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Januar 1997

6.1.97
Tempo 50 innerorts wird seit der Einführung der höheren Bussentarife am 1. September 1996 nicht besser eingehalten als vorher. Zurückgegangen sind indes die Übertretungen beim Parkieren. Dies hat eine Untersuchung der Universität Lausanne in fünf Städten ergeben. Bei den Übertretungen von Tempo 50 innerorts hat sich gemäss Studie nicht viel geändert, seit die Sünder tiefer in die Tasche greifen müssen. Allerdings sei die Zahl der deutlich schneller als erlaubt Fahrenden überall und über den ganzen Zeitraum hinweg gering, halten die Autoren fest. Weniger als fünf Prozent, oft sogar weniger als ein Prozent, fahren schneller als 60 Kilometer pro Stunde. Anders sieht es beim Parkieren aus. Hier sind die Übertretungen in vier der fünf Städte zurückgegangen, besonders stark in Genf. Dort wurden die Parkvorschriften zuvor markant schlechter beachtet als in anderen Städten. In Bern hat sich die Zahl der Falschparkierer nach einem Rückgang ab Oktober wieder auf dem früheren Niveau stabilisiert. Höhere Bussen wirkten sich dort stark aus, wo die Verkehrsdisziplin schlecht ist, folgern die Verfasser der Studie aus ihren Ergebnissen. Würden dagegen Vorschriften nur von einer kleinen Minderheit übertreten, sei die Wirkung repressiver - und wohl auch anderer denkbarer - Massnahmen gering. - Wahrscheinlich hätten höhere Bussen vor allem dann günstige Auswirkungen, wenn zugleich das Risiko des Erwischtwerdens relativ hoch sei, heisst es im Bericht weiter. Das vergleichsweise geringe Kontrollrisiko bei Geschwindigkeitsübertretungen erkläre wohl den schwächeren Effekt der höheren Bussen bei Tempo 50 gegenüber den Parkiervorschriften.

8.1.97
Ab dem 25. Januar 1997 nimmt die Cisalpino AG den Betrieb mit ihren Neigezügen auch auf der Gotthardstrecke auf. Dank den modernen Fahrzeugen verringert sich die Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand um bis zu 50 Minuten auf 3 Stunden und 40 Minuten. Dies, obwohl die Kompositionen am Gotthard zurzeit noch nicht schneller als die konventionellen Züge verkehren können. Insbesondere des wegfallenden Lokwechsels an der Grenze wegen und auch dank weniger Unterwegshalten erzielen die Pendolini dennoch einen Fahrzeitgewinn von bis zu 50 Minuten. Sämtliche Plätze der 1. und 2. Klasse sind mit einem Tischchen ausgerüstet; in der 1. Klasse sind zudem Anschlüsse für Kopfhörer vorhanden. In den Zügen sind sämtliche Bahnfahrausweise willkommen, auch Halbtax- und Generalabonnemente. Im innerschweizerischen Verkehr ist keine obligatorische Platzreservation vorgesehen, im grenzüberschreitenden jedoch schon. Die Platzreservation inklusive Zuschlag kostet dort pro Platz unabhängig der gefahrenen Strecke 19 Franken in der 1. und 12 Franken in der 2. Klasse. Die Platzreservation in der 1. Klasse schliesst einen Welcom-Drink sowie eine Zeitung mit ein.

8.1.97
Die Velo-Vignette - die obligatorische Haftpflichtversicherung für Fahrräder - ist dieses Jahr auch an jedem Schalter der SBB zum Preis von fünf Franken erhältlich. Im vergangenen Jahr haben die SBB einem Pilotversuch zugestimmt, in fünf grossen Bahnhöfen die Velo-Vignette des TCS zu verkaufen. Ein äusserst erfolgreicher Test. Ab sofort ist die Velo-Vignette des TCS auch an jedem SBB-Schalter für fünf Franken, zum gleichen Preis wie in allen TCS-Geschäftsstellen, erhältlich. Die Vignette wird dem Käufer gleichzeitig mit einem Faltprospekt ausgehändigt. Dieser liestet alle Dienstleistungen der "Velo Assistance", welche einen kompletten Versicherungsschutz (Kasko, Rechtsschutz, Versicherungsleistungen bei einem Unfall) bietet. Weitere Neuheit ab 1. Mai 1997: Bei der Miete eines Fahrrades an einem Bahnhof der SBB profitiert der Mieter gleichzeitig von der Velo-Vignette des TCS und den Dienstleistungen der "Velo Assistance". Die TCS Versicherungs AG hat diesen Vertrag mit "Rent a bike" abgeschlossen. Das an den wichtigsten SBB-Bahnhöfen über 4000 Mietfahrräder anbietende Unternehmen vermietet pro Jahr durchschnittlich über 120'000 Fahrräder.

