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2.5.00
Die französische Autobahn A35 (Mülhausen-Basel) und die schweizerische A3 sind beim Gemeinschaftszollamt in Basel zusammengeschlossen worden. Das Teilstück der Stadtautobahn kostete 250 Millionen Franken. 65 Prozent davon übernimmt der Bund. Kernstück des neusten Abschnitts der Basler Stadtautobahn ist ein rund 750 Meter langer Tunnel. Der neue Abschnitt kann indes bis zur Fertigstellung der Nordtangente im Jahr 2006 nur von Frankreich her in Richtung Schweiz befahren werden. Mit dem Bau des Abschnitts, der bis zum Bahnhof St. Johann führt, war im September 1995 begonnen worden. Von der gemeinsamen Zollanlage überquert die neue Autobahn die Landesgrenze und führt nach 240 Metern in den Tunnel. Im Endzustand sind zwei parallele Tunnels vorgesehen. Beide Tunnelröhren sind voraussichtlich im August 2002 fertiggestellt.
2.5.00
Die imposante Stahlbogenbrücke über die Aare zwischen Koblenz und Felsenau wird für 8,6 Millionen Franken ausgebaut. Der Aargauer Grosse Rat hat einen entsprechenden Kredit ohne Diskussion gutgeheissen. Die geplante Verbreiterung der Fahrbahn von sechs auf sieben Meter sowie ein neuer Steg für Fussgänger und Radfahrer soll allen Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit bringen. Mit der separaten Fahrradspur kann auch der beidseitig bis an die Brücke ausgebaute Radweg geschlossen werden. Um die Tragfähigkeit der 65 Jahre altenBrücke für den Strassenverkehr während den nächsten 40 Jahren zu gewährleisten, sollen nach der Erstellung des Steges verschiedene Stahlteile am Fachwerk ausgewechselt und die Fahrbahnplatte saniert werden. Die 1935/36 erbaute Stahlbrücke ist im Bundesinventar für schützenswerte Bauten enthalten. Die Sanierung soll im Jahr 2003 abgeschlossen sein. Der Kanton rechnet dafür mit Bundessubventionen von 52 Prozent.
3.5.00
Das Churer Stadtparlament hat einstimmig einen Kredit von 3,6 Millionen Franken für den Ausbau und die Sanierung der Publikumsanlagen am Bahnhof bewilligt. Voraussichtlich im September kommt der Kredit vors Stimmvolk. Ein bereits vor 12 Jahren von den Churer Stimmberechtigten abgesegneter Kredit von 8,4 Millionen Franken als Beitrag an die Untertaglegung der Chur-Arosa-Bahn wurde aufgehoben. Das Projekt wurde auf Jahre hinaus verschoben. Der Ausbau und die Sanierung der Publikumsanlagen am Churer Bahnhof wurden auf insgesamt 28 Millionen Franken veranschlagt. Den Hauptteil der Kosten tragen die SBB mit 43 Prozent un die Rhätische Bahn (RhB) mit 45 Prozent. Die Publikumsanlagen sind Teil einer Gesamterneuerung des Churer Bahnhofs. Weiter geplant sind der Ersatz der Sicherungsanlagen und Gleisanpassungen. Ein entsprechendes Projekt wurde unlängst öffentlich aufgelegt. Bis ins Jahr 2005 wollen die Stadt Chur, die SBB und die RhB gegen 100 Millionen Franken in den Bahnhof investieren. Der Churer Gemeinderat wird sich somit zu einem späteren Zeitpunkt mit einer weiteren Kreditvergabe beschäftigen.
