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Autofahrer in Bern am schnellsten

Ausgebauter öffentlicher Verkehr hilft dem privaten Verkehr


litra. Wie eine Untersuchung der ETH Lausanne zeigt, kommt ein gut ausgebauter öffentlicher Verkehr all jenen Autofahrern zugute, die auf ihr Verkehrsmittel wirklich angewiesen sind: Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf verschiedenen Strassen ist in der Bundesstadt, welche den höchsten öV-Anteil aller Städte hat, höher als etwa in Genf oder Lausanne.

Mit einer gross angelegten Untersuchung versuchte die ETH Lausanne in den Städten Bern, Lausanne und Genf zu ergründen, welche Einflussfaktoren hinter der Wahl des öffentlichen Verkehrsmittels oder des Autos stecken. Das Fazit der Befragung von 1500 Erwerbstätigen: Je nach Parkplatzangebot, direkten Bus- und Tramverbindungen und der Fahrplandichte fällt die Wahl auf das in den Augen des Benützers "praktischere" Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit (siehe Tabelle 1). Umgemünzt auf die drei untersuchten Städte zeigte sich die Vorreiterrolle der Bundesstadt, die auf einem guten Tram- und Busangebot und einer strikten Parkplatzpolitik beruht. Zudem liegt in Bern ein Grossteil der Arbeitsplätze im Zentrum der Stadt und der Agglomerationen, während die Arbeitszonen in Lausanne und Genf viel weiter gestreut sind. So fahren in Bern 45 Prozent der Befragten mit dem Auto zur Arbeit und 37 Prozent mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In Lausanne wählen dazu 64 Prozent das Auto und 19 Prozent Tram und Bus, während in Genf gar 60 Prozent mit dem Auto und lediglich 16 Prozent mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Die übrigen benützen Motorräder, Park + Ride, Velos oder gehen zu Fuss. Auffallend ist wiederum die Stadt Bern, wo elf Prozent mit dem Velo zur Arbeit radelt (Lausanne: drei Prozent, Genf: sechs Prozent).

68 Prozent der Bernerinnen und Berner mit Tram und Bus zum Einkauf
Noch deutlichere Resultate zeigen sich beim Einkaufsverkehr (siehe Tabelle 2): Hier schwingt Bern mit 68 Prozent Anteil des öffentlichen Verkehrs obenaus, während Lausanne 26 Prozent und Genf 32 Prozent aufweisen. Umgekehrt benützen 14 Prozent der Personen in Bern beim Einkaufen das Auto; in Lausanne sind es 53 Prozent und in Genf 44 Prozent.

Günstiger Einfluss auf den Autoverkehr
Erstaunlicherweise profitieren nun gerade in Bern mit dem höchsten öV-Anteil die Autofahrer davon, dass ein Grossteil der Pendler mit dem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist (Tabelle 3): Nicht nur werden die Strassen von zahlreichen Privatfahrzeugen entlastet, auch die auf den Strassen beobachteten Geschwindigkeiten sind in Bern höher als in Lausanne und Genf. Mit anderen Worten: Wer in der Bundesstaat tatsächlich auf das Privatfahrzeug angewiesen ist, kommt dank gut ausgebautem öffentlichem Verkehr (und dank Restriktionen bei den Parkplätzen) in Bern tatsächlich rascher ans Ziel. Besonders der Güterzubringerdienst auf der Strasse profitiert ganz konkret davon, wenn ein grosser Anteil der Berufstätigen und der Einkaufenden mit dem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist und die Strasse frei geben für die notwendigen Fahrten und Transporte.

 

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