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Februar 2006

1.2.06
Die Bauarbeiten am Ceneri-Basistunnel können wie geplant in Angriff genommen werden: Das Bundesgericht hat den insgesamt sechs Beschwerden gegen die Plangenehmigungsverfügung keine aufschiebende Wirkung erteilt, gab die AlpTransit Gotthard AG bekannt. Auf den Inhalt der Beschwerden ist das Bundesgericht jedoch noch nicht eingegangen. Die Gemeinden Camorino und Sant'Antonino etwa wollen mit ihren Rekursen vorab bessere Lärmschutzmassnahmen am Nordportal des Tunnels erwirken. Camorino verlangt überdies eine Entschädigung, weil dem Bau des Tunnels eine Gewerbezone zum Opfer fällt. In Camorino und Sigirino werden demnächst die Bagger auffahren. Die Lose für die Vorarbeiten, die Zufahrtstrassen zur künftigen Baustelle beinhalten, wurden bereits vergeben. Gegen die Vergabe dieser Lose seien keine Beschwerden eingereicht worden, teilte AlpTransit mit. Der Ceneri-Basistunnel, der im Jahr 2016 in Betrieb genommen werden soll, wird Camorino bei Bellinzona mit Vezia nahe Lugano verbinden. Vorgesehen sind zwei Röhren in der Länge von 15,4 Kilometern; die Kosten sind auf zwei Milliarden Franken veranschlagt.

1.2.06
Der Bundesrat will keine Formel-1-Rennen in der Schweiz. Mit Argumenten der Sicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit bekämpft er einen Vorstoss, der das über 50-jährige Verbot von Rundstreckenrennen aufheben will. Rundstreckenrennen sind in der Schweiz seit 1955 nicht mehr erlaubt. Das Verbot war die Folge eines Unfalls im französischen Le Mans, wo ein Jahr zuvor ein Bolide ins Publikum flog und 80 Menschen ums Leben kamen. Im Mai 2005 gab der Nationalrat mit 88 zu 75 Stimmen einer Initiative Folge, mit welcher der Aargauer SVP-Vertreter Ulrich Giezendanner und 82 weitere Abgeordnete die Wiederzulassung der Rundstreckenrennen verlangte. In seiner Stellungnahme meldet der Bundesrat allein schon aus Gründen des Umweltschutzes Widerstand an. Rundstreckenrennen brächten einen höheren Schadstoffausstoss und Energieverbrauch, und die Anwohnerschaft leide unter dem Lärm. Dies sei unvermeidlich, selbst wenn die Umweltvorschriften des Bundes voll respektiert würden. Laut Bundesrat bleiben Motorsportrennen für die Zuschauer gefährlich, obschon sich die Sicherheit an modernen Strecken in den letzten Jahren merklich verbessert hat. Dies belegten mehrere schwere Unfälle bei Rallyes und Bergrennen in der Schweiz. Den wirtschaftlichen Nutzen stuft der Bundesrat als «eher gering und wenig nachhaltig» ein. Allfällige Mehreinnahmen beschränkten sich auf einige wenige Wochenenden im Jahr und könnten so die Wertschöpfung nicht signifikant steigern. Zudem komme es zum Konflikt mit einer intakten Landwirtschaft, von welcher der Tourismus langfristig profitiere.

2.2.06
Die Baselbieter Regierung will mit dem Bau der H2 zwischen Liestal und Pratteln trotz ungesicherter Bundesbeiträge noch in diesem Jahr beginnen. Zur Finanzierung der Strasse soll zeitweilig der bestehende Verkehrssteuerrabatt aufgehoben werden. Die H2 soll die von täglich 44'000 Fahrzeugen befahrene und von Staus geplagte Rheinstrasse entlasten. Seit 1995 besteht dafür ein vom Volk bewilligtes Projekt. Hindernisse verzögerten aber bisher den Baubeginn. Heute legten Baudirektorin Elsbeth Schneider und Finanzdirektor Adrian Ballmer eine Finanzierungsvorlage vor. Ein Spezialgesetz samt Finanzierungsplan soll nun den «unverzüglichen» Bau ermöglichen. Gebaut werden soll die H2 in zwei Etappen. Die Finanzierung soll über einen zweckgebundenen Fonds sowie die befristete Aufhebung des Rabatts auf der Verkehrssteuer erfolgen. Kommen Bundesbeiträge hinzu, wären die Kosten allerdings früher gedeckt. Die Regierung erhofft auf einem Teil der Baukosten einen Bundesbeitrag von 50 Prozent aus dem Infrastrukturfonds. Der Infrastrukturfonds ist von den eidgenössischen Räten jedoch noch nicht beschlossen.

2.2.06
Das «Sorry-Ticket» des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) ist weniger gefragt: Im vergangenen Jahr sank die Nachfrage von 188 auf 104 Tickets. Bei Verspätungen haben Fahrgäste das Recht, eine Gratis-Einfahrtenkarte zu beziehen. Dabei falle auf, dass auch die grösseren Ereignisse keinen Ansturm auslösten, wie es in einer Mitteilung der RBS heisst. Der RBS wertet dies als «Zeichen der Zufriedenheit und des Verständnisses seiner Fahrgäste». 2002 führte er als erstes Bahnunternehmen der Schweiz das «Sorry-Ticket» ein. Bei Verspätungen ab 10 Minuten auf den Bahnlinien oder ab 20 Minuten auf den Buslinien wird eine Gratis-Fahrt offeriert. Das Ersatzticket muss innert 24 Stunden bezogen werden. Ausgenommen sind davon Verspätungen, die im Voraus bekannt sind - wie etwa bei Bauarbeiten.

