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3.1.01
Das Aargauer Logistikunternehmen Bertschi AG gründet mit dem deutschen Chemiekonzern BASF sowie den Hamburger Transporteuren Hoyer GmbH und VTG-Lehnkering AG ein Joint Venture im Schienenverkehr. Das neue Unternehmen soll «rail4chem» heissen. Rail4chem werde den vom BASF in Eigenregie betriebenen Güterverkehr übernehmen und als Spediteur für Drittunternehmungen tätig werden, wie der BASF mitteilte. Das neue Unternehmen werde bereits im zweiten Quartal 2001 seine Geschäftstätigkeit im liberalisierten europäischen Schienenverkehr aufnehmen. Die kartellrechtliche Genehmigung für die Bildung des Joint Ventures stehe allerdings noch aus, hiess es weiter. Man gehe davon aus, dass rail4chem zu Beginn einen Umsatz von rund 20 Millionen Franken erzielen werde, erklärte Michael Baechler von der Bertschi AG gegenüber der Nachrichtenagentur AFX News. Die Bertschi AG, welche mit 25 Prozent am Joint Venture beteiligt ist, erhoffe sich durch das Engagement insbesondere breitere Möglichkeiten beim Einkauf von Transportleistungen auf der Schiene. Man beabsichtige hingegen nicht, den reinen Schienenverkehr zu einem Kerngeschäft auszubauen, erklärte Baechler weiter.
4.1.01
Der EuroAirport (EAP) Basel-Mülhausen hat letztes Jahr 3,78 Millionen Passagiere abgefertigt, 5 Prozent mehr als 1999. Das Frachtvolumen nahm um 11 Prozent zu. Die Zahl der Flugbewegungen legte um 2 Prozent auf insgesamt 127'000 Starts und Landungen zu. Der Flughafen wertete das Passagierwachstum im Jahr 2000 um 5 Prozent – nach dem Vorjahresplus von 18 Prozent – als «übliche Wachstumsrate». Dass nicht noch mehr Passagiere ab Basel flogen, wurde in einer Mitteilung mit dem Wegfall der Linie nach Newark ?(USA) sowie je einer nach Amsterdam und London erklärt. Auf den regelmässigen Linienverkehr entfallen drei Viertel der Passagiere; hier lag das Wachstum genau im Schnitt von 5 Prozent. Der Anteil der Umsteigepassagiere – für die Basel weder Ursprung noch Ziel der Reise ist – wird auf 19 Prozent des Gesamtvolumens beziffert. Aus der Region kamen 938'000 Passagiere, 6 Prozent mehr als 1999. Nach einem Taucher von minus 2 Prozent im Vorjahr legte die Luftfracht nun um 11 Prozent auf 124'427 Tonnen zu. Der Flughafen nennt dies ein «gesundes Wachstum», wie es weiter hiess. Knapp drei Viertel davon entfielen auf Linien- und Charterfrachten, 27 Prozent auf Express- und Kurierdienste. Dass die Zahl der Flugbewegungen mit plus 2 Prozent weniger zulegte als jene der Passagiere und der Fracht, ist gemäss Flughafen unter anderem auf bessere Auslastung und grössere Flugzeuge zurückzuführen. Der Flughafen spricht von einer «Konsolidierung».
5.1.01
Der Aboverbund Gstaad-Saanenland «Carte Bleue» (Postauto und MOB) begrüssen neuzuziehende Einwohner in den Gemeinden Gsteig, Lauenen und Saanen mit einem 7-Tage-Schnupper-Abo zur freien Benützung des öffentlichen Verkehrs in der Region Gstaad – Saanenland. Der Umzug in eine neue Wohngemeinde bringt zahlreiche Veränderungen. Der Neubeginn ist auch Gelegenheit, alte Gewohnheiten abzulegen und beispielsweise von privaten auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Mit einem 7-Tage-Schnupper-Abo bietet der öffentliche Verkehr in der Region Gstaad-Saanenland allen Neuzuzügern die Gelegenheit, das Angebot kostenlos zu testen. Bei der Wohnsitzanmeldung auf den Gemeindeverwaltungen von Gsteig, Lauenen und Saanen erhalten alle neuen Mitbürger mit der Information über den öffentlichen Verkehr auch das Gratis-Schnupper-Abo. Nach der Einführung des Abo-Verbundes Carte Bleue im Oktober 1997 ist die Zahl der Abo-Inhaber stetig angestiegen. Heute profitieren bereits über 900 Schüler und Arbeitspendler über die vorteilhafte Carte Bleue. Diese umfasst neun Gültigkeitszonen zwischen Saanenmöser – Saanen – Gstaad – Gsteig, Gstaad – Turbach und Gstaad – Lauenen. Die Carte Bleue ist als Monats- oder Jahresabo erhältlich. Neuzuzüger, die ihr entwertetes Schnupperabo an das Postauto Regionalzentrum in Interlaken einschicken, können mit etwas Glück ein Carte Bleue- Monatsabo gewinnen.