9.1.97
Der Tessiner Staatsrat hat in einer Botschaft vom kantonalen Parlament einen Nachtragskredit von 92,65 Millionen Franken zur Finanzierung der Umfahrung von Locarno gefordert. Die Mehrkosten auf die bisher vom Parlament bewilligten Kredite von 432,35 Millionen ergeben sich hauptsächlich aus der Teuerung und aus im Projekt von 1985 nicht vorgesehenen Arbeiten für den Bau des Tunnels zwischen Tenero und Locarno Morettina, der im Sommer 1996 dem Verkehr übergeben worden ist.

10.1.97
Ab heute transportieren die SBB das Mineralöl zwischen Basel und Zürich unter der Qualitäts- und Sicherheitsnorm ISO 9001. Das europaweit erstmals bei einer Bahn in diesem Umfang zertifizierte Qualitätsmanagement-System umfasst alle Aktivitäten, die mit dem Bahnbetrieb direkt zu tun haben und dazu beitragen, diesen möglichst störungsfrei, sicher und effizient abzuwickeln. Bis Mitte nächsten Jahres streben die SBB das ISO-Zertifikat 9001 für den gesamten Güterverkehr an.

15.1.96
Im kombinierten Verkehr Schiene/Strasse durch die Schweizer Alpen war 1996 ein Rückgang zu verzeichnen. Nach Angaben der Gesellschaft für den kombinierten Verkehr, der Hupac SA in Chiasso, ging das Verkehrsvolumen um 1,9 Prozent zurück. Für 1997 wird ein Wachstum von 8 Prozent erwartet. Der unbegleitete kombinierte Verkehr, das wichtigste Marktsegment der Hupac, stagnierte mit 170'547 Bahnsendungen auf Vorjahresniveau. Das "moderate Jahr" sei auf die momentane Wirtschaftskrise zurückzuführen. Der Konsum- und Produktionsrückgang bringe ein Überangebot an Ladevolumen mit sich. Als Folge würden die Strassenpreise ständig sinken. Im Bereich Import/ Export nahm die Zahl der Bahnsendungen gar um 8,6 Prozent auf 35'088 Sendungen ab. Die rollende Autobahn musste eine Einbusse von 2,9 Prozent auf 38'482 Sendungen hinnehmen. Für eine Wiederbelebung des Angebotes braucht es unbedingt den 4-Meter-Korridor am Lötschberg. 1997 blickt die Hupac optimistisch entgegen. Sie erwartet eine Verkehrssteigerung von 8 Prozent.

16.1.97
Von 1999 an wollen die Schweizer Bahnen jährlich 105'000 schwere und bis zu vier Meter hohe Lastwagen durch die Alpen befördern. Mit zusätzlichen Investitionen soll dieses Angebot später vervielfacht werden können. Die entsprechende Kapazitätsschätzung der SBB wird von der BLS nicht geteilt. In einem Bericht zuhanden des EVED beschränkt sie ihre Kapazitätshoffnungen für die rollende Landstrasse durch den Lötschberg auf 350'000 Lastwagen pro Jahr gegenüber den SBB-Erwartungen von gegen 700'000 Lastwagen. Zielvorstellung ist ein Stundentakt in beiden Richtungen rund um die Uhr zwischen Basel und Domodossola. Die Erhöhung des Angebots von 14 auf 48 Züge würde zu 360'000 Stellplätzen pro Jahr führen. Eine erste grosse Tranche von 158 Millionen Franken wird gegenwärtig verbaut und bringt die erwähnten 105'000 Stellplätze bis 1999. Um stündlich einen Zug der rollenden Landstrasse führen zu können, rechnen SBB und BLS mit zusätzlichen Investitionen von rund 125 Millionen Franken. Damit könnten die Einspurabschnitte verkürzt werden. Die Verlängerung der Züge auf 900 Meter dürfte Investitionen von weiteren 40 Millionen Franken nach sich ziehen. Noch keine Schätzungen liegen für die 1350 Meter langen Züge vor, die einen Ausbau der Energieversorgung auf den Lötschbergrampen erfordern würden. All diese Investitionen schliessen weder die Terminals im Raum Basel und in Domodossola noch das Rollmaterial ein. Nach Auffassung der BLS dürfen aus der heutigen Optik nicht mehr als 350'000 Plätze versprochen werden. Bei der Maximalvariante mit 685'000 Stellplätzen würden sich die Betriebskosten pro Stellplatz auf 370 Franken belaufen. Bei einer realistischen, aber wohl immer noch optimistischen Auslastung von zwei Dritteln ergäben sich Kosten von 560 Franken. In den angestellten Kostenschätzungen sind nur die Betriebs-, nicht aber die Investionskosten berücksichtigt.

