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Dezember 1998

3.12.98
Die SBB, die Post und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) haben heute den Grundstein für das gemeinsame Projekt «EasyRide» gelegt. In Etappen soll bis 2005 der gesamte öffentliche Verkehr in der Schweiz ohne vorherigen Billettkauf benützt werden können. Sensoren an jedem der rund 11 000 ÖV-Fahrzeuge erfassen die Ein- und Ausstiegsdaten der Reisenden und liefern die Informationen für die Berechnung des jeweils günstigsten Fahrpreises sowie allfällige Rabatte für Vielfahrerinnen und -fahrer; periodisch folgt dann die Rechnungsstellung an die Kunden. Mit «EasyRide» sinken die jährlichen Kosten des Billettverkaufs um rund 450 Millionen Franken. Bisher musste ein ÖV-Kunde für die von ihm gewünschte Strecke jeweils vor der Fahrt ein Abonnement oder Billett beziehen. Dank «EasyRide» besitzen die Reisenden jedoch einen virtuellen Fahrausweis, mit dem sie an einem beliebigen Ort ein- und aussteigen können. Ein Chip, beispielsweise in eine Kreditkarte oder Uhr integriert, übermittelt die von Sensoren beim Ein- und Aussteigen in die Fahrzeuge «passiv» erfassten Personen- und Streckendaten an einen Bordcomputer. Dieses Gerät leitet die Daten an einen Zentralcomputer weiter, der die Fahrkosten addiert und die Rechnungen an die Kunden erstellt. Der Benutzer muss selbst nicht «aktiv» werden, sondern trägt lediglich die Chipkarte auf sich. «EasyRide» liefert gleichzeitig äusserst wertvolle Angaben für die Fahrplanplanung sowie den Fahrzeugeinsatz. Die Projektleitung geht davon aus, dass rund 80 Prozent der ÖV-Benützerinnen und -Benützer ihre Mobilitätsansprüche mit einer «EasyRide»-Karte erfüllen werden. In der Schweiz müssen rund 11 000 Fahrzeuge wie Eisenbahnwagen, Busse, Trams, Schiffe oder Seilbahnen ausgerüstet werden, um die Chipkarte «passiv» erkennen zu können. Das «EasyRide»-Grobprojekt geht von Investitionen in der Höhe von rund 600 Millionen Franken aus. Demgegenüber stehen jährliche Einsparungen von rund 450 Millionen Franken.

10.12.98
Mit dem Übergang vom Regiebetrieb des Bundes zur spezialrechtlichen Aktiengesellschaft am 1. Januar 1999 übernimmt der vom Bundesrat im September 1998 gewählte neue Verwaltungsrat unter der Leitung von Thierry Lalive d’Epinay die strategische Führung der Schweizerischen Bundesbahnen SBB, wie das Unternehmen gemäss Eintrag ins Handelsregister offiziell heissen wird. Der abtretende Rat bewilligte heute einen Kredit von 28 Millionen Franken für die Bahntechnik im Adlertunnel, wo die Tunnelroharbeiten praktisch abgeschlossen sind. Der Kredit umfasst unter anderem den Gleisbau sowie die Fahrleitungs-, Sicherungs-, Kabel- und Funkanlagen. Die 7 Kilometer lange Bahn-2000-Neubaustrecke zwischen Muttenz und Liestal verläuft auf einer Länge von 5,9 Kilometern im Tunnel. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei einem Investitionsvolumen von 404 Millionen rund 120 Millionen Franken tiefer als veranschlagt.

