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1.7.03
Gegner der neuen Zufahrt zum Flughafen Bern-Belp haben den Regierungsstatthalter I von Bern ersucht, die Einstellung der Bauarbeiten an der Flughafenzufahrt durchzusetzen. Dies liegt aber gar nicht im Kompetenzbereich des Statthalters. Gemäss Regierungsstatthalter Alex v. Graffenried ist es zweifellos so, dass der Kanton derzeit ohne gültigen Kreditbeschluss Bauarbeiten im Teilabschnitt Einfahrt Giessenbad-Flughafenterminal ausführt. Dieser Umstand sei aber nicht Gegenstand des Bundesgerichtsurteils vom 25. Juni gewesen, weshalb er auch nicht vollstreckt werden könne. Das Bundesgericht hatte den Kreditbeschluss des Grossen Rates für den Teilabschnitt zwar automatisch ausser Kraft gesetzt, doch als Regierungsstatthalter könne er diesem Bundesgerichtsurteil nicht Nachachtung verschaffen, heisst es in einer Mitteilung. Über die unstimmige Sachlage und seine Überlegungen dazu habe er den Regierungsrat des Kantons Bern in Kenntnis gesetzt. Der Grosse Rat des Kantons Bern hatte im Januar 2002 zwei Kreditvorlagen für die neue Zufahrt gutgeheissen. Die grössere Tranche von 9,2 Millionen Franken für den Abschnitt Kreisel Linde - Einfahrt Giessenbad wurde dem fakultativen Referendum unterstellt und vom Volk im November 2002 schliesslich abgelehnt. Der kleinere Kredit von 3,6 Millionen Franken für das Teilstück Einfahrt Giessenbad - Terminal wurde einer möglichen Abstimmung entzogen. Gegen diesen Beschluss erhoben Mitglieder des Komitees «Gegen die neue Flughafenzufahrt» und mehrere politische Parteien Stimmrechtsbeschwerde ans Bundesgericht. Laut dem einstimmig gefällten Entscheid des Bundesgerichts hätten die beiden Teilkredite als ein Ganzes bewilligt und dem fakultativen Referendum unterstellt werden müssen. Die Zweiteilung habe die politischen Rechte der Beschwerdeführer verletzt. Die Generalsekretärin der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) des Kantons Bern, Renate Amstutz, wollte vor einem möglichen Bauabbruch das schriftliche Urteil des Bundesgerichts studieren. Ein sofortiger Abbruch schien ihr angesichts der Tatsache, dass die Bauarbeiten Ende Juli zu Ende gehen, «übereilt und unverhältnismässig», wie sie auf Anfrage sagte. Mit dem Bekanntwerden des Bundesgerichtsentscheids seien die Juristen der BVE damit beauftragt worden, Lösungen zu suchen, wie der Kanton jetzt zu einem formellen Kreditbeschluss kommen könnte, ergänzte Amstutz.
1.7.03
Die 29 Gelenktriebwagen für die Olympiade in Athen 2004 werden vollständig in der Schweiz gefertigt. Die Firma Stadler Bussnang AG übernimmt die gesamte Produktion, da der griechische Partner seinen Lieferanteil nicht erfüllt hat. Die insgesamt 29 Züge für die Griechische Staatsbahn sollen während der Olympiade den Regionalverkehr entlasten. Gebaut werden 17 normalspurige Gelenktriebwagen für den Grossraum Athen und 12 Fahrzeuge in Meterspurausführung, die auf dem Peloponnes verkehren sollen, wie die Firma Stadler mitteilte. Der ursprüngliche Vertrag sah vor, dass 20 Prozent der Fertigung durch den griechischen Partner Hellenic Shipyards (HSY) erfolgen müssten. Stadler hat bereits vor eineinhalb Jahren die ersten Aluminiumkasten zur Endmontage nach Athen geliefert. Doch bis heute konnte der Vertragspartner seinen Lieferanteil nicht erfüllen. In über einjährigen Verhandlungen hat die Stadler Bussnang AG den Vertrag nun so abgeändert, dass alle Züge vollumfänglich in der Schweiz hergestellt werden können. Damit ist die Fertigstellung bis zur Olympiade gesichert.
1.7.03
Mit dem Bau des Tram Bern West müsste im Frühling 2004 gestartet werden: Vorgängig nötig ist jedoch der finanzpolitische Segen vom Berner Stadtrat, Berner Stimmvolk, Bernischen Grossen Rat sowie vom Bund. Das Stadtberner Parlament sowie das Kantonsparlament werden im September ihre Entscheide zum Tram Bern West fällen. Von den Gesamtkosten von 152,8 Millionen Franken gehen 18,5 Millionen zulasten der Stadt Bern. Dem stadtberner Stimmvolk wird der Kredit - sofern er die Hürde im Stadtparlament schafft - im November vorgelegt, wie Alexander Tschäppät, Direktor für Planung, Verkehr und Tiefbau, an einer Medienkonferenz sagte. Die Kosten für die Traminfrastruktur (122 Millionen) teilen sich Bund und Kanton im Verhältnis 42 zu 58. Beim Kanton kommt ein Kostenanteil Strassenbau von 0,3 Millionen Franken dazu. Energie Wasser Bern (ewb) beteiligt sich mit 12 Millionen Franken. Als das bisher sicherste politische Ja bezeichnete Tschäppät dasjenige des Bundes. Mit der Aufnahme des Tramprojekts Anfang 2002 ins Schwerpunktprogramm für den öffentlichen Agglomerationsverkehr des Bundes sei eine wichtige Weiche gestellt worden. Doch auch auf Bundesebene ist der Ausgang der Avanti-Initiative für das Tram Bern West entscheidend. Auch wenn das Tram für die Stadt «nur» ein Beitragsgeschäft sei, da der Besteller der Kanton und der Bauherr BERNMOBIL ist, kämpft Tschäppät engagiert für das Tram Bern West. Denn die Trolleybuslinien 13 und 14, die durch das zweiastig geführte Tram ersetzt werden sollen, sind hoffnungslos überlastet. In Spitzenzeiten fährt auf der Schlossstrasse alle 90 Sekunden ein Bus stadtein- oder stadtauswärts. Der Busverkehr sei im Raum Hirschengraben/Bahnhof kaum noch abzuwickeln und eine weitere Verdichtung liege einfach nicht mehr drin. Zumal im Westen Berns in den nächsten Jahren Wohnungen für 4'000 Menschen sowie Arbeitsplätze für 7'000 Personen entstehen sollen. Ein Tram kann 2,5 mal mehr Passagiere transportieren als ein Bus, ist für ältere Fahrgäste, Behinderte sowie für Eltern mit Kinderwagen weitaus komfortabler als Busse, nannte Tschäppät weitere Vorteile. Überdies erlebe das Tram in ganz Europa eine Renaissance.
