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Januar 2000

4.1.00
Die Betriebskonzession und die Rahmenkonzession für einen Flughafen in Agno bei Lugano, die das zuständige Departement des Bundes der Stadt Lugano am 16. September 1996 erteilt hatte, sind vom Bundesgericht im Wesentlichen bestätigt worden. Gegen die Konzession waren insgesamt 65 Verwaltungsgerichtsbeschwerden eingegangen, die jetzt nur gerade in 2 Nebenpunkten zum Erfolg führten. Allerdings werden zahlreiche der Einwendungen laut dem einstimmig gefällten Urteil der I. Öffentlichrechtlichen Abteilung im Zusammenhang mit den Bewilligungen für die einzelnen Ausbauprojekte erneut zu prüfen sein. Der Flughafen Agno wurde im Jahre 1947 von der Luganeser Sektion des Schweizerischen Aeroclubs in Betrieb genommen und 1963 von der Stadt Lugano erworben. Seit 1980 steht die Anlage für den Linienverkehr offen, doch behielt sie rechtlich den Status eines privaten Flugfelds. Diese Situation wird mit den nunmehr definitiv erteilten Konzessionen bereinigt.

6.1.00
Das kantonale Zürcher Tiefbauamt kann für den zweistreifigen A4Abschnitt Kleinandelfingen – Flurlingen ein vierstreifiges Projekt ausarbeiten. Bundesrat Leuenberger hat seine dem Kanton zur Kenntnis gebrachte Zustimmung jedoch davon abhängig gemacht, dass die Verkehrsentwicklung den Bau rechtfertigt. Da die A 4 an ihrer Belastungsgrenze angelangt ist, wird der Kanton diesen Nachweis leicht erbringen können. Für den Wunsch einiger Gemeinden, nur zwei Streifen in Betrieb zu nehmen, hat Leuenberger kein Verständnis.

6.1.00
Der Geschäftsbereich Postauto der Post beteiligt sich ab dem Jahr 2000 am SBBKundenmagazin Via. Dieses erhält einen neuen optischen Auftritt und baut den redaktionellen Teil aus. Gleichzeitig wird der Vertrieb des Magazins erweitert. Die Post verteilt das Via in einer Auflage von 20 000 Exemplaren in zahlreichen PostautoBillettverkaufsstellen der Deutschschweiz und der Romandie. Die Gesamtauflage steigt dadurch auf 235 000 Exemplare. Via, das neu den Untertitel «Unterwegs mit Bahn und Postauto» trägt, wird dank dieser Partnerschaft noch verstärkt zur Zeitschrift für den gesamten öffentlichen Verkehr. Die Redaktion will auch in Zukunft fundiert und auf attraktive Art über Neuerungen und Entwicklungen im öffentlichen Verkehr berichten. Gleichzeitig macht die Zeitschrift in jeder Nummer Vorschläge für Reisen und Ausflüge mit dem öffentlichen Verkehr. Wie bis anhin wird das Magazin in den Fernverkehrszügen aufgehängt und in rund 160 Bahnhöfen gratis aufgelegt. Via erscheint sechs Mal pro Jahr in deutscher und französischer Sprache.

6.1.00
Der Euroairport BaselMülhausenFreiburg hat 1999 3,6 Millionen Passagiere gezählt, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. 2,7 Millionen Passagiere oder 27 Prozent mehr als im Vorjahr waren mit Linien, 884 000 (plus 11,0 Prozent) mit Charterfluggesellschaften unterwegs. Die Flugbewegungen nahmen um 7 Prozent auf 125 000 zu. Dabei stieg die Zahl der gewerbsmässigen Flüge um 19 Prozent, während die übrigen Flüge weiter abnahmen. Ein leichter Rückgang wurde beim Frachtaufkommen registriert, nachdem die Tonnagen 1998 stark zugenommen hatten. Insgesamt wurden 113 000 Tonnen Fracht befördert, 2 Prozent weniger als 1998.

9.1.00
Liechtensteinisches Transportgewerbe ist gegen die Übernahme der Schweizer Abgabe. Die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die nach dem Willen der Regierung zeitgleich wie in der Schweiz auf den 1. Januar 2001 eingeführt werden soll, stösst in gewerblichen Kreisen auf Widerstand. Liechtenstein müsse keine Neat finanzieren, kritisiert das Transportgewerbe und erwägt das Referendum gegen die Abgabe. Einem Wunsch der Schweiz entsprechend, hat die liechtensteinische Regierung den Beschluss zur gleichzeitigen Einführung der LSVA gefasst. Mit dieser verkehrspolitisch motivierten Lenkungsabgabe sollen Anreize geschaffen werden, begründete RegierungschefStellvertreter Michael Ritter die LSVAÜbernahme, vermehrt umweltfreundliche Schwerfahrzeuge zu verwenden sowie die Fahrzeuge optimal einzusetzen und auszulasten. «Die LSVA ist kein Grundbedürfnis Liechtensteins», konterte Manfred Batliner, Geschäftsführer der Gewerbe und Wirtschaftskammer (GWK), «sondern ein rein schweizerisches Bedürfnis zur Finanzierung der Neat und somit zur Verlagerung des Strassenverkehrs auf den Bahnverkehr». Nach GWKAuffassung, die das Transportgewerbe vertritt, würde die pauschale Übernahme der LSVA die Einführung einer verkehrspolitischen Massnahme der Schweiz bedeuten, obwohl Liechtenstein über keine Bahnanbindung verfüge und keinerlei Möglichkeiten zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene habe.

10.1.00
Das Bundesamt für Verkehr und das Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern haben den Zuschlag für die vier öffentlich ausgeschriebenen Buslinien im Raum Interlaken an Postauto Berner Oberland erteilt. Die Marktverantwortung und die Betriebsführung werden somit ab Fahrplanwechsel 2000 unter einem Dach vereint. Trotz unverändertem Fahrplanangebot kann die Abgeltung von Bund und Kanton wesentlich reduziert werden. Mit einem massgebenden Preis von rund 830 000 Franken ist die PostautoOfferte am günstigsten. Die beiden BLSOfferten, welche sich voneinander bezüglich des Fahrzeugeinsatzes unterscheiden, sind mit einem Preis von rund 940 000 Franken und 1 040 000 Franken um 13 Prozent, beziehungsweise 24 Prozent, teurer. Diese Differenz kann durch die geringen Unterschiede in der Angebotsqualität nicht kompensiert werden. Gegenüber den bisherigen Abgeltungen an die drei heutigen Betreiber kann mit der PostautoOfferte eine jährliche Einsparung von gut 500 000 Franken realisiert werden. Postauto Berner Oberland wird den Betrieb nicht mit Postautohaltern, sondern in Eigenregie sicherstellen. Dies wird vertraglich gewährleistet. Das Unternehmen wird dem heutigen Fahrpersonal der Auto AG Interlaken und der BOB Stellen zu den Postüblichen Bedingungen anbieten und somit die Weiterbeschäftigung ermöglichen.

