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Ausgewogenes Investitionsverhältnis Strasse:Schiene

Daten und Fakten zum Verkehrswesen - LITRA-Verkehrsstatistik 2008


litra. (24.3.2009) 2007 wurden knapp 4,2 Milliarden Franken in die Strasseninfrastruktur und 3,7 Milliarden Franken in die Schieneninfrastruktur investiert. Der geschätzte Verkehrsanteil des privaten Personenverkehrs auf der Strasse in der Schweiz betrug 2007 77,3 Prozent und beim öffentlichen Verkehr 22,7 Prozent. Mit ihren Aufträgen an die einheimische Wirtschaft sicherten die öffentlichen Transportunternehmungen im Jahre 2007 direkt und indirekt etwas über 100’000 Arbeitsplätze. Diese und andere Daten und Fakten gehen aus der soeben erschienenen LITRA-Verkehrsstatistik 2008 hervor, welche kostenlos bezogen werden kann.

Der Vergleich der Infrastrukturinvestitionen für Schiene und Strasse zeigt gemäss der LITRA-Statistik, dass 2007 insgesamt 4,174 Milliarden Franken in die Infrastruktur der Strasse und 3,742 Milliarden Franken in jene der Schiene flossen. Zu Beginn der 90er Jahre beliefen sich die Infrastrukturausgaben für die Schiene noch auf knapp 2 Milliarden Franken, jene der Strasse auf 3,7 Milliarden Franken. Zu Beginn der 70er Jahre war der Unterschied mit 0,4 Milliarden Franken (Schiene) bzw. 2 Milliarden Franken (Strasse) noch grösser. Das heute ausgewogenere Investitionsverhältnis Strasse:Schiene ist vor allem auf den Bau der ersten Etappe von Bahn 2000, der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) am Gotthard (im Bau) und am Lötschberg (fertig erstellt), der ersten Bauten für den Anschluss der Schweiz an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz (HGV) sowie auf die Massnahmen zur Lärmsanierung des Schienennetzes zurückzuführen. Gleichzeitig stagnierten die Investitionen für das Strassennetz auf hohem Niveau. Das Investitionsverhältnis zwischen den beiden Verkehrsträgern, welches in den 70er und 80er Jahren noch 1:5 zugunsten der Strasse lautete, ist nun fast ausgewogen. Mit dem weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Rahmen der Vorlage über die Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB 1) und in absehbarer Zeit gemäss der Botschaft über Bahn 2030 wird sich das Investitionsverhältnis in den nächsten Jahren in dieser Grössenordnung halten können.

Der LITRA-Verkehrsstatistik kann weiter entnommen werden, dass sich die Benützung der Verkehrsmittel in der Schweiz 2007 (geschätzte Anteile der einzelnen Verkehrsträger) gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht hat. Die Zahl der Personenkilometer (Anzahl Reisende mal gefahrene Distanz) belief sich im öffentlichen Verkehr gemäss den teilweise noch provisorischen Angaben auf 27'448 Millionen Personenkilometer (Anteil von 22,7 Prozent, Vorjahr 22,1 Prozent)

und im privaten Strassenverkehr auf 93’267 Millionen Personenkilometer (77,3 Prozent, Vorjahr 77,9 Prozent). Das Gesamtverkehrsaufkommen auf Strasse und Schiene ist 2007 auf 120‘715 Millionen Personenkilometer gestiegen (Vorjahr 117'686 Mio.). 2007 beförderten die öffentlichen Transportunternehmungen der Schweiz aufgrund von teilweise noch provisorischen Angaben insgesamt 2,034 Milliarden Fahrgäste. In der Schweiz hatte es 2007 total 4,2 Mio Fahrräder, womit rein rechnerisch mehr als die Hälfte der Einwohner der Schweiz über ein Velo verfügt.

Wie die LITRA-Statistik ebenfalls aufzeigt, sicherten die 2007 erfolgten Aufträge der schweizerischen Transportunternehmungen in der Höhe von etwas über 5 Milliarden Franken direkt und indirekt rund 100'000 Arbeitsplätze. Die Vergebungen der öffentlichen Verkehrsunternehmungen erfolgten zu über 90 Prozent im Inland. Der öffentliche Verkehr als Ganzes hat somit seine grosse Bedeutung als Auftrag- und Arbeitgeber für die einheimische Wirtschaft im Rahmen der Vorjahre beibehalten.

Einen interessanten Einblick in das Verkehrswesen unseres Landes gibt die LITRA-Zahlenstatistik auch beim Endenergieverbrauch nach Verbrauchergruppen. Vom gesamten Endenergieverbrauch 2007 in der Schweiz von 865'420 Terajoules entfallen 300'530 Terajoules auf den Bereich Verkehr. 77 Prozent davon entfallen auf den Strassenverkehr, 19 Prozent auf den Luftverkehr und 4 Prozent auf den Schienenverkehr (Der öffentliche Busverkehr ist beim Strassenanteil mit ca. 1 Prozent beteiligt). Auch beim gesamten Stromverbrauch von 206’266 Terrajoules schliessen die Bahnen 2007 mit einem Anteil von nur 5 Prozent nach wie vor vergleichsweise günstig ab. In bezug auf die Sicherheit beim Reisen (Unfallhäufigkeit mit verletzten und getöteten Reisenden) zeigt die LITRA-Statistik, dass die öffentlichen Verkehrsmitteln 49 mal sicherer sind als das motorisierte private Verkehrsmittel. Schliesslich gibt die LITRA-Verkehrsstatistik Auskunft über die Entwicklung der Tarif- und Lebenskostenindizes. Diese zeigen, dass die Kosten für den Betrieb von Personenwagen, die Löhne und Gehälter, die Konsumentenpreise sowie die Preise für Treibstoffe gegenüber dem Vorjahr teilweise deutlich gestiegen sind, die Fahrpreise der Bahn jedoch stagnierten.

Die LITRA-Statistik enthält wie gewohnt weitere interessante Daten und Fakten zum Verkehr wie zum Beispiel über das Verkehrsverhalten der Schweizer Bevölkerung, die Netzlänge und die Anzahl Beschäftigten bei den öffentlichen Verkehrsunternehmungen, über die Verwendung der für Strassenaufgaben zweckgebundenen Einnahmen, die Anzahl der Nutzfahrzeugfahrten im alpenquerenden Güterverkehr, den mengenmässigen alpenquerenden Güterverkehr, die Ausgaben der privaten Haushalte, u.a.m.

Die übersichtliche und informative Statistik kann kostenlos gegen Einsendung eines mit 85 Rappen frankierten und adressierten Briefumschlages beim Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr LITRA, Postfach 7123, 3001 Bern, bezogen werden. Zudem können die Zahlen auf dieser Website unter "Verkehrsstatistik" eingesehen werden.

 

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