2.2.06
Für den öffentlichen Regional- und Ortsverkehr hat der Regierungsrat des Kantons Bern für das Fahrplanjahr 2006 einen Kredit von 113,1 Millionen Franken bewilligt. Weitere 56,55 Millionen Franken gehen zu Lasten der Gemeinden, wie das Amt für Information mitteilte. Mit dem Geld wird der vom Grossen Rat im Februar 2004 genehmigten Angebotsbeschluss für den öffentlichen Verkehr finanziert. In der Novembersession 2005 hatte der Grosse Rat die gekürzten Abgeltungen des Bundes im Regionalverkehr für die Jahre 2006 und 2007 ausgeglichen. Im Budget 2006 beträgt diese Anpassung 1,95 Millionen Franken.

3.2.06
Die Verkehrskommission (KVF) des Ständerates steht einstimmig hinter dem Infrastrukturfonds für den Agglomerationsverkehr und das Nationalstrassennetz. Ausdrücklich nahm sie in die Vorlage auch die Berg- und Randregionen auf. Mit dem neuen Gesetz und der Kreditvorlage nimmt der Bundesrat nach dem Scheitern des Gegenvorschlags zur Avanti-Initiative im Februar 2004 einen neuen Anlauf, die dringendsten Verkehrsprobleme zu lösen. Die KVF sei ihm im Wesentlichen gefolgt, sagte Präsident Thomas Pfisterer (FDP/AG) vor den Medien im Bundeshaus. Einverstanden ist die KVF damit, für «Dopo Avanti» ab 2008 während 20 Jahren 20 Milliarden Franken einzusetzen: 8,5 Milliarden für die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes bis 2015, 5,5 Milliarden für die Beseitigung von Engpässen, 6 Milliarden für den öffentlichen und privaten Agglomerationsverkehr. Finanziert werden soll der Fonds mit zweckgebundenen Geldern aus der Mineralölsteuer und der Autobahnvignette, wobei das Parlament die jährlichen Tranchen bestimmt. Er startet mit einer Ersteinlage von 2,2 Milliarden aus der mittlerweile auf 3,8 Milliarden angewachsenen Spezialfinanzierung des Strassenverkehrs. Vom Bundesrat übernahm die KVF die Liste der dringenden und baureifen Agglomerationsprojekte. Neu fügte sie aber die Strecke der A2 zwischen Pratteln und Liestal BL mit einem Fonds-Beitrag von 137,5 Millionen an. Dieses Projekt sei versehentlich vergessen worden, sagte Pfisterer. Um die Akzeptanz zu verbessern, verankerte die KVF im Gesetz auch die Hauptstrassen der Berggebiete und Randregionen, wobei es ausschliesslich um die Substanzerhaltung geht. Vorgesehen sind 800 Millionen für 20 Jahre. Sie sollen je zur Hälfte aus der «Buchungsreserve» der Strassenfinanzierung und über Jahrestranchen aus dem Fonds finanziert werden. Ausserhalb der Vorlage hatte auch der Bundesrat eine Unterstützung der Berg- und Randregionen angekündigt. Er möchte dazu aber vorwiegend Mittel aus der Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe(LSVA) von 2008 beiziehen. Laut Pfisterer wäre auch die KVF grundsätzlich damit einverstanden. Die Einstimmigkeit in der Kommission sei erfreulich, sagte Pfisterer. Die KVF sei bewusst vorsichtig vorgegangen. Sie habe deshalb einige «Präzisierungen» angebracht und insbesondere bekräftigt, dass die Mittel mit Ausnahme jener für das Nationalstrassennetz und die Hauptstrassen etappiert freigegeben werden sollen.

7.2.06
An die Defizite der öffentlichen Verkehrsunternehmen im Baselbiet für das Fahrplanjahr 2006 zahlt der Kanton 24,8 Millionen Franken. Die Regierung hat den Betrag genehmigt. Die Abgeltung für das Fahrplanjahr 2006 liegt leicht unter jener für das Vorjahr, die 25,2 Millionen Franken betrug. Grund seien Mehreinnahmen durch Tariferhöhungen, weitere Sparanstrengungen der Unternehmen und Sparmassnahmen des Landrats im Rahmen des Generellen Leistungsauftrags 2006-2010, teilte die Regierung mit. Aufgrund der Sparanstrengungen des Kantons sei der Spielraum für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Baselbiet sehr gering gewesen. So wurde etwa die Buslinie 33 der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) von der Haltestelle Wanderstrasse an der Kantonsgrenze bei Allschwil nach Schönenbuch verlängert. Zudem bietet die Waldenburgerbahn (WB) vier zusätzliche Zugspaare an. Die Automobilgesellschaft Sissach- Eptingen führt sodann drei zusätzliche Kurspaare auf der Linie 107 zwischen Sissach und Eptingen, was laut Regierung morgens und abends optimale Anschlüsse an den InterRegio-Zug von und nach Zürich ergibt. Auf den SBB-Linien würden zudem immer mehr die neuen Flirt-Regionalzüge eingesetzt. Erneut hält die Regierung zudem fest, dass auf dem öffentlichen Verkehrsnetz in der Nordwestschweiz in den vergangenen Jahren ein erfreulicher Zuwachs an Fahrgästen festgestellt worden sei.