1.7.03
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist für den Bau einer zweiten Tunnelröhre am Gotthard: 60 Prozent beantworteten eine Umfrage mit Ja, nur 29 Prozent mit Nein. 11 Prozent gaben keine Antwort. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der «coopzeitung». Damit trat in der öffentlichen Meinung ein Umschwung ein: Vor zwei Jahren war in einer Meinungsumfrage der «coopzeitung» erst eine Minderheit von 48 Prozent für die zweite Gotthardröhre. Im Auftrag der «coopzeitung» führte das LINK-Institut für Markt- und Sozialforschung (Luzern) diese Meinungsumfrage durch. LINK befragte letzte Woche 587 repräsentativ ausgewählte Personen zwischen 15 und 74 Jahren aus der deutschen und französischen Schweiz.
2.7.03
Unter der Finanznot des Bundes leidet auch der Nationalstrassenbau. Gemäss dem vom Bundesrat genehmigten 7. langfristigen Bauprogramm kommt es in vielen Kantonen zu Verzögerungen. Auch baureife Projekte werden zurückgestellt. Nächstes Jahr stehen für den Nationalstrassenbau 1,47 Milliarden Franken zur Verfügung. 2005 sind es 1,46 Milliarden, 2006 knapp 1,44 Milliarden und 2007 gut 1,45 Milliarden. Eingerechnet in diesen Zahlen sind die Kürzungen gegenüber dem Finanzplan. Das Budget 2004 wurde um rund 15 Millionen Franken reduziert. Im Rahmen des Entlastungsprogramms sind Abstriche von 80 Millionen (2005) und 120 Millionen (2006) geplant. Die Kantone hatten erheblich mehr Mittel angefordert, nämlich gegen 1,9 Milliarden Franken im Jahr. Mit einer strengen Prioritätenordnung will der Bundesrat für einen möglichst effizienten Einsatz der beschränkten Mittel sorgen. Bei den Neubauten haben Strecken mit hohem Verkehrsnutzen wie die Verbindung «Innerschweiz- Zürich» (A4) Vorrang, während Strecken mit kleineren Frequenzen warten müssen. Das bedeutet, dass auch baureife Projekte zurückgestellt werden. Insbesondere bei Neubaustrecken in den Kantonen Bern, Wallis, Obwalden und Jura kommt es zu Verzögerungen. Im Kanton Zürich kann die N4 Fildern- Knonau- Kantonsgrenze ZG statt 2009 erst 2010 eröffnet werden. Im Kanton Bern verschiebt sich die Eröffnung der N5-Umfahrung Biel Ost-Ast von 2013 auf 2014, jene der N5-Umfahrung Biel West-Ast von 2015 auf 2016 und jene der N16 Moutier- Court von 2009 auf 2011. Die Umfahrung Lungern der N8 im Kanton Obwalden kann dem Verkehr planmässig 2011 übergeben werden. Im Kanton Wallis werden die N9 Leuk- Gampel statt 2013 erst 2014 und die N9 Siders- Leuk statt 2012 erst 2013 eröffnet. Die Inbetriebnahme der N16 zwischen Delsberg und der Kantonsgrenze zwischen dem Jura und Bern verschiebt sich von 2011 auf 2012. Die Kürzungen im Entlastungsprogramm verteilen sich je zur Hälfte auf Neubaustrecken und auf Ausbauten. Gespart wird schwergewichtig bei Lärmschutz, Luftreinhaltemassnahmen sowie Lawinengalerien und Tunnels. Die Ausbauvorhaben werden um maximal drei Jahre zurückgestellt. Sie verteilen sich auf zehn Kantone über die ganze Schweiz.
