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Dezember 2009

1.12.09
Mit dem Velo zur Schule: Über 3'000 Schülerinnen und Schüler aus 18 Kantonen haben bei der zweiten nationalen Aktion «bike2school» von Pro Velo Schweiz teilgenommen. In über 220 Klassenteams haben die Teilnehmenden zwischen den Sommer- und Herbstferien über 366'000 Kilometer zurückgelegt. Das Ziel der Aktion war es, dem zunehmenden Bewegungsmangel zu begegnen und den Schülerinnen und Schülern Alternativen zum Elterntaxi aufzuzeigen. Die Aktion «bike2school» wurde unterstützt vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), der Gesundheitsförderung Schweiz sowie den Kantonen AG, BE, BL, BS, FR, GR, JU, SO, SH, UR und ZG.

3.12.09
Für rund zwei Milliarden Franken beschafft die SBB 59 neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Sie werden voraussichtlich ab dem Fahrplanwechsel 2013 erstmals zwischen St. Gallen und Genf eingesetzt. Die Konzernleitung hat nun entschieden, dass eine möglichst hohe Anzahl Sitzplätze Priorität hat. Deshalb sieht die SBB von einer Premium Class ab, und auch das geplante Businessabteil soll nicht auf Kosten von Sitzplätzen realisiert werden. Es wird im ganzen Zug möglich sein, kabellos zu surfen. Bei allen Sitzplätzen werden Steckdosen montiert. Handy-Gesprächsunterbrüche sollen der Vergangenheit angehören. Vorgesehen sind ferner moderne Flachbildschirme zur Kundeninformation sowie ein neues Familienabteil. Dem Kundenwunsch nach mehr Sicherheit kommt die SBB durch den Einbau eines Videoüberwachungssystems nach. Ausserdem werden die Züge mit Druckschutz ausgerüstet, wodurch der Komfort für die Kunden auch beim schnellen Befahren von Tunnels gewährleistet bleibt. Dank einer optimierten Neigetechnik sollen die neuen Doppelstöcker zudem Kurven schneller befahren können. Weil diese Technologie bei Doppelstockzügen noch nie angewandt wurde, soll zuerst Tests mit einem Prototyp durchgeführt werden. Von der Ausschreibung der Bestellung bis zur Vergabe im Sommer 2010 vergeht gut ein Jahr.

4.12.09
Ab 2010 werden in den ehemaligen SkyGuide-Räumlichkeiten die SBB-Betriebsleitzentrale und die Fernsteuerzentren der Ostschweiz zusammengelegt. Die Betriebsleitzentrale am Flughafen wird ab Ende 2010 etappenweise in Betrieb genommen. Künftig wird es schweizweit noch vier solche Betriebsleitzentralen geben, neben jener in Zürich-Kloten je eine in Lausanne, Olten und Pollegio (TI). Ebenfalls am Flughafen entsteht eine neue Einsatzleitzentrale für die Notruf-Nummern 118 und 144 für den Kanton Zürich. Neue Grossmieter werden überdies die Zollverwaltung und die Grenzwache.

4.12.09
Die S-Bahn in der Region Freiburg wird Tatsache. Bis 2014 soll sie mit Investitionen von zirka 50 Millionen Franken realisiert sein. Die erste Etappe wird ab Dezember 2011 in Angriff genommen. Sie besteht zur Hauptsache aus einer neuen direkten Bahnverbindung Bulle- Romont- Freiburg- Bern. Drei Jahre später wird auf dem gesamten regionalen Netz mit Ziel Freiburg der Halbstundentakt eingeführt. Dies betrifft insbesondere die Verbindungen Freiburg- Payerne- Estavayer-le-lac und die Linie Freiburg- Murten- Neuenburg- Kerzers.

7.12.09
PostAuto hat in Frankreich eine weitere öffentliche Ausschreibung gewonnen. Diese umfasst in der Agglomeration Villefranche-sur-Saône fünf städtische Linien, vier Schulbuslinien und ein Rufbussystem. Der Betrieb wird am 1. Januar 2010 für sechs Jahre aufgenommen. Der Auftrag ist bisher der zweitgrösste, den PostAuto in Frankreich erhalten hat. Ihr Jahresumsatz steigt damit um über 4 Millionen auf 30 Millionen Euro.

8.12.09
Die Lohnverhandlungen zwischen der SBB und den Gewerkschaften sind gescheitert. Nun muss ein Schiedsgericht über die SBB-Löhne entscheiden. Die Gewerkschaften hatten zuletzt eine Erhöhung der Lohnsumme um 1,9 Prozent gefordert. Die SBB ihrerseits bot 0,8 Prozent an. Mit einem Entscheid ist im März 2010 zu rechnen. Das Schiedsgericht ist im Gesamtarbeitsvertrag vorgesehen. Es setzt sich aus Vertretern von SBB und Gewerkschaften zusammen.

