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Bereits 261 Bedarfsangebote

Bei Anruf … Bus


litra. (29.9.2009) Rufbusse, Buxi, Allo?Bus, PubliCar, MobiCité, Flexi-Boat, Bus sin dumonda, Ring and ride und CasaCar – mit all diesen verschiedenen Bezeichnungen wird in der Schweiz jenes System benannt, das die Vorteile des öffentlichen Verkehrs mit dem bedarfsgerechten Einsatz der Fahrzeuge kombiniert. Seit der Einführung ist ein markanter Zuwachs dieser Angebote festzustellen: Waren es zu Beginn Mitte 1993 noch rund 30 Rufbus-Angebote, so können heute 261 Angebote auf Buslinien, Seilbahnen und Schiffen auf (telefonischen) Abruf benützt werden. Das Angebot hat sich also mehr als verachtfacht, wobei allein in den letzten zwei Jahren (seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2006) 25 neue Busangebote hinzugekommen sind.

Nach einem bedächtigen Start hat der Gedanke der Rufbusse nun auch in der Schweiz Fuss gefasst: Waren zu Beginn Mitte 1993 noch rund 30 Bedarfsangebote bekannt, so bestehen nun genau 261 Angebote auf Buslinien, Seilbahnen und Schiffen. Dazu kommt noch rund ein Dutzend städtischer und regionaler Rufbusse. Zudem lässt die Rhätische Bahn einige Züge der Albulalinie in Alvaneu und Surava nach telefonischer Voranmeldung anhalten.

Auch der öffentliche Verkehr muss stets darnach trachten, den Betrieb auf möglichst kostengünstige Art abzuwickeln. Dazu kommt, dass dünn besiedelte Gebiete, die bisher auf einen Anschluss an den öffentlichen Verkehr verzichten mussten, jetzt mit bedarfsgerechten Angeboten ebenfalls erschlossen werden können. Haben sich 1993 noch die Kantone Luzern, Aargau und Graubünden als eigentliche Pioniere der Rufbus-Idee hervorgetan, so ist dieses System heute in der ganzen Schweiz auf Erfolgskurs. Mit der vermehrten Verbreitung der Mobiltelefone ist der Zugang zu den Bedarfsangeboten stark erleichtert worden. Auch die Bahn 2000 setzt auf den Bedarfsbus, denn schliesslich kommt es auf die ganze Transportkette an.

PubliCar auf dem Vormarsch
Insbesondere bei Postauto Schweiz hat die Idee der Rufbusse unter dem Markenzeichen «PubliCar®» eine starke Ausbreitung erfahren. Nach ersten Pilotversuchen ab 28. Mai 1995 in den Regionen Oron (VD) und Frauenfeld West (TG) kamen seit dem 1. Juni 1997 auch die Regionen Ajoie (JU) und March-Linth hinzu. Dazu gesellten sich der Rufbus Bucheggberg (BE/SO) sowie das PubliCar-Angebot im Raum Sargans/Walenstadt.

Seit Ende Mai 1999 bestehen zudem neue PubliCar-Angebote in den Regionen Grandson, Yverdon, Echallens, Thierrens, Sursee, Frauenfeld (Sonnenberg), Weinfelden (Nollen und Göögelland) und La Brévine. Im Jahr 2000 sind neu die PubliCar-Angebote Delémont, Brigerberg, Simplon Süd und Appenzell hinzugekommen. Seit dem Fahrplanwechsel vom Sommer 2001 stehen weitere PubliCar-Angebote im Waadtland und im Thurgau zur Verfügung. Und seit Mitte Dezember 2002 bestehen auch PubliCar-Kurse in den Regionen La Côte, Orbe, Payerne, Avenches und Oberegg–Reute (Nachtbus). Seit Mitte Dezember 2007 steht nun auch der Stadt Monthey der PubliCar zur Verfügung, und zwar Montag bis Freitag von 8.30 bis 11.30 und 14.00 bis 16.30 Uhr.

Beim PubliCar wird der Fahrgast innerhalb des definierten Gebiets von Tür zu Tür befördert. Der Kunde hat dabei lediglich seinen Fahrwunsch via Gratis-Telefonnummer der Dispositionszentrale zu melden. Zum normalen öV-Tarif bezahlt der Benutzer einen Zuschlag. Den Rufbusangeboten sind im Offiziellen Kursbuch (gelber Teil für die Autobusse) unter den Fahrplanfeldern 10.000, 21.000, 60.000, 70.000 und 80.000 informative Seiten gewidmet. Zudem vermittelt die Rückseite der dem gelben Kursbuchteil beigelegten Schweizerkarte Informationen über die Einsatzgebiete und die Telefonnummern der Rufbusse.

