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Juli 2002

1.7.02
Die beiden Unternehmungen BERNMOBIL und Postauto Bern-Freiburg-Solothurn (PAD Bern) wollen durch verstärkte Zusammenarbeit das vorhandene Synergiepotenzial nutzen. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung bekräftigen die beiden Unternehmungen ihren Willen, in den Bereichen Planung und Marketing zu kooperieren. BERNMOBIL und Postauto Bern haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet: So fahren Postautokunden von Kursen, die an der Stadtgrenze wenden, ohne weiteren Tarifzuschlag bis ins Zentrum mit BERNMOBIL. Im Tarifverbund Bern/BäreAbi betreiben beide Partner, vereint mit weiteren Transportunternehmungen, ein gemeinsames Pendlermarketing. Aber auch im Bereich von Fahrdienstleistungen kooperieren die beiden Unternehmungen. Im Interesse der Kundinnen und Kunden wollen sie ihre Zusammenarbeit in den Bereichen der Angebotsplanung und des Fahrgastmarketings verstärken. In den kommenden Monaten werden sie die Möglichkeit prüfen, wie die Zusammenarbeit ausgestaltet werden kann, um die Fachkompetenzen in den beiden Bereichen zu bündeln. Geprüft werden sollen insbesondere die Zusammenarbeit im Netzmanagement (Führen und Betreiben des rechnergestützten Betriebsleitsystems, Angebotsplanung im Regional- und Ortsverkehr, um die Angebote auf den bestehenden Netzen wirtschaftlicher und kundenorientierter zu gestalten und so auch die Transportkette und die Umsteigebeziehungen zu optimieren) und dem Fahrgastmarketing mit Tarifwesen und Distribution.

1.7.02
25'000 Fahrzeuge quälen sich Tag für Tag durch Neuhausen am Rheinfall (gleich viele wie vor dem Unfall am Gotthard). Die Stadt droht im Verkehr zu ersticken. Ein 100 Millionen Franken teurer Tunnel soll Abhilfe schaffen, doch ohne Geld vom Bund geht gar nichts. In den kommenden 20 Jahren wird der Verkehr gemäss Studien noch um bis 30 Prozent zunehmen. Den Verkehrskollaps verhindern soll der «Galgenbucktunnel». Er steht auf der Wunschliste der Strassenbauvorhaben im Kanton Schaffhausen ganz zuoberst. Sogar die Linken und Grünen signalisierten im Grossen Rat, dass sie sich nicht länger gegen das umstrittene Grossprojekt für den Individualverkehr sperren. Der Tunnel soll bis 2010 gebaut sein und 100 Millionen Franken kosten, soviel, wie die Regierung in den nächsten 20 Jahren in den gesamten privaten und öffentlichen Verkehr investieren will. Trotz geplanter Erhöhung der Motorfahrzeugsteuern wird Schaffhausen nur rund 20 Millionen Franken für den Bau des knapp ein Kilometer langen Tunnels aufbringen können. Regierung und Parlament hoffen deshalb auf den Bund, der das Bauprojekt derzeit prüft.

2.7.02
2001 haben in der Schweiz 544 Personen bei Strassen-Verkehrsunfällen ihr Leben verloren. Obwohl nach wie vor hoch, liegt diese Zahl trotzdem 8 Prozent unter dem Wert des Jahres 2000, als 592 getötete Personen zu beklagen waren. Weniger positiv präsentiert sich die Situation bei den Verletzten. 2001 wurden 30'160 Personen bei Verkehrsunfällen verwundet, das sind 102 Opfer mehr (+0,3 Prozent) als vor Jahresfrist. Soweit einige wichtige Ergebnisse einer Auswertung des Bundesamtes für Statistik, die auf den polizeilich registrierten und gemeldeten Strassen-Verkehrsunfällen basiert. Seit dem Rekordjahr 1971 (1'773 Todesopfer) ist die Anzahl Personen, die jährlich auf den Schweizer Strassen bei Unfällen den Tod finden, stark zurückgegangen. Ab 1996 kam die Entwicklung praktisch zum Erliegen, stabilisierte sich doch danach die Zahl der Todesopfer bei rund 600 Fällen pro Jahr. Das Ergebnis von 2001 (8 Prozent Todesfälle weniger) deutet auf eine Rückkehr zur Abwärtstendenz vom Anfang der 70er-Jahre hin. Die Zahl der Verletzten ist nur geringfügig von 30'058 (Jahr 2000) auf 30'160 Personen (2001) gestiegen. Damit scheint der seit 1996 zu beobachtende, besorgniserregende Aufwärtstrend gebrochen; damals hatte man noch lediglich 26'500 verletzte Personen gezählt. Fussgängerinnen und Fussgänger sind die verwundbarsten Verkehrsteilnehmer. Unter ihnen befinden sich viele Kinder, ältere und behinderte Personen, das heisst Menschen, welche die üblichen Verkehrsmittel nur beschränkt benützen können. Nicht zuletzt aus diesem Grund zollt ihnen besondere Aufmerksamkeit. Die Anzahl Strassen-Verkehrsopfer unter den Fussgängern fiel im Berichtsjahr zwar tiefer aus als in den beiden Vorjahren, ist jedoch mit 9 Prozent aller Verunfallten nach wie vor hoch (2001: 2'707). Als mögliche Unfallursachen wurden 2001 in den Polizeirapporten am häufigsten Unaufmerksamkeit, Nichtbeachtung der Vorfahrt, überhöhte Geschwindigkeit und der Zustand des Lenkers, beziehungsweise der Lenkerin, genannt (Alkohol- oder Drogeneinfluss, momentane Schwäche). Unter den Unfällen mit Personenschaden machen diese vier Kategorien 20 Prozent, 18 Prozent, 16 Prozent und 10 Prozent der genannten Gründe aus. Bezüglich Unfälle mit Todesopfern ist überhöhte Geschwindigkeit die markanteste Ursache (24 Prozent), gefolgt vom Zustand der lenkenden Person (18 Prozent) und von Unaufmerksamkeit (15 Prozent).