10.12.98
Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde der Berner Alpenbahn-Gesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon (BLS) abgewiesen, welche die für das Budgetjahr 1995 beschlossene Herabsetzung der Verbilligungsbeiträge an den Autoverlad auf Eisenbahnen beanstandet und vom Bund die Nachzahlung von über fünf Millionen Franken gefordert hatte. Laut dem einstimmig gefällten Urteil der II. Öffentlichrechtlichen Abteilung ist nicht nur die Verbilligung des Autoverlads in der Bundesverfassung verankert, sondern auch das Anliegen eines ausgeglichenen Bundeshaushalts, weshalb die umstrittene Beitragskürzung um insgesamt 50 Prozent gegenüber der Zeit vor 1993 nicht zu beanstanden ist. Die Bundesverfassung (Art. 36ter Abs. 1 lit. c) und das Mineralölsteuergesetz (Art. 3 lit. c Ziff. 2 und Art. 22) bestimmen, dass der Bahntransport begleiteter Motorfahrzeuge zu den Aufgaben gehört, für welche der Bund die zweckgebundene Hälfte der Mineralölsteuer sowie den gesamten Ertrag des Mineralölsteuerzuschlags verwendet. Dagegen legen Verfassung und Gesetz nicht fest, in welchem Ausmass der Autoverlad verbilligt werden soll. Der Entscheid wird vielmehr der Bundesversammlung überlassen, die im Rahmen ihrer Budgetkompetenz über die Höhe der Transportverbilligung befindet. Eine bestimmte Mindesthöhe der Verbilligungsbeiträge drängt sich im übrigen aus Sicht des Bundesgerichts, auch mit Rücksicht auf die geographische Lage des Kantons Wallis, nicht auf. Wohl vermögen die Beiträge an den Autoverlad eine gewisse topographische Benachteiligung des Wallis und das Fehlen einer Nationalstrassenverbindung nach Norden zu kompensieren. Es besteht indes kein rechtlicher Anspruch darauf, aus allen Regionen der Schweiz zu gleichen Transportbedingungen in andere Regionen zu gelangen.

10.12.98
Mit dem Einsetzen des letzten Gleisstückes ist die Schienenverbindung vom Unterengadin durch den Vereinatunnel ins Prättigau abgeschlossen worden. Der offizielle Gleiszusammenschluss des weltweit längsten Meterspur-Tunnels erfolgte beim Tunnelausgang in Klosters Selfranga. Ab Mai 1999 sollen Probefahrten mit dem neuen Rollmaterial im Südteil des knapp 20 Kilometer langen Tunnels ausgeführt werden können. Die Eröffnung der Vereinastrecke ist nach achteinhalbjähriger Bauzeit für den 19. November 1999 geplant. Die Baukosten werden auf gut 550 Millionen Franken veranschlagt.

10.12.98
Intercontainer-Interfrigo (ICF), der Pan-Europäische Netzwerk-Operator, ist wie die Mehrheit der Operators des Kombinierten Verkehrs, mit der Tatsache konfrontiert, dass die europäischen Bahngesellschaften generell Schwierigkeiten mit der Kostenlage und der Leistungsqualität des Kombinierten Verkehrs haben. Der Verwaltungsrat hat deshalb an seiner heutigen Sitzung grünes Licht für ein Umstrukturierungskonzept der ICF in eine holdingähnliche Gruppe gegeben. Ziel ist, die wirtschaftlichen Risiken und Erlöse auf europäischen Transportachsen direkt mit den Produktionskosten und der Leistungsqualität der Traktionslieferanten identifizieren zu können. Mit der Umsetzung wird voraussichtlich ab Februar 1999 begonnen; sie wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Dank der neuen Struktur kann sich ICF unter bestmöglichen Bedingungen den immer anspruchsvolleren Kundenanforderungen und insbesondere der rasanten Entwicklung des Transportmarktes stellen sowie gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

10.12.98
Der Nationalrat stimmt mit 87 zu 13 Stimmen bei 51 Enthaltungen der Leistungsvereinbarung des Bundes mit der SBB AG zu. Genehmigt wird auch der Zahlungsrahmen von 5,8 Milliarden Franken für die Infrastruktur der SBB für die Jahre 1999 bis 2002.

