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Juli 2006

1.7.06
Der TCS erwirtschaftete 2005 inklusive Tochtergesellschaften einen Netto-Gesamtumsatz von 411 Millionen und profitierte von der guten Entwicklung der Finanzmärkte, was sich im konsolidierten Gewinn von 13,7 Millionen Franken widerspiegelt. Erfreulich entwickelte sich auch der Portefeuillebestand der Auto- und Rechtsschutzversicherungen. Auf dem Gebiet der Verkehrspolitik stellt die Vorlage «dopo avanti» des Ständerates für den TCS das absolute Minimum dar. Es gehört zu den zentralen Zielsetzungen des TCS, die vom motorisierten Verkehr verursachten Nachteile zu reduzieren. Er verstärkt deshalb sein Engagement für Verbesserungen bei der Umweltbelastung und in der Verkehrssicherheit. Die Patrouille TCS, Synonym für einen zuverlässigen Pannendienst, kann erneut auf ein Rekordjahr zurückblicken. Insgesamt wurden letztes Jahr 411'000 Pannen erledigt. 333'000 Pannen wurden von den Patrouilleuren, die übrigen durch Vertrags- und Markengaragen behoben. Der TCS setzt sich aktiv für einen Infrastrukturfonds «dopo avanti» ein, der die Anliegen des Strassenverkehrs gebührend berücksichtigt (ständerätliche Variante). Einen Bundesbeschluss, der den Strassenverkehr schlechter stellt als heute, kann und will der TCS nicht akzeptieren. Der TCS setzt sich zudem dafür ein, die Nachteile der Mobilität zu mindern. Er verfolgt dabei zwei Stossrichtungen: Autos müssen noch umweltverträglicher werden. Der TCS setzt sich für Autos ein, die weniger Treibstoff verbrauchen und auch weniger Schadstoffe ausstossen. Zudem befürwortet der TCS die Reduktion von Feinstpartikeln bei Diesel-PW und empfiehlt Konsumenten Dieselfahrzeuge (nur Neuwagen) mit Partikelfilter zu kaufen. Auch begrüsst der TCS ein Bonus/Malus-System bei der Einfuhr neuer Fahrzeuge, abhängig vom Treibstoffverbrauch. Dies unter der Voraussetzung, dass die gewählte Lösung ertragsneutral ist und keine neue versteckte Steuer beinhaltet, eine einfache Handhabung gewählt wird und das anzuwendende Verfahren transparent bleibt.

1.7.06
Die Schweizerische Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV Schweiz) hat an ihrer Delegiertenversammlung in Olten eine zweite, vollwertige Bahn 2000-Etappe gefordert. Die vom Bundesamt für Verkehr (BAV) und der SBB ausgearbeiteten Vorschläge für die zukünftige Entwicklung der Eisenbahnprojekte (ZEB) müssten mittelfristig zu einer vollwertigen, zweiten Etappe der Bahn 2000 ausgebaut werden, heisst es in einer Resolution. Das Konzept weise ein gutes Kosten-/Nutzenverhältnis auf. Von den vorgeschlagenen Investitionen im Kernnetz in Höhe von 4,7 Milliarden Franken und der Komplettierung des Knotensystems in den Bahnhöfen Lausanne, Biel, Interlaken-Ost, Visp und St. Gallen profitierten neben dem Fern- auch der Regional- und Güterverkehr. Voraussetzung sei aber, dass die regionalen Konzepte nach dem gleichen Vorgehen geplant werden. Die IGöV Schweiz bedauert, dass nicht ausreichend Mittel für eine zweite Bahn 2000-Etappe nach dem ursprünglichen Konzept vorhanden sind. So verhinderten die verbleibenden Engpässe Angebotsverbesserungen mit einem interessanten Potenzial, teilte die IGöV mit.