16.1.97
Die Europäische Kommission will die bilateralen Verhandlungen mit der Schweiz über den Landverkehr bis zum 1. März abschliessen. Dies verlautete nach einem Treffen einer Delegation aus Tirol mit dem Kabinettschef von EU-Verkehrskommissar Neil Kinnock, Philip Lowe. Da eine generelle Alpenlösung im Sinne von "sensiblen Korridoren" derzeit bei den EU-Verkehrsministern keine Chance habe, strebe man eine politisch und inhaltlich gekoppelte Lösung zwischen der Schweiz und dem Brenner an, sagte Lowe gemäss Informationen der von Landeshauptmann Wendelin Weingartner angeführten Delegation Tirols. Ziel dieser Lösung sei es, in etwa gleich hohe Gebühren für den Lastwagentransit auf der Strasse für die Schweiz und für die "Sonderlösung Brenner" zu finden.

20.1.97
Die MITROPA AG (Mitteleuropäische Schlafwagen- und Speisewagen Aktiengesellschaft) beabsichtigt per 1. März 1997 die Verpflegungsaktivitäten der Buffet Suisse SA teilweise zu übernehmen. Es wird alles daran gesetzt, die bestehenden Arbeitsplätze zu sichern und die bisher durch die Buffet Suisse SA erbrachten Leistungen im Bereich der Zugverpflegung langfristig in der vom Markt geforderten Qualität anzubieten. Die durch die Buffet Suisse SA betriebene Schiffsrestauration auf Bieler- und Brienzersee wird ausgelagert. Über die endgültige Art der Zusammenarbeit werden MITROPA, Buffet Suisse SA und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) Ende Februar 1997 entscheiden.

21.1.97
Die im aargauischen Dintikon domizilierte Firma Setz Gütertransport AG hat rückwirkend auf Anfang 1997 eine Aktienmehrheit von 90 Prozent an die Post verkauft, mit der sie im kleineren Rahmen bereits seit 1993 kooperiert. Damit wird die 1911 gegründete Firma Setz, die rund 350 Angestellte beschäftigt und letztes Jahr einen Umsatz von rund 50 Millionen Franken erwirtschaftete, strassenseitig zum Hauptpartner der Post für den Transport von Paketen bis 30 Kilogramm. Mit dem Verkauf hat das im Bereich Logistik, Transport und Lagerung tätige Unternehmen sein Transportnetz mit einem Schlag um rund 2700 Postfilialen und deren Infrastruktur aufgestockt. Laut Generaldirektor Jean-Noël Rey soll die neue Allianz verhindern, dass die Post nach der Lockerung des Monopols Marktanteile an die privaten Paketdienste verliert. Besorgt zeigen sich auch die SBB, denn mit einem Jahresumsatz von 130 Millionen Franken ist die Post der grösste Güterverkehrskunde der Bahn. Laut SBB-Direktionspräsident Benedikt Weibel hofft man, dass das bestehende Volumen im Paket- und Brieftransport durch die Allianz der Post mit der "Strasse" nicht sinken wird und die Post auch nach dem Konzentrationsprozess der Verteilzentren ihr Bekenntnis zur Schiene nicht vergessen wird.

