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6.1.10 Zehn Jahre nach dessen Eröffnung muss die SBB den Adlertunnel zwischen Liestal und Muttenz bereits sanieren. Für die Arbeiten, die Ende Oktober abgeschlossen werden sollen, wird mit Kosten von 16 Millionen Franken gerechnet. Nötig ist die Sanierung, weil sich bei der Einfahrt Muttenz des 5,3 Kilometer langen Tunnels die Innenschale des Bauwerks auf einer Länge von rund 40 Metern um bis zu 7 Zentimetern angehoben hat. Auslöser war quellfähiger Gipskeuper, der bei Tunnelbauten immer wieder zu Problemen führt. Nach Angaben der SBB muss der Adlertunnel für die Sanierung an vier Wochenenden vollständig gesperrt werden.
7.1.10 Nach dem Güterverkehr auf der Schiene hat die EU mit dem 3. EU-Bahnpaket auf anfangs Jahr auch den internationalen Personenverkehr liberalisiert. Sie erhofft sich von der Neuerung, die in der Schweiz erst später Einzug halten wird, mehr Qualität und für die Bahnreisenden attraktivere Preise. Neu könnte zum Beispiel die Deutsche Bahn (DB) im Alleingang Verbindungen zwischen deutschen und belgischen Städten oder die französische Staatsbahn (SNCF) solche zwischen französischen und italienischen Städten anbieten. Allerdings müssen sie über eine Zulassung und die notwendigen Sicherheitsbescheinigungen verfügen sowie weitere Konditionen erfüllen. Die Mitgliedstaaten, beziehungsweise die Netzbetreiber, können den Zugang zu Strecken beschränken. Als Begründung kann zum Beispiel die bereits bestehende Auslastung der Strecke in den Stosszeiten gelten. Zudem können die Länder auch Gebühren erheben, um die entstehenden Kosten im Zusammenhang mit öffentlichen Dienstleistungsaufträgen auszugleichen. Eine heiklere Änderung, nämlich die Liberalisierung der nationalen Strecken, wurde auf «unbestimmte Zeit» verschoben. Die Schweiz wird sich mit der neuen EU-Richtlinie befassen müssen. Die Schweiz ist im Moment erst dabei, die EU-Eisenbahnpakete 1 und 2 in Schweizer Recht zu überführen.
7.1.10 Der Lötschberg-Basistunnel erhält zweieinhalb Jahre nach seiner Eröffnung ein teilweise neues IT-System. Die Erneuerung soll den Betrieb vereinfachen und die Kosten reduzieren. Dafür hat die Tunnel-Betreiberin BLS einen Kredit von 24 Millionen Franken gesprochen. Erneuert werde die Steuerung der sogenannten Haustechnik. Dazu gehören unter anderem die Lüftung, Brandmeldung und Videoüberwachung. Auch das Steuerungssystem wird vereinfacht.
11.1.10 Erstmals ist im Arabischen Meer ein Schweizer Hochseeschiff von Piraten angegriffen und während rund sieben Stunden verfolgt worden. Der Besatzung der «Turicum» gelang es, die Attacke ohne fremde Hilfe abzuwehren. Beim Angriff sei niemand verletzt worden, sagte Michael Eichmann vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung. Die Piraten hätten den Frachter auf hoher See mit drei Booten angegriffen, wobei eines davon offenbar als sogenanntes «Mutterschiff» diente, von dem aus zwei Schnellboote den Angriff starteten. Dem Kapitän der «Turicum» sei es jedoch gelungen, die Piraten mit einem Zickzackkurs abzuwehren, der hohe Bugwellen verursachte und damit das Erklettern der Bordwand erschwerte. Die Besatzung habe das Frachtschiff zudem mit Stacheldraht verbarrikadiert und die Freibeuter unter anderem mit Hilfe von Wasserschläuchen vom Schiff ferngehalten.
11.1.10 Der Schienen-Fahrzeugbauer Stadler kann erstmals Doppelstocktriebzüge in Deutschland verkaufen. Für rund 146 Millionen Euro kann Stadler Pankow 16 vierteilige Doppelstocktriebzüge (Typ Dosto), einen einteiligen Dieseltriebwagen (Typ Regio-Shuttle RS1) sowie sechs zweiteilige Dieseltriebwagen (Typ GTW 2/6) liefern. Die Fahrzeuge sollen ab 2011 in Betrieb gehen und auf dem Stadtbahnnetz in Berlin/Brandenburg zum Einsatz kommen.
13.1.10 Die Sparte SBB Regionalverkehr erhält eine neue Leitung: Anna Barbara Remund, in den vergangenen acht Jahren Leiterin Personenverkehr der BLS, löst Martin Bütikofer auf dem Posten ab. Bütikofer verlässt die SBB per Ende Februar 2010.