8.2.06
Die Bahnlinie zwischen dem französischen Evian und St-Gingolph im Wallis geht vielleicht wieder in Betrieb. Vor kurzem wurde eine Studie über das wirtschaftliche Potenzial erstellt. Nun haben die Beteiligten einen Massnahmenplan beschlossen. Laut Studie hat die 18 Kilometer lange Linie nur regionale Bedeutung. Das Fahrgast-Potenzial wird auf 400 bis 800 Personen geschätzt, wie aus einem Communiqué der Walliser Regierung hervorgeht. Da die Linie vor knapp 15 Jahren für den fahrplanmässigen Grenzverkehr und den Güterverkehr geschlossen wurde und vor 5 Jahren auch die Benutzung für touristische Zwecke eingestellt wurde, steht die Bahnlinie in einem Zerfallsprozess. Um die erneute Nutzung nicht zu gefährden, haben die Walliser und die Franzosen einen Unterhaltsvertrag unterzeichnet. Dieser gilt bis 2010. Die Wiederinbetriebnahme für touristische Zwecke würde gemäss Studie zwischen 2 bis 6 Millionen Euro kosten. Möchten die Beteiligten die Bahnlinie wieder im Vollbetrieb führen, müssten sie 30 bis 40 Millionen Euro investieren. Wie die Walliser Regierung weiter schreibt, sollen diesen Frühling Gespräche zwischen den Partnern stattfinden. Anschliessend werde man mittelfristige Entscheide treffen. Die Bahnlinie Evian- St-Gingolph gehört zur so genannten «Tonkin»-Linie, deren Bau 1872 begann. Die Franzosen wollten damals eine Eisenbahnverbindung bis in ihre Kolonie in Indochina (heute: Vietnam) bauen. Die deswegen «Tonkin»-Linie genannte Bahn sollte am Südufer des Genfersees vorbei zur Simplonlinie führen. Auf Schweizer Seite ist zurzeit die Modernisierung der SBB-Gleise zwischen St-Maurice und St-Gingolph im Gange. Bis Ende 2007 soll dieses Teilstück modernisiert sein.

9.2.06
Begrenzung des Siedlungsgebiets, Förderung der S-Bahn, funktionstüchtiges Hochleistungsstrassennetz und Freiräume für den Fuss- und Veloverkehr: Diese vier Ziele verfolgt der Zürcher Regierungsrat in seinem Agglomerationsprogramm. Zu den Hauptzielen einer erfolgreichen Agglomerationspolitik im Kanton Zürich zähle die langfristige Begrenzung des Siedlungsgebiets, erklärte Regierungssprecherin Susanne Sorg vor den Medien in Zürich. Gemäss dem vom Regierungsrat entworfenen Agglomerationsprogramm «Siedlung und Verkehr» soll die Siedlungsdichte konsequent gefördert werden. Damit werde der Zersiedlung der Landschaft vorgebeugt, sagte Sorg weiter. Als zentrales Element der Verkehrserschliessung bezeichnet die Regierung die S-Bahn. Zudem sollen weitere Stadt- und Agglomerationsbahnhöfe an den Fernverkehr angebunden werden. Auch soll die Funktionstüchtigkeit der Hochleistungsstrassen zu Spitzenzeiten gewährleistet werden. Die im Agglomerationsprogramm aufgelisteten Projekte und Massnahmen konzentrieren sich auf die vier Schwerpunktregionen Stadt Zürich, Limmattal, Glattal und Stadt Winterthur, wie Sorg weiter erklärte. Es handelt sich dabei um bereits dicht genutzte Siedlungsräume. Grundlagen dafür sind etwa die regionalen Verkehrskonzepte oder der kantonale Richtplan. Wegen der hohen Kosten hat der Regierungsrat seine Projekte nach deren Wirksamkeit abgestuft. Als «hochwirksame Massnahmen» gelten die Realisierung des 7. und 8. Gleises am Bahnhof Zürich Oerlikon, die Glattalbahn, das Entwicklungsgebiet Oberwinterthur und der Velo- und Fussverkehr in der Stadt Zürich. Das Investitionsvolumen beträgt hier insgesamt 930 Millionen Franken. Weitere knapp 860 Millionen sind für Massnahmen der Prioritätsstufe 2 eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die Aufwertung von Zürich West mit der Tramlinie 18 und die Erhöhung der Verkehrsqualität durch die Optimierung des Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs (öV). So sollen zum Beispiel im Limmattal der öV ausgebaut und die Ortszentren entlastet werden. Zahlreiche Massnahmen der Prioritätsstufen 3 und 4 verursachen Kosten von rund einer Milliarde Franken. Insgesamt rechnet der Regierungsrat mit Kosten von 2,83 Milliarden. Das Massnahmenpaket soll gemäss Reto Lorenzi, Leiter Verkehrsplanung beim Kanton, bis 2025 umgesetzt werden. Am Beispiel der Schwerpunktregion Limmattal würde sich die Mobilitätsstruktur wie folgt verändern: Der Autoverkehr würde von 58 auf 49 Prozent sinken, der öV von 23 auf 30 Prozent und der Langsamverkehr (Velo und Fussgänger) von 19 auf 21 Prozent zunehmen. Zu berücksichtigen gilt es laut Lorenzi, dass die Bevölkerung und die Zahl der Arbeitsplätze in der Region zunehmen werden. Entsprechend wird sich auch das Gesamtverkehrsvolumen erhöhen. Hintergrund des Zürcher Programms ist die Absicht des Bundes, im Rahmen seiner Agglomerationspolitik Beiträge an Investitionen zu leisten. Dementsprechend hat der Kanton Zürich nun sein Konzept dem Bund zur Vorprüfung vorgelegt. Gemäss Sorg wird der Regierungsrat später das Konzept überarbeiten und beschliessen.

10.2.06
13,1 Millionen Passagiere sind 2005 mit Schiffen auf Schweizer Seen und Flüssen unterwegs gewesen. Das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahr, denn die Augusthochwasser trübten die Bilanz. Auf einigen Seen legten sie die Schifffahrt lahm. Auf dem Ägeri-, dem Thuner-, dem Brienzer- und dem Bielersee sowie auf der Aare musste Ende August die Kursschifffahrt völlig eingestellt werden, wie der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA) mitteilte. Auf dem Vierwaldstättersee dagegen konnten die Schiffe im Pendeldienst zwischen Brunnen und Flüelen für die unterbrochene Axenstrasse und die ausgefallene Bahnlinie einspringen. Auch machte das schöne Herbstwetter einen Teil der Ausfälle wieder wett. Mit den über 13 Millionen Fahrgästen übertreffen die Schweizer Schifffahrtsbetriebe seit 1989 zum wiederholten Mal die 12-Millionen-Grenze, konstatiert LITRA. Die namhaftesten Frequenzzunahmen resultierten auf dem Lac des Brenets NE und auf dem Silsersee. Die Passagierzunahme auf dem Langensee ist hauptsächlich durch eine geänderte Erfassung bedingt. Die Frequenzen auf dem Neuenburger-, Murten-, Thuner und Brienzersee sanken dagegen, nicht zuletzt wegen Fahrplanreduktionen, wie LITRA schreibt. Dasselbe gilt für die Basler Personenschifffahrt. Die Rangliste 2005 führt erneut der Vierwaldstättersee mit 2,18 Millionen Fahrgästen an, dicht gefolgt von der Zürichsee-Fähre Horgen- Meilen (2,175 Millionen). Auf dem Zürichsee und der Limmat fuhren 1,6 Millionen und auf dem Genfersee knapp 1,4 Millionen Passagiere. Thuner- und Brienzersee brachten es zusammen auf gut eine Million Fahrgäste.

