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August 2009

3.8.09
Trotz Fortschritten bei Information und Sicherheit: Die Wahrscheinlichkeit, auf Schweizer Autobahnen einem Geisterfahrer zu begegnen, ist immer noch hoch. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verbessert deshalb die Signalisation auf den Autobahnen. Die Arbeiten seien Ende Jahr beendet, sagte ASTRA-Sprecherin Françoise Tschanz auf Anfrage der SDA. Bei den Ausfahrten zeigen künftig zwei Verkehrsschilder statt nur eines an, dass die Einfahrt verboten ist. Die Pfeile am Boden, welche die Fahrtrichtung anzeigen, werden verdoppelt oder gar verdreifacht. Die Verkehrsschilder werden zudem vergrössert und deren Beleuchtung verbessert. Betroffen sind je 440 Ein- und Ausfahrten sowie 34 Einfahrten auf Raststätten und 90 Zufahrten zu Rastplätzen. Gemäss ASTRA-Angaben ist das gesamte Nationalstrassennetz von den Arbeiten betroffen. Den Ausschlag für die Neuerungen gab eine Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) von 2006. Unter anderem empfahlen die Autoren den Behörden, die Beschilderung auf Autobahnkreuzungen zu vereinheitlichen. Was jetzt getan wird, genügt der bfu aber nicht. «Nur jede zweite Falschfahrt ereignet sich an einer Kreuzung», sagt Gianantonio Scaramuzza, der Autor der Studie. In den übrigen Fällen wendeten Autofahrer auf der Autobahn. «Verbotsschilder nützen da nichts mehr.» Fährt ein Auto in die falsche Richtung, müssen die korrekt fahrenden Automobilisten umgehend informiert werden. In einer zweiten Etappe könnten hier Lösungen auf die Beine gestellt werden, sagte ASTRA-Sprecherin Tschanz. Zurzeit gibt es im Schweizer Autobahnnetz rund 60 digitale Anzeigetafeln. Sie zeigen Baustellen und Staus an und könnten künftig auch vor Geisterfahrern warnen. Die Untersuchung der bfu zeigte, dass solche Informationen das Unfallrisiko reduzieren. Die Zahl der via Radio ausgegebenen Warnungen vor Geisterfahrern ist ungefähr elf Mal höher als jene der Unfälle. Die bfu möchte deshalb, dass die Warnungen künftig noch schneller in den Äther gehen. In der Schweiz bleibt die Zahl der Falschfahrer relativ stabil, und sie bewegt sich laut Scaramuzza auch innerhalb der internationalen Norm. Anhand der der bfu bekannten Radiomeldungen und der Zahl der Unfälle lässt sich grob schätzen, dass es in der Schweiz jährlich zu mehr als 80 Geisterfahrten kommt. Zwischen 2000 und 2004 registrierten die Polizeien jährlich um die 20 Unfälle im Zusammenhang mit Falschfahrten. Solche Unfälle kosten pro Jahr durchschnittlich drei Personen das Leben; 20 weitere werden verletzt. Die meisten Falschfahrer wurden in der Region Yverdon VD gezählt. Weitere neuralgische Stellen waren die A9 zwischen Monthey VS und Villeneuve VD sowie die A51 und die A5 im Gebiet Neuenburg/Vue des Alpes. Eine Rolle scheinen Alter und gefährliche Substanzen zu spielen: Die meisten Geisterfahrer waren entweder über 65 Jahre alt oder hatten Drogen oder Alkohol konsumiert.

3.8.09
Ein gemeinsames Gutachten des Kantons Schaffhausen und des Landes Baden-Württemberg belegt, dass die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke für die deutsche und die Schweizer Seite viele Vorteile bringt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mindestens 110 Millionen Euro. Die Elektrifizierung sei ein «logischer Lückenschluss», der neue Möglichkeiten im grenzüberschreitenden Verkehr eröffnet, wie das Innenministerium Baden-Württemberg mitteilte. Von den Gesamtkosten entfallen 27 Millionen Euro auf den schweizerischen Streckenabschnitt Schaffhausen- Erzingen und 83 Millionen Euro auf den deutschen Abschnitt Basel- Erzingen. Nun soll gemeinsam mit dem Netzbetreiber, der DB Netz AG, über die Realisierung und die Finanzierung des Projekts verhandelt werden, sagten der Schaffhauser Regierungsrat Reto Dubach und der Baden-Württembergische Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle bei einem Arbeitstreffen in Stuttgart. Ausserdem wird sich eine grenzüberschreitende Arbeitsgruppe mit dem Projekt beschäftigen. Dabei geht es auch um die Frage, welches Verkehrsunternehmen nach Ablauf des bestehenden Verkehrsvertrags im Jahr 2016 auf der Strecke fahren soll und um das Vergabeverfahren. Gemeinsames Ziel sei, den Eisenbahnverkehr umsteigefrei entlang der Grenze zwischen Konstanz, Schaffhausen, Waldshut und Basel zu ermöglichen. Vor allem in der Region Basel und für die Regio-S-Bahn in Schaffhausen brauche es neue Betriebskonzepte.

7.8.09
Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG bekräftigt seine vor zehn Tagen erhobenen Forderungen an den Bundesrat. Er wendet sich dabei vor allem gegen die Kritik, wie sie vereinzelt von Seiten der Verlagerungsillusionisten laut geworden ist. Diese monieren, dass ein Volksentscheid ausgehebelt und die Verlagerungspolitik torpediert werden soll. In Tat und Wahrheit geht es jedoch nicht um die Verlagerungspolitik, sondern um eine rasche Reduktion der Gesamtbelastung für die KMU und damit auch um die Rettung von Arbeitsplätzen. Im Vordergrund des 12 Punkte umfassenden ASTAG-Forderungskatalogs stehen fiskalische und administrative Erleichterungen für kleinere und mittlere Transportunternehmen, die vom Bundesrat rasch umgesetzt werden können.

7.8.09
Die Sesselbahn Weissenstein AG hat beim Bundesamt für Verkehr (BAV) ihr definitives Plangenehmigungsgesuch für eine neue Gondelbahn eingereicht. Ein Vorabgesuch sei vom BAV gutgeheissen worden, teilte die Sesselbahn Weissenstein AG mit. Die neue Bahn soll mit 50 Sechser-Gondeln 900 Personen pro Stunde auf den Solothurner Hausberg transportieren können. Das Gesuch sieht vor, dass die Streckenführung der bisherigen historischen Sesselbahn beibehalten wird. Die neue Bahn benötigt jedoch weniger Masten. Die Gondelbahn kostet 12 Millionen Franken und soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Nachdem das definitive Plangenehmigungsgesuch eingereicht sei, könne das Projekt bei den zuständigen Amtsstellen und Behörden in die Detailprüfung gehen, hält die Seilbahn Weissenstein fest. Das Projekt für die neue Gondelbahn auf den 1'280 Meter hohen Weissenstein ist umstritten. Der Schweizer Heimatschutz (SHS) und der Verein Pro Sessli fordern, dass die alte Bahn erhalten bleibt. Die aus den 50er Jahren stammende Sesselbahn soll renoviert werden. Die Betriebsbewilligung der Bahn läuft im November ab.

9.8.09
PostAuto Schweiz AG (PAG) profitiert von der Wirtschaftskrise. Weil Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien eher im Inland verbringen, steigen bei den Tourismusstrecken die Passagierzahlen. Das soll sich auch auf den Gewinn auswirken. PostAuto will zudem expandieren. Sie erwarte eine Steigerung des Gewinns, sagte PAG-Chef Daniel Landolf in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Dazu trügen auch die tieferen Treibstoffpreise bei. Im letzten Jahr schrieb PAG einen Gewinn von 27 Millionen Franken. Ausserdem will sie bis 2012 rund 280 neue Mitarbeiter anstellen. «Wir betreiben mehrere neue Linien und brauchen zusätzliche Chauffeure», sagte Landolf. Bei PostAuto selbst solle der Personalbestand um über 10 Prozent steigen. Bei den Transportfirmen, die im Auftrag von PAG fahren, sind es 12 Prozent. Zudem müsse sie in den nächsten zehn Jahren rund die Hälfte der Chauffeure aus Altersgründen ersetzen und wolle diese auch selbst ausbilden, so Landolf weiter. «Ab nächstem Jahr wird PostAuto deshalb auch Personen rekrutieren, die noch nicht im Besitz des Kategorie-D-Ausweises sind, und diese ausbilden.» Wie der übrige öffentliche Verkehr strebt auch PostAuto für Ende 2010 höhere Billettpreise an. «Das Angebot wurde stetig ausgebaut und die Kosten sind gestiegen», sagte Landolf dazu. Diesen Ausbau müssten auch die Konsumenten mitbezahlen. Landolf erwartet einen Anstieg im Rahmen der letzten Tarifrunde, bei der die Preise um 3,1 Prozent stiegen. Im laufenden Jahr verzichteten die Transportunternehmen wegen der Wirtschaftslage auf eine Erhöhung. Wachsen will PostAuto nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland. «Wir haben in diesem Frühling zahlreiche Aufträge in Frankreich akquiriert», so Landolf. Zudem würden Übernahmen geprüft. Auch in Italien und Deutschland prüft PostAuto Engagements. Heute beträgt der Anteil des Auslandgeschäfts am Umsatz 10 Prozent.

10.8.09
In einer Woche sind in der Schweiz 717 Reisecars kontrolliert worden. Rund jedes dritte Fahrzeug (212) musste beanstandet werden. Die Verkehrskontrollen fanden im Rahmen einer europäisch koordinierten Aktion der European Traffic Police Network (Tispol) statt. 23 Fahrzeuge waren in der Schweiz mit technischen Mängeln unterwegs, 10 Fahrzeugen wurde die Weiterfahrt verboten. In sechs Fällen stellte die Polizei Manipulationen am Fahrtenschreiber fest. In 75 Fällen hatten die Chauffeure die vorgeschriebene Ruhezeit nicht eingehalten, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte. Weiter waren die Chauffeure von drei Cars schneller gefahren als erlaubt. In 24 Fällen wurden die Sicherheitsgurte nicht getragen oder andere Sicherheitsnormen nicht beachtet. Bei 22 Chauffeuren gab es Beanstandungen bei den Dokumenten, zwei durften deswegen nicht mehr weiterfahren. Zudem meldeten die Polizeien noch 59 andere Verstösse gegen das Gesetz. Die Verkehrskontrollen fanden zwischen dem 20. und dem 26. Juli 2009 in mehreren Ländern Europas statt. Gesamthaft wurden 32'577 Reisecars auf den Zustand des Fahrzeugs und des Lenkers kontrolliert.