2.7.02
Ab kommendem September dürfen Lastwagen im Gotthard-Strassentunnel wieder kreuzen. Das heutige Dosiersystem wird durch ein «Tropfenzähler-System» abgelöst, der regionale Güterverkehr privilegiert behandelt. Diese Lösung ist laut Bundesrat Moritz Leuenberger am Runden Tisch in Bern auf «mittlere Zufriedenheit» gestossen. Oberstes Gebot bleibe nach der Brandkatastrophe vom 24. Oktober 2001 die Sicherheit, so der Verkehrsminister im Anschluss an das zweite Treffen mit Vertretern aller interessierten Kreise. Nach Auskunft Leuenbergers kann das Kreuzungsverbot für Camions im Gotthard-Strassentunnel erst im Herbst aufgehoben werden, wenn die neue Ventilationsanlage mit der erhöhten Absaugkapazität bei Bränden installiert ist. Im San Bernardino-Tunnel dürfen Lastwagen weiterhin nicht kreuzen. Gleichzeitig mit dem LKW-Gegenverkehr wird am Gotthard eine neue Form der Dosierung eingeführt. Die Lastwagen werden nicht mehr angehalten und dann in Gruppen abwechselnd in beiden Richtungen durch den Tunnel gelassen. Aus den heutigen Dosierstellen werden «Pförtneranlagen». Diese lassen nach dem «Tropfenzähler-System» zwei bis drei Camions pro Minute in den Tunnel einfahren. Der Mindestabstand beträgt weiterhin 150 Meter. Er wird sich aber wesentlich leichter einhalten lassen als heute, wo während der Grünphase möglichst viele Lastwagen «durchgepresst» werden müssen. Auch beim neuen System wird die Zahl der LKW-Durchfahrten 3’000 pro Tag nicht übersteigen. Nach Auskunft der Experten ermöglicht das «Tropfenzähler-System» nicht nur sicherheitsmässig akzeptable Frequenzen, sondern auch einen flüssigeren und besser durchmischten Verkehr. Davon profitieren auch die PKW-Fahrer: Ihnen bleiben Wartezeiten und die ungemütliche Begegnung mit ganzen LKW-Pulks im Tunnel erspart. Wie am ersten Runden Tisch Ende April versprochen, soll der «Süd-Güterverkehr» gegenüber dem Transitverkehr privilegiert behandelt werden. Camions, die aus dem Norden das Tessin oder umgekehrt ansteuern, können an den Warteräumen vorbeifahren. Ausländer würden dabei gleich behandelt, sicherte Leuenberger zu. Die bevorzugten Lastwagen - man rechnet mit ungefähr 800 Fahrten pro Tag - werden entsprechend gekennzeichnet. Laut Vizedirektor Willy Burgunder ist eine Selbstdeklaration mit Stichproben und scharfen Sanktionen gegen Missbräuche vorgesehen.

2.7.02
Neue grössere Strassenbauvorhaben sollen in Schaffhausen mit einer befristeten Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer finanziert werden. Zu diesem Zweck hat der Regierungsrat eine Vorlage über eine entsprechende Gesetzesänderung verabschiedet. Zur Finanzierung von einzelnen grossen Strassenbauten soll auf die Strassenverkehrssteuern ein zeitlich befristeter prozentualer Zuschlag erhoben werden. Dieser Steuerzuschlag soll wie eine Objektsteuer gemäss Schaffhauser Finanzhaushaltgesetz vom Grossen Rat auf Antrag des Regierungsrates festgesetzt und vom Volk zusammen mit dem Baukredit bewilligt werden. Die Strassenverkehrssteuern im Kanton Schaffhausen sind – trotz fünf Anläufen für eine Erhöhung, die allesamt scheiterten - seit 1. Januar 1969 unverändert geblieben. Im Jahr 2002 müssen deshalb nach Regierungsangaben für ein Motorfahrzeug wegen der Teuerung real 66 Prozent weniger Steuern bezahlt werden als vor 33 Jahren.