12.2.06
Der Bündner Souverän steht hinter der Porta Alpina: Der Kantonsbeitrag von 20 Millionen Franken für den Bau des Neat-Anschlusses ist mit 31'845 zu 12'650 Stimmen genehmigt worden. Eine weitere Million Franken hat Disentis gesprochen. Das wie erwartet deutliche Resultat bei einer Stimmbeteiligung von 34,3 Prozent widerspiegelt die Ausgangslage: Parteien, Wirtschaft, Gewerkschaften und Tourismus, alle in Graubünden wichtigen Kräfte haben sich für das Vorhaben eingesetzt. Die Porta Alpina wurde als einmalige Chance angepriesen, die Region doch noch ans europäische Hochleistungsnetz der Bahnen anzuschliessen. Die Station im Zwischenangriffsstollen des Gotthard-Basistunnels bei Sedrun verkürzt die Reisezeit aus Zürich und Mailand ins Bündner Oberland um die Hälfte. Gefordert ist nun der Kanton Graubünden. Der Kanton müsse einen Betreiber des unterirdischen Bahnhofes finden und bestimmen, wie Gregor Saladin, Mediensprecher des Bundesamtes für Verkehr, auf Anfrage sagte. Zudem sei ein Betriebskonzept für die Haltestelle zu entwickeln. Der Verwaltungsrat der Rhätischen Bahn (RhB) hatte im Dezember verlauten lassen, die Bündner Bahn habe Interesse, den Betrieb gemeinsam mit der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) zu übernehmen. In Betrieb genommen werden kann die Porta Alpina frühestens mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Nach heutiger Planung wird dies zum Fahrplanwechsel 2015 der Fall sein. Die Standortgemeinden haben gemäss Verteilschlüssel zehn Prozent der Kosten von 50 Millionen Franken zu tragen. Allerdings ist bis heute noch kein eigentliches Vorprojekt berechnet worden, sodass nicht feststeht, wie hoch nun die Hauptinvestitionen genau sind. Die Gemeindeversammlung von Tujetsch genehmigte bereits im Oktober 3 Millionen Franken. Eine weitere Million hat am Wochenende das Stimmvolk von Disentis gesprochen.

13.2.06
Der vor bald sieben Jahren eröffnete Vereinatunnel hat zu einer Nachfragesteigerung im Tourismus des Unterengadins geführt. Einen wirtschaftlichen Boom hat die Bahnverbindung mit Autoverlad allerdings nicht ausgelöst. Zu diesem Schluss ist eine Fallstudie des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) und des Kantons Graubünden gekommen. Als Haupteffekt des 19 Kilometer langen Tunnels sei ein positiver Impuls auf den Tourismus als Schlüsselbranche der Region Unterengadin ermittelt worden, teilte das ARE mit. Die Erkenntnisse aus der Studie werden auch für künftige Verkehrsinfrastrukturen als wichtig eingestuft; zum Beispiel für die Porta Alpina im Gotthard-Gebiet. Der Bau des weltweit längsten Meterspur-Tunnels allein hätte den positiven Effekt freilich nicht ausgelöst. Als entscheidend habe sich erwiesen, dass Akteure der Tourismusbranche auf die verbesserte Verkehrsverbindung reagiert hätten. Es seien neue Angebote geschaffen oder bestehende auf die neuen Möglichkeiten ausgerichtet worden, schreibt das ARE. Während die wintersichere Verbindung zwischen Klosters im Prättigau und dem Unterengadin dem Tourismus auch eine wachsende Beschäftigung bescherte, waren die gleichen positiven Effekte in den nicht-touristischen Wirtschaftszweigen nicht nachzuweisen. Zurückgeführt wird dies unter anderem auf den relativ kurzen Betrachtungszeitraum. Das Ausbleiben eines eigentlichen regionalen Wirtschaftsbooms wird jedoch nicht durchwegs als Nachteil empfunden. Die Zersiedelung der Landschaft sei ebenso ausgeblieben wie die befürchtete Verkehrslawine auf der Strasse. Vielmehr habe die Rhätische Bahn (RhB) ihren Anteil sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr gesteigert, so das ARE.

13.2.06
Der Tarifverbund Ostwind hat im Jahr 2005 den Umsatz um 8,5 Prozent auf 43,2 Millionen Franken gesteigert. Die Zahl der Kunden, die im Ostwind-Gebiet den öffentlichen Verkehr (öV) benützten, nahm um 2,1 Prozent zu. Die Ostwind-Geschäftsstelle in St. Gallen bezeichnete das Jahresergebnis in einem Communiqué vom Montag als erfreulich. Der Verkauf von Abonnementen stieg um 2,2 Prozent, bei den Tageskarten betrug die Zunahme 1,75 Prozent. Zudem hätten viele Kunden ihr Abonnement um zusätzliche Zonen erweitert, heisst es. Der Tarifverbund Ostwind besteht seit vier Jahren. Angeschlossen sind die Transportunternehmen des öV in den Kantonen St. Gallen, beiden Appenzell und Thurgau. Zurzeit laufen Vorarbeiten für einen integralen Tarifverbund, der Ende 2007 eingeführt werden soll.