3.7.03
Die Autovermieter spüren die momentane Reiseflaute. Wie der Autovermieter-Verband der Schweiz (AVS) mitteilte, erlitt die Branche 2002 einen rückläufigen Umsatz. Besonders betroffen waren die Geschäftsreisen. Besser erging es dem Freizeitverkehr. Die im Verband zusammengeschlossenen Firmen erwirtschafteten nach eigenen Angaben 211 Millionen Franken, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Summe mache etwa 75 Prozent des Branchenumsatzes aus, heisst es in einer Medienmitteilung. Seit dem Rekordjahr 2000 ist der Umsatz damit um fünf Prozent gesunken. Der Trend zu kürzeren Mieten habe sich fortgesetzt. Die durchschnittliche Mietdauer sei 2002 von 4,56 Tagen auf 4,46 Tage zurückgegangen. Die Anzahl der Vermietungen habe zugenommen, die Zahl der Miettage sei insgesamt aber gesunken. Eingebrochen sind laut AVS vor allem die Geschäftsreisen und die Vermietungen in Übersee. Die Umsätze an Flughäfen seien etwa in zweistelliger Prozenthöhe zurückgegangen. Weniger betroffen sei der lokale Freizeitverkehr. Der Ferienverkehr aus dem europäischen Ausland habe dank Billigfliegern sogar zugenommen. Der Rückgang ist nach Angaben des Verbandes mit der schwierigen Wirtschaftslage zu erklären. Bilanzskandale, Wirtschaftsflaute, Terroranschläge, der Irak-Krieg sowie Sars seien Gift für das Geschäft gewesen, schreibt AVS-Präsident Stefan Baumann. Der für das laufende Jahr vorausgesagte Aufschwung im Mietwagengeschäft lasse weiterhin auf sich warten. Erst ab 2004 sehe Baumann wieder Wachstumschancen, wenn die Unternehmen erneut auf Gewinnkurs kämen und die Reiserestriktionen in den Firmen gelockert würden. Er bemerkt allerdings, dass die Branche in Zukunft mit einem anderen Reiseverhalten konfrontiert werde: Die Reisedauer werde kürzer, Flugreisen würden seltener und kurzfristige Reservationen häufiger. Die Zahlenerhebung wird jährlich von einer neutralen Treuhandstelle durchgeführt, wie der AVS schreibt.
4.7.03
Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember werden die Regionalen Verkehrsbetriebe Schaffhausen (RVSH) vier Buslinien von der PostAuto übernehmen. Am Fahrplan ändert sich nichts; die Arbeitsplätze bleiben erhalten. Der öffentliche Busverkehr in der Stadt Schaffhausen und der Region liegt in Zukunft in einer Hand. Die PostAuto übernimmt für die RVSH verschiedene Managementaufgaben. Die damit eingesparten Kosten sollen ins Angebot, insbesondere in den Abendverkehr, gesteckt werden, versicherte Walter Herrmann, Direktor der RVSH, vor der Presse. Für die RVSH verdoppelt sich mit der Übernahme der vier Linien nach Bargen-Blumberg, Hemmental, Buch und Thayngen das Geschäftsvolumen. Zu den jetzigen 700'000 Kilometern kommen 600'000 Kilometer hinzu. Der Fahrzeugbestand wächst von zehn auf 20 Busse. Die bisherige Fahrbeauftragte Rattin AG wird im Auftrag der RVSH die Betriebsleistungen übernehmen. Für die Kunden soll sich zunächst kaum etwas ändern. Allenfalls wird es RVSH-Aufkleber auf Bussen und Haltestellen geben. Im Kursbuch sind die Linien dann unter RVSH zu finden. Änderungen im Erscheinungsbild und Angebotsverbesserungen sind erst ab dem Fahrplanjahr 2005 geplant.
4.7.03
Als Alternative für Fernreisen, welche dieses Jahr deutlich schlechter als sonst gebucht werden, lancieren Schweiz Tourismus (ST) und die SBB eine Sommeraktion und haben dafür ein Angebotspaket geschnürt. Dieser Sommer steht für viele Schweizerinnen und Schweizer unter dem Motto «Warum in die Ferne schweifen, sieh', das Gute liegt so nah»: Die anhaltende Wirtschafts-Flaute und die politische Weltlage lassen manchen auf eine Reise in ferne Länder verzichten. Angesichts dieser Situation haben ST und SBB mehr als 250 Sommerideen zusammengestellt, wie sie mitteilten. Angesprochen werden in erster Linie Familien. Im Zentrum stehen tagesaktuelle Reisevorschläge, auf welche Plakate, Inserate und Publireportagen vom 6. Juli bis zum 7. September hinweisen. Speziell für die Sommeraktion hat die SBB eine Website aufgeschaltet. Die aktuellen Ausflugsideen werden zudem per SMS und E-Mail mitgeteilt und zu Beginn der Aktion als Beilage in den grossen Tageszeitungen bekannt gemacht. Gäste aus dem In- und Ausland geben nach Angaben von ST in der Schweiz jährlich insgesamt rund acht Milliarden Franken aus. Fünf Milliarden davon stammen von Gästen aus dem Inland. Der Tagestourismus wird dabei immer wichtiger: Zwischen 1996 und 2001 stiegen die Ausgaben der Inland-Gäste für den Tagestourismus um 12 Prozent, bei den Gästen aus dem Ausland um 28 Prozent. Fünf Prozent der gesamten touristischen Bruttowertschöpfung erwirtschaften gemäss SBB mit fast 800 Millionen Franken die Eisenbahnen. Zusätzliche 400 Millionen steuern die Berg- und Spezialbahnen bei. Diese Anteile sollen noch wachsen: Wie Paul Blumenthal, Leiter der Division Personenverkehr, mitteilt, wird ab 1. Dezember 2003 das Generalabonnement ohne Einschränkungen auf dem ganzen Streckennetz der Matterhorn-Gotthard-Bahn gelten. Weitere Ausweitungen sollen folgen.