9.12.09
Buspassagiere auf der Linie zwischen Lugano und Tirano (I) werden ab Anfang April nächsten Jahres in Fahrzeugen von PostAuto Schweiz transportiert. Das Unternehmen hat sich in der Ausschreibung der Rhätischen Bahn (RhB) gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Die RhB hat den Auftrag im letzten Sommer neu ausgeschrieben und nun über eine Laufzeit von fünf Jahren ab April 2010 vergeben.

10.12.09
Die Fertigstellung der Transjurane A16 im Kanton Jura verzögert sich um zwei Jahre. Das 4,7 Kilometer lange Teilstück zwischen Delsberg-Ost und Choindez kann erst Ende 2016 dem Verkehr übergeben werden. Zu Verzögerungen kommt es, weil sich der Bau des Tunnels zwischen Courrendlin und Choindez wegen instabilem Gestein als unerwartet komplex erwies. Die Transjurane führt von Boncourt im Kanton Jura nach Biel. Von den insgesamt 85 Kilometern sind derzeit 48,5 Kilometer oder 57 Prozent des Trassees für den Verkehr offen.

11.12.09
Die SBB, die französischen Staatsbahnen SNCF sowie die Kantone Bern und Neuenburg haben eine Ersatzlösung für die ab Fahrplanwechsel 09/10 wegfallenden zwei TGV von Bern nach Paris und umgekehrt gefunden. Statt der TGV fahren zwischen Bern und Frasne (F) RegioExpress-Züge. Weil der französische Hochgeschwindigkeitszug in der Schweiz nicht schneller ist als diese Züge, kann damit der bisherige Fahrplan aufrechterhalten werden. Die RegioExpress-Züge ersetzen zwischen Bern und Frasne und umgekehrt den abendlichen TGV Bern- Paris und den morgendlichen TGV Paris- Bern. Weiterhin direkt verkehren der morgendliche TGV Bern- Paris und der abendliche TGV Paris- Bern.

11.12.09
Der internationale Personenverkehr zwischen der Schweiz und Italien wird ab dem Fahrplanwechsel 09/10 durch die SBB und Trenitalia abgewickelt. Die Cisalpino AG stellt ihre operative Tätigkeit ein. Die 1993 gegründete Tochtergesellschaft verkehrte mit 9 Pendolino-Zügen der ersten Generation (ETR 470) und mit 6 von 14 bestellten neuen Pendolino-Zügen des Typs ETR 610. Ausserdem wurden konventionelle Zugskompositionen von den Muttergesellschaften zugemietet. Die Auflösung von Cisalpino erfolgt wegen der zahlreichen Pannen und Verspätungen der Pendolinos, die für viele Negativschlagzeilen gesorgt hatten. SBB und Trenitalia hatten deswegen beschlossen, die Regie auf der Nord-Süd-Achse wieder selbst zu übernehmen.

15.12.09
Die Rhätische Bahn (RhB) rechnet für 2010 mit einem ausgeglichenen Budget. Der Mehraufwand von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresvoranschlag soll durch höhere Erträge in fast allen Segmenten kompensiert werden. Die Bündner Bahn veranschlagt einen Gesamtaufwand von 315,8 Millionen Franken, was einer Steigerung um 27 Millionen Franken entspricht. Mit Mehreinnahmen rechnet die Bahn in allen Sparten ausser bei den Immobilien. Insgesamt geht die RhB von einem Ertragswachstum von 8,9 Prozent aus. In der Investitionsrechnung werden Aufwendungen von 239,5 Millionen Franken budgetiert, was einer Zunahme von 51,8 Millionen Franken entspricht. Für den Löwenanteil des Investitionswachstums verantwortlich sind Mittel für eine Erneuerung der Flotte und der Anlagen im Fahrzeugunterhalt.

16.12.09
Der Bundesrat will an den Kürzungen der Mittel für die Infrastruktur der SBB und der Privatbahnen in den Jahren 2011 und 2012 festhalten. Dies hat er aus Spargründen beschlossen. Die Bahnen hatten zusätzliche Mittel beantragt, weil die Kosten für den Unterhalt der Bahninfrastruktur mit zunehmender Nutzung des Netzes stark gestiegen sind und weiter steigen. Der Bundesrat gewichte die finanzpolitischen Prioritäten höher als den von den Bahnen angemeldeten Bedarf, sagte Verkehrsminister Moritz Leuenberger vor den Medien. Der Bundesrat wisse aber, dass die Mittel nicht ausreichten. Deshalb habe er das Verkehrsdepartement (UVEK) beauftragt abzuklären, wie zusätzliche Mittel beschafft werden können.