3.7.06
Das Rechnungsergebnis 2005 des Zürcher Verkehrsverbundes ist erfreulich: Das Defizit ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Tarifanpassung Ende 2004 wurde vom Markt gut akzeptiert und führte zu keinen Fahrgastverlusten. Auch der Fahrplanwechsel verlief reibungslos; die damit verbundenen Angebotsausbauten werden rege genutzt. Der ZVV schloss 2005 mit einem Defizit von rund 280 Millionen Franken ab. Trotz Angebotsausbau ist die Kostenunterdeckung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 4 Millionen Franken gesunken: einerseits fielen aufwandseitig die Entschädigungen an die Verkehrsunternehmen geringer aus als geplant, andererseits konnten die Verkehrserträge über Erwarten gesteigert werden. Mit knapp 500 Millionen Franken verzeichneten die Einnahmen aus dem ZVV-Tarif eine Zuwachsrate von fast 7 Prozent. Damit lagen sie höher als die erfolgte Tarifanpassung von durchschnittlich 5,8 Prozent. Die Tarifanpassung führte zu keinen Fahrgastverlusten. Die Fahrgastfrequenzen sind auch im letzten Jahr weiter gestiegen, das neue Angebot wird sehr gut genutzt: Spitzenreiter ist die S3 mit Verlängerung bis Aarau: Gegenüber dem Vorjahr sind auf dieser Linie 33 Prozent mehr Fahrgäste unterwegs. Durchschnittlich sind die S-Bahnfrequenzen um 3 Prozent gestiegen, die Busunternehmen haben 4 bis 9 Prozent mehr Fahrgäste als im 2004. Das ZVV-Nachtnetz schreibt auch im dritten Betriebsjahr schwarze Zahlen: Die Angebotsausbauten führten zu einer Nachfragesteigerung gegenüber dem Vorjahr von 30 Prozent. Ebenfalls bewährt hat sich der Aboverbund Z-Pass: Im ersten Betriebsjahr lagen die Einnahmen 20 Prozent über den Prognosen, die Ausweitung des Ticketsortiments ist in Planung.

3.7.06
Die S-Bahn Luzern hält ab Dezember 2007 auch beim Verkehrshaus. Die neue, gleichnamige Haltestelle dient nicht nur dem Museum, sie erschliesst auch Wohnungen und Arbeitsplätze im Würzenbachquartier. Mit dem Bau der neuen Station soll Mitte 2007 begonnen werden, teilte das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement mit. Geplant sind zwei je 200 Meter lange Perrons; in einer zweiten Etappe soll bis 2009 eine Passerelle über die Bahn und die angrenzende Kantonsstrasse hinzukommen. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 halten die Züge der S-Bahn Luzern zweimal pro Stunde und Richtung bei der neuen Haltestelle Luzern Verkehrshaus. Das Museum verzeichnet eine Frequenz von rund 2'000 Personen pro Tag.

3.7.06
Im Streit um die Bodensee-Schnellstrasse S18 in Vorarlberg hat der österreichische Verfassungsgerichtshof die geplante Streckenführung für rechtswidrig erklärt. Die Strasse hätte mitten durch ein Vogelschutzgebiet geführt. Die seit 30 Jahren geplante Schnellstrasse sollte auf sieben Kilometern Länge die Rheintalautobahn A14 mit dem Schweizer Autobahnnetz verbinden und die Stadt Bregenz und die umliegenden Gemeinden Lochau, Hard, Fussach und Höchst vom Transitverkehr entlasten. Diese Streckenführung haben die Verfassungsrichter nun untersagt. Zwei Nachbargemeinden - die Schweizer Ortsgemeinde Au und die Marktgemeinde Lustenau - hatten die 1997 erlassene Verordnung für die S18 beim Verfassungsgerichtshof angefochten. Ein heute veröffentlichtes Urteil gab ihnen jetzt Recht. Begründung: Zwar hält die geplante Strasse einen Mindestabstand von 150 Metern zum etwas weiter nördlich gelegenen Landschaftsschutzgebiet «Lauteracher Ried»; sehr wohl betroffen sind allerdings andere schützenswerte Gebiete. Dies wurde bei den Planungsarbeiten nicht ausreichend berücksichtigt. Die Verfassungsrichter kamen nun zum Schluss, dass in dieser Region ein zusammenhängendes besonderes Schutzgebiet bestehe. Anders als beim «Lauteracher Ried» sei in anderen Teilen des Schutzgebiets kein Mindestabstand zur Strasse eingeplant. Dort nistet unter anderem der schützenswerte Wachtelkönig.