11.12.98
Die «partnerschaftliche Gestaltung und Abwicklung kundenorientierter, ökonomisch und ökologisch sinnvoller Logistikdienstleistungen, um bestehende Verkehre von und nach Italien für beide Bahnen langfristig zu sichern, am prognostizierten Marktwachstum zu partizipieren und neue Marktanteile zu erschliessen» ist das Ziel des Kooperationsvertrages zwischen der BLS Lötschbergbahn AG und dem Güterverkehr der Deutschen Bahn AG, DB Cargo, der in Mainz (D) heute unterzeichnet wurde. In diesem Kooperationsvertrag vereinbaren DB Cargo und BLS eine enge Partnerschaft für den Alpentransit durch die Schweiz auf der Schiene von und nach Italien sowie für Aktivitäten in Norditalien. Um den veränderten Rahmenbedingungen des europäischen Verkehrsmarktes Rechnung zu tragen, werden beide Partner ihre Zusammenarbeit im kommerziellen und technischen Bereich sowie in der betrieblichen Abwicklung intensivieren. Italien ist mit dem grössten Anteil am internationalen Verkehrsaufkommen der wichtigste Auslandmarkt von DB Cargo. Zwischen Deutschland und Italien wurden im vergangenen Jahr auf der Schiene 14 Millionen Tonnen Güter befördert, davon 68 Prozent in Nord-Süd-Richtung. Das ist eine Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses Aufkommen wird vor allem durch den kombinierten Verkehr, Gütertransporte wie Stahl und mineralische Roh- und Baustoffe, erreicht.

12.12.98
Die Furka–Oberalp–Bahn (FO) hat im Glisergrund (Brig) neue, hochmodern eingerichtete Werkstätten- und Depoträumlichkeiten gebaut, die nach dreieinhalbjähriger Bauzeit im November bezogen werden konnten. Der Kostenrahmen von rund 70 Millionen Franken (inklusive Bodenerwerb) konnte eingehalten werden. Die Gebäude weisen ein Volumen von 141 000 m3 auf. Das Projekt entstand vor rund zehn Jahren in den Zeiten der Hochkonjunktur, und FO-Direktor Rolf Escher gab an der Einweihungsfeier unumwunden zu, dass es beim heutigen Stand der öffentlichen Finanzen wohl kaum mehr möglich wäre, ein solches Projekt durchzubringen. Dennoch zeigte er sich von der Zweckmässigkeit überzeugt. «Wir werden in den neuen Anlagen sehr viel mehr Arbeiten selber ausführen können und leisten somit einen Beitrag zur langfristigen Erhaltung der rund 70 Arbeitsplätze in den Werkstätten». Die bisherigen Gebäude stammten aus der Gründungszeit der Bahn und entsprachen den gesetzlichen Auflagen nicht mehr in allen Punkten, so dass man gezwungen war, viele Arbeiten an andere Firmen abzugeben. Der Neubau ist aber auch als wichtiger Bestandteil der Neugestaltung des Bahnhofplatzes Brig zu sehen. Durch den Umzug in den Glisergrund können die alten FO-Werkstätten und Depots sowie die Abstell- und Rangiergleise im Bereich des Bahnhofs Brig abgebrochen werden.

14.12.98
Der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen (SSF) stellt in seiner Stellungnahme zum Entwurf eines «Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt» fest, dass die Lebensqualität dem wachsenden Flugverkehr offensichtlich zunehmend geopfert werden solle. Für den SSF sei es nicht akzeptabel, dass beispielsweise ein grosses Gebiet rund um den Flughafen Zürich künftig nur noch als lärmiges Wohngebiet mit Schallschutzmassnahmen gelten soll, während dem Flugverkehr uneingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten zugestanden würden. Ganz entschieden lehne der SSF auch die geplante Einrichtung von zwei neuen Regionalflugplätzen und sechs neuen Heliports ab. Der Dauerbelärmung des ganzen Landes durch Flugverkehr aller Art müsse endlich Grenzen gesetzt werden.