22.1.97
Mit einer neuen Studie will die Regionalgruppe Bern des VerkehrsClubs der Schweiz (VCS) den Schanzentunnel verhindern. Der VCS bevorzugt weiterhin eine Spurreduktion auf der Achse Bubenbergplatz-Bollwerk. Die heute vorgestellte Studie der Berner Infraconsult AG liefert jene Daten, welche die "Optimierungsvariante" untermauern, die der Club im November 1995 lanciert hatte. Dabei geht es vorab um eine Alternative zu den Plänen der Stadt, den Bahnhofplatz mit Hilfe des Schanzentunnels zu beruhigen. Die Studie zeigt auf, dass es möglich sein sollte, die Anzahl Spuren zwischen Bubenbergplatz und Bollwerk auf je eine pro Fahrrichtung zu reduzieren. Das bedingt eine Verminderung des heutigen Verkehrs um 40 Prozent. Diese sollte durch Umlenkung der Fahrzeuge auf den Autobahnring und den Ausbau der Kleinen Westtangente (ohne Sperrung der Schanzenbrücke) erreicht werden. Die Kosten schätzt der VCS auf maximal 33 Mio. Franken (Schanzentunnel ca. 125 Mio). Er schlägt vor, dass das Berner Stimmvolk im Sommer in einer Varianten-Abstimmung auch über die "Optimierungsvariante" entscheidet.

22.1.97
Bauindustrie und Strassenbauer schätzen, dass Bund, Kantone und Gemeinden jährlich rund drei Milliarden Franken für den Unterhalt des gesamten schweizerischen Strassennetzes aufwenden müssten. 1996 lagen diese Ausgaben bei gut einer Milliarde Franken. 30 % aller Strassen befinden sich laut Bauunternehmern in einem maroden Zustand. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) und der Verband Schweizerischer Strassenbauunternehmer (Vestra) fordern von der öffentlichen Hand, dass sie sobald als möglich Mittel zur Instandsetzung der Infrastrukturbauten zur Verfügung stellt. Allein für die Substanzerhaltung des Strassennetzes seien jährlich 1,5 bis 3 Milliarden Franken notwendig. Der Aargauer Bauunternehmer und SVP-Nationalrat Ernst Hasler betonte, dass der finanzielle Aufwand für die Instandsetzung exponentiell wachse. Auf Grund des Alterungsprozesses der Bauwerke müssten jährlich allein 650 Millionen Franken für den Erhalt der Autobahnen aufgewendet werden, also rund 400 Millionen Franken mehr als bisher. Hasler fordert, dass der Bundesrat ein Werterhaltungssystem aufbaut, das neben der Planung und Ausführung der Strassen auch deren Finanzierung umfasst. Um der undifferenzierten Betrachtungsweise von staatlichen Konsum- und Investitionsaufgaben zu begegnen, seien separate Fonds für die Strassen und den öffentlichen Verkehr zu bilden, die mit den Rechnungen der SBB und der PTT vergleichbar seien.

22.1.97
Die Flugzeuge der Gulf Air werden ab dem 14. Februar nicht mehr in Genf landen. Die arabische Gesellschaft gibt mehrere unrentable Linien auf, darunter auch die Flüge mit Zwischenlandung in Genf. Dies teilte Gulf Air in Genf mit. Im Oktober erhielt die Gulf Air vom Bundesamt für Zivilluftfahrt die Erlaubnis, eine Verbindung zwischen arabischen Städten und New York mit Zwischenlandung in Genf zu schaffen. Die Erlaubnis war allerdings nur auf den Transport von Passagieren limitiert, die von einem ausländischen Flughafen abgeflogen waren. Gemäss einem Bericht der Westschweizer Tageszeitung "Le Matin" hat die Gulf Air diese Möglichkeit während mehrerer Monate genutzt. Der Versuch habe allerdings unbefriedigende Resultate erbracht. Die Gesellschaft beklagt, dass Bern ihr die fünfte Freiheit nicht voll zugestanden hat, die es ihr erlaubt hätte, lokale Passagiere von Genf mitzunehmen. Doch Gulf Air hatte schon zuvor erwogen, die Flüge nach Genf aufzugeben.