3.7.02
Führerausweiskategorien und Zulassungsverfahren in der Schweiz werden an jene in der EU angeglichen. Das Mindestalter für Motorräder bis 125 Kubikmeter bleibt bei 18 Jahren. Der Bundesrat hat die Verkehrszulassungsverordnung entsprechend angepasst. Die neuen Bestimmungen gelten ab dem 1. April 2003. Motorräder bis 50 Kubikmeter dürfen wie bisher ab 16 Jahren gefahren werden. Neu gilt dies auch dann, wenn ihre Höchstgeschwindigkeit mehr als die heute zulässigen 45 Stundenkilometer erreicht. Bei den leistungsbeschränkten Motorrädern bis 125 Kubikmeter hält der Bundesrat an der geltenden Alterslimite von 18 Jahren fest. Ebenfalls ab 18 Jahren kann der Ausweis für die beschränkte Kategorie A (über 125 Kubikmeter) erworben werden. Ohne Leistungsbeschränkung darf erst fahren, wer eine zweijährige klaglose Motorrad-Fahrpraxis nachweisen kann und älter als 25-jährig ist. Bei den Lastwagen können die Bewerber neu einen Ausweis für die Unterkategorie C1 erwerben. Sie berechtigt dazu, Lastwagen mit einem Gesamtgewicht bis 7'500 Kilo zu führen. Wer Anhänger mit einem Gesamtgewicht von mehr als 750 Kilo mitführen will, muss neu eine Prüfung bestehen. Zum Führen von Kleinbussen und Gesellschaftswagen mit mehr als neun Sitzplätzen wird neu der Führerausweis der Kategorie D benötigt. Das Mindestalter beträgt 21 Jahre. Wer Taxi fahren will, muss eine Spezialbewilligung erwerben. Voraussetzung ist eine einjährige, klaglose Fahrpraxis, die Erfüllung höherer medizinischer Mindestanforderungen sowie das Bestehen einer zusätzlichen theoretischen und praktischen Führerprüfung. Die Revision der Verkehrszulassungsverordnung bringt auch Änderungen bei der Fahrausbildung. So muss neu in allen Ausweiskategorien die Theorieprüfung bestanden werden, bevor der Lernausweis erteilt wird. Der Verkehrskundeunterricht wird parallel zur praktischen Ausbildung absolviert. Weiter hat der Bundesrat ein erstes Teilpaket der Revision des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) in Kraft gesetzt. Fahrzeughalter können ab dem kommenden April im Fahrzeugausweis ein tieferes Gesamtgewicht eintragen lassen, damit die LSVA reduziert wird. Zudem werden die Kompetenzen zwischen Bund und Kantonen im Bereich der Signalisation von Geschwindigkeiten auf der Autobahn neu geregelt. Der Bund kann neu selber Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen anordnen.

3.7.02
Mit der Gründung der THURBO AG am 21. September 2001 haben SBB und MThB ihre Tochtergesellschaft mit einem Grundkapital ausgestattet. Dieses sollte den ersten Aufbau ermöglichen. Der Verwaltungsrat der THURBO AG hat nun im Hinblick auf die operative Betriebsaufnahme vom 15. Dezember 2002 plangemäss beschlossen, das Aktienkapital durch die SBB auf 45 Millionen Franken zu erhöhen. Damit steht der weiteren Entwicklung von THURBO nichts mehr im Weg. Die Aufbauarbeiten laufen planmässig voran.

3.7.02
Das Generelle Projekt für eine dritte Röhre des A2-Belchentunnels ist beim Bund: Die Kantone Baselland und Solothurn haben den «Sanierungstunnel» ans Bundesamt für Strassen (ASTRA) überwiesen, wie sie mitteilten. Die Kantone rechnen mit einem Bundesratsentscheid bis im Frühling 2003. Sie verweisen auf eine in 15 bis 20 Jahren anstehende umfassende Instandsetzung des 1970 eröffneten Tunnels, welche bis zu vier Jahre pro Röhre dauern werde. Bei der derzeit laufenden Sanierung des Tunnels sind die Röhren je rund neun Monate gesperrt. Die Verfügbarkeit der dritten Röhre sei «eine wesentliche Voraussetzung» für die geplante gründliche Instandstellung. Die Regierungen der beiden Kantone haben das generelle Projekt nun überwiesen. Bestenfalls sei der «Sanierungsstollen» - je nach Entscheiden und Einsprachen - 2015 in Betrieb zu nehmen. Zum generellen Projekt gehören ein Umweltverträglichkeitsbericht (UVB, 2. Stufe) und das Pflichtenheft für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP, 3. Stufe). Die eigentliche UVP wird erst noch durchgeführt; nur mit ihren Ergebnissen kann das Projekt später öffentlich aufgelegt werden. Immerhin ist inzwischen erkannt worden, dass die dritte Belchenröhre «umweltrelevant» ist, wie es bei den Baselbieter Behörden auf Anfrage hiess. Die UVP beleuchtet neben dem Betrieb des Tunnels auch die Bauarbeiten.