11.1.00
Unter den Titeln «Mehr Sicherheit» und «Mehr Effizienz» lancieren die Autoverbände, unterstützt von gewichtigen Vertretern aus der Wirtschaft und der bürgerlichen Politik, die «Avanti»Initiative, die den Ausbau des stauanfälligen Autobahnnetzes durch den Gotthard und zwischen Zürich und Bern sowie Lausanne und Genf spätestens zehn Jahre nach einem allfälligen VolksJa durchsetzen will. Nach den Weichenstellungen für eine leistungsfähige Bahn – Stichworte Neat, LSVA und Bahn 2000 – sei nun im Sinne gleich langer Spiesse für die Verkehrsträger der bedarfsgerechte Ausbau der Nationalstrassen ein dringliches Anliegen, forderten die Initianten. Für FDPNationalrat und Gewerbeverbandsdirektor Pierre Triponez, ist der motorisierte Strassenverkehr «die wichtigste Lebensader für das Überleben der Schweizer Volkswirtschaft». Deshalb müsse die Wirtschaft nun ihre vornehme Zurückhaltung in verkehrspolitischen Fragen aufgeben. Es gehe nicht darum, Verkehrskapazitäten auf Vorrat zu schaffen, begründete TCSZentralpräsident Jean Meyer das Begehren. Ziel sei einzig, bestehende und neue Verkehrsengpässe zu beseitigen. Den Grundsatz des Schutzes der Alpen vor den Auswirkungen des Transitverkehrs sieht Meyer nicht in Frage gestellt. Allerdings müsse wegen des zweiten Gotthardtunnels der AlpenschutzArtikel, der einen Ausbau der TansitstrassenKapazitäten im Alpenraum verbietet, angepasst werden. Problemlos gestaltet sich laut Meyer die Finanzierung. Ende 2000 beliefen sich die zweckgebundenen Rückstellungen für Strassenbau auf drei Milliarden Franken. Zusammen mit den zweckgebundenen Bundeseinnahmen reiche dies aus, um die Bedürfnisse der Strasse zu decken.

11.1.00
Die Jungfraubahn Holding AG wird am 10. Februar 2000 eine ausserordentliche Generalversammlung durchführen. Hauptzweck der Versammlung ist es, eine nachträgliche Vinkulierung der Namensaktien in die Statuten aufzunehmen, wonach ein einzelner Aktionär oder eine Aktionärsgruppe künftig nicht mehr als 5 Prozent der Aktienstimmen auf sich wird vereinen können. Trotz der heutigen Konstellation ist es einem Investor – insbesondere auch einem ausländischen – nämlich nach wie vor möglich, einen Drittel oder mehr der Aktien der Jungfraubahn Holding AG zu erwerben. Dies würde ihn nach Art. 32 des Börsengesetzes berechtigen bzw. verpflichten, ein Kaufangebot für sämtliche Aktien zu unterbreiten; mit der entsprechenden Gefahr, dass die Jungfraubahn Holding AG ganz oder zumindest mehrheitlich in seine Hände übergehen könnte. Da jedoch ein schutzwürdiges Interesse an einem möglichst grossen Aktionärskreis sowie am Erhalt der schweizerischen Eigenart und des schweizerischen Charakters des Unternehmens besteht – man denke nur an die besondere Ausstrahlung des Jungfraujochs –, ist es von grösster Bedeutung, durch eine Vinkulierungsklausel verhindern zu können, dass die Jungfraubahn Holding AG in unerwünschten Mehrheitsbesitz, insbesondere in die Hände eines ausländischen Investors, kommen kann.

12.1.00
Die Zugerland Verkehrsbetriebe lassen sich für ihre Fahrgäste wieder etwas Neues einfallen. Für mehr Wohlbefinden im Bus läuft bis zum Sommer 2000 ein Testversuch mit Duftsäulen. Die Fahrgäste können ihre Meinung in einer Umfrage äussern und entscheiden dann selbst, ob sie die «Beduftung» der Busse wollen oder nicht. Wo Leben ist, sind auch «Gerüche». Mit jedem Atemzug nehmen wir sie auf. Die Nase ist nämlich unser sensibelstes Sinnesorgan. Und jeder Mensch empfindet Gerüche unterschiedlich, hat seine ganz persönlichen Assoziationen und Erinnerungen. Störende Gerüche können eine echte Belästigung sein und wir können uns kaum davor schützen. Je nach Jahreszeit entwickeln sich verschiedene, störende Gerüche, je nach Ort und besonders dort, wo Menschen auf engem Raum zusammentreffen. So auch in Bahnen und Bussen. Als soweit bekannt erster Linienbusbetrieb der Welt wollen die Zugerland Verkehrsbetriebe diesem Übel zu Leibe rücken. Für eine Testdauer von 6 Monaten hängen in einigen Bussen kleine Duftsäulen. Diese können unangenehme Gerüche neutralisieren und haben eine antiseptische Wirkung. Auf biologische und umweltgerechte Art wird so eine angenehme Raumluftatmosphäre geschaffen; dies wirkt sich direkt positiv auf das Wohlbefinden und den Komfort des Fahrgastes aus.

13.1.00
Der Bau des ZimmerbergTunnels wird nicht in die erste NeatBauetappe vorverlegt. Die nötigen Mittel fehlen. Die Vorverlegung hätte Einsparungen von 80 bis 90 Millionen Franken gebracht, so Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Die Tunnelbohrmaschinen der im Bau stehenden Bahn2000Strecke Zürich–Thalwil hätten ihre Arbeit in Richtung Zentralschweiz fortsetzen können. Der Entscheid für die Fortführung hätte aber laut Leuenberger bis Ende Januar fallen müssen. Da die Mittel für die Vorfinanzierung bis jetzt nicht aufgebracht wurden, werde der Zimmerbergtunnel definitiv erst in der zweiten Bauetappe realisiert. Ausser Zug hätten die ebenfalls betroffenen Kantone Zürich und Luzern sowie die SBB das notwendige Geld nicht aufbringen können oder wollen. Der Bundesrat seinerseits sei nicht bereit, den NeatFinanzierungsfonds zu überziehen. Ein 40MillionenVorschuss komme als Bevorschussung durch den Bund nicht in Frage. Neben finanziellen Vorteilen hätte die Vorverlegung auch ökologische Vorzüge gehabt. Weil nun die Baumaschinen auf der Bahn2000Strecke abgeräumt werden, muss bei der späteren Realisierung des Zimmerbergtunnels eine aufwendige Baustelle im Kanton Zug eingerichtet werden. Und das Aushubmaterial kann nicht durch die bereits bestehende Tunnelröhre weggeführt werden. Schon der Nationalrat hatte im Herbst eine parlamentarische Initiative von Rolf Hegetschweiler (FDP/ZH) abgelehnt, die eine Vorverlegung verlangte und das Geld allerdings dem FinövFonds entnommen hätte. Das Parlament hatte für die erste Bauetappe die Basistunnels am Gotthard und am Lötschberg, den Ausbau in der Surselva und den Ausbau der Lötschberglinie vorgesehen.

13.1.00
Der Güterumschlag in den Rheinhäfen beider Basel ist 1999 deutlich zurückgegangen. Grund ist neben dem Hochwasser im Mai ein eigentlicher Einbruch bei der Einfuhr von Heizöl. Die Nachfrage bleibt laut Basler Rheinschifffahrtsdirektion (RSD) schwach. Mit insgesamt 7 447 850 Tonnen brach der Güterumschlag in den vier Rheinhäfen von BaselStadt und Baselland 1999 um 8,2 Prozent ein, wie die RSD mitteilte. Nach zwei positiven Jahren setzt damit die Talfahrt wieder ein, die zuvor fünf Jahre lang nicht unterbrochen werden konnte. Der Import von Mineralölerzeugnissen lag im vergangenen Jahr mit 3 423 237 Tonnen um 17,2 Prozent unter dem Wert von 1998. Ein ähnlich schwaches Resultat wurde laut RSD letztmals 1991 verbucht. Der Rückschlag ist dabei ausschliesslich auf die massiv gesunkene Einfuhr von Heizöl zurückzuführen. Bei den übrigen Sorten war die Entwicklung positiv. Die schwache Nachfrage nach Heizöl hält nach Angaben der RSD an. Der Vorrat bei den Endkonsumenten sei kleiner als in den Vorjahren, doch gebe es wegen der eher milden Witterung keinen Grund, sich mit teurerem Heizöl einzudecken, zumal die Preise in den letzten Tagen unter Druck gerieten. Über den Rhein wurden 1999 über 30 Prozent der Mineralölprodukte eingeführt, beim Benzin gar über 37 Prozent. Ein Plus von 8,4 Prozent wurde letztes Jahr beim Export über die Rheinhäfen verzeichnet. Mit 746 261 Tonnen machen die Ausfuhren indes nur einen Bruchteil der Importe aus. Diese sanken um 9,7 Prozent auf 6 701 589 Tonnen. Die schweizerische Rheinflotte umfasste Ende 1999 noch 125 Schiffe, wie die RSD weiter mitteilte. Das sind zwei weniger als im Vorjahr. Bei den Güterschiffen wurde ein Rückgang um fünf Einheiten registriert. Hingegen wurden fünf zusätzliche Passagierschiffe oder Schlepp und Schubboote in Verkehr gesetzt.