3.5.00
Die Verhandlungen über soziale Begleitmassnahmen bei der Restrukturierung der ADtranz (Schweiz) AG sollen bis Ende Mai abgeschlossen werden. Angestrebt wird nicht ein herkömmlicher Sozialplan, sondern eine Minimierung des Stellenabbaus. Auf einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende Monat hat sich die Geschäftsleitung mit den Sozialpartnern geeinigt, wie ADtranz mitteilte. In Pratteln BL wurde auch die Begleitgruppe über den Stand der Arbeiten orientiert. Der Gruppe gehören neben Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände auch Repräsentanten der Kantone Zürich und Baselland an. Versucht werde vielmehr, möglichst viele der rund 600 gefährdeten Arbeitsplätze zu retten. Mitte des nächsten Jahres werde ADtranz AG noch 700 Personen beschäftigen, legte Ruckstuhl der Begleitgruppe gemäss der Mitteilung dar. Tätig sein werden sie in den Bereichen Engineering, Entwicklung, Projektmanagement, Unterhalt, Verkauf und Marketing. Im Konzern soll ADtranz Schweiz weiterhin die weltweite Verantwortung für die Bereiche Lokomotiven und Güterverkehr sowie Stromrichter haben. Für den Schweizer Markt sollen die Bereiche Kundensupport, Drehgestelle und Leittechnik weitergeführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Auch an projektbezogenen Tätigkeiten für Strassenbahnen und Regionalfahrzeugen halte ADtranz Schweiz fest.
4.5.00
Die Bevölkerung um die Flughäfen Zürich und Genf müssen mit mehr Fluglärm in der Nacht rechnen. Zwar bleibt das Flugverbot zwischen Mitternacht und 05.00 Uhr, doch sind nach 22.00 Uhr und vor 06.00 Uhr mehr Starts und Landungen möglich. Als Folge der am 12. April beschlossenen Lärmschutzverordnung für die Landesflughäfen hat der Bundesrat auch die Nachtflugordnung angepasst. Beschränkt wird nicht mehr die Anzahl der Flüge in den Nacht-Randstunden (22.00 bis 24.00 Uhr und 05.00 bis 06.00 Uhr). Neu ist der Lärm der Flugzeuge entscheidend für die Start- und Landeerlaubnis während dieser Zeit. Die Starts und Landungen in der Zeit von und nach der Nachtsperre brauchen neu keine Bewilligung vom Bundesrat für Zivilluftfahrt (BAZL) mehr. BAZL-Sprecher Hans Ulrich Aebersold bestätigte eine entsprechende Meldung des «Tages-Anzeigers». Die am 1. Mai in Kraft getretene revidierte Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt (VIL) macht neu keine Unterscheidung mehr zwischen Charter- und Linienflügen, sondern nur noch zwischen gewerbsmässigen und nicht gewerbsmässigen Flügen. Neu richten sich die Nachtflugbeschränkungen nach dem Lärm, der ein Flugzeug verursacht. Die bisher für Chartergesellschaften vom BAZL zugeteilten Nachtflugkontingente gibt es nicht mehr. Die neuen VIL-Artikel erlauben Starts zwischen 22.00 und 24.00 Uhr in Zürich-Kloten und Genf-Cointrin. Für Langstreckenflüge gilt eine Begrenzung durch den «Lärmindex 98», bei Kurzstreckenflügen durch den «Lärmindex 96». Gegenüber dem Flugplan verspätete Starts und Landungen sind bis spätestens um 00.30 Uhr erlaubt. Landungen sind bis Mitternacht und ab 05.00 Uhr möglich.