3.7.02
Der Kanton Zug will in den nächsten 25 Jahren gut drei Milliarden Franken in die Verkehrsinfrastruktur investieren. Der Kantonsrat hat dazu als Grundsatzpapier den Teilrichtplan Verkehr verabschiedet. Der Kanton Zug, steuergünstig, in schöner Umgebung und nahe von Zürich gelegen, zieht immer mehr Unternehmen und Menschen an. Mit diesem raschen Wachstum hat die Verkehrsinfrastruktur nicht mithalten können; verstopfte Strassen mit stecken bleibenden Bussen gehören zum Alltag in Zug. Heute hat der Kantonsrat mit dem Teilrichtplan Verkehr ein Papier verabschiedet, mit dem diese Verkehrsprobleme gelöst werden sollen. Nach jahrzehntelanger Planung - das Projekt eines Umfahrungstunnels der Stadt Zug wird seit etwa den Sechzigerjahren diskutiert - soll nun vorwärts gemacht werden. Der Teilrichtplan ist allerdings nur ein Grundsatzpapier, das Raum für mögliche Projekte frei hält. Jedes einzelne Projekt muss bis zur Realisierung noch verschiedene Hürden nehmen - bis hin zu Volksabstimmungen. Im Teilrichtplan Verkehr ist vorgesehen, in den nächsten 25 Jahren im ganzen Kanton Weg-, Strassen- und Schienenprojekte in der Höhe von 3,2 Milliarden Franken zu realisieren. Für die Strasse sind 1,3 Milliarden vorgesehen, für den öffentlichen Verkehr 1,9 Milliarden. 23 Millionen Franken entfallen auf Radwege. Rund 1,5 Milliarden Franken würde der Kanton selbst tragen, 116 Millionen bezahlen die Gemeinden. Der Bund wird voraussichtlich für etwa 1,6 Milliarden Franken aufkommen. Darin enthalten sind Strassenbauten von nationaler und internationaler Bedeutung sowie der 50-Prozent-Anteil des öffentlichen Regionalverkehrs. Nach einem Tag Sondersitzung stimmte der Kantonsrat dem Teilrichtplan gegen die Stimmen der Ratslinken mit 50 zu 12 zu. Für die Linke werden im Richtplan Strassenprojekte gegenüber dem öffentlichen Verkehr zu stark bevorzugt. In erster Priorität (bis 2008) sieht der Teilrichtplan unter anderem den Ausbau der A4 zwischen Cham und Rotkreuz auf sechs Spuren vor, eine neue Nordzufahrt zur Stadt Zug, eine Verbindung von den Berggemeinden zur Autobahn, aber auch den Ausbau des SBB-Trassees Cham- Rotkreuz auf Doppelspur. In zweiter Priorität (2008 bis 2014) sollen die zweite Etappe der Stadtbahn in Angriff genommen sowie verschiedene Verbindungsstrassen in der Region gebaut werden. In dritter Priorität (ab 2014) sind der Zuger Stadttunnel sowie je ein Autobahn-Halbanschluss in Steinhausen und Bibersee vorgesehen. Der Kanton will die Prioritäten alle vier Jahre überprüfen und allenfalls anpassen.

3.7.02
Die SBB Cargo AG baut 120 Stellen ab. Wie sie mitteilte, soll der Abbau sozialverträglich und ohne Entlassungen erfolgen. Grund sind Kostensenkung und Produktivitätssteigerung. Der Stellenabbau erfolge, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Strasse und anderen Bahnunternehmungen zu steigern. Die Stellen sollen in den nächsten Monaten verschwinden. Abgebaut werden sowohl Mitarbeitende in der Zentrale in Basel als auch in den Regionen. In der Zentrale werden rund 30 Stellen abgebaut. In den sechs Produktionsregionen verschwinden 90 Stellen oder fünf Prozent. SBB Cargo folgt überdies dem im Gesamtarbeitsvertrag verankerten Verbot von Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen. Rund 90 Stellen werden über vorzeitige Pensionierungen abgebaut. Für die restlichen Betroffenen bieten die SBB das Projekt «Chance» an. Dieses unterstützt nach Bahnangaben Mitarbeitende bei der Suche nach einer neuen Stelle innerhalb oder ausserhalb der SBB. Zum Projekt gehören auch Weiterbildungsmöglichkeiten. Keinen Abbau, sondern Zuwachs meldet SBB Cargo beim Lokomotiv- und beim Visiteurpersonal: die laufenden Ausbildungen von rund 85 Lokführern sowie 18 Visiteuren würden weiter geführt. Insgesamt beschäftigt SBB Cargo rund 5'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

3.7.02
Der Verwaltungsrat der Mittelthurgaubahn (MThB) hat sich von MThB-Direktor Peter Joss getrennt. Ausserdem teilte er mit, dass die SBB jetzt 99,8 Prozent der Aktien der neuen Thurbo AG hält. Diese war als Gemeinschaftswerk von MThB und SBB zur Bestreitung des Bahn-Personenverkehrs in der Ostschweiz gegründet worden. Die MThB sollte 40 Prozent des Aktienkapitals halten. Nachdem sie in den letzten Wochen finanziell in Bedrängnis geraten ist, haben nun die SBB die geplante Aufstockung des Aktienkapitals von 250’000 auf 45 Millionen Franken allein finanziert. Die MThB hat noch die Option, bis zu 10 Prozent der Aktien zurückkaufen zu können. Dieter Meile, Chef der vom MThB-Verwaltungsrat eingesetzten Task Force wird zudem interimistisch den Posten von Direktor Peter Joss übernehmen. Im Grossen Rat und bei einer anschliessenden Medienkonferenz wurde deutliche Kritik an der MThB-Geschäftsleitung, aber auch am Verwaltungsrat und der Kantonsregierung laut. Die Geschäftsleitung habe gravierende Managementfehler gemacht, sagte der Thurgauer Justizdirektor Claudius Graf-Schelling vor dem Grossen Rat. Die Übernahme der Seelinie von den SBB ist seitens der MThB ungenügend und zu wenig seriös vorbereitet worden. Meile doppelte nach: Nach der Übernahme habe es die Geschäftsleitung versäumt, das Erreichte zu konsolidieren; statt dessen sei weiter ausgebaut worden. Meile sprach auch davon, dass die Geschäftsleitung den Verwaltungsrat (VR) belogen habe. Als sich im Herbst 2001 erstmals Liquiditätsprobleme gezeigt hätten, sei dem VR immer wieder versichert worden, es bestünden keine grundlegenden Probleme. Über die Zukunft der MThB wolle man erst im September entscheiden, so Meile. Vor dem Grossen Rat schloss er aber einen Konkurs der MThB aus. Sie werde ihre Rechnung 2001 voraussichtlich mit einem Minus von 10 Millionen Franken schliessen; ausserdem habe sie noch Schulden bei den SBB. Gleichzeitig reklamierte Meile aber auch noch ausstehende Gelder von SBB und BAV.

