecks ausgerüstet werden. Diese Vorschrift soll auch für bereits im Verkehr stehende Fahrzeuge gelten. Verbessert werden soll vor allem auch die Sicherheit von Fussgängern und Zweiradfahrern. Neu sollen deshalb nicht nur bei neuen, sondern bei allen Fahrzeugen strenge Vorschriften für Frontschutzbügel gelten. Und alle schweren Nutzfahrzeuge müssen die neuen Anforderungen bei Rück- und Frontspiegeln einhalten. Das Bundesamt verspricht sich davon vor allem, dass der so genannte «tote Winkel» minimiert und die Gefahr von Abbiegeunfällen mit Fussgängern und Zweiradfahrern vermindert werden.

17.4.07
Nicht nur das SBB-Personal, sondern alle Personen mit Sicherheitsaufgaben im öffentlichen Verkehr sollen zum Drogen- und Alkoholtest antraben. Der Bundesrat hat im Rahmen der Bahnreform 2 einen entsprechenden Gesetzesentwurf dem Parlament zugeleitet. Erst im März war bekannt geworden, dass die SBB unter 40-jährige Mitarbeiter mit Sicherheitsfunktionen zum Drogentest schickt. Davon betroffen sind unter anderen Lokführer, Kondukteure, Rangier- und Gleisarbeiter. Angestellte mit Sicherheitsaufgaben müssten mit klarem Kopf zur Arbeit erscheinen, hiess es dazu. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) geht nun einen Schritt weiter. Es plant Zwangstests für alle Personen mit sicherheitsrelevanten Aufgaben im gesamten öffentlichen Transportwesen. Wie BAV-Sprecher Davide Demicheli einen Bericht des «Tages-Anzeigers» bestätigte, liegt ein Gesetzesentwurf bereits beim Parlament. Die Bestimmungen sollen nicht nur für die SBB gelten, sondern auch für alle anderen Bahnunternehmen sowie bei Bussen, Schiffen und Luftseilbahnen. Zur Kontrolle der Dienstfähigkeit sollen systematische Atemalkoholkontrollen zulässig sein, auch ohne Verdacht. Verhalten sich Personen beim Dienstantritt auffällig, sollen weitere Tests angeordnet werden können. Vorgesehen sind Proben von Blut, Urin, Speichel und Schweiss sowie Analysen von Haaren und Nägeln, die Rückschlüsse auf den Konsum von Alkohol, Medikamenten und Drogen zulassen. Personen, bei denen eine Dienstunfähigkeit festgestellt wird, sollen gemäss dem Gesetzesentwurf des Bundesrats eine gewisse Zeit von sicherheitsrelevanten Tätigkeiten ausgeschlossen werden. Auch kann der Ausweis entzogen werden. Vorgesehen sind auch Bussen und Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren. Der Bundesrat soll festlegen, welche Blutalkoholkonzentration und welche Konzentration anderer Substanzen als qualifiziert gelten. Es ist geplant, dass die Promillegrenze bei Angetrunkenheit tiefer angesetzt wird als die zurzeit im Strassenverkehr gültige. Im Gegensatz zum Srassenverkehr bestünden für den öffentlichen Verkehr bisher keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich Alkohol- und Drogenmissbrauch, sagte Demicheli. Es gehe hier um eine Gleichstellung im Interesse der Sicherheit.

18.4.07
Die BVZ Holding hat 2006 ein gutes Geschäftsergebnis erzielt. Der BVZ Konzern mit dem Unternehmen Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) und Gornergrat Bahn (GGB) hatte im Geschäftsjahr 2006 einen Ertrag von 118,19 Millionen Franken (+6 Prozent) und ein mehr als zweieinhalb Mal höheres operatives Ergebnis (EBIT) erwirtschaftet (15,81 Millionen Franken). Der Jahresgewinn war im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent auf 5,0 Millionen Franken gesteigert worden. Das Ergebnis 2006 bildet eine solide Grundlage für die BVZ Holding, sich entlang ihrer strategischen Ausrichtung als Anbieterin einer integrierten Dienstleistungskette im Tourismus- und Verkehrssektor weiterzuentwickeln. Basierend auf dem Geschäftsmodell der Zubringerbahn MGB sollen insbesondere die touristischen Produkte, wie zum Beispiel der Gornergrat, innerhalb der Unternehmensgruppe weiter gestärkt werden.

