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Dezember 2002

3.12.02
Die Rhätische Bahn (RhB) rechnet nach einem Einbruch der Verkehrserträge im laufenden Jahr wieder mit höheren Einnahmen. Dazu verhelfen soll der Bahn die öffentliche Hand. Veranschlagt sind 2003 Erträge und Aufwendungen in der Höhe von 244 Millionen Franken. Insgesamt werden die Einnahmen aus dem Reise- und Güterverkehr in diesem Jahr um 4,2 Millionen Franken unter dem Voranschlag 2002 bleiben, wie die RhB mitteilte. Allein der Unterbruch auf der Berninalinie während dreier Wochen im Sommer brachte der Bahn einen Verlust von 1,2 Millionen. Hingegen resultieren höhere Abgeltungserträge aus dem Autoverlad am Vereina von 1,9 Millionen. Im Jahr 2003 sollen die Einnahmen aus dem Verkehr wieder gesteigert werden. Die RhB veranschlagt die Erträge im Reiseverkehr auf 79 Millionen Franken und jene im Güterverkehr auf 16,7 Millionen. Vorgesehen ist ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Budget 2002. Dazu beitragen soll insbesondere die öffentliche Hand. Nach den Plänen der Bahn wird die Abgeltung durch Bund und Kanton im kommenden Jahr rund 112 Millionen Franken betragen. Bis dato sei allerdings eine Abgeltung von 110,7 Millionen zugesichert, heisst es im Voranschlag 2003.

4.12.02
Der Ständerat will es dem Bund ermöglichen, seinen Bediensteten im Jahr 2003 einen einprozentigen Teuerungsausgleich zu gewähren. Er reduzierte die nationalrätliche Kürzung der Personalausgaben von 90 auf 15 Millionen Franken. Die kleine Kammer verabschiedete unter dem Regime der Schuldenbremse ein Budget 2003, das mit einem Defizit von 259 Millionen um 51 Millionen über dem nationalrätlichen liegt. Die Schuldenbremse erlaubte ein Defizit von 305 Millionen Franken. Nach Ständeratsbeschluss besteht also noch ein Polster von 46 Millionen. Mit knappen 21 zu 18 Stimmen lehnte der Ständerat den Antrag von Hans Hofmann (SVP/ZH) ab, die Ausgaben für den Nationalstrassenbau um 63 Millionen aufzustocken. Damit drohe eine Verletzung der Schuldenbremse, warnte Merz. Immerhin wurde der Posten für den Hauptstrassenbau um 5,5 Millionen erhöht. Gleichzeitig überwies der Ständerat eine Empfehlung, dass die Zahlungskredite für Strassenbauten so eingesetzt werden, dass weder ein Stopp noch eine Verzögerung der laufenden Arbeiten verursacht werden. Neue Projekte sollen nach ihrer verkehrspolitischen Dringlichkeit berücksichtigt werden. Der Ständerat kürzte im Weiteren die Ausgaben für die Sanierung von Niveauübergängen um 8 Millionen Franken und erhöhte die Abgeltung des kombinierten Verkehrs um die gleiche Summe. Das Budget 2003 geht an den Nationalrat zurück. Wie die grosse Kammer lehnte der Ständerat den überholten Finanzplan 2004-2006 ab.

4.12.02
Ein Streit ist entbrannt um den Gütertransport auf der Bahnlinie Pruntrut- Bonfol in der jurassischen Ajoie. Die SBB will neuerdings selbst transportieren, doch die Chemins de fer du Jura (CJ) protestieren gegen das SBB-«Diktat». Auch der jurassische Umweltminister Pierre Kohler hat vor dem Parlament die «hochnäsige Haltung» der SBB kritisiert. Die CJ hatten einen Vertragsentwurf der SBB nicht unterzeichnet und haben das auch nicht vor, wie ein Sprecher sagte und Angaben der Zeitung «Quotidien Jurassien» bestätigte. Konkret will die SBB ihre eigenen Güterzüge ab dem neuen Fahrplan auf jene Gleise schicken, also ab 16. Dezember. Derzeit gilt die SBB die CJ für deren Transportleistungen mit jährlich 250'000 bis 300'000 Franken ab. Die CJ befördern dafür rund 1’500 Güterwaggons im Jahr im SBB-Auftrag. Gemäss neuem Bundesrecht können Bahnbetreiber bei Inhabern der Infrastruktur Fahrplanfenster mieten. Im besagten Fall müsste die SBB laut CJ jährlich rund 40'000 Franken bezahlen. Für die CJ sei die Einbusse dabei aber zu gross. In der Tat will die SBB laut einem Sprecher mit der Übernahme sparen. Sie will gegenüber den Lastwagen konkurrenzfähige Gütertransport-Preise offerieren können. Die CJ befürchten zudem Schäden an ihrer unlängst sanierten Strecken-Infrastruktur: Das SBB-Rollmaterial sei schwerer als jenes der CJ und der Verlust des Volumens würde wohl auch zwei bis drei Arbeitsplätze bei den CJ kosten. Laut Kohler will die jurassische Regierung nun bei der Direktion der SBB Cargo vorstellig werden. Grund: Die SBB möchte den in einem oder zwei Jahren anstehenden Abtransport der 114'000 Tonnen Sondermüll aus der zu sanierenden Deponie Bonfol abwickeln. Der SBB-Sprecher wollte diesen Zusammenhang indes nicht bestätigen.

5.12.02
Im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) hat die SBB AG ein Grundangebotskonzept für die zweite Etappe der Bahn 2000 erarbeitet. Das Resultat befriedigt den Bund nur halbwegs: Die Ziele würden nur teilweise erfüllt, und das Projekt sei teuer. Das Konzept sei ein Schritt in die richtige Richtung, teilte das BAV mit. Es halte aber mit Kosten von 7,9 Milliarden Franken den finanziellen Rahmen von 5,9 Milliarden Franken nicht ein. Bis Ende Februar 2003 habe die SBB Zeit, das Konzept zu überarbeiten. Das BAV arbeitet gleichzeitig zusammen mit den beiden ETH Zürich und Lausanne ein Konzept mit volkswirtschaftlichen Zielen aus. Das BAV will dem Bundesrat bis Ende 2003 einen Botschaftsentwurf vorlegen.

5.12.02
Im Kanton Obwalden verkehren im nächsten Jahr mehr Züge und Postautos. Der Regierungsrat hat die Angebote der Transportunternehmen für 2003 angenommen und eine Abgeltung von insgesamt 12,3 Millionen Franken genehmigt. Die Vereinbarungen wurden mit SBB-/Brünig, dem Postauto-Regionalzentrum Zentralschweiz und der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn abgeschlossen. Die gesamten Ausgaben für den öffentlichen Verkehr steigen im Vergleich zum laufenden Jahr um 105'460 Franken oder knapp 1 Prozent, wie die Staatskanzlei mitteilte. Die SBB will auf der Brünigstrecke ihr Angebot für 8,6 Millionen Franken ausbauen. Neu werden zwei direkte Verbindungen von Stans nach Sarnen und umgekehrt an Werktagen zwischen 6 und 8 Uhr angeboten. Das macht eine dritte Verbindung pro Stunde von und nach Luzern möglich, mit Umsteigen in Hergiswil. Die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn offeriert für 2,1 Millionen Franken eine zusätzliche Ausdehnung des 20-Minuten-Takts am Morgen und am Abend. Zudem wird eine Fahrplanlücke am Nachmittag geschlossen. Ausgebaut werden auch die Angebote auf den sechs Postauto-Linien, welche insgesamt 1,5 Millionen Franken kosten. So verkehren abends mehr Postautos ins Melchtal, und der Bahnhof Giswil wird neu mit den übrigen Ortsteilen verbunden.