7.7.03
Die Kommission für Energie, Umwelt und Verkehr (KEVU) des Zürcher Kantonsrats hat sich einstimmig für den Ausbau des S-Bahnnetzes ausgesprochen. Die dritte Teilergänzung kostet den Kanton 95,8 Millionen Franken. Die dritte Teilergänzung werde den Erfolg der S- Bahn Zürich fortschreiten, ist die KEVU gemäss Mitteilung überzeugt. Die S-Bahn werde mit einer ausgewogenen Finanzierung zwischen Kanton und SBB gezielt dort ausgebaut, wo die Nachfrage gross ist und der öffentliche Verkehr attraktiv bleiben muss. Die SBB beteiligt sich mit 115 Millionen Franken an den Gesamtinvestitionen von 230,9 Millionen. An den Kosten. beteiligen sich neben dem Kanton Zürich die Kantone Aargau, Thurgau und St. Gallen. Dichteres Angebot und mehr Direktverbindungen sollen bis 2007 für kürzere Reisezeiten sorgen und Kapazitätsengpässe beseitigen. Die Strecken ins Zürcher Oberland, ins Knonauer Amt, am linken Zürichseeufer und zum Flughafen Zürich erhalten den Viertelstundentakt, diejenige ins Furttal den Halbstundentakt. Erschlossen werden die am Rande des Wirtschaftsraumes Zürich liegenden Wohngemeinden und Siedlungsgebiete. Die S-Bahn wird bis Aarau, Schaffhausen und Weinfelden verlängert, wovon das Limmattal und das rechte Zürichseeufer profitieren. Zudem entstehen neue Haltestellen, Bahnhöfe werden ausgebaut und Gleisabschnitte auf Doppelspur erweitert. Die KEVU empfiehlt dem Kantonsrat diese Teilergänzung zur Annahme, da ihre Finanzierung gesichert scheint. Die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Löwenstrasse hingegen könnte durch die Sparmassnahmen des Bundes verzögert werden. Weil er den Knoten Zürich entlaste, sei er nicht nur für den Kanton Zürich, sondern für die ganze Schweiz bedeutend, schreibt die KEVU. Sie appelliert an alle Verantwortlichen, das Projekt nicht zu verzögern.
7.7.03
Die Schweizerinnen und Schweizer haben im 2002 weniger Erdölprodukte verbrannt als im Vorjahr: Die Verkäufe von Treib- und Brennstoffen sind zurückgegangen. Gesamthaft lag der Erdölabsatz leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Treibstoffverkäufe gingen um 3 Prozent auf 6,5 Millionen Tonnen zurück, schreibt die Erdöl-Vereinigung (EV) in ihrem veröffentlichten Jahresbericht. Besonders stark betroffen seien die Flugpetrolverkäufe mit einem Rückgang von 11,2 Prozent. Der Rückgang sei eine Folge der schleppenden Konjunktur, der Strukturprobleme der Schweizer Luftfahrt und des rückläufigen Verkehrs auf dem Flughafen Zürich. Der Verkauf von Benzin sank 2002 erneut um 2 Prozent auf 3,8 Millionen Tonnen. Die EV macht dafür die wirtschaftliche Stagnation und den durch die angespannte politische Situation verunsicherten Freizeit- und Reiseverkehr verantwortlich. Auch die Einführung des Euros am 1. Januar 2002 habe einen Einfluss auf die Benzinverkäufe in grenznahen Regionen. Die neue Währung habe die Preise in den EU-Ländern viel tiefer erscheinen lassen als in der Schweiz. Zugenommen hat dagegen der Absatz von Diesel. Mit 1,4 Millionen verkauften Tonnen verbuchte die Branche mit einem Plus von 3 Prozent laut EV einen Rekord. Grund: Die mit Diesel angetriebenen Autos erfreuten sich steigender Popularität. Nachdem der Absatz von Brennstoffen 2001 sprunghaft um 23 Prozent angestiegen war, ging er 2002 wieder um 9 Prozent auf rund 5 Millionen Tonnen zurück. Steigende Preise und die mehrheitlich milde Witterung hätten den Verkauf verringert, schreibt die EV. Die Schweiz hat letztes Jahr 3,4 Prozent weniger Erdöl eingeführt als 2001. Die Importe von Rohöl und Erdölprodukten beliefen sich auf 13,2 Millionen Tonnen. Beim Rohöl stieg die Einfuhr 2002 um 2 Prozent auf 4,9 Millionen Tonnen. Demgegenüber steht der Rückgang der Importe von Fertigprodukten um 6,3 Prozent auf 8,4 Millionen Tonnen. Nach wie vor importiert die Schweiz mit 88,3 Prozent beziehungsweise 4,3 Millionen Tonnen die grösste Menge Rohöl aus Afrika. Mit 2,2 Millionen Tonnen deckt Libyen fast die Hälfte der Schweizer Rohölversorgung. Die übrigen Importe stammten vor allem aus Algerien und Nigeria. Aus dem Mittleren Osten wurden nur 0,4 Millionen Tonnen importiert. Die Erdölprodukte stammten gemäss Angaben der EV fast vollständig aus Raffinerien in der EU. Die Niederlande waren mit einem Anteil von über einem Drittel erneut wichtigstes Importland.
