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Juli 2010

01/07/10

Die Rhätische Bahn (RhB) befördert nach Ende der Wintersaison 2010/2011 keine Züge mehr durch den Albulatunnel. Der Autoverlad durch die 5,8 Kilometer lange Röhre wird definitiv eingestellt. Auf der Vereinalinie wird der Autotransport ab Dezember teurer.


Der Autoverlad durch den Albula wird aus wirtschaftlichen und betrieblichen Gründen eingestellt. Die Albulafrequenzen sind mit 1’700 Fahrzeugen jährlich etwa gleich wie diejenigen eines durchschnittlichen Tages auf der Vereinalinie. Ausserdem weist das Rollmaterial am Albula Mängel auf. Eine Erneuerung steht in keinem Verhältnis zu den Erträgen.


02/07/10

Grossauftrag für den Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail Group mit Sitz im thurgauischen Bussnang: Die Arriva Niederlande hat 38 weitere GTW-Züge mit einem Volumen von etwa 140 Mio. Euro bestellt.


Die Auslieferung der Züge erfolgt ab Herbst 2012. Dem Bahnunternehmen Arriva Niederlande hat die Stadler Rail Group nach Abschluss des jüngsten Auftrags insgesamt 99 Züge geliefert.


04/07/10

Die SBB spannt im internationalen Güterverkehrsgeschäft mit der Hupac AG zusammen. Hupac wird 25-Prozent-Minderheitsaktionärin der neu gegründeten SBB-Tochterfirma SBB Cargo International.


Die neue Gesellschaft will sich auf den alpenquerenden Transitverkehr zwischen Deutschland und Italien konzentrieren. Sie will dank schlanken Strukturen und höherer Produktivität Kostenführerin auf der Nord-Süd-Achse werden.


SBB Cargo wird mit 75 Prozent an der ab Anfang 2011 tätigen eigenständigen Gesellschaft beteiligt sein. Es wird mit einem Gesamtumsatz von 300 Mio. Franken gerechnet. Bis 2013 will das Unternehmen profitabel sein.


Der Schweizer Wagenladungsverkehr wird weiterhin von SBB Cargo betrieben.


07/07/10

Der Autoverlad der BLS am Lötschberg wird auf Ende Jahr teurer. Die Erhöhung der Tarife beläuft sich im Durchschnitt auf 10,7 Prozent. Die BLS begründet dies mit der sinkenden Rentabilität im Autoverlad und den anstehenden Investitionen.


Die Anpassung der Tarife erfolgt auf den Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2010. Innert weniger Jahren ist die Rentabilität des Autoverlads stark gesunken. Die Tarifsenkungen per Ende 2004 hatten zu einem markanten Rückgang des Umsatzes und des Ergebnisses geführt. Mit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels Ende 2007 sind dann auch die Verladefrequenzen zurückgegangen, worauf der Autoverlad in die roten Zahlen gerutscht ist. Hinzu kommt, dass die BLS in den nächsten fünf Jahren rund 20 Mio. Franken in die Verbesserung des Autoverlads investieren muss.


08/07/10

Die SBB Cargo kauft für knapp 88 Mio. Franken neue Rangierlokomotiven. Bestellt hat sie die 30 Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb und ergänzendem Dieselmotor bei der Stadler Winterthur AG.
Die Maschinen ersetzen im Wagenladungsverkehr Rangierloks, die in Bezug auf Alter, Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Die neuen Lokomotiven werden im Zeitraum 2012 bis 2013 in Betrieb genommen.


09/07/10

Die SBB und die DB haben in Basel ein "Memorandum of Unterstanding" unterzeichnet.


Gemäss der Absichtserklärung wollen die beiden Bahnunternehmen den Bahnverkehr zwischen den beiden Ländern gemeinsam ausbauen. Sie wollen dafür eine gemeinsame Tochtergesellschaft mit Sitz in der Schweiz gründen. Die SBB soll an der Gesellschaft eine Mehrheit von 60 Prozent halten.


Für den geplanten Ausbau braucht es gemäss der Mitteilung eine moderne und deutlich grössere Fahrzeugflotte. Die Ausschreibung der neuen Fernverkehrsneigezüge der SBB wird derzeit vorbereitet. Der Ersteinsatz ist für Dezember 2014 geplant.


Dank der laufenden grossen Infrastrukturausbauten in der Schweiz und in Deutschland werden die Fahrzeiten zwischen wichtigen Städten beider Länder kürzer. So verkürzt sich die Reisedauer zwischen Zürich und München ab 2016 um 40 Minuten auf dreieinhalb Stunden. Die Zahl der Verbindungen zwischen den beiden Städten soll nahezu verdoppelt werden.


