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8.1.99
Nach 695,5 Millionen Franken in der laufenden Periode und 712,7 Millionen Franken in den zwei Jahren zuvor soll der Rahmenkredit des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) für die Fahrplanperiode vom 30. Mai 1999 bis zum 9. Juni 2001 noch 621,2 Millionen Franken betragen. Erreicht werden soll dieses Resultat durch Produktivitätssteigerungen der Verkehrsunternehmungen, Minderleistungen bei Tram und Bus sowie differenzierte oder generelle Tariferhöhungen.
8.1.99
Rufbusse, Bedarfsbusse, Mobile, PubliCar®, Bürgerbusse, Regionalbusse – mit all diesen verschiedenen Bezeichnungen wird in der Schweiz ein System des Buseinsatzes benannt, das die Vorteile des öffentlichen Verkehrs mit dem bedarfsgerechten Einsatz der Fahrzeuge kombiniert. Innerhalb der letzten fünf Jahre ist ein markanter Zuwachs dieser Angebote festzustellen: Waren es Mitte 1993 noch rund 30 Rufbus-Angebote, so können heute über 120 Angebote auf Buslinien, Seilbahnen, Schiffen und Fähren auf (telefonischen) Abruf benützt werden. Das Angebot hat sich vervierfacht, wobei allein seit Ende 1997 sieben neue Bus- und fünf neue Seilbahn-Angebote hinzugekommen sind. Dies geht aus dem neusten Pressedienst der LITRA hervor.
8.1.99
Beinahe während 24 Stunden ist der öffentliche Verkehr für seine Fahrgäste unterwegs; dies fördert eine LITRA-Aufstellung aller gemäss offiziellem Kursbuch nach 1 Uhr und vor 5 Uhr verkehrenden Züge, Busse und Seilbahnen zutage. Seit dem Fahrplanwechsel von Ende Mai 1998 verkehren nun 137 nächtliche Kurse; dazu kommen noch zahlreiche städtische Angebote.
9.1.99
Vier Jahre nach Umwandlung der Deutschen Bundesbahn in die Deutsche Bahn AG ist am 1. Januar die zweite Stufe der Bahnreform in Kraft getreten. Die fünf Geschäftsbereiche Fernverkehr, Nahverkehr, Güterverkehr, Netz sowie Personenbahnhöfe verhalten sich seither auch untereinander wie eigenständige Wirtschaftsunternehmen. Im Lauf des Jahres werden sie unter dem Dach der Holding Deutsche Bahn AG in die Aktiengesellschaft DB Reise & Touristik, DB Regio, DB Cargo, DB Netz sowie DB Station & Service umgewandelt und beim Registergericht Berlin-Charlottenburg eingetragen, wobei DB Cargo später nicht Berlin, sondern Mainz als Sitz wählen wird. Bevor die Eintragung erfolgen kann, muss die Bilanz der Deutschen Bahn AG vorliegen. In den vergangenen Jahren war dies jeweils erst im zweiten Quartal der Fall. Vorher können die einzelnen Geschäftsbereiche nicht in Aktiengesellschaften umgewandelt werden. Der Güterverkehr der Deutschen Bahn wird allerdings nicht lange als DB Cargo AG firmieren. Nach Zusammenschluss mit dem Güterverkehr der Niederländischen Eisenbahnen, NS Cargo, tritt das neue gemeinsame Schienenverkehrsunternehmen unter einer neuen Bezeichnung auf (gegenwärtiger Arbeitstitel: Rail Cargo Europa).
10.1.99
Der Vorstand der Alpen-Initiative verlangt als Folge des Landverkehrsabkommens zwischen der Schweiz und der EU eine Verdoppelung der geltenden pauschalen Schwerverkehrsabgabe. Gleichzeitig soll die heutige Tagespauschale von 25 auf 100 Franken vervierfacht werden. Die Alpeninitiative verlange die beiden Erhöhungen auf Anfang März 1999 als Sofortmassnahmen, teilte der Vorstand nach einer Sitzung in Gurtnellen (Kanton Uri) mit. Zudem müssten Bundesrat und Parlament ein Paket wirkungsvoller Begleitmassnahmen zum EU-Abkommen beschliessen und dies mit dem Ratifizierungsbeschluss zu einem einzigen Beschluss koppeln. Der Bundesrat habe mit der EU ein Landverkehrsabkommen ausgehandelt, das die Möglichkeiten zur Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene massiv erschwere. Gleichzeitig habe der alpenquerende Schwerverkehr entgegen dem klaren Willen des Volkes auch 1998 um über fünf Prozent zugenommen. Die vom Bundesrat im vergangenen Juni vorgeschlagenen flankierenden Massnahmen seien ungenügend, um das Verlagerungsziel trotz EU-Abkommen zu erreichen.