16.12.09
Peter Füglistaler wird neuer Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV). Der Bundesrat hat ihn zum Nachfolger von Max Friedli gewählt, der Ende Mai 2010 in den Ruhestand geht. Füglistaler tritt die Stelle am 1. Juni 2010 an. Der 50-Jährige ist zurzeit bei der SBB Leiter Finanzen und Recht der Unternehmenseinheit Infrastruktur. Dort gehört er der Geschäftsleitung an. Gleichzeitig ist Füglistaler Mitglied der Finanzkommission der LITRA.

17.12.09
Am 01.01.2010 übernimmt Michaela Stöckli die Direktion der Swissrail Industry Association, den Verband der Industrie für spurgebundenen Verkehr. Sie folgt auf Walter Gräppi, der nach zehn Jahren Tätigkeit als Direktor in den Ruhestand tritt, der Branche aber weiterhin verbunden bleibt.

17.12.09
Die St. Galler Regierung stimmt der kantonalen Volksinitiative zur Vorfinanzierung von Schieneninfrastruktur-Projekten zu. Die Initiative soll mithelfen, Engpässe im Eisenbahnverkehr schneller zu beseitigen. Die Initiative wurde im vergangenen Mai mit 6'700 Unterschriften eingereicht.

17.12.09
Die Pläne der SBB, die SBB Cargo mit einer Beteiligung von Grossbahnen zu stärken, werden nicht realisiert. Eine 49-Prozent-Beteiligung von DB oder SNCF stellt keine Option mehr dar. Die SBB-Gütertochter setzt auf Eigenständigkeit. Die aktuelle Wirtschaftslage hat die Beteiligung einer Grossbahn vereitelt. Die gesamte europäische Transportbranche ist vom Einbruch schwer betroffen. Vor diesem Hintergrund verzichteten die Deutsche Bahn (DB) und die französischen Staatsbahnen (SNCF) auf Offerten für eine Beteiligung an der SBB Cargo. Nun sollen die Kooperationsmöglichkeiten mit zwei Stossrichtungen geprüft werden. Zum einen geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung des schweizerischen und grenzüberschreitenden Wagenladungsverkehrs. Zum anderen soll der internationale kombinierte Verkehr gestärkt werden.

17.12.09
Das internationale Ausschreibeverfahren für den Betrieb und die Organisation der Rollenden Landstrasse (Rola) durch die Schweiz ist ohne Resultat abgebrochen worden. Keines der eingegangenen Angebote für den Auftrag im Umfang von jährlich 50 Millionen Franken erfüllte die Anforderungen. Ausgeschrieben war der Betrieb der beiden Rola über die Gotthard- und die Lötschberg-Achse für die Jahre 2012 bis 2018. Die Rola ist ein Transportsystem, bei dem komplette Lastwagen oder Sattelschlepper samt Fahrer mit der Bahn befördert werden. Das BAV muss nun nach Alternativen suchen. Es prüft, ob die Rola wie bisher mittels jährlich abgeschlossenen Angebotsvereinbarungen bestellt werden soll.

18.12.09
Zehn Akteure des öffentlichen Verkehrs haben beschlossen, aus ihrer bisherigen Pensionskasse der ASCOOP auszutreten. Sie werden die Sammelstiftung Symova gründen, die am 1. Juli 2010 ihre Tätigkeiten aufnehmen soll. Mit der Symova-Gründung verpflichten sich die beteiligten Organisationen, die Sanierung ihrer Vorsorgewerke bis spätestens 2020 erfolgreich abzuschliessen. Die Gründungsmitglieder der Symova stehen für 4’300 Versicherte. Es handelt sich um folgende Unternehmen und Organisationen: Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn, Regionalverkehr Bern-Solothurn, Südostbahn, Transports publics neuchâtelois, Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees, Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland, Verkehrsbetriebe STI Thun, Bergbahnen Saas-Fee, Schweizer Reisekasse Reka und Verband öffentlicher Verkehr.

18.12.09
Der Hauptdurchschlag im 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel wird voraussichtlich im November 2010 erfolgen. Zwischen Sedrun GR und Faido TI fehlen den Mineuren jetzt noch vier Kilometer. Insgesamt sind über 93 Prozent des Tunnel- und Stollensystems ausgebrochen.

23.12.09
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass die SBB von Graufahrern den vollen 80-Franken-Zuschlag verlangen darf. Mit seinem Urteil hat es der SBB in ihrem Streit mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) teilweise Recht gegeben. Die SBB hatte von einem Reisenden, der Anfang 2009 in einer S-Bahn mit Selbstkontrolle mit seinem 2.-Klass-Billett in der 1. Klasse unterwegs war, den Schwarzfahrerzuschlag von 80 Franken verlangt. Reisende ohne gültiges Ticket müssen allerdings künftig neben den 80 Franken auch den Fahrpreis entrichten.

 

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