14.1.10 Die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs beschliessen für Dezember 2010 Tariferhöhungen. Der stetige Angebotsausbau im öffentlichen Verkehr führt zu höheren Kosten beim Personal, bei der Sicherheit, der Energie und dem Unterhalt. Zusätzlich sind hohe Investitionen für neues Rollmaterial nötig. Allein die SBB investiert in den nächsten Jahren über 20 Milliarden Franken ins Rollmaterial. Deshalb haben die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs auf 12. Dezember 2010 eine allgemeine Preiserhöhung von durchschnittlich 6,4 Prozent beschlossen. Darin enthalten ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 0,4 Prozent. Am 5. März 2009 haben die Schweizer Transportunternehmungen aus Rücksicht auf die damalige Wirtschaftslage auf die ursprünglich geplanten Preiserhöhungen per Dezember 2009 verzichtet. Dies obwohl die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs ihre Angebote (seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 beispielsweise SBB plus 6 Prozent Zugkilometer, BLS plus 13,5 Prozent, Postauto plus 14 Prozent Jahreskilometer) und den Service laufend ausbauen. Zudem belasten die Engpässe beim Rollmaterial und der Infrastrukturunterhalt die Budgets der einzelnen Unternehmen immer stärker. Damit die steigenden Kosten für den Betrieb gedeckt und die zukünftigen Investitionen gesichert werden können, sind die Transportunternehmungen zwingend auf mehr Erträge angewiesen. Angesichts der angespannten Finanzlage von Bund und Kantonen muss davon ausgegangen werden, dass die öffentliche Hand nicht alle zusätzlichen Kostenfaktoren ausgleichen wird. Eine Preiserhöhung ist daher unvermeidlich. Die Tarifmassnahmen im Überblick: (www.voev.ch/dcs/users/117/MM_Tama_voev_d.pdf)
14.1.10 Der Kanton Thurgau übernimmt 500'000 Franken der Kapitalerhöhung von total 2,24 Millionen Franken der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Damit soll die Pensionskasse saniert und die Gesellschaft gesichert werden. Im April 2009 hatte die URh die Kantone Thurgau und Schaffhausen gebeten, sich an der geplanten Erhöhung des Aktienkapitals zu beteiligen. Gleichzeitig unterbreitete sie einen Businessplan, der aufzeigt, wie die Zukunft des Unternehmens mit der Kapitalerhöhung und weiteren Massnahmen gesichert werden kann.
15.1.10 88 Prozent der SBB-Kunden sind im Jahr 2009 pünktlich gereist, wie die «SBB-Zeitung» schreibt. Dies ist eine Verbesserung: Im Vorjahr hat die «Kundenpünktlichkeit» bei 85,4 Prozent gelegen. Pünktlich heisst weniger als drei Minuten Verspätung. Die SBB ist zufrieden mit dem Resultat. Ihr Ziel für 2009 wurde um ein Prozent übertroffen. Auch die Güterbahn fährt immer pünktlicher. 94,4 Prozent der Güterzüge in der Schweiz erreichten 2009 ihren Bestimmungsort pünktlich oder mit einer Verspätung von maximal 30 Minuten.
20.1.10 Die Schaffhauser Regierung will den Kauf umweltfreundlicher Autos belohnen: Für Autos mit der Energieetikette A sollen deren Besitzer drei Jahre lang keine Strassenverkehrssteuer bezahlen müssen. Die hubraumstärksten Autos sollen dafür teurer werden.
20.1.10 Der Kanton Bern zahlt dem Flughafen Bern-Belp 5,7 Millionen Franken für die Anpassungen des Terminals an die Schengen-Vorschriften. Der umstrittene Kredit passierte den Rat mit 99 zu 40 Stimmen bei 12 Enthaltungen. Die vorberatende Kommission hatte den Beitrag um 1,05 Millionen Franken kürzen wollen. Zudem schlug sie vor, den Anteil an die Baukosten am Terminalgebäude von 3,15 Millionen Franken vollständig aus dem Fonds zur Deckung von Investitionsspitzen zu bezahlen. Beides lehnte das Kantonsparlament ab.
21.1.10 Die Vertreter des öffentlichen Verkehrs ärgern sich über die ETH Lausanne (EPFL). Diese hatte angekündigt, das LITEP, das sich mit der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz befasst, zu schliessen. In einem Brief an die Direktion der EPFL, den ETH-Rat und an die Bundesräte Didier Burkhalter und Moritz Leuenberger äusserten die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs, die SBB, Swissrail, der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (LITRA) und der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) ihren Unmut über diesen Entscheid.
22.1.10 Die SBB streicht in der Verwaltung und der Führung der Division Infrastruktur 300 bis 350 Stellen. Rund 60 Millionen Franken sollen so jährlich eingespart werden. Die SBB begründet das Sparprogramm mit dem stark gestiegenen Mittelbedarf für die Bahninfrastrukturen. Der Stellenabbau erfolgt GAV-konform, also ohne Entlassungen und in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt im laufenden Jahr.
22.1.10 Das Projekt einer Landesausstellung im Raum Gotthard anlässlich der NEAT-Eröffnung nimmt konkrete Formen an. Die Kantone Tessin, Uri, Graubünden und Wallis wollen dem Bund bis im Herbst ein Konzept vorlegen. Eine Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, innert drei Wochen eine Absichtserklärung für die Regierungen der vier Kantone sowie ein Organisationsschema auszuarbeiten. Als Basis soll dazu das Konzept dienen, das ein Steuerungskomitee unter der Leitung von Marco Solari, dem Präsidenten von TicinoTurismo, im April 2009 vorgelegt hat.