8.7.03
Die direkte Wertschöpfung der sechs Schweizer Flughäfen ist in den letzten zwei Jahren deutlich von 5,6 auf 4,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zurückgegangen. 9'900 Stellen sind direkt, 37'000 indirekt verloren gegangen. Der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Schweizer Landesflughäfen betrage 18 Prozent, sagte Markus Maibach vom Forschungsbüro Infras in Bern bei der Präsentation einer Studie. Die Passagierzahlen sind «seit dem letzten Blütejahr 2000» um 17 Prozent zurückgegangen. Die Studie wurde im Auftrag der Swiss International Airport Association (SIAA), dem Flughafen Altenrhein und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) erstellt. Gemäss Maibach sind nach dem Grounding von Swissair, den Ereignissen vom 11. September 2001 und wegen der verschlechterten Weltkonjunktur innert kürzester Zeit bei direkten und indirekten Effekten der Landesflughäfen von Zürich, Genf, Basel, Bern, Lugano und Altenrhein über 1,5 Milliarden Franken an Wertschöpfung oder 15'000 Arbeitsplätze weggefallen. Währenddem vor allem Zürich (-21 Prozent der Wertschöpfung) und Basel (-23 Prozent) davon betroffen waren, gab es in Genf nur einen minimalen Einbruch von 2 Prozent. Insgesamt ist durch die sechs Flughäfen im letzten Jahr eine Gesamtwertschöpfung von 21 Milliarden Franken erzielt worden. 161'000 Beschäftigte leben direkt oder indirekt von den Flughäfen. 90 Prozent der Wertschöpfung wurde in der Schweiz erzeugt, der Rest vor allem in den grenznahen Gebieten von Basel und Genf. Einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat vor allem das flughafennahe Gebiet. In Zürich verbleiben 56 Prozent der Ausgaben der Passagiere im Kanton Zürich. Der Nutzen des Zürcher Flughafens für das nahe Ausland, also den Süddeutschen Raum, ist gemäss Studie gering. Ein ausländischer Flugpassagier, der in die Schweiz kommt, gibt im Durchschnitt 1'000 Franken aus, generiert aber einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 2'000 Franken. Die Nähe zu einem der Schweizer Flughäfen ist gemäss Maibach für Niederlassungen ausländischer Firmen zwar wichtig, allerdings nur «einer unter vielen relevanten Faktoren». Das Angebot von Direktflugverbindungen ist laut Studie kein primärer Standortfaktor. Unternehmungen seien bei der Wahl von Airlines «zeit- und preissensibel». Wenn die Preise von Umsteigeflügen über ausländische Hubs tiefer seien, stellten sie durchaus eine Alternative für Direktflüge dar.
9.7.03
Beim Bau des Lötschberg-Basistunnels ist heute das 4,6 Kilometer lange Stück der Weströhre ab Südportal Raron fertig gesprengt worden. Damit sind 83 Prozent des Tunnels ausgebrochen. Nach 26 Monaten Bauzeit ist damit termingerecht der sechste der insgesamt 12 Vortriebe am Basistunnel beendet, wie die BLS AlpTransit AG mitteilte. Der Durchschlagspunkt liegt dort, wo der Fensterstollen Steg in die Weströhre des Basistunnels einmündet. Seit dem 7. Mai 2001 hatten die 45 Mineure der Arbeitsgemeinschaft MaTrans den Stollen rund um die Uhr vorwärts getrieben. Total wurden 300'000 Kubikmeter Gestein aus dem Berg geholt. Der Hauptdurchschlag des Lötschberg-Basistunnels ist per Ende 2004 geplant. Vorwärts geht es auch mit der Zufahrt zur Lötschberg-NEAT: Zwischen Ostermundigen und Gümligen bei Bern hat die SBB heute mit dem Bau des dritten Gleises begonnen. Es schafft ab 2007 die nötige Kapazität als Zubringer zum Lötschberg-Basistunnel und für den regionalen Personen- und Güterverkehr.
9.7.03
Die SBB hat auf den ersten 12 Kilometern der Bahn 2000-Neubaustrecke Mattstetten BE- Rothrist AG mit Testfahrten begonnen. Geprüft wird auch das Zugsicherungssystem ECTS. Ob es bis zum Start von Bahn 2000 Ende 2004 bereitsteht, bleibt unsicher. Die 45 Kilometer lange Neubaustrecke Mattstetten- Rothrist bildet das Rückgrat der ersten Etappe von Bahn 2000, die am 12. Dezember 2004 in Betrieb gehen soll. Gut 500 Tage vor dem Start der 1. Etappe sind ausser dem pièce de résistance von Bahn 2000 noch mehr als 50 kleinere Projekte im Bau, wie die SBB an einer Medienfahrt zum Start des Testprogramms auf der Neubaustrecke bekannt gab. Inzwischen habe die SBB 4,9 Milliarden Franken in den Ausbau von Bahn 2000 investiert, wie Pierre-Alain Urech, der stellvertretende Vorsitzende der SBB-Geschäftsleitung sagte. Mit geschätzten Endkosten von zwischen 5,7 und 5,9 Milliarden Franken werde die 1. Etappe von Bahn 2000 im Budgetrahmen von 7,4 Milliarden abgeschlossen. An der Neubaustrecke Mattstetten- Rothrist sind die Arbeiten soweit fortgeschritten, dass am 30. Juni erstmals die Fahrleitung eingeschaltet wurde und die Funktionstests beginnen konnten, so der Gesamtprojektleiter der Neubaustrecke SBB, Werner Müller. Bisher seien rund 100 Tests und Versuche geplant. Dabei werde das Fahrverhalten der Züge, das Funktionieren der Funkverbindungen sowie das neue Signal- und Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) geprüft. Ab Juni 2004, wenn die verbleibenden drei Tunnels bei Herzogenbuchsee BE bahn- und sicherungstechnisch ausgerüstet sind, soll die Neubaustrecke dann durchgehend für Testfahrten zur Verfügung stehen. Laut den SBB-Verantwortlichen ist weiter unsicher, ob die Neubaustrecke ab Mitte Dezember 2004 wie geplant mit dem neuen ETCS-System in Betrieb geht. Der Zeitplan zur Inbetriebnahme des Systems sei knapp bemessen, sagte Urech. Zurzeit liege der Alstom-Konzern beim Ausrüsten der Fahrzeuge mit dem System «mehrere Monate hinter dem Zeitplan». Wegen Problemen beim ETCS-System hatte die SBB Ende 2002 beschlossen, auf der Strecke zusätzlich konventionelle Aussensignale zu installieren. Damit könnten statt 200 nur 160 Kilometer pro Stunde gefahren werden, was einem Zeitverlust von 3 Minuten entspricht. Dank einer Minimierung der Baustellen zwischen Olten und Zürich könnte der Fahrplan (Bern- Zürich in 58 Minuten) trotzdem eingehalten werden. Das halbe Jahr, das von Juni 2004 bis zum Start von Bahn 2000 bleibt, will die SBB laut Communiqué intensiv nutzen, um die gesamte Strecke und das ETCS-System auf Herz und Nieren zu testen, damit die Neubaustrecke ab 12. Dezember 2004 bereitsteht.