18.4.07
Wegen der bestellten neuen «Tango»-Trams müssen BLT und BVB einen Teil ihrer Gleisnetze und Haltestellen anpassen. Die BLT veranschlagt die Kosten auf 5,7 Millionen Franken. Die BVB wollen sie bis zum Sommer ermitteln. Mindestens 55 «Tango»-Tramzüge der Ostschweizer Stadler Rail sollen innert zehn Jahren an die Baselland Transport AG (BLT) und die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) geliefert werden. Die ersten vier Fahrzeuge werden bei der BLT in der zweiten Hälfte 2008 erwartet, wie BLT und BVB mitteilten. Die neuen Trams sind 2,30 Meter breit. Die Infrastruktur der BLT ist aber grundsätzlich auf 2,20 Meter breite Fahrzeuge ausgerichtet. Die BVB haben derweil ihre Infrastruktur bei der Einführung der «Combino»-Trams von Siemens in den letzten Jahren der neuen Breite angepasst. Auf beiden Gleisnetzen gibt es aber Ausnahmen. So hat die BLT bereits seit 1998 beim Bau von Perronkanten an Haltestellen eine Fahrzeugbreite von 2,30 Meter berücksichtigt. Zudem hat sie auf Doppelspurabschnitten stets mit einem Gleisabstand gebaut, der grösser war als vom Bundesamt für Verkehr (BAV) vorgeschrieben. Die BLT will die nötigen Investitionen von 5,7 Millionen Franken über Eigenmittel finanzieren, die aus den Produktivitätsgewinnen der letzten Jahre stammen. Eine Erhöhung des im Leistungsauftrag vorgesehenen Beitrags von Kanton und Gemeinden an den öffentlichen Verkehr ist laut der Mitteilung nicht nötig. Bei den BVB dauert die Ermittlung der Kosten wegen der komplexeren Situation im Gleisnetz noch bis zum Sommer. Danach soll der Betrag dem Kanton zur Genehmigung vorgelegt werden. Die «Tango»-Trams sind 45 Meter lang und zu 75 Prozent niederflurig und können bis zu 10 Prozent mehr Fahrgäste transportieren als bisherige Fahrzeuge. Für die Beschaffung der Tramzüge wollen BLT und BVB über zehn Jahre hinweg bis zu 276 Millionen Franken aufwenden.

18.4.07
Der Basler Rheinhafen St. Johann kann nach Kleinhüningen und Muttenz verlegt werden. Der Grosse Rat hat dafür einen Kredit von 17,56 Millionen Franken gutgeheissen. Die Lösung wird 11,5 Millionen teurer als ein früherer Vorschlag. Der Hafen St. Johann macht dem Campus-Projekt von Novartis Platz. Die Hafenaktivitäten werden in die Häfen Kleinhüningen und Muttenz verlegt. Ein komplizierter Deal mit Landabtausch und Zahlungen zwischen Firmen und Kanton bedeutet für diesen unter dem Strich einen Investitionsbeitrag von 17,56 Millionen Franken. Diese Lösung hatte die Basler Regierung im Januar auf den Tisch gelegt, nachdem die ursprünglich vorgeschlagene Verlegung ins Klybeck Widerstände ausgelöst hatte. Im Grossratsplenum warf die neue Vorlage nach dem Plazet der vorberatenden Kommissionen keine Wellen mehr; sie wurde einstimmig abgesegnet. Wirtschaftsdirektor Ralph Lewin gab bekannt, dass die Mehrkosten gegenüber dem früheren Vorschlag nicht wie zuvor angekündigt 8,5 Millionen Franken, sondern 11,5 Millionen betragen. Dennoch sei diese Lösung gut; sie erlaube den Zeitplan einzuhalten sowie später eine höherwertige Nutzung der Areale. Im Weiteren bewilligte das Parlament einen Kantonsbeitrag von 570'000 Franken an die Verlängerung der Perrons 1 bis 3 im Bahnhof SBB auf 220, 225 und 280 Meter. Die Perrons werden gleichzeitig auf eine komfortablere Höhe von 55 Zentimetern angehoben. Den Rest der Gesamtkosten von 2,75 Millionen Franken trägt die SBB.