13.1.00
Die Einnahmen aus der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) sollen im Aargau je zur Hälfte für allgemeine Strassenbauvorhaben und zusätzliche Aufgaben zur Vermeidung von externen Kosten verwendet werden. Dem Kanton Aargau stehen voraussichtlich ab dem Jahr 2001 jährlich 13 Millionen Franken, ab 2005 bis zu 26 Millionen Franken aus der LSVA zur Verfügung. Die Zweckbindung soll mit der Revision des Strassengesetzes sichergestellt werden. Gemäss dem veröffentlichten Gesetzesentwurf sollen mit dem LSVAErtrag neben Bau, Unterhalt und Betrieb der Strassen auch Niveauübergänge und Verkehrstrennungsanlagen, Anlagen des öffentlichen Verkehrs, die unmittelbar Kantonsstrassen entlasten, kantonale Radtouren und Wanderwege finanziert werden. Die Verwendung von LSVAGeldern im Bereich öffentlicher Verkehr rechtfertigt die Regierung mit dem Hinweis auf die generelle Entlastung, die der öffentliche Verkehr für den Individualverkehr bewirke. Durch Busspuren und Bushaltestellen würden zum Beispiel Kantonsstrassen unmittelbar entlastet. Mit der Revision des Strassengesetzes schlägt der Regierungsrat ferner vor, mit dem LSVAErtrag auch Querschnittsleistungen abzugelten. Dazu gehören auch verkehrspolizeiliche Leistungen, die zu Gunsten und im Interesse der National und Kantonsstrassen erbracht werden.

13.1.00
Die Eigenwirtschaftlichkeit der Bahnen hat sich 1998 von 57,1 Prozent auf 56,7 Prozent verschlechtert. Mit Abgeltungen der öffentlichen Hand stieg sie indes von 93,8 Prozent auf 96,1 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Der Eigenwirtschaftlichkeitsgrad der SBB ging von 59,6 Prozent auf 59,3 Prozent zurück, während jener der Privatbahnen bei 46,2 Prozent verharrte. Werden die Entschädigungen für politisch festgelegte Leistungen gutgeschrieben, verbesserte er sich für die SBB von 95,2 Prozent auf 97,9 Prozent und bei den Privatbahnen von 87,4 Prozent auf 88,6 Prozent. Der Gesamtaufwand der SBB ging 1998 um 41,8 Millionen Franken oder 0,5 Prozent auf 6589,6 Millionen zurück. Zusammen mit dem um 1 Prozent gestiegenen Gesamtaufwand der konzessionierten Bahnen von 1568,7 Millionen ergeben sich 8158,3 Millionen. Der Ertrag der SBB lag bei 6448,2 Millionen, jener der Privatbahnen bei 1389,6 Millionen. Somit erzielten die Bahnen des allgemeinen Verkehrs einen Ertrag von zusammen 7837,8 Millionen. Der Ertrag aus dem Güterverkehr sank um 6,6 Prozent, jener aus dem Personenverkehr um 1,3 Prozent.

13.1.00
In der Schweiz tragen heute 18 Prozent der Radfahrer einen Helm. Mit einer Steigerung auf 100 Prozent könnten jährlich rund 7700 Verletzungen und 30 Todesfälle vermieden werden. Eine detaillierte Erhebung des Tragverhaltens sowie eine Befragung zu den Gründen des Nichttragens geben Hinweise auf eine mögliche Strategie zur Förderung des Helms. Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Anstrengungen weiterzuführen, zu intensivieren und in einzelnen Punkten leicht zu modifizieren sind.

14.1.00
In der Schweiz sind im letzten Jahr 317 985 neue Autos verkauft und für den Verkehr zugelassen worden. Das sind 20 649 Einheiten oder 6,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit sind die sieben mageren Jahre der Autoverkäufe endgültig vorbei. Die Vereinigung Schweizerischer AutomobilImporteure (VSAI) führt die starke Zunahme auf einen Ersatz und Nachholbedarf nach den letzten sieben schwächeren Jahren sowie auf das verbesserte konjunkturelle Klima zurück. Einen starken Zuwachs verzeichneten 1999 deutsche und koreanische Wagen. So wurden rund 148 000 deutsche Wagen neu zugelassen (+ 8 Prozent). Grosser Nachfrage erfreute sich Volkswagen mit einem Plus von 11 Prozent auf 40 650 Einheiten. Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete auch der Smart mit 5079 Stück, nach 1164 im Jahr zuvor. Weniger stark entwickelten sich die französischen (+ 4,7 Prozent) und italienischen (+ 0,3 Prozent) Marken. Auch die japanischen Automobile blieben mit einem Plus von 4,4 Prozent hinter dem Durchschnitt zurück. Die schwedischen Marken legten mit + 0,8 Porzent insgesamt nur leicht zu. Dies lag aber vor allem an der über 6prozentigen Abnahme bei den VolvoFahrzeugen. Der Konkurrent Saab verzeichnete hingegen einen Zuwachs von 28 Prozent. Die koreanischen Marken konnten 21 Prozent zulegen. Mit Blick auf das Volumen waren Hyundai mit einem Plus von 16 Prozent auf 5536 Einheiten Spitzenreiter.

14.1.00
Der Oskar der EnergieWirtschaft. Der 1998 von der Schweizer Elektrizitätswirtschaft geschaffene «Prix êta» trägt zu einer Sensibilisierung für einen sparsamen Umgang mit Energie bei. Von der Lokomotivbremse zur Fernsteuerung ohne Batterien – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Dies ist auch der Fall bei den beiden Ingenieuren Walter Hohl und Markus Meyer. Mit Unterstützung des Physikers Hans Sommer haben sie einen elektrischen Antrieb entworfen, der eine jährliche Einsparung von 120 000 Kilowattstunden bei der Brems und Ventilationsmechanik von Lokomotiven erlaubt. Mit einer Anwendung des Systems bei sämtlichen Lokomotiven würden die SBB jährlich Energie im Wert von vier Millionen Franken sparen.

14.1.00
Die Schweizerinnen und Schweizer bleiben in Europa die Champions im Zugfahren. 1998 fuhren sie im Durchschnitt 40 Mal mit der Eisenbahn. Weltweit liegt Japan mit 69 Fahrten pro Einwohner und Jahr auf Platz eins. Auch bezogen auf die zurückgelegte Distanz pro Einwohner und Jahr liegt die Schweiz mit 1817 Kilometern auf dem europäischen Spitzenrang. Weltweit führt auch hier Japan mit 1921 Kilometern. Laut der Statistik 1998 des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC), die vom Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr, Litra, veröffentlicht wurde, folgen auf die Schweiz mit deutlichem Abstand Dänemark mit 28 Fahrten je Einwohner und Jahr, dann Luxemburg (27), Österreich (22) und die Niederlande (20). Das klassische Land der Automobile, die USA, hält auch dieses Mal die Schlusslaterne in Händen. Dort wurden auch 1998 weniger als 0,5 Eisenbahnfahrten pro Einwohner und Jahr verzeichnet. Innerhalb Europas befindet sich BosnienHerzegowina mit ebenfalls weniger als 0,5 Fahrten pro Einwohner und Jahr am Schluss der Rangliste. In der Schweiz sind nur die SBB und die BLS Lötschbergbahn Mitglieder der UIC. Alle übrigen Bahnen (Privat, Tram und Seilbahnen) sind in der UICStatistik nicht berücksichtigt. Andernfalls würde die Schweiz mit Abstand an die Spitze der Weltrangliste gelangen: mit 2704 Kilometern pro Einwohner und Jahr.