3.7.06
Am Flughafen Zürich soll es künftig höchstens 320'000 Flugbewegungen pro Jahr und acht Stunden Nachtruhe geben. 69 Zürcher Gemeinden haben im Zürcher Kantonsrat eine entsprechende Behördeninitiative eingereicht. Die Initiative solle als Basis für eine Lösung im Fluglärmstreit dienen, sagte Franz Brunner, Gemeindepräsident der Ostgemeinde Nürensdorf, vor den Medien. Im Parlament benötigt der Vorstoss 60 Stimmen für die vorläufige Unterstützung. Die 69 Gemeinden, die hinter der Behördeninitiative stehen, decken rund 36 Prozent der Zürcher Kantonsbevölkerung ab und repräsentieren alle vier Himmelsrichtungen. Nicht dabei ist die Stadt Zürich. Winterthur und Uster sowie die Flughafen-Standortgemeinde Kloten unterstützen das Begehren. Die Behördeninitiative stützt sich auf ein gleich lautendes Postulat, das der Kantonsrat im September 2002 an den Regierungsrat überwies. Auch der Runde Tisch, das frühere Konsultativorgan des Flughafens, hatte der Regierung eine Begrenzung auf 320'000 Flugbewegungen empfohlen. Neben der heute eingereichten Behördeninitiative hat das Stimmvolk bald über die Volksinitiative «Für eine realistische Flughafenpolitik» und den Gegenvorschlag des Regierungsrats zu befinden. Die Behördeninitiative geht weniger weit als die Volksinitiative, welche die Zahl der Flugbewegungen auf 250’000 pro Jahr begrenzen und die Nachtruhe auf mindestens neun Stunden verlängern will. Die in der Volksinitiative geforderten Beschränkungen gingen zu weit, halten die Urheber der Behördeninitiative fest. Es würde damit die heutige Zahl von 267'000 Flugbewegungen unterschritten, was der Wirtschaft und dem Standort Zürich schaden könnte. Die Volksinitiative zur Plafonierung der Flugbewegungen ist bereits vom Zürcher Regierungsrat abgelehnt worden. Gemäss dem Gegenvorschlag des Regierungsrats wäre es zweckmässiger, die Anzahl der vom Fluglärm stark betroffenen Personen zu begrenzen. Die 69 Gemeinden halten den Gegenvorschlag für zu vage.

3.7.06
Durch den Bareggtunnel auf der Autobahn A1 bei Baden AG sind im letzten Jahr 17,8 Prozent mehr Fahrzeuge pro Tag gerollt als vor dem Bau der dritten Tunnelröhre 1999. Die Beseitigung des Engpasses war laut Kanton Aargau richtig. Die Verkehrszunahme am Baregg im Zeitraum 1999 bis 2005 bewege sich im Rahmen des jährlichen Verkehrswachstums von rund drei Prozent, sagte der Aargauer Kantonsingenieur Urs Schuler vor den Medien in Aarau. Die Behinderungen während der Bauphase hätten kein normales Verkehrswachstum zugelassen. Nach dem Verkehrszählprogramm «Monitoring Baregg» des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) fuhren im letzten Jahr 109'770 Fahrzeuge pro Tag durch den Baregg. Vor Beginn des Ausbaus 1999 wurden 93'140 Fahrzeuge gezählt. Wenn der Verkehr am Baregg wie bisher wachse, so sei die nächste Generation wieder mit Staus konfrontiert, sagte Schuler. An Werktagen fuhren im letzten Jahr 115'670 Fahrzeuge durch die drei Tunnelröhren. Die Tagesspitze lag bei 139'840 Fahrzeugen. Vor dem Ausbau betrug der Spitzenwert 113’240. Der Ausbau des Kapazitätsengpasses am Baregg sei richtig gewesen, sagte Regierungsrat und BVU-Vorsteher Peter C. Beyeler. Engpässe im Strassennetz würden zum Alltag gehören. Bei der Mobilität müssten Grenzen anerkannt werden. Daher gelte es, den Verkehr mit den Ansprüchen von Siedlung, Umwelt und Wirtschaft zu koordinieren, sagte Beyeler. Die kombinierte Mobilität müsse gefördert werden. Die Angebote von Individualverkehr, von öffentlichem Verkehr und Langsamverkehr müssten möglichst gut verknüpft werden.