Auch Bedarfs-Seilbahnen und Schiffe
Neben den Autobussen bieten aber auch einige Seilbahnen gewisse Früh- und Spätfahrten auf entsprechende Voranmeldung an. Drei Seilbahnen im Kanton Uri können dank Jetonbetrieb sogar einen 24-Stunden-Service anbieten. Zudem ist im Offiziellen Kursbuch auch ein Rufschiff vermerkt, und zwar auf dem Vierwaldstättersee: Jeweils an Samstagen verkehrt das erste Kurspaar zwischen Brunnen und Treib nur auf telefonische Voranmeldung.

Bedienung von Zwischenstationen auf Bedarf
Auf 18 Autobuslinien, drei Seen und zwei Bahnlinien bedarf der Wunsch, auf bestimmten Zwischenstationen einsteigen zu können, einer telefonischen Voranmeldung. Mit dem seit einigen Jahren bei der Haltestelle «Hardern Linde» (Linie Lyss–Schnottwil–Büren an der Aare) installierten Lichtsignal lassen sich elegant unnötige Umwegsfahrten zu dieser Haltestelle vermeiden, wenn gar kein Fahrgast einzusteigen wünscht.

Zudem kann in Surava und Alvaneu auf telefonische Voranmeldung ein Zugshalt zwischen Tiefencastel und Thusis vereinbart werden.

Idee funktioniert auch im Ausland
Die Rufbusse sind beileibe keine typisch schweizerische Idee: So findet man beispielsweise in der holländischen Provinz Friesland sogenannte «Belbusse» («bellen» bedeutet: klingeln, anrufen). Wenn im entsprechenden Fahrplanfeld anstelle der Abfahrtzeit ein Telefonsymbol aufgeführt ist, so hat sich der Reisende telefonisch anzumelden. Dieser Gratisanruf landet auf einer einheitlichen regionalen Reservierungszentrale, die täglich bis Mitternacht bedient wird. Und in den französischen Fahrplänen finden sich immer häufiger Hinweise auf den «Transport à la demande». So werden beispielsweise in der Region Auvergne seit dem Sommer 2000 rund 75 Gemeinden mit Rufbussen bedient; die Bestellung hat dabei bis spätestens am Vorabend um 18 Uhr zu erfolgen. In Mailand funktioniert der Bedarfsbus neuerdings unter dem Namen «Radiobus» zwischen 20 Uhr und 2 Uhr; Reservationen sind per Telefon, SMS, Fax oder E-Mail möglich.

Städtische und regionale Rufbusangebote
Leider (noch) nicht im Offiziellen Kursbuch verzeichnet sind rund ein Dutzend städtischer und regionaler Rufbusangebote. In Lausanne kann der ursprünglich TaxisGare genannte Service auf eine langjährige Existenz zurückblicken; hier werden auf telefonischen Wunsch Fahrgäste mit dem «TaxiBus Nuit» entweder bis um 01.20 Uhr nach Hause oder dann mit dem «TaxiBus Potron-Minet» wieder frühmorgens ab 04.45 Uhr aus der näheren Region nach Lausanne gefahren. Ein weiteres Abhol- und Zubringersystem besteht zudem für Bahn- und Flugreisende in Genf. Und die Emmer Busbetriebe führen am Abend einen Rufbus ab Emmenbrücke Bahnhof. In La Chaux-de-Fonds wird unter der Bezeichnung «MobiCité» von 19 bis 23.30 Uhr (an Sonntagen von 7 bis 23.30 Uhr) ein Bedarfsbus angeboten. In Locarno funktioniert zudem am Abend ein Rufbusbetrieb für die Bushaltestellen der Linie 32 im Hügelgebiet der Gemeinden Muralto, im oberen Teil von Minusio, Brione sopra Minusio, Orselina und Locarno Monti.