22.1.97
Die Verkehrskommission des Nationalrates prüft, die Finanzierung der vier Eisenbahn-Grossprojekte in einem separaten Verfassungsartikel zu regeln. Für die einzelnen Vorhaben Neat, Bahn 2000, TGV-Anschluss der Westschweiz und Lärmsanierung wären dann verschiedene Bundesbeschlüsse zu formulieren. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, beauftragte die einstimmige Kommission die Verwaltung, ihr einen entsprechenden Verfassungsartikel vorzulegen und die vier Projekte in gesonderten Erlassen, deren Rechtsform noch offen ist, zu regeln. Gleichzeitig soll auch die Festlegung von Finanzierungsfristen geprüft werden. Den Entscheid über die Finanzierung wird die Kommission voraussichtlich an ihrer Sitzung vom 10. bis 12. Februar treffen.

23.1.97
Mit über halbjähriger Verspätung kann die Gesellschaft Cisalpino am 25. Januar den Betrieb mit "Pendolino"- Neigezügen zwischen Zürich und Mailand aufnehmen. SBB-Generaldirektor Hans-Peter Fagagnini erklärte an einer Pressekonferenz, dass die Aktionäre der Cisalpino AG (SBB, BLS und italienische Staatsbahn FS) von den Herstellern der "Pendolino"-Züge - der italienischen Firma Fiat Ferroviaria - hohe Sicherheit, hohe Leistung, hohen Komfort bei besten Preisen verlangt und nun auch erhalten hätten. Laut Cisalpino-Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal sind die bisherigen Erfahrungen mit den neuen Neigezügen (auf den Strecken Genf-Mailand und Basel-Mailand) zufriedenstellend bis gut, teilweise auch sehr gut, dies auch auf Grund des Kundenechos. Die Auslastung der Zugspaare auf der Lötschberg-Simplon-Strecke liegt zwischen 35 und 40 Prozent. Bereits wird von einer Ausweitung des Cisalpino-Angebots gesprochen, nach Venedig und nach Stuttgart. Letztere soll bis zum Herbst 1997 verwirklicht werden. Für die notwendigen Anpassungen an den Fahrzeugen müssen 8 Mio. Franken investiert werden.

23.1.97
Das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement hat das Ausführungsprojekt für den Kirchenwald- und den Loppertunnel genehmigt. Mit den Bauarbeiten könne programmgemäss Mitte 1998 begonnen werden, teilte die Baudirektion Nidwalden mit. Der 2,6 km lange Kirchenwaldtunnel ist Teil der Autobahn A 2 zwischen Hergiswil und Stansstad. Beim Loppertunnel handelt es sich um eine 2,5 km lange Verbindung der A 2 aus Richtung Süd mit der A 8 Richtung Brünig.

23.1.97
Der jahrelange Streit um die geplante J 2 Liestal-Pratteln im Baselbiet wird nun auch das Bundesgericht beschäftigen. Gegen den Entscheid des kantonalen Verfassungsgerichts, die gegnerische Initiative zum Ausbau der Rheinstrasse bei Liestal gültig zu erklären, ist eine staatsrechtliche Beschwerde eingereicht worden. Die Rheinstrasse-Initiative war von Gegnern der vom Volk gutgeheissenen Hochleistungsstrasse J 2 zwischen Liestal und der A 2 bei Pratteln eingereicht worden.

23.1.97
Der Bundesrat lehnt die Verkehrshalbierungs-Initiative als "fragwürdige Radikalkur" ab. Er empfiehlt dem Parlament auch, auf einen Gegenvorschlag zu verzichten. Die mit 108'84l Unterschriften von links-grünen Kreisen ("Umverkehr") eingereichte Initiative "für die Halbierung des motorisierten Strassenverkehrs zur Erhaltung und Verbesserung von Lebensräumen" verlangt von Bund, Kantonen und Gemeinden, die vom Privatverkehr erbrachte Fahrleistung innert zehn Jahren zu halbieren. Der öffentliche Verkehr wäre nicht betroffen und würde nicht mitgerechnet. Nach Meinung des Bundesrates wäre die Annahme der Initiative mit nicht zu verantwortenden Nachteilen verbunden. Das Volksbegehren hätte den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge. Seine Umsetzung wäre diskriminierend und dem sozialen Frieden abträglich.