14.1.00
Die Stadt Luzern braucht eine starke Wirtschaft, um nicht in die zweite Liga abzusteigen. Den Klassenerhalt als Wohn und Dienstleistungsstadt schaffen kann sie nur mit tieferen Steuern und einem verbesserten Verkehrsangebot. Dies glaubt die Kommission für Wirtschaftsfragen der Stadt Luzern (KWF). Zentraler Punkt ist eine Entlastungsautobahn für die Stadt. Nicht zuletzt wegen den Vierzigtönnern werde die A2 durch Luzern zum Nadelöhr, so KWFPräsident Louis Renner. Weiter sei das Wirtschaftsgebiet im Tribschen durch den Südzubringer besser zu erschliessen. Weiter fordert die KWF mehr internationale Züge, die via Luzern fahren. Auch im Flugverkehr dürfe die Stadt den Anschluss nicht verpassen. Vorgeschlagen wird eine durchgehende Autobahn von Luzern nach Kloten und Flüge von Emmen aus in europäische Hauptstädte.

17.1.00
Der Walliser Staatsrat JeanJacques ReyBellet beurteilt eine mögliche Fusion zwischen SBB und BLS als unvernünftig. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den beiden Gesellschaften sei aber unbedingt notwendig. Persönlich zeigte sich der Walliser Verkehrs und Umweltminister von der plötzlichen Beschleunigung in den Kooperationsgesprächen rund um eine Fusion zwischen SBB und BLS überrascht. Seit zwei Jahren wird zwar über mögliche Kooperationen zwischen den beiden Gesellschaften diskutiert. Das Thema Fusion hätte aber eigentlich erst in den Jahren 2002/2003 im Rahmen einer gesamtschweizerischen Eisenbahnreform auf den Tisch kommen sollen. SBBSprecher Reto Kormann hatte allerdings in den Medien bestätigt, dass es bei den Kooperationsgesprächen zwischen SBB und BLS um eine Fusion gehe. Damit könnten laut Kormann jährlich 50 Millionen Franken eingespart werden. ReyBellet ist der Ansicht, dass noch nicht alle möglichen Sparszenarien geprüft wurden, so zum Beispiel eine gemeinsame Verwaltung von SBB und BLS oder Partnerschaftsabkommen in verschiedenen Dossiers. Der Walliser Verkehrsminister befürchtet auch, dass der Lötschberg nach einer Fusion von den SBB als «Ersatzlinie» betrachtet würde. Zudem würde eine Fusion den Streit um die Vormachtstellung zwischen dem Gotthard und dem Lötschbergtunnel neu beleben.

17.1.00
Die Automobilverbände ACS und TCS dürfen auch im Vorfeld verkehrspolitischer Abstimmungen als Partner von Radio DRS genannt werden. Das Bundesgericht hat einen Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz (UBI) aufgehoben. Die UBI war zum Schluss gekommen, die Nennung im Vorfeld der FinövAbstimmung habe das gesetzliche Verbot politischer Werbung verletzt. Anderer Meinung ist das Bundesgericht, wie Radio DRS mitteilte. Die schriftliche Begründung des Urteils steht noch aus. Die Erwähnung der beiden Automobilverbände im Rahmen der «Verkehrsinformationen» war bereits vor zwei Jahren Gegenstand einer Beschwerde. Damals entschied die UBI, die Nennung sei mit dem Radio und Fernsehgesetz gerade noch vereinbar gewesen. Die neue Beschwerde betraf dagegen den Zeitraum der Abstimmungskampagne für die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs, über die am 29. November 1998 entschieden wurde. ACS und TCS bekämpften die Vorlage. Der Generaldirektor des ACS nahm auch an einer kontroversen Diskussionssendung von Radio DRS teil. Nach dem Entscheid des Bundesgerichts dürfte die Nennung der Automobilverbände auch im Vorfeld der Abstimmung über die Verkehrshalbierungsinitiative rechtmässig sein.

18.1.00
Die Buslinie 38 der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) wird verlängert: Ab Sommerfahrplan 2000 fahren die Busse bis nach Allschwil Dorf statt nur bis zum heutigen Endhalt beim Gartenbad Bachgraben. Die von der Baselbieter Regierung beschlossene Verlängerung der Linie 38 erfolgt zunächst provisorisch für fünf Jahre. Die Jahreskosten werden gemäss einer Regierungsmitteilung auf jährlich 525 000 Franken veranschlagt. Ob die Verlängerung in ein Definitivum übergeführt wird, soll der Landrat 2005 auf Grund der Fahrgastzahlen entscheiden.

18.1.00
Die nationalrätliche Verkehrskommission ist gegen die Äufnung eines Fonds aus den Gewinnen von Post, Swisscom und SBB, um die Folgen der Liberalisierung abzufedern. Sie hat eine parlamentarische Initiative mit 12 zu 9 Stimmen abgelehnt. Die Initiative von Alexander Tschäppät (SP/BE) verlangt die Schaffung eines nationalen Kohäsionsfonds, dessen Mittel für Konversions und Innovationsprojekte im Bereich des Service public allgemein und in den von Arbeits und Leistungsabbau betroffenen Regionen eingesetzt werden sollten. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, anerkennt die Kommissionsmehrheit, dass die Liberalisierung von Bahn, Post und Telekommunikation schmerzhafte und regional tiefgreifende Folgen hat. Diese würden aber durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze privater Anbieter grossenteils kompensiert. Zudem sollte der durch die Liberalisierung ausgelöste Umstrukturierungsprozess nicht durch neue «Sonderkassen» beeinflusst werden, deren haushälterischer Umgang mit ihren Mitteln nicht gewährleistet wäre. Die Kommissionsminderheit beantragt, der Initiative Folge zu geben.

19.1.00
Mit einem neuen Bundesamt will der Bundesrat die Raumordnungspolitik stärken. Das Bundesamt für Raumplanung (BRP) wechselt im Juni vom EJPD ins Uvek und wird dort mit dem Dienst für Gesamtverkehrsfragen zusammengefasst. Zum neuen Bundesamt mit dem Arbeitstitel «Raumordnung und Verkehrskoordination» werden auch die vom Buwal betreuten Dossiers «Alpenkonvention» und «Nachhaltige Entwicklung» gehören. Der Direktionsposten wird noch diesen Monat ausgeschrieben. BRPChef Ueli Widmer wechselt Ende Februar zur EmsChemie. Mit dieser Reorganisation will der Bundesrat für Raumordnungsfragen ein Führungs und Kompetenzzentrum schaffen, das den immer komplexeren Verflechtungen zwischen den raumwirksamen Aufgaben des Bundes, der Kantone und des Auslandes Rechnung trägt.

