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Januar 2007

2.1.07
Der Internationale Flughafen Genf hat 2006 seinen Passagierrekord ein weiteres Mal gebrochen. Er wuchs um 5,9 Prozent auf 9,963 Millionen Passagiere. Das Wachstum wurde grösstenteils durch besser ausgelastete Maschinen realisiert. Die Zahl der Flugbewegungen wuchs lediglich um 0,9 Prozent, wie der Flughafen mitteilte. Im internationalen Vergleich verzeichneten die Flughäfen ein Plus von 5,0 Prozent beim Passagieraufkommen. Seit mehreren Jahren wächst der Flughafen Genf auch stärker als das europäische Mittel.

4.1.07
Die Basler Nachbargemeinden im Elsass wollen nur die Tramlinie 3 und nicht auch die Linie 11 von Basel nach Saint-Louis verlängern. Offen ist, ob die Zeit noch reicht, um von bereits freigegebenen Bundesgeldern zu profitieren. Zwischen Basel-Stadt und dem Verband Communauté de Communes des Trois Frontières finden Gespräche über die Verlängerung der beiden Tramlinien schon länger statt. Der Verband spreche sich nun für die Linie 3 aus, bestätigte Roland Igersheim, Verbandspräsident und Maire von Häsingen, Angaben der «Basler Zeitung» zufolge. Verlängert werden solle die Linie 3 von der Landesgrenze bei Burgfelden bis hinter den Bahnhof von Saint-Louis. Jene der Linie 11 vom Grenzübergang Lysbüchel zum Bahnhof Saint-Louis sei für den Gemeindeverband eine «Möglichkeit für später», solle jedoch derzeit nicht weiter verfolgt werden. Grund für die Verlängerung nur einer Linie sind laut Igersheim die Kosten. Dass es zudem der «Dreier» sein soll, gehe auf den Wunsch der Stadt Saint-Louis zurück: Diese habe die Rue de Bâle, durch die eine verlängerte Linie 11 führen würde, erneuert und wolle sie nicht schon wieder aufreissen. Als «sehr ehrgeizig» wird allgemein bestätigt, mit dem Bau der verlängerten Linie 3 nach Saint-Louis vor Ende 2008 zu beginnen. Bei der Linie nach Weil sei dies dagegen «anspruchsvoll, aber möglich». Ein Baubeginn vor Ende 2008 ist aber Bedingung für bereits freigegebene Beiträge des Bundes aus dem Infrastrukturfonds. Für die drei Verlängerungsvorhaben zusammen hat der Bund 39,5 Millionen Franken respektive Beiträge bis zur Hälfte der Baukosten bereitgestellt. Wird der Bautermin verpasst, müssten neue Gelder beantragt werden, deren Höhe aber offen wäre.

5.1.07
Schweizerinnen und Schweizer reisen immer weiter, ihr eigenes Land kennen viele jedoch nur vom Hörensagen. Dies geht aus einer repräsentativen Studie hervor. Wer häufig Tagesausflüge unternimmt, weiss zudem mehr über die Schweiz als andere. Die Befragten erkannten zwar durchschnittlich 55 Prozent der 12 ihnen präsentierten Sehenswürdigkeiten. Die meisten haben sie jedoch noch nie besucht, wie die Umfrage des LINK Instituts im Auftrag der SBB und von Schweiz Tourismus ergab. Als die Sehenswürdigkeit schlechthin gilt der Rheinfall, den 91 Prozent der Befragten erkannten. Die meisten von ihnen haben sich das Naturspektakel auch schon einmal vor Ort angesehen. Ebenso kennen neun von zehn der Befragten das Jungfraujoch. Fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer sowie der sprachassimilierten Ausländer hat es jedoch noch nie besucht. Und nur gerade ein Viertel war in den letzten fünf Jahren dort. Auch das Wahrzeichen der Zentralschweiz, der Pilatus, wurde von 82 Prozent der Befragten erkannt, jedoch nicht einmal jeder zweite war schon einmal auf dessen Gipfel. Andere spektakuläre Sehenswürdigkeiten kennt nicht einmal die Hälfte der Schweizer. So den Creux-du-Van im Neuenburger Jura, der nur von 41 Prozent der Befragten erkannt wurde. Nur ein Viertel von ihnen war schon dort. Kaum bekannt sind die Wasserfallen bei Reigoldswil BL (19 Prozent) und die Asphaltminen Travers NE (11 Prozent). Für Tagesausflüge steht bei den Befragten die Zentralschweiz an oberster Stelle der Beliebtheitsskala (1,6 pro Jahr). Dahinter folgen das Wallis (1,3), das Mittelland (1,2), die Ostschweiz (1,2) und Zürich (1,1). Entsprechend sind den Schweizerinnen und Schweizern Regionen, Landschaften, historische Orte und Sehenswürdigkeiten der Zentralschweiz am stärksten im Gedächtnis. Am seltensten erinnern sie sich an Aspekte aus der Region Basel. Besonders sympathisch sind den Schweizern die Kantone Tessin und Graubünden. Dahinter folgen das Wallis sowie Bern und Luzern. Die Umfrage zeigt zudem, dass Tagesausflügler ihr Land wesentlich besser kennen als andere: Wer im Jahr mehr als elf Tagesausflüge unternimmt, wusste bei Allgemeinfragen signifikant mehr über die Schweiz. Auch bei der Abfrage der Bekanntheit von 12 Sehenswürdigkeiten gaben die häufigen Tagesausflügler besonders oft richtige Antworten. Das LINK Institut befragte 1'509 sprachassimilierte Personen zwischen 15 und 74 Jahren, die mindestens einmal wöchentlich zu privaten Zwecken das Internet nutzen. Die Umfrage wurde zwischen dem 17. und 27. November 2006 in allen Landesteilen durchgeführt.

5.1.07
Der öffentliche Verkehr im Aargau soll in den nächsten 10 Jahren weiter ausgebaut werden. Nach dem in die Vernehmlassung geschickten Mehrjahresprogramm steigen die Abgeltungen des Kantons bis zum Jahr 2017 um 33 Prozent. Die Ausrichtung des öffentlichen Verkehrs (öV) in den nächsten Jahren basiere auf der vom Grossen Rat genehmigten Gesamtverkehrsstrategie «mobilitätAARGAU», teilt der Regierungsrat mit. Die langfristige Planung der Verkehrsangebote und der Infrastruktur orientierte sich dabei an der Nachfrage und den Kundenbedürfnissen. Auf gut ausgelasteten Achsen soll das Angebot durch neue Infrastrukturen weiter ausgebaut werden. Ziel sei eine Nachfragesteigerung im öV, um so die Funktionsfähigkeit der bereits stark belasteten Strassen zu erhalten. Beim Fernverkehr stehen verbesserte Verbindungen nach Zürich im Halbstundentakt sowie direkte Züge aus dem Aargau via neuem Durchgangsbahnhof Zürich-Oerlikon nach Zürich Flughafen und in die Ostschweiz im Vordergrund. Angestrebt wird zudem ein Halbstundentakt in die Zentren Basel, Bern und Luzern. Von grosser Bedeutung sei die Koordination des Regional- und S-Bahnverkehrs mit dem nationalen Fernverkehr. Besondere Aufmerksamkeit zu schenken sei zudem den Verbindungen zwischen den Hochschulstandorten im Aargau und in den umliegenden Kantonen. Diese Verbindungen müssten im 30-Minuten-Takt angeboten werden. In einigen Regionen besteht Nachholbedarf beim Busverkehr. Auf wichtigen Hauptachsen sollen künftig schnelle Direktverbindungen eingeführt werden, um insbesondere im Pendlerverkehr attraktive Reisezeiten gegenüber dem Individualverkehr zu erreichen. Gemäss dem Mehrjahresprogramm bestellt der Kanton für das Fahrplanangebot 2007 Transportleistungen im Umfang von 150,7 Millionen Franken. An diesen Abgeltungen beteiligt sich der Bund mit 54,2 Millionen Franken. Mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs NFA sinkt der Bundesanteil für den Aargau von heute 57 auf rund 38 Prozent. Dies führe zu einer jährlichen Mehrbelastung von Kanton und Gemeinden von insgesamt gegen 20 Millionen Franken, heisst es im Bericht des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Durch die geplanten Verbesserungen steigen in den nächsten zehn Jahren die Ausgaben des Kantons für den öV um jährlich durchschnittlich 3,3 Prozent von 70,6 Millionen Franken im Jahre 2008 auf 94 Millionen Franken im Jahre 2017. Die Abgeltungen der Gemeinden steigen von 48,6 auf 64,9 Millionen Franken.