6.12.02
Swissmetro gibt trotz Schwierigkeiten nicht auf. Das Projekt Untergrund-Schnellbahn kommt aber nur langsam voran. Die Aktionäre haben einer Zielbegrenzung für die nächsten Jahre und der Herabsetzung des Aktienkapitals auf einen Zwanzigstel zugestimmt. An der ausserordentlichen Generalversammlung hiessen die Aktionäre jene Massnahmen gut, welche das Unternehmen Mitte November angekündigt hatte. Swissmetro-Präsident Sergio Salvioni kritisierte vor den Medien in Bern die mangelhafte Unterstützung durch den Bundesrat. Eine Metro würde zur Lösung grosser Probleme wie Staus, Unfälle und Umweltprobleme beitragen, stellte er fest. Dem Bundesrat fehle es an Weitblick. Neue Transportsysteme seien ausserdem stets von der öffentlichen Hand finanziert worden. Die mangelnde Unterstützung führt nach Darstellung der Verantwortlichen dazu, dass die Entwicklung gebremst wird. In den nächsten zwei Jahren will Swissmetro deshalb in erster Linie für Unterstützung werben. Weiter soll Gewicht auf die Erhaltung des Know-hows gelegt werden. Die Pläne für die nächsten zwei Jahre sind in drei Kategorien gegliedert: Für die Kategorie «erste Priorität» sind 60'000 Franken im Jahr 2003 und 50'000 Franken für 2004 budgetiert. 2003 sollen anhand eines Modells die aerodynamischen Effekte der Hochgeschwindigkeitsbahn getestet werden, für 2004 ist der Bau eines Test-Tunnels im Massstab 1:1 geplant. An der ausserordentlichen Generalversammlung wurde auch der Verwaltungsrat teilweise erneuert. Der Westschweizer Arbeitgeberverband zieht sich - wie er im November angekündigt hatte - aus dem Projekt zurück. Sein Vertreter Pierre Weiss, der bisherige Generalsekretär von Swissmetro, kritisierte seinerseits den Bundesrat und kündigte an, die Liberale Partei werde Swissmetro zum Wahlkampfthema machen. Er hatte seinen Rücktritt bekannt gegeben, nachdem Bundesrat Moritz Leuenberger in einem Interview gesagt hatte, er glaube als Verkehrsminister nicht mehr an Swissmetro. Auf ihre Mandate verzichten auch der SBB-Vertreter, der Vertreter der Gruppe der Genfer Privatbankiers sowie jener von Alstom Transport. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Paul Schneebeli, Präsident von Alstom-Suisse. Mehrere Unternehmen, darunter die Swissair, haben ihre Aktien abgestossen. Das Aktienkapital wurde von 6'589'000 Franken auf 329'450 herabgesetzt. Per Mitte November hatte Swissmetro berichtet, das Kapital der Gesellschaft sei von 6,7 Millionen auf 340'000 Franken geschrumpft. Der Wert der Aktie betrage noch 50 Franken statt 1’000. Angestrebt werde aber eine Kapitalaufstockung.

6.12.02
Für Schwarzfahrer in den SBB-Zügen wird das Leben etwas schwieriger: Ab Mitte Dezember gehen 58 «Stichkontrolleure» auf die Piste. Die Profis begleiten gezielt Problemzüge und führen grössere Schwerpunktaktionen durch, wie die «SBB-Zeitung» meldete. Besonders hoch ist die Schwarzfahrerquote entlang des Genfersees und im Wallis. Dieser Situation entsprechend ist ein guter Teil der 58 Stichkontrolleure ab Lausanne tätig. In Zürich arbeiten 10, in der «Region Ost» 24 Stich-Profis. Auf der Nord-Süd-Achse (Basel, Olten, Luzern, Bellinzona) genügen kleinere Bestände. Nach Zahlen vom Oktober fahren 3,7 Prozent der Reisenden im Regionalverkehr ohne gültigen Fahrausweis. Im zahlenmässig überwiegenden Berufsverkehr fahren die meisten Passagiere mit Billett. Nach unten drücken die Statistik die Züge in den Randstunden.

6.12.02
Kurzfristige, kleinere Massnahmen zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs stossen bei der Thuner Bevölkerung im Rahmen der Gesamtverkehrsstudie Agglomeration Thun auf positives Echo. Die mittelfristigen Grossprojekte jedoch sind umstritten. Das erste Massnahmenpaket wird mehrheitlich begrüsst, wie das kantonale Amt für Information zur Mitwirkung der Thuner Bevölkerung mitteilte. Das Paket sieht beispielsweise die Einrichtung von Bus- oder Velospuren vor. Bereits im kommenden Jahr soll eine Busspur auf der Frutigenstrasse eingerichtet werden. Nötig ist auch die Vervollständigung des Parkhausrings rund um die Innenstadt. Dazu sollen die beiden Parkhäuser City-Süd und City-Ost entstehen. Dadurch würden die oberirdischen Parkplätze in der Innenstadt weitgehend aufgehoben. Das zweite Massnahmenpaket ist umstritten. Insbesondere goutieren die Thunerinnen und Thuner das Projekt Bypass Nord nicht, das den Verkehr via Schwäbis unter dem Selveareal durchführen will. Sie befürchte Mehrverkehr in den Quartieren. An bisher zwei Mitwirkungsveranstaltungen wurde stattdessen die Verbindung des Autobahnzubringers Thun- Nord mit der Allmendstrasse über die kleine Allmend vorgeschlagen. Beide Projekte sollen nun detaillierter abgeklärt werden. Deutlich haben sich die Teilnehmer der Mitwirkungsforen auch für eine verkehrsfreie Freienhofgasse ausgesprochen. Dies bedingt eine neue Aarequerung im Bereich Thun-Süd. Ob diese Querung in Form einer Brücke oder eines Tunnels realisiert wird, wurde offen gelassen. Der definitive Entscheid soll das Thuner Stimmvolk treffen.

6.12.02
Der am 22. November eröffnete Girsbergtunnel auf der A7 südlich von Kreuzlingen wird täglich von 6'600 Fahrzeugen benutzt. Die Tunneleröffnung hat nach Angaben des Thurgauer Tiefbauamts die Nord-Süd-Strassenachse in Kreuzlingen entlastet. «Hauptprofiteur» des neuen Autobahnteilstückes sind nach Angaben des Tiefbauamts die Anwohner der Nord-Süd-Achse Bernrainstrasse-Konstanzerstrasse. Hier verkehren 30 bis 50 Prozent weniger Fahrzeuge. 3 bis 7 Prozent weniger werden auf der Brunnen- und Bergstrasse gezählt. Damit wird diese gefährliche Gefällstrecke nur leicht entlastet. Auf den West-Ost-Achsen ist eine Umlagerung feststellbar. Die vermehrte Nutzung des A7-Nordanschlusses direkt nach der Landesgrenze bringt mehr Verkehr für dessen Zubringerachsen. Das gilt für die Seetalstrasse und die Achse Romanshorner- Bahnhofstrasse in Kreuzlingen sowie für die neue Verbindungsstrasse Tägerwilen- Kreuzlingen. Um rund 20 Prozent entlastet wird die alte Verbindung Kreuzlingen- Tägerwilen. Die vorliegenden Zahlen basieren auf Verkehrszählungen von je einer Woche vor und nach der Eröffnung des Girsbergtunnels.

6.12.02
Die Verkehrskommission des Ständerates (KVF) möchte dem Bundesrat Gelegenheit geben, mit Deutschland Verhandlungen über eine Anpassung des Luftverkehrsabkommens zu führen. Sie will dem Plenum in der Märzsession 2003 darüber Bericht erstatten. Die KVF beantragt deshalb, das Abkommen an die Kommission zurückzuweisen. Sie wollte sich schon immer bis im März Zeit lassen, um die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags abzuklären und die Erfahrungen mit den neuen Flugsperren an Wochenenden abzuwarten. Sie setzte deshalb ihre Beratungen aus. Doch wurde die KVF von Rolf Büttiker (FDP/SO) gezwungen, das Abkommen, auf das der Nationalrat gar nicht erst eingetreten war, in der letzten Woche der Wintersession zu traktandieren. Mit 9 zu 1 Stimmen und mit dem Einverständnis Büttikers will sie nun mit der Rücknahme der Vorlage Zeit für Neuverhandlungen gewinnen. Wie KVF-Präsident Ernst Leuenberger (SP/SO) vor den Medien erklärte, soll der Bundesrat versuchen, ein besseres Abkommen anzustreben. Verkehrsminister Moritz Leuenberger habe sich dazu bereit erklärt. Die KVF hoffe, dass Leuenberger vom Bundesrat das Mandat erhalte, in neue Gespräche einzutreten. Die KVF möchte ein Ergebnis, das in guter und vertrauensvoller Nachbarschaft einen fairen Ausgleich der Interessen der lärmgeplagten süddeutschen und schweizerischen Bevölkerung schaffe, sagte Leuenberger. Es gelte, für den Flughafen Kloten eine wirtschaftlich tragbare und flugtechnisch sichere Lösung zu finden. Bis zur Frühjahrssession will die Kommission klären, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Ratifizierung oder Ablehnung des Abkommens auf den Flughafen Unique, die Fluggesellschaft Swiss und die schweizerische Flugsicherung Skyguide hat. Die Rückweisung an die Kommission sei ein letzter Rettungsversuch, sagte Leuenberger. Rückweisung an den Bundesrat würde bedeuten, dass das Parlament die Verhandlungen mit Deutschland als gescheitert ansieht. Deutschland habe klar gemacht, dass es in diesem Falle eine einseitige Verordnung erlassen werde.