10.8.09
60-Tönner, sogenannte Gigaliner, sollen in der Schweiz nicht zum Strassenverkehr zugelassen werden, weil sie die Verkehrssicherheit stark gefährden. Die Luzerner Regierung hat dem Kantonsrat den Entwurf einer entsprechenden Kantonsinitiative unterbreitet. Das Luzerner Kantonsparlament hatte am 27. Januar 2009 eine Motion von Kantonsrat Alain Greter (Grüne) als erheblich erklärt und den Regierungsrat beauftragt, eine entsprechende Botschaft zu einer Kantonsinitiative auszuarbeiten.

10.8.09
Die ETH Zürich untersucht Varianten für einen Ausbau des bestehenden RBS-Tiefbahnhofs im Bahnhof Bern. Bis Ende 2010 soll die beste Lösung vorliegen. Der Bahnhof Bern, notabene der zweitgrösste der Schweiz, stösst zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Besonders prekär ist die Situation beim Tiefbahnhof des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS). Im vergangenen November stellten die Verantwortlichen von Gemeinde, Kanton und Bahnen ihre Ideen vor. Da es sich um ein sehr gross angelegtes Projekt handelt, unterzogen sie es bereits in einem frühen Stadium einer Überprüfung von unabhängiger Seite. Der hinzugezogene Experte kritisierte im vergangenen Juni, das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimme noch nicht. Die dem Projekt zu Grunde liegenden Nachfrageschätzungen seien etwas gar offensiv. Im Rahmen eines Zusatzauftrags zu dem Expertengutachten werden nun zunächst mögliche Varianten festgelegt und anschliessend vertieft geprüft. Dabei sollen auch die vom Experten kritisierten Punkte in die Betrachtung miteinbezogen werden, wie der Kanton Bern mitteilte.

10.8.09
Das Luzerner Radroutennetz soll um 15 Prozent, von 361 auf 415 Kilometer, verlängert werden. Der Luzerner Regierungsrat beantragt dem Kantonsparlament eine entsprechende Ergänzung des kantonalen Radroutenkonzepts. Die Gesamtkosten für diese Erweiterung betragen rund 80 Millionen Franken und sollen neu ins Radroutenkonzept 1994 aufgenommen werden. Dies geht aus dem veröffentlichten Planungsbericht des Regierungsrates an den Kantonsrat hervor. Der Regierungsrat wurde im Jahr 2006 mit einer Motion beauftragt, das Radroutenkonzept 1994 bezüglich Angebot, Massnahmen und Projektierungsgrundlagen den neuen Bedürfnissen, der Entwicklung der Normen und den Erfahrungen aus dem Betrieb anzupassen. Diese Anpassungen, so beabsichtigte die Motion, sollen ermöglichen, bei der Erarbeitung des Bauprogramms 2011 bis 2014 für die Kantonsstrassen die neuen Bedürfnisse und die Veränderungen bei den Radrouten zu berücksichtigen.

11.8.09
Auf Schweizer Strassen sind fast 60 Prozent der Fahrzeuge auch tagsüber und bei schönem Wetter mit Abblendlicht unterwegs. Laut der jährlichen Zählung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) stieg der Anteil leicht gegenüber dem Vorjahr. Allerdings ist eine gewisse Sättigung erreicht, wie die bfu mitteilte. Seit 2007, als der Wert 53 Prozent betrug, kam es nur noch zu leichten Steigerungen. 2009 ergab sich bei der bfu-Zählung ein Anteil von 59 Prozent. Ganz anders sah die Situation noch vor acht Jahren aus: 2001 schalteten erst 11 Prozent der Autofahrerinnen und Autofahrer auch tagsüber das Abblendlicht ein. Deutschschweizer Automobilisten fahren wesentlich häufiger bei Tag mit Licht. Bei ihnen beträgt der Anteil 65 Prozent. Dagegen fahren im Tessin 52 Prozent und in der Westschweiz 37 Prozent mit Licht. Auf Autobahnen schalten die Autofahrer eher das Licht ein als innerorts oder ausserorts. Laut bfu wäre die Massnahme, die die Fahrzeuge besser sichtbar macht, gerade im dichten Stadtverkehr sinnvoll. Nach wie vor setzt sich die bfu für ein Lichtobligatorium ein, das sich mit einer Einschaltautomatik durchsetzen liesse.

12.8.09
Während des geplanten Ausbaus der Autobahn A1 zwischen den Anschlüssen Härkingen SO und Wiggertal bei Oftringen AG soll zwischen Härkingen und Gunzgen eine zweispurige Hilfsbrücke gebaut werden. Der Kanton Solothurn legt dies in den betroffenen Gemeinden neu auf. Die Erweiterung auf zwei Fahrspuren hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) entschieden, wie der Kanton Solothurn mitteilte. Das UVEK entscheidet materiell über die insgesamt 195 eingegangenen Einsprachen gegen den Ausbau der Autobahn A1. Gegen die geplante einspurige Hilfsbrücke hatten die Gemeinden Härkingen, Gunzgen und Bolken Einsprache erhoben, wie René Suter, Chef des Amtes für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn, auf Anfrage sagte. Die Brücke soll als Provisorium ein Jahr lang den Verkehr entlasten. Im negativsten Szenario könnte ein hartnäckiger Rekurs die Plangenehmigung um bis zu zwei Jahre verzögern, wie Michael Müller, Mediensprecher des Bundesamtes für Strassen, auf Anfrage sagte. Das ASTRA erwartet die Genehmigung frühestens im 1. Quartal 2010.

12.8.09
Das Seetal ist unzufrieden mit seiner Verkehrserschliessung. Der regionale Entwicklungsträger idee seetal AG hat in Hochdorf die Realisierung einer neuen Talstrasse zwischen Eschenbach LU und der Aargauer Grenze gefordert. Die Verkehrsüberlastung in Eschenbach, Hochdorf und Ballwil seien dramatisch, begründet die idee seetal AG ihre Forderung. Dies hemme die Entwicklung der Region. Die Seetaler fordern nicht eine Schnellstrasse, sondern eine normale Kantonsstrasse. Sie soll bei der künftigen Autobahnausfahrt Buchrain LU beginnen und teilweise über bestehende Strassen führen. Kernstücke sind Umfahrungen von Eschenbach, Hochdorf und Ballwil. Die Idee einer Talstrasse durch das Seetal existiert bereits, doch wird sie vom Kanton nur in dritter Priorität behandelt. Die idee seetal AG fordert, dass das Projekt als dringlich vorangetrieben wird. Die Kosten werden auf 90 Millionen Franken geschätzt. Die idee seetal AG hält fest, dass die Erschliessung des Seetals mit S-Bahn und Buslinien nach Sursee LU und Rotkreuz ZG stark verbessert worden sei. Doch die S-Bahn stosse an ihre Kapazitätsgrenzen.

13.8.09
Die Catering- und Logistikgruppe «gategroup» leidet unter der Schwäche der Luftfahrtbranche. Der Umsatz des Börsenneulings sank im ersten Halbjahr 2009 um 8,9 Prozent auf 1,29 Milliarden Franken. Bei konstanten Wechselkursen hätte der Rückgang 2 Prozent betragen. Der Betriebsgewinn brach um 40 Prozent auf 34,8 Millionen Franken ein, wie gategroup, die frühere Swissair-Tochter Gate Gourmet, mitteilte. Unter dem Strich stand hingegen ein um 55 Prozent gesteigerter Reingewinn von 33,2 Millionen Franken. Ausschlaggebend dafür ist der Finanzertrag, der sich gegenüber dem Vorjahr von 29,3 Millionen auf +4,3 Millionen Franken verbesserte. Bei konstanten Wechselkursen beträgt das Gewinnwachstum 89,3 Prozent, wie es hiess. Grund seien vor allem Nettowechselkursgewinne von 26,3 Millionen Franken. «gategroup kann in einem der schwierigsten Branchenumfelder aller Zeiten eine respektable Leistung wahren», wird Firmenchef Guy Dubois im Communiqué zitiert. Der Tiefpunkt der Reisebranche sei aber noch nicht erreicht. Aufgrund der Unsicherheit wegen der Schweinegrippe gebe das Unternehmen keine Prognose für das Gesamtjahr ab. Die gategroup ist seit dem 12. Mai an der Schweizer Börse SWX kotiert. Die Börsennotierung führte laut Angaben während des ersten Halbjahres zu einem Mittelabfluss von 13,5 Millionen Franken. Die Börsennotierung schaffe jedoch die Voraussetzungen für die Zukunft des Unternehmens, indem sie den Bekanntheitsgrad und die Flexibilität in den Finanzmärkten erhöhe, den Stamm potenzieller Investoren vergrössere, wichtige Mitarbeiter anziehe und binde und den Erkennungsgrad der elf gategroup-Marken erhöhe, erklärte Bucher.

13.8.09
Der Gotthard-Basistunnel wird die Transportzeit von Gütern durch die Alpen verkürzen. Er reduziere die Transportkosten aber zu wenig, um wesentliche Teile des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene zu bringen, kritisiert der Verein Alpen-Initiative. Der Gotthard-Basistunnel ändere sehr wenig an den Kosten, denen alpenquerende Spediteure gegenüberstünden, sagte Peter Marti, Verwaltungsratsmitglied des Verkehrsplanungs- und Ingenieurbüros Metron, anlässlich der Präsentation einer Studie in Bern. Laut der Studie, die Metron im Auftrag der Alpen-Initiative erstellt hat, verbessert sich der Marktanteil der Schiene durch den Gotthard-Basistunnel von 62 auf lediglich 64,5 Prozent. Die Anzahl der LKW-Fahrten würde ohne das Bauwerk jährlich 1,49 Millionen Franken und mit dem Gotthard-Basistunnel 1,39 Millionen betragen. Der Tunnel bringe als hervorragende Investition für den Privatverkehr Zeiteinsparungen und schaffe höhere Kapazitäten für eine Verkehrsverlagerung. Um eine effiziente Verlagerung zu erreichen, müsse man aber weitere Instrumente wie die Alpentransitbörse etablieren, fügte Marti an. Eine solche forderte auch Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Er verglich die NEAT mit einem Glas: «Wenn ich mich nicht bemühe, bleibt es leer. Ohne Anstrengungen kommt kein Verkehr hinein». Ohne Verkehrspolitik bleibe der Tunnel bloss ein grosses Bauprojekt. Von den Ergebnissen der Studie zeigte sich der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG nicht überrascht. Diese erhalte keine neuen Erkenntnisse, heisst es in einer Stellungnahme. Es sei schon lange bekannt, dass die bisherige Verlagerungspolitik gescheitert sei. Nötig sei eine Neuorientierung der Verkehrspolitik zu mehr Wettbewerb im Schienensektor. Unumstösslicher Beweis dafür ist die Aufteilung des Transportvolumens (Modal Split) auf Schiene und Strasse, die sich in den letzten Jahren trotz einseitigen Zwangsmassnahmen zulasten des Strassentransports und Milliardeninvestitionen bahnseitig kaum verschoben hat. Daran wird auch die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ab 2017 nichts ändern, auch wenn dies jetzt suggeriert wird. Denn die Verkehrsmittelwahl wird weniger durch die verfügbare Infrastruktur als vielmehr durch qualitative Parameter wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bestimmt. Zu diesen Erkenntnissen ist vor 20 Jahren auch der Bund gelangt: In seiner NEAT-Botschaft von 1990 hatte der Bundesrat festgehalten, dass auf den Zufahrtslinien im Norden und Süden weiterhin Engpässe bestehen werden: «Insgesamt liegt die Kapazität der Basis- und Berglinie zusammen etwa ein Drittel höher als die Aufnahmefähigkeit der Zufahrtslinien.» Statt Zwangsmassnahmen im Strassentransport brauche es eine qualitative Verbesserung der Bahnen, fordert der ASTAG. Im Mai hatte der Ständerat Standesinitiativen der Kantone Tessin und Uri Folge gegeben. Sie verlangen Bestimmungen zur Verlagerung des Güterverkehrs bis 2012, die Einführung einer Alpentransitbörse und die Beseitigung von Engpässen auf Zulaufstrecken zum Gotthard-Basistunnel. 2018 soll gemäss dem im letzten Winter revidierten Güterverkehrsverlagerungsgesetz das Verlagerungsziel erreicht sein. Dann sollen jährlich statt heute 1,3 Millionen nur noch maximal 650'000 Lastwagen die Alpen queren.