9.1.01
Die Anhebung der beiden Eisenbahnbrücken beim Hafenbecken II in Basel-Kleinhüningen kostet 9,437 Millionen Franken. Der Kanton Basel-Stadt muss sich am Projekt jedoch nur mit 1,83 Millionen Franken beteiligen: 7,607 Millionen Franken übernimmt der Bund. Die Basler Regierung hat das Projekt für die Erneuerung und Anhebung der beiden Hafenbahnbrücken genehmigt und ans Parlament weitergeleitet. Die Brücken über den Zufahrtskanal bilden wegen ihrer niedrigen Durchfahrtshöhe ein Nadelöhr und verhindern die weitere Entwicklung rund um das Hafenbecken II, wie die Regierung mitteilte. Von grosser Wichtigkeit sei die Anhebung der Brücken innerhalb von zwei Jahren namentlich für den kombinierten Verkehr. Grundlage für die «ausgesprochen hohe Bundesbeteiligung» ist laut Regierung die Anerkennung der baselstädtischen Hafenbahn als Bahn von nationalem Interesse durch den Bund im Zuge der Bahnreform.
10.1.01
Auf dem Flughafen Heathrow bei London stirbt einer britischen Studie zufolge nahezu jeden Monat ein Passagier an den Folgen des so genannten Economy-Class-Syndroms. Laut einer veröffentlichten Untersuchung des Spitals Ashford, in dessen Einzugsbereich der grösste britische Flughafen liegt, starben in den vergangenen drei Jahren 30 Menschen nach der Landung in Heathrow an Lungenembolien. Diese Zahl sei nur die Spitze des Eisberges, erklärte Belstead weiter. Die meisten Fälle würden nicht sofort bekannt. Die Studie wurde im "Daily Telegraph" veröffentlicht. Die Embolien seien durch langes Sitzen in beengten Verhältnissen ausgelöst worden, sagte der Spezialist der Notaufnahme in Ashford, John Belstead. Der Mediziner schätzt, dass in Grossbritannien jährlich 15 bis 20 Personen durch zu langes Sitzen bei Langstreckenflügen ums Leben kämen. Belstead warnte, Thrombosen - Verstopfungen der Blutgefässe - könnten nicht nur bei Langstreckenflügen in der billigen und engen «Economy-Class» auftreten. Mehrere der Opfer seien in der Business- oder gar der Ersten Klasse geflogen. Auch bei langen Bus- oder Autofahrten könnten Thrombosen entstehen, sagte Belstead.
10.1.01
Der im kombinierten Güterverkehr tätige Operateur Hupac Intermodal SA hat im Jahr 2000 eine Verkehrssteigerung von 14,4 Prozent verzeichnet. Dennoch hat Hupac Sorgen: Aufgrund der Einführung der LSVA sei die Entwicklung für 2001 unsicher. Das international tätige Unternehmen mit Hauptsitz in Chiasso führt das positive Verkehrsresultat auf die günstige Konjunkturentwicklung zurück. Als stärkster Bereich mit einer Zuwachsrate von 18,8 Prozent habe sich der unbegleitete kombinierte Verkehr (UKV) auf den alpenquerenden Strecken erwiesen, teilte Hupac weiter mit. Der UKV im übrigen Europa nahm um 30,9 Prozent zu. Im UKV-Import und -Export verzeichnete Hupac ein Minus von 0,2 Prozent. Der Lastwagen-Verlad - die «Rollende Autobahn» - nahm um 3,5 Prozent zu. Letztes Jahr lag die Zuwachsrate hier noch bei 7,6 Prozent. Nicht nur die Auswirkungen der Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) seien schwer einzuschätzen, heisst es in der Mitteilung. Auch die Folgen der Strassenkontingente für 40-Tönner auf den kombinierten Verkehr seien vor allem für die Übergangszeit bis 2004 schwer zu beziffern. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat Hupac laut Mitteilung weiter in Rollmaterial investiert. Im Jahr 2000 wurden für den UKV 200 Taschenwagen und für den Lastwagen-Verlad 60 Niederflurwagen sowie 10 Schlafwagen bestellt. Sie sollen im Laufe dieses Jahres ausgeliefert werden. Hupac Intermodal SA ist ein Tochterunternehmen der Hupac SA, die ein europaweites Netzwerk für den Transport von Lastwagen-Lieferungen auf der Schiene betreibt und vermarktet. Zusammen mit weiteren neuen Unternehmen in der Schweiz, Italien, Deutschland und den Niederlanden bildet sie die Hupac-Gruppe. Informationen zum finanziellen Ergebnis des Geschäftsjahres 2000 will die Huopac SA erst an der Generalversammlung im kommenden Mai veröffentlichen.
11.1.01
Das Teilstück der Rhoneautobahn A9 von Leuk-Susten/West bis Steg/Gampel Ost im Wallis kann gebaut werden. Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bewilligte das Projekt. Die Walliser Regierung hatte bereits im Mai letzten Jahres grünes Licht für die Ausführung gegeben. Wie die Walliser Regierung mitteilte, wurde mit dem jetzigen Entscheid des Uveks der dritte von fünf Abschnitten der Oberwalliser Autobahn vom Bund gutgeheissen. Mit 11,5 Kilometern ist das neu bewilligte Teilstück das längste der künftigen A9 im Oberwallis. Die Baukosten werden auf 642 Millionen Franken geschätzt, der Baubeginn soll 2002 erfolgen. Gut 40 Prozent der Linienführung verläuft unterirdisch, durch Tunnels oder durch gedeckte Einschnitte. Die A9 im Oberwallis soll 2009 fertig sein.