13.2.06
Die Post gibt für die Jubiläen der Lötschbergbahn und des Simplontunnels zwei Sondermarken heraus. Die 85-Rappen- und die 1-Franken-Marke für das 100-jährige Bestehen dieser beiden Institutionen erscheinen am 7. März. Die 1-Franken-Marke zeigt eine Cargo-Lokomotive der BLS Lötschbergbahn auf dem Bietschtalviadukt, wie die Post mitteilte. Die Berner Alpenbahngesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon (BLS) wurde am 27. Juli 1906 gegründet mit dem Auftrag, zwischen Frutigen BE und Brig VS eine zweite Transitverbindung durch die Alpen zu erstellen. Auf der 85-Rappen-Marke ist eine Güterverkehrs-Lokomotive der SBB Cargo bei der Ausfahrt aus dem Nordportal des 19,8 Kilometer langen Simplontunnels abgebildet. Die Einweihung des Tunnels, der von 1898 bis 1905 und von 1912 bis 1921 in zwei Etappen gebaut worden ist, jährt sich dieses Jahr ebenfalls zum hundertsten Mal. Mit den beiden Sondermarken setze die Post eine lange Tradition von Bahn-Sujets auf Briefmarken fort, hiess es weiter. Bereits 1956 kam zum 50-jährigen Jubiläum eine Marke mit dem Bild des Simplontunnels heraus und 1963 zeigte eine 20-Rappen-Marke einen Zug der Lötschbergbahn beim Überqueren des Walliser Luogelkinn-Viadukts.

14.2.06
Mit der Forderung nach längeren Fahrzeiten für Lastwagen über die Schweizer Grenze wendet sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee an deutsche Bundesministerien. Diese sollen sich auch für längere Abfertigungszeiten einsetzen. Entlang der deutsch-schweizerischen Grenze sind Gewerbe und Industrie nicht damit einverstanden, dass die Abfertigungszeiten für den gewerblichen Warenverkehr an den Grenzübergängen eingeschränkt werden. Dies wurde in den letzten Monaten in der Reaktion auf entsprechende Massnahmen der Schweizer Grenzwacht deutlich. Diese schränkte die Öffnungszeiten an verschiedenen Übergängen ein, weil sie bis 2008 zehn Prozent ihres Personals einsparen muss. Mit einem Brief wendet sich der Präsident der deutschen IHK Hochrhein-Bodensee deshalb an den deutschen Finanz-, den Aussen- und den Verkehrsminister. Sie sollen bei zukünftigen bilateralen Gesprächen mit der Schweizer Regierung darauf drängen, dass der Bundesrat die Personaleinsparungen bei der Zollverwaltung rückgängig macht. Die Öffnungszeiten der Grenzübergänge müssten ausgeweitet werden, um die Lastwagenstaus abzubauen. Die von Schweizer Seite vorgeschlagenen Verzollungen im Hinterland seien keine taugliche Alternative, so die IHK. Diese zwängen die Firmen zu Umwegen und belasteten vor allem kleine und mittlere Betriebe erheblich. Nötig sei auch mehr Lastwagenstauraum in der Schweiz und eine Parkplatzbewirtschaftung im Raum Basel- Weil am Rhein. Damit solle es den Lastwagenfahrern ermöglicht werden, abends noch die Zollabfertigung zu erledigen und noch vor dem Nachtfahrverbot in die Schweiz einzufahren. Die IHK will aber auch, dass das Schweizer Nachtfahrverbot für Lastwagen gelockert werde. Die Lastwagen müssten auch nach 22.00 Uhr noch die Stauräume anfahren können. Zu überlegen sei auch, ob die Haupttransitachse durch den Gotthard-Tunnel nicht vom Nachtfahrverbot ausgenommen werden könnte, so die IHK. Schliesslich sei die Ladung jedes zweiten Lastwagens, der morgens im Grenzstau stecke, für Schweizer Kunden bestimmt.

14.2.06
Freizeitkapitäne dürfen nicht mehr trunken am Steuer stehen, sondern müssen wie Autofahrer eine Promillegrenze einhalten. Dieselmotoren für Passagier- und Güterschiffe sollen künftig mit einem Partikelfilter ausgestattet werden. Diese zwei Neuerungen hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bis zum 2. Juni in die Vernehmlassung geschickt. Die einschlägigen Verordnungen sollen modernisiert und an die geltenden EU-Richtlinien angepasst werden. Das Inkrafttreten ist für 2007 geplant. Bei den Promillegrenzen ist ein Grenzwert von 0,5 für Freizeitkapitäne und von 0,2 für Berufsleute vorgesehen, teilte das UVEK mit. Die Ausbildungs- und Prüfungsanforderungen für Führer von Passagierschiffen sollen harmonisiert werden. Wassermotorräder bleiben verboten. Die Filterpflicht für Dieselmotoren soll nur für neue gewerbsmässig eingesetzte Schiffe und nicht für Privatboote gelten. Für alte Schiffe ist keine Nachrüstpflicht vorgesehen. Bei Neumotorisierungen wird geprüft, ob die Nachrüstung technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist.