9.12.02
Die SBB Cargo AG begräbt das gemeinsame Cargo-Projekt «Transalp» mit den italienischen Staatsbahnen FS Trenitalia. Der grenzüberschreitende Güterverkehr soll durch die Gründung einer eigenen Tochterfirma in Italien pünktlicher werden. Die Ziele von «Transalp» konnten trotz grosser Anstrengungen aller Beteiligten nicht erreicht werden, teilte SBB Cargo mit. Gemäss SBB-Sprecher Christian Kräuchi hat vor allem die Pünktlichkeit im grenzüberschreitenden Güterverkehr nicht verbessert werden können. Als Gründe für das Scheitern nannte Kräuchi auch die unterschiedliche Interessenlage: «Der Verkehr in die norditalienischen Städte macht einen Achtel des Umsatzes von SBB-Cargo aus. Für Italien ist die Bedeutung dieses Verkehrs hingegen nicht derart zentral.» Mit «Transalp» wollten SBB Cargo und Trenitalia seit April 2001 stärker zusammenarbeiten. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wurden immer wieder die Vorteile der Zusammenarbeit betont. Ursprünglich war gar von einer Fusion im Cargo-Bereich die Rede gewesen. Davon ist SBB Cargo nun abgekommen und setzt auf eine eigene Tochterunternehmung in Norditalien. Diese wird in Eigenregie einen alpenquerenden Schienengüterverkehr ab der Grenze in den Grossraum nördlich von Mailand fahren. SBB Cargo führt zurzeit täglich über 100 Güterzüge nach Italien. Gut die Hälfte dieser Transporte endet oder beginnt im Aktionsfeld der neuen italienischen Tochterfirma, die im Verlauf des kommenden Jahres aufgebaut wird. Ziel ist es, im Dezember 2003 mit ersten Transporten zu starten. Das Lokomotiv- und Rangierpersonal wird in Italien rekrutiert. In den kommenden Jahren werden die Leistung und der Lokbestand sowie die Zahl der Mitarbeitenden kontinuierlich ausgebaut. In der Startphase werden etwa 100 Lokführer und über 50 Mitarbeitende in Rangierteams mit circa 30 Lokomotiven arbeiten.

9.12.02
Verkehrsminister Moritz Leuenberger wird im Januar in Deutschland sondieren, ob das Luftverkehrsabkommen nachgebessert werden kann. Die Zürcher Flughafenbetreiberin Unique hält wenig von weiteren Verhandlungen. Der Bundesrat hat Moritz Leuenberger zu Sondierungen ermächtigt. Dieser hatte sich schon mit dem deutschen Verkehrsminister und dem Baden-württembergischen Ministerpräsidenten getroffen, nachdem ihn die ständerätliche Verkehrskommission um Nachverhandlungen gebeten hatte. An einem Sondierungsgespräch würden die Kritikpunkte (Luftraumüberwachung, Warteräume für Flugzeuge, Flugsperren nachts und an Wochenenden, Anflugschneisen) am Abkommen mit Deutschland aufgelistet, sagte Leuenberger vor den Medien. Anschliessend werde beschlossen, ob Nachverhandlungen eingeleitet werden oder nicht. Es würden alle Möglichkeiten ausgelotet, das Abkommen zu verbessern, sagte Leuenberger. Beide Partner hätten Wünsche. Die Schweiz beispielsweise möchte lieber auf den Lärm als die Zahl der Flugbewegungen abstellen, Deutschland beobachte das heutige Flugregime mit Misstrauen. Auch Flughafenbetreiberin Unique fordert, bei der Begrenzung des Flugverkehrs über Süddeutschland müsse die Lärmmenge ausschlaggebend sein. Dies gelte auch für den Flughafen München, sagte Flughafendirektor Josef Felder in Zürich. Er verlange eine Gleichstellung mit deutschen Flughäfen. Der Staatsvertrag, der an Wochenenden und in den Abendstunden bereits vorangewendet wird, verlangt bis 2005 eine Begrenzung der Landeanflüge über Süddeutschland auf jährlich 100'000 Flüge. «Wir haben durch den Staatsvertrag weniger Flugkapazität und müssen dafür mehr bezahlen», sagte Felder. Leuenberger warnte jedoch, Deutschland sei gewillt, bei einer Nichtratifizierung des Abkommens einseitig schärfere Massnahmen zu treffen und die Flugsicherung über Süddeutschland der schweizerischen Skyguide wegzunehmen. Baden-Württemberg sei an einem Scheitern des Ratifizierungsverfahrens interessiert.

10.12.02
In der Schweiz und in ganz Europa wechseln die Fahrpläne der Bahnen. Grössere Änderungen gibt es in den internationalen Verbindungen. Neu gibt es mit General- und Halbtax-Abos auch im Ausland Rabatt. Auf nationaler Ebene bringt der Ausbau der Strecke Bern- Langnau- Luzern die wichtigste Änderung, nämlich die Einführung des Halbstundentakts im S-Bahn-Verkehr - allerdings erst ab 2004. Vorerst ist der Verkehr auf dieser Strecke wegen des Umbaus behindert, wie die SBB mitteilte. Im Verkehr mit Deutschland wird neu eine Direktverbindung Zürich- Frankfurt- Berlin angeboten (Zürich ab 7.02 Uhr, Berlin an 15.17 Uhr). Und statt der heutigen fünf verkehren neu täglich sieben Direktzüge zwischen Zürich und Stuttgart. Verschiedene weitere Verbindungen werden teils deutlich schneller. Eine neue 2½ -Stunden-Direktverbindung gibt es morgens von Zürich (Abfahrt 06.37 Uhr) via Liestal und Basel nach Strasbourg(F). Der Retourzug am Abend (Strasbourg ab 19.15 Uhr) verkehrt über Basel und Frick AG und braucht 2 ¾ Stunden. Neu ist eine schnelle Abendverbindung von Milano (Abfahrt 18.10 Uhr) nach Bern: Inklusive Umsteigen in Brig beträgt die Fahrzeit 3 ½ Stunden. Dazu kommt eine neue Spätverbindung von Milano (ab 22.34 Uhr) nach Lugano (an 00.16 Uhr) und Bellinzona (an 00.49 Uhr). Zwischen Zürich und der Tschechischen Hauptstadt Prag schliesslich gibt es eine neue direkte Nachtverbindung: Der «Wiener Walzer» führt in beiden Richtungen jeweils einen Liegewagen von und nach Prag. (Abfahrt in Zürich 22.33 Uhr, Ankunft in Zürich 06.27 Uhr). Die SBB, die Deutsche Bahn und die Österreichischen Bundesbahnen akzeptieren neu gegenseitig die jeweiligen Ermässigungs-Ausweise, die bisher nur national gültig waren. Für die knapp zwei Millionen Inhaberinnen und Inhaber von Halbtax-Abos oder GAs in der Schweiz bedeutet dies konkret, dass sie für Zugsbillette in diese beiden Nachbarländer 25 Prozent Rabatt erhalten. Dazu kommen weitere Ermässigungsangebote etwa für frühe Buchungen oder kleine Gruppen.