4.7.02
Das «Bahn 2000»-Ausbauprojekt wird voraussichtlich 1,5 Milliarden Franken günstiger als geplant. Bis heute sind in den über das gesamte Bahnnetz verteilten 120 Projekte 4,3 Milliarden verbaut worden. Inbetriebnahme ist in knapp zweieinhalb Jahren. Die SBB rechnen mit Endkosten von 5,9 Milliarden, budgetiert sind 7,4 Milliarden. Zu einem eigentlichen «Quantensprung bei den Reisezeiten» kommt es gemäss SBB-Geschäftsleitungsmitglied Pierre-Alain Urech am 12. Dezember 2004, wenn die 1. Etappe des Bahn-2000-Ausbaus abgeschlossen ist und Zürich, Basel und Bern «noch näher zusammenrücken». Das SBB-Netz wächst um 160 Kilometer. Neben häufigeren, bequemeren und direkteren Zügen bringe das Konzept landesweit auch schnellere Verbindungen, sagte Urech an einer Medienkonferenz in Zürich zum Projektstand. Die Fahrzeiten liegen dann zwischen Zürich, Basel und Bern unter einer Stunde. In diesen drei «Knotenbahnhöfen» werden künftig die Züge aus allen Richtungen wenige Minuten vor der vollen Stunde sowie vor der halben Stunde eintreffen. Wenige Minuten nach der vollen und halben Stunde werden sie diese Orte dann wieder verlassen. Das System schaffe so optimale Anschlüsse in alle Richtungen. Etwas Kopfzerbrechen macht den SBB-Verantwortlichen die Einführung des europäischen Signal- und Zugsicherungssystems ETCS. Die Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist sei eine der ersten Linie Europas, die mit dem neuen System ausgerüstet wird. Die SBB bezahlten Lehrgeld für ihren Mut, als Pioniere das ETCS anzuwenden. Dies zeigten die Kinderkrankheiten des Systems auf der Pilotstrecke zwischen Zofingen und Sempach, die sich «in unakzeptablem Mass» auf die Pünktlichkeit auswirkten, sagte Urech. Die Geduld der Passagiere werde derzeit in einem Übermass strapaziert. Das leistungsfähige Signal- und Sicherungssystem, bei dem alle Informationen direkt auf einen Bildschirm in den Führerstand übermittelt werden, sei die Voraussetzung dafür, dass zwischen Mattstetten und Rothrist mit Tempo 200 und Zugabständen von rund zwei Minuten gefahren werden. Lokomotiven sollen dank einheitlicher Signaltechnik in Europa bald Grenzen überschreitend eingesetzt werden können, meint Urech. Er hoffe, dass die SBB mit ETCS nicht allein bleibe. Italien plane den Einsatz auf der Strecke Rom-Florenz ab 2004. Die Deutsche Bahn dagegen habe noch keine Entscheide zum Zugssicherungssystem gefällt.

5.7.02
Die SBB erneuern ihre Diesellok-Flotte und beschaffen für 146 Millionen Franken 59 neue Schienenfahrzeuge. 32 Millionen investieren sie in den Aufbau von «Cargo Domino». 80 Millionen kostet die Erneuerung der Bahnhöfe Sissach und Lausen. Die SBB kaufen bei der deutschen Firma Vossloh Schienenfahrzeugtechnik in Kiel 59 neue Diesellokomotiven des Typs Am 843, wie sie mitteilten. Mit den Lokomotiven erneuern die Bahnen ihre Flotte. Ihre bisherigen Fahrzeuge stammen zum grossen Teil aus den sechziger und siebziger Jahren. Die neuen Lokomotiven sind nach SBB-Angaben 100 Kilometer pro Stunde schnell, vierachsig, 1'500 Kilowatt stark, 15 Meter lang und dank Partikelfilter sehr umweltfreundlich. Ab Herbst 2003 kommen sie in allen Bereichen der SBB zum Einsatz. Als erste Investitionen in das neue Umschlagssystem «Cargo Domino» für den schweizerischen Binnenverkehr sprachen die SBB 32 Millionen Franken. «Cargo Domino» kommt ohne spezielle und kostenintensive Terminals aus. Ein LKW-Chauffeur kann mit dem System ohne weiteres Personal einen Wechselbehälter innert weniger Minuten vom Lastwagen auf einen Bahnwagen umladen und umgekehrt. Firmen wie Coop oder Usego sammelten im Pilotbetrieb erste Erfahrungen. Die Investitionen erfolgen je zur Hälfte in neue Wagen und Wechselbehälter. In einer ersten Tranche werden 165 Bahnwagen und 273 Behälter angeschafft. Im Weiteren gaben die SBB einen Kredit von 80 Millionen Franken für die Verbesserung der Publikumsanlagen in den Bahnhöfen Sissach BL und Lausen BL frei.