Bundesrat Moritz Leuenberger tritt per Ende 2010 zurück. Mit dem Zürcher Sozialdemokraten verlässt der amtsälteste Bundesrat die Landesregierung. Er leitete während 15 Jahren das Umwelt- und Verkehrsdepartement. Leuenberger war am 27. September 1995 als Nachfolger von Otto Stich in den Bundesrat gewählt worden.


Die Fluggesellschaft Swiss hat im ersten Halbjahr 2010 über 6,6 Mio. Passagiere gezählt. Das ist ein Plus von 2,0 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.


Die Zahl der Flüge, welche die Lufthansa-Tochter durchführte, stieg um 3,1 Prozent auf über 68'800. Die Maschinen waren gut ausgelastet: Auf dem gesamten Streckennetz nahm sie um 4,2 Prozentpunkte auf 80,1 Prozent zu.


Das Generalabonnement BÜGA des öffentlichen Verkehrs in Graubünden ist neu auch im grenznahen Italien und Österreich gültig. Abo-Inhaber können bis nach Livigno in der Lombardei reisen oder nach Landeck im Tirol.


Auch in der Schweiz hat sich der Geltungsbereich bis nach Bad Ragaz vergrössert.Mit den Gültigkeitserweiterungen habe man einen lange gehegten Wunsch der Fahrgäste erfüllt.


Das BÜGA wurde 1999 von der kantonalen Fachstelle für öffentlichen Verkehr und der Rhätischen Bahn (RhB) neu lanciert. Während im Jahr 2000 über 2’500 Abonnemente verkauft wurden, waren es 2009 bereits über 10'000, was einem Umsatz von 8,8 Mio. Franken entspricht.


Gregor Saladin führt seit 1. Juli 2010 die Sektion Information und Informatik (it) des Bundesamtes für Verkehr (BAV). BAV-Direktor Peter Füglistaler hat den bisherigen stellvertretenden Sektionschef und Pressesprecher des Amtes auf Antrag von Abteilungschef Ueli Stückelberger zum neuen Sektionschef ernannt.Er folgt auf Ulrich Sieber, der auf den 1. Juni zum Bundesamt für Statistik gewechselt hat.


12/07/10

Vor 50 Jahren hat das Parlament den Bau der Schweizer Autobahnen beschlossen. Heute ist das Nationalstrassennetz 1’790 Kilometer lang. Gekostet haben die Strassen deutlich mehr als geplant. Sie wurden aber auch umweltfreundlicher gebaut, als es bei der Planung vorgesehen war.


Ausserdem fahren heute dreimal so viele Fahrzeuge darauf wie erwartet. Auf einzelnen Abschnitten nutzen zu Spitzenzeiten bis zu 120'000 Lastwagen, Autos und Motorräder täglich die Autobahn. Ein Drittel des gesamten Verkehrs fällt auf die Nationalstrassen, obwohl sie nur zwei Prozent aller Strassen umfassen.


Die aktuell geplante Gesamtlänge des Nationalstrassennetzes (ohne Zubringer) beträgt 1’892,5 Kilometer. Folgende Teilstücke müssen noch erstellt werden:
  • A4 am Vierwaldstättersee (bis 2020),
  • A5 bei Biel und am Neuenburger See (2013-2023),
  • A8 (Brünigstrasse) bei Lungern und Giswil OW (2010-2022),
  • A9 im Oberwallis Sierre-Brig (Fertigstellung 2015-2019),
  • A16 "Transjurane" im Berner Jura, bei Delsberg und in den Freibergen (2011-2017),
  • A28 durchs Prättigau GR (bis 2016)
  • die projektierten innerstädtischen Verbindungen in Zürich (2011-2027).

14/07/10

Der 44-jährige Deutsche Michail Stahlhut wird erster Chef der vergangene Woche gegründeten Güterverkehrsgesellschaft SBB Cargo International.
Ihm obliegt der Aufbau der neuen Nord-Süd-Tochter von SBB Cargo und Hupac.


Michail Stahlhut besitzt eine langjährige und fundierte Erfahrung im Eisenbahngüterverkehr. Er ist seit 2006 Vorstand der Osthannoverschen Eisenbahnen AG. Mit dem Anteilserwerb durch Arriva wurde er 2008 zum Geschäftsführer Technik der Arriva Deutschland GmbH.


22/07/10

Die BLS AG modernisiert für 10 Mio. Franken den Bahnhof Spiez. Am Donnerstag haben die Bauarbeiten am unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus dem Jahr 1914 begonnen. Im Wesentlichen wird das Erdgeschoss zu einem modernen Reisezentrum umgebaut.