19.4.07
Post und Swisscom haben die vom Bundesrat gesetzten strategischen Ziele 2006 gut, SBB und die Flugsicherung Skyguide weitgehend erreicht. Dies stellt der Bundesrat in einem Bericht an die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommissionen fest. Der Bund ist Hauptaktionär von SBB (100 Prozent), Swisscom (mindestens 50 Prozent) und Skyguide (99,9 Prozent), und er ist Eigentümer der Post. Als Eigner wahrt er seine Interessen durch die Festlegung von strategischen Zielen, die Wahl des Verwaltungsrates sowie die Genehmigung von Geschäftsbericht und Rechnung. UVEK-Generalsekretär Hans Werder orientierte die Medien über die Aufgabenerfüllung der vier bundesnahen Unternehmen im letzten Jahr. Insgesamt haben diese im Urteil des Bundesrates die gesteckten Ziele erreicht - allerdings in unterschiedlicher Art und Weise. Zufrieden ist der Bundesrat mit der Post. Die ehemalige Monopolistin konnte bei den Paketen und im internationalen Briefversand trotz starker Konkurrenz ihre Marktanteile halten. Alle Bereiche schreiben schwarze Zahlen. Der Bund erwartet vom Jahr 2007 eine erste Gewinnablieferung von 200 Millionen Franken. Die Swisscom hat die Erwartungen des Bundesrates gut erfüllt. Sie konnte ihre führende Stellung in der Festnetz- und Mobilkommunikation bestätigen, ist wertschöpfend und finanziell gesund. Bei den Privat- und Geschäftskunden ist sie ihrer Konkurrenz überlegen. Die vom Bundesrat gesetzte Vorgabe, punkto Leistungsfähigkeit mit den besten Telekomunternehmen in Europa Schritt zu halten, hat die Swisscom allerdings nur teilweise erreicht. Im Vergleich mit den Nachbarstaaten ist sie zwar sehr rentabel, liegt aber bei den Wachstumsindikatoren zurück. Die SBB ist im Personenverkehr gut unterwegs. Beim Güterverkehr hat sie sich verbessert, die gesteckten Ziele aber noch nicht erreicht. Eingehalten wurden die Pünktlichkeitsziele, wobei jedoch der Durchschnittswert die Defizite auf einzelnen wichtigen Strecken überdeckt. Hier erwartet der Bundesrat weitere Verbesserungen. Die Kunden der SBB sind insgesamt zufrieden, die öffentliche Hand erhält pro Abgeltungsfranken erneut mehr Leistung. Der Personenverkehr ist profitabel, während der Güterverkehr nach wie vor im Minus ist. SBB Cargo bleibt für den Bundesrat ein Sorgenkind. Der Sektor Güterverkehr sei «breit gefordert». Skyguide hat im vergangenen Jahr vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Single-European-Sky-Zertifizierung der EU entgegennehmen können. Diese Bescheinigung ist Voraussetzung, dass Skyguide längerfristig in der Schweiz und im grenznahen Ausland Flugsicherungsdienste anbieten kann. Beim Zertifizierungsprozess wurde festgestellt, dass sich die Sicherheit der schweizerischen Flugsicherung auf einem hohen Niveau befindet. Der Personalmangel bei den Flugverkehrsleitern hat zwar zugenommen. Das hat laut Bericht keine Auswirkungen auf die Sicherheit, führt aber zu Verspätungen.

19.4.07
Rede Ferroviária de Alta Velocidade S.A. (RAVE), die für das portugiesische Hochgeschwindigkeitsnetz zuständige Planungsgesellschaft, hat mit SMA und Partner AG einen Rahmenvertrag für die betrieblich-konzeptionelle Gestaltung der zwei geplanten Neubaustrecken abgeschlossen. 2010 sollen die Baumassnahmen für die 207 Kilometer lange Strecke Lissabon- spanische Grenze (-Madrid) beginnen. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant. Die zweite Strecke, die 295 Kilometer lange Nord-Süd-Linie zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftsmetropolen Lissabon und Porto, soll 2015 fertig gestellt sein. Die Fahrzeit reduziert sich dann von 3 Stunden auf unter 1,5 Stunden bei einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Die Baukosten für beide Strecken werden auf insgesamt 8,2 Milliarden Euro geschätzt. Mitfinanziert werden die Projekte unter anderem durch den portugiesischen Staat (40 Prozent) und der Europäischen Union (22 Prozent). Die zentralen Fragestellungen an SMA sind die Integration der Neubaustrecken (in internationaler UIC-Spur) mit dem bestehenden Eisenbahnnetz (in iberischer Breitspur) sowie dessen Etappierung. Je nach lokalen Gegebenheiten und der zu erwartenden Nachfrage werden die Umsteigebahnhöfe mit neuen seitlich der bestehenden Anlagen gelegenen Gleisen ausgestattet oder mit Hilfe von Dreischienengleisen erreicht. Für die Erschliessung der Landesteile abseits der Neubaustrecken kommen auch Hochgeschwindigkeitszüge mit automatischer Umspurung in Frage.

