Professionelle Interventions– und Rettungsdienste
litra. In der Schweiz gibt es 689 Eisenbahntunnels, 270 davon gehören den SBB. Bei einem Ereignis in einem Tunnel kommt der Personenrettung überragende Bedeutung zu. Um die Sicherheit in bestehenden Tunnels zu verbessern, hat die SBB in den letzten Jahren rund 60 längere Tunnels mit Selbstrettungseinrichtungen aus- oder nachgerüstet. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die häufigsten Unfallursachen bei Eisenbahnen wie z.B. Niveauübergänge, im Tunnel gar nicht auftreten können. Statistisch gesehen ist eine Fahrt im Tunnel somit grundsätzlich sicherer als auf offener Strecken. Trotzdem dürfen Ernstfallereignisse in einem Tunnel nie ganz ausgeschlossen werden, Ereignisse der jüngsten Zeit belegen dies schmerzlich.
Die Sicherheitsausrüstung der zum Teil über hundert Jahre in Betrieb stehenden Bahntunnel umfasst vier Einrichtungen: Brandnotbeleuchtung mit Alarmknopf, Gehwege seitlich der Gleise entlang der Tunnelwand, Handläufe sowie Fluchtwegbeschilderungen, welche die Distanzen zum den beiden Tunnelenden anzeigen. Weitere Massnahmen sind am Rollmaterial realisiert bzw. in Vorbereitung: Züge sollen beim Ziehen der Notbremse im Tunnel nicht gestoppt werden können. Die SBB wollen auch die Fahrgäste über Sicherheit und richtiges Verhalten im Tunnel informieren.
Parallel dazu werden auch die Aktivitäten zur Fremdrettung auf den neuesten Stand gebracht. Die Betriebswehr SBB in ihrer heutigen Form als Milizformation ist nicht geeignet, die zukünftigen Anforderungen zu erfüllen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat beispielsweise für die Basistunnel der NEAT (Gotthard und Lötschberg) eine maximale Interventionszeit von 45 Minuten festgelegt. Mit der Automatisierung der Sicherungsanlagen fallen schweizweit viele Stellen der Betriebsführung in der Fläche weg.
Die Betriebswehr der SBB wird sich deshalb zukünftig anders organisieren. Die SBB wird im Verlaufe des Monats Juni im Rahmen einer praktischen Einsatzübung die Neuorganisation den Medien und weiteren Interessierten vorstellen. Es wird eine Teilprofessionalisierung der Betriebswehr SBB in Zusammenarbeit mit den Berufs- und Stützpunktfeuerwehren stattfinden.
Die Vorbereitung des Personals auf Rettungseinsätze Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die häufigsten Unfallursachen bei Eisenbahnen wie z.B. Niveauübergänge, im Tunnel gar nicht auftreten können. Statistisch gesehen ist eine Fahrt im Tunnel somit grundsätzlich sicherer als auf offener Strecken. Trotzdem dürfen Ernstfallereignisse in einem Tunnel nie ganz ausgeschlossen werden, Ereignisse der jüngsten Zeit belegen dies schmerzlich. Es ist aber auch unbestritten, dass Rettungseinsätze in Tunnels immer schwieriger sind als auf offener Strecke. Deshalb gilt das Hauptaugenmerk der Unfallprävention und der Schadensminderung. Während in der Unfallprävention der Zustand und die Ausrüstung des Rollmaterials (z.B. Notbremsüberbrückung während der Fahrt im Tunnel) und die technische Ausrüstung der Infrastruktur (z.B. Heissläufer- ortungsanlagen, Achszähler) wesentlich sind, kann durch eine gute Vorbereitung der Rettungsmannschaft auf mögliche Ernstfälle die Schadenminderung markant beeinflusst werden.
Jährlich werden mehrere kleinere Übungen im Verbund mit örtlich zuständigen Feuerwehren, Sanitätsdiensten und Polizeikräften durchgeführt. Zusätzlich dazu führen die SBB einmal jährlich eine gross angelegte Einsatzübung mit allen Blaulichtorganisationen durch. Die Übungen in den Jahren 2003 und 2004 waren geprägt durch Überprüfung der vorbereiteten Interventions- und Rettungskonzepte von neuen Tunnelanlagen (2003: neuer Tunnel zwischen Zürich und Thalwil, 2004: Tunnelanlage Önzberg auf der Neubaustrecke Bahn 2000 zwischen Mattstetten und Rothrist).
Im Jahre 2005 wurde das Interventions- und Rettungskonzept im Simplontunnel in einer Ernstfallübung getestet. Jede dieser Übungen hat die grundsätzlich gute Ausbildung der Einsatzkräfte bestätigt, aber auch jedes Mal gewisse Mängel auf gezeigt. Mit einem klardefinierten Massnahmenkatalog wird sichergestellt, dass die Schwachpunkte in nützlicher Frist ausgemerzt werden und die Sicherheit der Reisenden bestmöglich gewährleistet werden kann. Nicht zu unterschätzen ist, dass solche Übungen auch vertrauensbildend für die Rettungskräfte sind. Gerade im Falle der Übung im Simplontunnel konnte erstmals die Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen von Italien und der Schweiz beübt und getestet werden.
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