24.1.97
Das Funiculaire der Stadt Freiburg, das aus dem Jahr 1899 stammt und ein Unikum darstellt, wird für zwei Millionen Franken renoviert. Als einzige Drahtseilbahn der Welt funktioniert das "Funi" mit hydraulischen Gegengewichten, die mit den Abwässern der Stadt gefüllt werden.

24.1.97
Von 245 eingereichten Kantonsbegehren zum Fahrplan 1997-99 konnten die SBB zahlreiche erfüllen. Unter anderem bleibt die "Transalpin"-Verbindung Basel-Wien bestehen, und der "Monteverdi" Genf-/Basel-Brig-Venedig wird wieder eingeführt. Der ab 1. Juni 1997 gültige Fahrplan bringt mit vier Prozent Mehrkilometern im schweizerischen Fernverkehr den grössten Ausbau seit zehn Jahren. Zu den wichtigsten erfüllten Begehren zählen überdies: - zusätzliche Schnellzugshalte im Wallis zur besseren Bedienung von Visp, Leuk, Bex und St-Maurice; - zusätzliche Schnellzugshalte vor allem in Randstunden in Erstfeld, Altdorf, Liestal und Cham; - verschiedene kleinere Wünsche für andere Fahrzeiten und bessere Anschlüsse im Regionalverkehr sowie Änderungen bei der Kursbuchgestaltung. Nicht eintreten konnten die SBB unter anderem auf - zusätzliche Halte bei den IC Bern-Zürich in Olten und Aarau (Ausnahme: TGV-Morgenverbindung Zürich-Bern-Paris mit Halten in Aarau und Olten); - weitere Verdichtungszüge zwischen Luzern und Zürich; - zusätzliche Nonstop-Züge zwischen Basel und Zürich sowie auf die Verlängerung des ICE nach Chur. Mit dem Fahrplanwechsel vom 1. Juni 1997 wächst das Fahrplanangebot im schweizerischen Fernverkehr um 4000 km pro Tag. Rund 100'000 der 330'000 Reisenden im Fernverkehr pro Tag erhalten bessere Verbindungen, während 10'000 Personen zum grossen Teil temporäre, baustellenbedingte Verschlechterungen in Kauf nehmen müssen.

24.1.97
Der Kanton Solothurn hat seine Mitgliedschaft im Gotthard-Komitee für dieses und nächstes Jahr ausgesetzt. "Wir favorisieren den Lötschberg", sagte Regierungsrat Christian Wanner. Zur Begründung erklärte Wanner, man habe im Kanton Solothurn immer auf die Netzvariante der Neat - Gotthard und Lötschberg - gesetzt. Im Falle einer notwendig werdenden Etappierung favorisiert Solothurn indessen die Lötschbergachse, weil sie billiger und schneller gebaut werden könne. Im weiteren ist die Solothurner Regierung der Meinung, dass vorerst einmal die Finanzierung der Neat geklärt werden müsse.

25.1.97
Im Jahr 1996 haben 16'276'699 Passagiere den Flughafen Zürich benützt; das sind 5,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Flughafendirektion mitteilt. Die Zahl der Flugbewegungen hat dabei um 5,5 Prozent auf 258'031 Starts und Landungen zugenommen. Der Umschlag im Luftfrachtzentrum erreichte 445'640 Tonnen (+ 1,4 Prozent), und die PTT-Betriebe spedierten 17'550 Tonnen Luftpost ((+ 2,5 Prozent). Der Spitzentag im Passagierverkehr fiel erwartungsgemäss auf den Beginn der Herbstferien am Samstag, 5. Oktober 1996, als insgesamt 70'675 Passagiere gezählt wurden. Dies bedeutet das höchste je im Flughafen Zürich verzeichnete Tagestotal. Der Tagesdurchschnitt lag im vergangenen Jahr bei 44'472 Passagieren. - Die Passagierzählanlage im Flughafenbahnhof registrierte im vergangenen Jahr 7'379'968 Personen, die für ihre Fahrt zum oder vom Flughafen den Zug benützten; das sind 3,3 Prozent mehr als 1995.