23.4.07
Das schwere Bahnunglück vom Mai 2006 in Thun BE ist geklärt: Weil eine Bremsprobe nicht korrekt durchgeführt wurde, geriet ein Bauzug ausser Kontrolle. Die dreiköpfige Besatzung kam dabei ums Leben. Die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) kommt in ihrem publizierten Bericht zum Schluss, dass nach dem Rangieren des Zuges in Frutigen BE die vorgeschriebene Bremsprobe nicht korrekt vorgenommen wurde. Wäre dies der Fall gewesen, hätten die Männer bemerken müssen, dass die Bremshahnen geschlossen und die Bremsen nicht funktionstüchtig waren, heisst es in einer Mitteilung der UUS. Damit bestätigt die UUS Vermutungen, die bereits kurz nach dem Unfall angestellt wurden. Beim verunfallten Zug waren laut Bericht die Bremshahnen zwischen dem Triebfahrzeug und dem ersten Wagen geschlossen. Deshalb konnten die Luftdruckbremsen auf die angehängten Wagen nicht wirken. Der 300 Tonnen schwere Bauzug mit seiner dreiköpfigen Besatzung raste deshalb von Frutigen im Berner Oberland ungebremst mit teilweise bis zu 100 Kilometern pro Stunde talabwärts Richtung Thun. Ab einer gewissen Geschwindigkeit «war der Zug mit den Bremsmitteln des Triebfahrzeugs allein nicht mehr zu stoppen», heisst es im Bericht weiter. Die Stellwerkverantwortlichen liessen den Bauzug kurz vor dem Bahnhof Thun auf einen stehenden, unbemannten Bauzug auflaufen. Die Stellwerkverantwortlichen hätten ihren Möglichkeiten entsprechend gehandelt. Von den fünf geprüften Varianten sei es diejenige Variante mit der kleinstmöglichen Schadenfolge gewesen, heisst es im Bericht weiter. Wegen Baustellen habe der Zug nicht ins Simmental und nicht ins Gürbetal geleitet werden können. Gesperrte Gleise und wartende Güterzüge hätten die Durchfahrt im Bahnhof Thun verunmöglicht, weshalb der Zug auch nicht ins Aaretal hätte gelenkt werden können.

23.4.07
296,7 Millionen Mal sind Fahrgäste im 2006 in die Trams und Busse der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) eingestiegen. Das bedeutet, dass 2006 2,3 Millionen mehr Fahrgäste in der Stadt Zürich den öffentlichen Verkehr benutzten. Das Tram ist mit 186,8 Millionen Fahrten am beliebtesten, wie die VBZ in einer Mitteilung schreibt. Die Zunahme beträgt 1,5 Millionen. Die Nummer 14 vom Triemli bis Seebach verzeichnete die höchsten Frequenzen: Täglich knapp 73'000 Personen steigen in dieses Tram, wobei eine Person pro Tag auch mehrmals gezählt werden kann. Beim Trolley-Bus ist die Linie 33 (Morgental bis Tiefenbrunnen) Spitzenreiter mit 45'000 Fahrten. Trolley-Busse befördern pro Jahr 51,7 Millionen Passagiere. Bei den Dieselbussen sind es 36,4 Millionen. Hier ist die Nummer 80 die meist befahrene Linie. Mit 2,3 Millionen Fahrten konnten die Quartierbusse ihren Vorjahreswert knapp halten, wie die VBZ weiter schreibt. Ein Renner war 2006 hingegen das Nachtnetz mit 300'000 Fahrten. In der Agglomeration, welche die VBZ teilweise auch bedient, liegen die Fahrtenzahlen bei 19,2 Millionen. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Glattal zum Beispiel verzeichnete die Buslinie 787 zusätzliche 250'000 Einsteiger.

23.4.07
Jährlich sterben weltweit 1,2 Millionen Menschen durch Verkehrsunfälle, das macht fast 3'300 Tote pro Tag. Rund ein Drittel davon sind Menschen unter 25 Jahren. Millionen weitere erlitten Verletzungen, unterstrichen die Verantwortlichen der UNO in Genf bei der Eröffnung der ersten UNO-Woche zur Verkehrssicherheit. Zu diesem Anlass haben sich mehr als 400 Jugendliche aus 100 Ländern in Genf eingefunden. Mit einem Appell zur Strassensicherheit wollen sie vor dem «täglichen Massaker» warnen. Bei den 15- bis 19-Jährigen stellen Verkehrsunfälle die Haupttodesursache dar. Bei 10- bis 14-Jährigen und bei 20- bis 24-Jährigen sind sie die zweithäufigste Todesursache, wie eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorrechnet. In ihrem Appell wollen die Jugendlichen diese Woche dazu aufrufen, nicht unter Alkohol- und Drogeneinfluss Auto zu fahren, sich nicht dem Geschwindigkeitsrausch hinzugeben, auf aggressives Verhalten im Strassenverkehr zu verzichten sowie Töff-, Velohelme und Sicherheitsgurte zu tragen. Jacques Barrot, Vizepräsident der Europäischen Kommission, hält die umgehende Bestrafung von Verkehrsvergehen für effektiv. Zudem müssten Fahrer für Vergehen im Strassenverkehr auch dann belangt werden können, nachdem sie Landesgrenzen überquert hätten. In der Schweiz sind im letzten Jahr 371 Menschen infolge eines Verkehrsunfalls gestorben. 5'000 erlitten Verletzungen.

