Daten und Fakten zum Verkehrswesen - LITRA-Verkehrsstatistik 2004
litra. 2003 wurden etwas über 4 Milliarden Franken in die Strasseninfrastruktur und 3,9 Milliarden Franken in die Schieneninfrastruktur investiert. Der geschätzte Verkehrsanteil des privaten Personenverkehrs auf der Strasse in der Schweiz betrug 2003 78,8 Prozent und beim öffentlichen Verkehr 21,2 Prozent. In den letzten drei Jahren verringerte der gesamte Verkehr seinen Energieverbrauch um 5,1 Prozent. Mit ihren Aufträgen an die einheimische Wirtschaft sicherten die öffentlichen Transportunternehmungen im Jahre 2003 direkt und indirekt etwas über 100’000 Arbeitsplätze. Diese und andere Daten und Fakten gehen aus der soeben erschienenen LITRA-Verkehrsstatistik 2004 hervor, welche kostenlos bezogen werden kann. Der Vergleich der Infrastrukturinvestitionen für Schiene und Strasse zeigt gemäss der LITRA-Statistik, dass 2003 insgesamt 3,876 Milliarden Franken in die Infrastruktur der Schiene und 4,065 Milliarden Franken in jene der Strasse flossen. Zu Beginn der 90er Jahre beliefen sich die Infrastrukturausgaben für die Schiene noch auf knapp 2 Milliarden Franken, jene der Strasse auf 3,7 Milliarden Franken. Zu Beginn der 70er Jahre war der Unterschied mit 0,4 Milliarden Franken (Schiene) bzw. 2 Milliarden Franken (Strasse) noch grösser. Das heute ausgewogenere Investitionsverhältnis Strasse:Schiene ist vor allem auf den Bau der 1. Etappe von Bahn 2000, der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) am Gotthard und am Lötschberg sowie der Massnahmen zur Lärmsanierung des Schienennetzes bei gleichzeitiger Stagnation der Investitionen für das Strassennetz zurückzuführen. Das Investitionsverhältnis zwischen den beiden Verkehrsträgern, welches in den 70er und 80er Jahren noch 1:5 zugunsten der Strasse lautete, ist nun fast ausgewogen. Mit dem fortschreitenden Bau der Grossprojekte des öffentlichen Verkehrs wird sich dieses Verhältnis in den nächsten Jahren nicht wesentlich verändern.
Der LITRA-Verkehrsstatistik kann weiter entnommen werden, dass sich die Benutzung der Verkehrsmittel in der Schweiz 2003 (geschätzte Anteile der einzelnen Verkehrsträger) gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht hat. Die Zahl der Personenkilometer (Anzahl Reisende mal gefahrene Distanz) belief sich im öffentlichen Verkehr gemäss den teilweise noch provisorischen Angaben auf 24'239 Millionen Personenkilometer (Anteil von 21,2 Prozent) und im privaten Strassenverkehr auf 90’022 Millionen Personenkilometer (78,8 Prozent). Das Gesamtverkehrsaufkommen auf Strasse und Schiene ist von 112'736 (2002) auf 114‘261 (2003) Millionen Personenkilometer gestiegen. 2003 beförderten die öffentlichen Transportunternehmungen der Schweiz aufgrund von teilweise noch provisorischen Angaben insgesamt 1,936 Milliarden Fahrgäste. In der Schweiz hatte es 2003 total 4,1 Mio Fahrräder, womit rein rechnerisch mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung über ein Velo verfügt.
Wie die LITRA-Statistik ebenfalls aufzeigt, sicherten die Aufträge der öffentlichen Transportunternehmungen aufgrund der neusten zur Verfügung stehenden Zahlen 2003 direkt und indirekt etwas über 100'000 Arbeitsplätze. Die Vergebungen der öffentlichen Verkehrsunternehmungen erfolgten zu über 95 Prozent im Inland. Der öffentliche Verkehr als Ganzes hat somit seine grosse Bedeutung als Auftrag- und Arbeitgeber für die einheimische Wirtschaft im Rahmen der Vorjahre beibehalten.
Einen interessanten Einblick in das Verkehrswesen unseres Landes gibt die LITRA-Zahlenstatistik auch beim Endenergieverbrauch nach Verbrauchergruppen. Vom gesamten Endenergieverbrauch 2003 in der Schweiz von 873'060 Terajoules entfallen 287'070 Terajoules auf den Bereich Verkehr. Gegenüber 2000 verringerte der Verkehr somit seinen Verbrauch insgesamt um 5,1 Prozent. An den 287’070 Terajoules hat der Strassenverkehr im Jahr 2003 einen Anteil von 77 Prozent, der Luftverkehr einen Anteil von 19 Prozent und die Schiene einen Anteil von lediglich 4 Prozent. (Der öffentliche Busverkehr ist beim Strassenanteil mit ca. 1 Prozent beteiligt). Auch beim gesamten Stromverbrauch schliessen die Bahnen 2003 mit einem Anteil von nur 5 Prozent nach wie vor vergleichsweise günstig ab. In bezug auf die Sicherheit beim Reisen (Unfallhäufigkeit mit verletzten und getöteten Reisenden) zeigt die LITRA-Statistik, dass die öffentlichen Verkehrsmitteln 30 mal sicherer sind als das motorisierte private Verkehrsmittel. Die LITRA-Statistik enthält wie gewohnt weitere interessante Daten und Fakten zum Verkehr wie zum Beispiel über das Verkehrsverhalten der Schweizer Bevölkerung, die Netzlänge und die Anzahl Beschäftigten bei den öffentlichen Verkehrsunternehmungen, die Tarif- und Lebenskostenindizes, über die Verwendung der für Strassenaufgaben zweckgebundenen Einnahmen, die Anzahl der Nutzfahrzeugfahrten im alpenquerenden Güterverkehr, den mengenmässigen alpenquerenden Güterverkehr, die Ausgaben der privaten Haushalte im Jahre 2000, u.a.m.
Die übersichtliche und informative Statistik kann kostenlos gegen Einsendung eines mit 85 Rappen frankierten und adressierten Briefumschlages beim Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr LITRA, Postfach 7123, 3001 Bern, bezogen werden. Zudem kann sie auf dieser Homepage eingesehen werden.
|