19.1.00
Der Kanton Nidwalden stellt für die Abgeltung der ungedeckten Kosten im öffentlichen Regionalverkehr für die zwei folgenden Fahrplanperioden 5,5 Millionen Franken zur Verfügung. Der Rahmenkredit ist vom Landrat oppositionslos genehmigt worden. Der Regierungsrat kann nun mit diesen Mitteln bei den Bus und Bahnbetrieben das Angebot für den öffentlichen Verkehr im Kanton bestellen. Ein guter öffentlicher Regionalverkehr sei ein wichtiger Standortvorteil, sagte Volkswirtschaftsminister Meinrad Hofmann. Ziel sei es, nicht zuletzt zu Gunsten der Umwelt mit einem attraktiven Angebot möglichst viele zum Bus und Bahnfahren gewinnen zu können. Das Parlament verlangt, dass über die Frequenz der einzelnen Linien eine aussagekräftige Statistik geführt und die Erschliessung der Randstunden auf jede neue Fahrplanperiode überprüft wird. Weiter regt es eine verstärkte Zusammenarbeit der Brüniglinie und der LuzernStansEngelbergBahn an.

20.1.00
Nach Ansicht des Verbandes der Schweizerischen Strassenbauunternehmer (Vestra) wird dem Personenverkehr in der Schweiz zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. An einer Tagung in Luzern wurde eine neue Gesamtverkehrskonzeption verlangt. Zwar befürworten laut VestraPräsident Klaus Dirlewanger auch die Strassenbauer eine Verlagerung der Mobilität auf die Schiene. 80 Prozent des Personenverkehrs würde aber auf der Strasse abgewickelt. Auch eine optimale Kapazitätsnutzung, zum Beispiel mit Hilfe der Telematik, hebe die Leistungsgrenze nur ungenügend an. Ein gezielter Ausbau des Strassennetzes sei trotz Ausbau des Bahnangebotes unumgänglich. Auch der grosse Rückstau im Strassenunterhalt zeige, dass eine Vision fehle, wie der Verkehr künftig bewältigt werden solle. Dirlewanger forderte Bundesrat Moritz Leuenberger und sein Departement auf, eine auf die europäische Verkehrspolitik abgestimmte Gesamtverkehrskonzeption auszuarbeiten.

20.1.00
Wer im Thurgau einen neuen Lastwagen kauft, dessen Abgasanlage der neuen Euronorm 3 entspricht, kann nicht mit kantonalen Steuerrabatten rechnen. Das erklärt der Regierungsrat in seiner Antwort auf eine einfache Anfrage. Ausserdem fragte er nach der Höhe einer solchen Vergünstigung. Der Regierungsrat teilt nun mit, ein solcher Rabatt bei den Strassenverkehrsabgaben komme nicht in Frage. Nicht nur verfüge der Kanton über keine gesetzliche Grundlage für eine solche Vergünstigung, sie sei auch nicht sinnvoll. Ab Oktober 2000 werde die Euronorm 3 in der EU und auch in der Schweiz Vorschrift. Ab diesem Moment könnten nur noch Nutzfahrzeuge mit den entsprechend schadstoffarmen Motoren gekauft werden. Die Vergünstigung müsste dann für alle neuen Nutzfahrzeuge gelten. Das aber wäre eine wettbewerbsverzerrende Subventionierung.

2l.1.00
Der Verwaltungsrat der SBB AG stimmte der Gründung einer Tochtergesellschaft «avec.» zu. Der Erfolg der drei Pilotbetriebe in Brügg, Schüpfen und Mettmenstetten bewogen die SBB, gemeinsam mit ihren Partnern Migros und Kiosk AG bis Ende 2003 schweizweit ein Netz von mindestens 50 Bahnhofshops aufzubauen. Weiter beschloss der Verwaltungsrat die Divisionalisierung des RollmaterialGrossunterhalts mit der Bildung von Kompetenzzentren. Der Verwaltungsrat verabschiedete ein entsprechendes Projekt, das die heutigen Werkstätten als spezialisierte Kompetenzzentren bezeichnet und anhand des Nachfragevolumens auf die Divisionen Personen und Güterverkehr verteilt. Keine eigenen Werkstätten übernimmt die Division Infrastruktur, welche die Leistungen bei den anderen Divisionen einkauft. Die heutigen fünf Hauptwerkstätten der SBB verteilen sich demnach wie folgt auf die beiden Verkehrsdivisionen: Personenverkehr: Zürich, Olten, Yverdon, Güterverkehr: Bellinzona, Biel.

24.1.00
Der Verwaltungsrat der SBB AG hat der Gründung eines Joint Venture im Güterverkehr mit den Italienischen Bahnen zugestimmt. Die CargoDivisionen von FS und SBB werden in eine gemeinsame Firma mit 50:50Beteiligung überführt. Mit der gemeinsamen Firma wollen FS und SBB insbesondere die Transportqualität im grenzüberschreitenden Verkehr verbessern und damit einen entscheidenden Beitrag zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene leisten. Die Vertragsunterzeichnung zur Gründung des Joint Venture findet Anfang Februar in Rom statt. Die gemeinsame Firma zeichnet für das Management aller Aktivitäten verantwortlich – im Speziellen für Produktion, Marketing, Einkauf und Verkauf, Zugsfahrplan und Disposition, Finanzen und Stabsaufgaben. Erste Integrationsschritte durch das Management von «Cargo SI» beginnen unmittelbar nach Unterzeichnung der Verträge. Aktiven und Passiven werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 transferiert. Die neue Firma wird ihre operative Tätigkeit spätestens am 1. Januar 2001 aufnehmen. Ziel ist es, langfristig zu den zwei bis drei führenden Güterbahnunternehmen Europas zu gehören. Neben dem Verwaltungsrat der SBB AG hat auch jener der FS der Gründung eines Cargo Joint Venture mit den SBB zugestimmt.

24.1.00
Die Züge des Regionalverkehrs Bern–Solothurn haben 1999 18,7 Millionen Reisende befördert, oder 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist die RBS bezüglich der Reisendenzahl eine der bestfrequentierten Privatbahnen der Schweiz. Um 3 Prozent haben die RBSBuspassagiere zugenommen (auf 4,5 Millionen). Interessant ist die unterschiedliche Entwicklung: Die meisten Bahnlinien stagnieren oder weisen sogar einen leichten Rückgang auf (rückläufige Einwohnerzahlen in einigen Gemeinden?), ausser der Linie J (Bern–Jegenstorf), die dank dem neuen 15MinutenTaktFahrplan bis Schönbühl um 11 Prozent zugelegt hat. Der Spitzenverkehr am Morgen Richtung Bern hat abgenommen, während die Pendler, die am Morgen von Bern wegfahren, stark zugenommen haben (neue Arbeitsplätze in Worblaufen und Ittigen). Bei den Buslinien haben vor allem die Linien ins Hirzenfeld (Zollikofen) und nach Münchenbuchsee zugelegt, wo der Fahrplan tagsüber auf einen durchgehenden 15MinutenTakt verdichtet wurde. Erstmals seit einigen Jahren haben auch die Einnahmen um rund 5 Prozent zugenommen.

24.1.00
Der SEV hält das Joint Venture FSSBB für strategisch richtig und für die in der gegenwärtigen Situation beste Alternative. Aus gewerkschaftlicher Sicht ist das Projekt allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Der SEV hat deshalb Verhandlungen mit den italienischen Eisenbahngewerkschaften aufgenommen. Ziele sind gemeinsame Strategien und vertiefte Zusammenarbeit, die weit über das hinausgehen, was unter dem Codewort «gewerkschaftliche Solidarität» bisher üblich war. Eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Gelingen des Joint Venture wurde bereits am 1. Juli 1999 erfüllt. Damals unterzeichneten SBB, SEV sowie die weiteren Personalverbände einen Vorvertrag, der dem zum Joint Venture wechselnden SBBPersonal die mindestens gleich guten Anstellungsbedingungen garantiert, wie den bei den SBB verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, dass der schwierige Übergang sozialpartnerschaftlich erfolgen kann. In einem ersten Schritt verpflichten sich die vier Gewerkschaften zu grösstmöglicher gegenseitiger Information und werden den Berufsrechtsschutz sowie weitere gewerkschaftliche Kernleistungen auf Basis Gegenseitigkeit den Mitgliedern aller vier Verbände gewähren. Damit können die Mitglieder auch bei arbeitsrechtlichen Konflikten im Ausland jederzeit und unbürokratisch auf gewerkschaftliche Hilfe zurückgreifen.