23.4.07
Der Urner Regierungsrat hat zwei Varianten bestimmt, wie dereinst die NEAT nördlich von Altdorf in einen neuen Axentunnel geleitet werden könnte. Die beiden möglichen Linienführungen sollen nun auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Der Regierungsrat teilte mit, dass die Varianten «Hafnerried» und «Moosbad» im Rahmen des Vorprojektes weiter verfolgt werden sollen. Als schlechteste ausgeschieden ist die Linienführung «Reider». Die Variante «Reider» würde nicht nur Flüelen zerschneiden, sondern auch über einen langen Abschnitt offen geführt werden. Zudem müssten die Züge wegen engen Kurven abbremsen. Als problematisch eingestuft wurde ferner der Hochwasserschutz. Bei der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im 2017 wird dieser nun in Planung befindliche Abschnitt nicht in Betrieb sein. Er ist Bestandteil des Vorprojektes «Uri Berg lang-Axen». Ein Finanzierungsbeschluss dazu steht noch aus.

24.4.07
Der Schweizer Landmaschinenhersteller Aebi fusioniert mit der deutschen Firma Schmidt, Anbieter von Strassenunterhaltsfahrzeugen. Die neue Aebi-Schmidt Gruppe will den Weltmarkt für Landwirtschafts- und Kommunalfahrzeuge erobern. Mehrheitsaktionär und Verwaltungsratspräsident der Aebi-Schmidt Gruppe wird Peter Spuhler. Dies gab die neue Firmenleitung vor den Medien bekannt. Sämtliche Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Der Holding-Sitz des neuen Unternehmens ist das thurgauische Bussnang, wo der Thurgauer Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail seinen Sitz hat und deren Chef und Mehrheitsaktionär der Thurgauer SVP-Nationalrat Spuhler ist. Aebi-Schmidt wird mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Franken und 1'700 Mitarbeitenden in Europa Marktführerin für Kommunal- und Strassenunterhaltsfahrzeuge. Angepeilt würden nun die Märkte in Asien, wo beide Firmen bisher nur partiell tätig waren, sagte Spuhler vor den Medien in Bussnang. Der Zusammenschluss des Schweizer Herstellers von Fahrzeugen für die Landwirtschaft und für Gemeinden und des deutschen Anbieters von Strassenunterhaltsfahrzeugen sei strategisch, sagte Spuhler. «Es ist keine Übernahme, sondern eine Fusion unter gleichberechtigten Partnern». Gemeinsam strebten die beiden starken Unternehmen im internationalen Konkurrenzkampf eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit und eine Positionierung im internationalen Markt an. Genutzt werden sollen Synergien in der Produktion, beim Vertrieb und insbesondere beim Service. Aebi allein sei zu klein, um sich im internationalen Markt zu behaupten, so Spuhler. Bereits beim Kauf der Aebi Gruppe vor einem Jahr habe er deshalb strategische Akquisitionen angekündigt. Ob weitere Beteiligungen geplant sind, liess Spuhler offen. Die Produktion landwirtschaftlicher Fahrzeuge der neuen Aebi-Schmidt Gruppe bleibt in Burgdorf BE. Der Produktionsstandort werde gestärkt. Man sei auf der Suche nach Land für einen Neubau. Noch offen ist, was mit dem Standort Hochdorf LU passiert, wo Kehrmaschinen und Kommunalfahrzeuge fabriziert werden. Der jetzige Standort sei zwar effizient, aber zu eingeengt. Ein Wachstum sei nicht möglich. «Wir werden schauen, wie es weitergeht», sagte der neue Mehrheitsaktionär der Aebi-Schmidt Gruppe.