11.12.02
Der Nationalrat hat mit 94 zu 83 Stimmen den Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative gutgeheissen. Der Entwurf enthält die zweite Gotthard-Röhre und einen Strassenbaufonds. Umweltverbände sind entsetzt, die Strassenlobby erfreut. Die Verkehrskommission (KVF) habe das Fuder überladen, war im Rat von linker Seite zu hören. Diese hatte den Gegenvorschlag des Bundesrats angereichert: Sie packte die zweite Gotthard-Röhre und einen Strassenbaufonds hinein. Der Bundesrat hatte die Akzente anders gesetzt. Zwar wollte auch er die Engpässe im Nationalstrassennetz beheben - aber dort, wo es aus seiner Sicht vordringlich ist: in den Agglomerationen oder auf der A1 zwischen Bern und Zürich. Eine zweite Gotthard-Röhre habe der Bundesrat auch wegen des Alpenschutzartikels nicht in sein Programm aufgenommen, sagte Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Er riet, die «Trumpfkarte», die eine zweite Röhre in den Verhandlungen mit der EU darstelle, nicht unnötig und zu früh auszuspielen. Eine bürgerliche Ratsmehrheit sah jedoch im Kommissionsvorschlag die guten Elemente des bundesrätlichen Gegenentwurfs mit den Anliegen der Avanti-Initiative verbunden. Wegen des wachsenden Verkehrsaufkommens brauche es Kapazitätserweiterungen. Auch volkswirtschaftliche Argumente warfen die Bürgerlichen in die Diskussion. Die Linke hingegen sah im «strassenlastigen Gegenvorschlag» einen «Wunschkatalog der Asphalt-Lobby» und einen «Frontalangriff» auf die Verkehrspolitik. Der Gegenvorschlag überstand das Bereinigungsverfahren in der KVF-Version. Anträge der Kommissionsminderheit, die zweite Röhre und den Fonds zu kippen, unterlagen. Die Avanti-Initiative der Automobilverbände lehnte der Nationalrat ab. Das Volksbegehren verlangt neben der zweiten Röhre am Gotthard den Ausbau von Autobahnen. Das Geschäft geht nun in den Ständerat. Das Komitee Avanti-Nein kritisiert den «pervertierten Gegenvorschlag», dem der Rat zugestimmt habe. Die grosse Kammer beweise einen «beachtlichen Mangel an demokratischer Sensibilität». Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die 1994 zum Alpenschutz klar ja gesagt haben, hätten an der Urne keine echte Wahl mehr. Für den Touring-Club der Schweiz (TCS), Initiant der Avanti-Initiative, hat der Nationalrat die Weichen für eine umfassende Verkehrspolitik gestellt. Der Entscheid ermögliche die Beseitigung der Infrastrukturengpässe des Strassen- und Agglomerationsverkehrs. Auch der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG begrüsst den Entscheid. Damit sage die grosse Kammer ja zur Mobilität und zum funktionsfähigen Personen- und Gütertransport. Die Schweiz sei auf den Ausbau des Strassennetzes dringend angewiesen, sonst drohe der Kollaps.

12.12.02
Der Ständerat sagt weder Ja noch Nein zum Luftverkehrsabkommen mit Deutschland. Er will vor seinem Entscheid das Ergebnis der Sondierungsgespräche von Verkehrsminister Moritz Leuenberger über allfällige Nachbesserungen kennen. Mit 29 zu 10 Stimmen trat der Ständerat auf das Luftverkehrsabkommen ein. Damit stellte er sich gegen den Nationalrat, der mit 105 zu 79 Stimmen eine Ratifizierung abgelehnt hatte. Gleichzeitig gab die kleine Kammer das Geschäft an ihre Kommission zurück. Das ermöglicht Leuenberger, im Januar in Deutschland zu sondieren, ob der Staatsvertrag über die Flugsicherung über Süddeutschland und die Lärmverteilung über Kloten nachgebessert werden kann. Der Bundesrat hatte den Verkehrsminister ermächtigt, die Kritikpunkte mit Deutschland durchzusprechen. Es bestehe die Hoffnung, noch etwas bewegen zu können, sagte Kommissionspräsident Ernst Leuenberger (SP/SO). Es müsse alles unterlassen werden, was die Gespräche mit Deutschland schwieriger machte, als sie ohnehin schon seien. Dem Bundesrat solle eine letzte Chance gegeben werden. This Jenny (SVP/GL) und die Zürcher Standesvertreter Hans Hofmann und Vreni Spoerry beantragten Nichteintreten auf den «unseligen Vertrag». Auf Nachverhandlungen zu hoffen, sei reines Wunschdenken und eine «politische Alibiübung», sagte Jenny. Eine weitere Nullrunde bringe nichts. Hofmann warb dafür, der deutschen Drohung, bei Nichtratifikation des Vertrags einseitig schärfere Massnahmen zu erlassen, «souverän entgegenzutreten». Denn Deutschland würde dadurch in die Diskriminierungsfalle des EU-Rechts tappen. Die Schweiz müsse den «juristischen Hosenlupf wagen». Verkehrsminister Leuenberger sah schwarz für einen Rechtsstreit mit Deutschland. Es sei deshalb sinnvoll, mit dem Vertragspartner abzuklären, ob nicht Nachbesserungen des Vertrages möglich wären. Es wäre aber illusorisch anzunehmen, dass allein die schweizerischen Anliegen Gehör finden würden. Die Verkehrskommission wird nun die wirtschaftlichen Auswirkungen des Vertrags auf den Flughafen Kloten, die Fluggesellschaft Swiss und die Flugsicherung Skyguide durch eine externe Expertise abklären lassen, sagte Präsident Leuenberger. Im März werde sie Bericht erstatten und Antrag stellen.

12.12.02
Die Thurbo AG mit Sitz in Kreuzlingen wird als neue Regionalbahn ab dem 15. Dezember auf 550 Streckenkilometern in der Ostschweiz und im süddeutschen Raum verkehren. Mit einem kleinen Festakt wurde der Start des Unternehmens in Bussnang gefeiert. Die Thurbo AG war am 21. September 2001 von der Mittelthurgaubahn (MThB) und den SBB als neue Regionalbahngesellschaft gegründet worden. Wegleitend sei die Idee gewesen, das Modell der Seelinie der MThB mit der ressourcenmässigen Unterstützung der SBB grossflächig umzusetzen, erklärte Thurbo-Geschäftsführer Ernst Boos. Thurbo, ein Namenzusammenzug aus Thurtal und Bodensee, nimmt nun trotz der Wirren um die inzwischen bankrotte MThB am 15. Dezember planmässig ihren Betrieb auf. Die Ära der Thurbo AG wird mit dem ersten Zug des neuen Angebots «Thurgau Nightline» um 00.37 Uhr ab Konstanz eingeleitet. Dieser Nachtzug verkehrt jeweils freitags und samstags zwischen Winterthur, Romanshorn, Kreuzlingen und Konstanz. Symbolisch wurde im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft dem ersten von insgesamt 80 bestellten Gelenktriebwagen bei der Stadler AG in Bussnang das Dach aufgesetzt. Diese Fahrzeuge werden bis 2007 ausgeliefert; sie kosten rund 400 Millionen Franken. Laut Thurbo-Geschäftsführer Boos soll die neue Gesellschaft den Regionalverkehr attraktiver gestalten. Gleichzeitig habe sie den Auftrag, im benachbarten Ausland weitere Leistungen zu erbringen. Auf einem Streckennetz von 550 Kilometern wird ein Gebiet von rund einer Million Einwohnern in der Ostschweiz und im süddeutschen Raum erschlossen. Die neue Regionalbahngesellschaft beschäftigt inzwischen 250 Personen, darunter 150 Lokomotivführer. Die meisten Angestellten kommen von der konkursiten MThB. Zusätzlich werden 70 Lokomotivführer der SBB für die Thurbo fahren. Mit 25 Personen wird das Verkaufsnetz der früheren MThB weitergeführt.