25.1.00
Das PostautoRegionalzentrum Aargau will die Kundenfreundlichkeit verstärken und wenn immer möglich Rücksicht auf Behinderte und weniger mobile Menschen nehmen. Sämtliche NiederflurBusse wurden mit einer Rollstuhlrampe ausgerüstet. Wie Hans Würgler, Leiter des Postauto Regionalzentrums Aarau an einer Medienorientierung in Aarau erklärte, sind neu alle 50 NiederflurBusse mit einer portablen Rollstuhlrampe ausgerüstet. Die restlichen, hauptsächlich im Überlandverkehr eingesetzten 122 Fahrzeuge eignen sich für die Umrüstung nicht. Mit der Nachrüstung der NiederflurBusse will das PostautoRegionalzentrum Aargau ein Zeichen setzen. Dabei soll nicht nur den Wünschen von Behinderten, sondern ebenso von weniger mobilen Personen, die beispielsweise mit einem Kinderwagen unterwegs sind, entsprochen werden. Die Nachrüstung der NiederflurBusse mit mobilen Rollstuhlrampen hat pro Fahrzeug rund 600 Franken gekostet. Werden ÜberlandBusse mit Einstiegsstufen im Linienverkehr eingesetzt, haben sich die Chauffeure behinderten Fahrgästen besonders anzunehmen, wurde in Aarau betont. Postauto Aargau habe sich für eine «generelle Niederflurpolitik» entschieden. Dies sei auch den Herstellern der Fahrzeuge mitgeteilt worden. «Nur wer NiederflurFahrzeuge anbieten kann, wird bei der Beschaffung noch berücksichtigt», betonte Hans Würgler in Aarau. Verständnis für die Zuzatzkosten werde aber auch von den Politikern verlangt.

26.1.00
Der Vorstand des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV) erachtet die Sanierung der Seetalbahn als zu kostspielig. Der AGV fordert deshalb, dass die Bahn durch einen Busbetrieb ersetzt werde. Die Investitionen für eine Buslösung seien zwar wegen des Kostenverteilers für den Kanton Aargau höher. Aus Sicht der Wirtschaft seien jedoch die Gesamtkosten von Bund, den Kantonen Aargau und Luzern sowie der Gemeinden massgebend, schreibt der AGV in einer Mitteilung. Den rund 56 Millionen Franken für die Bahnsanierung stehen laut Gewerbeverband Kosten von rund 37,4 Millionen Franken für den Busbetrieb gegenüber. Rund 400 000 Franken jährlich könnten Kanton und Gemeinden zudem bei den ungedeckten Betriebskosten einsparen. Der AGV erinnert daran, dass der Bundesrat das Kostendach für die Sanierung der Seetalbahn von 600 Millionen auf insgesamt 200 Millionen Franken gesenkt habe. Davon seien bereits 82 Millionen Franken für die Umfahrung Emmen LU verbraucht worden. Eine völlige Trennung von Schiene und Strasse sei damit im Seetal nicht mehr möglich.

26.1.00
Die bilateralen Verkehrsabkommen SchweizEU sind in Brüssel von einer Kommission des Europaparlaments behandelt worden. Auf Kritik stiessen die Transitabgaben und das Schweizer DutyFreeGeschäft. Beraten wurden das Luft und das Landverkehrsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Schweiz von der Kommission des Europaparlaments für Regionalpolitik, Verkehr und Tourismus. Der vom belgischen Christlichsozialen Mathieu Grosch vorgelegte Bericht wurde ohne Debatte und Gegenstimme verabschiedet. Die Abkommen seien Ergebnis langer und mühsamer Verhandlungen, entsprächen im Wesentlichen der Politik der EU in den betreffenden Bereichen und könnten vom Parlament ratifiziert werden, heisst es im Bericht. Dies, auch wenn das Abkommen im Landverkehr nicht allen Erwartungen des Parlaments entspreche. Etliche Probleme bestünden nämlich weiter, wird im Bericht deutlich kritisiert. So sei die im Landverkehrsabkommen vorgesehene Transitabgabe für Lastwagen ein «erhebliches Problem»: Für die EUTransporteure sei sie zu hoch, da sie weit über die derzeit in der EU und der Schweiz geltenden Abgaben hinausgehe.

27.1.00
Die Umwandlung der Regionalen Verkehrsbetriebe BadenWettingen (RVBW) in eine Aktiengesellschaft ist auch formell vollzogen. Die neue Gesellschaft mit Sitz in Wettingen wurde gegründet. Die Fusion des heutigen Gemeindeverbandes Regionale Verkehrsbetriebe Baden–Wettingen (RVBW) mit der RVBW AG ist für den 7. Juni vorgesehen und soll rückwirkend auf den 1. Januar 2000 erfolgen, wie es in einer Mitteilung des Regionalverbandes heisst. Der Gesellschaft gehören die Gemeinden Baden, Ennetbaden, Killwangen, Neuenhof, Obersiggenthal, Spreitenbach, Wettingen und Würenlos an. Ebenfalls konstituiert hat sich der neu gegründete Verkehrsverband Aargau Ost (VAO). Dem VAO kommt die Aufgabe zu, sämtliche Leistungen für den Agglomerationsverkehr zu bestellen und den Regionalverkehr in Zusammenarbeit mit dem Kanton zu koordinieren. Darin vertreten sind alle Mitgliedsgemeinden sowie der Kanton mit je einem Delegierten.

27.1.00
Die Prognosen zum Schienenverkehr im Raum Zürich machen in den nächsten zwei Jahrzehnten Investitionen von rund zwei Milliarden Franken notwendig. Das Kantonale Amt für Verkehr und die SBB haben dazu ihre Visionen vorgelegt. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit Zürichs und für den Anschluss ans europäische Bahnnetz seien massive Mehrinvestitionen nötig, sagte Volkswirtschaftsdirektor Ruedi Jeker (FDP) bei der Präsentation. Die Kapazitätsgrenzen seien heute erreicht. Herzstück des Ausbaus ist der durch eine VCSVolksinitiative verlangte zweite Durchgangsbahnhof für rund 600 Millionen Franken neben dem HB Zürich, zu dem sich die SBB AG und Kanton mittlerweile klar bekennen. Bereits im November will die Regierung zum Herzstück den Entscheid fällen. Um den prognostizierten Mehrverkehr auf der Schiene sicherzustellen, seien aber auch zwei neue Bahntangenten nach Norden und Süden (Altstetten–Oerlikon und Altstetten–Wiedikon) notwendig. Als Option ist ferner eine Innenstadtverbindung vom Durchgangsbahnof nach Zürich–Wollishofen geplant. Den Projekten liegt die Annahme zu Grunde, dass beispielsweise der internationale Schienenverkehr im Raum Zürich bis 2025 um 265 Prozent wächst. Dabei wird das Hauptgewicht auf Anschlüsse nach Mailand, Paris und Frankfurt gelegt. Ein Wachstum von 72 respektive 23 Prozent wird beim nationalen und regionalen Zugsverkehr prognostiziert. Paul Moser, Leiter SBBGrossprojekte, sagte, die Visionen des Kantons deckten sich weitgehend mit den SBBBestrebungen für die zweite Etappe der Bahn 2000. Die Studie habe für die ganze Schweiz Pilotcharakter. Damit zeige sich schon heute, dass die gesamtschweizerisch zur Verfügung stehenden 5,9 Milliarden Franken für die zweite Etappe nicht ausreichten. Gemäss Prognosen sei ein zweiter Durchgangsbahnhof langfristig nur sinnvoll, wenn er multifunktional genutzt werde. Zumindest sollten Kanton und SBB diese Frage jetzt genau prüfen, hiess es. Ein solcher Fernverkehrsbahnhof könnte sich laut SBB trotz Mehrinvestitionen von rund 15 Prozent letztlich auszahlen.