3.7.06
Die theoretische Autoprüfung soll nur noch in den vier Landessprachen und in Englisch angeboten werden. Der Bundesrat ist bereit, diesen Vorschlag von Nationalrat Philipp Müller (FDP/AG) in die Vernehmlassung zu geben. In der Begründung seiner Motion warnt Müller vor einem eigentlichen Prüfungstourismus. In den meisten Kantonen würden heute die Prüfungen in neun Sprachen angeboten (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Serbokroatisch, Türkisch und Albanisch). Seit rund einem Jahr löse sich diese einheitliche Praxis auf. Das werde dazu führen, dass die Prüfung in jenem Kanton abgelegt werde, der die gewünschte Sprache anbiete. Das führe zu einem grossen Verwaltungsaufwand. Deshalb sei eine nationale Regelung nötig, argumentiert Müller. Der Nationalrat hatte mit 70 zu 61 Stimmen eine Motion von Alex Heim (CVP/SO) angenommen, das Angebot für die Prüfung auf die vier Landessprachen zu beschränken. Der Ständerat lehnte diesen Vorstoss indessen ab, weil Fahrprüfungen ausschliesslich der Strassenverkehrssicherheit und nicht der Integration dienten. Für Müller ist die integrative Wirkung des Erlernens einer Landessprache unbestritten. Obwohl die Prüfungssprache Englisch keine zahlenmässige Bedeutung habe, sei die Aufnahme der Weltsprache in das Angebot sinnvoll. So könnten qualifizierte Arbeitskräfte - wie indische Informatiker - sofort zur Prüfung antreten.

4.7.06
Das Solarschiff MobiCat ist seit fünf Jahren für die Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft (BSG) unterwegs. Es hat in dieser Zeit 10'000 Kilometer zurückgelegt und 24'000 Leute befördert, ausschliesslich mit Sonnenenergie. Die vollständige Energie-Autonomie für Antrieb und Navigation sei das erklärte Ziel gewesen, und es sei erreicht worden, teilte die BKW Energie mit. 27'000 Kilowattstunden Sonnenstrom waren dafür erforderlich. Das Schiff wurde von der BKW in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Mont Soleil entwickelt. MobiCat ist als Ausflugs-, Party- und Restaurantschiff in der Drei-Seen-Region unterwegs. Auffällig ist die lautlose Fahrweise. Unterwegs war der Solarkatamaran bereits im Expojahr 2002. Seine Betreiber sprechen vom grössten Solarschiff der Welt.

4.7.06
Seit dem 1. Dezember 2005 können sich Bahnreisende nach einer vorgängigen Registrierung Bahnbillette für die 780 wichtigsten Verbindungen ein MobileTicket aufs Handy schicken lassen. Jetzt baut die SBB dieses Angebot weiter aus. Neu ist das MobileTicket auch für sämtliche Angebote von Click&Rail Schweiz verfügbar. Auch der Bezug des MobileTicket wird vereinfacht und kann ab sofort direkt per Internet (SBB Ticket-Shop) aufs Handy gesendet werden. Auch von unterwegs aus kann ein MobileTicket bezogen werden. Neu profitieren SBB-Kunden von einem Gratisanruf im SBB-Call-Center unter 0800 22 22 11 und haben so jederzeit Zugang zu einem Billett.

5.7.06
Die Motorfahrzeugsteuern im Thurgau werden nicht erhöht. Der Grosse Rat hat das Gesetz über die Strassenverkehrsabgaben in zweiter Lesung behandelt. Er verzichtete dabei auf die umstrittene Steuererhöhung. Damit ist auch der fünfte Anlauf seit 1957 gescheitert, die Motorfahrzeugsteuern zu erhöhen. Die Referendumsdrohung des Gewerbeverbands sorgte dafür, dass die parlamentarische Kommission empfahl, auf die Erhöhung zu verzichten. Bereits als die Kantonsregierung 2004 eine Vorlage für ein Gesetz über die Strassenverkehrsabgaben vorlegte, formierte sich der Widerstand. Dieser richtete sich gegen die geplante Erhöhung der Motorfahrzeugsteuern.