13.8.09
Nach den Parlamenten von Köniz und Ostermundigen hat auch der Berner Stadtrat den Beitrag Berns von 605'000 Franken an das Vorprojekt Tram Region Bern bewilligt. Es legte sogar noch 50'000 Franken dazu für Spezialabklärungen. Die neue Tramlinie soll die heutige Buslinie 10 von Ostermundigen nach Köniz ersetzen, die an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Vorgesehen ist ein Sechsminuten-Takt. In das Projekt integriert werden soll überdies die Verlängerung der Tramlinie 9 bis Kleinwabern. Die Gesamtkosten für das Projekt sollen gemäss heutigen Schätzungen bei rund 260 Millionen Franken liegen. Die drei Anliegergemeinden Bern, Ostermundigen und Köniz teilen sich den Gemeindeanteil von insgesamt 20 Prozent zu je gleichen Teilen. Baubeginn soll spätestens 2014 sein, damit man noch in den Genuss der Gelder aus dem Infrastrukturfonds des Bundes kommt. Die Tramlösung hatte in Zweckmässigkeitsbeurteilungen als eindeutig beste Variante abgeschnitten. Ein Tram sei leistungsfähiger, bequemer und ökologischer und deshalb am besten in der Lage, den erwarteten Zuwachs im öffentlichen Verkehr (öV) von über 40 Prozent zu bewältigen. Die grosse Mehrheit im Rat würdigte die geplante Durchmesserlinie als wegweisendes Projekt, als Quantensprung, der die Weichen für einen effizienten öV stelle. Kritische Stimmen gab es aber zur Linienführung. Baudirektorin Regula Rytz versprach, insbesondere der Massierung von öV-Linien in den Hauptgassen der Innenstadt ein besonderes Augenmerk zu schenken. Der entsprechende Grundlagenbericht mit alternativen Szenarien stehe kurz vor dem Abschluss.

13.8.09
Kleinere und sparsame Autos sind in der Schweiz immer mehr gefragt. Insgesamt ging die Nachfrage nach Autos aber im ersten Halbjahr 2009 um 11,9 Prozent zurück, wie auto-schweiz, die Vereinigung der Automobilimporteure, mitteilte. Am grössten sei der Rückgang in der Kategorie der Luxuswagen. Mit 24,9 Prozent liege hier die Abnahme deutlich über dem Durchschnitt. Autos wie der Smart hingegen, sogenannte Microwagen, konnten ihren Anteil am Gesamtmarkt deutlich steigern: Sie liegen nur gerade 0,1 Prozent hinter dem Vorjahr, wie es in der Mitteilung heisst. Abgenommen habe der Dieselanteil: Insgesamt sank er auf 29,2 Prozent nach 32,5 Prozent im Vorjahr. Bei den Micro- (-51 Prozent) und den Kleinwagen (-34 Prozent) seien die schon bisher nicht besonders gefragten Dieselmotoren eingebrochen. In der Luxusklasse legten die Dieselmotoren aber um 20,4 Prozent zu.

17.8.09
Die Kantone Zug und Zürich sind weiterhin die attraktivsten Wirtschaftsstandorte der Schweiz. Auf Platz 3 hat Basel-Stadt Nidwalden abgelöst, wie der veröffentlichte Standortqualitätsindikator (SQI) der Credit Suisse (CS) zeigt. Basel-Stadt verzeichnete seit 2004 den markantesten Aufstieg - von Platz 7 auf Platz 3. Einerseits konnte der Nordwestschweizer Stadtkanton seinen Rückstand bei der Steuerbelastung reduzieren, wie Sara Carnazzi, Leiterin des Regionalteams der CS und Verfasserin der Studie, in Zürich vor den Medien ausführte. Zur Standortattraktivität trage aber vor allem die ausgezeichnete verkehrstechnische Erreichbarkeit bei. Basel-Stadt sei bezüglich Lokalverkehr sehr gut erschlossen und habe auch vom neuen Fahrplan der SBB profitiert. Dasselbe gelte auch für den Kanton Genf auf Platz 4. Geprägt war die Bewertung für das laufende Jahr insbesondere von den Auswirkungen des intensiven Steuerwettbewerbes. So rückte etwa Obwalden nach der Steuergesetzrevision von Platz 13 im Jahre 2004 auf Platz 8 vor. Zu den Aufsteigern gehören aber auch Schaffhausen (Platz 9) und der Kanton Solothurn, der von Platz 15 auf Platz 13 vorrückte. Dank Steuersenkungen im Mittelfeld etabliert haben sich Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und Aargau. Dagegen hat sich der Vorsprung der Tiefsteuerkantone Nidwalden und Schwyz verringert. Unangefochten die Spitzenpositionen verteidigten Zug und Zürich. Den ersten Rang verdanke Zug nicht nur dem günstigen Steuerniveau, betonte Carnazzi. Der Kanton schneide auch beim allgemeinen Bildungsniveau und bei der Verfügbarkeit von Hochqualifizierten leicht besser ab als Zürich. Der bevölkerungsreichste Schweizer Kanton belegt dafür bei der Erreichbarkeit den ersten Rang. Bei der Steuerbelastung sei Zürich zwar für natürliche Personen attraktiv, bei der Besteuerung der juristischen Personen belege der Kanton aber nur einen Mittelfeldplatz, sagte die Studienverfasserin. Nichts verändert hat sich am Ende der Rangliste. Wie in den vorangegangenen Jahren belegen Wallis, Neuenburg, Uri und Jura die letzten Plätze. Bei diesen Kantonen führten die periphere Lage und die anspruchsvolle Topografie zu tiefen Erreichbarkeitswerten. Die Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels, der Jura-Südfusslinie oder der Transjurane habe zwar einzelne Reiseziele stark verkürzt. Die Distanz zu den grösseren Schweizer Zentren bleibe aber weiterhin vergleichsweise hoch, stellte Canazzi fest. Dass die Topografie auch ein positiver Standortfaktor sein kann, beweist Graubünden. Dank einer engagierten Standortpolitik habe sich der Tourismuskanton seit 2004 im Ranking von Platz 22 auf Platz 19 kontinuierlich verbessern können. Im Gegensatz dazu stehe der Kanton Freiburg, der sein Potenzial bisher nicht ausgeschöpft habe. Trotz verkehrsgünstiger Lage habe der Kanton aufgrund der hohen Steuerbelastung gegenüber den andern Kantonen schrittweise an Attraktivität verloren. Die Credit Suisse berechnet seit 2004 aus den wichtigsten messbaren Erfolgsfaktoren den sogenannten SQI. Zu diesen Faktoren gehören die Steuerbelastung natürlicher und juristischer Personen, der allgemeine Ausbildungsstand der Bevölkerung, die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und die verkehrstechnische Erreichbarkeit. Der Indikator, der auf der Basis von Daten der rund 2'800 Schweizer Gemeinden berechnet wird, soll laut den Ökonomen der CS ein objektives Mass für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes liefern. Zudem soll er Aufschluss geben über das langfristige volkswirtschaftliche Potenzial der Schweizer Kantone und Regionen. Stärker als bisher gewichtet wurde in der jüngsten Studie die verkehrstechnische Erreichbarkeit. Neben dem Fernverkehr wurden neu sämtliche lokalen Verbindungen des öffentlichen Verkehrs berücksichtigt. Damit hätten einige Regionen ihre Attraktivität steigern können, heisst es in der Studie. So habe beispielsweise die Eröffnung der Westumfahrung Zürich mit dem Üetlibergtunnel dem Knonaueramt, weiten Teilen der Zentralschweiz sowie den östlichen Aargauer Regionen neu Verkürzungen der Fahrzeit für den motorisierten Verkehr gebracht. Andererseits zeigt die Studie aber auch auf, dass eine hohe Standortqualität auch ihren Preis hat. Die Beispiele der traditionellen Zentralschweizer Tiefsteuerkantone oder der Regionen um den Zürichsee verdeutlichten, dass eine tiefe Steuerbelastung für natürliche Personen mit höheren Immobilienpreisen bezahlt werde. Für diese Regionen wird sich gemäss den CS-Ökonomen das Spannungsfeld zwischen Steuerbelastung, Immobilienpreisentwicklung und Bevölkerungswachstum weiter akzentuieren. Ein Ende sieht die Bank dagegen bei der «intensiven Phase des Steuerwettbewerbes».