14.2.06
Die Eidgenössische Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen hat die Beschwerde der Arbeitsgemeinschaft Marti gegen die AlpTransit Gotthard AG (ATG) gutgeheissen. Die Vergabe des Loses Erstfeld muss neu beurteilt werden. Das führt laut ATG zu Verzögerungen und Mehrkosten. Die Rekurskommission hat den Vergabeentscheid vom vergangenen Jahr aufgehoben und zur Neubeurteilung an die ATG zurückgewiesen. Diese hatte am 11. August 2005 das Los 151 für den Tunnelabschnitt zwischen Erstfeld und Amsteg der Arbeitsgemeinschaft Gotthard-Basistunnel Nord (AGN) vergeben; die AGN besteht aus der Murer-Strabag AG (Erstfeld) und der Strabag AG (Österreich). Das Los kostet 430 Millionen Franken. Gegen den Zuschlag erhob die unterlegene Arbeitsgemeinschaft Marti im September Beschwerde. Die Marti AG vertrat die Ansicht, «dass bei der Arbeitsvergabe nicht alles richtig gelaufen war». Das Angebot des Konkurrenten AGN sei nur um 0,6 Prozent billiger gewesen. Nach dem Entscheid der Rekurskommission kann der Werkvertrag zwischen ATG und AGN nicht unterzeichnet werden. Diese Situation führt laut AlpTransit «beim Bau des Gotthard-Basistunnels zu zeitlichen Verzögerungen und Mehrkosten in noch nicht bekanntem Ausmass». Das Los 151 umfasst den Vortrieb der beiden Einspurröhren für den 7,8 Kilometer langen Abschnitt des Gotthard-Basistunnels zwischen Erstfeld und Amsteg, den Ausbruch von 23 Querschlägen und den Bau der unterirdischen Verzweigung für den späteren Bau der Linienführung «Berg lang geschlossen» (Zufahrt zum Basistunnel im Berg).

14.2.06
Die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates lässt sich vom Bundesrat nicht bremsen: Mit 12 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen hält sie an ihrem Vorschlag fest, Formel-1-Rennen in der Schweiz wieder zuzulassen. Damit bestätigte die KVF ihren Entscheid vom November 2005. Im Sinne einer vom Nationalrat überwiesenen Initiative des Aargauer SVP-Vertreters Ulrich Giezendanner beschloss sie damals mit 13 zu 7 Stimmen bei 1 Enthaltung eine Gesetzesänderung, die das seit 1955 geltende Verbot von Rundstreckenrennen aufhebt. Die abschlägige Stellungnahme des Bundesrates von Anfang Februar konnte die Kommission nicht umstimmen. Der Nationalrat wird sich voraussichtlich am 23. März mit der Änderung des Strassenverkehrsgesetzes befassen, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Der Zulassung von Rundstreckenrennen müsste nach ihm auch noch der Ständerat zustimmen. Das letzte Wort hätte wegen des fakultativen Referendums wohl das Volk.

15.2.06
Mit einem kurzen A2-Bypass für den Transitverkehr soll die Agglomeration Luzern entlastet werden. Die vom Kanton Luzern präsentierte Lösung für die Verkehrsprobleme kostet rund 1,7 Milliarden Franken und kann frühestens 2025 in Betrieb genommen werden. Das luzernische Baudepartement stellte zwei zentrale Bestandteile des Agglomerationsprogramms vor. Sie sollen die Bedingungen für den Verkehr nachhaltig verbessern. Neben dem A2-Bypass für die Nord-Süd-Achse geht es um eine neue Verkehrsorganisation am Verkehrsknoten Seetalplatz in Emmen. Insgesamt hat der Kanton Luzern im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) zwölf Varianten für die Lösung des Verkehrs auf der A2 auf ihre Zweckmässigkeit geprüft. Dabei erwies sich der kurze Bypass als beste Lösung. Er würde den Transitverkehr in einem Tunnel zwischen Emmen und Horw an der Stadt vorbeiführen. Das bestehende Autobahntrassee könnte dem Ziel- und Quellverkehr aus und nach der Stadt Luzern dienen. Damit würde auf der Autobahn auch Platz für den öffentlichen Verkehr (öV) frei. Der Seetalplatz soll zu Gunsten von öV und Langsamverkehrs optimiert werden. Das ermöglicht mehr Kapazität, Verkehrssicherheit und eine nachhaltige Entwicklung. Die Kosten werden auf 50 Millionen Franken geschätzt. Berücksichtigt werden muss auch der Schutz vor Hochwasser: Der Seetalplatz war im letzten August während längerer Zeit stillgelegt.

15.2.06
Der TGV Lyria hat 2005 den Passagierrekord auf der Linie Schweiz-Frankreich gebrochen. Über drei Millionen Fahrgäste benützten im vergangenen Jahr TGV-Züge - 4,7 Prozent mehr als 2004. Lyria ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft von der französischen SNCF und der SBB, die an ihr 26 Prozent hält. Die Gesellschaft hat 2005 einen Umsatz von 461,1 Millionen Euro eingefahren, wie sie in einem Communiqué mitteilte. Dies bedeutet einen Anstieg von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2006 wolle Lyria die Dienstleistungen an Bord ihrer Züge und die Pünktlichkeit der Verbindungen verbessern, heisst es weiter. Das Unternehmen will zudem die Kapazitäten erhöhen und die Tarifstruktur verbessern. Der TGV Lyria bietet täglich fünf Verbindungen zwischen Paris und Lausanne in beide Richtungen an sowie sieben zwischen Paris und Genf und zwei zwischen Paris und Zürich, via Neuenburg. Einmal pro Woche bedient er die Strecke zwischen der französischen Hauptstadt und Brig.

16.2.06
Der Baselbieter Landrat will einen durchgehenden Tunnel für die geplante H2. Er hat dazu eine Motion überwiesen, die einen Zusatzkredit von 35 Millionen Franken verlangt. Die Regierung wollte den Tunnel mit einer Lücke billiger machen. Eingereicht hatten die dringliche Motion drei Parlamentarier von SD, SP und SVP aus Frenkendorf und Füllinsdorf; diese Gemeinden würden von Emissionen aus der Tunnel-Lücke am meisten betroffen. Nur die FDP lehnte den Vorstoss ab; so kam er am Ende mit 66 zu 10 Stimmen bei 6 Enthaltungen durch. Die Motionäre warnten vor neuen Rechtshändeln bis vor Bundesgericht oder neuen Initiativen für einen Volltunnel. Sie erinnerten daran, dass jener versprochen worden war. Man dürfe nun nicht die H2-Anwohner die Zeche bezahlen lassen für neue Sicherheitsauflagen nach Tunnelunfällen, sagte ein Freisinniger. Schneider bezifferte die aktuellen Gesamtkosten auf 267 Millionen Franken; mit den geforderten 35 Millionen käme man auf 302 Millionen Franken. Wie das Spezialgesetz zur H2-Finanzierung muss der Zusatzkredit im Herbst vors Volk. Möglicherweise erforderten Lüftungstunnels eine neue Planauflage mit Einsprachemöglichkeit, sagte Schneider.

