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In allen Ländern wird geplant und gebaut

Das wachsende Schnellverkehrsnetz der Bahnen Europas

litra. In allen Ländern Europas wird gebaut oder geplant. Das Schnellverkehrsnetz der Bahnen wächst unaufhaltsam Kilometer um Kilometer. Die aktuelle Entwicklung ist rasant. Die neunseitige Auflistung informiert in geraffter Form darüber.

Italien und Frankreich sind Pioniere des Schnellverkehrs. 1978 wurde die Direttissima 254 km Firenze - Roma, 1981 die Ligne à Grande Vitesse LGV Paris - Lyon 538 km in Betrieb genommen. Damit wurden die Fahrzeiten auf einen Schlag massiv reduziert.

Diese beiden Schnellverkehrspioniere haben dem Glauben an eine moderne Eisenbahn starken Auftrieb verleiht. Die Nachfrage auf diesen schnellen Strecken boomte.

In Frankreich schreitet der Bau von LGV voran, wenn auch das ursprüngliche ambitiöse Programm des ursprünglichen Schéma Directeurs redimensioniert wurde.

Das Grossereignis im nächsten Jahr ist die Eröffnung der LGV Est-européenne Paris - Strasbourg. Vorerst sind dann 300 km nach Baudrecourt gebaut, danach folgen weitere 100 km LGV durch die Vogesen nach Strasbourg, Inbetriebnahme im Jahr 2012.

Das ist aber nicht die einzige Baustelle in Frankreich. LGV Languedoc - Roussillon Perpignan - Le Perthus - Figueras wurde 2004 in Angriff genommen. Die Verbindung Frankreich/Spanien soll 2009 bereitstehen. Über diese Schnellstrecke werden auch Güterzüge geschleppt und im Raum Montpellier/ Nîmes werden grosse Anpassungen phasenweise vorgenommen und der Anschluss an die LGV Méditerranée und Rhône - Alpes sichergestellt.

Geplant sind weiter die LGV Sud - Europe- Atlantique, die LGV Bretagne - Pays de la Loire und die LGV Rhin - Rhône mit unterschiedlichen Realisierungsvorstellungen. Letzerer ist von besonderer Bedeutung auch für die Schweiz. Eine LGV Côte d’Azur (LGV Paca) liegt noch in ferner Zukunft.

Ein vollständiges Bild vermittelt die Auflistung (siehe Anhang)

In Deutschland wurde die Neu - und Ausbaustrecke Nürnberg - Ingolstadt - München am 28. Mai dieses Jahres in Betrieb genommen. Damit wird die Fahrzeit von 1 Std. 42 Min. auf 1 Std. 3 Min. nach vollzogenen Abschlussarbeiten reduziert. Diese Schnellverkehrsstrecke ist für Geschwindigkeiten über 300 Stundenkilometer analog Köln - Frankfurt ausgelegt.

Auch in diesem Land sind verschiedene Neubaustrecken in Betrieb, weitere sind im Bau oder geplant.

Die Achsen Nürnberg - Leipzig/Halle - Berlin, Neubaustrecke Stuttgart - Ulm, Neubau - und Ausbaustrecke Karlsruhe - Basel werden die nächsten grossen Realisierungen sein: Inbetriebnahme Zeithorizont 2015.

In Italien wird das sog. "T" verwirklicht: Turin - Mailand - Venedig und Mailand - Bologna - Florenz - Rom - Neapel.

Die Neubaustrecke Neapel - Rom wurde Ende 2005 in Betrieb genommen. Jene von Florenz nach Rom steht vor einem Upgrading für höhere Geschwindigkeiten, Bologna - Florenz ist auf das Jahr 2008 versprochen, Mailand - Bologna soll nach Plan 2007 eröffnet werden.

Das Monsterprojekt Frankreich/Italien Lyon - Turin mit Zufahrten und Grössenordnung 120 km Tunnel mit all seinen topographischen Hindernissen wird regelmässig von den Regierungen beider Staaten und der EU als erstrangiges europäisches Projekt ausgerufen. Ihm fehlt aber der Schwung. Mit der Inbetriebnahme kann im Idealfall erst nach 2020 gerechnet werden, wenn überhaupt.

Spanien steht an vorderster Front beim Bau von Schnellverkehrsstrecken. Die schnelle Strecke Madrid - Cordoba - Sevilla über 470 km wurde schon 1992 eröffnet.

Operabel ist von der 650 km langen Hauptachse Madrid - Barcelona der Abschnitt Madrid - Lérida seit 2003. Im Jahr 2007 soll die ganze Strecke mit 300 km und bei Vollausbau mit 350 km befahrbar sein. Der Fahrzeitgewinn ist gewaltig: Madrid - Barcelona gestern 7 Std., morgen 2 Std., 25 Min.

In Spanien sind verschiedene andere Strecken im Bau und geplant. Im Bau sind gegenwärtig drei Äste auf die Schnellverkehrs-Hauptachse Madrid - Barcelona.
Spanien mit seiner Technik und Topographie baut schneller als jedes andere Land. Lässt sich das spanische Programm realisieren, wird die Eisenbahn über ein zusammenhängendes Netz verfügen. Gleichzeitig wird der Anschluss an Europa mit der Anpassung der Spurweite sichergestellt.

Die Staatsbahnen der Niederlande haben europaweit das dichteste Zugsangebot. Dazu bauen sie gegenwärtig eine 130 km lange Schnellverkehrsstrecke von Amsterdam CS - Schiphol - Rotterdam - Breda an die belgische Grenze. Inbetriebnahme ist auf das kommende Jahr vorgesehen. Die Fahrzeiten Amsterdam - Paris reduzieren sich von heute 4 Std. 9 Min., auf morgen 3 Std. 3 Min.

Auch Belgien baut Schnellverkehrsstrecken. Die Nordachse und der Anschluss Bruxelles - niederländische Grenze sind im Bau. Die Westachse Neubaustrecke Französische Grenze - Bruxelles wurde schon 1997 in Betrieb genommen. Im Bau und teilweise in Betrieb ist die Ostachse Bruxelles - deutsche Grenze.

Grossbritanien konzentriert sich auf den Channel Tunnel Rail Link, der im nächsten Jahr auf seiner ganzen Länge mit dem Bahnhof London - Saint Pancras in Betrieb genommen wird.

Österreich arbeitet an einer Neubaustrecke Wien - St. Pölten und weiter nach Linz. Um den Brenner Basistunnel ist es stiller geworden.

Portugal präsentiert mit der EU grosse Pläne, jedoch mit einem weit hinausgeschobenen Zeithorizont.

Die beigefügte Liste über die Neubaustrecken Europas müsste permanent angepasst werden, denn neue technische, rechtliche und finanzielle Probleme verhindern häufig die Einhaltung ursprünglicher Zeitpläne. Baubeginn und Inbetriebnahme werden um Jahre hinausgeschoben. Aber das Hochgeschwindigkeitsnetz Europas entsteht. Und es wird mit 250, 300 und 350 Stundenkilometer gefahren.

So sagen die Pioniere des Schnellverkehrs, die Franzosen: LA GRANDE VITESSE FERROVIAIRE: UNE NECESSITE POUR LE CHEMIN DE FER DANS SA COMPETITION AVEC LES AUTRES MODES DE TRANSPORT.

Download

Verzeichnis der Neubaustrecken Europas
UIC-Karte der HGV-Strecken 2010 und 2020

Neubaustrecken Europas.pdf (215.7 kB)

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