24.4.07
Im laufenden Jahr werden rund sieben Kilometer Nationalstrasse eröffnet und auf sieben Abschnitten die Hauptarbeiten aufgenommen. Dies sieht das Bauprogramm 2007 vor, für das die Räte 1,321 Milliarden Franken bewilligt haben. Wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mitteilte, wird dieses Jahr unter anderem die Nordtangente Basel der A2 von der französisch-schweizerischen Grenze nach Wiese dem Verkehr übergeben (2,8 Kilometer vierspurige Autobahn). Dazu kommen drei Teilstücke der Transjurane A16, nämlich der Abschnitt von der jurassischen Kantonsgrenze bis Moutier Ost BE (4,1 Kilometer zweispurige Autostrasse), der Abschnitt von Delsberg Ost JU bis zur Berner Kantonsgrenze (Halbanschluss Choindez, 0,2 Kilometer zweispurige Autostrasse) und die Zollanlage Boncourt JU. Genehmigt wird der Baubeginn für folgende Abschnitte: Zubringer zum Anschluss Neufeld in Bern (A1), Flurlingen- Oerlingen im Zürcher Weinland (Miniautobahn A4), Biel Ost- Biel Süd (Tunnel Längholz/Büttenberg A5), Umfahrung Lungern OW (Brünig A8), Gampel- Brig- Glis (Umfahrung Visp VS A9), Moutier Ost- Court und Court- Tavannes BE (beide Transjurane A16). Der grösste Kredit für den Nationalstrassenbau im laufenden Jahr wurde mit 335,4 Millionen Franken dem Kanton Zürich zugeteilt. Es folgen Bern (168,1), Jura (137,6), Wallis (119,4), Uri (63,1), Graubünden (59,0) und Aargau (54,6). 386,8 Millionen sind für im Bau befindliche Abschnitte der Romandie und des Tessins bestimmt. Ende 2006 waren 1’758,2 Kilometer Nationalstrasse in Betrieb, was 92,9 Prozent der geplanten Netzlänge entspricht. Seit Beginn des Nationalstrassenbaus vor 47 Jahren wurden fast 60 Milliarden Franken investiert.

24.4.07
Die Initianten des Schifffahrtsprojektes auf dem Sempachersee hoffen weiter auf einen fahrplanmässigen Betrieb. Noch in diesem Jahr wollen sie die Konzession beantragen. Sollte das Projekt die Hürden nehmen, ist frühestens 2009 mit der Aufnahme des Betriebs zu rechnen. Die Schifffahrt Sempachersee AG (Sempi) orientierte über den derzeitigen Stand des Projektes. Demnach steht die Ökologie im Zentrum der Bemühungen. Aufgrund der Auflagen des Kantons soll nur ein minimaler Eingriff in die Natur vorgenommen und ein allfälliges Schiff ökologisch optimiert werden. Ein erstes Vorprojekt von der Werft der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) sieht ein 37 Meter langes und 7 Meter breites Schiff mit einer Kapazität von 150 Personen und einer Besatzung von 2 Personen vor. Geplant ist ein Ein-Deck-Kopflander (es legt Kopf voran an). Das Betriebskonzept von Sempi rechnet von Anfang April bis Ende Oktober mit täglich vier rund zweistündigen, fahrplanmässigen Rundfahrten. In den verbleibenden fünf Monaten ist kein Fahrplan-Betrieb vorgesehen. Geplant sind je zwei Anlegestellen in Nottwil und Eich sowie je eine in Sursee, Schenkon und Sempach. Sempi will noch in diesem Frühsommer das Konzessionsgesuch einreichen. Sollte das Projekt alle Hürden nehmen, ist frühestens 2009 oder 2010 mit einer Aufnahme des Betriebes zu rechnen.

25.4.07
SBB Cargo baut im Industriewerk Bellinzona in den nächsten drei Jahren rund 70 Stellen ab. Entlassungen soll es keine geben. Gleichzeitig werden die Produktionsanlagen für 30 Millionen Franken modernisiert. Ziel sei es, bei den Unterhaltsdienstleistungen tiefere Kosten zu erbringen und die Produktivität markant zu erhöhen, teilte SBB Cargo mit. Bisher hätten die Kosten rund 20 Prozent über dem Niveau des Marktes gelegen. Dies führte unter anderem zu einem Auftragsverlust in zweistelliger Millionenhöhe. «Die Konkurrenzfähigkeit des Industriewerkes und damit die Existenz von über 300 Stellen sind gefährdet», sagte Daniel Nordmann, der Vorsitzende der Geschäftsleitung SBB Cargo, in Bellinzona vor den Medien. Eine Neupositionierung und eine 30 Millionen Franken teure Modernisierung der Gebäude und Anlagen soll das seit 1882 bestehende Industriewerk in den nächsten fünf Jahren zukunftstauglich machen. Kernstück der Investitionen ist ein neuer Lokomotivprüfstand, der seit Juni 2006 in Betrieb ist. Zudem wird eine automatisierte Ultraschallprüfmaschine angeschafft. Weiter wird jährlich rund eine Million Franken für die Weiterbildung des Personals aufgewendet. Das an der internationalen Nord-Süd-Achse gelegene Industriewerk Bellinzona wird künftig das einzige Kompetenzzentrum für den Grossunterhalt von Güterwagen und Streckenlokomotiven sein. Einige Arbeiten werden von Biel in den Tessiner Hauptort verlagert. Dort werden in Zukunft nicht nur die Mehrsystemlokomotiven für Deutschland und Italien gewartet, sondern auch die Lärmsanierung der Güterwagenflotte vorgenommen. Total werden Unterhaltsarbeiten an 565 Lokomotiven sowie 17'000 Güterwagen durchgeführt.