9.7.03
Winterthur kauft zehn neue Trolleybusse. Das Auftragsvolumen für die zehn Gelenktrolleybusse mit Niederflureinstieg und Klimaanlage beläuft sich auf 11 bis 13 Millionen Franken. Die Winterthurer Verkehrsbetriebe (WV) werden die 18-Meter-Busse in den nächsten Tagen europaweit ausschreiben. Sie erwarten laut WV-Direktionssekretär Reto Abderhalden drei bis vier Offerten, darunter auch eine des polnischen Herstellers Solaris, der den WV die letzten neuen Dieselbusse geliefert und bereits für zahlreiche osteuropäische Städte auch Trolleybusse gebaut hat.
11.7.03
Die Nordwestschweizer Kantone verlangen vom Bund eine aktive Rolle bei der Diskussion über die künftige Führung des Schienenverkehrs im Grossraum Basel. Diese Fragen dürften nicht den Bahnen allein überlassen werden. Mit ihrer Studie zu einem Rheinübergang östlich von Basel hätten sich die Bahnen voreilig auf eine bahntechnisch machbare Lösung fokussiert, teilte die Nordwestschweizer Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs mit. Die entsprechende Position habe man auch in einem Schreiben an Bundesrat Moritz Leuenberger dargelegt. Nach Auffassung der Kantone sind vorerst die grundlegenden Fragen über das Ausmass und die strategische Ausrichtung der künftigen Nord-Süd-Verkehrsführung in Europa und die Konsequenzen daraus für den Grossraum Basel zu klären. Die sechs Kantone (AG, BL, BS, BE, JU, SO) verlangen nun eine gemeinsame Planung unter der Führung der Verkehrsministerien von Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Das Projekt «Bypass Hochrhein» von SBB und Deutsche Bahn sieht einen neuen Rheinübergang östlich von Basel vor, um Engpässe in der Schweiz auf deutschem Gebiet zu umfahren. Der Transit-Güterverkehr soll dann teils über die deutsche Hochrheinstrecke an Basel vorbeigeleitet werden. Gegen die Pläne hat sich in Südbaden bereits Widerstand geregt.
13.7.03
Die Deutsche Bahn DB hat wegen Verlusten und verärgerten Kunden ihr kompliziertes Preissystem wieder vereinfacht. Es tritt am 1. August 2003 in Kraft. DB ist mit ihrem komplizierten Preissystem, das erst im Dezember 2002 in Kraft getreten war, gründlich auf die Nase geflogen. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres fehlten ihr laut DPA 262 Millionen Euro ion der Kasse. Die Idee, die Kunden mit Frühbucherrabatten aus den vollen in die leeren Züge zu holen, ist gründlich gescheitert, viele Kunden waren verärgert und nun zog die DB endlich die Konsequenzen und vereinfachte das System wieder. Es tritt am 1. August 2003 in Kraft und sieht so aus: Es gibt zwei Formen von Bahncard. Die Bahncard 25 kostet 50 Euro und bringt 25 Prozent Ermässigung. Sie ist für Schweizer Kundinnen und Kunden uninteressant, denn das Schweizer Halbtax und das GA bringen weiter bei Reisen von der Schweiz nach Deutschland ebenfalls 25 Prozent Reduktion. Die Bahncard 50 ist für Vielfahrer gedacht, kostet in der zweiten Klasse 200 Euro und bringt 50 Prozent Ermässigung; eigene Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit. Ausserdem dürfen bis zu fünf Mitfahrende zum halben Preis mitgenommen werden. Die Bahncard 50 gilt auch im Regionalverkehr, aber nicht in Verkehrsverbünden. Auch ein GA ist vorgesehen. Es kostet in der 1. Klasse 5‘000 Euro und in der 2. Klasse 3‘000 Euro. Das bisherige Plan und Spar wird auf zwei Stufen reduziert. Beim Sparpreis 25 gibt es bei Vorausbuchung midestens drei Tage vor der Fahrt eine Ermässigung von 25 Prozent. Der Sparpreis 50 bringt 50 Prozent Ermässigung, hat die gleiche Vorbuchungszeit, muss allerdings mit einer Wochenendbindung gekauft werden, wobei diese gelockert wurde. Das heisst, früher musste zwischen Hin und Rückfahrt eine Nacht von Samstag auf Sonnteg liegen, ab August aber können beide Fahrten am selben Wochenendtag erfolgen. Das günstige Reisen hat natürlich einen Haken: Man muss sich auf einen Zug festlegen, es gilt ein Mindestpreis und es gibt ein begrenztes Fahrkartenkontingent. Wer den Zug wechseln muss, zahlt die Differenz zum Normalpreis und zusätzlich eine Gebühr von 15 Euro.