8.1.07
Die neu gegründete österreichische Fluggesellschaft Smartline wird ab 5. Februar zweimal am Tag von Altenrhein nach Düsseldorf-Mönchengladbach und zurück fliegen. Der Bund hatte zusätzliche Linienflüge erst letzte Woche bewilligt. Die Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) steht in Zusammenhang mit dem blockierten Konzessionsverfahren, welches das private Flugfeld Altenrhein zu einem Regionalflugplatz aufwerten soll. Regierung und Landtag des an die Schweiz grenzenden österreichischen Bundeslands Vorarlberg sind gegen eine Konzession. Die Airport Altenrhein AG (AAA) möchte gleichwohl zusätzliche Linienflüge anbieten. Das BAZL kam der AAA insofern entgegen, als es ihr bewilligte, jährlich 3'500 Starts und Landungen von Linien- und Chartermaschinen durchzuführen. Das entspreche etwa der Anzahl Flugbewegungen aus dem Jahr 2002, sagte AAA-Direktor René Schmid. Derzeit liegt die Zahl bei rund 2'500, weil heute nicht mehr so viele Maschinen auf der Linie Altenrhein- Wien fliegen.

9.1.07
Die Auslastung der «Rollenden Autobahn» (Rola) von Freiburg im Breisgau D nach Novara I ist im vergangenen Jahr von 84 auf 90 Prozent gestiegen. Die gestiegene Nachfrage ist vor allem auf international tätige Transportunternehmen zurückzuführen. Die Rola beförderte 2006 via Lötschberg- und Simplontunnel 80'864 Strassensendungen auf der Schiene, wie die RAlpin AG mitteilte. Dabei stieg die Auslastung der täglich 20 Züge für Lastwagen von 84 auf 90 Prozent. RAlpin zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, zumal im letzten Jahr die Reorganisation am neuen Sitz in Olten und eine Konsolidierung des Angebotes als Jahrsziele im Vordergrund standen. Die Rola-Kompositionen zwischen Süddeutschland und Norditalien gehören ab Juni 2007 zu den ersten Zügen, die durch den neuen Lötschberg-Basistunnel fahren werden. Der 34,6 Kilometer lange Tunnel führt von Frutigen im Berner Oberland nach Raron im Oberwallis. RAlpin beabsichtigt, in den kommenden Jahren die Verlagerungskapazitäten für Transporte von der Strasse auf die Schiene schrittweise auf jährlich 200'000 Lastwagen zu erhöhen.

9.1.07
Statt in den Klybeck-Hafen werden die Aktivitäten aus dem Basler Hafen St. Johann nach Kleinhünigen und Muttenz BL verlegt. Unter dem Strich kostet die Verlegung Basel-Stadt so 8,5 Millionen Franken mehr, lässt aber der Stadtentwicklung mehr Spielraum. Die von der Hafenverlegung vor allem betroffene Ultra Brag AG soll nun laut Wirtschaftsdepartementsvorsteher Ralph Lewin 36,7 Millionen als Pauschalentschädigung dafür bekommen, dass sie für den Novartis-Campus Platz macht und den Hafen St. Johann räumt. Mit dieser Pauschale fielen auch Zinsrisiken und Bauteuerung weg. Es sei sehr aufwändig, die Verlegung genau zu beziffern, sagte Lewin: Kosten, Grundstücke und Geld würden verrechnet. Für den Kanton beläuft sich der zusätzliche Finanzbedarf auf 17,6 Millionen. Dafür fallen ursprünglich geplante Ausgaben von 16,6 Millionen im ersten Vorschlag für einen Ersatzstandort am Klybeckquai weg. Novartis will den ans Werksgelände grenzenden Hafen St. Johann für 100 Millionen Franken kaufen und darauf seinen Campus zum Rhein hin erweitern. Die Neunutzung - mit Abgeltung alter Baurechtsverträge - soll den Kanton demnach neu 164,5 Millionen kosten. Im Grundsatz hat das der Grosse Rat 2006 abgesegnet.

10.1.07
Der Bundesrat hat der Museumsbahn SEHR eine Eisenbahninfrastruktur-Konzession erteilt für die Strecke Etzwilen TG- Ramsen SH. Die Museumsbahn plant, darauf einen Museumsbetrieb insbesondere mit Dampflokomotiven durchzuführen. Die sechs Kilometer lange Strecke ist ein Teil der früheren SBB-Linie von Etzwilen bis ins deutsche Singen. Diese wurde vom Bundesrat 2003 stillgelegt, nachdem der Personenverkehr bereits 1969 und der Güterverkehr 1996 eingestellt worden waren. Die SBB verkaufte die Eisenbahn-Infrastruktur dieser Strecke an die Stiftung Museumsbahn Stein am Rhein - Etzwilen- Hemishofen – Ramsen & Rielasingen - Singen SEHR & RS (SEHR). Die SEHR will später auch das auf deutschem Staatsgebiet gelegene Teilstück von der Landesgrenze bis Singen (Hohentwiel) wieder in Betrieb nehmen. Nachdem sich die Kantone Schaffhausen und Thurgau ebenso wie die SBB positiv zum Museumsbetrieb geäussert hatten, hat nun der Bundesrat der SEHR die Eisenbahninfrastruktur-Konzession für die Strecke erteilt. Auf die Auferlegung einer Betriebspflicht hat er verzichtet.

10.1.07
Der Bundesrat gibt grünes Licht für die geplante Genfer Tramlinie Cornavin- o­nex- Bernex. Auf der 6,5 Kilometer langen Strecke sollen Trams die heutigen Busse ersetzen, da diese an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Die bereits bestehende Eisenbahninfrastruktur-Konzession der Genfer Verkehrsbetriebe TPG ist von der Landesregierung auf die neue Tramlinie ausgedehnt worden. Diese ist Bestandteil der dringlichen und baureifen Projekte des neuen Infrastrukturfonds. Die geplante Tramlinie führt vom Genfer Hauptbahnhof Cornavin via Meyrin und das CERN in die westlichen Vororte o­nex und Bernex. Der Betrieb soll 2011 aufgenommen werden. Die neue Linie bindet ein Gebiet mit rund 42'000 Einwohnern und 44'000 Arbeitsplätzen ins Genfer Tramnetz ein.