5.7.02
Die Preise für Schienentransporte sind innert Jahresfrist um durchschnittlich 2 Prozent, jene der Strassentransporte um 1 Prozent gesunken. Dies zeigt ein neuer Preisindex über den Güterverkehr, den das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt. Mit dem neuen Index werde eine Lücke in der Preisstatistik geschlossen, teilte das BFS mit. Der Index wird halbjährlich per April und Oktober berechnet und publiziert. Wie der erste Index ausweist, sanken die Preise im Güterverkehr von April 2001 zu April 2002 im Durchschnitt um 1,3 Prozent. Einen wichtigen Einfluss auf das Ergebnis hatten die abgeschwächte Konjunktur und der Kursrückgang des für internationale Schienentransporte massgeblichen Euro. Die Preise für Schienentransporte sanken im Durchschnitt um 2 Prozent. Die grössten Preisabschläge (-7,7 Prozent) verzeichneten die Erdöltransporte, wo starker Wettbewerb herrscht. Der Preisrückgang im kombinierten Verkehr (-3,7 Prozent) ist auf den Kursverlust des Euro zurückzuführen. Die Preise im Strassentransport wiesen im Durchschnitt einen Rückgang um 1,0 Prozent auf. Die grössten Preisabschläge (-6,8 Prozent) verzeichneten die Container-Transporte, deren Transportmengen bei der schwachen Überseekonjunktur (USA, Asien) rückläufig waren. Um 2,5 Prozent tiefer lagen die Preise für Bautransporte.

8.7.02
Für die S-Bahn Luzern/Zentralschweiz sollen in der ersten Etappe sieben neue Haltestellen und ein drittes Bahnhofgleis in Sursee gebaut werden. Das haben der Kanton Luzern und die SBB in einer Rahmenvereinbarung zur Infrastruktur festgelegt. In der Vereinbarung bekräftigen Luzern und die SBB AG ihren Willen, die S-Bahn Luzern/Zentralschweiz rasch zu realisieren. Die Vereinbarung schaffe für beide Partner die erforderliche Planungssicherheit, heisst es in einem Communiqué. Beide Partner einigten sich - vorbehältlich der Zustimmung durch die zuständigen Organe - auf die neuen S-Bahnstationen Emmenbrücke Gersag, Hochdorf Süd, Baldegg Institut, Buchrain-Dierikon, Root Längenbold, Verkehrshaus-Würzenbach und Meggen Dorf. Die Inbetriebnahme ist in den Jahren 2002 bis 2006 vorgesehen. Das dritte vorgesehene Bahnhofgleis in Sursee soll die Führung eines weiteren S-Bahnzugs zwischen Luzern und Sursee mit Halt auf allen Stationen ermöglichen. Gesucht wird noch nach Lösungen, damit künftig die Regionalexpress-Züge zwischen Luzern und Bern auch in Malters anhalten können. Als weiterführende Investitionen nach 2004 enthält die Vereinbarung Perronanpassungen auf der Linie Luzern- Olten und der Linie durch das Entlebuch, damit das ebenerdige Ein- und Austreten möglich wird. Das Investitionsvolumen dieser Vorhaben beträgt rund 40 Millionen Franken. In die Finanzierung teilen sich der Kanton Luzern, die SBB AG, die Gemeinden und Dritte.

9.7.02
BLS-Cargo kauft bei der deutschen Bombardier Transportation 10 Güter-Loks vom Typ Re485 für 30 Millionen Euro (ca. 45 Millionen Franken); der Vertrag wurde unterzeichnet. Dank Zweifrequenztechnologie entfällt künftig der Lokwechsel an der deutschen Grenze. Die 84 Tonnen schweren und 140 Kilometer pro Stunde schnellen Loks haben je zwei Stromabnehmer für Deutschland und die Schweiz. Mit gleich ausgerüsteten Loks der DB Cargo gelangen sie künftig im Rahmen der BLS-DB Kooperation beim grenzüberschreitenden Güterverkehr zum Einsatz, wie die BLS Cargo mitteilte. Die Loks optimieren laut Mitteilung die Traktionsabläufe und sind für den Transport schwerer Güterzüge über die Lötschberg-Bergstrecke und durch den künftigen Basistunnel geeignet. Hergestellt werden sie in Kassel (D). Die ersten Loks sollen im Dezember abgeliefert werden, Mitte 2003 soll die ganze Serie verfügbar sein. In der Schweiz sind bereits zehn baugleiche Güterzugloks bei den SBB im Einsatz, wie die Bombardier Transportation mitteilte. Die BLS Cargo will mit den neuen Loks Mehrverkehr abdecken und Altlokomotiven auswechseln. Die Loks ersetzten sukzessive die Ae44 mit Baujahr 1944-1955 und die letzten Ae8/8 mit Baujahr 1963. Am 10. Juni hatte die BLS bekannt gegeben, dass die DB Cargo AG ein Aktienpaket von 20 Prozent und der italienische Operateur Ambrogio ein Paket von 2,3 Prozent an der BLS Cargo AG übernimmt. Der Lok-Kauf war bereits zu diesem Zeitpunkt angekündigt worden.