25.4.07
Die Auto AG Group hat 2006 den Umsatz um 15 Prozent auf 66,8 Millionen Franken (Vorjahr: 58,1 Millionen) erhöht. Der Gewinn kletterte um 26 Prozent auf 1,66 Millionen Franken (1,31). Die Gruppe ist im öV tätig, sie verkauft und repariert ferner Nutzfahrzeuge. Wie das in Rothenburg LU domizilierte Unternehmen bekannt gab, handelt es sich um das bisher beste Ergebnis der Firmengeschichte. Alle Tochterfirmen arbeiteten rentabel. Die Auto AG Group betreibt im Kanton Luzern mit der Auto AG Rothenburg mehrere Linien des öffentlichen Regionalverkehrs. Diese Sparte erzielte einen Umsatz von 10,0 Millionen Franken (10,1). Bei den Nutzfahrzeugen stieg der Umsatz auf 29,7 Millionen (27,7). Die Auto SA Ticino mit Sitz in Mezzovico verzeichnete einen Umsatz von 9,5 Millionen (9,9). Die Auto AG Centro in Bern konnte ihren Umsatz auf 19,1 Millionen (11,0), die Auto AG Oberland in Uetendorf BE auf 8,2 Millionen (8,1) steigern. Das Unternehmen beschäftigte 2006 insgesamt 178 Mitarbeiter (172).

26.4.07
Die Strafuntersuchung zur Zugskollision am 24. Oktober 2003 in Zürich-Oerlikon ist abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Zugbegleiter. Er wird der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt, wie die zuständige Staatsanwältin Patrizia Merotto auf Anfrage erklärte. Bei der Kollision zwischen einem RegioExpress und einem Schnellzug beim Bahnhof Oerlikon war eine 22-jährige Frau ums Leben gekommen. Ausserdem wurden 42 Personen teilweise schwer verletzt. Dreieinhalb Jahre nach dem Unfall liegt nun das Ergebnis der Strafuntersuchung vor, wie die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mitteilte. Die Untersuchung ergab, dass beim RegioExpress die Bremshahnen zwischen dem ersten und zweiten Wagen geschlossen waren. Dies führte dazu, dass der Zug bei der Einfahrt in den Bahnhof Oerlikon nicht bremsen konnte und mit dem Schnellzug kollidierte. Wer den Kupplungsfehler gemacht hat, konnte nicht ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den verantwortlichen Zugbegleiter des RegioExpress. Gemäss Anklage wäre der Kupplungsfehler entdeckt worden, wenn der Zugbegleiter die Verbindung zwischen dem ersten und zweiten Wagen gemäss Vorschrift kontrolliert und die Bremsprobe korrekt durchgeführt hätte. Wegen den falsch eingestellten Bremshahnen hatte der RegioExpress (Zürich- Konstanz) im Bahnhof Zürich-Oerlikon ein Rotlicht überfahren und war seitlich in den Fahrweg des einfahrenden Schnellzugs (Schaffhausen- Zürich) geraten. Dabei entstand ein Sachschaden von mehreren Millionen Franken. Bereits die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) kam in seinem vor zwei Jahren veröffentlichten Bericht zum Schluss, dass menschliches Versagen Unfallursache gewesen war.

26.4.07
Im TCS Tunneltest 2007 schneiden die getesteten sieben Schweizer Tunnels mit Ausnahme des Mositunnels gut ab. Sehr gut schnitt der «Oldtimer» Seelisberg ab - trotz strengerer Testkriterien. Jeder 5. europäische Strassentunnel entspricht nicht den minimalen Sicherheitsstandards. Die Schweiz ist ein Land von Tunnels. Bis 2015 werden 280 Kilometer, das heisst rund ein Siebtel des schweizerischen Nationalstrassennetzes, unterirdisch verlaufen. Dies zeigt die Bedeutung der Tunnelsicherheit auf. Der TCS führt seit 9 Jahren in Zusammenarbeit mit seinen Partnerclubs Tunneltests durch. Deren Zweck besteht darin aufzuzeigen, wie gut Tunnelbauwerke aktuellen Sicherheitskriterien entsprechen und wo Nachholbedarf besteht. Insgesamt wurden in 13 europäischen Ländern 51 Tunnels, davon 7 in der Schweiz, getestet. Unter die Lupe genommen wurden auch die beiden grenzüberschreitenden Tunnels Fréjus (Frankreich- Italien) und Grosser St. Bernhard (Wallis- Italien). Insgesamt schneiden die neueren Tunnels besser ab, gingen doch die Ränge 1 bis 3 an Tunnels, die zwischen 2004 und 2006 erbaut wurden. Auf Platz 1 liegt der Tunnel Brinje in Kroatien, gefolgt vom Tunnel Tiergarten Spreebogen in Berlin und dem tschechischen Tunnel Mrázovka. Am schlechtesten schneiden die italienischen Tunnels ab, und zwar wegen chronischer Mängel punkto Ausrüstung und Unterhalt. Auch in Norwegen mussten drei von fünf getesteten Tunnels bemängelt werden. Die schweizerischen Tunnels schnitten - mit einer Ausnahme - gut ab. Die Noten ausreichend und sehr gut zeigen, dass die schweizerischen Tunnels im europäischen Vergleich gut abgeschnitten haben, aber noch Nachholbedarf vorhanden ist. Bemerkenswert ist, dass die beiden in die Jahre gekommenen Tunnels Arisdorf und Seelisberg, die 1970, respektive 1980 in Betrieb genommen wurden, punkto Sicherheit auf dem neusten Stand sind. Trotz der strengen EuroTAP-Kriterien schnitten sie mit der Note sehr gut ab. Der erzielte Fortschritt ist insbesondere beim Seelisbergtunnel spektakulär, der 1999 lediglich mit der Note «ausreichend» bewertet wurde. Nun erreichte er die Bestnote sehr gut. Das neue Videoüberwachungssystem sowie die verbesserten Fluchtwege und Notausgänge haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das gute Abschneiden des Seelisbergtunnels gehabt.