16.2.06
Im Jahr 2005 sind in der Schweiz 409 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr. 177 Menschen – 24 Prozent weniger als im Vorjahr - starben bei einem Unfall mit dem Auto. Das ergab die veröffentlichte Erhebung der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) bei den kantonalen Polizeistellen. Der Rückgang der Toten führt die bfu unter anderem auf die seit 2005 geltende tiefere Promillegrenze von 0,5 zurück. Die genauen Ursachen seien aber noch nicht bekannt. Die tödlichen Unfälle mit dem Motorrad sind ebenfalls zurückgegangen. Im Jahr 2005 starben 83 Motorradfahrer, das ist ein Minus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit dem Velo sind 37 Menschen tödlich verunglückt (minus 12 Prozent). Weiter sind 2005 70 Fussgänger (minus 26 Prozent) bei einem Unfall gestorben. Bei Car-, Bus- oder sonstigen Verkehrsunfällen hingegen stieg die Zahl der Todesopfer im Vergleich zum Vorjahr von 27 auf 42. Von den 42 Todesopfern sind 13 bei dem ausserordentlich schweren Carunfall von Mitte April in Orsières VS am Grossen St. Bernhard VS ums Leben gekommen. Die Zahl der Schwerverletzten sei im Jahr 2005 zurückgegangen, und zwar um 10 Prozent auf 5’000, teilte die bfu ergänzend mit. Um weitere Verbesserungen bei der Strassensicherheit zu erreichen, fordert die bfu eine Umsetzung des Programms «Via sicura» aus dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

21.2.06
Der Aargauer Grosse Rat hat der Verlegung der Wynen- und Suhrentalbahn (WSB) zwischen Aarau und Suhr zugestimmt. Ohne Gegenstimmen wurde das Regionalverkehrskonzept Aarau- Suhr- Zofingen gutgeheissen. Das Konzept und der notwendige Verpflichtungskredit für dessen Umsetzung gaben im Rat wenig zu reden. Das Projekt erntete quer durch alle Fraktionen Lob. Hauptelement des Konzeptes ist die Verlegung der WSB von der Kantonsstrasse auf das SBB-Trassee zwischen Aarau und Suhr. Damit sollen die gegenseitigen Verkehrsbehinderungen beseitigt, die Verkehrssicherheit erhöht und der WSB ein stabiler Betrieb gesichert werden. Der Kanton rechnet mit einem Bundesbeitrag von 50 Prozent. Falls die Kostenbeteiligung geringer ausfallen sollte, verlangte die SVP eine Neuauflage des Projektes. Die Verlegung der Bahn bedingt einen Umbau des Bahnhofs Suhr. Ein Gemeinschaftsperron von SBB und WSB soll die Umsteigesituation verbessern. Geht alles nach Plan, wird 2007 mit dem Bau begonnen.

24.2.06
Die erweiterte Gurten- und Helmtragpflicht tritt am 1. März in Kraft. Eine ganze Reihe weiterer neuer Bestimmungen im Strassenverkehr werden auf dieses Datum hin ebenfalls wirksam. Die entsprechende Revision des Strassenverkehrsrechts war am 17. August letzten Jahres vom Bundesrat beschlossen worden. Die Gurtentragpflicht wird grundsätzlich auf alle Fahrzeuge ausgedehnt, die mit Gurten ausgerüstet sind. Ausgenommen ist der fahrplanmässige öffentliche Verkehr. Neu müssen in Lastwagen, in Reisecars und in Kleinbussen die vorhandenen Gurten getragen werden. Auch Handwerker in dreckiger Arbeitskleidung und Taxifahrer müssen sich zukünftig anschnallen. In Cars und Kleinbussen müssen die Chauffeure die Reisegäste in geeigneter Weise auf die Gurtentragpflicht aufmerksam machen. Parallel dazu müssen bei Neufahrzeugen Längsbänke oder kleine Kindersitze, wie sie etwa in Schulbussen montiert sind, mindestens mit Beckengurten versehen sein. Ältere Fahrzeuge mit solchen Sitzen müssen bis zum 1. Januar 2010 nachgerüstet werden, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in Erinnerung rief. Auch die Helmtragpflicht wird verschärft: Neu müssen auch die Lenker und Mitfahrer so genannter Trikes und Quads (drei- respektive vierrädrige Motorräder) einen Helm tragen. Weiter gilt ab 1. März auf Autobahnen und Autostrassen für Motorfahrzeuge die Mindestgeschwindigkeit 80 Kilometer pro Stunde statt wie bisher 60 Kilometer pro Stunde. Der Bundesrat verspricht sich davon einen besseren Verkehrsfluss. Strengere Regeln gelten auch für das Mitfahren auf der Ladefläche landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Dies ist nur noch gestattet, wenn es sich bei den betreffenden Personen um landwirtschaftliche Arbeiter handelt. Schliesslich kann das Nichtgewähren des Vortritts an Fussgängerstreifen neu mit einer Ordnungsbusse von 140 Franken bestraft werden, auch wenn keine Gefährdung des Fussgängers vorlag. Die kantonal unterschiedlichen Parkkarten für behinderte Personen werden zudem durch eine international einheitliche Karte ersetzt.