10.1.07
Statt alleine zu Hause vor dem Computer, gemeinsam ab in den Schnee: Kinder und Jugendliche aus sechs Schweizer Städten können bis Ende Januar kostenlos mit dem «Weissen Bus» in Wintersportorte fahren und einen Nachmittag im Schnee erleben. Das Projekt wurde von der Cleven-Becker-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Skirennfahrer Bernhard Russi ins Leben gerufen. Ziel ist, die Kinder zu mehr Bewegung, Sport und Zusammensein zu animieren. Nach einer Pilotphase in Luzern wurde das Projekt in diesem Jahr auf die Städte Bern, Chur, Lausanne, Thun und Zürich ausgedehnt, wie die Stiftung in Kandersteg BE mitteilte. Noch bis Ende Januar fahren die Busse unter anderem in die Skigebiete Lenzerheide GR, Wiriehorn BE oder Sattel-Hochstuckli SZ. Jeweils am Mittwochmittag starten je zwei Postautos pro Stadt Richtung Skiregion. Pro Nachmittag und Skiregion können zwischen 80 und 90 Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren teilnehmen. Um möglichst viele Kinder zu berücksichtigen, ist die Teilnahme einmalig. Die Plätze werden per Losentscheid vergeben. Die Kinder werden im Bus verpflegt. Der Skinachmittag wird von ausgebildeten Instruktoren begleitet.

10.1.07
Die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr von 28 auf 41 Millionen Franken erhöht. Noch in diesem Jahr will man mit dem Bau des ersten von zwei Katamaranschiffen für je 300 Personen beginnen. Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent ist die SGV schon heute die führende Schifffahrtsunternehmung der Schweiz. Bis 2011 will sie auch die Nummer 1 in Schiffsgastronomie und Schiffstechnik werden. Dieses strategische Ziel gab die SGV an einer Medienkonferenz bekannt. Mit dem Umsatzsprung im vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine wichtige Voraussetzung dazu geschaffen. Vom gesamten Umsatz entfielen 11 Millionen Franken auf die Tavolago AG: Die SGV hatte auf Anfang 2006 die Schiffsgastronomie vom früheren Pächter übernommen und führt sie seither unter dem Namen Tavolago. Das Umsatzziel sei in allen Geschäftsbereichen übertroffen worden, sagte SGV-Direktor Stefan Schulthess. Bei der Schifffahrt stieg der Umsatz um 13 Prozent, bei der Gastronomie um 20 Prozent. Auch die Ertragslage habe die Erwartungen übertroffen. Die genauen Zahlen werden allerdings erst im Mai veröffentlicht. Die Frequenzen nahmen um 5 Prozent auf knapp 2,3 Millionen Passagiere zu. Mit rund 400 Mitarbeitenden in den Sommermonaten ist die SGV das grösste touristische Unternehmen der Zentralschweiz.

10.1.07
Der Basler Grosse Rat hat Weichen für eine Tramverlängerung nach Weil am Rhein (D) gestellt. Er hiess einen Planungskredit von 1,28 Millionen Franken gut. Nur die SVP stimmte dagegen. Der Beschluss ist ein Entgegenkommen an Weil. Wegen absehbar günstigeren Kosten korrigierte Ralph Lewin, Vorsteher des Wirtschafts- und Sozialdepartements, in der Debatte den Projektierungskredit für die erste Planungsphase auf Basler Boden von 1,07 Millionen auf 950'000 Franken. Dies wurde mit grossem Mehr gegen sieben SVP-Stimmen beschlossen. Die SVP hatte sich zuvor zwar für das Projekt ausgesprochen, aber die Betriebskosten als intransparent kritisiert; Basel-Stadt lege wohl zu Gunsten der deutschen Nachbarstadt Weil viel drauf. Ihr Rückweisungsantrag blitzte jedoch klar ab. Mehrere Voten mahnten, dass die in der kleinen Stadt Weil jetzt Unterstützung brauche, damit das Tramprojekt nicht schon am Anfang aus finanziellen Gründen stecken bleibt. So wurde der baselstädtische Beitrag an die Planungskosten auf Weiler Gebiet auch nicht gekürzt, sondern bei 330'000 Franken belassen. Nach dem Grossrats-Ja ist nun der Weiler Gemeinderat am Zug, der das Geschäft wohl im Februar berät. Die Zeit drängt, weil die zugesicherte Bundes-Mitfinanzierung von 39,5 Millionen Franken davon abhängt, dass mit dem Bau bis 2008 begonnen wird. Später wären die Beiträge in Bern neu zu beantragen und wieder offen.

10.1.07
Nach einem neuen Passagierrekord im vergangenen Jahr rechnen die Verantwortlichen des EuroAirports Basel-Mülhausen (EAP) auch für 2007 mit einem starken Wachstum: Im laufenden Jahr soll die Zahl der Passagiere um 8 Prozent auf 4,35 Millionen steigen. 2006 wurde auf dem binationalen Flughafen Basel-Mülhausen mit 4'020'296 Passagieren ein Plus von 21 Prozent verzeichnet, wie der EAP bekannt gab. Positiv entwickelte sich mit einer Zunahme um 14 Prozent auf 95'578 Tonnen auch der Frachtverkehr. Die Zahl der Starts und Landungen blieb dagegen mit 81’856 stabil. Besonders stark zulegen konnte der EAP erneut im Linienverkehr. Dort nahm die Zahl der Passagiere gegenüber 2005 um 27 Prozent auf 3'453’372 zu. Im Charterverkehr wurde dagegen ein Rückgang um 4 Prozent auf 556'274 Fluggäste verzeichnet.

10.1.07
Die EU-Kommission will mehr Klimaschutz und eine Beschneidung der Marktmacht grosser Energiekonzerne. Die in Brüssel präsentierte Strategie soll beim EU-Gipfel Anfang März beraten werden. Nachfolgend die wichtigsten Vorschläge. Die EU-Kommission macht sich für eine völlige Trennung von Energieerzeugung einerseits und Netz und Vertrieb andererseits stark. Dafür will sie eine Aufspaltung der grossen Energiekonzerne erreichen, was in Deutschland und Frankreich auf starken Widerstand stösst. Als Alternative schlägt die Kommission vor, dass grosse Konzerne ihre Netze zwar behalten, den Betrieb allerdings anderen Unternehmen überlassen. Die Kommission will den aus ihrer Sicht unzureichenden Wettbewerb auf EU-Ebene voranbringen. Dafür schlägt sie auch eine EU-Regulierungsbehörde vor. Alternativ soll mindestens ein Netzwerk der nationalen Regulierungsbehörden geschaffen werden. Zudem fordert die Kommission höhere Investitionen in Verbindungsstellen zwischen den EU-Staaten, damit Strom und Gas leichter über die nationalen Grenzen hinweg gehandelt werden kann. Bestehende Wettbewerbsprobleme will die Kommission zudem mit weiteren Verfahren gegen einzelne Unternehmen angehen. Die EU soll weltweit mit gutem Beispiel vorangehen und sich einseitig verpflichten, den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2020 um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. Dies soll dazu beitragen, die Erderwärmung auf zwei Prozent zu begrenzen. Falls es ein neues weltweites Klimaabkommen gibt, ist die EU auch zu einem Abbau der Treibhausgase um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 bereit. Die EU ist weltweit für 14 Prozent der Treibhausgase verantwortlich. Um ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit auch von Importen zu reduzieren, will die Kommission stärker auf erneuerbare Energien setzen. Bis 2020 soll ein Fünftel des EU-Energieverbrauchs aus erneuerbaren Kraftstoffen gewonnen werden, bei Sprit für Autos sollen es zehn Prozent sein. Bislang hat sich die EU ein Ziel von 12 Prozent für 2010 gesetzt, das sie aber wahrscheinlich verfehlen wird. Im Strassenverkehr werden derzeit 5,75 Prozent bis 2010 angestrebt.