12.1.99
Die Eisenbahnkatastrophe von Eschede ist womöglich nicht nur durch den Bruch eines Radreifens, sondern auch durch eine fehlerhafte Weiche ausgelöst worden. Dies sei das Zwischenergebnis von drei Gutachten für die zuständige Staatsanwaltschaft in Lüneburg, berichtete die «Süddeutsche Zeitung». Die Weiche habe sich kurz vor dem Unglück offenbar von selbst umgestellt und den dritten Wagen des Unglücks-ICE auf ein Zweiggleis gelenkt.
12.1.99
Knapp ein Jahr nach der Ankündigung rollt der erste beschleunigte Gütertransport auf der sogenannten Freeway-Route durch Europa und die Schweiz. Der Zug verliess Kopenhagen, wie die Dänischen Staatsbahnen der SBB AG mitteilten. Am Mittwoch soll er die Gotthardstrecke passieren. Vor einem Jahr, am 1. Februar 1998, hatten die EU-Kommission, aber auch die Schweizerischen Bundesbahnen, eine neue Zeitrechnung im europäischen Güterverkehr angekündigt. Sogenannte Freight-Freeways sollten dafür sorgen, dass Güterzüge ohne grosse Grenzformalitäten und Aufenthalte die Güter schneller durch Europa fahren und damit dem Strassengütertransport Paroli bieten können. Ein Jahr später ist es endlich soweit.
17.1.99
Der Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS bekommt vom Kanton einen Beitrag von 2,36 Millionen Franken für die Sanierung des 1994 stillgelegten Gütergeleises zwischen Zollikofen und Deisswil. Weitere 10,54 Millionen Franken für die Anschaffung von 19 modernen Niederflurwagen müssen vom Kanton noch genehmigt werden.
19.1.99
Die seit fünf Jahren bestehenden Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) – 1998 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt – können auf eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit zurückblicken. In den fünf Jahren ihres Bestehens erweiterte sich das VBG-Netz kontinuierlich auf 20 Buslinien in zwölf Gemeinden. Dabei beförderten die rund 60 eingesetzten Busse jährlich acht Millionen Passagiere, dies bei einer Fahrleistung von 2,7 Millionen Kilometern. Die VBG sind das jüngste der sechs marktverantwortlichen Verkehrsunternehmen im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Ihr Tätigkeitsgebiet erstreckt sich über die sich stark entwickelnde Region mittleres Glattal einschliesslich der Bereiche Flughafen, Effretikon, Volketswil und Zürich Nord. Jedes Jahr wurden etwa vier Prozent mehr Fahrgäste befördert. Die VBG unterhalten keinen eigenen Fahrzeugpark. Sie befassen sich ausschliesslich mit dem Management und dem Marketing des regionalen öffentlichen Verkehrs in ihrem Einzugsgebiet. Die Buslinien werden im Auftrag der VBG von sechs verschiedenen privaten und öffentlichen Unternehmen betrieben. Parallel zur Gründung der Aktiengesellschaft haben die VBG im Auftrag der ZVV die Leitung der Projektierungsarbeiten für die Stadtbahn Glattal übernommen.
20.1.99
Anstelle der prognostizierten 7 Prozent legte der kombinierte Güterverkehr der Hupac SA um 4,2 Prozent zu, wie heute bekant gegeben wurde. Insgesamt wurden über den kombinierten Verkehr 313 167 Sendungen befördert. Die ersten vier Monate 1998 liegen dabei noch recht gut, der Zuwachs lag im zweistelligen Prozent-Bereich. In den zweiten vier Monaten stagnierten die Verkehrszahlen; in den letzten vier Monaten schliesslich waren sie gar rückläufig. Mit Kooperationen will Hupac seine Position für 1999 stärken. Die Gründe für die Probleme sieht der Schweizer Operator in Lastwagen-Überkapazitäten, was zu «Dumpingpreisen» auf der Strasse führe. Daneben gebe es aber auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Bahnreform: Qualitätseinbussen bei gewissen Bahnen und Sozialkonflikte. Von der auf den 1. Januar in Kraft getretenen Reform erwartet Hupac dennoch eine wesentliche Verbesserung des Angebotes. Preiserhöhungen der Bahnen würden hingegen im gegenwärtigen Umfeld nicht mehr hingenommen. Zudem brauche es nach dem Abschluss der bilateralen Verhandlungen der Schweiz mit der EU flankierende Massnahmen: Befreiung des vor- und nachgelagerten Verkehr zu den Verladeterminals von der LSVA, Verteilung der 40-Tonnen-Kontingente nach Benutzung des kombinierten Verkehrs, vergünstigte Trassenpreise im Schienentransit und Investitionshilfen.