11.1.01
70 Prozent für den Kanton, 30 Prozent für die Gemeinden: So will die St. Galler Regierung den LSVA-Anteil verteilen. Für 2001 wurden 7,2 Millionen Franken budgetiert. Später soll sich der LSVA-Anteil auf 13,4 bis rund 27 Millionen Franken erhöhen. Geregelt wird die Verteilung des Kantonsanteils aus der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) in einem Nachtragsgesetz zum Gesetz über die Strassenverkehrsabgaben. Dessen Entwurf überwies die Regierung an den Grossen Rat. Die Kantone sollen ihren LSVA-Anteil vorab für den Ausgleich ihrer ungedeckten Strassenkosten verwenden. Dazu gehören Strassenbau, -unterhalt und -betrieb und ungedeckte externe Kosten des Verkehrs, wie Unfall- und Lärmkosten sowie die Kosten für Gesundheits- und Gebäudeschäden. Der Kantonsanteil wird für die zusätzliche Finanzierung des Strassenunterhalts verwendet. Dadurch wird der allgemeine Strassenhaushalt entlastet. Die Gemeinden sind in der Verwendung ihres Anteils grundsätzlich frei. Die Aufteilung auf die politischen Gemeinden erfolgt zu zwei Dritteln nach der Bevölkerungszahl und zu einem Drittel nach den Strassenlasten. Die Stadt St. Gallen erhält beispielsweise 1,216 Millionen Franken. Den kleinsten Anteil bekommt die Gemeinde Rieden mit 1’911 Franken.
13.1.01
Die Rheinhäfen der beiden Basel haben ein positives Jahr 2000 erlebt. Der Güterumschlag stieg gegenüber 1999 um fast 15 Prozent. Ein neuer Rekordwert wurde im Containerverkehr erreicht. Die vier Rheinhäfen in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland schlugen im Jahr 2000 insgesamt 8'545'733 Tonnen Güter um, das sind 14,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Rheinschifffahrtsdirektion mitteilte. Im Containerverkehr nahm der Umschlag um 11,1 Prozent auf 74'188 TEU zu. 1999 war der Güterumschlag noch um 8,2 Prozent zurückgegangen. Dazu hatten langanhaltende Hochwasser im Frühsommer, aber auch ein eigentlicher Einbruch bei der Einfuhr von Heizöl beigetragen. Ein Plus im letzten Jahr konnte auch die internationale Passagierschifffahrt auf dem Rhein verzeichnen. Während der Saison 2000 beförderte sie 25’796 Personen von und nach Basel, was einer Zunahme um 13,0 Prozent entspricht. Der Bestand der schweizerischen Rheinflotte umfasste Ende 2000 unverändert 125 Schiffe. Allerdings nahm die Zahl der Güterschiffe um vier ab, während die Zahl der Passagierschiffe um vier zunahm.
16.1.01
Für 7,5 Millionen Franken sollen in Basel zwölf neue Niederflurbusse beschafft werden. Dies beantragt die Regierung vom Grossen Rat. Nötig seien die Fahrzeuge für Angebotsverbesserungen. Die Finanzierung sei mit Mehreinnahmen zum grossen Teil abgedeckt. Gekauft werden sollen sechs Gelenkbusse und sechs zweiachsige Busse. Acht bis neun der neuen Fahrzeuge könnten durch zusätzliche Einnahmen, beziehungsweise Abgeltungen und Beiträge finanziert werden. Zwei weitere ersetzen ältere Busse, damit auf den Linien 34 und 36 nur noch Niederflurbusse fahren. Ein Bus ist als Reserve vorgesehen. Laut Regierung hatten sich die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) 1999 und 2000 bei der Beschaffung von 32 Gelenk- und 2 zweiachsigen Bussen auf das «Allernotwendigste» beschränkt. Mit der Herstellerfirma seien damals jedoch «sehr günstige Konditionen» für Nachbestellungen vereinbart worden. Die Notwendigkeit der neuerlichen Bus-Beschaffung begründet die Basler Regierung mit verschiedenen Angebotsverbesserungen.
18.1.01
Die EU-Kommission empfiehlt europaweit die 0,5-Promille-Grenze für Autofahrer. In den Ländern der EU verlieren jährlich rund 10'000 Personen ihr Leben wegen Alkohol am Steuer. Die 0,5-Promille-Grenze ist auch in der Schweiz vorgesehen. Die Zahl der Verkehrsopfer wegen Alkohol sei in den letzten 20 Jahren gesunken, Alkohol am Steuer bleibe indes ein schweres Problem, hielt die EU-Kommission fest. Ein Viertel der jährlich 42'000 Toten auf den Strassen der Europäischen Union (EU) geht darauf zurück; 3’500 davon waren Opfer anderer alkoholisierter Fahrzeuglenker. Die EU-Kommission empfiehlt daher die Einführung des Grenzwerts von 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut in allen EU-Staaten. 0,2 Promille sollen als Limite für Lernfahrer, Autolenker mit weniger als zwei Jahren Fahrpraxis sowie Motorrad-, Lastwagen- und Busfahrer gelten. Zudem empfiehlt die Kommission verstärkte Kontrollen. Die Empfehlung ist nicht verpflichtend, wie ein Sprecher von EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio einräumte. Die EU-Kommission entschied sich indes für diesen Weg, nachdem ein erster Kommissionsvorschlag von 1988 vom Ministerrat unter Berufung auf das Subsidiaritätsprinzip nie angenommen worden war. Inzwischen haben jedoch etliche EU-Staaten die 0,5-Promille-Grenze auf nationaler Ebene eingeführt. Nur gerade Grossbritannien, Irland, Italien und Luxemburg erlauben noch 0,8 Promille. In Schweden liegt die Limite bei 0,2 Promille. Für 0,5 Promille hatte sich zudem 1998 auch das EU-Parlament ausgesprochen. Eine Senkung von 0,8 auf 0,5 Promille ist auch in der Schweiz geplant. Zuvor muss indes der Nationalrat noch die dazu nötige Revision des Strassenverkehrsgesetzes absegnen. Bereits zugestimmt hat der Ständerat. Erforderlich ist die Gesetzesänderung wegen der Atemluftkontrollen; die Festlegung der Promillegrenze allein kann vom Bundesrat auf Verordnungsebene vorgenommen werden.