11.1.07
Die Stadt Bern erhält ab Ende Januar ihre nächste Grossbaustelle: Nach dem juristischen Hickhack um die Baubewilligung wird der Bahnhofplatz für 80 Millionen Franken umgebaut. Er soll rechtzeitig für die EURO 08 fertig sein. Der Startschuss für die Bauarbeiten fällt am 29. Januar 2007 mit der Sanierung von zwei Tramwendeschleifen, die für die spätere Intensivbauphase notwendig sind, wie die Stadt Bern an einer Medienkonferenz bekannt gab. Die Intensivbauphase beginnt Mitte Mai, wenn der Platz rund ein Jahr lang für den motorisierten Verkehr gesperrt wird. Die Umfahrung erfolgt über die unterirdische Durchfahrt des Bahnhofparkings. Trams und Busse sollen bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 wieder normal verkehren können. Der rund 80 Meter lange Glasbaldachin, der künftig den neuen Trambahnhof überspannt, wird in der letzten Bauphase ab Dezember 2007 errichtet. Die Eröffnung des Platzes ist für Ende Mai 2008 geplant, rechtzeitig zum Beginn der EURO 08 am 7. Juni 2008.

11.1.07
Im Jahr 2006 hat der Flughafen Zürich 19,2 Millionen Passagiere verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 7,6 Prozent. Am meisten zur höheren Zahl beigetragen hat die Fluggesellschaft Swiss. Stark angestiegen ist namentlich der Anteil der Umsteigepassagiere. Wie die Flughafenbetreiberin Unique mitteilte, sind im 2006 6,1 Millionen Personen in Zürich umgestiegen. Dies entspricht einem Plus von 15,7 Prozent und einem Anteil am Gesamtpassagieraufkommen von fast 32 Prozent. Unique wertet die Zunahme der Transitpassagiere als weitere Stärkung des Hubs Zürich. Neun von zehn Umsteigepassagieren reisten mit der Swiss. Swiss war auch nach wie vor die Gesellschaft, die am meisten Passagiere mit Reisebeginn oder -ziel in Zürich transportierte. Insgesamt waren es 12,9 Millionen (+3,8 Prozent). Trotz grösserer Passagierzahl ist die Zahl der Flugbewegungen in Zürich-Kloten 2,5 Prozent unter jene von 2005 gesunken. Insgesamt gab es letztes Jahr 260'786 Starts und Landungen. Etwas mehr als die Hälfte der Flüge wurden von der Swiss durchgeführt. Zweitgrösste Fluggesellschaft war die Lufthansa mit einem Verkehrsanteil von 6,8 Prozent. Mit der Air Berlin, auf deren Konto 4,2 Prozent der Flüge ging, folgte auf dem dritten Platz bereits eine Billigfluglinie. Höher lag in Zürich-Kloten die durchschnittliche Sitzauslastung und die Zahl der Passagiere pro Flug. So waren jeweils 70 Prozent der Plätze der startenden oder landenden Flugzeuge besetzt. Im Vorjahr betrug die Auslastung noch 67 Prozent. Die Anzahl Passagiere pro Flug stieg im selben Zeitraum deutlich von 78 auf 87. Einbussen hinnehmen musste der Flughafen indes beim Frachtvolumen. So wurden trotz steigender Exporte im 2006 etwas mehr als 360'000 Tonnen Güter verladen, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht.

12.1.07
Aus einer «trostlosen Strassenkreuzung» am nördlichen Stadtrand von Bern will der Kanton einen «attraktiven Platz für alle» machen. Dies ist das Ziel der Umgestaltung des Berner Wankdorfplatzes für 80 Millionen Franken. Gleichzeitig soll die Tramlinie 9 bis zur S-Bahn-Haltestelle Wankdorf verlängert werden, wie das Amt für Information mitteilte. Es geht hier um viel, da der Wankdorfplatz das Herzstück des wichtigsten Entwicklungsschwerpunkts (ESP) im ganzen Kanton ist, wie es in der Meldung heisst. Schon heute arbeiten im Raum Wankdorf rund 20'000 Personen; bis ins Jahr 2010 sollen weitere 10'000 bis 15’000 dazukommen. Mit bereits heute täglich über 65'000 Fahrzeugen ist der Wankdorfplatz einer der am stärksten belasteten Verkehrsknoten im Kanton. Ohne Ausbau der Verkehrswege droht dem Wankdorfplatz und dem angrenzenden Quartier nach Überzeugung des Kantons «der Kollaps». Verkehrsdirektorin Barbara Egger betonte, das Problem werde ganzheitlich angegangen. Die Investitionen sollen dem Autoverkehr, dem öffentlichen Verkehr, dem Langsamverkehr und der Lebensqualität in Berns Norden zugute kommen. Wichtiges Element der Neugestaltung ist ein unterirdischer Kreisel, über den künftig ein Grossteil des motorisierten Verkehrs rollen soll. Auf dem Platz selber bestimmen dagegen Tram, Bus, Velos und Fussgänger das Geschehen. Die Gestaltung sei bewusst spartanisch und unterstreicht die Funktion als nördliches Eingangstor Berns. Der neu gestaltete Platz ermöglicht die Weiterführung der Tramlinie 9 vom Guisanplatz bis zur Station Wankdorf. Das Tram erschliesst unter anderem die grossen Sport- und Freizeitanlagen mit jährlich 1,2 Millionen Besuchern. Der Umbau des Autobahnanschlusses will erreichen, dass der Verkehr von Zürich in Richtung Ostermundigen/Worblental und umgekehrt den Wankdorfplatz nicht mehr belastet. Dafür wird am Schermenweg eine zusätzliche Autobahnein- und -ausfahrt gebaut. Der bestehende Anschluss an der Papiermühlestrasse bleibt erhalten. Das Konzept beuge dem Ausweichen des Verkehrs auf die Quartierstrassen vor. Es ermögliche zudem die bessere Bewältigung des Verkehrs bei Veranstaltungen in den Stadien, wird versprochen. Der Kredit von 80 Millionen Franken kommt im Herbst vor den Grossen Rat. Die Bauarbeiten werden unmittelbar nach der Euro 08 in Angriff genommen und sollen 2012 abgeschlossen sein. Der Bund zahlt laut Kanton die Hälfte der Gesamtkosten aus dem Infrastrukturfonds.

15.1.07
In der Schweiz sind auf vier von zehn Bahn- und Busstrecken alle Kurse rollstuhlgängig. Bei einem weiteren Drittel ist es ein Teil der Kurse, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitteilte. Als rollstuhlgängig gelten die Strecken meist, weil Fahrzeuge mit Niederflureinstiegen eingesetzt werden. Dies nützt laut BAV auch Gehbehinderten, Personen mit Kinderwagen und Reisenden mit schwerem Gepäck. Wo noch Probleme bestehen, lässt sich laut BAV-Sprecher Davide Demicheli nicht pauschal sagen. In den Städten würden aber eher Niederflurbusse eingesetzt, in den Bergen vorwiegend Hochflurbusse. Und bei der Bahn sei die Rollstuhlgängigkeit zum Beispiel überall dort gewährleistet, wo die neuen Flirt-Züge eingesetzt werden. Ab sofort können die rollstuhlgängigen Angebote aller Bus-, Tram- und Bahnlinien im Internet abgefragt werden. Die Angaben sind auf einer speziellen Seite unter www.fahrplanfelder.ch publiziert.

15.1.07
Bei einem unveränderten Angebot von 4,1 Millionen Fahrplan-Kilometern konnte die Anzahl beförderter Personen im Jahre 2006 wiederum gesteigert werden. Damit haben die Verkehrsbetriebe STI erstmals in ihrer Geschichte mehr als 12 Millionen Fahrgäste transportiert. Nachdem bereits im ersten Jahr nach der Einführung der Bahn 2000 eine Zunahme von 8 Prozent verzeichnet werden konnte, legten die Frequenzen im vergangenen Jahr erneut um 5 Prozent zu. Über die letzten fünf Jahre betrachtet konnte die Benützung der Busse um eindrückliche 25 Prozent gesteigert werden, was zirka 4'300 Pw-Fahrten pro Tag entspricht. Diese erfreulichen Zahlen belegen, dass ein besseres öV-Angebot geschätzt und auch benutzt wird.