18.8.09
Die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) kommt in ruhigere Fahrwasser: Der Kanton Schaffhausen will sich an der nötigen Kapitalerhöhung mit 575'000 Franken beteiligen. Der Thurgau hat bereits Unterstützung signalisiert, falls Schaffhausen mitzieht. Die Schaffhauser Kantonsregierung hat für den Kantonsrat eine Kreditvorlage verabschiedet. Die URh, an der die Kantone Thurgau und Schaffhausen sowie eine Vielzahl von Gemeinden beteiligt sind, ist in finanzielle Schieflage geraten. Sie ist Mitglied der Pensionskasse ASCOOP, zu der weitere 150 Tourismus- und Bahnunternehmen gehören. Die ASCOOP entpuppte sich vor einigen Jahren als völlig unterfinanziert. Um sie zu sanieren, müssen die Mitglieder namhafte Beträge nachzahlen. Das wiederum brachte die kleine URh in Schwierigkeiten, die jährlich etwa 400'000 Passagiere zwischen Schaffhausen und Kreuzlingen/Konstanz befördert. Die URh erarbeitete ein schrittweises Sanierungskonzept. Nach einem ersten Schritt erliessen Schaffhausen und der Thurgau dem Unternehmen Schulden in Höhe von insgesamt 2,25 Millionen Franken. Dann setzte die Generalversammlung 2009 das Aktienkapital um die Hälfte von 2,24 Millionen Franken auf 1,12 Millionen Franken herunter. Damit steht das für die Sanierung der Pensionskasse benötigte Kapital weitgehend zur Verfügung. Im dritten Schritt muss das Unternehmen wieder die notwendige Liquidität erhalten. Dafür soll das Aktienkapital 2010 auf 3,36 Millionen Franken erhöht werden. Der Thurgau hat bereits signalisiert, dass er die Kapitalerhöhung mit trägt, falls Schaffhausen das auch tut. Gleichzeitig wird die jährliche Abgeltung für die Leistungen der URh von 225'000 auf neu 300'000 Franken erhöht. Der Kanton Schaffhausen zahlt davon 106'000 Franken.

18.8.09
Die Jurabahnen feiern dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Ihren Ursprung hat die Bahngesellschaft in der 1884 eröffneten Schmalspurbahn Tavannes-Tramelan. In den Jahren danach entstanden diverse weitere Bahnstrecken, die je von eigenen Bahngesellschaften betrieben wurden. 1944 fusionierten sie zu den Jurabahnen, wie aus den Unterlagen der Gesellschaft hervorgeht. Das Netz der Jurabahnen erstreckt sich heute von La-Chaux-de-Fonds über Pruntrut bis in den Berner Jura nach St-Imier, Tavannes und Tramelan. Die Bahn hält sich gut und verzeichnet stetig steigende Passagierzahlen. Die Jurabahnen spielen eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region, insbesondere beim Tourismus in den Freibergen. Der Geist der Erneuerung aus der Gründerzeit sei bei den Jurabahnen auch heute noch spürbar, schreibt die bernische Verkehrsdirektorin Barbara Egger in einer Festbroschüre. Aus dem kleinen Bähnchen von einst sei ein diversifiziertes Transportunternehmen geworden. Die Jurabahnen feiern ihr Jubiläum mit einer Dampfbahnfahrt von Le Noirmont (JU) nach Tavannes (BE).

18.8.09
Die Verzweigung der Autobahnen A3 und A13 bei Sargans wird von 2010 bis 2012 umfassend saniert, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) vor Ort mitteilte. Die Kosten der Sanierung der zirka 15 Autobahn-Kilometer belaufen sich auf 250 Millionen Franken. Bei den sanierungsbedürftigen Abschnitten handelt es sich um die drei je fünf Kilometer langen Autobahnäste ab der Ypsilon-förmigen Verzweigung Sarganserland bei Sargans, die zwischen 1962 und 1974 in Betrieb genommen wurden. Saniert werden nicht nur die Fahrbahnen und Kunstbauten, sondern auch die Entwässerung und der Lärmschutz. Mit den Vorarbeiten soll 2010 begonnen werden, die Ausführung der Hauptarbeiten ist für die Jahre 2011 und 2012 terminiert. Laut ASTRA läuft gegenwärtig schon die Ausschreibung der Hauptarbeiten. In der ersten Bauphase werden die Arbeiten im Mittelstreifen durchgeführt und die je zwei Fahrspuren auf die Normalspur und den Pannenstreifen verlegt. Danach kann noch eine Fahrbahn vierspurig (zwei Spuren in jede Richtung) befahren werden. Dadurch würden die Behinderungen auf ein Minimum reduziert, heisst es beim ASTRA.

19.8.09
Das Schweizer Autogewerbe geht aufgrund der steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Autos in die Offensive. Mit Inspektionen zur Einhaltung von Umwelt-Standards und einem Leitfaden für Garagen setzt der Autogewerbeverband der Schweiz (AGVS) Wegmarken. Beim Kauf eines neuen Autos spielen Umweltthemen eine zunehmend wichtigere Rolle, wie AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli an einem Medien-Roundtable in Bern sagte. Die Branche, mit 31'000 Beschäftigten und einem Umsatz von 31,5 Milliarden Franken ein gewichtiger Wirtschaftszweig, reagiert auf diesen Trend. So haben die rund 4'000 Garagen in der Schweiz, die dem AGVS angehören, ihre Kompetenz in der Beratung der umwelt- und energiebewussten Kundschaft erhöht. Die Kundschaft sei in der Regel bereits vor dem Gang in die Garage sehr gut über Verbrauch und Energieeffizienz im Bilde, sagte Markus Hutter, FDP-Nationalrat und selbst Garagist. «Manchmal sogar besser als der Autoverkäufer.» Seit längerer Zeit unterstützt der Dachverband des Autogewerbes den Bund beim Umwelt- und Tankstellen-Inspektorat. Viele Garagen liessen sich inspizieren und setzten die Massnahmen um, sagte Wernli. Mit Markus Peter hat der AGVS darüber hinaus einen Umwelt-Beauftragten eingesetzt, der als Bindeglied zwischen den Garagisten, den Automobilisten und der Öffentlichkeit fungiert. Mit einem Umwelt-Leitfaden, von dem bereits über 30'000 Exemplare in Umlauf sind, werden die Garagen über die jüngsten Umwelttrends informiert. In der Tat hat die Autobranche Fortschritte auf dem Weg zu umwelt- und energieeffizienteren Fahrzeugen erzielt. So betrug der durchschnittliche Treibstoffverbrauch aller in der Schweiz verkauften Neuwagen im letzten Jahr 7,14 Liter pro 100 Kilometer. Das waren 0,3 Liter weniger als im Vorjahr. Der vom Bund festgelegte Zielwert von 6,4 Liter wurde damit zwar verfehlt. Die Entwicklung gehe zeitlich verzögert aber in die richtige Richtung, sagte Wernli. Dies nicht zuletzt auf Druck der Konsumenten. So verfügten 2008 zwei von fünf verkauften Neuwagen über die höchste Energieeffizienz-Kategorie (A und B) - ein Rekord. Noch Potenzial sieht die Autobranche bei der Weiterentwicklung des Benzinmotors. An Bedeutung verloren haben Gasautos, von denen 2008 nur noch 1’000 (Vorjahr 2’450) verkauft wurden. Sehr beliebt sind Hybridautos, die die Vorteile des Verbrennungs- und Elektromotors kombinieren. Noch Zukunftsmusik sind Antriebe mit Brennstoffzellen.

19.8.09
Die Benachteiligung der Berg- und Randregionen bei der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) ist nach der Erhöhung der Gewichtslimite spürbar gesunken. Der Bundesrat hat deshalb den Verteilschlüssel für den sogenannten Vorabanteil angepasst. Bisher gingen 20 Prozent des den Kantonen zustehenden Drittels an den LSVA-Einnahmen zuerst an die Kantone mit Rand- und Berggebieten. Der Bundesrat hat diesen Vorabanteil nun auf 15 Prozent gesenkt und gleichzeitig den Verteilschlüssel für die betroffenen Kantone angepasst. Die Verordnungsänderung tritt Anfang 2010 in Kraft.

19.8.09
Obwalden soll der Zentralbahn (zb) ein zusätzliches Darlehen von 224'103 Franken gewähren. Bereits früher hat der Kanton ein Darlehen von 2,84 Millionen gewährt. Der Nachtrag hängt mit geringeren Abschreibungen durch die Verzögerungen beim Steilrampe-Tunnel zusammen. Insgesamt sind auf dem Zweig Hergiswil-Engelberg der zb in den Jahren 2007 bis 2010 Investitionen von 28,31 Millionen Franken vorgesehen; der Obwaldner Anteil liegt bei 2,84 Millionen. Es geht um den Totalumbau der Bahnstrecke Dallenwil- Wolfenschiessen. Aufgrund der Verzögerungen beim Bau des Steilrampe-Tunnels nach Engelberg ergeben sich in den Jahren 2009 und 2010 wesentliche geringere Abschreibungen aus Bauwerken. Deshalb ist ein Zusatzkredit notwendig. Die Gemeinde Engelberg soll verpflichtet werden, sich mit 15 Prozent an dem Obwaldner Zusatzkredit zu beteiligen.

19.8.09
Mit einfachen Spartricks kann der Autofahrer das Portemonnaie und die Umwelt schonen. So lässt sich laut Autogewerbeverband der Schweiz auch nach dem Autokauf etwas herausholen. Ecodrive: Mit schonender Fahrweise sinkt der Treibstoffverbrauch um 20 bis 30 Prozent. Also: zügig beschleunigen, früh in den nächsten Gang hochschalten sowie vorausschauend und gleichmässig fahren. Gewicht: Je leichter, desto sparsamer. Ein Gepäck von 100 Kilogramm führt zu einem Anstieg des Treibstoffverbrauchs um 0,5 Liter pro 100 Kilometer. Klimaanlage: Bei sommerlichen Temperaturen nimmt bei Fahrten in Städten mit eingeschalteter Klimaanlage der Treibstoffverbrauch um bis zu 30 Prozent zu. Auf der Autobahn sind es bis zu 13 Prozent. Leichtlaufreifen: Mit dem Wechsel auf Leichtlaufreifen kann der Treibstoffverbrauch um bis zu 8 Prozent verringert werden. Darüber hinaus verursachen solche Reifen bis zu 50 Prozent weniger Lärm. Leichtlauföle: Vollsynthetische Leichtlauföle reduzieren den Treibstoffverbrauch um bis zu 5 Prozent. Luftwiderstand: Zusätzlicher Luftwiderstand treibt den Verbrauch um bis zu 39 Prozent in die Höhe. Gepäckboxen und Skiträger, aber auch Spoiler und offene Fenster treiben den Verbrauch in die Höhe. Motor abstellen: Vor Ampeln und Bahnübergängen sollte der Motor konsequent abgestellt werden. Das spart Treibstoff selbst bei wenigen Sekunden Stillstand. Reifendruck: Ein halbes Bar zu wenig Druck in den Reifen erhöht den Rollwiderstand. Der Verbrauch steigt um bis zu 5 Prozent. Auch die Lebensdauer der Reifen und die Verkehrssicherheit leiden. Wartung: Wer sein Auto regelmässig wartet, vermindert den Verbrauch. Verstopfte Luftfilter, verbrauchte Zündkerzen und ein zu geringer Reifendruck sind Treibstofffresser.