14.12.98
Der SEV kritisiert scharf die Lohnbeschlüsse des Bundesrates und der SBB-Spitze. Nach dem Willen des Bundesrates und der SBB-Spitze soll das SBB-Personal gemäss einer Stellungnahme des SEV inskünftig schlechter gestellt werden als das übrige Bundespersonal. Damit verletze der Bundesrat den Geist des (mindestens) bis Ende 2001 gültigen Beamtengesetzes. Die SBB nähmen in Kauf, dass ihr Personal «demotiviert den Wechsel vom Bundesbetrieb SBB zum Unternehmen SBB (AG) absolvieren muss». Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) gönne dem Personal der Bundesverwaltung die verdiente Besoldungsaufbesserung. Er habe hingegen kein Verständnis dafür, dass das SBB-Personal inskünftig nur noch als «Personal zweiter Klasse» gelten soll. Die SBB befinden sich in einer schwierigen Umwandlung in ein nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführtes Unternehmen (Bahnreform, AG per 1.1.1999). In dieser Situation seien sie um so mehr auf motiviertes und engagiertes Personal angewiesen. Mit ihrer Nullrunde provozierten die SBB das Gegenteil. Der SEV verurteilt diesen «verantwortungslosen Umgang der SBB-Spitze mit dem Personal». Der SEV fordert, dass die von Bundesrat und SBB-Spitze gemachten Versprechungen zur Reduktion der Arbeitszeit umgehend eingelöst werden: «Die 39-Stunden-Woche kann und muss per Fahrplanwechsel Juni 1999 eingeführt werden». Aufgrund der Lohnbeschlüsse der letzten Jahre (10prozentige Kürzung der Anfangslöhne, Halbierung des Stufenanstiegs) seien die SBB für junge MitarbeiterInnen im beruflichen Aufstieg immer weniger konkurrenzfähig. Für diese fordert der SEV deshalb zusätzliche Verbesserungen, um eine Abwanderungswelle zu vermeiden.

15.12.98
Nach einer Planungs- und Realisierungszeit von weit mehr als zehn Jahren ist die Umfahrungsstrasse von Brig-Glis und Naters eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Eröffnung dieses kurzen, aber sehr wichtigen Strassenabschnitts bringt nicht nur die gewünschte Entflechtung des privaten Verkehrs, sondern sie setzt auch ein deutliches Zeichen. Der Direktor des Bundesamtes für Strassen, Olivier Michaud, betonte an der Einweihungsfeier, er hoffe, dass im Oberwallis in Zukunft nicht mehr langwierige Diskussionen um Linienführungen im Vordergrund stehen werden, sondern das möglichst fortlaufende und rasche Bauen. Die neueröffnete Strecke ist zwar nicht einmal vier Kilometer lang, die Realisierung gestaltete sich aber äusserst schwierig. In diesem dichtbesiedelten Gebiet war eine ganze Reihe von Kunstbauten notwendig: Das Kernstück bildet der 380 Meter lange «Unter-Eisenbahn-Tunnel». Darüber hinaus mussten neue Brücken erstellt, das Bahnhofgelände unterquert und der Lauf der Rhone auf eine Länge von über drei Kilometern korrigiert werden. Die vielen Anpassungen und Verbesserungen führten zu enormen Kostenüberschreitungen. 1988 hatte man einen Kredit von 105 Millionen Franken beschlossen, heute ist mit Kosten von rund 240 Millionen Franken zu rechnen, die zu 84 Prozent durch den Bund gedeckt werden. Die Anschlussstrasse A 9/A 19 stellt die Verbindung zwischen der (noch zu realisierenden) Autobahn im Glisergrund und der Schweizerischen Hauptstrasse A 19 in Richtung Goms her. Zudem wird mit der Umfahrung von Brig-Glis und Naters die Lebensqualität verbessert.