13.12.02
Der Kanton Zürich soll das bereits beim Bund eingereichte Nationalstrassenprojekt «Westast» in der Stadt Zürich zurückziehen. Dies fordert der Runde Tisch «Verkehr Zürich West», der gleichzeitig ein eigenes neues Verkehrskonzept vorschlägt. Beim Projekt «Westast» geht es um eine Nationalstrasse zwischen Stadion Hardturm und Hauptbahnhof. Diese soll in Zukunft als zentrale Verkehrsachse das Entwicklungsgebiet Zürich-West erschliessen und die A1 mit der Innenstadt verbinden. «Westast» sei keine zukunftstaugliche Verkehrslösung, lautet das Fazit des Runden Tischs, wie er mitteilte. Damit würde das für mehrere Quartiere problematische Westtangentenprovisorium auf unabsehbare Zeit zementiert. Auf der Nord-Süd-Achse könnten die Verkehrsströme durch Zürich-West kaum bewältigt werden. Der Runde Tisch hat ein eigenes Verkehrskonzept entwickelt. Es will den motorisierten vom öffentlichen Verkehr trennen. Ausserhalb der Hardstrasse soll der so genannte «Toni-Knoten» als Kreuz des motorisierten Verkehrs dienen. Die übergeordneten Verkehrsströme sollen durch den «Waidhaldetunnel mittel» geführt werden. Weitere Elemente sind der Sihlquai mit Zubringerfunktion ohne Anschluss an den Stadttunnel, der Abbruch der Hardbrücke vom Wipkingerplatz bis zum Bahnhof Hardbrücke, die Aufwertung der Rosengarten- und Hardstrasse sowie des Bahnhofs Hardbrücke. Beim öffentlichen Verkehr fordert der Runde Tisch die zügige Realisierung der Tramverbindung vom Hauptbahnhof zum Bahnhof Altstetten via Pfingstweidstrasse.

16.12.02
Auf dem Bödeli bei Interlaken regt sich der Widerstand gegen eine zivile Nutzung des Flugplatzes Interlaken: Heute hat der «Verein gegen Fluglärm und –emissionen» bei Bund und Kanton eine Petition mit 2'902 Unterschriften gegen die Nutzung eingereicht. Adressaten der Eingabe sind die kantonale Baudirektion und das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, wie den Unterlagen des Vereins zu entnehmen ist. Gegen 1'900 Unterschriften stammen aus Gemeinden auf und rund ums Bödeli und dem weiteren Berner Oberland, rund 1’000 aus der übrigen Schweiz. Eine zivile Nutzung bringe der Region neben dem Lärm und weiteren Emissionen keine Vorteile, argumentiert der Verein. Ein Hobby-Flugbetrieb bringe keine Arbeitsplätze; andere Kleinflugplätze hätten zudem mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Man wehre sich auch gegen eine Salamitaktik, die heute von rund 4'000 Flugbewegungen spreche. Später werde absehbar argumentiert, diese Zahl müsse aus wirtschaftlichen Gründen erhöht werden. Für eine zivile Nutzung legt sich seit Jahren ein anderer Verein ins Zeug: Lange bevor anfangs Dezember bekannt wurde, dass sich die Armee auf Anfang 2004 vollständig vom Flugplatz Interlaken zurückziehen will, reichte der Verein für eine zivile Mitbenutzung des Flughafens Interlaken (VFI) ein entsprechendes Gesuch ein. Es ist beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) noch hängig. Der Verein sieht im Flugplatz vor allem eine Chance für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Region, etwa im Bereich Kongresstourismus. Angestrebt wird zudem eine mögliche Ansiedlung von Hightech-Firmen nach Vorbild des Flughafens von Friedrichshafen am Bodensee. Bereits heute betreibt das Rüstungsunternehmen RUAG Aerospace beim Flugplatz einen Betrieb zum Unterhalt von Avionik-Geräten mit 200 Angestellten. Man befürchte von der Petition keine Verzögerung der Nutzungspläne, sagte VFI-Präsident Beat Steuri auf Anfrage. Weniger als 2'000 Unterschriften aus dem Berner Oberland sei ein «äusserst dürftiges Ergebnis». Ausser Bönigen seien zudem alle Bödeli-Gemeinden Mitglied seines Vereins und stünden hinter den Nutzungsplänen. Mit den geplanten 4'500 Flugbewegungen würden alle einschlägigen Grenzwerte und Gesetzesbestimmungen eingehalten, sagte Steuri. Anfang Januar werde man dem BAZL den geforderten erweiterten Umweltbericht zustellen. Man rechne damit, die Bewilligung für den Flugbetrieb im ersten Halbjahr 2003 zu erhalten.

17.12.02
Um Zürich und Winterthur sowie im mittleren Glattal sollen die Hochleistungsstrassen in den nächsten 30 Jahren für etwa 7 Milliarden Franken ausgebaut werden. Der Kanton Zürich hofft, dass alles oder zumindest der Löwenanteil vom Bund bezahlt wird. In erster Priorität soll die Nordumfahrung Zürich ausgebaut werden. Der Variantenstreit um See- oder Stadttunnel wurde zugunsten des Tunnels durch die Stadt entschieden. Der Seetunnel sei vom Tisch, sagte Baudirektorin Dorothée Fierz vor den Medien. Die Strategie Hochleistungsstrassen sieht vor, Zürich, Winterthur und das mittlere Glattal auf Strassenringen zu umfahren. Damit soll die Funktionstüchtigkeit des heute an verschiedenen Stellen chronisch überlasteten Verkehrssystems gewährleistet werden. Die Konzeption hat laut Fierz «einen Zeithorizont von mehr als einer Generation». Mit der schrittweisen Umsetzung der Strategie sei jedoch bereits begonnen worden. Auf der Nordumfahrung zwischen dem Limmattaler Kreuz und dem Verkehrsdreieck Zürich-Nord ist ein Ausbau der Leistungsfähigkeit geplant. Zunächst soll die Kapazität der Strasse im Hinblick auf die volle Inbetriebnahme des Baregg-Tunnels im Jahr 2004 mit so genannten Verkehrsbeeinflussungsanlagen erreicht werden. Mittelfristig ist der Ausbau auf sechs Fahrstreifen und der Bau einer dritten Gubristtunnel-Röhre vorgesehen. Von Seebach zur Flughafen-Werft soll eine weitgehend unterirdische Verbindung gebaut werden. Bis 2013 soll der dritte Gubristtunnel gebaut sein, zwei Jahre später der so genannte «Bypass» beim Flughafen. Im Vergleich zum Seetunnel biete der Stadttunnel den Vorteil, dass er besser etappierbar sei und die vom Verkehr besonders stark beeinträchtigten Stadtteile von Zürich deutlich stärker entlaste, sagte Baudirektorin Fierz. Zudem sei er günstiger. Er soll zwischen 2015 bis 2030 fertiggestellt sein. Um den am stärksten belasteten Abschnitt der Autobahn A1 zwischen Zürich-Nord und dem Brüttiseller Kreuz funktionsfähig zu erhalten, schlägt die Baudirektion ein neues Autobahnstück zwischen dem A1-Anschluss Baltenswil und dem «Bypass» beim Flughafen vor. Es soll bis 2020 gebaut werden. Der Umfahrungsring in Winterthur soll durch eine Direktverbindung vom Rossberg im Süden der Stadt zur Verzweigung Winterthur-Ost erreicht werden. Die Südostumfahrung erfolgt weitgehend unterirdisch und soll bis 2035 fertiggestellt sein.