22.1.99
Die Verkehrsbelastung auf den 150 Milliarden Franken teuren Schweizer Strassen hat seit 1989 um 50 Prozent zugenommen. Da dieser Trend sich vorab im Bereich Schwerverkehr verstärken wird, sind Massnahmen zur Werterhaltung dieser 71 000 Kilometer Volksvermögen dringend. Doch 1,6 Milliarden Franken jährlich fehlen, nur 30 Prozent der Unterhaltsarbeiten können ausgeführt werden. Besonders Kantons- und Gemeindestrassen verlottern. Der Bundesrat hat nun auf zwei Expertenberichte reagiert, die Massnahmen für eine kostengünstige, technisch ausreichende Substanzerhaltung nicht nur der Nationalstrassen formulieren.
25.1.99
Die 1973 eröffnete Sihlhochstrasse in Zürich, Teil der Nationalstrasse A3, ist umfassend zu sanieren. Die Arbeiten werden im Februar aufgenommen und dauern voraussichtlich bis Sommer 2004. Die Kosten belaufen sich auf rund 73 Millionen Franken, wie die kantonale Baudirektion mitteilt. Die Sihlhochstrasse ist eines der grössten Brückenobjekte im Nationalstrassen. Täglich rollen rund 50 000 Fahrzeuge darüber. Obwohl Alternativen wie ein Stadttunnel im Gesprach sind, muss die Brücke auf jeden Fall noch 20 bis 30 Jahre in Betrieb bleiben. Nun sind bei Fahrbahnbelag, Brüstungen, Brückenentwässerung, Werkleitungen und Lärmschutz erhebliche Schäden festgestellt worden, die eine umfassende Sanierung nötig machen. Gleichzeitig werden Lärmschutzwände ersetzt und Lärmschutzlücken geschlossen.
25.1.99
Die Freiburger Überlandbus- und Bahngesellschaft «Gruyère–Fribourg–Morat» (GFM) und die Verkehrsbetriebe der Stadt Freiburg (TF), die bereits seit über 50 Jahren gemeinsam verwaltet werden, wollen sich auf den 1. Januar 2000 zusammenschliessen. Dies schlägt eine im Oktober 1997 eingesetzte Arbeitsgruppe vor, wobei formell über die Fusion im Herbst dieses Jahres entschieden werden soll. Wie an einr Medienorientierung zu erfahren war, hatte die Arbeitsgruppe den Auftrag, vier Modelle einer vertieften Analyse zu unterziehen: eine vollständige Trennung der beiden Gesellschaften, die Schaffung einer Betriebsgesellschaft, die Fusion oder die Beibehaltung des Status quo. Um im liberalisierten Markt eine Chance zu haben, sei der Zusammenschluss der beiden Gesellschaften der einzig gangbare Weg. Nach Aussage von GFM-Präsident und Staatsratspräsident Michel Pittet (CVP) gehen durch die Fusion keine Stellen verloren, da mit dem Projekt «Cutaf» (verkehrsmässiger Zusammenschluss von zwölf Gemeinden in der Agglomeration Freiburg) der öffentliche Verkehr ausgebaut wird. Die GFM beschäftigt rund 400, die TF 135 Personen, wobei diese jährlich rund 14 Millionen und jene 8,6 Millionen Passagiere transportiert.
25.1.99
Der Bundesrat erachtet eine verstärkte Kontrolle des Schwerverkehrs mit Blick auf die schrittweise Zulassung von 40-Tonnen-Lastwagen als zentrale flankierende Massnahme zur Umlagerung des Gütertransits auf die Schiene. Den Polizeikorps fehlt aber das Personal für eine verstärkte Überwachung. In einer Aussprache zwischen Verkehrsminister Moritz Leuenberger und einer Delegation der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren hat der Bund nun signalisiert, dass ein Teil der LSVA-Gelder für diesen Zweck eingesetzt werden könnte. Das Gesamtpaket der flankierenden Massnahmen zur Verkehrsumlagerung soll dem Bundesrat laut UVEK-Pressesprecher Sieber mit der Botschaft über das bilaterale Landverkehrsabkommen im Frühjahr präsentiert werden.