16.1.07
Gemäss TCS-Erhebungen sank die Zahl der im Strassenverkehr tödlich Verunfallten im Jahr 2006 auf rund 370, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von zirka 9 Prozent entspricht. Hält dieser Trend weiter an, könne die von Via Sicura geforderte Absenkung auf 300 Unfalltote ohne Einführung drastischer Massnahmen erreicht werden, schreibt der TCS. Der Rückgang der Unfallopfer von 409 im Jahr 2005 auf 370 im Jahr 2006 bestätige einen europäischen Trend. So habe der Rückgang in Frankreich rund 12, in Spanien 9,5 und in Deutschland über 6 Prozent betragen. Nach Auffassung des TCS sei die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter: - Sicherheitsbewusstsein: Bei den Verkehrsteilnehmern ist eindeutig ein höheres Sicherheitsbewusstsein festzustellen. Nationale Kampagnen (Schulanfang, Gurtenkampagne, 0,5 Promille am Steuer) haben ihre positive Wirkung nicht verfehlt. - Fahrzeugsicherheit: Auf diesem Gebiet sind grosse Fortschritte erzielt worden. So verfügen heutzutage auch Kleinwagen serienmässig über elektronische Sicherheitssysteme wie ESP und ABS. Ausserdem sind auf den Schweizer Strassen immer weniger Fahrzeuge ohne Airbag anzutreffen. - Strasseninfrastruktur: Für den TCS trägt die Beseitigung von Unfallschwerpunkten zur Hebung der Verkehrssicherheit bei. Im letztjährigen TCS-EuroRAP-Strassentest wurden 76 der risikoreichsten Strassenabschnitte von nationaler Bedeutung untersucht. Der Test zeigte, dass noch grosser Handlungsbedarf bezüglich der Verbesserung der Schutzwirkung am Strassenrand besteht. Konkret kann dies unter anderem durch die Installation von Leitplanken und die Abtrennung von Bahnlinien, Wasserläufen und Felswänden erreicht werden. Die erfreuliche Entwicklung des Unfallgeschehens lasse sich nicht mit Einzelmassnahmen allein begründen. So seien in einigen Kantonen trotz Einführung der 0,5 Promille-Grenze die alkoholbedingten Unfälle wieder angestiegen, hält der TCS fest. Im Übrigen müsse man bis in das Jahr 1929 zurückgehen, um eine ähnlich tiefe Zahl von 370 Unfalltoten zu finden. Damals zirkulierten allerdings rund 25 Fahrzeuge pro 1'000 Einwohner auf den Schweizer Strassen, währenddessen heute rund 520 Fahrzeuge auf 1'000 Einwohner kommen.

16.1.07
Der Mitgliederschwund beim Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) geht weiter. 2006 verlor der Verband mehr als 5'600 Mitglieder, das sind 4,5 Prozent. Als Hauptgrund nennt der VCS den Ende 2005 eingestellten Verkauf von SBB-Billetten. Beim VCS waren Ende des vergangenen Jahres 120'063 Personen als Mitglieder eingeschrieben, wie es in einem Communiqué heisst. Im Verlauf des Jahres 2005 hatte der VCS sogar einen Mitgliederschwund von über 10'000 Personen hinnehmen müssen. Der Rückgang liege im erwarteten Rahmen, sagte VCS-Geschäftsleiter Peter Saxenhofer auf Anfrage. Der Hauptgrund sei, dass der Verband per Ende 2005 aus dem Bahnbillettverkauf aussteigen musste, weil die SBB die Verkaufskommission abschaffte. Kein sehr wichtiger Grund für Austritte sei die Debatte um das Verbandsbeschwerderecht. Viele Mitglieder verloren hätten nämlich nicht jene Sektionen, in denen der VCS mit Beschwerden gegen grosse Bauprojekte Schlagzeilen machte. Für die nächsten Jahre rechnet der VCS mit einer Stabilisierung der Mitgliederzahlen. Erfreulich fällt aber die Jahresrechnung 2006 aus. Der VCS werde einen Gewinn von «sicher mehr als 100'000 Franken» erwirtschaften, sagte Saxenhofer. Ermöglicht hätten dies die Reorganisationen und Restrukturierungen der letzten Jahre. Die Rechnung wird im Mai veröffentlicht.

23.1.07
In der Verkehrsrichtplan-Debatte des Zürcher Kantonsrats sind fast alle Anträge der Linken zur Gesamtverkehrsstrategie abgelehnt worden. Mit Stichentscheid des Präsidenten gutgeheissen wurde einzig der Antrag zum Road Pricing. Der von SP und Grünen geforderte Zusatz, der Regierungsrat habe zusammen mit Bundesämtern Verkehrssteuerungselemente wie die Einführung von Road Pricing zu entwickeln, wurde auch von EVP, CVP und Grünliberalen unterstützt. Dagegen votierten SVP und FDP. Beim Patt von 83 zu 83 Stimmen sprach sich Ratspräsident Hartmuth Attenhofer (SP) für das Road Pricing aus.

24.1.07
Der unabhängige Spezialist für Unternehmens-, Verkehrs- und Betriebsplanung SMA und Partner AG konnte 2006 seinen Umsatz um 18,5 Prozent auf fast 6,3 Millionen Franken steigern. Die sehr guten Aussichten für das kommende Jahr führten zur Neuausrichtung der Geschäftsleitung und Vergrösserung des Projektteams. Die hohen Umsatzsteigerungen sind unter anderem auf die gestiegene Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen in Deutschland, Frankreich und im Heimatmarkt zurückzuführen. Auch das Geschäftsfeld IT konnte durch kundenspezifische Softwarelösungen sein Geschäftsergebnis erhöhen.

24.1.07
Die SVP Bümpliz macht in Sachen Tram Bern West weiter Druck: Grossrat Thomas Fuchs (Bern) wird im Kantonsparlament verlangen, dass das Tramprojekt freiwillig dem Volk vorgelegt, oder auf die Umstellung der Buslinie 13 verzichtet wird. Sollten Regierung und Grosser Rat voraussichtlich im März beide Vorschläge ablehnen, werde die SVP Bümpliz erneut das Referendum gegen die Kreditvorlage ergreifen, heisst es in einer Mitteilung. Dieser Entscheid sei an der Vorstandssitzung vom Dienstagabend mit 10 zu 1 Stimmen erfolgt. Nachdem die Stimmberechtigten im Kanton das Tramprojekt erst vor zwei Jahren an der Urne abgelehnt hätten, sei es ein Gebot der Demokratie, wenn nun das Stimmvolk zum überarbeiteten Projekt erneut Stellung nehmen könne. Seit der Volksabstimmung, die aufgrund eines SVP-Referendums zustande kam, wurde das Projekt optimiert und die Kosten um über 20 Millionen Franken gesenkt. In einem zweiten Vorschlag fordert die SVP-Bümpliz, dass das Tram Bern West nur die Buslinie 14 ersetzt, nicht aber die Linie 13. Mit der Umstellung dieser Buslinie werde das Dorfzentrum Bümpliz «zerstört», der Rehhagwald abgeholzt, Vorgärten geopfert und der Dorfbrunnen müsse verschoben werden. Zudem wünsche eine «grosse Mehrheit» der Bümplizerinnen und Bümplizer, dass die Buslinie 13 beibehalten werde. Die Stadtberner Stimmberechtigten haben im letzten November mit über 70 Prozent Ja gesagt zum städtischen Beitrag von 26 Millionen an die Tramlinie. Bümpliz und Bethlehem lehnten jedoch mit 53 Prozent erneut ab.