4.5.00
Der letzten Oktober als Nationalrat abgewählte Waadtländer Fuhrunternehmer Charles Friderici tritt per Ende September als Präsident des Nutzfahrzeugverbandes Astag zurück. Als dessen Nachfolger schlägt der Zentralvorstand am 15. Juni den Delegierten einstimmig den Innerrhoder CVP-Ständerat Carlo Schmid vor. Trotz Angst vor Diskriminierungen des Schweizer Transportgewerbes steht die Astag hinter dem bilateralen Vertragspaket, rechnet aber wegen massiver Vollzugsprobleme mit einer verspäteten Einführung der LSVA. Ängste bestehen innerhalb der Astag vor allem bezüglich der flankierenden Massnahmen. Diese dürften die Vorteile für die Schweizer Camionneure nicht auffressen und neue Diskriminierungen schaffen, warnte Direktor Bloch. Er will sich beim Bundesrat dagegen wehren, dass die Schweiz nur 10 Prozent der gesamthaft zu vergebenden Leicht- und Leerfahrten erhalten soll und die einheimischen 40-Tonnen-Kontingente in der Übergangsfrist von 2001 bis 2004 an zusätzliche Auflagen wie die Benutzung der Bahn geknüpft sein sollen. Für völlig unrealistisch hält Bloch das Verlagerungsziel, laut dem die Zahl der alpenquerenden Lastwagen von heute 1,2 Millionen auf 650 000 im Jahr 2009 gedrosselt werden soll. Weil politisch die freie Wahl des Verkehrsmittels europaweit unangetastet bleiben werde, hätten die EU-Camionneure keinen Grund, die Bahn zu benutzen. Hinter einer Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen aus Sicherheitsgründen steht die Astag, grösste Bedenken hat sie aber gegenüber der geplanten Verordnung einer Mindestgeschwindigkeit auf Bergstrecken. Diese werde wegen der tiefen Motorisierung der EU-Lastwagen und der mangelnden Strasseninfrastruktur auf den Schweizer Alpenstrassen nie durchgesetzt werden können. Noch immer nicht ganz geschluckt hat der Nutzfahrzeugverband die LSVA-Kröte. Die geplante Einführung auf Anfang nächstes Jahr müsse verschoben werden, monierte die Verbandsspitze. Man habe Verkehrsminister Leuenberger auf die grossen Probleme bei der Umsetzung aufmerksam gemacht. Dieser habe sich gesprächsbereit gezeigt und wolle im Falle einer technischen Unmöglichkeit nicht auf der geplanten Einführungsfrist beharren. Der Nutzfahrzeugverband versteht sich noch immer als Steuereintreiber, der dem Staat mit der LSVA jährlich 1,5 Milliarden Franken zur Umsetzung seiner Verkehrspolitik abliefern muss. Klar sei, dass die Verbandsmitglieder mittelfristig riesige Investitionen in den Fahrzeugpark tätigen müssten. Dabei würden vor allem Unternehmen, die nicht im Transportbereich tätig sind, von der LSVA befreite 3,5-Tönner mit Anhänger anschaffen. Je nach Fahrdistanz und Region müssten die Kunden aber wegen der LSVA mit Preisaufschlägen zwischen 17 und 35 Prozent rechnen, warnte Bloch.
4.5.00
Die Westschweizer Eisenbahn-Lobby will die Kräfte bündeln: Die beiden Organisationen Transalp 2005 und Commission romande de la ligne du Simplon (CRLS) haben fusioniert. Sie treten künftig als Interessengemeinschaft Simplon-Lötschberg auf. Die CRLS und die Transalp 2005 stimmten der Fusion an ihren Mitgliederversammlungen in Lausanne zu. Eine Konzentration der Kräfte sei sinnvoll und bringe allen Beteiligten Vorteile, hiess es danach vor den Medien. Präsident der neu entstandenen Interessengemeinschaft (CISL) wird der Waadtländer SP-Ständerat Michel Béguelin. Dieser betonte, es gebe noch viel zu tun. Priorität komme dabei dem Anschluss der Westschweiz ans TGV-Netz zu.