16.12.98
Der Bau einer zweiten Röhre für den Gotthard-Strassentunnel ist für die Urner Regierung zurzeit kein Thema. Das war im Landrat zu erfahren. Dieser genehmigte im übrigen grossmehrheitlich den Voranschlag 1999. In einer Interpellation war im Landrat die Frage nach der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels der A 2 aufgeworfen worden. Der Vorstoss stelle zwar nicht direkt die Frage nach dem Bau einer zweiten Röhre, meinte Baudirektor Anton Stadelmann, indirekt aber stehe sie doch im Raum. Die Urner Regierung befürworte vorab eine Verlagerung des Schwerverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Dafür brauche es den Gotthard-Basistunnel, sagte der Baudirektor. Der Bau einer zweiten Röhre des Strassentunnels dagegen ist für die Regierung zurzeit kein Thema. Zum einen verbietet die Verfassung nach der Annahme der Alpeninitiative ein solches Vorhaben. Zum andern, so Stadelmann, wäre es im Rahmen der Verhandlungen mit der EU verkehrspolitisch äusserst unklug, ein so wichtiges Pfand aus den Händen zu geben. Ausserdem besteht zurzeit keine technische Notwendigkeit für eine zweite Röhre. Der Tunnel kann auch ohne den Bau einer zweiten Röhre saniert werden. Das heisse aber nicht, dass bei geänderten Rahmenbedingungen die Frage nach einer zweiten Röhre nicht wieder aufgegriffen werden müsste, sagte der Baudirektor.

16.12.98
Auf Anfang des nächsten Jahres übernimmt Alusuisse Airex Composites die technische und kommerzielle Verantwortung für die Wickeltechnik von Schindler Technik AG. Nachdem Alusuisse Airex AG (Sins/Schweiz) kürzlich beschlossen hatte, ihre Composites-Produktion Mitte des nächsten Jahres von Arbon nach Altenrhein zu verlegen, wird nun ein weiterer Schritt in Richtung Kompetenzzentrum für Faserverbund-Werkstoffe in Altenrhein vollzogen. Die erste Phase der Uebernahme betrifft die Bereiche Marketing, Projektmanagement und Engineering der Schindler Wickeltechnik in Altenrhein/Schweiz. In einer zweiten Phase – nach dem Transfer der Composites Aktivitäten von Alusuisse Airex Composites nach Altenrhein – ist auch die Übernahme der Wickeltechnik-Produktion (WiTEC) vorgesehen. Alusuisse Airex AG, ein Unternehmen von Algroup (Alusuisse Lonza Gruppe), hat sich in den vergangenen Jahren als einer der führenden Anbieter von Leichtbaulösungen im Transportmarkt etabliert, namentlich von modularen Frontkabinen aus faserverstärktem Kunststoff für Strassen- und Schienenfahrzeuge. Auch Auto- und Bushersteller bekunden wachsendes Interesse an Bauteilen von Alusuisse Airex für Leichtbau-Hybridlösungen. Der Bereich Wickeltechnik von Schindler in Altenrhein hat eine neuartige Fertigungstechnologie für Grossstrukturen aus Faserverbund-Werkstoffen entwickelt. Diese werden mit Erfolg für die Erweiterung von Strassenbahnen mit Niederflur-Mittelsektionen und für die Modernisierung von Reisezugwagen mit vorgefertigten Innenausbau-Modulen eingesetzt. Zurzeit laufen ausserdem Projekte für den Einsatz der Schindler-Wickeltechnik beim Bau von Strassenfahrzeugen.

17.12.98
Mobilität ist die Voraussetzung für den Besuch der Expo.01; Die Verkehrsbeziehungen sind das Bindeglied zwischen den vier Standorten. Der Transport von 100 000 Personen pro Tag verursacht die grösste Umweltbelastung im Zusammenhang mit der Expo. Die Leitung hat sich deshalb Leitplanken für die Verkehrspolitik gesetzt, welche die Umweltfolgen der Landesausstellung möglichst gering halten sollen. 60 Prozent aller Besucher sollen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Drei-Seen Region befördert werden.