27.1.97
Mit der Neulancierung des Spanischen Brötli unterstreichen der Schweizerische Bäcker-Konditorenmeister-Verband (SBKV) und die Schweizer Bahnen in deren Jubiläumsjahr 1997 ihre historische Verbundenheit. Vor 150 Jahren trugen unter anderem die Bäcker Badens dazu bei, dass mit der Linie Baden-Zürich die ersten 23 Kilometer Eisenbahn in der Schweiz ihre Geburtsstunde erlebten. Anderthalb Jahrhunderte und rund 5000 Bahnkilometer später erinnern die Bäcker und Bahnen mit der heute vereinbarten Zusammenarbeit an dieses geschichtliche Tête-à-tête. Am 9. August 1847 dampfte der erste fahrplanmässige Zug auf Schweizer Boden von Baden nach Zürich. An Bord führte er auch "Güter" mit: Spanische Brötli für die Zürcher Oberschicht. Bis dahin mussten Knechte und Mägde das fettige, in den Zürcher Herrschaftshäusern jedoch äusserst beliebte Blätterteiggebäck frühmorgens und in einem vierstündigen Fussmarsch von Baden nach Zürich schleppen. Der Frühzug lieferte die begehrten Brötchen noch backwarm in der Limmatstadt ab. Sinnigerweise war es dann auch das Spanische Brötli, von dem der Volksmund den Namen für die erste Bahnlinie in der Schweiz ableitete: Spanisch-Brötli-Bahn - oder abgekürzt bereits damals SBB, notabene 55 Jahre bevor die Schweizerischen Bundesbahnen ihren Betrieb aufnahmen. Der SBKV entwickelte für das Jubiläumsjahr der Schweizer Bahnen gemeinsam mit der Bäcker-Fachschule Richemont in Luzern drei neue Varianten von Spanischen Brötli - weg vom Blätterteig, hin zu leichter verdaulichen Teigarten. In den meisten der 3800 dem SBVK angeschlossenen Bäckerei-Fachgeschäften kann das legendäre Spanische Brötli ab dem 5. März gekauft werden.

28.1.97
Der Kanton Luzern wird erstmals mit den Unternehmungen des öffentlichen Regionalverkehrs Leistungsvereinbarungen für die Angebote während der Fahrplanperiode 1997/98 abschliessen. Der Regierungsrat hat soeben das Baudepartement ermächtigt, für den erwähnten Zeitraum Leistungen im öffentlichen Regionalverkehr im Umfang von rund 59 Millionen Franken zu bestellen. Davon wird der Bund knapp 43 Millionen Franken übernehmen. Zum Fahrplanwechsel vom 1. Juni 1997 werden auf verschiedenen Bahn- und Buslinien im Kanton Luzern Angebotsveränderungen wirksam.

28.1.97
Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat an zehn Projekte von Parkierungsanlagen an Verknüpfungspunkten des öffentlichen und des individuellen Verkehrs Staatsbeiträge in der Höhe von insgesamt 116'600 Franken zugesichert. Der Kanton kann jährlich fünf Prozent der Verkehrsabgaben für Beiträge an Park + Ride-Anlagen sowie an weitere Massnahmen zur Verknüpfung von öffentlichem und privatem Verkehr einsetzen. Die Vorhaben in den Gemeinden Adligenswil, Altbüron, Hildisrieden, Malters, Oberkirch, Schongau, Schötz, Sempach, Sursee und Winikon kommen gesamthaft auf rund 373'000 Franken zu stehen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Veloabstellanlagen an Bahn- und Bushaltestellen. Im Falle von Oberkirch unterstützt der Kanton den Bau einer kombinierten Anlage zur Stationierung von Personenwagen und Fahrrädern bei der SBB-Station. Mit der Verwirklichung der erwähnten Vorhaben können Abstellplätze für 270 Fahrräder und acht Personenwagen geschaffen werden.

28.1.97
Im vergangenen Jahr können die Verkehrsbetriebe Steffisburg-Thun-Interlaken (STI) im Linienverkehr auf ein Frequenzplus von 1,5 Prozent zurückblicken. Mit 3'146'000 beförderten Personen wurde die 3-Millionengrenze bereits zum 3. Mal überschritten. Die Zahl der 1996 beförderten Personen stellt denn auch ein Rekordergebnis für die STI dar.