5.7.06
Das Ziel, die Zahl der alpenquerenden Lastwagen bis 2009 auf 650'000 pro Jahr zu reduzieren, ist nicht erreichbar. Der Bundesrat hat drei Varianten in Konsultation gegeben, wie der Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden soll. Die erste Variante verschiebt das Reduktionsziel auf das Jahr 2017. Die zweite Variante sieht eine Million Fahrten vor. Als dritte Variante wird ein beschleunigter Ausbau der Rollenden Landstrasse zur Diskussion gestellt. Alle Varianten streben die Einführung einer Alpentransitbörse an. Ziele und Massnahmen der Verlagerungspolitik sind seit 1999 im Güterverkehrsgesetz festgelegt. Als Ziel der Verlagerungspolitik legt das Gesetz maximal 650'000 alpenquerende Lastwagen-Fahrten pro Jahr fest. Das Ziel soll spätestens zwei Jahre nach Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels erreicht werden, das heisst 2009. Seit der Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) sei der Verlagerungsprozess in vollem Gang, sagte Bundespräsident Moritz Leuenberger vor den Medien. Die Zahl der alpenquerenden Fahrten von schweren Güterfahrzeugen sei 2005 gegenüber 2000 um 14 Prozent auf 1,2 Millionen zurückgegangen. Der Bundesrat werde Ende Jahr im Lichte der Vernehmlassung den Variantenentscheid treffen, kündigte Leuenberger an. Die Variante 1 hat zum Ziel, den Verlagerungsauftrag des Volkes auf das Jahr 2017 umzusetzen. Für den Zeitraum von 2011 bis 2017 sind dafür 285 Millionen Franken pro Jahr vorgesehen. Bei Variante 2 werden die Mittel für die Förderung des Schienengüterverkehrs auf 1 Milliarde Franken begrenzt. Dies entspricht 140 Millionen pro Jahr. Das Verlagerungsziel wird von 650'000 Fahrten auf 1 Million angehoben. Es soll 2019, zwei Jahre nach Eröffnung des Gotthards, erreicht werden. Als Variante 3 wird ein substanzieller Ausbau der Rollenden Landstrasse in die Vernehmlassung geschickt. Dabei würde ein hochwertiges Angebot im Huckepackverkehr von Grenze zu Grenze ausgeschrieben, das eigenwirtschaftlich betrieben werden müsste. Vorstellbar wären 400'000 Lastwagen auf Bahnwaggons. Wichtigstes Instrument der Verlagerungspolitik ist laut Leuenberger die geplante Alpentransitbörse. Diese würde es erlauben, den alpenquerenden Schwerverkehr auf der Strasse zu reduzieren, ohne zu Subventionen greifen zu müssen.

5.7.06
Die Bahnstrecke zwischen Lindau am Bodensee und München soll bis 2013 durchgehend elektrifiziert werden: Das sagte der deutsche Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee an einer internationalen Verkehrskonferenz in Memmingen. Nachdem die Wirtschaftlichkeit der Bahnlinie nachgewiesen sei und die Vorfinanzierung stehe, könne die Bahn nun projektieren und das Planfeststellungsverfahren einleiten, sagte Tiefensee laut einem Communiqué des St. Galler Volkswirtschaftsdepartements. Die Schweiz finanziert 75 Millionen Franken an die Modernisierung der Bahninfrastruktur in Deutschland vor. Durch die Elektrifizierung sinkt die Fahrzeit Zürich- München um 40 Minuten auf dreieinviertel Stunden. Bayern steuert 150 Millionen Euro an die Vorfinanzierung bei. Mit den Arbeiten soll laut Tiefensee im Jahr 2009 begonnen werden. Max Friedli, Direktor des Bundesamts für Verkehr, sagte, das Vorfinanzierungsangebot der Schweiz sei befristet. Das Vorhaben müsse bis 2010 begonnen werden und bis 2015 abgeschlossen sein. Paul Blumenthal, Geschäftsleitungsmitglied der SBB, sagte, die SBB hätte die Bestellung von Neigezügen für die Strecke vorbereitet. Die Elektrifizierung der Bahnlinie ist seit über 40 Jahren ein verkehrspolitisches Thema. Tiefensees Botschaft in Memmingen war: Deutschland will mit Bayern und der Schweiz Gespräche aufnehmen.