19.8.09
Die Bergbahnen im Berner Oberland haben dank ausgezeichneten Schneeverhältnissen einen guten Winter hinter sich. Nun investieren sie im laufenden Sommer rund 60 Millionen Franken in Infrastrukturen und Anlagen. Zu den grössten Brocken gehören Beschneiungsanlagen in der Region Gstaad und neue Sesselbahnen an der Kleinen Scheidegg und in Mürren, wie aus dem Jahresbericht des Verbandes Berner Bergbahnen hervorgeht. Die vergangene Wintersaison war für die Bahnen finanziell erfolgreich. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte sich noch nicht auf den Geschäftsverlauf niedergeschlagen. Die guten Schneeverhältnisse bescherten auch den Anlagen in den Voralpen regen Betrieb. Bestrebungen, das bestehende Angebot des Skipasses Berner Oberland zu verbessern, hätten nicht das gewünschte Resultat gebracht, heisst es im Jahresbericht weiter. Unterschiedliche Tarifstrukturen und Marketingüberlegungen zu Gunsten der lokalen Skisaisonpässe hätten eine Lösung verunmöglicht. Dass die Kantonsregierung den Bergbahnen künftig eine frühere Beschneiung der Pisten schon ab 15. Oktober erlaubt, wurde vom Verband selbstredend positiv aufgenommen. Weniger erfreulich ist die finanzielle Lage der Pensionskasse ASCOOP. Sie könnte zahlreiche Bahnen vor existenzielle Probleme stellen, wie es weiter heisst.

19.8.09
Im unteren Reusstal, dem grössten Wirtschafts- und Wohnstandort Uris, wird der Boden knapp. Mit einem neuen Richtplan soll die Entwicklung deshalb in geordnete Bahnen gelenkt werden. Die Bevölkerung kann dazu bis am 25. September Stellung nehmen. Die Entwicklung des unteren Reusstales ist für ganz Uri von zentraler Bedeutung. Ein zweiter Schwerpunkt ist Andermatt. Ausgehend von den Impulsen dieser beiden Pole solle der ganze Kanton eine gedeihliche und nachhaltige Entwicklung erfahren, wird im Richtplan die Wichtigkeit des unteren Reusstales beschrieben. Das untere Reusstal ist aber nicht nur hauptsächlicher Wirtschafts- und Wohnstandort des Kantons. Wichtige Transitachsen durchziehen den Raum. Dazu kommen Infrastrukturen wie der Hochwasserschutz. Dies alles trägt zur Verknappung des Bodens in dem engen Tal bei. Mit der Richtplananpassung soll sowohl die Standortattraktivität der Region wie auch die Lebensqualität verbessert werden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen die Gemeinden und der Kanton bei raumwirksamen Vorhaben enger zusammenarbeiten. Ein wichtiges Element der Raumentwicklung ist der künftige Kantonalbahnhof Altdorf. Dieser soll Verkehrsknoten werden. Vom neuen Bahnhof aus soll es optimale Verbindungen nach Schwyz, Zug, Zürich, Luzern und ins Tessin geben. Eine weitere bedeutende Aufgabe ist die Integration der NEAT in den Talboden. Die Siedlungsgrenzen sollen klar festgelegt werden. Es soll genügend Land fürs Wohnen zur Verfügung stehen, ein unkoordinierter Landverbrauch aber verhindert werden. Flüelen soll als Wohn- und Tourismusort aufgewertet werden. Weiter sollen Entwicklungsschwerpunkte bezeichnet werden für gemeindeübergreifende Industrie- und Gewerbezonen. Ausreichend Raum sollen aber auch die Landwirtschaft, die Natur und die Naherholung haben.

20.8.09
Die ABB-Tochtergesellschaft Turbo Systems AG baut in den Kantonen Aargau und Solothurn bis Ende 2010 insgesamt 205 Stellen ab. Es werde zu 125 Entlassungen kommen, teilte ABB Schweiz mit. Angestelltenverbände kritisierten den «überstürzten» Abbau. Die 205 von insgesamt 1’135 Stellen gehen an den Standorten Baden und Klingnau im Kanton Aargau sowie in Deitingen im Kanton Solothurn verloren. Wie viele Stellen an den einzelnen Standorten abgebaut werden, steht noch nicht fest, wie ABB-Mediensprecher Lukas Inderfurth auf Anfrage sagte. Der Konzern begründet den Abbau mit der Weltwirtschaftskrise. Nach dem Rekordwachstum der letzten zwei Jahre sei der Bestellungseingang 2009 massiv zurückgegangen. ABB Turbo Systems habe mit dem Abbau von Überstunden und Ferienguthaben sowie Kurzarbeit frühzeitig auf den Auftragsrückgang reagiert. Eine sorgfältige Analyse der Geschäftsaussichten zeige jedoch, dass diese Massnahmen nicht ausreichten, um die Kapazitäten dem mittelfristig zu erwartenden Auftragsvolumen anzupassen. Daher sehe man sich gezwungen, Arbeitsplätze abzubauen. Die frühzeitige Information der Mitarbeitenden solle Klarheit schaffen. Das Unternehmen gibt sich in der Medienmitteilung zuversichtlich, für Mitarbeitende, die den Arbeitsplatz verlieren werden, Lösungen zu finden. Ein Arbeitsmarktzentrum im Betrieb sowie externe Partner würden die Betroffenen unterstützen. Es werde mit den Sozialpartnern zusammengearbeitet und es bestehe ein Sozialplan. Die ABB Turbo Systems AG ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für die Aufladung von Diesel- und Gasmotoren mittels Abgasturboladern im Leistungsbereich oberhalb 500 Kilowatt. Weltweit stehen rund 190'000 ABB-Turbolader auf Schiffen, in Kraftwerken, auf Lokomotiven sowie in schweren Baustellen- und Minenfahrzeugen im Einsatz.

22.8.09
Mit nostalgischen Dampfzügen haben die SBB und die Bevölkerung im Kanton Aargau das 150-jährige Bestehen der Bahnstrecke Turgi- Koblenz- Waldshut gefeiert. Die Linie war die erste durchgehende Bahnverbindung zwischen der Schweiz und Deutschland. Der Bau der Bahnlinie sei eine Pionierleistung gewesen, sagte Manfred Beck, Bürgermeister der Stadt Waldshut-Tiengen, an einer Feier in Koblenz AG. Die im August 1859 eröffnete Verbindung habe damals auf beiden Seiten des Rheins zu einem Entwicklungsschub geführt. Schon beim Bau der Strecke sei das gesamte Trassee für eine Doppelspur vorbereitet gewesen, betonte der Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler. Dies zeuge vom visionären Denken der Gründer dieser Bahnverbindung. «Eine Meisterleistung, die schneller als gedacht realisiert werden konnte», sagte Beyeler. Aus Anlass des Jubiläums verkehrten am Wochenende auf den Strecken Koblenz- Bad Zurzach, Koblenz- Turgi und Koblenz- Leibstadt zahlreiche Extrazüge mit nostalgischen Dampflokomotiven. Über die Gleise ratterte unter anderem die «Lok Genf», die älteste erhaltene Schweizer Dampflok mit Jahrgang 1858. Die Bahnlinie Waldshut- Koblenz- Turgi war ursprünglich als Zufahrtsstrecke für die Projekte einer Splügen- oder Lukmanierbahn geplant gewesen. Bauherrin der Verbindung war die damalige Schweizerische Nordostbahn. Die Bahnstrecke über den Rhein war die erste internationale Verbindung zwischen der Schweiz und Deutschland. Der nächste Rhein-Übergang lag in dieser Zeit rund 600 Kilometer rheinaufwärts bei Köln. In Basel wurde der Rhein-Übergang für die Dampfbahn erst 1873 in Betrieb genommen. Die Bahnbrücke über den Rhein zwischen dem beschaulichen Koblenz und der Stadt Waldshut ist noch immer eine Besonderheit. Sie ist die älteste noch in Betrieb stehende eiserne Eisenbahn-Fachwerkbrücke Europas. Die Tragfähigkeit der Brücke ist aufgrund ihres Alters und der Schutzwürdigkeit jedoch begrenzt. Seit 1991 rollt kein Güterverkehr mehr über die Rheinbrücke. Das Teilstück Koblenz- Waldshut und die Brücke wurden erst auf den Fahrplanwechsel 1999 elektrifiziert. Seither rollen auf der SBB-Strecke Waldshut- Koblenz- Baden durchgehende Regionalzüge. Vom kommenden Dezember an wird Waldshut zum integralen Tarifverbund Aargau gehören. Seit 2004 fährt die SBB im Halbstundentakt. Pro Tag bestehen zudem sechs Direktverbindungen von oder nach Zürich. Das Bahnangebot nutzen vor allem deutsche Arbeitspendler und Schweizer Einkaufstouristen.

24.8.09
Der Landsgemeindeplatz in Zug bleibt vorläufig von Autos verschont. Der Regierungsrat hat Beschwerden gegen die Errichtung von Parkplätzen direkt am See gutgeheissen und den Beschluss des Stadtrates aufgehoben. Die städtische Exekutive wollte während den Wintermonaten den unteren Landsgemeindeplatz an Wochentagen für Parkplätze freigeben. Geplant war, den Parkraum in einem zweijährigen Versuch anzubieten. Dagegen wurde jedoch beim Regierungsrat Beschwerde erhoben. Wie die kantonale Sicherheitsdirektion mitteilte, ist der Stadtrat zwar ermächtigt, Parkplätze einzurichten. Allerdings müsse in einem solchen Fall klar dargelegt werden, dass Parkplätze nötig, zweckmässig und verhältnismässig seien. Im Falle des unteren Landsgemeindeplatzes habe der Stadtrat nicht aufgezeigt, warum er das jahrelange Parkverbot ändern wolle. Zudem sei ein zweijähriger Versuch rechtswidrig. Das eidgenössische Strassenverkehrsgesetz erlaube bloss einjährige Versuche.