27.1.99
In der Nacht auf den 1. Dezember 1998 hatte Bundesrat Moritz Leuenberger den EU-Verkehrsministern noch einmal happige Konzessionen machen müssen. Um den Durchbruch zu erzielen, nahm er eine starke Erhöhung der Quoten für den direkten Zugang von 40-Tönnern aus der EU ab Inkrafttreten des bilateralen Vertrags in Kauf. Bereits im Jahr 2000 sollen demnach 250 000 40-Tönner zu einem reduzierten Tarif durch die Schweiz fahren können. Das Kontingent steigt bis auf 400 000 Fahrten, bevor die 40-Tonnen-Limite endgültig eingeführt wird. Heute präsentierte die EU-Kommission die Kriterien, nach denen sie diese Kontingente unter die Mitgliedländer verteilen will. Dabei stellte sie fest, die Schweizer Konzessionen seien netto 200 bis 300 Millionen Euro, das sind 360 bis 480 Millionen Franken, wert. Soviel sparen die EU-Spediteure, indem sie im bilateralen Güterverkehr weniger Fahrzeuge einsetzen müssen. Statt wie bisher 28 Tonnen können sie innerhalb der Quoten nun 12 Tonnen mehr pro Wagen transportieren. Im Alpentransit kommt es zu Einsparungen, weil deutlich weniger Umwegfahrten mit 40-Tönnern über Österreich oder Frankreich gefahren werden müssen. Angesichts der attraktiven Preise für diese kontingentierten Fahrten rechnet die EU damit, dass sie höchstens die Hälfte der Nachfrage wird befriedigen können. Bei der jetzt vorgeschlagenen, provisorischen Verteilung dieser begehrten Bewilligungen soll Deutschland mit rund 38 Prozent den grössten Anteil erhalten, gefolgt von Italien mit 21 Prozent und Frankreich mit 16 Prozent. Die jährlich 220 000 Leerfahrten kommen vor allem Italien zugute.
27.1.99
Nach dem Ja des Souveräns zur Finöv-Vorlage ist die Finanzierung der Neat sichergestellt. Der Bundesrat hat deshalb blockierte Kredite von 420 Millionen Franken freigegeben. Es ist dies die dritte und letzte Tranche des zweiten Verpflichtungskredits von 855 Millionen Franken. 245 Millionen sind für die Basislinie am Gotthard bestimmt, 175 Millionen für jene am Lötschberg. Finanziert werden sollen Gesamtleitung, Planung, Sondierarbeiten, Landerwerb, das Recycling des Ausbruchsmaterials und verschiedene Bauarbeiten. Am Gotthard können die Bauarbeiten am Zwischenangriff Sedrun fortgesetzt und die Ausbauten am Bahnnetz in der Surselva beendet werden. Dazu beginnen die Arbeiten an den Zwischenangriffen Amsteg und Faido, am Portal in Bodio und an der offenen Linienführung in der Riviera. Am Lötschberg werden die Bauarbeiten an den Zwischenangriffen Mitholz und Ferden weitergeführt und neue Baustellen in den Portalbereichen Steg und Raron eröffnet. Es sind nun Teilkredite von insgesamt 1,655 Milliarden bewilligt und freigegeben. Im Bundesamt für Verkehr wird zurzeit die Botschaft zu einem neuen Neat-Gesamtkredit von 13,6 Milliarden Franken vorbereitet. Weil die Fianzierung mit der Bildung des Fonds für Eisenbahngrossprojekte neu geregelt wurde, fasst diese Vorlage die bisherigen und die neuen Kredite zusammen.
29.1.99
Im letzten Jahr haben gemäss LITRA-Mediendienst die Schiffe auf unseren Seen und Flüssen 12,4 Millionen Passagiere befördert. Das sind 0,3 Millionen Passagiere oder 2,4 Prozent weniger als 1997 mit 12,7 Millionen. Das regnerische Hebstwetter im September und Oktober hat stark auf die guten Zahlen während des Saisonbeginns gedrückt.