17.12.02
Mit dem Konzept MobilPlus möchte der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) den öffentlichen Verkehr (VöV) bis 2014 schrittweise behindertengerechter machen. Im Einzugsgebiet des ZVV leben rund 150'000 Menschen mit einer Behinderung. «MobilPlus sieht vor, dass im öV bis 2014 ein Grobnetz verwirklicht wird und die Kommunikationsmittel behindertengerecht sind», sagte Volkswirtschaftsdirektor Ruedi Jeker vor den Medien. Die volle Gleichstellung solle bis 2024 erreicht werden. Neben der Kundengruppe der behinderten Personen können auch Reisende mit schwerem Gepäck oder Kinderwagen von MobilPlus profitieren. Als Sofortmassnahme rüstet der ZVV Niederflurbusse mit mobilen Rampen nach. Aber nicht nur ein Grossteil der Busse, sondern aller Fahrzeuge sollen bis 2014 über Niederflureinstiege verfügen. Haltestellen, die für behinderte Menschen wichtig sind, werden umgebaut. Dazu gehören laut ZVV Stationen in der Nähe von Krankenhäusern und Altersheimen, aber auch bei wichtigen Arbeitgebern, Schulen, Ämtern und Kulturinstitutionen. Das gesamte ZVV-Dienstleistungsangebot wird ebenfalls behindertengerecht. In Zukunft sollen auch Seh-, Hör- und Gehbehinderte Fahrplaninformationen, Informationen über Anschlüsse und Billettautomaten, WC-Anlagen und Warteräume nutzen können. Die Kosten für die Umsetzung von MobilPlus betragen rund 312 Millionen Franken. Davon übernehmen der ZVV 200 Millionen, die SBB 90 Millionen und die Gemeinden etwa 20 Millionen. Mit der Umsetzung von MobilPlus möchte sich der ZVV eine neue Kundengruppe erschliessen. Den jährlichen Kosten von 13 bis 14 Millionen Franken bis 2024 stünden voraussichtlich auch Mehrerlöse gegenüber. Als nächste Schritte stehen neben den Sofortmassnahmen bei den Niederflurbussen die Anschaffung von niederflurigen S-Bahn-Zügen an (ab 2004). 2006 soll es die ersten so genannten Reiseketten für Behinderte geben. Das bedeutet, dass behinderte Menschen von A nach C über B mit behindertengerechten Fahrzeugen gelangen können. Das eidgenössische Gleichstellungsgesetz für Behinderte verlangt ab 2004 die Anpassung des öffentlichen Verkehrs an die Bedürfnisse behinderter Menschen. Mit dem Konzept MobilPlus lanciere der ZVV einen schweizweit einzigartigen Umsetzungsplan des Gesetzes, sagte Joe Manser von der Schweizerischen Fachstelle für behindertengerechtes Bauen.

17.12.02
Fluggesellschaften, welche die Schweiz überfliegen oder auf einem Schweizer Flughafen landen wollen, müssen künftig mehr bezahlen. Skyguide erhöht die Flugsicherungsgebühren. Ab 1. Januar 2003 gelten die neuen Überfluggebühren, welche die Europäische Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol bereits abgesegnet hat, wie Skyguide mitteilte. Für die höheren Anfluggebühren braucht es noch die Zustimmung des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sowie vom Preisüberwacher. Sie sollen am 1. April in Kraft treten. Die Aufschläge verrechnet Skyguide den betroffenen Fluggesellschaften. Diese wiederum dürften sie auf die Flugtickets und damit auf die Passagiere abwälzen. Berechnet werden die Gebühren ausgehend von einem Einheitstarif und unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren. So beträgt etwa der neue Einheitstarif für Überflüge 142.44 Franken (16.44 mehr als bisher). Konkret wird für einen Flug Zürich- Genf in einer A 321 mit 186 Passagieren eine Überfluggebühr von 400.10 Franken erhoben – heute sind es noch 353.90. Auf den einzelnen Fluggast trifft es 2 Franken 15 Rappen. Deutlich stärker als die Überflugtarife sollen die Anfluggebühren erhöht werden. Der Einheitstarif von heute 17.90 Franken wird laut Skyguide auf 30.75 angehoben. Dazu kommt eine neue Tarifstruktur für die Belastung von schweren und leichten Maschinen. Auch hier ein Rechenbeispiel: Heute zahlt eine MD11 mit 241 Passagieren eine Anfluggebühr von 1’244.90 Franken. Neu soll sie 1’611.80 betragen. Pro Passagier steigt die Belastung von heute 5.17 Franken auf 6.69. Skyguide begründet den Aufschlag mit dem Rückgang des Luftverkehrs - im ablaufenden Jahr wird sich das Minus auf rund 10 Prozent belaufen - und gleichzeitig nötigen Investitionen in Technik und Personal. Laut Skyguide-Sprecher Patrick Herr sind auch in den umliegenden Ländern Tariferhöhungen angesagt: Überall hätten die Flugsicherungen mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Skyguide finanziert sich laut Mitteilung voll aus Gebühreneinnahmen. Allfällige Gewinne muss sie in Form einer Gebührensenkung weitergeben. Verluste sind per Erhöhung auszugleichen. Zwischen 1995 und 2000 sanken die Gebühren um 25 Prozent.

18.12.02
Die SBB hat der Siemens Schweiz AG einen Auftrag von 375 Millionen Franken zum Gesamtausbau eines Bahn-Mobilfunknetzes erteilt. Die erste Tranche beläuft sich auf 20,5 Millionen Franken. Zuerst wird die Strecke Bern- Zürich mit dem neuen GSM-Netz versehen. Das am dichtesten befahrene Schienennetz Europas soll mit dem neuesten, europäischen Normen entsprechenden, drahtlosen Sprach- und Datenkommunikationsnetz ausgerüstet werden, teilt die SBB mit. Das GSM-R (Global System for Mobile Communication Railways) dient der Führerstandsignalisierung, dem Zug-, Rangier- und Baufunk. Der Auftrag gehe vollumfänglich an Siemens Schweiz in Zürich, sagte SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz auf Anfrage. Andere Bahnen rüsteten ihre Netze nach demselben System aus. GSM-R ist laut SBB für das Signal- und Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) unerlässlich. So könnten Daten von der Streckenzentrale in den Führerstand der Lokomotiven übertragen werden. Daneben dient es dem Reisenden direkt. Von der Leitstelle aus lassen sich einzelne Züge mit Lautsprecherdurchsagen versorgen. Das bahneigene Netz erlaubt es auch, Züge mit Bildschirmen auszustatten, auf denen etwa ersichtlich ist, auf welchen Gleisen Anschlusszüge verkehren. Das Mobilfunknetz ist speziell auf die Bahnen zugeschnitten, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Es ersetzt verschiedene bisherige Funksysteme. In den kommenden Jahren werden entlang des rund 3'000 Kilometer langen SBB-Netzes annähernd 1'000 Sender-Empfänger-Kombinationen eingebaut und mittels Glasfaser mit der Hauptzentrale verbunden. Die Investition ist Teil eines Investitionspakets von rund 2,9 Milliarden Franken, welche die SBB in den kommenden 15 Jahren in ihr Schienennetz steckt. 1,7 Milliarden Franken sind für die komplette Erneuerung der Stellwerke geplant, 870 Millionen fliessen in das neue System der Zugsicherung. Nötig wurden die Investitionen unter anderem, um das bestehende Netz noch intensiver nutzen zu können. Die neueste Technologie soll einen Kapazitätsausbau auf den Hauptstrecken um bis zu 30 Prozent erlauben. Bereits heute verkehren in der Schweiz pro Tag und Strecke 128 Züge.

18.12.02
Im Oktober dieses Jahres haben 84'935 Lastwagen den Grenzübergang in Chiasso-Brogeda passiert. Das sind 2’642 mehr als im Oktober 2000. Deshalb fordert das Tessiner Kantonsparlament den Bund auf, das Verlagerungsgesetz in Zukunft aktiv umzusetzen. Eine entsprechende Resolution, eingereicht von der FDP, CVP, Lega, SP und den Grünen, wurde im Grossen Rat einstimmig angenommen. Die Tessiner Politiker verlangen eine Kontingentierung des internationalen Transitverkehrs durch die Alpen bereits an den Grenzen zur Schweiz. In der Resolution wird beklagt, dass das Tropfensystem am Gotthard mehr Verkehr anziehe als das Dosiersystem. Nehme man das Jahr 2000 als Massstab, so passierten in den ersten neun Monaten dieses Jahres nur 93 Prozent der damaligen Anzahl Camions die Grenze in Chiasso. Mit der Einführung des Tropfensystems im Oktober habe sich die Quote auf 103 Prozent erhöht.