26.4.07
Der private Motorfahrzeugverkehr und der Eisenbahnverkehr haben auch 2005 ihre Kosten gedeckt. Dies geht aus der provisorischen Strassenrechnung und der definitiven Eisenbahnrechnung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor. Laut den vorläufigen Zahlen deckte der Strassenverkehr 2005 seine Kosten zu 115 Prozent. Der Eisenbahnverkehr kommt seinerseits auf einen betriebswirtschaftlichen Kostendeckungsgrad von 99 Prozent, wie das BFS mitteilte. Den 6,94 Milliarden Franken an Ausgaben für die Strasse stehen 7,99 Milliarden an Einnahmen gegenüber. Die Strassenrechnung ist in erster Linie eine Infrastrukturrechnung, die die Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Hand vergleicht. Die definitive Strassenrechnung wird für Ende Jahr erwartet. Die provisorische Strassenrechnung beruht auf der Staatsrechnung des Bundes, den Rechnungen der 26 Kantone und der 55 grössten Schweizer Gemeinden. Dies entspricht rund 80 Prozent der im Strassenverkehr getätigten Ausgaben. Das BFS will mit einer automatisierten Datenerfassung die Zeit für die Erstellung der Strassenrechnung in näherer Zukunft auf rund ein Jahr gegenüber heute anderthalb Jahren verkürzen. Ähnlich gute Zahlen präsentiert die Eisenbahnrechnung 2005 des BFS: In der betriebswirtschaftlichen Rechnung, die die Subventionen berücksichtigt, stehen einem Aufwand von 8,92 Milliarden Franken Erträge von 8,83 Milliarden gegenüber. Dies entspricht einem Kostendeckungsgrad von 99 Prozent. Anders präsentiert sich die volkswirtschaftliche Rechnung der Bahn. Sie geht davon aus, dass die Schweizer Bahnunternehmen ihre Kosten für Infrastruktur und Verkehr mit Darlehen zu Marktbedingungen selbst finanzieren müssten. In dieser Sichtweise kommt die Eisenbahn auf einen Eigenwirtschaftlichkeitsgrad von 42 Prozent. Hier wird bei einem Aufwand von 14,84 Milliarden Franken ein Ertrag von 6,23 Milliarden verbucht.

27.4.07
Im Tessin hat das FLIRT-Zeitalter begonnen. Mit einer Fahrt von Bellinzona nach Biasca ist die erste von 18 Zugkompositionen eingeweiht worden. Die SBB hat für die Triebzüge insgesamt 180 Millionen Franken ausgegeben. Die Züge vom Typ FLIRT (die Abkürzung steht für Flinker Leichter Innovativer Regional Triebzug) werden künftig nicht nur im Tessin, sondern auch in der Lombardei verkehren. Ziel ist es unter anderem, italienische Pendler zum Umsteigen vom Auto auf die Bahn zu animieren. Zudem soll mit der Tessiner S-Bahn bis im Jahr 2011 auch der Mailänder Flughafen Malpensa erreicht werden können. Die Inbetriebnahme der FLIRT-Züge ist der zweite Meilenstein nach der Einführung des neuen Fahrplans. Dieser führte dazu, dass die Regionalzüge zwischen Bellinzona/Locarno und Chiasso nun im Halbstundentakt verkehren. Wie Umweltdirektor Marco Borradori (Lega) bei der Einweihung sagte, führte die Einführung des Halbstundentaktes zu einer Zunahme der Fahrgäste um bis zu 15 Prozent.

 

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