29.1.99
Mit dem absehbaren Frühling und damit dem Beginn der Wanderzeit taucht immer wieder der Wunsch auf, eine Route in Flussnähe aufzusuchen. Eine geeignete Fähre ausfindig zu machen, damit eine Wanderung oder eine Radtour auch jenseits des Flusslaufs weitergeführt werden kann, gestaltet sich aber nicht ganz einfach, denn eine verlässliche Übersicht der in der Schweiz existierenden Fähren fehlte bis heute weitgehend. Mit dem neusten Mediendienst der LITRA ist diese Lücke nun behoben.
29.1.99
Wie aus der neusten UIC-Statistik hervorgeht und im LITRA-Mediendienst publiziert wurde, ist 1997 jeder Einwohner der Schweiz im Durchschnitt 40-mal mit der Eisenbahn gefahren. In keinem anderen europäischen Land wird so häufig Eisenbahn gefahren. Dieser europäische Spitzenrang ist auf die noch immer attraktiven Fahrplan-Angebote der öffentlichen Transportunternehmungen sowie die modernen und komfortablen Fahrzeuge und Anlagen zurückzuführen. Weltweit gesehen liegt nur Japan mit 71 Fahrten pro Einwohner und Jahr vor der Schweiz. Bezogen auf die zurückgelegte Distanz pro Einwohner und Jahr liegt die Schweiz mit 1 802 Kilometern ebenfalls auf dem europäischen Spitzenrang; weltweit führt auch hier Japan mit 1 969 Kilometern. Die Sparmassnahmen des Bundes könnten indessen die hohe Attraktivität des öffentlichen Verkehrs gefährden und zu einem Leistungs- und Stellenabbau führen, wenn die Kantone die gekürzten Bundesbeiträge nicht aus anderen Quellen wie z.B. dem LSVA-Kantonsanteil kompensieren.
29.1.99
Die Niederlassung Hamburg der MITROPA AG (Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen Aktiengesellschaft) wurde von der TÜV Nord Zertifizierungs- und Umweltgutachter Gesellschaft nach der DIN En ISO 9002 zertifiziert. Dabei handelt es sich um ein internationales Qualitätsmanagementsystem, welches der Niederlassung aufeinander abgestimmte und geprüfte Arbeitsabläufe und die Qualitätsfähigkeit bescheinigt. Die MITROPA Niederlassung Hamburg erhält in Europa als erster Schienengastronom diese Auszeichnung.
29.1.99
Am vergangenen 10. Dezember verabschiedete der ICF-Verwaltungsrat ein fortschrittliches Umstrukturierungskonzept für Intercontainer-Interfrigo (ICF). Dieses sieht vor, den pan-europäischen Network Operator ICF in eine Gruppe von «Pan-European Network Operators» umzubauen und die kommerziellen Aktivitäten in neue Betriebsgesellschaften einzubringen. Ziel der Neustrukturierung ist es, näher am Markt zu agieren sowie die Kosten- und Ertragstransparenz auf den europäischen Transportachsen zu erhöhen. An seiner Sitzung vom 28. Januar 1999 genehmigte derVerwaltungsrat die vorgelegten Projekte und gab den Startschuss zur Neustrukturierng: Fünf neue Betriebsgesellschaften werden die kommerziellen Aktivitäten von ICF übernehmen und zur «Pan-European Network Operators Group» avancieren. Die bisherige ICF wird zur «Servicegesellschaft» der neuen Gruppe und liefert operative Leistungen, Disposition der sich unverändert im Besitze der ICF (ICF-Servicegesellschaft) befindlichen Wagen und Information Services.
30.1.99
Die SP-Fraktion der Bundesversammlung hat an einer Klausursitzung flankierende Massnahmen zu den bilateralen Verträgen zwischen der Schweiz und der EU diskutiert. Falls keine griffigen innenpolitischen Begleitmassnahmen entwickelt würden, werde die SP die Verträge nicht mittragen, droht die Fraktion. In einem Communiqué heisst es, im Verkehrsbereich seien die Verdoppelung der pauschalen Schwerverkehrsabgabe und eine massive Erhöung der Tagespauschalen nötig. Zudem brauche es konsequente Kontrollen des Strassengüterverkehrs in bezug auf Gewichte, Masse, Geschwindigkeiten und Fahr- und Ruhezeiten. Weiter seien zusätzliche Bundesbeiträge an die Bahnen vorzusehen. Und der Bundesrat müsse schliesslich ein verbindliches Konzept zur Umsetzung der Alpeninitiative unter den Bedingungen des bilateralen Verkehrsabkommens vorlegen.
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