16.7.03
Die Kinderkrankheiten des neuen Zürcher Cobra-Trams sind weitgehend behoben. Sechs Trams der Testserie sind im Einsatz, ab Mitte 2005 werden mindestens 61 weitere Fahrzeuge ausgeliefert. Ob sie mit einer Klimaanlage ausgerüstet werden, ist noch offen. Die Prototypen des eigens für Zürcher Verhältnisse entwickelten Trams hätten sich im Linienbetrieb weitgehend bewährt, hiess es an einer Medienkonferenz. Die Betriebstauglichkeit des Fahrzeugs sei nachgewiesen. «Das Cobra ist die richtige Wahl für Zürich» ist Stadtrat Andres Türler überzeugt. Das «Cobra» sei heute das leiseste Fahrzeug der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), sagte VBZ-Direktor Thomas Portmann. Für eine Wohnstadt wie Zürich sei der Lärm eine «Schlüsselfrage». Die Reaktion der Bevölkerung auf die Lärmreduktion sei denn auch entsprechend positiv. Der Verkehrsrat des Kantons Zürich wird gemäss Portmann bis Herbst entscheiden, wie viele Fahrzeuge die VBZ erhalten. Die bereits im Frühling 2000 vereinbarte Bestellung von mindestens 61 weiteren «Cobras» kann nun ausgelöst werden. Der Stadtrat möchte 8 zusätzliche Fahrzeuge bestellen. Die «Cobras» sollen die alten Mirage-Fahrzeuge ablösen. Weitere «Cobras» könnten dereinst für die Stadtbahn Glattal sowie bei der Realisierung des geplanten Tramlinien-Ausbaus beschafft werden. Statt wie geplant im Dezember 2004 werden die nächsten Cobras-Trams erst ab Mitte 2005 vom Konsortium geliefert; gebaut werden sie in Pratteln BL. Über die Lieferkadenz gibt es noch keine Einigung. Das Konsortium möchte gemäss Bombardier-Geschäftsführer Alfred Ruckstuhl lieber mehr als ein Fahrzeug pro Monat liefern. Ab August werden erste Tests mit klimatisierten Fahrzeugen durchgeführt. Bisher ist keine gekühlte Frischluft, sondern bloss eine «forcierte Lüftung» geplant. Dabei kann pro Minute einmal das gesamte Luftvolumen ausgetauscht werden. Auch wenn die Klimatisierung im Fahrgastraum eingeführt wird, wird die «forcierte Lüftung» als Zweitsystem beibehalten. Ob nun alle neuen «Cobras» mit Klimageräten ausgerüstet werden, muss auch der Verkehrsrat entscheiden.
16.7.03
Das Projekt einer dritten Belchenröhre ist einen Schritt weitergekommen. Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) hat das Ausführungsprojekt fertig gestellt und in diesen Tagen beim Bund eingereicht. Das Ausführungsprojekt soll nach erfolgter Prüfung durch die zuständigen Bundesstellen Ende Jahr öffentlich aufgelegt werden, wie die BUD mitteilte. Das generelle Projekt für den Sanierungstunnel am Belchen war im März vom Bundesrat genehmigt worden. Die neue Tunnelröhre soll westlich der bestehenden zwei Röhren in der gleichen Höhenlage geführt werden. Es handelt sich um eine zweispurige Hochleistungsstrasse für eine Ausbaugeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Die Bauzeit soll vom Spatenstich bis zur Inbetriebnahme vier Jahre betragen. Die Baukosten belaufen sich auf 270 Millionen Franken. Der Sanierungstunnel soll gewährleisten, dass der Verkehr auch bei Unterhaltsarbeiten und bei der Instandsetzung der jetzigen Röhren sowie im Ereignisfall vierspurig geführt werden kann. Im Normalbetrieb sollen die äusseren Röhren befahren werden, die mittlere soll als Flucht- und Rettungsstollen dienen. Das Baselbieter Stimmvolk hatte am 18. Mai dieses Jahres einer Vorlage zugestimmt, wonach der Kanton verpflichtet wird, den Bau der dritten Belchenröhre voranzutreiben.
16.7.03
Die BLS Lötschbergbahn AG trennt sich vom Car-Geschäft, das durch das Tochterunternehmen Auto AG Interlaken geführt wird. Es laufen Verhandlungen mit der Autoverkehr Grindelwald AG, wie die BLS mitteilte. Mit dem Verlust der öffentlichen Buslinien auf dem Bödeli an den Konkurrenten Postauto Berner Oberland vor zwei Jahren habe die Auto AG Interlaken eines ihrer wirtschaftlichen Standbeine verloren. Zudem leide das verbleibende Reisebusgeschäft seit einiger Zeit unter der unbefriedigenden touristischen Nachfrage. Die BLS Lötschbergbahn AG als Alleinaktionärin der Auto AG Interlaken suche deshalb nach einer Lösung für das operative Geschäft ihrer Car-Tochter, wie es in der Mitteilung heisst. Die Offerte der Autoverkehr AG Grindelwald wird weiterverfolgt. Ziel sei es, sowohl für die Kundschaft als auch für die Mitarbeitenden einen reibungslosen Übergang zu vollziehen. Beim Car-Geschäft geht es um Transferfahrten für ausländische Reisegruppen, mehrtägige Rund- und Spezialreisen und Ausflugsfahrten.
16.7.03
Die offene Lärmschutzgalerie der Autobahn A2 in Hergiswil wird nicht in einen Tunnel umgebaut. Das 100 Millionen Franken teure Projekt lässt sich nicht finanzieren. Nun müssen neue Massnahmen gefunden werden. Wie die Baudirektion Nidwalden mitteilte, hätte der als Lärmschutzmassnahme geplante Tagbautunnel 75 Millionen und die Sicherheitsmassnahmen 25 Millionen Franken gekostet. Der Bund bezifferte die maximale Investitionssumme auf 30 Millionen Franken. Dieser Entscheid der Bundesämter für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) und für Strassen (Astra) habe zur Folge, dass Hergiswil 70 Millionen Franken übernehmen müsste, schreibt die Baudirektion. Dies sei auch für die gut gestellte Gemeinde nicht tragbar. Damit müssen neue Massnahmen gefunden werden, um den Lärm einzudämmen. In Frage kommen etwa Lärmschutzfenster bei besonders betroffenen Gebäuden. Wegen den Sparmassnahmen des Bundes wird sich die Realisierung des Lärmschutzes in Hergiswil um drei Jahre auf 2010 verschieben. Mit Verzögerungen von einem Jahr müssen auch Stans und Stansstad rechnen.