18.1.01
Die Postautolinie von Altdorf ins Isenthal wird seit vielen Jahren von Busunternehmer Hans Gasser im Auftrag der Post betrieben. Mit dem eingesetzten Postauto werden pro Jahr über 60'000 Reisende vom und ins Isenthal befördert. Hans Gasser erreicht nächstens das Pensionierungsalter. Aus diesem Grund hat das Postauto Regionalzentrum Zentralschweiz den Auftrag auf den Fahrplanwechsel im Juni 2001 ausgeschrieben. Unter vier Offerteingebern hat die Auto AG Uri das Rennen gemacht. Sie wird, wie bereits im Schächental, die Strecke als Transportbeauftragter der Post befahren. Der Fahrplan und damit auch das Angebot für die Reisenden bleiben gleich.
18.1.01
Postauto Zentralschweiz erschliesst seit dem 3. Januar 2001 auch die Bürgenstock-Hotels. Die weltbekannte Anlage ist seit diesem Winter ganzjährig geöffnet. Postauto bietet im Auftrag des Kantons Nidwalden und der Bürgenstock-Hotels täglich 5 Hin- und Rückfahrten an. Der Versuchsbetrieb soll bis Ende 2002 dauern und bei guten Frequenzen dauerhaft eingeführt werden.
18.1.01
Die Gemeinde Samnaun hat den Ortsbusauftrag für die nächsten 10 Jahre an Postauto Graubünden vergeben. Das wirtschaftlich günstige Angebot, die Flexibilität der Offerte und die regionale Verankerung des Betreibers geben den Ausschlag für einen langjährigen Vertrag mit Postauto. Im Mai 1999 hatte die Gemeinde Samnaun den gesamten talinternen Orts- und Skibusbetrieb öffentlich ausgeschrieben. Postauto Graubünden offerierte verschiedene Varianten und testete den Einsatz verschiedenster Fahrzeugtypen.
18.1.01
Der Kanton Tessin will die Kosten für vier Postautolinien übernehmen, die sonst nach den Richtlinien des Eisenbahngesetzes (EBG) nicht mehr bedient würden. Das Engagement für die abgelegenen Gemeinden wird jährlich rund 440'000 Franken kosten. Bisher hat der Bund 70 Prozent an die Kosten bezahlt. Weil die fünfjährige Übergangsfrist nach Einführung des EBG bald abläuft, musste der Kanton entscheiden, was mit den gefährdeten Postauto-Linien passieren soll. Nach Willen des Staatsrates soll künftig der Kanton für die Kosten aufkommen. Gefährdet waren zwei Linien in Seitenästen des Maggiatales: Bignasco-S. Carlo im Bavonatal und Cerentino-Cimalmotto im Valle di Campo. Südlich des Ceneri war es die Verbindung Arogno-Pugerna sowie die Teilstücke ins hinterste Ende des Muggiotals, nach Scudellate.
18.1.01
Der Kanton Thurgau hat im vergangenen Jahr ein flächendeckendes Nachtbuskonzept öffentlich ausgeschrieben. Das Konzept sieht vor, ein Angebot zwischen 20 und 23 Uhr abends sicher zu stellen. Vier Offerten sind eingereicht worden. Bestellt wird nun bei Postauto Thurgau-Schaffhausen und der Bus Ostschweiz AG in Wil. Diese Kombi-Variante weist nach Aussage von Werner Müller vom Amt für den öffentlichen Verkehr des Kantons Thurgau das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Das Konzept basiert auf dem Einsatz der PubliCar-Kleinbusse. Damit konnte sich Postauto Thurgau-Schaffhausen den Löwenanteil des Auftrages sichern. Blindlings stürzt sich der Kanton Thurgau jedoch nicht in das «Nachtschwärmer-Abenteuer». Bereits mit der Einführung der PubliCar-Regionen Iselisberg und Sonnenberg wurden Nachtbus-Angebote erfolgreich eingeführt und die nötigen Erfahrungen gesammelt. Das neue Konzept wird per Fahrplanwechsel am 10. Juni 2001 eingeführt.
19.1.01
Der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA) zieht die Alarmglocke: Weil die Bundesbeiträge zur Aufhebung von Niveauübergängen jedes Jahr geringer geworden sind, sei die Verkehrssicherheit gefährdet. Der Bund müsse die Mittel wieder aufstocken. Von 65 Millionen Franken 1996 seien die Beiträge im Budget 2000 auf 12 Millionen zurückgegangen, heisst es in einer Mitteilung der LITRA. Kantone und Gemeinden seien damit nicht mehr in der Lage, die gefährlichen Niveauübergänge innert nützlicher Frist zu sanieren. Die bisherige Sanierung habe aber dazu beigetragen, Unfälle zu verhindern, heisst es weiter. Zudem werde mit der Trennung von privatem und öffentlichem Verkehr dieser flüssiger.