24.8.09
Der Zürcher Kantonsrat will den Städten Zürich und Winterthur die Zuständigkeit für die Hauptverkehrsstrassen entziehen. Er hat mit den Stimmen von SVP, FDP und EDU ein dringliches Postulat mit 84 zu 80 Stimmen an den Regierungsrat überwiesen. Anlass für den parlamentarischen Vorstoss waren die flankierenden Massnahmen im Zusammenhang mit der Eröffnung der Westumfahrung. Die Stadt Zürich habe ohne Not die Leistungsfähigkeit verschiedener Hauptverkehrsachsen drastisch reduziert. Unterhalt, bauliche Veränderungen und Verkehrssteuerung seien auf dem ganzen Hauptverkehrsstrassennetz durch den Regierungsrat zu vollziehen, verlangt das Postulat. Die Übertragung der Aufgaben an die Städte Zürich und Winterthur sei aufzuheben. Der Stadt Zürich sei es offenbar nur recht, wenn der motorisierte Verkehr in Zürich kollabiere, sagte FDP-Sprecherin Carmen Walker-Späh (Zürich). So verspiele die Stadt sämtlichen Goodwill im Kanton, den sie auch für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs brauche. Die Behinderungsmassnahmen in Zürich führten heute zu einer zeitlichen Verzögerung des gewerblichen Verkehrs, der unzumutbar sei, sagte der SVP-Vertreter Willy Haderer (Unterengstringen). Nötig sei eine Verkehrsplanung aus einer Hand durch den Kanton. Der Stadt bleibe dann das Recht, sich Gehör zu verschaffen. Gemäss Willy Germann (CVP, Winterthur) sind die flankierenden Massnahmen zur Kapazitätsverminderung im Zusammenhang mit der Kapazitätserweiterung durch die Westumfahrung korrekt und in Abstimmung von Bund, Kanton und Stadt erfolgt. Der Kanton habe immer schon auch die überregionalen Interessen eingebracht. Sabine Ziegler (SP, Zürich) lobte das städtische Verkehrsregime. Die fortschrittlichen Mobilitätskonzepte führten dazu, dass Zürich immer wieder Höchstnoten bei der Bewertung der Lebensqualität erhalte. Das wirkliche Chaos sei dann zu erwarten, wenn der Kanton die Sache übernehme. Eine Änderung der Kompetenzverteilung ist nach Ansicht von Thomas Ziegler (EVP, Elgg) «unzweckmässig». Statt die Gemeindeautonomie aufzuheben, sei es sinnvoller, die heutige Regelung auf weitere grössere Städte zu übertragen, meinte Max Homberger (Grüne, Wetzikon).

24.8.09
Die Luftbelastung durch den alpenquerenden Verkehr hat in den letzten fünf Jahren leicht abgenommen. Der Lärmpegel blieb unverändert. Dies weist das Umweltmonitoring zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene nach. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) überwacht seit 2003 die Luft- und Lärmbelastung der Autobahnen A2 (Basel- Chiasso) und A13 (St. Margrethen- Bellinzona). Wie es mitteilte, haben sich die Stickoxidemissionen und der Feinstaubausstoss des Schwerverkehrs um 40 beziehungsweise 50 Prozent verringert. Diese Abnahme ist in erster Linie der verbesserten Motorentechnik zu verdanken. Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene hat ebenfalls zur Verbesserung beigetragen, weil der Schwerverkehr leicht zurückgegangen ist. Die Anzahl der Fahrten schwerer Camions auf den Autobahnen reduzierte sich zwischen 2000 und 2007 um 10 Prozent von 1,4 auf 1,26 Millionen. Die Luftqualität hat sich dadurch etwas verbessert. Die entlang der Autobahnen gemessenen Immissionswerte sind bei den Stickoxiden um 1 bis 5 Prozent und beim Feinstaub um 3 bis 6 Prozent zurückgegangen. An der Gotthardstrecke ist die Luftbelastung allerdings immer noch zu hoch. Die Grenzwerte werden sehr häufig überschritten. Beim San Bernardino werden sie eingehalten. Beim Lärm hat sich wenig verändert. Der Schwerverkehr trägt überproportional zur Lärmbelastung bei. Problematisch ist vor allem der Lärm in den Nachtstunden. 7 Prozent der Anwohnerinnen und Anwohner entlang der A2 und A13 sind einer Belastung ausgesetzt, die über dem Grenzwert für Wohnzonen liegt. Der rasche Anstieg des Lärmpegels zwischen 5 und 6 Uhr morgens ist besonders kritisch. Lärmärmere Strassenbeläge sowie leisere Reifen wären laut BAFU zwei Massnahmen mit einem grossen Potenzial zur Verringerung des Strassenlärms.

24.8.09
Wegen der Wirtschaftskrise sind im ersten Halbjahr 2009 sowohl auf der Strasse wie auf der Schiene weniger Güter durch die Schweizer Alpen transportiert worden. Gegenüber dem ersten Semester 2008 beträgt der Rückgang 20,6 Prozent. Von Januar bis Juni 2009 wurden 16,9 Millionen Nettotonnen transportiert, 2008 belief sich diese Zahl auf 21,3 Millionen Nettotonnen, wie Gregor Saladin, Mediensprecher beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eine Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung» bestätigte. Wie die Zeitung weiter schreibt, geht aus dem Monitoring zur Verkehrsverlagerung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) weiter hervor, dass die Schiene mit einem Minus von 24,2 Prozent von dem Verkehrsrückgang stärker betroffen ist als die Strasse. In Bezug auf die gesamte transportierte Gütermenge beläuft sich der Rückgang des Anteils der Bahn von 63 auf 61 Prozent. Diese Abnahme sei auf den verschärften Preiskampf unter Strassentransporteuren zurückzuführen. Zudem seien Güter wie Maschinenteile oder Automobile, die eher mit der Bahn transportiert werden, von der Wirtschaftskrise stärker betroffen als Güter, die auf der Strasse transportiert werden. Am stärksten ging der Bahnverkehr auf der Gotthardroute zurück, beim Wagenladungsverkehr um rund 32 Prozent und bei der rollenden Landstrasse um rund 48 Prozent. Mehr Verkehr war am Lötschberg zu verzeichnen, wo die rollende Landstrasse ein Plus von über 5 Prozent auswies. Im Strassenverkehr ging die transportierte Menge um 14 Prozent zurück. Während im ersten Halbjahr 2008 noch 666'000 Fahrten verzeichnet wurden, waren es 2009 nur mehr 578'000 Fahrten. Das ist das tiefste Aufkommen seit mehr als zehn Jahren. Das grösste Minus von rund 28 Prozent war auf der Simplonstrasse zu verzeichnen. Auf der San Bernardino-Route verkehrten rund 1 Prozent weniger Lastwagen.

24.8.09
Der Gotthard-Strassentunnel soll erst umfassend saniert werden, wenn der neue Bahntunnel in Betrieb ist. Darüber orientierte der Bund die betroffenen Kantone. Für die umfassende Sanierung ist eine Sperrung des Tunnels unumgänglich. Die geplanten Sanierungen seien so umfangreich, dass es nicht mehr möglich sei, diese wie bisher in Nächten bei gesperrtem Tunnel durchzuführen, teilte das Bundesamt für Strasse (ASTRA) mit. Ist der Tunnel aber während längerer Zeit nicht befahrbar, schränkt dies den Verkehr stark ein. Deshalb solle die Sanierung nach Möglichkeit erst beginnen, wenn der Basistunnel für die Bahn in Betrieb ist, hielt das ASTRA fest. Damit könne der Verkehr während der Sperrung teilweise auf die Bahn verlagert werden. Gemäss früheren Angaben ist die Sanierung des Gotthardtunnels zwischen 2018 und 2020 fällig. Nach gegenwärtigem Stand der Arbeiten am Basistunnel rechnet der Bund mit der Eröffnung im Jahr 2019. Die stark umstrittene Frage einer zweiten Röhre am Gotthard für den Strassenverkehr wird gesondert betrachtet. Im Moment untersucht der Bund verschiedene Varianten für die Sanierung des Strassentunnels. Die Resultate dieser Studien sollen bis 2010 vorliegen. Über dieses Vorgehen informierte das ASTRA nun die Kantone Uri, Tessin und Nidwalden sowie die SBB. Auch die Passstrasse über den Gotthard muss saniert werden. Im Herbst hatte das ASTRA die Kantone Uri und Tessin in Aufruhr versetzt, als es im Zusammenhang mit der Sanierung von einer einjährigen Sperrung des Gotthard-Tunnels sprach.

25.8.09
Die Weisse Arena Gruppe hat im Geschäftsjahr 2008/09 nicht mehr an das Rekordergebnis des Vorjahres anknüpfen können. Bei einem nahezu unveränderten Umsatz von 82,2 Millionen Franken weist die Bergbahn im bündnerischen Laax einen 37 Prozent tieferen Gewinn aus. Der Reingewinn fiel von 4,2 Millionen im Vorjahr auf 2,7 Millionen Franken. Der cash-flow reduzierte sich um 8,5 Prozent auf 18 Millionen Franken. Die Unternehmung, eine der schweizweit grössten Bergbahnen, schreibt in ihrer Mitteilung von einem «soliden Geschäftsergebnis». Auch wenn cash-flow und Gewinn nicht hätten gesteigert werden können, handle es sich um eines der besten Ergebnisse in der Unternehmensgeschichte. Mit 1'078'368 Ersteintritten verzeichnete die Bergbahn einmal mehr über eine Million Gäste. Die gezählten 99'828 Gäste im Sommer bedeuten einen Rekord. Die Bilanzsumme stieg von 141auf 180 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote sank innerhalb des letzten Geschäftsjahres von 32,5 auf 27,2 Prozent, was eine Folge der Aufstockung des mittel- und langfristigen Fremdkapitals ist, während der Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals konstant blieb.