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Bessere Erschliessung im Alpenraum dank «Alpentäler-Bus»
litra. Viele kleinere touristische Orte können beim öffentlichen Verkehr nicht von einer Finanzierung durch die öffentliche Hand profitieren, da das massgebende Eisenbahngesetz den Freizeitverkehr bis heute nicht berücksichtigt. Mit neuen Rufbusangeboten werden nun aber die Anmarschwege zu touristischen Gebieten erleichtert.
Die Pilotregion Gantrisch erlebte im Winter 2005/2006, dass eine Angebotsverbesserung beim öffentlichen Verkehr beim Publikum erfolgreich ankommt: Der ab Weihnachten 2005 bis Ende Februar 2006 eingeführte «Schneebus» von Riffenmatt zu den Wintersportanlagen im Schwarzenbühl wurde von 2554 Personen benützt, was pro Fahrt durchschnittlich 18 Fahrgäste bedeutet. Mitgeholfen haben natürlich auch die hervorragenden Schneeverhältnisse sowie die verstärkten Marketinganstrengungen. So konnte – verglichen mit der besten der letzten drei Saisons – eine Verdreifachung der Fahrgastzahlen erreicht werden. Drei Projektträger sind nun daran gegangen, die Erfolge des Winters 2005/2006 auch den Sommertouristen zugänglich zu machen: Basis der neuen öV-Angebote sind saisonale Kurse, die teilweise täglich nach Fahrplan oder dann als Rufbus auf telefonische Voranmeldung hin verkehren.

In der Pilotregion Gantrisch wird das öV-Angebot von PostAuto mit zwei Kursen ergänzt. Mit dem Wanderbus Riffenmatt–Ottenleuenbad und einem Rufbus Rüschegg Heubach–Längeneybad (Seilpark) wird ein erstklassiges Wander- und Bikegebiet in Naherholungsdistanz von Bern, Freiburg und Thun erschlossen.

Durch neue Busangebote können zudem die Anmarschzeiten zur eindrücklichen Greina-Ebene deutlich verkürzt werden: Im Sommer verkehren täglich 5 bis 6 fahrplanmässige Kurse ab Ilanz bis nach Puzzatsch. Am Freitag, Samstag und Sonntag verkehren im Sommer drei fahrplanmässige Kurse von Rabius/Surrein nach Runcahez. Von der Tessiner Seite wird von Olivone nach Pian Geirett/Diga di Luzzone gefahren.

Im Binntal wurden auf der bestehenden PostAuto-Linie Binn–Fäld zusätzliche Kurse eingeführt und ein Rufbus verlängert die Strecke bis nach Brunnebiel. Heiligkreuz wird von Binn ebenfalls mit einem Rufbus erschlossen. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, die einmalige Natur- und Kulturlandschaft zu erkunden.

Die vierte Pilotregion Moosalp war bereits seit einiger Zeit schon recht gut erschlossen, doch ist die direkte Anbindung ab Visp seit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels im Dezember 2007 weiter verbessert worden.

Auf die Sommersaison 2009 hin wurde im bünderischen Oberhalbstein eine neue Linie mit Ausgangspunkt in Sur eröffnet. Die «Schatzinsel Alp Flix» mit ihren Blumenwiesen und seltenen Schmetterlingen wird in den Sommer- und Herbstferien täglich bedient. An den Wochenenden während der restlichen Sommersaison werden jeweils vier Kurse angeboten.
Eine weitere neue Region kommt im solothurnischen Jura dazu. Im Naturpark Thal erschliessen Busse die zweite Jurakjette auf den Brunnersberg und die Tannmatt. Bis am 1. November 2009 verkerhen jeweils an Sonntagen vier Kurse.
Infos: http://www.busalpin.ch


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«PubliCar» – Opfer seines eigenen Erfolges
litra. Im Raum Sursee wird der Rufbus «PubliCar» Ende Jahr durch zwei normale Postautolinien ersetzt. Der Rufbus ist so stark gefragt, dass er seine Kapazitätsgrenze erreicht hat. Der Rufbus bringt seit zehn Jahren in der Region Sursee (Uffikon, Buchs, Kaltbach, Bad Knutwil, Knutwil, St Erhard, Schlierbach, Wetzwil, Krummbach, Bäch, Wilihof) die Reisenden auf Wunsch per Kleinbus von Tür zu Tür. Er ersetzte im Mai 1999 zwei Buslinien, die aus Kostengründen aufgegeben wurden. Nun wird der Rufbus ein Opfer seines eigenen Erfolges. Mit zunehmenden Frequenzen ist das Rufbus-Konzept nicht mehr zukunftsträchtig. Weiter im Angebot bleibt der «PublicCar Night». Das neue Angebot hat zwei Pfeiler: Der Fahrplan der Buslinie Sursee-Dagmersellen wird am Morgen, am Mittag und am Abend ausgebaut. Weiter wird das Angebot im Suhrental verbessert; Büron wird zum Busknoten ausgebaut.

Download

Verzeichnis der Rufbusse 2009

Rufbusse_2009.pdf (212.9 kB)

 

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