22.1.01
Der Grosse Rat des Kantons Schaffhausen hat mit 61 zu 0 Stimmen eine Motion von SP-Kantonsrat Bruno Loher erheblich erklärt, die eine Revision des Gesetzes über die Förderung des regionalen öffentlichen Verkehrs verlangt. Die Motion zielt darauf ab, dem Kanton mehr Geld für den Ausbau des öffentlichen Regionalverkehrs zur Verfügung zu stellen. Damit soll dann ein Tarifverbund aufgebaut werden, der auch die Zürcher S-Bahn mit einbezieht. Zudem soll ein Halbstundentakt der Züge zwischen Schaffhausen und Zürich eingerichtet werden. Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Lenherr hatte sich bereit erklärt, die Motion entgegen zu nehmen. Seit der Inkraftsetzung des neuen Eisenbahngesetzes sei die Regionalisierung des öffentlichen Verkehrs stark voran geschritten, meinte er. Um aber zukunftsgerichtet arbeiten zu können, reichten die heute zur Verfügung stehenden Mittel von maximal drei Millionen Franken nicht aus. Vor allem die Verkehrsanbindung Schaffhausens an Zürich sei erstrebenswert, aber teuer, so Lenherr. Er wies ausserdem darauf hin, dass die Förderung des öffentlichen Verkehrs eine Förderung des Individualverkehrs nicht ausschliesse.
22.1.01
Der Kanton Zürich soll zwischen Wettingen AG und Winterthur eine Autobahn als äussere Nordumfahrung planen. Der Zürcher Kantonsrat hat der Regierung ein dringliches Postulat der Bürgerlichen mit 90 zu 65 Stimmen überwiesen. Der Wirtschaftsraum Zürich könne trotz dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs vielerorts die Verkehrsbelastung nicht mehr bewältigen, begründete Hans Frei (SVP, Regensdorf) sein Postulat. Unter anderem litten die Gemeinden im Zürcher Unterland unter der Verkehrslawine. Frei fordert den Regierungsrat mit dem Postulat auf, die Idee einer äusseren Nordumfahrung als Ergänzung zum Nationalstrassennetz in den Verkehrsrichtplan aufzunehmen und zu prüfen. Es gehe darum, Wohngebiete vor den schädlichen Einwirkungen des Strassenverkehrs zu schützen. Die Idee stammt von Diplomanden der Abteilung für Bauingenieurwesen an der Zürcher Fachhochschule Winterthur. Laut Regierungsrat liege aber das zu erwartende Verkehrsaufkommen dieser Achse an der unteren Grenze einer «autobahnwürdigen» Verkehrsbelastung. Und da die Strecke zu weit vom Grossraum Zürich entfernt wäre, würde nur ein geringer Teil der Verkehrsteilnehmer davon profitieren. Die Regierung wies auch auf die fehlenden Finanzen hin.
22.1.01
Die meisten Eisenbahntunnels in der Schweiz weisen ein hohes Sicherheitsniveau auf. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Verkehr (BAV). Bei langen Tunnels wurden allerdings Mängel festgestellt - auch bei neueren. Anlass für die Untersuchung waren die Brände im Mont-Blanc- und im Tauern-Tunnel 1999. In der Folge wurden zunächst die Schweizer Strassentunnels und nun die Eisenbahntunnels auf ihre Sicherheit hin geprüft. Sofortmassnahmen seien nicht erforderlich, teilte das BAV am Montag mit. 84 Prozent oder 579 von 689 beurteilten Eisenbahntunnels wurden als sicherheitstechnisch «unproblematisch» eingestuft. Dabei handelt es sich vorwiegend um Tunnels von höchstens 300 Metern Länge. Gefährlicher sind die längeren Tunnels: Bei 84 grösstenteils zwischen 300 und 3’000 Meter langen Tunnels sollen zusätzliche Massnahmen geprüft werden, bei 26 weiteren erachtet das BAV Massnahmen als «gerechtfertigt». Zu den 26 betroffenen Tunnels gehören der Gotthard, der Simplon, der Furka-Basistunnel und der Lötschberg. Aber auch neue Tunnels wie der Vereina (Eröffnung 1999) und der Grauholz (Eröffnung 1995) sind auf der Liste zu finden. Des Weiteren wird die Jungfraubahn aufgeführt. Die Tunnellänge floss bei der Untersuchung bereits als relevante Grösse in die Bewertung der Sicherheit ein. Weiter wurden das Tunnelsystem, die Infrastruktur und Rettungsmöglichkeiten berücksichtigt. Vorgesehen sind nun sowohl Massnahmen zur Verhinderung von Schadensereignissen als auch solche zur Schadensbegrenzung im Unglücksfall. Zu ersteren gehört die Instandhaltung des Fahrweges im Tunnel, zu letzteren der Ausbau von Fluchtwegen, Beleuchtung und Markierung. Zudem sollen Reisende und Rettungsdienste besser informiert bzw. ausgebildet werden. Die betroffenen Bahnen wurden beauftragt, bis im September Massnahmenpakete auszuarbeiten. Da die Tunnels hinsichtlich der örtlichen Begebenheiten, des Rollmaterials sowie des Betriebs sehr verschieden seien, erachte das BAV die Vorgabe bestimmter Massnahmen als nicht sinnvoll, heisst es im Communiqué. Für die Massnahmen stünden zurzeit keine besonderen Finanzierungsmöglichkeiten offen. Es bleibe Aufgabe der Bahnunternehmen, diese in ihre Investitionsplanung zu integrieren. So stünden den SBB seit 1998 für die Verbesserung der Sicherheit in Tunnels ein Kredit von 45 Millionen Franken zur Verfügung.