25.8.09
Der Kanton Thurgau hat rechtlich kaum Möglichkeiten, die Lärmbelastung durch Güterzüge auf der Seelinie zu reduzieren. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich. Einen gewissen Handlungsspielraum gebe es allerdings auf der politischen Ebene, schreibt die Staatskanzlei in einem Communiqué. Mit dem Gutachten wollte das Departement für Inneres und Volkswirtschaft zum einen die Rechtslage abklären und zum anderen alle Möglichkeiten zu Milderung des Lärmproblems ausschöpfen. Auf knapp 60 Seiten beleuchtet das Gutachten daher die Rechtslage zum freien Netzzugang von Güterzügen auf der Seelinie Konstanz- Romanshorn- Rorschach. Ausserdem beantwortet es zehn konkrete Fragen, die in Zusammenarbeit mit der IG Seelinie und den betroffenen Gemeinden gestellt wurden. So sollte das Gutachten unter anderem klären, ob der Güterverkehr nachts eingeschränkt und am Wochenende ausgeschlossen werden könne oder ob es möglich sei, dass nur lärmsanierte Güterwagen auf der Strecke verkehren dürfen. Auch ein Verbot von Transitgüterzügen von Süddeutschland nach Vorarlberg sollte geprüft werden. Das Gutachten kommt jedoch zu dem Schluss, dass diese Massnahmen mit dem Grundsatz des freien Netzzugangs nicht vereinbar sind. Dieser wurde im Rahmen der bilateralen Verträge I zwischen der Schweiz und der EU geschlossen. Einen Handlungsspielraum sieht das Gutachten im rechtspolitischen Bereich. So hat der Kanton Thurgau bereits in der angelaufenen Revision der Eisenbahn-Netzzugangsverordnung ein verstärktes Bonus-/Malus-System für lärmige Güterwagen gefordert. Denkbar sei auch, durch politische Vorstösse die Freigabe von Finanzmitteln für die Lärmsanierung von Güterzügen zu fordern. Falls eine technische Studie belege, dass weniger Lärm durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erreichen sei, wäre diese zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh möglich, weil dann nur wenige Personenzüge verkehren. Das Gutachten sei zwar etwas enttäuschend, zeige aber, dass es politisch ein gewisses Potenzial gebe, sagte Brigitte Kaufmann-Arn, Vertreterin der Thurgauer Gemeinden entlang der Seelinie, auf Anfrage. So müsse man in Sachen Lärmsanierung mehr Druck machen und sich ein Bonus-/Malus-System für die Trassenpreise ansehen. Ein weiterer Punkt sei die nächtliche Höchstgeschwindigkeit. Insgesamt müsse die Zusammenarbeit mit dem Kanton und den eidgenössischen Parlamentariern vertieft werden.

25.8.09
Die Tage der Fahrradnummer sind gezählt. Die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates teilt ohne Gegenstimme die Ansicht des Ständerates, dass der Kleber als Versicherungsnachweis nicht mehr zeitgemäss sei. Die Velovignette verursache viel administrativen Aufwand und werde von der Polizei kaum mehr kontrolliert, heisst es in einer Mitteilung der KVF. Rund 90 Prozent der Velofahrer verfügten zudem über eine private Haftpflichtversicherung. Für Skis und Schlitten werde schliesslich auch keine Vignette verlangt. Nach dem Plazet der Nationalratskommission kann die KVF des Ständerates nun eine Vorlage für die kleine Kammer ausarbeiten. Den Anstoss hatte Ständerat Philipp Stähelin (CVP/TG) mit einer parlamentarischen Initiative gegeben.

25.8.09
Die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates lehnt eine SVP-Initiative ab, mehr Gelder aus den Strassen- und Autosteuern für den Strassenbau einzusetzen. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, gab sie dem Vorstoss mit 17 zu 9 Stimmen keine Folge. Die Initiative will, dass die vom Bund erhobenen Strassen- und Auto-Steuern zu mindestens 80 Prozent für den Unterhalt, Betrieb und Ausbau des Strassennetzes verwendet werden. Der Bund nimmt pro Jahr 7 Milliarden Franken an Steuern aus dem Motorfahrzeugverkehr ein. Von diesen Einnahmen gehen 2,6 Milliarden in den Strassenbau, 2 Milliarden in den öffentlichen Verkehr, 0,5 Milliarden an die Kantone und 2 Milliarden in die Bundeskasse. Die Kommissionsmehrheit will von diesem «fein austarierten» Verteilschlüssel nicht abweichen.

27.8.09
Mit einem Verkehrsmanagement will der Kanton Aargau den motorisierten Verkehr in der Region Baden-Wettingen verflüssigen. Der Strassenverkehr soll gesteuert, geleitet und gelenkt werden. Die Kosten für die Massnahmen betragen 56 Millionen Franken. Das geplante Verkehrsmanagement besteht aus Steuerungs- und Kommunikationsanlagen sowie Netzwerken, teilte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mit. Vorgesehen sind auch Geräte für die Verkehrserfassung und Signalanlagen. Strassen sollen umgebaut werden. Ziele seien die Lenkung des Verkehrs, die Bevorzugung der öffentlichen Busse sowie die Information der Verkehrsteilnehmenden über die aktuelle Verkehrssituation und die optimale Routenwahl. An die Gesamtkosten von 56 Millionen Franken will der Kanton 36 Millionen Franken bezahlen. Die Gemeinden der Region Baden-Wettingen sollen 20 Millionen Franken übernehmen. Der Bund wird voraussichtlich 5,5 Millionen Franken beisteuern. Die Vorschläge des BVU gehen in die Vernehmlassung. Entscheiden wird das Kantonsparlament zu einem späteren Zeitpunkt. Das Strassennetz in der Region Baden-Wettingen stösst seit Jahren an seine Kapazitätsgrenzen. Tag für Tag fahren gemäss BVU über 55'000 Autos ins Zentrum der Region. Rund 25'000 Personen nutzen jeden Tag die Busse des öffentlichen Verkehrs. Daher sind verschiedene Verkehrsknoten in den Spitzenzeiten am Morgen und am Abend überlastet. Lange Staus und starke Behinderungen des öffentlichen Busverkehrs sind die Folgen. Die prognostizierte Verkehrszunahme wird diese Situation verschärfen, wie das BVU festhält. Die Region Baden-Wettingen riskiere, ihre gute Erreichbarkeit und damit ihre Standortattraktivität zu verlieren.

27.8.09
Rapperswil-Jona soll durch einen Tunnel vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Die erste Etappe kann nach jahrelanger Planung jetzt gebaut werden. Dies teilten die Stadt und das kantonale Baudepartement mit. Die Verkehrsentlastung sei für Rapperswil-Jona von grosser Bedeutung, heisst es im Communiqué. Das Projekt wurde vom Kantonsrat im Strassenbauprogramm als prioritär bezeichnet, und der Bund hat für die erste von drei Etappen 73 Millionen Franken in Aussicht gestellt. Der Ortskern soll vom Seedamm bis zum Areal Teuchelweiher-Zürcherstrasse untertunnelt werden. Für das Projekt wurden zwei Varianten geprüft. Die bisherige oberirdische Durchgangsstrasse soll zum öffentlichen Raum werden. Darin liege für Rapperswil-Jona grosses Potenzial, heisst es.

27.8.09
Die Pausen-Vorschriften auf den NEAT-Baustellen werden nun weitgehend befolgt. Mit Befriedigung hat die NEAT-Aufsichtsdelegation der eidgenössischen Räte (NAD) davon Kenntnis genommen. Letztes Jahr hatte die NAD den Zusammenhang zwischen den Pausenregelungen und der Unfallhäufigkeit auf NEAT-Baustellen thematisiert. Arbeitszeitkontrollen des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) auf Tunnelbaustellen generell zeigten denn auch, dass die Vorschriften teils mangelhaft eingehalten werden. Die kantonalen Behörden sicherten in der Folge zu, die nötigen Massnahmen zu treffen. Die auf Wunsch der NAD 2009 vorgezogene Nachkontrolle auf NEAT-Baustellen ergebe ein erfreuliches Bild, teilte die Delegation mit. Die Fortschritte dürften nun aber nicht wieder gefährdet werden. Wirkung zeitigte auch die Empfehlung der NAD an die SBB, die Investitionskosten für die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels zu optimieren. Der im Frühjahr 2009 angemeldete Mehrbedarf von 112 Millionen Franken konnte um 37 Millionen gesenkt werden - vorab mit dem Verzicht auf ein Erhaltungszentrum und die spätere Beschaffung von Erhaltungszügen. Wie die NAD schliesslich zur Kenntnis nehmen konnte, schritten die Arbeiten am Gotthard-Basistunnel im ersten Halbjahr 2009 planmässig voran. Am 1. August erreichten die Vortriebsarbeiten die Marke von 90 Prozent. Laut NAD laufen auch die Vorbereitungen für die Bahntechnik auf Hochtouren.

28.8.09
Im Walliser Chablais ist der 150. Geburtstag der «Tonkin»-Linie gefeiert worden. Die Bahnlinie verbindet das Wallis über das südliche Genferseeufer mit Genf. Am 14. Juli 1859 war das Teilstück Le Bouveret- St-Maurice in Betrieb gegangen. Um den Jahrestag zu begehen, haben die Organisatoren, darunter die Walliser Bahngesellschaft RegionAlps und der Kanton Wallis, zahlreiche Veranstaltungen geplant. Sie wollen dabei die Entwicklung des Verkehrs über die letzten 150 Jahre nachzeichnen. Dabei beschränken sich die Organisatoren nicht nur auf die Eisenbahn: Neben alten Dampflokomotiven und den neuen Domino-Zügen dürfen die Festbesucherinnen und Festbesucher auch das Solarboot «Aquarel» sowie alte Postbusse und andere Oldtimer des Strassenverkehrs bestaunen. Der Bau der «Tonkin»-Linie geht auf französische Grossmachtsvisionen zurück. Frankreich sollte über diese Bahnlinie direkt an die geplante Simplonlinie angeschlossen werden. Fernziel war eine durchgehende Bahn-Verbindung von Frankreich in den fernen Osten - zur Kolonie in Indochina. Im Volksmund trug diese Vision der Bahnlinie den Namen «Tonkin» ein. Andere Quellen führen den Namen dagegen auf die französischen Ingenieure zurück, welche die Schienenstränge durch die damals noch sumpfige Rhoneebene verlegten. Angesichts der Bedingungen im Chablais vor der 1. Rhonekorrektion hatten sie sich an die Landschaft in Südostasien erinnert gefühlt. Die Bahnlinie sollte jedoch nie die erhoffte Bedeutung erlangen. Rasch wurde sie von der über das nördliche Genferseeufer führenden Bahn überflügelt. 1938 wurde auf den französischen Abschnitten der Personentransport eingestellt, bevor die Linie während des Zweiten Weltkriegs wieder eine gewisse Bedeutung erlangte. Während auf den Schweizer Abschnitten danach weiter investiert wurde, verlotterte die Bahn in Frankreich, so dass dort 1988 der Güterverkehr und 1998 auch der touristische «Rive-Bleue Express» eingestellt wurden. Heute ist nur noch der Abschnitt ab dem Grenzdorf St-Gingolph VS Richtung Simplonlinie in Betrieb. Es gibt jedoch berechtigte Hoffnungen auf einen Neubeginn. In den letzten vier Jahren wurden auf Schweizer Seite Schienen, Bahnübergänge und Bahnhöfe saniert. Die Kantone Wallis und Genf sowie die Region Rhône-Alpes planen bis 2012/2013 zudem die Wiedereröffnung des Abschnitts Evian- St-Gingolph für den touristischen Betrieb.