18.12.02
Die AlpTransit Gotthard AG (ATG) wird im Januar 2003 das verbesserte NEAT-Projekt Gotthard Nord und Erstfeld im Kanton Uri öffentlich auflegen. Das Auflageprojekt 2001 wird von der ATG zurückgezogen. Der Bundesrat hat sich im Juni 2002 für die Linienführung «Berg lang geschlossen» entschieden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) beauftragte darauf die ATG damit, das Projekt auf der Basis des Bundesrats-Entscheids zu überarbeiten. Das Auflageprojekt 2003 ist der erste Schritt der NEAT in den Berg, denn es sieht die unterirdische Verzweigung im Gotthard-Basistunnel als Vorinvestition von 100 Millionen Franken im Hinblick auf die Realisierung der Bergvariante vor. Zudem wird die Dammhöhe in Rynächt um die Hälfte reduziert. Neben der bestehenden zweispurigen Gotthardlinie sowie den beiden Basistunnelgleisen sind im Abschnitt Rynächt zwei Überholgleise vorgesehen. Beibehalten wurde die Überquerung des Schächenbachs. Die Kosten für «Berg lang geschlossen» werden auf rund 2,2 Milliarden Franken geschätzt. Der Bundesrat wird dem Parlament voraussichtlich noch im Jahr 2003 einen Kredit beantragen, damit die Planung der Bergvariante eingeleitet und gleichzeitig andere, bisher zurückgestellte NEAT-Projekte, erneut überprüft werden können (NEAT 2). Der Bau der Bergvariante kann, Zustimmung des Parlaments und allenfalls des Volks vorausgesetzt, zirka 2020 in Angriff genommen werden. Vorher sind die von Volk und Ständen genehmigten Vorhaben des Bundesbeschlusses über Bau und Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs (FinöV) zu realisieren. Dazu gehören die bereits beschlossenen NEAT-Projekte, die 2. Etappe von Bahn 2000 oder die Anschlüsse ans europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.

19.12.02
Der Flughafen Kloten muss ein Hub bleiben. Die in hohem Masse vom Export abhängige Schweizer Wirtschaft benötige direkte Luftverkehrsverbindungen, so der Zürcher Regierungsrat auf eine Anfrage von zwei SVP-Kantonsräten. Die Chancen, dass sich Zürich gegen die Konkurrenzflughäfen im benachbarten Ausland - München oder Mailand - behaupten könne, seien durchaus intakt. Dies sei nur der Fall, wenn die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens nicht eingeschränkt werde. Deshalb müsse der Flughafen ein Hub bleiben. Eine notwendige Investition für einen qualitativ hochstehenden Zürcher Hub sei die 5. Bauetappe, heisst es in der veröffentlichten Antwort weiter. Es sei nicht angezeigt, Terminal B nach der Öffnung des Dock Midfield Ende Oktober 2003 abzubrechen. Für einen kundengerechten Betrieb seien die beiden Terminals A und B sowie das Dock Midfield ein wichtiges Element. Die Öffnung des Dock Midfield wurde wegen des niedrigen Verkehrsaufkommens seit dem 11. September 2001 verschoben. Er wolle nicht verhehlen, dass sich der Flughafen, an dem der Kanton 49 Prozent hält, in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bewege, schreibt der Regierungsrat. Er stelle aber fest, dass die Kennzahlen der Betreiberin Unique auf Budgetkurs liegen.

19.12.02
Die Kundschaft des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) ist mit dem öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich grundsätzlich zufrieden. Handlungsbedarf besteht bei der Sauberkeit der Fahrzeuge und der Sicherheit in der S-Bahn. Bereits bekannt ist, dass die SBB den Kampf gegen das mangelnde Sicherheitsgefühl und den Dreck in den S-Bahnen verstärkt. Ab Januar 2003 sorgen Zugbegleiter in den Abendzügen für mehr Sicherheit und Sauberkeit. In den Wagen werden Videokameras eingerichtet, mobile Putzequipen sollen den Schmutz rasch entfernen. Die Massnahmen sind nötig: In Punkto Sauberkeit und Sicherheit erhält der ZVV deutlich schlechtere Noten als bei der letzten Befragung vor zwei Jahren. «Die Kunden sind unzufrieden», heisst es in Mitteilungen des ZVV, der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU) und der Winterthurer Verkehrsbetriebe (WV). Grundsätzlich aber seien die Kundinnen und Kunden zufriedener als vor zwei Jahren, hält der ZVV fest: Die Gesamtnote stieg um einen auf 74 Punkten (von 100 Punkten). Erreicht wurde dies dank Preis, besserer Qualität bei Zuverlässigkeit, Fahrgastinformationen sowie der Einrichtung einer Kontaktstelle für alle Fragen rund um den öffentlichen Verkehr sowie im Umgang mit Reklamationen. Praktisch rundum zufrieden sind die Kunden der SZU: Mehr Punkte erhalten hat das Unternehmen für das Kontroll- und Fahrpersonal, den Billettverkauf an den Verkaufsstellen, die Infrastruktur der Haltestellen und die Zuverlässigkeit der S4 und S10. Die Gesamtnote liegt bei 77 Punkten. Unterschiedliche Noten erhalten die WV: Bemängelt werden der Fahrkomfort in den Bussen sowie die Leistungen des Fahrpersonals, vor allem was den Fahrstil anbelangt. Abgenommen hat gemäss Kunden auch die Pünktlichkeit, verbessert worden sei hingegen die Anschlusssicherheit zu anderen Bussen und den Zügen.

20.12.02
Die SBB reagiert auf die Pannen bei der Erprobung des neuen Signal- und Zugsicherungssystems ETCS. Die Pilotstrecke Zofingen AG- Sempach LU und die Bahn-2000-Linie von Mattstetten BE bis Rothrist AG werden um konventionelle Aussensignale ergänzt. «Die Risiken sind zu hoch, um ohne zusätzliche Sicherung weiterzufahren», sagte Pierre-Alain Urech, stellvertretender Vorsitzender der SBB-Geschäftsleitung, vor den Medien in Bern. Ein Abbruch des pannenreichen Projekts dränge sich nicht auf. «ETCS ist das System der Zukunft», sagte Urech. Die SBB erwiese sich bei der Erprobung des neuen Systems ETCS «als Vorreiter Europas». Früher oder später werde dieses System in ganz Europa benutzt werden. Mit dem neuen System würden an sich keine ortsfesten Signale entlang der Eisenbahnstrecke mehr benötigt. Der Lokführer erhält alle Informationen direkt auf den Bildschirm im Führerstand übermittelt. Der Streckenunterhalt wird dadurch günstiger, die Sicherheit höher. Die Züge sollen dank Führerstandsignalisierung (FSS) im Abstand von zwei Minuten verkehren können. Für die SBB würden höhere Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde und eine bessere Auslastung der Strecken möglich. Dieses Ziel rückt allerdings etwas weiter weg. Wegen der Pannen auf der 35 Kilometer langen Pilotstrecke zwischen Zofingen AG und Sempach LU erhalten diese und die Bahn-2000-Neubaustrecke Mattstetten BE- Rothrist AG zusätzlich ein Sicherungssystem mit Aussensignalen. Seit der FSS-Einführung im Frühling auf der Teststrecke kam es immer wieder zu Verspätungen. Des öftern bleiben die Züge ganz stehen. Auf der Bahn-2000-Kernstrecke sind zusätzliche Investitionen von 30,8 Millionen Franken nötig, für die Pilotstrecke fallen 17 Millionen an. Dank der zusätzlichen Aussensignale könne der Start der Bahn 2000 am 12. Dezember 2004 garantiert werden, so Urech. Allerdings musste ein leicht modifizierter Übergangsfahrplan aufgestellt werden. Da die maximale Geschwindigkeit bei einem konventionellen Signalsystem 160 Kilometer pro Stunde beträgt, verlängert sich die Fahrzeit auf der Neubaustrecke Mattstetten BE- Rothrist AG um 3 Minuten. Die Strecke Zürich- Bern sieht neu eine Fahrzeit von 58 statt der geplanten 56 Minuten vor. Heute beträgt die Dauer 69 Minuten.