22.1.01
Das erste Fahrzeug der neuen Tramgeneration «Cobra» verkehrt ab Juli in der Stadt Zürich. Es verfügt über sieben stufenlose Niederflur-Einstiege und soll ohne Quietschen um die Kurven fahren. Der Prototyp ist in den ADtranz-Werken in Pratteln BL vorgestellt worden. Ab Ende März wird er den Zürcher Verkehrsbetrieben (VBZ) für erste Fahrversuche geliefert, so VBZ-Direktor Thomas Portmann. Bis Ende November sollen alle sechs Cobra-Trams der Nullserie im Einsatz stehen. Wenn die Tests positiv verlaufen, wird gemäss Portmann Ende 2002 der Bau der ersten Folgeserie von elf Fahrzeugen freigegeben. Diese werden dann ab Mitte 2004 ausgeliefert. Bis 2010 soll jeden Monat ein Cobra-Tram in Zürich eintreffen, insgesamt 75. Die ersten 17 Niederflurtrams kosten je drei Millionen Franken, für die weiteren 58 Fahrzeuge sei ein Stückpreis von 3,4 Millionen Franken ausgehandelt worden, sagte der für die VBZ zuständige Zürcher Stadtrat Thomas Wagner. Die ersten sechs Fahrzeuge werden in Pratteln gebaut. Die nächsten 69 würden gemäss Vereinbarung ebenfalls in der Schweiz produziert. Über die Vergabe habe das Konsortium «Züri-Tram» noch nicht entschieden, sagte Alfred Ruckstuhl, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ADtranz Schweiz.
25.1.01
Der Zürcher Regierungsrat will den Güterverkehr per Bahn weiterhin fördern. Dafür beantragt er dem Kantonsrat für die Jahre 1999 bis 2003 einen Rahmenkredit von acht Millionen Franken. Der Antrag des Regierungsrats geht auf eine vom Kantonsparlament überwiesene Motion von Peter Stirnemann (SP, Zürich) zurück. Die Motion verlangte eine Fortsetzung des Rahmenkredits zur Förderung des Güterverkehrs mit der Bahn für weitere drei Jahre. Gemäss einer Medienmitteilung will der Regierungsrat weiterhin einen Rahmenkredit gewähren, weil das prognostizierte markante Wachstum des Güterverkehrs zusammen mit der Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) neue Chancen für den Bahngüterverkehr eröffne. Dessen Förderung erfolge vor allem aus umwelt- und energiepolitischen Gründen. Den ersten Rahmenkredit zur Förderung des Güterverkehrs per Bahn hatte der Kantonsrat vor zehn Jahren bewilligt. In den Jahren 1991-93 und 1994-98 wurden Rahmenkredite von 15,5 und 9 Millionen Franken genehmigt. Der jetzt beantragte Kredit von acht Millionen hat eine Laufzeit von vier Jahren mit Beginn rückwirkend auf 1999.
25.1.01
Die Eigenwirtschaftlichkeit der Schweizer Bahnen hat sich 1999 von 56,7 auf 59,0 Prozent verbessert. Werden die staatlichen Zuschüsse eingerechnet, betrug sie 92,1 Prozent - gegenüber 96,1 Prozent im Vorjahr. Die Anfang 1999 in eine AG umgewandelten SBB steigerten ihre Eigenwirtschaftlichkeit von 59,3 auf 62,5 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Die Privatbahnen dagegen konnten ihren Aufwand nur mehr zu 44,8 Prozent selber decken, nachdem es 1998 noch 46,2 Prozent gewesen waren. Anders sieht es aus, wenn die Abgeltungen für unrentable Pflichtleistungen und die Infrastrukturbeiträge der öffentlichen Hand eingerechnet werden: Hier verringerte sich der Eigenwirtschaftlichkeitsgrad der SBB von 97,9 auf 92,9 Prozent, während jener der Konzessionierten mit 88,6 Prozent unverändert blieb. Den SBB wurden 1999 in Form von Abgeltungen und Leistungen an die Infrastruktur nur noch 1’956,0 Millionen Franken ausgerichtet, das heisst 587,3 Millionen oder 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Privatbahnen ihrerseits erhielten um 4,8 Prozent erhöhte Abgeltungen von 697 Millionen. Der Gesamtaufwand der Bahnen betrug im Berichtsjahr 8’028,7 Millionen Franken. Bei den SBB nahm er um 2,3 Prozent auf 6’440,5 Millionen ab, wobei fast die Hälfte auf die Personalkosten entfiel. Die Privatbahnen meldeten einen um 1,2 Prozent erhöhten Gesamtaufwand von 1’588,2 Millionen. Der Bruttoertrag erreichte 7’391,7 Millionen Franken. Bei den SBB ging er um 7,2 Prozent auf 5’984,0 Millionen zurück, bei den Konzessionierten nahm er um 1,3 Prozent auf 1’407,7 Millionen zu. Im Personenverkehr konnten SBB wie Privatbahnen den Ertrag verbessern. Im Güterverkehr gelang dies nur den SBB, während die andern Bahnen einen Rückschlag erlitten.