28.1.00
Die Luzerner Regierung will mit den andern Kantonen der Zentralschweiz die Entscheidungsgrundlagen für die Realisierung einer SBahn Zentralschweiz vorantreiben. Das geht aus dem vorgestellten Planungsbericht öffentlicher Verkehr hervor. Auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme der ersten Etappe von Bahn 2000 strebt die Luzerner Regierung eine das gesamte Angebot des öffentlichen Verkehrs umfassende Qualitätssteigerung an. Im Zusammenhang mit der zweiten Etappe sollen auch wichtige Ausbauten der Infrastruktur realisiert werden. Noch in diesem Jahr wollen die Kantone den Start des Projektes SBahn Zentralschweiz auslösen. Anschliessend sollen die Projektorganisation aufgebaut und die Planungsarbeiten eingeleitet werden. Aus heutiger Perspektive könnte ab 2005 mit der Realisierung begonnen werden.

28.1.00
Wegen Neat und Bahn 2000 haben die Investitionen in die SchienenInfrastruktur in den letzten Jahren im Vergleich zum Strassenverkehr angezogen. Die öffentlichen Transportunternehmen sicherten mit ihren Aufträgen rund 97 000 Arbeitsplätze. 1998 wurden gemäss der LITRAVerkehrsstatistik 1999 3,8 Milliarden Franken in die Strassen und 2,4 Milliarden in die Schieneninfrastruktur investiert. Zu Beginn der 90er Jahre beliefen sich die Infrastrukturausgaben für die Schiene noch auf knapp 2 Milliarden, jene der Strasse auf 3,7 Milliarden Franken. Das Investitionsverhältnis zwischen den beiden Verkehrsträgern, welches in den 70er und 80er Jahren noch 1 zu 5 zu Gunsten der Strasse lautete, hat sich 1998 mit 1 zu 1,6 stark angeglichen. Es wird sich mit dem fortschreitenden Bau der Grossprojekte des öffentlichen Verkehrs in naher Zukunft voraussichtlich vorübergehend noch weiter zu Gunsten der Schiene verändern. Die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel hat sich 1998 gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht. Die Zahl der Personenkilometer (Anzahl Reisende mal gefahrene Distanz) belief sich im öffentlichen Verkehr auf 22 366 Millionen Personenkilometer (21,6 Prozent) und im privaten Strassenverkehr auf 81 200 Millionen Personenkilometer (78,4 Prozent). Das Gesamtverkehrsaufkommen auf Strasse und Schiene ist ebenfalls nur leicht auf 103 566 Millionen Personenkilometer angestiegen. Besonders gut schneidet die Bahn beim Endenergieverbrauch ab. Vom gesamten Endenergieverbrauch im Jahre 1998 von 847 100 Terrajoules (TJ) entfallen 277 750 TJ auf den Bereich Verkehr. Daran hat der Strassenverkehr einen Anteil von 77 Prozent, der Luftverkehr einen solchen von 20 Prozent und die Schiene lediglich 3 Prozent. Auch beim Stromverbrauch schliessen die Bahnen mit einem Anteil von 4,9 Prozent nach wie vor vergleichsweise günstig ab.

28.1.00
Der internationale Flughafen MailandMalpensa in Italien wird von der Schweiz aus mit dem öffentlichen Verkehr besser erreichbar. Ab 1. Februar verkehren von Lugano täglich je drei Postautos zum Flughafen und zurück. Die auf den Namen FlyCar getaufte Verbindung werde in Zusammenarbeit mit italienischen Unternehmen betrieben, heisst es in einer Mitteilung von Postauto Schweiz. Man wolle damit eine Lücke für den Schweizer Tourismus schliessen. Die Fahrt von Lugano zum Flughafen soll eine Stunde und 40 Minuten dauern. Der neue internationale Flughafen MailandMalpensa verfügt bisher noch über keinen Bahnanschluss. Der Flughafen wurde im Oktober 1998 in Betrieb genommen und befördert jährlich rund 20 Millionen Reisende.

28.1.00
Der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen (SSF) verlangt die Begrenzung des Flugbetriebs auf dem Flughafen ZürichKloten in den Abend und Nachtstunden. Der SSF fordert den Regierungsrat auf, die «erneuten Begehrlichkeiten» der SAirGroup nach ausgedehnteren Betriebszeiten auf einzelnen Pisten des Flughafens zurückzuweisen, wie es in einem veröffentlichten Communiqué heisst. Der Schutz der Bevölkerung vor zusätzlichem Lärm müsse höher gewichtet werden als das Interesse am Abbau von Engpässen auf dem Flughafen. Für die anstehende Betriebskonzession erwartet der SFF, dass die Anzahl der Flugbewegungen in den Abend und Nachtstunden auf maximal den Stand von 1990 begrenzt wird.

28.1.00
Der internationale Flugverkehr hat 1999 kräftig zugenommen. London Heathrow, Paris Charles de Gaulle und Frankfurt besetzen die Spitzenpositionen im europäischen Vergleich von 29 Flughäfen. ZürichKloten liegt im Mittelfeld. Die Passagierzahlen sind um 6,7 Prozent auf 541 Millionen gestiegen. Die meisten Passagiere beförderte London Heathrow (62 Millionen), gefolgt von Frankfurt (45,8 Millionen) und Paris Charles de Gaulle (43,6 Millionen), wie der Airports International Council Europe (ACI Europe) bekannt gab. Der Flughafen ZürichKloten beförderte rund 21 Millionen Passagiere und nimmt damit den 10. Platz ein. Die meisten Flugbewegungen verzeichnete mit 467 000 Starts und Landungen Paris Charles de Gaulle, vor London Heathrow (450 000) und Frankfurt (420 000). An achter Stelle liegt Zürich mit 281 000 Flugbewegungen. Das Frachtvolumen stieg 1999 um 4,6 Prozent auf 5,8 Millionen Tonnen. Spitzenreiter sind Frankfurt mit 1,4 Millionen Tonnen und Amsterdam mit 1,2 Tonnen. Für London Heathrow sind die Zahlen noch nicht verfügbar, wie der ACI Europe weiter ausführte. Rund 329 000 Tonnen Fracht passierten den Flughafen ZürichKloten.