21.12.98
Der Urner CVP-Ständerat Hans Danioth ist zum ersten Präsidenten der Neat-Aufsichtsdelegation des eidgenössischen Parlaments gewählt worden. Die Schaffung einer neuen Delegation zur Oberaufsicht des Parlaments über den Bau der Neat wurde im Alpentransitbeschluss vom 20. März dieses Jahres vorgesehen und mit der Zustimmung des Souveräns zur Finanzierung von Grossprojekten im öffentlichen Verkehr definitiv ermöglicht.

21.12.98
Der Grundtarif der öffentlichen Verkehrsunternehmungen wird auf 1. Januar 1999 um 2,7 Prozent angehoben. Auf Strecken mit besonders gutem Angebot (z.B. Halbstundentakt, klimatisierte Wagen) werden die Preise differenziert erhöht. Beim Generalabonnement steigen die Preise um 100 bis 300 Franken. Der Preis für das im letzten Jahr eingeführte 2-Jahres-Halbtax-Abo bleibt mit 222 Franken unverändert.

22.12.98
Eine massive Verschlechterung der Gleisanlagen im Gotthard-Bahntunnel verlangt nach einer umfassenden Sanierung. Ein Grund dafür ist die zunehmende Belastung durch immer schwerere Güterzüge. Die mehrjährige Sanierung beginnt im Herbst 1999 und dauert bis 2002. Letztmals wurde der Tunnel 1985/86 saniert. Zurzeit werden im Tunnel für rund 200 000 Franken die kritischsten Mängel behoben. Während der Arbeiten bis Ende Februar 1999 fahren die Züge mit gedrosseltem Tempo durch den Tunnel. Für Güterzüge gelten 80 Kilometer/Stunde, für Schnellzüge 100 statt 125 Kilometer/Stunde.

22.12.98
Die Abstimmungsanalyse zum 29. November 98 ergibt, dass je höher die Zustimmung einer Gemeinde zur leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) im September war, desto höher war auch der Ja-Anteil bei der Vorlage zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (Finöv) Ende November. Die Gemeinden haben sich in den Verkehrsabstimmungen somit konsequent gezeigt, wie das Bundesamt für Statistik mitteilte. Die räumlichen Abstimmungsprofile bei der Finöv-Vorlage sind zudem vergleichbar mit früheren verkehrspolitischen Vorlagen wie der Bahn 2000 (1987), der Koordinierten Verkehrspolitik (1988) und der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen Neat (1992). Die grössten Unterschiede im Abstimmungsverhalten bei der Finöv-Abstimmung ergaben sich zwischen Zentrum und Peripherie: Die städtischen Gemeinden stimmten der Vorlage mit 67 Prozent Ja-Stimmen deutlicher zu als die Landgemeinden, welche einen aggregierten Ja-Stimmen-Anteil von 55 Prozent erreichten. Im Vergleich zur LSVA-Vorlage war der Stadt-Land-Unterschied jedoch deutlich kleiner: Die ländlichen Gemeinden vergrösserten ihre Zustimmungswerte überdurchschnittlich und wechselten vom Nein-Lager zur befürwortenden Seite.