9.7.02
Die SVP tritt gegen das Konzept des Verkehrsdepartementes (UVEK) am Gotthard an. Die Dosierung des Schwerverkehrs sei an die Landesgrenze zu verschieben und das Landverkehrsabkommen mit der EU neu auszuhandeln. Der Nord-Süd-Verkehr stehe vor dem Kollaps, sagte SVP-Präsident Ueli Maurer vor den Medien in Bern. Im Stile eines Schildbürgerstreichs werde versucht, ein selbst geschaffenes Problem - das Dosierungssystem für die Lastwagen-Durchfahrten - durch ein Tropfensystem abzulösen. Der Bundesrat habe keine Strategie, um die unhaltbare Belastung der Bergtäler durch den Transitverkehr, die Benachteiligung der Schweizer Wirtschaft und die Isolation des Tessins wirkungsvoll zu bekämpfen, hiess es an der Medienkonferenz. Eine Kündigung des Landverkehrsabkommens mit der EU sei zu prüfen. Unter dem Vorwand der Sicherheit im Tunnel versuche das Departement von Bundesrat Moritz Leuenberger, mit einer Dosierung die Zahl der Durchfahrten zu reduzieren, sagte Maurer. Einschneidendere Massnahmen seien nötig. Die Leventina dürfe nicht im Schwerverkehr ersticken und vergiftet werden. Die Bahn müsse ihre Preise senken. Seit der Erhöhung der Gewichtslimite für Camions Anfang 2001 sei die Nord-Süd-Achse chronisch überlastet, sagte Maurer. Die Dosierung müsse von den Tunnels in den Alpen an die Landesgrenze verlagert werden. Es dürfe nicht sein, dass eine kleine Minderheit in den Alpen die Lasten ganz Europas trage. Die SVP verlangt, dass die Verkehrssicherheit verbessert wird. Fahrzeuge und Chauffeure seien strengsten Kontrollen zu unterwerfen und bei Fehlverhalten rigoros zu bestrafen. Im Südtessin sei das Zollamt Chiasso durch den Ausbau der Strasse über Stabio zu entlasten. Die absehbare Verkehrszunahme sei nicht zu verkraften, meint die SVP. Die Schweiz müsse deshalb bei der EU eine Neuverhandlung des Landverkehrsabkommens erwirken. Ziel müsse sein, die Erhöhung der Kontingente für Vierzigtönner bis auf weiteres einzufrieren und den Ausbau der Infrastruktur in Italien zu forcieren. Sollten Neuverhandlungen nicht zu entscheidenden Verbesserungen führen, sei eine Kündigung des Landverkehrsabkommens mit der EU ins Auge zu fassen. Planung und Bau der zweiten Gotthard-Röhre seien unverzüglich an die Hand zu nehmen, wie dies die SVP seit drei Jahren fordere; sonst sei die EU-Lastwagenlawine nicht zu bewältigen.

10.7.02
Die neun Pendolino-Züge der Cisalpino AG fahren auf Erfolgskurs. Die italienisch-schweizerische Eisenbahngesellschaft hat im letzten Jahr den Umsatz um 12 Prozent auf 65,8 Millionen Franken und den Reingewinn auf 5,8 Millionen Franken (Vorjahr: 3,3 Millionen) gesteigert. Der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen stieg um 54 Prozent auf 18,3 Millionen Franken, teilte die Cisalpino AG mit. Damit erreichte die Bahngesellschaft im dritten aufeinanderfolgenden Jahr ein positives Ergebnis. Die Gründe für den erfolgreichen Geschäftsverlauf liegen laut Communiqué in der wirksamen Marketingstrategie und der kontinuierlichen Kostenoptimierung. Ausserdem ermögliche die schlanke Organisation der Managementgesellschaft, schnell und flexibel auf Veränderungen im Markt zu reagieren. Die Resultate im ersten Halbjahr 2002 würden die positiven Aussichten der Gesellschaft bestätigen. Zurzeit werde schrittweise die Inneneinrichtung der Eisenbahnwagen erneuert. Die Auslastung der neun Züge steige, hiess es weiter. Die Cisalpino AG ist ein italienisch-schweizerisches Joint-Venture. Die Aktien werden von Tenitalia S.p.A., den SBB, der BLS und einigen Westschweizer Kantonen gehalten. Die Neigezüge der Cisalpino verkehren auf den drei Hauptachsen Gotthard, Simplon- Genfersee und Simplon- Lötschberg. Die Cisalpino-Flotte bietet auf diesen Strecken monatlich 430 Fernverbindungen an.

12.7.02
Für den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes haben die Genfer Verkehrsbetriebe TPG bei der kanadischen Gesellschaft Bombardier 21 Tramzüge bestellt. Das Auftragsvolumen beträgt mehrere hundert Millionen Franken. Das erste Tram der neuen Generation soll Ende 2003 auf die Genfer Schienen gesetzt werden, teilten die TPG mit. Nach der Prüfung zweier Offerten haben sich die Genfer Verkehrsbetriebe für die kanadische Firma Bombardier entschieden. Gewisse Bestandteile werden in der Niederlassung in Villeneuve VD produziert, bevor sie in Österreich zusammengesetzt werden. Beim neuen Tram handelt es sich um ein Niederflurfahrzeug, das in beiden Richtungen verkehren kann. Um den Zuwachs an Trams zu beherbergen, werden die TPG in Vernier ein drittes Zentrum für Unterhalt und Betrieb bauen. Der Kanton Genf hat die Vorteile des Trams vor einigen Jahren wieder entdeckt. Neue Linien wurden eröffnet und weitere sind zurzeit im Bau. In den 1920er Jahren umfasste das Tramnetz im Kanton 120 Kilometer, darunter befanden sich auch einige grenzüberschreitende Linien.