29.1.97
Die weltgrösste Tunnelbohrmaschine im Adlerberg bei Muttenz BL steht still. Wegen der von geologischen Schwierigkeiten verursachten Zwangspause werden 31 der rund 200 Bauarbeiter Ende Januar entlassen. Die Baufirmen und die SBB sind sich nicht einig, wer die Kosten des Unterbruchs tragen muss. Der Arge droht indes die Zahlungsunfähigkeit, wenn die SBB nicht "eine sofortige namhafte Anzahlung an die aufgelaufenen Mehraufwendungen" leisten, wie sie in einem Brief an die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) schreibt. Falls die Zahlung ausbleibt, müsse die Arge noch im Februar die restliche Belegschaft von rund 140 Personen entlassen. Die Arge wirft den SBB im Brief vor, dass die Gesteinsverhältnisse im Adlerberg "in keiner Weise den Angaben der Bauausschreibung der Bauherrschaft" entsprechen. Der Bauunterbruch führe zu Verzögerungen, die "enorme Mehrkosten" verursachten. Die SBB lehnten deren Bezahlung ab, hiess es weiter. SBB-Sprecher Ruedi Suter schätzte die Mehrkosten grob auf eine "zweitstellige Millionenhöhe". Die Arge selbst darf der Presse vertragsgemäss keine Auskunft geben. Suter wollte die Vorwürfe nicht kommentieren. Die SBB verweigerten Nachzahlungen nicht kategorisch, sagte er; die Ansprüche müssten aber geprüft werden. Die SBB hätten den Tunnel nach geologischen Gutachten und Expertisen ausgeschrieben. Die Natur verhalte sich aber nicht immer erwartungsgemäss. Schlichtungsverhandlungen seien aufgenommen worden.

30.1.97
In Sigirino wurden in diesen Tagen die Arbeiten für den Sondierstollen des neuen Ceneri-Basistunnels aufgenommen. Mit dem 3 km langen Stollen wird das geologische Umfeld des künftigen Ceneri-Basistunnel erkundet. Die Bauarbeiten werden rund 3 Jahre dauern. Der in konventioneller Weise (Bohren und Sprengen) vorgetriebene Tunnel ist mit 20 Mio Franken veranschlagt. Diese Vorarbeiten ermöglichen die Einhaltung des Zeitplanes bei einem positiven Entscheid für die Finanzierung der Grossprojekte. In Polmengo sind nach einem 3-wöchigen Unterbruch über die Festtage die Sondierarbeiten wieder aufgenommen worden. Damit werden die Grenzen der Piorazone abgetastet und weitere Erkenntnisse über deren Beschaffenheit gewonnen. Die bisherigen Ergebnisse deuten unter anderem auf eine grossräumige Wasserzirkulation im Gebirge hin. Gestützt darauf können die Pläne zur Machbarkeit der späteren Durchörterung der schwierigen Zone überprüft und ergänzt werden. In Sedrun sind die Arbeiten beim Zwischenangriff planmässig fortgeschritten. Während die Aussenarbeiten durch die Wintermonate vorübergehend eingestellt sind, sind die Arbeiten beim Zugangsstollen bis 540 m vorgerückt.

30.1.97
Die Banken und die Post führen in der Schweiz gemeinsam eine an den Geldautomaten aufladbare Cash-Karte ein, die künftig für bargeldlose Kleineinkäufe dienen soll. Die 4,3 Millionen Inhaber einer Postcard oder einer EC-Karte in der Schweiz sollen künftig eine Cash-Karte mit elektronischem Kleingeld aufladen können. Ab Ende Mai soll das "elektronische Portemonnaie" an allen 3600 Bancomaten mit Geld gefüllt werden können, ab 1. Oktober auch an sämtlichen Postomaten. Die Cash-Karte kann mit maximal 300 Franken aufgeladen werden. Für die Bezahlung mit der Karte ist weder ein PIN-Code noch eine Unterschrift nötig. Wird die Karte gestohlen, kann sie nicht gesperrt werden. Laut Europay kostet eine Transaktion von fünf Franken den Verkäufer zwischen 0,9 und 1,1 Prozent Kommission. Verhandlungen zur Einführung der Cash-Karte führt Europay zurzeit mit der Telecom, deren Telefonkabinen noch ein anderes System haben, und den SBB. Auch mit der Automatenbetreiberin Selecta und der Kiosk AG wird noch verhandelt.

 

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