23.12.98
Die Strassenbenützer haben 1996 zum dritten aufeinanderfolgenden Mal die direkten Kosten des Strassenverkehrs voll gedeckt. Die schweizerische Strassenrechnung 1996 schloss nach Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) mit Bruttoausgaben für Bau, Unterhalt und Betrieb von 6,151 Milliarden Franken ab, was einen Rückgang der Kosten um 101 Millionen Franken entsprach. Die Einnahmen erhöhten sich gleichzeitig um 201 Millionen auf 6,779 Milliarden Franken. Die Kapitalrechnung schloss damit mit einem Eigenwirtschaftlichkeitsgrad von 101,5 Prozent ab, verglichen mit 100,2 Prozent im Vorjahr. 1994 war erstmals seit 20 Jahren wieder ein Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht worden. Die vom Strassenverkehr verursachten externen Kosten sind in der Wegekostenrechnung ebensowenig enthalten wie der externe Nutzen. Für die externen Kosten liegt eine Schätzung aus dem Jahre 1993 vor, die von jährlich 3,455 Milliarden Franken ausgegangen war. Der private Motorfahrzeugverkehr erwirtschaftete im Berichtsjahr einen Deckungsüberschuss von 101 Millionen Franken, gegenüber 16 Millionen Franken im Vorjahr. Der Schwerverkehr deckte seine direkten Wegekosten 1996 zu 117,2 Prozent nach 117,8 Prozent im Vorjahr und erzielte einen gegenüber dem Vorjahr leicht tieferen Überschuss von 141,2 Millionen Franken. Der Güterverkehr insgesamt erreichte einen Eigenwirtschaftlichkeitsgrad von 115,5 Prozent beziehungsweise einen Überschuss von 193,6 Millionen Franken, was dem Niveau von 1995 entsprach. Die Eigenwirtschaftlichkeit des Personenverkehrs – ohne öffentliche Busse – verbesserte sich von 97,8 auf 99,4 Prozent; der Fehlbetrag dieser Kategorie sank von 113 auf 35 Millionen Franken.

29.12.98
Die Zahl der Lastwagen im alpenquerenden Güterverkehr der Schweiz hat im letzten Jahr auf allen vier Alpenübergängen erneut zugenommen, das heisst um rund 22 000 Fahrten und steigt somit auf die Rekordzahl von insgesamt 1 144 000 Fahrten. Währenddem der Verkehr via Grosser St. Bernhard, Simplon und San Bernardino stagnierte oder rückläufig war, ist er allein via Gotthard um 29 000 Fahrten auf den neuen Rekord von 964 000 Fahrten angestiegen. Mit den im bilateralen Landverkehrsabkommen der EU gemachten Zugeständnissen und der viel zu tiefen Transitabgabe wird die Zahl der Lastwagenfahrten im Binnenverkehr und vor allem auf den Transitachsen noch mehr zunehmen und bald am Gotthard die Millionen-Grenze überschreiten. Noch mehr Staus auf den Strassen und negative Folgen für die Finanzen sind zu erwarten, das heisst kaum abschätzbare neue Subventionen an die Bahnen und die Umwelt. Die Transitzahlen gehen aus der soeben erschienenen neusten LITRA-Statistik 1998 hervor, welche nebst weiteren Daten und Fakten zum Verkehr aufzeigt, dass 1997 3,9 Milliarden Franken in die Strasseninfrastruktur und 2,3 Milliarden Franken in die Schieneninfrastruktur investiert wurden und der geschätzte Verkehrsanteil des privaten Strassenverkehrs im Personenverkehr in der Schweiz 1997 bei 78,6 Prozent liegt.

29.12.98
Die geplante Stadtbahn Glattal in Y-Form, mit den Ästen Oerlikon–Opfikon–Glattbrugg–Flughafen-Kloten, Oerlikon–Opfikon–Glattbrugg–Wallisellen–Stettbach und Stettbach–Wallisellen–Opfikon–Glattbrugg–Flughafen-Kloten, 28 Haltestellen und einer Gesamtlänge von 17 Kilometern nimmt Gestalt an. Verantwortliche der Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG) als federführende Institution für die Realisierung der Bahn haben die Projektierungsaufträge vergeben. Die Planungssumme von 8,4 Millionen Franken liegt eine Million unter dem geschätzten Betrag. Die nach den Richtlinien der neuen kantonalen Submissionsverordnung vergebenen Aufträge gingen an 13 verschiedene Arbeitsgemeinschaften von Ingenieuren und Planern mit 29 mitbeteiligten Unternehmungen, darunter 3 ausländische. Wie die VBG in einer Mitteilung festhalten, werden die Vorprojekte der Stadtbahn Ende 1999 vorliegen, die Bauprojekte bis Ende 2000. Die Volksabstimmung ist für 2001 vorgesehen.