25.1.01
Fliegen wird teurer. Die Flugpassagiere müssen am Flughafen Zürich-Kloten neu einen Lärmzuschlag bezahlen. Die Passagiertaxe beträgt neu 23 Franken. Für Nachtflüge wird eine Lenkungsgebühr eingeführt. Der Zürcher Regierungsrat hat auf Antrag der Flughafen Zürich AG die Änderung der Flughafentaxordnung gutgeheissen, wie dieser mitteilte. In einem ersten Schritt werden auf den 1. April die Passagiergebühren um 4 Franken auf 19.50 Franken pro Lokalpassagier beziehungsweise auf 11 Franken pro Transitpassagier erhöht. Neu kommt dazu ein Lärmzuschlag von 3.50 Franken pro Passagier. Ab 1. April 2002 betragen die Passagiergebühren 21 Franken beziehungsweise 12 Franken (ohne Lärmgebühr). Die Anpassungen der Passagiergebühren seien bereits mit der Vorlage über die 5. Ausbauetappe für deren Realisierung in Aussicht gestellt worden, heisst es weiter. Mit der neuen Lärmgebühr im Zusammenhang mit den Flughafen-Lärmemissionen werden die Kosten für Schallschutzmassnahmen und für formelle Enteignungen refinanziert. Die neuen Lenkungsgebühren für Nachtflüge ab 1. Juni bewegen sich je nach Flugzeugklasse sowie Start- oder Landezeit zwischen 50 Franken und 9'000 Franken.
26.1.01
Die SRG SSR idée suisse und der Touring Club Schweiz (TCS) wandeln die gemeinsam betriebene Nationale Verkehrsinformationszentrale (VIZ) in eine AG um. Mehrheitsaktionär wird die SRG, der TCS ist erster Minderheitsaktionär. Die Beteiligung weiterer Partner sei vorgesehen, teilten die beiden Unternehmen mit. Die neue VIZ AG nimmt ihren Betrieb Mitte 2001 in Biel auf. Den am bisherigen Sitz in Genf tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen TCS-intern und in Biel Arbeitsplätze angeboten werden. Die Verkehrsinformationen würden qualitativ verbessert und in Richtung öffentlicher Verkehr ausgebaut, heisst es weiter. Die VIZ AG werde als multimediale Verkehrsinformationsagentur konzipiert. Sie arbeite weiterhin eng mit den kantonalen Polizeikommandos, dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) sowie den SBB zusammen.
27.1.01
Ab sofort muss in Basel der Schwerpunkt von Planung und Investitionen beim öffentlichen Verkehr liegen: Dies fordert die Gesamtverkehrskommission (GVK) des Grossen Rates. Sie verlangt auch ein neues Gesetz zur Förderung des öffentlichen Verkehrs. Die GVK nahm in einem publizierten Bericht Stellung zur Weiterführung des Ausbauprogramms für den regionalen öV 1999-2008. Die 1958 eingeführte ständige Kommission folgt Grundsätzen, welche das Parlament 1984 festgelegt hat. Demnach ist als Ausgleich zum Nordtangentenbau der regionale öV auszubauen. Das erste Ausbauprogramm von 1986 ist teils realisiert, teils in Realisierung begriffen. Auf dem Tisch sind nun neue Vorschläge für den Weiterausbau. Ziel ist laut GVK, einen weiteren Sprung in der Qualität des öV-Gesamtsystems zu ermöglichen. Neue Projekte müssten netzweit nützen und die Wirtschaftlichkeit insgesamt verbessern. Das von der Regierung vorgelegte Ausbauprogramm enthalte die richtigen Zielsetzungen. Die GVK hält als übergeordnete Vorgabe fest, dass angesichts der Investitionen für den motorisierten Individualverkehr beim Bau der Nordtangente jetzt beim öV ein «erheblicher Nachholbedarf» bestehe. Das Gesamtsystem öV sei ein «service public», das «nie wie ein Betrieb in der Privatwirtschaft funktionieren» könne. Die Politik müsse die Zügel in der Hand behalten. Gemäss neuerem Bundesrecht müssen die Kantone heute Leistungen bestellen. Nötig sei nun eine organisatorische Stärkung des öV mit einem neuen Förder-Gesetz.
29.1.01
Familien haben im internationalen Bahnverkehr zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich künftig bessere Karten. Ab dem 1. April können Eltern oder Grosseltern ihre Kinder bzw. Enkel bis und mit 17 Jahre kostenlos mitnehmen, wenn die Bahnreise über die Grenze führt. Mit diesem familienfreundlichen Spezialangebot setzen die drei beteiligten Bahnen DB, SBB und ÖBB ihre im vergangenen Juli geschlossene «TEE Rail Alliance» erstmals in ein konkretes Angebot um.