5.7.06
Die dritte und letzte Etappe des Neuen Finanzausgleichs (NFA) ist lanciert. Bis zum 13. Oktober läuft die Vernehmlassung zur Vorlage, mit der die Ausgleichstöpfe des neuen Regimes dotiert werden. In den Ressourcenausgleich, der die Disparitäten zwischen reichen und armen Kantonen mildert, fliessen in den Jahren 2008 bis 2011 jeweils rund 3,09 Milliarden Franken. Dazu tragen der Bund 1,81 Milliarden und die ressourcenstarken Kantone 1,27 Milliarden bei. 688,4 Millionen - ausschliesslich vom Bund - gehen in den Lastenausgleich. Dieser besteht aus zwei Töpfen: Der geografisch-topografische Lastenausgleich gilt die Sonderkosten der peripheren Kantone für die dünne Besiedlung und das Berggebiet ab, der soziodemografische Lastenausgleich die Sonderkosten der urbanen Kantone für die Zentrumslasten. Ein befristeter und von Jahr zu Jahr sukzessiv abgebauter Härteausgleich sorgt dafür, dass kein ressourcenschwacher Kanton beim Übergang vom alten Finanzausgleich zum neuen Regime schlechter fährt. Er wird mit 419,58 Millionen dotiert. Der Bund zahlt 279,72 Millionen, die Kantone steuern 139,86 Millionen bei. Vor der Abstimmung über die NFA-Verfassungsvorlage 2004 hatte der Bund noch mit eigenen Kosten von 240 Millionen für den Härteausgleich gerechnet. Seither haben sich die Disparitäten zwischen den Kantonen aber verschärft.

5.7.06
Die seit dem Frühjahr bekannten Pläne von SBB Cargo für die Weiterführung des Industriewerks Biel mit einem Partner werden konkret. Die neue Firma muss aber den GAV weiterführen und die bestehenden Arbeitsverträge übernehmen. SBB Cargo sucht gemäss Ausschreibung im Handelsamtsblatt einen Industriepartner, mit dem sie in Biel die Instandhaltung von Rangierlokomotiven und Dienstfahrzeugen mit Dieselmotoren weiterführen will. SBB Cargo will sich hier «massgeblich beteiligen». Für den Unterhalt von Kesselwagen wird dagegen ein Käufer gesucht. Die zu gründende Firma muss sich verpflichten, während mindestens fünf Jahren am Standort Biel weiterzumachen. Falls der künftige Mehrheitseigner seine Beteiligung ganz oder teilweise verkaufen will, hat SBB Cargo das Vorkaufsrecht. Auch der Grossunterhalt der Kesselwagen, den SBB Cargo verkaufen will, soll für mindestens fünf Jahre in Biel verbleiben. Den Grossunterhalt der übrigen Güterwagen konzentriert SBB Cargo, wie im März angekündigt, künftig im Industriewerk Bellinzona. Die Änderungen führen dazu, dass im Industriewerk Biel 100 von 200 Arbeitsplätzen abgebaut werden. SBB Cargo strebt jährliche Einsparungen von 25 Millionen Franken an.