29.12.98
Die Eurobus Welti Furrer AG (Zürich) übernimmt ab 30. Mai 1999 die drei Buslinien 759, 781 und 788, welche Dübendorf und Oerlikon mit dem Flughafen Kloten verbinden. Wichtige Zwischenhalte sind Fernsehstudio, Einkaufszentrum Glatt und mehrere S-Bahn-Stationen. Gemäss einer Mitteilung der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) ist der Betriebsvertrag unterzeichnet worden. Dieser Schritt ist deshalb möglich geworden, weil das Zürcher Verwaltungsgericht den Beschwerden von Gewerkschaftsseite und der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) gegen die Neuvergabe der drei Buslinien die aufschiebende Wirkung entzogen hat. Der Vertrag gilt vorläufig für die Dauer von sechs Jahren, mit einer Option für weitere vier Jahre. Die drei genannten Buslinien werden zurzeit im Auftrag der VBG von den VBZ betrieben. Der Auftrag ist an die Eurobus Welti Furrer AG gegangen, weil deren Offerte günstiger war als diejenige der VBZ.

29.12.98
Der seit 1956 als Konzessionsnehmer für den Linthbus fungierende Verkehrs- und Verschönerungsverein Rapperswil-Jona hat die Transportrechte der Oskar Schneider AG, Eschenbach, abgetreten. Die Transportunternehmung betreibt die Autobuslinien Rapperswil–Eschenbach–Rüti, die sehr gut frequentierte Ricken-Route Rapperswil–Wattwil sowie die Strecke Rapperswil–Jona seit fünf Jahrzehnten. Auf der Strecke über den Ricken war in den letzten drei Jahren ein Frequenzzuwachs von 11 Prozent zu verzeichnen.

29.12.98
Der Erfolg der Schweizer Reisekasse Reka hält an. Der Reka-Check wird als Zahlungsmittel immer beliebter. 1998 erhöhte sich der Verkauf um 17 Millionen Franken oder 5 Prozent auf 357,2 Millionen Franken und erreichte damit eine neue Bestmarke. Für total 349 Millionen Franken (+ 1,5 Prozent) wurden Reka-Checks im Tourismus und Verkehr an Zahlung genommen. Besonders erfreulich ist, dass – trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage – der Verkauf von Reka-Checks in den letzten 5 Jahren um knapp 20 Prozent gesteigert werden konnte. Die Reka ist der zweitgrösste Ferienwohnungsanbieter der Schweiz und erzielte 1998 über 1,1 Millionen Logiernächte (+ 5,2 Prozent). Besonders beliebt sind die Reka-eigenen Feriendörfer in der Schweiz sowie Ferienwohnungen im Mittelmeerraum. Die Reka-Ferienhilfe ermöglichte 562 Familien 14 Tage Gratisferien.

30.12.98
Die Sanierung und der Ausbau der A2 im Abschnitt Kriens bis zur Nidwaldner Kantonsgrenze kommen deutlich teurer zu stehen als geplant, nämlich 139 Millionen Franken mehr als 1993 veranschlagt. Der Hauptgrund dafür liegt laut einem Expertenbericht bei der mangelnden Erfahrung der Projektleitung im kantonalen Baudepartement. Die Baukosten wurden 1993 zu tief angesetzt und die Projektierungs- und Bauleitungskosten unterschätzt.

31.12.98
Auf einem weiteren Teilstück des Huckepack–Korridors Freiburg i.Br.–Novara ist das Profil P 80 (für die Rollende Autobahn mit Lastwagen bis 4 m Eckhöhe und 2,50 m Breite) bereit: die Profilanpassungen auf der Lötschbergachse zwischen Thun und Brig sind termingerecht und innerhalb des bewilligten Kostenrahmens von 158,5 Mio Fr. abgeschlossen worden. Die Arbeiten im geologisch sehr schwierigen Abschnitt zwischen Iselle und Domodossola sollen bis Herbst 2000 beendet sein.

 

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