28.1.00
Bei etlichen Schweizer Schifffahrtsunternehmen hat das Hochwasser vom Mai 1999 vorübergehend zu Einbussen geführt. Diese konnten im Spätsommer allerdings teilweise wettgemacht werden. Insgesamt wurden 12,272 Millionen (1998: 12,426 Millionen) Passagiere befördert. Etliche Schifffahrtsunternehmen mussten während Wochen ihren Betrieb einstellen und somit sinkende Passagierzahlen in Kauf nehmen. Dank des schönen Spätsommerwetters war es hingegen auf dem Vierwaldstättersee möglich, den Rückstand schliesslich in einen kleinen Vorsprung zu verwandeln. Bei der ZürichseeAutofähre konnte dank dem Einsatz der neuen Fähre «Zürisee» eine erneute Frequenzsteigerung erreicht werden. Zunahmen melden auch der Hallwiler, Silser und Sarnersee, wobei bei letzterem der Grund dafür im Einsatz des überholten MS «Seestern» liegen dürfte. Das üble Wetter brachte vereinzelt aber auch den Schiffsbetrieben mehr Passagiere: Wegen Dauerschnees im Berner Oberland waren tagelang auf beiden Seiten des Brienzersees sowohl Bahn als auch Strassenverbindungen gesperrt. So kam der Brienzersee nach Jahren unverhofft zu einer Wiederaufnahme der Winterschifffahrt. 26 722 Personen und 75 Tonnen Güter wurden befördert. Bei den Passagierzahlen konnte die seit 1989 mehrmals überschrittene 12MillionenMarke auch 1999 wieder erreicht werden. Der Vierwaldstättersee führt mit rund 2,2 Millionen Passagieren weiterhin die Rangliste der teilweise noch provisorischen Zahlen an. Es folgen die ZürichseeAutofähre mit 1,8 Millionen, der Genfersee mit 1,5 Millionen der Thuner und Brienzersee mit 1,3 Millionen und der Zürichsee (inkl. Limmatschifffahrt) mit ebenfalls 1,3 Millionen Passagieren.

28.1.00
Der Verwaltungsrat der BLSLötschbergbahn AG hat sich an seiner heutigen Sitzung intensiv mit der Zukunft des Unternehmens auseinandergesetzt. Er unterstreicht dessen klare verkehrspolitische Bedeutung im Rahmen der Bahnreform. Der Verwaltungsrat der BLS hält an der Unternehmensstrategie fest. Damit bleibt die BLS auch im Güterverkehr aktiv. Der Güterverkehr der BLS wird auf eine in den nächsten Monaten zu gründende BLS Cargo AG übertragen. Mit dem Ziel, Neuverkehr anzuziehen, sollen Partner eingebunden werden. Über die Beteiligung Dritter wird später entschieden. Die BLS will die bewährte Zusammenarbeit mit der SBB AG – beispielsweise im TransitGüterverkehr und im Personenverkehr – weiterführen. Die BLS Lötschbergbahn AG ist zudem offen, mit der SBB AG Gespräche über Formen erweiterter Zusammenarbeit in allen Geschäftsbereichen aufzunehmen.

3l.1.00
Noch im ersten Quartal 2000 werden die letzten drei der 102 Schweizer Strassentunnels eine Notbeleuchtung haben. Die Nachrüstung im San Bernardino aber dauert bis mindestens 2006. Der Schlussbericht der TunnelTaskForce des Astra kommt im Mai. Die nach der Katastrophe im MontBlancTunnel vom Bundesamt für Strassen (Astra) eingesetzte Task Force hatte die Sicherheit der Strassentunnels in der Schweiz überprüft. In ihrem Zwischenbericht vom letzten Herbst hatte sie verfügt, vier Tunnels auf der Autobahn A13 im Kanton Graubünden nachzurüsten. Der 6,6 Kilometer lange und aus dem Jahre 1967 stammende San Bernardino muss mit einem Fluchtstollen ausgerüstet werden. Geplant ist auch der Einbau eines neuen Abluftsystems. Der Tunnel wird gegenwärtig mit Kosten von 160 Millionen Franken saniert.

31.1.00
In den Jahren 2003 bis 2010 sollen alle Schweizer Normalspurbahnen mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet werden. Besonders risikoreiche Abschnitte werden bis 2002 noch mit dem bestehenden System ZUB nachgerüstet. Direktor Max Friedli vom Bundesamt für Verkehr (BAV) hat diese Strategie in Bern den Medien vorgestellt. Das BAV habe die Lehren aus dem Unfall vom 1. November 1999 gezogen, bei dem der Zusammenstoss zweier SBahnzüge im Bahnhof BernWeissenbühl zwei Menschenleben forderte. Die SBB und die andern Normalspurbahnen sind verpflichtet, bis Ende 2002 besonders risikoreiche Abschnitte zu sanieren bzw. mit ZUB nachzurüsten. Nachgerüstet werden müssen auch die Fahrzeuge der Privatbahnen, die regelmässig auf ZUBStrecken verkehren oder Gefahrengut befördern. Das Gleiche gilt für ausländische Fahrzeuge auf dem Schweizer Netz. Alle Fahrzeuge, die bereits mit ZUB ausgestattet sind oder damit nachgerüstet werden, erhalten als zusätzliches Gerät einen so genannten Rucksack. Diese technische Einrichtung erlaubt es dem ZUBFahrzeuggerät, auch ETCSSignale zu empfangen und zu lesen. Damit werden Probleme bei der Umrüstung auf ETCS vermieden. Diese Umrüstung beginnt 2003. Von diesem Jahr an werden zur Streckensicherung ausschliesslich ETCSKomponenten eingebaut. Vorrang haben dabei die «europäischen» NordSüdTransitachsen Gotthard und LötschbergSimplon sowie das eng mit der LötschbergSimplonAchse verknüpfte SBahnNetz im Raum Bern. Neue Fahrzeuge der SBB und der Privatbahnen müssen in dieser zweiten Phase bereits ab Fabrik mit ETCS ausgerüstet sein. Spätestens 2010 soll das neue System flächendeckend realisiert sein. Die SBB werden die schätzungsweise 15 Millionen Franken für die Nachrüstung kritischer Streckenabschnitte aus ihrem ordentlichen Infrastrukturbudget bezahlen. Bei den Privatbahnen (40 Millionen) dient dazu unter Mitwirkung der betroffenen Kantone der 8. Rahmenkredit. Das Gleiche gilt für die Fahrzeuge der Privatbahnen (43 Millionen). Die Kosten des ETCSRucksacks wird der Bund à fonds perdu übernehmen. Für die Fahrzeuge der SBB belaufen sie sich auf rund 20 Millionen, für jene der Privatbahnen auf etwa 6 Millionen. Noch offen ist nach Auskunft Friedli, wie die Ausrüstung der Strecken mit ETCS finanziert wird. Hier müsse Bund, Kantone und Bahnen noch gemeinsam nach Lösungen suchen.

31.1.00
Die Siedlungen der Schweiz fressen sich in die Landschaft. Jede Sekunde wird ein Quadratmeter Land überbaut. Dieses Wachstum steht für das Bundesamt für Raumplanung (BRP) im Widerspruch zum Ziel der Siedlungsentwicklung nach innen. Das BRP hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS) die Arealstatistik für 24 Kantone ausgewertet. Mit Ausnahme von Graubünden und Tessin, wo die Daten erst 2001 vorliegen, kann der Wandel der Bodennutzung im Zeitraum von 1979 bis 1997 verfolgt werden. Seit Beginn der achtziger Jahre hat die Siedlungsfläche in den 24 Kantonen um 294 Quadratkilometer oder 13 Prozent zugenommen. Das entspricht der Grösse des Kantons Schaffhausen. Hochgerechnet bedeutet das, dass die Siedlungsfläche in der Schweiz mit einer Geschwindigkeit von einem Quadratmeter pro Sekunde gewachsen ist. Jeder Einwohner beansprucht heute 410 Quadratmeter Siedlungsfläche. Dieser Wert hat in den vergangenen Jahren um 20 Quadratmeter zugenommen. Absolut am stärksten gewachsen ist das Gebäudeareal. Im Vergleich dazu haben sich die Verkehrsflächen nur wenig vergrössert. Ihr Anteil ist sogar geschrumpft. Trotzdem ist in zwölf Jahren eine Fläche, die der dreifachen Grösse des Murtensees entspricht, durch neue Verkehrsanlagen überbaut worden. Um bis zu 41 Prozent hat das Industrieareal zugenommen. Rationalisierung und Automatisierung haben zu einem hohen Wachstum der Fläche pro Arbeitsplatz geführt.

 

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