24.2.06
Das für 2009 gesetzte Ziel zur Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene kann nicht erreicht werden. Verkehrsminister Moritz Leuenberger will es aber nicht verschieben und die bisherigen Massnahmen weiterführen. «Die Verlagerungspolitik wirkt», sagte Leuenberger vor den Medien. Die Zahl der alpenquerenden Lastwagenfahrten habe letztes Jahr um 51’000 oder 4 Prozent auf 1,204 Millionen abgenommen. Das sind 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Gegenüber 2000 beträgt der Rückgang sogar 14 Prozent. Damals setzten mit der schrittweisen Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und der Gewichtslimiten, der Verbilligung der Bahntransporte, der Öffnung des Bahnmarktes und den vermehrten Schwerverkehrskontrollen die besonderen Massnahmen zur Verlagerung ein. Ohne eine aktive Verlagerungspolitik wären letztes Jahr 1,6 statt 1,2 Millionen Lastwagen durch die Alpen gefahren, so Leuenberger. Pro Tag hätte dies über 1'000 zusätzliche Fahrten ausgemacht – Tendenz steigend - denn je nach Prognose nehme der Güterverkehr in den nächsten 20 Jahren um 20 bis 50 Prozent zu. Trotz der Abnahme der LKW-Fahrten stieg die transportierte Gütermenge infolge besserer Auslastung um 400'000 Nettotonnen oder 23 Prozent auf 12,9 Millionen Tonnen. Auch die Bahn legte um knapp 700’000 oder 3 Prozent auf 23,7 Millionen Tonnen zu. Der unbegleitete kombinierte Verkehr verzeichnete allein eine Zunahme um 9 Prozent und übertraf damit erstmals die Strassentransporte. Unverändert blieb bei gleich bleibenden Zuwachsraten der so genannte Modal Split: Im alpenquerenden Verkehr werden 65 Prozent der Güter auf der Schiene transportiert, 35 Prozent auf der Strasse. Gerade umgekehrt ist es laut Leuenberger in Österreich und Frankreich, wo die Bahn weiterhin Marktanteile an die Strasse verliert.

27.2.06
Der Zürcher Kantonsrat befürwortet die rasche Realisierung einer dritten Tunnelröhre beim Gubrist. Er hat ein entsprechendes Postulat von SVP und FDP mit 93 zu 68 Stimmen überwiesen. Das Postulat verlangt vom Regierungsrat, sich beim Bund mit Nachdruck für die dritte Gubriströhre einzusetzen. So müsse der vorgesehene Terminplan, der eine Eröffnung des neuen Tunnels im Jahr 2012 vorsieht, unbedingt eingehalten werden. Der Bau der dritten Gubriströhre dürfe keinesfalls aufgeschoben werden, sagte Willy Haderer (SVP, Unterengstringen). Die Strassen im Limmattal und im Furttal seien völlig überlastet, seit die drei Tunnelröhren am Baregg im Sommer 2004 in Betrieb genommen wurden. Verkehrslenkungsmassnahmen bringen nach Ansicht der Postulanten wohl eine gewisse Entlastung, lösen allerdings nicht das Problem des Stauumfahrungsverkehrs in den Dörfern. Hanspeter Haug (SVP, Weiningen) sprach von reiner Symptombekämpfung. CVP und Teile der EVP unterstützten das Postulat von SVP und FDP. Dagegen stiess die dritte Gubriströhre bei SP und Grünen auf grundsätzliche Ablehnung. Diese verlangten vielmehr Massnahmen zur Lenkung des Verkehrs oder ein ganzheitliches Verkehrskonzept. «Wir müssen endlich damit aufhören, die Entlastungsstrasse der Entlastungsstrasse des Entlastungstunnels zu bauen», spottete Esther Guyer (Grüne, Zürich). «Mehr Strassen erzeugen immer zusätzlichen Verkehr», gab Ueli Keller (SP, Zürich) zu bedenken. Baudirektorin Dorothée Fierz (FDP) sagte, dass es keine Rolle spiele, ob das Postulat überwiesen werde oder nicht, denn mit der Planung für eine dritte Gubriströhre sei schon begonnen worden. Das generelle Projekt liege dem Bund zur Genehmigung vor. Laut Fierz sollen die Bauarbeiten im Jahr 2008 beginnen, sodass der neue Tunnel im Jahr 2012 in Betrieb genommen werden kann. Sowohl der Kanton Zürich als auch der Bund hätten die Absicht, an diesem Zeitplan festzuhalten, erklärte die Baudirektorin. Die dritte Gubriströhre ist Teil des Ausbaus der Zürcher Nordumfahrung. Das Gesamtprojekt kostet 1,1 Milliarden Franken. Davon entfallen zirka 500 Millionen auf den Bau des neuen Tunnels.

28.2.06
200 Millionen Franken wollen SBB und Kanton Zürich bis Ende 2007 in die 3. Teilergänzung der Zürcher S-Bahn stecken. Mit dem Spatenstich der Haltestelle Winterthur-Hegi ist ein weiteres Ausbauprojekt in Angriff genommen worden. Mit der Inbetriebnahme der Haltestelle am östlichen Stadtrand enden die Ausbauarbeiten zwischen Winterthur und Wil. Und damit kann auch das Angebot ausgebaut werden: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 halten in Winterthur-Hegi täglich 72 Züge, wie es beim Spatenstich hiess. Die neue Haltestelle sei notwendig, um der grossen Nachfrage gerecht zu werden, entstanden doch in jüngster Zeit im Stadtteil Hegi viele neue Wohnungen. Die Station besteht aus zwei Perrons mit behindertengerechten Zugängen und einem überdeckten Kundenzentrum. Zu den Kosten von 10 Millionen Franken tragen der Kanton Zürich 7,4 Millionen und die Stadt Winterthur 1,7 Millionen bei. Mit dem Spatenstich in Winterthur wurde ein weiteres von acht Projekten der 200 Millionen Franken teuren 3. Teilergänzung der Zürcher S-Bahn in Angriff genommen. Bereits gestartet wurde mit dem Ausbau im Knonaueramt und Zürcher Oberland. Bis 2007 folgen schrittweise weitere Projekte in den Regionen Zimmerberg, Furttal, Thurtal, Sihltal sowie im Kanton Aargau.

 

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