24.1.07
Gewöhnliche Billette im öffentlichen Verkehr sollen auf den 9. Dezember hin um durchschnittlich 3,1 Prozent teurer werden. Der Preis für das Generalabonnement(GA) soll im Schnitt gar um 3,6 Prozent steigen. Dieser Vorschlag der Kommission Personenverkehr des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) geht bei den rund 250 Transportunternehmen des VöV in die Vernehmlassung, wie der Dachverband mitteilte. Äussern sich zwei Drittel von ihnen positiv, wird die Tariferhöhung umgesetzt. VöV-Sprecher Erich Wenzinger geht davon aus, dass sich eine Mehrheit für den Vorschlag finden wird. Bisher seien Tariferhöhungen von den Verbandsmitgliedern meistens angenommen worden, sagte er auf Anfrage. Die von der SBB vorgeschlagene Tariferhöhung begründet der VöV einerseits damit, dass die Teuerung seit der letzten Preiserhöhung im Dezember 2004 bis Dezember 2007 voraussichtlich rund 3,4 Prozent betragen werde. Ausserdem hätten die Transportunternehmen seit Dezember 2004 zahlreiche Angebotsverbesserungen umgesetzt. Die vorgeschlagenen Tariferhöhungen sollen allesamt 3 Prozent oder mehr betragen: Für gewöhnliche Billette, Mehrfahrtenkarten und Gruppenfahrausweise sollen die Preise durchschnittlich um 3,1 Prozent steigen. Das GA soll durchschnittlich 3,6 Prozent teurer werden. Die GA-Preise für Familien, Jugendliche und Behinderte sollen indes geringfügiger erhöht werden; das GA-Kind soll gleich teuer bleiben. Zudem sollen Streckenabonnemente um 3 Prozent teurer werden. Keine Preiserhöhungen sind beim Halbtax-Abonnement, beim Gleis 7 sowie bei den Junior- und Enkelkarten vorgesehen. Der Preis für die Tageskarte zum Halbtax-Abonnement steigt für die 1. Klasse von 90 auf 103 und für die 2. Klasse von 56 auf 64 Franken. Der Preisanstieg beträgt in beiden Fällen 14 Prozent. Die Tageskarte Gemeinde wird um 15 Prozent teurer (9'775 statt 8'500 Franken). Zudem soll neu eine so genannte 9-Uhr-Tageskarte eingeführt werden, die für die 1. Klasse 87 und für die 2. Klasse 54 Franken kostet. Diese ist von Montag bis Freitag ab 9 Uhr gültig; an Feiertagen und Wochenenden gibt es keine zeitliche Einschränkung. Marktanalysen hätten gezeigt, dass 50 Prozent der Reisenden mit einer Tageskarte ihre Reise erst nach 9 Uhr antreten würden, schreibt der VöV in seiner Mitteilung. Die Tageskarte zum Halbtax-Abonnement werde daher mit dem neuen Angebot für zahlreiche Nutzer des öffentlichen Verkehrs günstiger.

24.1.07
Eine Standesinitiative soll dem Wisenberg-Bahntunnel Liestal- Olten zum Durchbruch verhelfen: Der Basler Grosse Rat hat den von der Regierung dazu ausgearbeiteten Text abgesegnet. Im Landrat ist ein paralleler Vorstoss hängig. Der Bund müsse den Planungsstopp für die zweite Etappe des Projektes Bahn 2000 aufheben, der den Jura-Bahndurchstich blockiert, wird gefordert. Der Wisenbergtunnel müsse weiterhin Teil des Bundeskonzepts «Zukünftige Entwicklung der Bahnprojekte» (ZEB) sein. Auf der Nord-Süd-Achse drohten sonst gravierende Engpässe. Konkret sei die Bestimmung im Bundesgesetz über die Bahn 2000, wonach das SBB-Netz zwischen Olten und Muttenz mit einer neuen Linie erweitert wird, unverändert zu belassen und in die Botschaft des Bundesrats zur ZEB aufzunehmen. Vorgesehen ist eine gemeinsame Standesinitiative beider Basel, wenn auch der Landrat zustimmt.

26.1.07
Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG fordert Fördermassnahmen und Beiträge für Investitionen in neuste Fahrzeugflotten. Damit könnte das Transportgewerbe nicht nur die eingeleitete Modernisierung der Fahrzeuge zum Wohle der Umwelt gezielt fortsetzen, sondern auch allfällig entstehende Wettbewerbsnachteile gegenüber den Nachbarländern kompensieren. Auf Antrag des deutschen Verkehrsministeriums hat die EU-Kommission gestern ein Förderprogramm für den Kauf von schadstoffarmen Nutzfahrzeugen bewilligt. Das staatliche Finanzpaket sieht Darlehen und Direktzuschüsse vor und soll bereits Mitte 2007 anlaufen. Die EU-Kommission hat entschieden, dass Deutschland die Förderung von emissionsärmeren Fahrzeugen staatlich finanzieren darf. Gemäss Antrag des Verkehrsministeriums ist geplant, ein Investitionsprogramm in der Höhe von jährlich 100 Millionen Euro zu lancieren, das entweder zinsgünstige Darlehen oder Direktzuschüsse beinhaltet. Damit soll die Anschaffung von Nutzfahrzeugen mit einer besseren Abgasbilanz beschleunigt werden. Vorgesehen ist in Deutschland, die Unterstützungsgelder schon ab der zweiten Hälfte 2007 ausbezahlen. Zusätzlich wird die Motorfahrzeugsteuer (Kfz-Steuer) gesenkt. Aus Gründen der Gleichberechtigung im internationalen Wettbewerb und in der Absicht, die Umwelt möglichst wenig mit Verkehrsemissionen zu belasten, tritt der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG dafür ein, Zuschusszahlungen auch in der Schweiz zu prüfen und möglichst rasch zu bewilligen. Insbesondere im Nah- und im Binnenverkehr wäre ein staatliches Förderprogramm dringend und sinnvoll, da hier im Vergleich mit dem Überland- und dem internationalen Verkehr relativ kurze Distanzen gefahren und Investitionen daher nur schwer amortisiert werden können.

26.1.07
Die Pläne des Bundesrats, Steuererträge auf Flugtreibstoffen der Luftfahrt und nicht mehr dem Strassenverkehr zukommen zu lassen, stossen auf ungeteilte Zustimmung. Lediglich in Einzelpunkten gibt es Meinungsverschiedenheiten. Sowohl von den vier Bundesratsparteien als auch von den Exponenten des Luft- und Strassenverkehrs erntet der Bundesrat in der zu Ende gegangenen Vernehmlassung Lob. Der einmütige Tenor: Eine Verwendung der Erträge der Kerosinsteuer für die Luftfahrt ist sach- und verursachergerecht. Heute fliessen die Erträge aus der Kerosinsteuerung in die Bundeskasse (50 Prozent des Reinertrages) und in den Strassenverkehr (50 Prozent des Reinertrages sowie 100 Prozent des Treibstoffzuschlags). Nach Ansicht des Bundesrats ist so jedoch das Prinzip der Kostenwahrheit nicht gewahrt. Mit einer Änderung von Artikel 86 der Bundesverfassung (BV) schlägt der Bundesrat deshalb vor, dass zwar wie bisher die Hälfte des Reinertrages in die Bundeskasse fliessen soll. Das übrige Geld soll aber der Luftfahrt für den Umweltschutz, für Sicherheitsmassnahmen und für Schutzmassnahmen vor Terrorismus zukommen. Nach Abzug des Bundesanteils würden dadurch für die Luftfahrt rund 40 Millionen verbleiben. Daneben stellte der Bundesrat zwei weitere Varianten zur Diskussion: Gemäss dem einen Vorschlag würden sämtliche Gelder aus der Kerosinsteuer der Luftfahrt zugute kommen. Die andere Variante sieht vor, auch die Einnahmen aus der Autobahnvignette der Luftfahrt zukommen zu lassen. Wie die Landesregierung ziehen es jedoch auch die Bundesratsparteien vor, wenn die Hälfte des Reinertrags weiter in die Bundeskasse fliesst.