22.1.10 Wieder hat die alpenquerende «Rollende Autobahn» (Rola) eine neue Rekordmarke erreicht: Letztes Jahr transportierte sie mit 92'400 Lastfahrzeugen 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits 2008 war für die Rola ein Rekordjahr. Die RAlpin ist ein Unternehmen der BLS, der Hupac, der SBB Cargo AG sowie der italienischen Staatsbahn Trenitalia. Sie betreibt die Rola zwischen Freiburg und Novara seit dem Jahr 2001.
26.1.10 927'266 Personen haben 2009 das Verkehrshaus in Luzern besucht. Das waren 106'761 mehr als 2008. Verantwortlich für die Zunahme von 13 Prozent ist das Umbauprojekt «VHS 2009». Publikumsmagnet war die neue Strassenverkehrshalle. Zum Verkehrshaus, das 2009 sein 50-Jahr-Jubiläum feierte, gehört das meistbesuchte Museum der Schweiz, das allein 565'387 Eintritte verzeichnete, und das IMAX Filmtheater, das 361'879 Billette verkaufte.
26.1.10 Der Schweizer Kombi-Operateur Hupac hat im Hafen von Antwerpen einen 22 Millionen Euro teuren Umschlagterminal eröffnet. Der Bau wurde trotz Wirtschaftskrise termingerecht fertig gestellt. Der Terminal ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des kombinierten Verkehrs. Pro Tag können in der neuen Anlage bis zu zwölf Zugpaare von 620 Metern Länge abgewickelt werden. Dies entspricht einer Verladekapazität von 600 Strassensendungen pro Tag. Der neue Terminal ist ein zentraler Knoten im europaweiten Netzwerk der Hupac. In der Startphase bedient er fünf Zugpaare pro Tag mit den Destinationen Basel/Aarau sowie Busto Arsizio in Norditalien.
27.1.10 Das Bundesgericht muss im Streit zwischen der SBB und dem Bundesamt für Verkehr (BAV) um die Zuschläge für Grau- und Schwarzfahrer entscheiden: Weil das BAV ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts nicht akzeptiert, gelangt auch die SBB an die Richter in Lausanne. Das BAV zieht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Dezember weiter, weil es insbesondere Klärung bezüglich der Aufsichtspflicht will. Ausgangspunkt des Streits zwischen SBB und BAV war die Beschwerde eines Mannes, der von der SBB eine Busse über 80 Franken (dies entspricht dem Schwarzfahrerzuschlag) erhalten hatte. Er war mit einem Billett der 2. Klasse in der 1. Klasse gefahren. Er machte beim BAV geltend, er habe nicht den vollen Schwarzfahrerzuschlag zu bezahlen, da er ja ein Billett bezahlt habe.
27.1.10 Im Kanton Uri ist eine Volksinitiative zustande gekommen, die den Bau einer zweiten Strassentunnelröhre durch den Gotthard verlangt. Die Initianten um die Junge SVP Uri fordern den Ausbau im Hinblick auf die kommende Totalsanierung des Tunnels. Die Volksinitiative «für mehr Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel und eine starke Urner Volkswirtschaft!» will, dass Uri das Anliegen mit einer Standesinitiative in den eidgenössischen Räten deponiert. Die zweite zweispurige Röhre soll gemäss Initianten verhindern, dass die Gotthardachse während der Totalsanierung gesperrt ist. Nach der Sanierung sollen beide Röhren nur einspurig befahren werden; das heutige Gegenverkehrsregime in dem zweispurigen Gotthard-Strassentunnel könnte aufgehoben werden.
28.1.10 Die fünf Städte Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich wollen Fragen rund um die Mobilität gemeinsam lösen. Sie haben eine «Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität» unterzeichnet. Die Städte streben eine nachhaltige, umwelt- und stadtverträgliche Entwicklung des Verkehrs an. Er soll die Lebensqualität verbessern und langfristig sichern, ohne gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung zu unterbinden. Gemäss der Charta wollen sich die Stadtregierungen von Basel, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich bei den Kantonsparlamenten und beim Bundesparlament zu Anliegen der Verkehrsplanung mehr Gehör verschaffen.
28.1.10 Die Bahnhof-Patinnen und -Paten im Hauptbahnhof Bern haben sich laut der SBB und der Stadt Bern bewährt. Nach der Auswertung der einjährigen Pilotphase seit Dezember 2008 haben alle Beteiligten beschlossen, das Projekt zu etwas Definitivem zu machen. Die derzeit 13 Bahnhof-Patinnen und -Paten, die uniformiert und immer zu zweit auftreten, geben Reisenden Auskünfte und helfen ihnen am Billettautomaten. Sie sensibilisieren für Verbote, etwa für das unerlaubte Absitzen auf Treppen, und schlichten bei Streitigkeiten.
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