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Kritische Analyse und Ausblick

Zur Lage des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz


litra. Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist im Vergleich mit dem Ausland Spitze. Die Schweiz besitzt eines der weltweit dichtesten Netze und Angebote, welche auch entsprechend frequentiert werden. Es gibt indessen einiges noch zu verbessern und anzupassen. Dazu gehören beispielsweise Komfort und Design der Fahrzeuge, die Ausschreibungen, unausgeschöpfte Produktivitätssteigerungen, nicht zielkonforme Entwicklungen bei der Bahnreform u.a.m. In seinem Abschiedsreferat hat der Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr VöV Bilanz gezogen über den öffentlichen Verkehr. Es ist im Rahmen der gelben Publikationsreihe der LITRA soeben erschienen.

Der öffentliche Verkehr in der Schweiz ist im Vergleich zum Ausland Spitze. Die Schweiz besitzt eines der weltweit dichtesten Netze und Angebote. Eine der wichtigsten Errungenschaften bildet dabei der Taktfahrplan. Er ist aus Sicht des Kunden heute unverzichtbar. Dagegen entsprechen Komfort und Design der Fahrzeuge, die Fahrgastinformationen oder die Haltestellen häufig noch nicht den Kundenbedürfnissen. Die Lösungen dafür sind zwar vorhanden. Der Kunde steht aber noch nicht überall im Zentrum der Unternehmensphilosophie.

Die Ausschreibungen im Regionalverkehr haben die Personalkosten in den Brennpunkt gerückt. Die Einführung eines Gesamtarbeitsvertrages ist daher zu prüfen. Die 39 Stundenwoche ist für die Mehrheit der Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs kein Thema. Der Verband öffentlicher Verkehr VöV befürwortet einen Rahmenvertrag, der regional angepasst werden kann.
Produktivitätststeigerungen sind auch beim kleinstrukturierten Netz von Transportunternehmungen vorhanden. Fusionen werden entgegen dem globalen Trend nur sehr zurückhaltend vorgenommen. Zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit sind sie aber unentbehrlich.

Im Schienenverkehr sind die gesteckten Ziele mit dem freien Netzzugang bisher nicht erreicht worden. Die Bahnreform ist aber weiterzuführen. Dabei müssen die Erfahrungen aus der Privatisierung der Eisenbahnen in Grossbritannien einfliessen. Wo die Politik unternehmerische Freiheit fordert, darf diese nicht durch eine umfangreiche Regulierung wieder aufgehoben werden.
Diese Gefahr besteht aktuell bei der Aufstockung des Bundesamtes für Verkehr BAV um rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Folgekosten für die Unternehmungen sind hier noch nicht abzusehen. Ebenso ist die bisherige Arbeitsteilung zwischen der öffentlichen Verwaltung und den Unternehmungen im Wanken. Einzelne Kantone gehen dazu über, in den operativen Bereich der Transportunternehmungen einzugreifen. Dies widerspricht dem Ziel der Effizienzsteigerung. Eine Kantonalisierung des Regionalverkehrs ist zu vermeiden.

 

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