29.1.01
Mit der gegenwärtigen Verkehrspolitik wird keine nachhaltige Entwicklung erreicht. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm «Verkehr und Umwelt». Die Experten ziehen nach vier Jahren Forschung Bilanz und fordern Massnahmen. Um trotz der wachsenden Mobilität die massive Zunahme von Staus und Umweltschäden zu verhindern, sind umfangreiche Massnahmen nötig. Handlungsbedarf bestehe vor allem im Luft- und im Freizeitverkehr, sagten die Verantwortlichen vor den Medien in Bern. Der Freizeitverkehr macht demnach rund 60 Prozent der gefahrenen Kilometer aus, und der Luftverkehr ist für 13 Prozent der Klimabelastungen in der Schweiz und bis im Jahr 2020 für rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die ungedeckten Kosten des Verkehrs betragen jährlich rund 10 Milliarden Franken. Die Synthese des Forschungsprogramms zeige, dass weder marktwirtschaftliche noch technische oder bewusstseinsbildende Massnahmen allein ausreichten, um dem rapiden Wachstum zu begegnen, hiess es weiter. In Sachen Mobilität müssten auch die Werthaltungen in Frage gestellt werden. Empfohlen werden unter anderem ein umfassender Service Public mit öffentlichen Verkehrsmitteln und gute Informationen über die Angebote. Auch die kombinierte Mobilität mit Car-Sharing habe noch ein grosses Kundenpotenzial. Weiter sollen umweltfreundlichere Fahrzeuge konsequent gefördert werden. Der Weg übers Portemonnaie sei zwar nicht ausreichend, aber nötig: Die ungedeckten Kosten des Verkehrs durch Unfälle und Umweltschäden müssten von den Verursachern finanziert werden. Vom Staat werden Anreize und Rahmenbedingungen für einen wirksamen Wettbewerb gefordert. Der Flugverkehr dürfe nicht länger von Steuern befreit und in Klimakonzepten ausgeklammert werden. Grosses Gewicht wird auch auf die Abstimmung von Raumordnung und Verkehr gelegt: Bei der Planung von Siedlungen und Arbeitsplätzen soll auf kurze Wege und direkte Verbindungen geachtet werden. Des Weiteren soll die Schweiz international aktiver auftreten und europäische Trends berücksichtigen.
29.1.01
Frankreich und Italien haben sich auf den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn auf der Alpen-Strecke zwischen Lyon und Turin geeinigt. Die 280 Kilometer lange Strecke mit 46 Tunnelbauten solle bis zum Jahr 2015 fertig gestellt werden. Beim Gipfeltreffen zwischen dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem italienischen Ministerpräsidenten Giuliano Amato in Turin waren sich beide Seiten nach Angaben von Chiracs Sprecherin einig, das Mammutprojekt im Alpentransit zu verwirklichen. Für den Bau der neuen Bahnstrecke sind Kosten von 70 Milliarden Francs (17,5 Milliarden Franken) veranschlagt. Der längste Einzeltunnel soll 52 Kilometer lang werden. Die Fahrtzeit zwischen Lyon und Turin soll dann nur noch 95 Minuten dauern; derzeit sind es vier Stunden. Die neue Bahnverbindung soll aber vor allem für den Gütertransport genutzt werden. Von den 300 Zügen, die nach heutigen Planungen pro Tag auf der Strecke verkehren können, werden 250 ausschliesslich Güter transportieren.
30.1.01
Der internationale Strassentransportverband IRU wehrt sich gegen eine anhaltende Ausrichtung der Verkehrspolitik in der Europäischen Union (EU) auf die Schiene. Dies würde nötige Investitionen in die Strasse gefährden, fürchtet der Verband. Die IRU (International Road Transport Union) nahm in Brüssel Stellung zu einem angekündigten Weissbuch der EU-Kommission zur Verkehrspolitik. Dieses wird erst für März erwartet. Laut Sören Rasmussen, EU-Delegierter der IRU, dürfte darin aber - wie in früheren - Dokumenten die Schiene als Lösung der Probleme bezeichnet werden. Dies wäre aber nicht wahr, sagte Rasmussen vor den Medien. Die Schiene sei komplementär zur Strasse und könne die Verkehrszunahme der Zukunft nicht bewältigen. Der Strassentransport dagegen hat laut IRU seine Umweltverträglichkeit in den letzten Jahren stark verbessert und bringe zudem am meisten Gesamtnutzen für die Gesellschaft. Zwar geht auch die IRU davon aus, dass trotz Reduktion von Schadstoffemissionen und Lärm der für den Treibhauseffekt ursächliche Kohlendioxidausstoss weiter ansteigen wird. Zudem räumte Rasmussen ein, dass das Volk in der Schweiz, das sich direkt zur Verkehrspolitik äussern kann, für die Schiene votiert. Der Verband fordert jedoch politische Anreize für den Einsatz neuer umweltfreundlicher Techniken im Strassentransport. Zudem will er Investitionen in die Strasseninfrastruktur, die dem gegenüber der Schiene grösseren Marktanteil entsprechen. Die IRU vereinigt 160 Verbände auf allen Kontinenten und hat ihr Generalsekretariat in Genf.
30.1.01
Die Forderungen, Strassenstücke zu Autobahnen aufzuwerten, häufen sich. Die Verkehrskommission des Nationalrates (KVF) verlangt deshalb vom Bundesrat bis 2002 mit einer Motion eine Gesamtsicht. Mit 11 zu 7 Stimmen lehnte die KVF eine Initiative von Hansruedi Wandfluh (SVP/BE) ab, die Kantonsstrasse durch das Kandertal bis zum NEAT-Eingang ins Autobahnnetz aufzunehmen. Mit 13 zu 7 Stimmen verworfen wurde eine Initiative von Rolf Hegetschweiler (FDP/ZH), Zufahrten zum Flughafen Kloten zu Nationalstrassen zu erklären. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, sind gegenwärtig zehn Vorstösse zur Umklassierung und damit Finanzierung von Autobahn-Teilstücken bei Parlament und Bundesrat hängig. Im letzten Herbst hatte das Parlament der Umklassierung der Prättigauerstrasse zu einer Autobahn zugestimmt.
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