7.7.06
Bei der Finanzierung des Zürcher S-Bahn-Betriebs haben die SBB und der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ein Bonus-/Malus-System vereinbart. Wenn die Züge unpünktlich fahren, zahlt der ZVV der SBB mehrere Millionen Franken weniger pro Jahr. Das Bonus-/Malus-System ist Teil einer Zielvereinbarung für den Betrieb der Zürcher S-Bahn bis 2014. Das Vertragswerk wurde an einer Medienkonferenz in Zürich von SBB-Chef Benedikt Weibel und der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer unterzeichnet. Es gilt rückwirkend ab Dezember 2004. Erstmals in der Schweiz hat die SBB ein Bonus-/Malus-System im Personenverkehr ausgehandelt. Bisher gab es eine ähnliche Vereinbarung erst im Güterverkehr. Das Zürcher Modell werde nun als Pilotversuch getestet und allenfalls in zwei bis drei Jahren auf andere Regionen übertragen, sagte Paul Blumenthal, Chef Personenverkehr der SBB. SBB und ZVV wollen alles daran setzen, dass unter den geplanten Kosteneinsparungen und den Kapazitätsengpässen auf dem S-Bahn-Netz die Qualität in den nächsten Jahren nicht leidet. Das dazu neu eingeführte Leistungssystem gilt rückwirkend ab Anfang 2006 bis Ende 2014. Eine Rolle spielen bei der Berechnung von Bonus- oder Malus-Kriterien wie Sauberkeit, Fahrgastinformation und Pünktlichkeit. Für die Qualitätsbewertung wird auch die Fahrgastbefragung des ZVV miteinbezogen. Als pünktlich gelten Züge, die weniger als sechs Minuten verspätet sind. In den Hauptverkehrszeiten soll eine durchschnittliche Pünktlichkeit von mindestens 95 Prozent erreicht werden. Der maximale Bonus oder Malus liegt bei rund 4 Millionen Franken oder einem Prozent des Auftragsvolumens. Im ersten Halbjahr 2006 gibt es bezüglich Kundenzufriedenheit, Pünktlichkeit und Sauberkeit weder Bonus noch Malus. Für die mangelhafte Information bei Verspätungen wäre zurzeit ein Malus von 600'000 Franken fällig, wie ZVV-Marketing-Chef Caspar Sträuli sagte. Die bereits Ende 2004 ausgelaufene bisherige Vereinbarung hatte lediglich die finanziellen Leistungen umfasst. Es habe sich aber bewährt, betonte Fuhrer. Mit der neuen Zielvereinbarung verpflichtet sich die SBB, die vereinbarten Leistungen für die Region Zürich zu erbringen. Die Bundesbahnen erhalten als Gegenleistung die Sicherheit über die finanzielle Entschädigung durch den ZVV, also den Kanton Zürich. Es handle sich um einen gegenseitigen Investitionsschutz, sagte Weibel. Hart sei am neuen und komplizierten Vertragswerk gearbeitet worden. Noch nie hätten bei der SBB Verhandlungen so lange gedauert, sagte Weibel, der sich mit dem Ergebnis zufrieden erklärte. Die SBB muss bis 2012 schrittweise bis 28 Millionen Franken pro Jahr einsparen, bei einem Umfang von etwa 450 Millionen. Mit dem eingesparten Geld würden die anstehenden Angebotsausbauten im S-Bahn-Netz teilweise finanziert, sagte Fuhrer.

7.7.06
SBB Cargo hat mit zwei neuen Plattformen in Brescia und Turin seine Dienstleistungen in Italien erweitert. Damit sollen schnelle Transportverbindungen zwischen den Wirtschaftszentren in Deutschland und Norditalien garantiert werden. Güter, die am Tag 1 verladen werden, sind spätestens am Tag 3 am Bestimmungsort. In bestimmten Fällen sind sie gar schon am Folgetag am Ziel, wie SBB Cargo mitteilte. Dies gelte auch, wenn der Abgangs- oder Zielbahnhof in der Schweiz liege. Die Kunden stammen bisher vor allem aus der Schwermetallbranche. Seit dem 15. Juni fährt SBB Cargo Ladungen mit Stahl vom Saarland nach Brescia. Für Thyssen Krupp Steel ging die Fracht erstmals am 24. Juni von Rheinhausen nach Orbassano bei Turin. Bis zu drei Mal in der Woche fahren die Züge an den beiden Standorten ab. In Italien war SBB Cargo bisher schon an vier Standorten im Raum Mailand aktiv. Mit den Plattformen in Brescia und Turin sollen nun weitere Teile der Lombardei und des Piemonts erschlossen werden. Bedient werden sowohl Kunden, die über einen Gleisanschluss verfügen, als auch solche, die auf Lastwagen angewiesen sind.

 

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