23.12.02
Der Flughafen Unique verkauft seine vier Parkhäuser und least sie im Verlauf der nächsten 30 Jahre zurück. Der Verkauf soll 450 Millionen Franken bringen. Unique bleibt dank des Lease-back-Vertrags Betreiberin und legt die Preise fest. Der Vertrag mit einem US-Investor soll es Unique ermöglichen, Fremdgeld mit tiefem Zinssatz zu erhalten. Der Zins werde unter fünf Prozent liegen, bestätigte Unique-Sprecherin Sonja Zöchling Angaben von Unique-Finanzchef Beat Spalinger gegenüber dem «SonntagsBlick». Der Verkauf soll im ersten Quartal 2003 abgeschlossen sein, wie bereits dem im August präsentierten Halbjahresbericht 2002 zu entnehmen ist. Er ist Teil einer Reihe von schon abgeschlossenen und noch geplanten Verträgen, welche Unique liquide Mittel bringen sollen. Unique unterzeichnete gemäss Halbjahresbericht auch Leasingverträge für die Finanzierung der Gepäcksortieranlage sowie der Flugzeug-Energie-Versorgungsanlage. Die Anlagen sollen über eine Laufzeit von 15 Jahren zurückgeleast werden. Zudem handelte Unique Kreditverträge mit Banken neu aus. Auch regelte die Flughafenbetreiberin in einem Kreditrahmenvertrag die Bedingungen für das Darlehen des Kantons Zürich, welches sich auf 826 Millionen Franken beläuft. Mit den bereits abgeschlossenen und noch geplanten Transaktionen sollen Unique insgesamt 1,6 Milliarden Franken zur Verfügung stehen, wobei diese Limiten per Ende Juni 2002 mit rund 540 Millionen belastet sind.

24.12.02
In der Schweiz werden immer mehr öffentliche Verkehrsmittel auf telefonischen Abruf benutzt. Die Zahl an Rufbussen, -seilbahnen und -schiffen hat sich innerhalb der letzten neun Jahre auf 235 Angebote verachtfacht. Auf Erfolgskurs befinde sich insbesondere Postauto Schweiz mit «PubliCar», teilte der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr LITRA mit. Seit den Pilotversuchen im Jahr 1995 in den Regionen Oron VD und Frauenfeld-West TG seien zahlreiche Linien dazu gekommen. Mit «PubliCar» werden Fahrgäste von Tür zu Tür befördert. Sie müssen ihre Fahrwünsche via Gratis-Telefonnummer der Dispositionszentrale melden. Zum normalen Tarif des öffentlichen Verkehrs ist ein Zuschlag fällig. Inzwischen bieten auch einige Seilbahnen Früh- und Spätfahrten oder einen 24-Stunden-Betrieb auf Voranmeldung an. Bedarfsangebote gibt es auch auf dem Wasser: Die Fähre Tössegg ZH- Buchberg SH verkehrt werktags auf telefonische Vorbestellung. Die «Flexi-Boats» auf dem Murtensee tun dies während der ganzen Wintersaison.

25.12.02
Überwachungskameras in Bahnwagen haben eine abschreckende Wirkung auf Vandalen. Eine Zugskomposition der SBB, die mit den umstrittenen Kameras ausgerüstet wurde, ist seither von Vandalenakten weitgehend verschont geblieben. Die Überwachungskameras hätten tatsächlich eine präventive Wirkung, sagte SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz gegenüber der Nachrichtenagentur sda. In einem Regionalzug, der vor allem zwischen Lausanne und Genf verkehrt, wurden vor zwei Jahren 24 Kameras installiert. Bereits nach einem Jahr war die Schadenrate um 80 Prozent gesunken. Die Rate blieb stabil. Die SBB zieht nun in Erwägung, auch andere Züge mit dem System auszurüsten, vor allem in der Westschweiz, wo der Vandalismus verbreiteter ist als in der übrigen Schweiz. Wenig von Vandalismus betroffen sind Schnellzüge und Intercity-Züge. Im bereits ausgerüsteten Zug sind Schilder angebracht, die auf die Kameras aufmerksam machen. Niemand werde ohne sein Wissen gefilmt, betont die SBB. Installiert wurde auch ein Alarmsystem. Die Passagiere können den Lokführer alarmieren, wenn sie sich bedroht fühlen. Die Ausrüstung kostete eine halbe Million Franken. Pionier auf dem Gebiet ist die kleine Bahngesellschaft Bière-Apples-Morges (BAM). Sie rüstete bereits vor drei Jahren ihre Züge und Busse mit Überwachungskameras aus. Das Ergebnis entspricht jenem bei der SBB: Die Vandalenakte nahmen um 80 Prozent ab. Der Lokführer überprüft nach jeder Fahrt den Zug. Wenn er Schäden feststellt, meldet er dies. Die Videobänder werden dann visioniert. Meistens könnten so die meist ausländischen Schuldigen rasch gefunden werden, vor allem, wenn es sich um Wiederholungstäter handle, sagte Pierre Gaillard, Direktor des Waadtländer Bahnunternehmens. Seit mehreren Jahren nehmen die Vandalenakte in Regionalzügen zu - und mit ihnen die Kosten der Instandstellung. Im Jahr 2000 gab die SBB mehr als 5,5 Millionen Franken dafür aus.

27.12.02
Die neue Aufgabenteilung im Personenverkehr zwischen der SBB und der BLS wird konkret: Anfang 2003 übernimmt die BLS auf dem Platz Bern und an vier S-Bahn-Endpunkten Service und Betriebsunterhalt. Die BLS verlege ihre Aktivitäten in die Depot- und Werkstätteanlagen Aebimatt und Schützenmatte, teilten die beiden Unternehmen mit. Der Service und der Betriebsunterhalt für die S-Bahn-Fahrzeuge würden auch in Zukunft schwergewichtig in Bern durchgeführt. Die bestehende Depot- und Werkstätteinfrastruktur der BLS in Bern Holligen sei dafür aber zu klein, heisst es in der Mitteilung. Deshalb übernehme die BLS von der SBB die Anlage in der Aebimatt westlich des Bahnhofs Bern, sowie die Servicedienste im Bahnhof Bern mit Schützenmatte sowie an den S-Bahn-Endpunkten Freiburg, Langnau, Neuenburg und Thun. Im Gegenzug plant die Messtechnik der SBB ihren Umzug nach Holligen. Die Werkstätte Aebimatt wird damit auf Anfang 2003 neben jenen in Spiez und Bönigen zur dritten Werkstätte der BLS. Sie bietet gut 130 Arbeitsplätze. Dazu kommen 20 Mitarbeitende an den Aussenstellen. 104 bisherige SBB-Mitarbeitende wechseln auf Anfang Jahr zur BLS, rund 30 BLS-Mitarbeitende verlegen ihre Tätigkeit schrittweise von Holligen nach Bern.

31.12.02
Nach der Einweihung der weltweit ersten kommerziellen Transrapid-Strecke in Schanghai hat China einen weiteren Streckenausbau in Aussicht gestellt. Die Jungfernfahrt verlief zuvor reibungslos. Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji habe in Gegenwart des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder die Verlängerung der Strecke von Schanghai nach Hangzhou genannt sowie einen weiteren Ausbau um Schanghai herum, verlauteten deutsche Regierungskreise. Vermutlich werde es eine Verlängerung der Flughafenanbindung in Schanghai nach Hangzhou weiter südlich geben, bei der auch die Stätte für die Weltausstellung Expo 2010 in Schanghai eingebunden werde, hiess es. Auch eine Verbindung in die Metropole Nanjing ist im Gespräch. Die Fahrt auf der zunächst eingleisigen Strecke verlief planmässig und ruhig. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 430 Kilometern pro Stunde legte der Transrapid die 30 Kilometer zwischen dem Finanzbezirk in Schanghai und dem Flughafen in acht Minuten zurück. Beim Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecken werde die Magnettechnik neben traditionellen Rad-Schiene-Systemen eine wichtige Rolle spielen. Er forderte aber, dass die Fertigung stärker nach China verlagert und die Wirtschaftlichkeit erhöht werde. Schröder zeigte sich beeindruckt, dass die 31 Kilometer lange Flughafenanbindung in Schanghai in nur 22 Monaten gebaut worden war: «Was vor drei Jahren Vision war, ist heute Realität.» Vertreter des Konsortiums von ThyssenKrupp und Siemens zeigten sich «zufrieden und glücklich» über den reibungslosen Test.

 

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