30.1.07
An der Autobahnvignette scheiden sich die Geister: Die SP will eine elektronische Kontrolle einführen («E-Vignette») und die Abgabe verdoppeln. Die SVP möchte die Vignette Schweizer Autofahrern faktisch gratis abgeben. FDP und CVP plädieren für das heutige System. Der Bundesrat möchte die Autobahnvignette neu in einem Bundesgesetz verankern, nicht bloss in einer Verordnung. Sie soll unverändert als Kleber für 40 Franken abgegeben werden. Um Missbräuche zu bekämpfen, wird die Busse für Lenker ohne gültige Vignette auf 200 Franken erhöht. In der Vernehmlassung werden diese Pläne aber von links und rechts zerzaust. Der Linken ist die Vignette zu billig: Die Abgabe müsse auf mindestens 80 Franken pro Jahr erhöht werden, schreibt die SP. Und für den VCS, an dessen Stellungnahme sich die Grüne Partei anschliesst, ist der heutige Satz «ein Tiefpreis-Angebot». Die übrigen Bundesratsparteien und der Strassenverkehrsverband «strasseschweiz» hingegen halten an der heutigen Klebe-Etikette fest. Die Autobahnvignette sei «eine einfache - wenn auch lästige - unbürokratische Gebühr», schreibt «strasseschweiz», dem 40 Verbände aus der Automobil- und Strassenwirtschaft angehören. Es gebe keinen Grund am System etwas zu ändern. Die «Strassenkasse» sei randvoll, weshalb eine Gebührenerhöhung nicht in Frage komme. Die «E-Vignette» gehe mit ihren Fix- oder gar Mobilkameras allzu stark in Richtung Überwachungs- und Kontrollstaat. Auch die FDP und die CVP begrüssen explizit, dass der Bund die «E-Vignette» nicht einführen will. Deren Einsetzung wäre zu kompliziert und bürokratisch. Die beiden Parteien sind mit dem heutigen System zufrieden. Ein ganz anderes Modell schwebt der SVP vor: Sie schlägt vor, die Vignettengebühr zu verdoppeln. Gleichzeitig soll der Betrag aber über die kantonalen Motorfahrzeugsteuern rückerstattet werden. In der Schweiz lebende Autofahrer würden so zum Nulltarif fahren.

30.1.07
In der Verkehrsrichtplan-Debatte im Zürcher Kantonsrat haben sich die Bürgerlichen in der Frage der Parkierungsanlagen durchgesetzt. Zudem wurde das umstrittene SBB-Projekt Gateway Limmattal im Richtplan eingetragen. Beim Gateway handelt es sich um einen Container-Umschlagplatz, den SBB Cargo in Dietikon neben dem bestehenden Rangierbahnhof realisieren will. Das Projekt stösst aber auf Widerstand, weil es mehr Verkehr und mehr Lärm bringt. Entsprechend kontrovers verlief die Debatte im Zürcher Kantonsrat. Die Verkehrsbelastung im Limmattal sei schon heute überdurchschnittlich gross, begründete Hanspeter Haug (SVP, Weiningen) seinen Minderheitsantrag. Der Minderheitsantrag wurde schliesslich mit 55 zu 91 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten SVP sowie Teile von CVP und Grünen. Ebenso keinen Erfolg hatten andere Minderheitsanträge, für die Erschliessung von publikumsintensiven Einrichtungen auf den öffentlichen Verkehr sowie den Velo- und Fussverkehr zu setzen. Die Anträge scheiterten mit 81 zu 86 respektive 73 zu 96 Stimmen.

30.1.07
Die SBB hat bei Bombardier Transportation Schweiz 140 Niederflurwagen bestellt. Der Auftrag hat einen Wert von 224 Millionen Franken. Allenfalls kommen noch weitere 48 Wagen hinzu, womit das Auftragsvolumen auf 293 Millionen Franken steigen würde. Eingesetzt werden sollen die neuen klimatisierten Niederflurwagen im Regionalverkehr in der Westschweiz, dem Glarnerland und dem Mittelland. Sie ersetzen die Einheitswagen I und II der Nahverkehrs-Pendelzüge (NPZ), wie Bombardier in einer Medienmitteilung schreibt. Für die Entwicklung der modernen Wagen sind vorwiegend die Bombardier-Standorte Zürich und Villeneuve verantwortlich. Die Auslieferung der Wagen dauert von Juli 2008 bis Juli 2012.

30.1.07
Jetzt beginnt beim Bund der Schuldenabbau. Mit 2,5 Milliarden Franken ist der Überschuss der Staatsrechnung 2006 noch höher ausgefallen als angekündigt. Dazu kommen ausserordentliche Einnahmen von 3,2 Milliarden aus dem Verkauf von Swisscom-Aktien. Bei Einnahmen von 54,9 Milliarden und Ausgaben von 52,4 Milliarden resultierte ein ordentlicher Überschuss von 2,5 Milliarden. Weil der Bund im Dezember weitere Swisscom-Aktien veräusserte, stehen für den Schuldenabbau zudem 1,1 Milliarden mehr zur Verfügung. Laut Bundesrat Merz ist das «äusserst positive Ergebnis» nicht nur den 5 Milliarden umfassenden Entlastungsprogrammen 03 und 04, der Aufgabenverzichtsplanung und der Ausgabendisziplin zu verdanken, sondern in erster Linie der guten Konjunktur. Dies zeigen die Einnahmen, die das Budget um 2,8 Milliarden und die Rechnung 2005 um 3,6 Milliarden übertrafen. Allein bei der Mehrwertsteuer lagen die Erträge mit 19 Milliarden um 533 Millionen über dem Budget und um 900 Millionen über der Rechnung des Vorjahres. Rund 2 Milliarden mehr als 2005 brachte mit 14 Milliarden die direkte Bundessteuer ein. Der flotte Gang der Börse liess auch die Stempelsteuer reichlicher fliessen. Während der Zinsendienst 11,6 Prozent mehr Mittel verschlang als 2005, legte die Soziale Wohlfahrt als grösstes Aufgabengebiet nur noch um 0,2 Prozent zu. Überdurchschnittlich um 2,8 Prozent stiegen die Ausgaben für die Bildung, nur um 0,6 Prozent jene für die Landwirtschaft. In allen andern Gebieten gingen sie real zurück. Dank dem hohen Überschuss und dem Aktienverkauf kann der Bund den Schuldenberg von 130 auf 125 Milliarden reduzieren. Das Ziel sei es, die Schulden über die nächsten Jahre stabil zu halten, sagte Merz. Dies sei nur mit ordentlichen Überschüssen möglich, denn in den Finanzplanjahren 2008 bis 2010 kämen ausserordentliche Belastungen auf den Bund zu. Beschlossene Sache sind laut Merz Belastungen von 5 Milliarden, darunter 2,6 Milliarden für den Verkehrs-Infrastrukturfonds, 1,4 Milliarden für die IV im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs und 900 Millionen für die Pensionskasse PUBLICA. Im Raum stünden zudem der Wunsch der SBB nach einer Rekapitalisierung ihrer Pensionskasse und Bestrebungen im Parlament, dem Bund die ganze Verzinsung der IV-Schuld zu überbürden.