16.7.03
Schweizerinnen und Schweizer lassen sich ihr Auto im Schnitt fast 35'000 Franken kosten. Letztes Jahr wurden 295'109 neue Personenwagen im Wert von insgesamt 10,3 Milliarden Franken verkauft. Im Vorjahr waren es noch 11,1 Milliarden gewesen. Die Umsätze der gesamten Automobilbranche betrugen letztes Jahr 73,9 Milliarden Franken, wie auto-schweiz, die Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure, mitteilte. Im Vorjahr hatten sie noch bei fast 78 Milliarden Franken gelegen. Die Umsätze der Zulieferer werden auf 6,5 (Vorjahr: 6,3) Milliarden Franken beziffert. In der Schweiz verdienen gemäss Erhebung von auto-schweiz rund 280'000 Personen ihren Lebensunterhalt mit der Autobranche. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich damit keine Veränderung. Die Fiskalabgaben aus dem Strassenverkehr beliefen sich 2002 auf 9,7 Milliarden Franken. Mit 3,6 Milliarden wurde mehr als ein Drittel davon für den Strassenbau verwendet. Aus der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) flossen 773 Millionen Franken in die Bundeskasse. Zu einem immer bedeutenderen Posten für Gemeinden und Kantone entwickeln sich laut auto-schweiz die Bussen-Einnahmen aus dem Strassenverkehr. Gemäss vorsichtigen Schätzungen betrugen sie 2002 rund 430 Millionen Franken.
23.7.03
In Zukunft sollen in der EU in sensiblen Gebieten Bahnprojekte über LKW-Abgaben finanziert werden. Die Schweiz ist von EU-Verkehrspolitikern immer wieder als Vorbild hingestellt worden. Nur hier werden die Lastwagenbenutzer über die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) zur Finanzierung der neuen Bahninfrastruktur herangezogen. EU Verkehrskommissarin Loyola de Palacio hat den lange angekündigten Vorschlag für eine ähnliche Lösung in der EU vorgelegt. Die sogenannte Wegkosten-Richtlinie sieht vor, dass zumindest in «sensiblen Gebieten» die LKW-Maut zur Finanzierung von Bahnbauten in der gleichen Region verwendet werden darf. Allerdings darf nur ein Viertel der Maut zu diesem Zweck eingesetzt werden. Als sensible Gebiete nannte de Palacio die Alpen und die Pyrenäen. In den anderen Teilen der EU wäre die Quersubventionierung untersagt. Auch in der Höhe der Maut nähert sich der EU-Vorschlag dem Schweizer Vorbild an. Entsprechend können die Kosten für den Bau, den Unterhalt und den Betrieb der Projekte für die Berechnung der Maut herangezogen werden. Zudem können die Kosten für den Umweltschutz, etwa für Lärmschutzanlagen und für die Senkung der Unfallträchtigkeit angerechnet werden. Überdies darf die Maut variieren gemäss der Belastung sensibler Gebiete, der Umweltbelastung der Fahrzeuge und der Auslastung der Strassen.
29.7.03
Die Preise im Güterverkehr sind im Halbjahr zwischen Oktober 2002 und April 2003 um 0,6 Prozent gesunken. Billiger wurde aber vor allem der Transport auf der Strasse, was mit einem grossen Angebot auf dem Transportmarkt zusammenhängt. Auf der Strasse sanken die Kosten zwischen Oktober 2002 und April 2003 um 0,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) mitteilte. Damit setze sich ein seit längerem beobachteten Trend fort. Den deutlichsten Rückgang verzeichneten die Preise für Bautransporte (-2,1 Prozent). Im Vergleich zum April letzten Jahres waren Gütertransporte auf der Strasse insgesamt um 1,3 Prozent günstiger. Im Schienentransport blieben die Preise stabil. Im Gegensatz zum Strassenverkehr verzeichneten hier jedoch die Erdöltransporte einen starken Preisrückgang (-7,7 Prozent). Hier wirkte sich laut BfS der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Bahngesellschaften aus.
29.7.03
Die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) soll im Kanton Uri in zwei Etappen gebaut werden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) lässt prüfen, ob der Bau der umstrittenen Strecke im Norden des Kantons bis 2007 verschoben werden kann. Mit dem Auftrag an die Bauherrin, eine Etappierung zu prüfen, reagiert das BAV auf die politischen Querelen um die Streckenführung durchs Urner Reusstal. Umstritten ist besonders der nördliche Teil der Streckenführung von Ried bis Altdorf und dort die Frage, ob der Schächenbach untertunnelt oder überfahren werden soll. Die Urner Bevölkerung besteht auf einem Tunnel, der Bundesrat bevorzugt eine Brücke. Da dieser Zwist das Planungsverfahren der gesamten Urner Neat-Strecke zu lähmen droht, lässt das BAV nun eine Aufteilung des Genehmigungsverfahrens prüfen. Ziel ist es, den Eröffnungstermin des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2013 nicht zu gefährden. Gemäss dem Vorschlag des BAV wird das Genehmigungsverfahren in einen Teil für die Südstrecke und in einen zweiten Teil für die Nordstrecke aufgeteilt. Die Genehmigung für die weniger umstrittene südliche Strecke vom Tunnelportal in Erstfeld bis Ried soll wie geplant Ende Jahr unter Dach sein. Mit der Genehmigung der umstrittenen Nordstrecke soll dagegen bis ins Jahr 2007 zugewartet werden. Laut der Bauherrin, der Alp-Transit Gotthard AG, ist dies möglich, ohne dass der Eröffnungstermin des Gotthard-Basistunnels in Gefahr sei.
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