12.7.02
Die Galeere «La Liberté» darf definitiv in den Genfersee stechen. Der Bund hat eine entsprechende Bewilligung erteilt. Das in einem Arbeitslosenprojekt erbaute Schiff darf maximal 120 Personen an Bord nehmen. Das Schiff könnte 150 Passagiere aufnehmen, hatte aber bei Tests die eidgenössischen Normen punkto Schlagseite überschritten. Die Verantwortlichen zeigten sich aber dennoch sehr erfreut über die Bewilligung des Bundes, die erlaubt, den kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Die 55 Meter lange Galeere war bereits am 29. Mai eingeweiht worden. Sie war nach alten Plänen in sechsjähriger Arbeit von insgesamt 600 Arbeitslosen erbaut worden. Das Schiff fährt mit Motorbetrieb oder mit einer Segelfläche von 612 Quadratmetern auf zwei 27 und 24 Meter hohen Masten. Ruderer sollen nur bei aussergewöhnlichen Festivitäten und Paraden zum Einsatz kommen. Bereits 3'000 Freiwillige haben sich dafür zur Verfügung gestellt. Sie sollen ab September ausgebildet werden. Die 41 Ruder werden zurzeit noch fabriziert. Jedes einzelne Ruder wird von vier Personen bedient.

13.7.02
Im ersten Jahr ihrer Selbständigkeit konnten die Verkehrsbetriebe Biel (VB) den Verkehrsertrag 2001 um knappe 10 Prozent von 8'930'781 auf 9'780'685 Franken steigern. Verschiedene Faktoren haben dazu beigetragen, so zum Beispiel neue Angebote wie die Linie 2, wachsende Fahrgastzahlen und Preiserhöhungen im Einzelreiseverkehr und im Abonnementsbereich. Mit neuen Angeboten und grösseren Anstrengungen im Marketingbereich ist auch der Aufwand gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Sachaufwand um 5,66 Prozent. Für den Angebotsausbau wurden vier neue Stellen im Fahrdienst geschaffen. Das Unternehmensresultat der VB ist mit einer Unterdeckung von 28'200 Franken fast ausgeglichen. Gegenüber dem Vorjahr konnte auch der Eigenfinanzierungsgrad merklich erhöht werden, von 42,9 auf 45,4 Prozent. Die Verkehrsbetriebe Biel entsprechen mit ihrem Angebot den Zielvorgaben der Besteller – Kanton Bern, Gemeinden und Bund.

16.7.02
Bis 2007 sollen die Autobahnen lärmsaniert sein, das übrige Strassennetz bis 2012. Das schlägt der Revisionsentwurf der Lärmschutzverordnung vor. Vielen Kantonen geht das aber zu schnell. Sie fordern längere Fristen, mehr Geld und vereinfachte Verfahren. Eigentlich müsste schon das ganze Strassennetz in der Schweiz lärmsaniert sein. Das Umweltschutzgesetz (USG) und die Lärmschutzverordnung von 1987 setzten einen Rahmen von 15 Jahren, der Ende März ablief. Saniert war zu diesem Zeitpunkt aber erst rund ein Drittel des Strassennetzes, wie Urs Jörg, Lärmschutz-Chef beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), auf Anfrage sagte. 1'600 Kilometer müssten noch gegen übermässige Lärmemissionen saniert werden. Mit einer Revision der Lärmschutzverordnung sollen die Sanierungsfristen nun verlängert werden. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse stimmte dieser in der Ende Juni zu Ende gegangenen Vernehmlassung zu. Es habe ja keine andere Wahl gegeben, sagte Geschäftsleitungsmitglied Peter Hutzli. Economiesuisse kritisiert aber, dass die öffentliche Hand Fristen, welche sie sich selber setzt, nicht einhalte, wo hingegen von den Privaten deren strikte Befolgung verlangt werde. Auch die meisten Kantone stimmten dem Entwurf grundsätzlich zu; viele verlangten aber längere Fristen. «Vor allem bei den Autobahnen», präzisiert Urs Jörg. So wollen zum Beispiel die Regierungen beider Basel und Graubündens fünf Jahre mehr, bis 2012, für die Sanierung der dortigen Nationalstrassen-Abschnitte. Bern und Solothurn votieren gar für eine Verlängerung bis 2015. In der Vernehmlassung wurden auch Forderungen für mehr Bundesgelder laut, etwa von der Waadt. Die Konferenz der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektoren ruft den Bund auf, aus den «reichlich vorhandenen» Treibstoffgeldern vermehrt Lärmschutzmassnahmen vorzufinanzieren. Die Lärmsanierung des ganzen Strassennetzes kostet gemäss BUWAL rund 3,5 Milliarden Franken. Für die noch zu sanierenden zwei Drittel des Netzes wird mit rund 2,2 Milliarden gerechnet. Dazu trägt der Bund 1,38 Milliarden Franken bei, die Kantone 820 Millionen. Die Bundesbeiträge sind im USG und dem Mineralölsteuergesetz geregelt. Zudem fliessen Gelder aus der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Die Beiträge sind abgestuft nach Strassenkategorien und der Finanzkraft der Kantone. Im Kanton Uri trage der Bund zum Beispiel rund 95 Prozent der Sanierungskosten, sagte Jörg. Finanzstärkere Kantone könnten mit Beiträgen zwischen 40 bis 70 Prozent rechnen.

 

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