Im Erdgeschoss wird auch ein Avec-Verkaufsladen integriert. Anders als in anderen Bahnhöfen wird das Bahnhofbuffet nicht aufgehoben, sondern lediglich baulich aufgefrischt. Die Umbauarbeiten dauern bis zum Herbst 2011.


Der Kombi-Operateur Hupac macht die Verluste der Wirtschaftskrise wett. Im ersten Halbjahr 2010 stieg das gesamte Verkehrsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17,4 Prozent. Beim Kerngeschäft, dem Verkehr durch die Schweizer Alpen, stieg das Volumen um 12,3 Prozent auf 210'983 Sendungen. Wegen der steigenden Nachfrage wurden zahlreiche Sonderzüge eingesetzt.


Gravierende Engpässe im europäischen Bahnsystem behindern den Aufschwung. Hupac kritisiert, dass der Ausbau der Zufahrtsstrecken zum Gotthard- Basistunnel noch immer nicht in Angriff genommen worden sei. Die NEAT- Basistunnels an Gotthard und Ceneri würden für den Transport von Sattelaufliegern für Volumengüter ausgebaut. Doch das Profil der Tunnels der Zufahrtsstrecken ist zu niedrig.


23/07/10

Bei der Entgleisung eines "Glacier Express" ist kurz vor Fiesch im Walliser Obergoms ein Mensch ums Leben gekommen. 42 Personen wurden verletzt, 12 davon schwer. Die Ursache des Unglücks wird untersucht.


28/07/10

Die Deutsche Bahn (DB) hat im ersten Halbjahr 2010 von der Erholung im Güterverkehr und der Zusatznachfrage wegen der Flugausfälle durch die Aschewolke profitiert.


Höhere Steuern drückten den Reingewinn aber um 28,3 Prozent auf 392 Mio. Euro. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag dagegen mit 846 Mio. Euro um 26 Prozent über dem Krisenhalbjahr 2009. Der Umsatz legte um 12,8 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro zu.


Besonders der Schienengüterverkehr konnte sich erholen. Die Transportmenge erhöhte sich um 40,1 Prozent auf 203 Mio. Tonnen. Der Umsatz der Sparte stieg um knapp 20 Prozent. Im Fernverkehr (IC und ICE) konnte die DB das Ergebnis um 40 Prozent steigern, vor allem wegen der besseren Auslastung infolge der Flugausfälle durch die Aschewolke.


Insgesamt stieg die Zahl der Passagiere in den Zügen und Bussen der Deutschen Bahn leicht auf 1,36 Mrd. Rückläufig war die Kundenzahl im Regionalverkehr, wo die DB einige Ausschreibungen verloren hatte.

Der neue Chef der Rhätischen Bahn (RhB) heisst Hans Amacker. Der 56- jährige Direktor des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) übernimmt den Direktionsposten in Chur im Februar nächsten Jahres.

Amacker wurde vom RhB-Verwaltungsrat zum Nachfolger von Erwin Rutishauser gewählt, der die Rhätische Bahn mit ihren 1’400 Angestellten seit Oktober 2004 führte und auf Ende Jahr als Direktor zurücktritt.


29/07/10

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hat mehr Ausgaben und weniger Einnahmen. Er muss deshalb im nächsten Jahr weiter sparen und auf neue Busangebote verzichten. Längerfristig hält der Regierungsrat jedoch wegen wachsender Nachfrage am Ausbau des ZVV fest.


Für 2011 beantragt der Regierungsrat dem Kantonsparlament einen Rahmenkredit von 390,6 Mio. Franken. Die Kostenunterdeckung ist im kommenden Jahr um knapp 19 Mio. Franken höher als im laufenden Jahr.
Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Inbetriebnahme der dritten Etappe der Glattalbahn vom Bahnhof Stettbach zum Flughafen, die mit 9 Mio. Franken Betriebskosten rechnet. Das Busnetz im Glattal werde an die Glattalbahn angepasst. Im übrigen ZVV-Gebiet können gemäss Regierungsrat wegen der finanziellen Rahmenbedingungen nur einzelne kostenneutrale Angebotsänderungen umgesetzt werden.


In der ZVV-Strategie 2012-2016 hält der Regierungsrat trotz Sanierungsprogramm am Ausbau fest. Der ZVV rechnet damit, dass bis 2016 25 Prozent mehr Fahrgäste den öffentlichen Verkehr benutzen als heute. Mit dem Ausbau sollen das Wachstum aufgefangen und die teils prekären Platzverhältnisse entschärft werden.

 

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