30.1.07
Der Kanton Genf will den Flughafen Genf Cointrin stark ausbauen. Die Behörden wollen damit die Infrastruktur den stetig steigenden Passagierzahlen anpassen. Der Internationale Flughafen von Genf (AIG) zog im letzten Jahr mit 9,96 Millionen Fluggästen 2 Millionen Passagiere mehr an als noch 2003. Bis 2020 soll die Zahl der Fluggäste um über einen Drittel auf 13,48 Millionen steigen. Angesichts dieser Wachstumserwartungen sei der Ausbau dringlich, erklärte der zuständige Staatsrat François Longchamp vor den Medien. Nur so könne die Qualität des Flughafens gesichert werden, sagte der Volkswirtschaftsdirektor anlässlich der Präsentation des Flughafen-Richtplans 2007-2015. Mit dem Ausbau soll die Infrastruktur auch den neuen Gegebenheiten aus dem Schengen-Vertrag angepasst werden. Für 50 Prozent der Passagiere, die von Genf abfliegen oder dort landen, entfällt nämlich in Zukunft die Passkontrolle. Wichtigste Massnahme in dem von der Kantonsregierung abgesegneten Plan ist die Renovation und die Erweiterung des Hauptterminals «T1». Kostenpunkt: mehr als 60 Millionen Franken. Dank eines Neubaus soll es künftig mehr Check-in-Schalter geben. Zudem sollen mehr Ladengeschäfte und Restaurationsbetriebe im Terminal Platz finden. Geplant ist auch ein kleines Konferenzzentrum. Das Projekt «T1+» soll bis 2009 umgesetzt werden. Ab 2012 will der Kanton dann dem Terminal einen Ostflügel anbauen. Nicht in den Richtplan aufgenommen wurde der von der AIG-Direktion geplante Terminal für Billig-Airlines. Die Realisierung dieses Projekts hängt von Gerichtsentscheiden ab, welche die Air France mit Rekursen erzwingt. Da in Genf mangels Platz keine zweite Piste gebaut werden kann, will die Regierung und die AIG die Zahl der möglichen Flugbewegungen dank einer Reorganisation des Rollfeldes und der Pistenzu- und ausfahrten erhöhen. Diese Arbeiten sollen 2015 abgeschlossen sein und die Kapazität auf 15 Millionen Passagiere erhöhen.

31.1.07
Der Flughafen Bern-Belp hat 2006 mehr Passagiere verzeichnet als im Vorjahr. Insgesamt nutzten 117’757 den Flughafen. Damit hat die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 23,4 Prozent zugenommen. Die Zahl der Flugbewegungen hat sich um 1,3 Prozent auf 51'279 reduziert; sie liegt damit weiterhin auf tiefem Niveau, wie die Flughafenbetreiberin Alpar mitteilte. Gut ausgelastet seien insbesondere die derzeit laufenden Wintercharter- und Linienflüge aus England. Für die Sommersaison 2007 sind mit Valencia (Spanien) und Tabarka (Tunesien) zwei neue Charterdestinationen im Angebot.

31.1.07
Die Videoüberwachung von Bahnhöfen und öffentlichen Orten soll verbessert und einheitlich geregelt werden. Der Bundesrat hat der Schaffung einer Arbeitsgruppe zugestimmt, welche bis im September den Ist-Zustand erheben und Massnahmen vorschlagen soll. Als Sofortmassnahme beschloss die Landesregierung, dass die Aufbewahrungsfrist von SBB-Videobändern aus Zügen und Bahnhöfen verlängert werden soll. Es ist nun Sache der Arbeitsgruppe, dem Bundesrat eine neue Aufbewahrungszeit vorzuschlagen. Die aktuelle Frist von 24 Stunden scheine dem Bundesrat im internationalen Vergleich und angesichts der Erfahrungen als zu kurz bemessen, teilte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) mit. Ähnliches hatte Bundesrat Christoph Blocher bereits im August bei einem Ministertreffen in Vaduz festgestellt. Neben dem federführenden EJPD und dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), sollen auch Vertreter der Kantone und der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte in der Arbeitsgruppe mitarbeiten. Die geplante Verbesserung der Videoüberwachung geschieht laut EJPD vor dem Hintergrund der Bedrohung durch den weltweit tätigen Terrorismus. Unmittelbarer Auslöser waren die gescheiterten Bombenanschläge auf Bahnhöfe in Deutschland vom August letzten Jahres.

31.1.07
Nach dem Autoverlad durch den Simplontunnel hat es im letzten Jahr eine rege Nachfrage gegeben. Mit über 91’000 transportierten Autos lag die SBB über den Erwartungen. Nun wird der Stundentakt ins Auge gefasst. Im Vorjahr waren es noch 67'309 Autos gewesen. Die Vorgaben aus dem Geschäftsplan von 45'000 Fahrzeugen im Jahr 2005 und von 70'000 Autos 2006 seien damit deutlich übertroffen worden, teilte die Walliser Regierung mit. Rentabel soll der Betrieb des Simplon-Autoverlads ab 100'000 Autos sein. Zurzeit fährt der Zug werktags zehn Mal durch den Tunnel. Künftig könnte der Takt von 90 Minuten auf 60 Minuten erhöht werden. Der Autoverlad am Simplon war im Dezember 2004 nach 10 Jahren Unterbruch wieder aufgenommen worden. Finanziert wird das Angebot durch die SBB, den Kanton Wallis und Italien.

31.1.07
Die SBB muss dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) 1,75 Millionen Franken zahlen, weil die S-Bahn letztes Jahr das vereinbarte Qualitätsziel nicht erreicht hat. 2006 war das erste Jahr, in dem das neue Bonus-Malus-System wirksam war. Pünktlichkeit: 104 Punkte, Information im Störungsfall: 60 Punkte. Mit diesen Noten hat die SBB das mit dem ZVV vereinbarte Ziel verpasst, wie SBB und ZVV mitteilten. Für das Kriterium Pünktlichkeit waren 107 von einem erreichbaren Maximum von 132 Punkten gefordert, für Informationen im Störungsfall 74 Punkte. 2006 beförderte die S-Bahn durchschnittlich 330'000 Personen pro Tag. Massstab für die Punktevergabe in Sachen Information war eine Kundenbefragung. Keine Bewertung gab es für die Sauberkeit. Die Messart für dieses Kriterium wird überprüft und angepasst. Es habe sich gezeigt, dass die objektive Messung und das subjektive Empfinden zu weit auseinander lagen. SBB und ZVV haben letztes Jahr als schweizweiter Pilotversuch ein Bonus-Malus-System eingeführt. Dieses soll mithelfen, eine hohe Qualität des Bahnbetriebs zu gewährleisten. Der Versuch läuft seit Anfang 2006 bis Ende 2014. Der Malus von 1,75 Millionen Franken für 2006 macht laut Mitteilung 0,45 Prozent des Gesamtumsatzes der S-Bahn Zürich aus, welcher letztes Jahr bei 389 Millionen lag. Maximal kann ein Malus oder Bonus rund 4 Millionen Franken betragen.

31.1.07
Die Tramlinie 9 der Stadtberner Verkehrsbetriebe kann vom Guisanplatz bis zur S-Bahn-Station Wankdorf in der Nähe des Stade de Suisse verlängert werden. Gebaut wird das 1,1 Kilometer lange Teilstück allerdings erst nach der EURO 08. Der Bundesrat hat die Tramkonzession der Städtischen Verkehrsbetriebe Bern (SVB, Bernmobil) auf diesen Abschnitt ausgedehnt. Sie ist Teil der geplanten Neugestaltung des Wankdorfplatzes, die bis zum Jahr 2012 beendet sein soll. Die Bewilligung des Gesamtprojekts inklusive der Tramverlängerung erfolgt nach dem kantonalen Strassenplanverfahren. Das Projekt ist in die Dringlichkeitsliste des Infrastrukturfondsgesetzes (IFG) aufgenommen worden. Damit kann der Bund die Hälfte der auf 80 Millionen geschätzten Projektkosten übernehmen. Die restlichen Kosten entfallen hauptsächlich auf den Kanton und die Stadt Bern.

 

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