28.8.09
Die Bündner Kantonsregierung hat die Kompetenz, den Oberengadiner Flughafen Samedan zu verkaufen. Der Grosse Rat wies eine Aufsichtsbeschwerde ab, in der die Zustimmung des Kantonsparlaments zum Verkauf gefordert wurde. In seiner einstimmigen Entscheidung folgte der Rat dem Antrag seiner Geschäftsprüfungskommission. Diese war zum Schluss gekommen, dass die Regierung juristisch ermächtigt sei, den Flughafen an die Engadin Airport AG zu verkaufen. Die Aktiengesellschaft gehört der Investorengruppe um den Zürcher Financier Urs E. Schwarzenbach. Die Oberengadiner Beschwerdeführer wollen einen Verkauf verhindern. Sie hatten sich bereits im Januar mit einer von 2'500 Personen unterzeichneten Petition an das Parlament gewandt. Die Verkaufsgegner sind der Meinung, dass der Flugplatz für das Hochtal von zu grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung sei, um ihn vollständig in private Hand zu geben. Der höchstgelegene Flugplatz Europas solle vielmehr in öffentlichem Eigentum bleiben und in einer Partnerschaft mit einer Betreiberfirma geführt werden, so die Verkaufsgegner. Für ihre Forderung erhalten sie Schützenhilfe aus dem Parlament. 50 der 120 Abgeordneten reichten einen Vorstoss ein, in welchem die Regierung aufgefordert wird, ihre Verkaufspläne zu überdenken. Die Regierung solle prüfen, ob der Betrieb nicht im Baurecht und mit Pacht- und Betriebsverträgen geregelt werden könne. Die Engadin Airport AG, die den Flugplatz seit Mai 2004 betreibt, hat wegen der Opposition ein Ausbauprojekt im Umfang von rund 60 Millionen Franken gestoppt. Bisher investierte die Gesellschaft nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag in die Sanierung des Flughafens. Nach einem Flugunfall im Februar sind die Verhandlungen zwischen der Engadin Airport AG und dem Kanton aber ohnehin ins Stocken geraten, wie die Kantonsregierung in ihrer Vernehmlassung zur Aufsichtsbeschwerde schreibt. Das Bundesamt für Luftfahrt hat dem Flughafen nach dem Crash Auflagen zur Schneeräumung gemacht, deren Kosten den Flugbetrieb für die Engadin Airport AG grundsätzlich in Frage stellen. Die Flughafenbetreiberin wehrt sich dagegen. Sie wandte sich an das Bundesverwaltungsgericht und will einen rechtskräftigen Entscheid abwarten, bevor sie sich wieder an den Verhandlungstisch setzt.

28.8.09
Rund 260 Fachleute haben in Bern am neunten Berner Verkehrstag die Bedeutung der Energieeffizienz für die Verkehrspolitik diskutiert. Es brauche mehr als sparsame Motoren, lautet gemäss der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion das Fazit. Für mehr Energieeffizienz im Verkehr seien auch ein intelligentes Verkehrsmanagement, ein höherer Anteil des öffentlichen Verkehrs, wo dies zweckmässig sei, und eine bessere Abstimmung der Raum- und Verkehrsplanung gefragt. Das sagte laut der Mitteilung ihrer Direktion die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer in ihrem Eröffnungsreferat. Es gehe nicht darum, die Mobilität einzuschränken, so Egger weiter, sondern darum, auch die Fortbewegung energiearmer zu gestalten. Immerhin ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz entfalle auf den Verkehr. 96 Prozent der Mobilität basiere auf dem nicht unerschöpflichen Rohstoff Erdöl. Die kantonale Strategie, um den Verkehr in Richtung nachhaltige Entwicklung zu bringen, lasse sich mit den Begriffen «vermeiden», «verlagern», «verträglich gestalten» umschreiben, so Egger. Konkretisiert wurde die Thematik in den nachfolgenden Referaten. Hansruedi Kunz, Leiter der Energiefachstelle des Kantons Zürich, zeigte den Zusammenhang zwischen der Siedlungsstruktur und dem Energieverbrauch auf. Die höhere Energieeffizienz von Gebäuden werde durch den Trend zu mehr Wohnfläche und längeren Wegen weitgehend kompensiert. Laut Alexander Erath vom Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich beeinflussen höhere Treibstoffpreise die Wahl des Verkehrsmittels und des Autotyps durchaus. Sie veranlassen aber kaum jemanden, den Wohnort zu wechseln. Peter de Haan vom Institut für Umweltentscheidungen der ETH Zürich zog einen Vergleich der Energieeffizienz der verschiedenen Transportmittel. Klar am meisten Energie verbrauchen Fahrzeuge, die mit fossilen Energieträgern angetrieben werden. Ein hohes Sparpotenzial liege deshalb beim klassischen Verbrennungsmotor, der zunehmend hybridisiert werde. Rémy Chrétien von der SBB erklärte, sein Unternehmen beabsichtige, mit einem umfassenden Massnahmenpaket den Energieverbrauch um rund 10 Prozent zu senken. Das grösste Potenzial sieht Chrétien in einer flüssigen Betriebsabwicklung. Michael Kaufmann, Programmleiter EnergieSchweiz, bezeichnete den Kanton Bern in der Energiepolitik als vorbildlich. Er müsse aber auch die Mobilität darin aufnehmen.

31.8.09
Ab kommendem Montag halten 18 zusätzliche S-Bahn-Züge im Basler Quartierbahnhof St. Johann, wie die SBB mitteilte. Diese Züge zwischen Basel und Mülhausen (F) sind bisher in St. Louis (F) durchgefahren; nun haben sich die Zollverwaltungen geeinigt. Das alte Zollabkommen hatte diesen Regionalzügen den Halt im Quartierbahnhof verunmöglicht. Jahrelange Verhandlungen haben nun zu einer Einigung geführt. Der französische Zoll kann indes in diesen Zügen alle Passagiere kontrollieren, wie es weiter hiess. Das neue Angebot kommt insbesondere Pendlern aus dem Elsass zu Gute, die in der chemischen Industrie in Basel-Nord arbeiten: Der bisherige Umweg über den Bahnhof SBB fällt so weg. Ab Ende September hält zudem die Basler Tramlinie 1 direkt vor dem Bahnhofgebäude St. Johann.

31.8.09
Dieselbetriebene Personen- und Lieferwagen brauchen Partikelfilter. Dies ist die Folge der Abgasnorm EURO-5, die in Kraft tritt und Aufnahme in eine Verordnung des Bundes gefunden hat. Die Automobilindustrie sei auf die EURO-5-Norm vorbereitet gewesen, teilte das Bundesamt für Strassen (ASTRA) mit. Bereits heute seien fast 90 Prozent der in der Schweiz zugelassenen Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern zur Reduktion des krebserregenden Feinstaubs ausgerüstet. Ab sofort erhalten neue Fahrzeugmodelle nur noch dann eine schweizerische Typengenehmigung, wenn sie die EURO-5-Norm erfüllen. Bereits typengenehmigte Fahrzeuge können noch bis Ende 2010 ohne diese Norm eingeführt werden. Ab 2011 ist nur noch der Import von Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen mit EURO-5-Norm erlaubt. 2014/15 wird die EURO-5-Norm durch die EURO-6-Norm abgelöst. Vorgesehen sind dann vor allem tiefere Grenzwerte für Stickoxidemissionen (NOx) bei Dieselfahrzeugen.

31.8.09
Wer im Kanton Bern ein umweltfreundliches Auto kauft, wird ab 2011 mit tieferen Autosteuern belohnt. Wer eine «Dreckschleuder» fährt, muss tiefer in die Tasche greifen. Der bernische Grosse Rat hat das Gesetz über die Besteuerung der Strassenfahrzeuge in erster Lesung mit 94 zu 16 Stimmen bei 13 Enthaltungen verabschiedet. Es sieht eine generelle Senkung des Grundsteueransatzes von heute 360 auf 340 Franken vor. Die bisherige Bemessungsgrundlage per Gewicht und Anzahl Tage der Zulassung zum Verkehr wird beibehalten. Um die Senkung wurde im Rat noch heftig gefeilscht. Es lagen Vorschläge für Senkungen um 10, 20 oder 50 Franken vor. Schliesslich entschied sich der Rat für die Vorlage von Regierung und Kommission mit einer Senkung um 20 Franken. Die SP/JUSO-Fraktion verlangte ausserdem die Rückweisung eines Artikels um zu prüfen, ob die Steuerskala nicht besser progressiv oder zumindest linear ausgestaltet werden müsste statt wie bisher degressiv. Damit drang sie aber nicht durch. Ausgehend von der Normalsteuer werden die Fahrzeuge in verschiedene Kategorien je nach Energieeffizienz eingeteilt. Besonders energieeffiziente Fahrzeuge erhalten für eine begrenzte Zeit nach der Inverkehrssetzung eine Steuerermässigung von bis zu 80 Prozent. Halter besonders umweltschädlicher Fahrzeuge zahlen dauerhaft einen Zuschlag von bis zu 30 Prozent. Vereinzelte Votanten kritisierten, dass der Bonus befristet, der Malus hingegen dauerhaft ausgestaltet sei. Derzeit geht die Regierung von einer Geltungsdauer des Bonus von drei Jahren aus. Sie soll die Dauer in einer Verordnung regeln und bei Bedarf anpassen können. Durch die Gesetzesänderung sollen Neuwagenkäufer einen Anreiz erhalten, sich für ein besonders umweltfreundliches Fahrzeug zu entscheiden. Die Gesetzesänderungen sollen auf Anfang 2011 in Kraft treten. Der Rat führt eine zweite Lesung durch.

31.8.09
Mit der Volksinitiative «Stau weg!» will der TCS Zürich die vorgezogene Realisierung mehrerer Strassenbauprojekte erreichen. Dies soll die Verkehrssituation im Kanton verbessern. Die Initianten reichten ihr Begehren heute ein. Die «Stau weg!»-Initiative zielt auf die Einreichung einer Standesinitiative ab. Konkret geht es um fünf Projekte, die gemäss TCS bis 2025 realisiert sein sollen, da für Nationalstrassen allein der Bund zuständig ist: Glattal- und Oberlandautobahn, Ausbau Umfahrung Winterthur, Stadt- und Waidhaldetunnel sowie der Westast Zürich. Für eine rasche Entschärfung der Stausituation in der Zwischenzeit verlangt die Initiative vom Bund, betriebliche Massnahmen zu ergreifen. Dazu gehören etwa die Umnutzung von Standstreifen oder Wechselsignalisierungen. Das Begehren wurde mit über 7'000 Unterschriften eingereicht, wie der TCS mitteilte. Für das Zustandekommen der Initiative sind 6'000 gültige Unterschriften erforderlich.

 

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