5.5.00
Die SBB haben das erste Jahr als Aktiengesellschaft erfolgreich abgeschlossen: Bei einem Umsatz von 5,751 Milliarden Franken resultierte 1999 ein Reingewinn von 120 Millionen Franken. Im Personenverkehr stiegen die Erträge im Vorjahresvergleich um 4,6 und im Güterverkehr um 3,5 Prozent. 1999 wurde rund vier Prozent mehr mit der Bahn gefahren. Im Güterverkehr stieg die transportierte Menge um 9,6 Prozent auf den neuen Rekordwert von 57,3 Millionen Tonnen. Die Produktivität verbesserte sich um 9,2 Prozent. Die Personenfahrten nahmen um 3,7 Prozent auf 276 Millionen zu, während die gefahrenen Kilometer um ein Prozent auf 12,615 Milliarden anstiegen. Der Ertrag im Personenverkehr nahm um 4,6 Prozent auf 1,604 Milliarden Franken zu. Zum Mehrverkehr beigetragen hat insbesondere das Halbtaxabonnement, mit welchem seit der Lancierung des Zweijahresangebots im Sommer 1997 über 250 000 neue Käufer angesprochen werden konnten. Das Generalabonnement konnte sich mit 223 000 Inhabern auf hohem Niveau halten. Das erweiterte Fahrplanangebot im Fern- und Regionalverkehr fand regen Zuspruch: So liegt die Zahl der Fahrten zwischen Zürich und Luzern heute 23 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Abgeltungen des Bundes und der Kantone für den Regionalverkehr gingen trotz dem Mehrangebot von 1,5 Prozent um 70 Millionen Franken zurück. Im Güterverkehr wurden sowohl bei den transportierten Tonnen (57,3 Millionen / +9,6 Prozent) als auch bei den Tonnenkilometern (9,797 Milliarden / +2,7 Prozent) neue Rekordwerte erreicht. Der Ertrag stieg auf 1,013 Milliarden Franken, 3,5 Prozent mehr als 1998. Beim Mengenzuwachs entfällt der Löwenanteil auf den Binnenverkehr. Hier schlugen insbesondere die über kurze Transportdistanzen abgewickelten schweren Transporte von Aushubmaterial für Baustellen zu Buche. Der Transitverkehr war in der ersten Jahreshälfte rückläufig, zog nach den Sommerferien aber wieder deutlich an. Der kombinierte Verkehr wuchs um 2 Prozent auf 14,65 Millionen Tonnen, was gut einem Viertel der Gesamttonnage entspricht. Die Schienentransporte mit den neuen Post-Wechselbehältern funktionierten reibungslos. Die Erträge aus den Liegenschaften trugen mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 243 Millionen Franken ebenfalls zum erfolgreichen Start der SBB ins AG-Zeitalter bei. Niedriger als erwartet ausgefallen sind die Investitionen in die Infrastruktur. Innerhalb des vom Bund in der Leistungsvereinbarung 1999-2002 festgelegten Zahlungsrahmens von 1,513 Milliarden Franken für das Jahr 1999 wurden total 1,334 Milliarden beansprucht. Der Minderbedarf geht auf ein gegenüber der Planung reduziertes Investitionsvolumen zurück. Vergebungserfolge und rigorose Verzichtsplanung haben dazu beigetragen, dass der Zahlungskredit der Leistungsvereinbarung im vergangenen Jahr nicht voll ausgeschöpft wurde. Die Kosten für Bahn 2000 werden aus heutiger Sicht deutlich unter dem bewilligten Betrag liegen. Der Personalaufwand ging 1999 um 4,9 Prozent zurück und liegt damit unter dem Wert von 1990. Durchschnittlich waren im letzten Jahr 29 202 Eisenbahnerinnen und Eisenbahner bei den SBB tätig; das sind 1659 Personen weniger als 1998. Der Trendbruch beim Personalaufwand war ein wesentlicher Schlüssel für den erfolgreichen Start der SBB AG. Als Folge des guten Jahresabschlusses erhalten sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Monat eine einmalige Prämie.
7.5.00
Millionen von Italienern haben den vierten autofreien Sonntag seit Beginn des Jahres genossen. Fussgänger, Velofahrer und Skater eroberten die Strassen, wo sonst chaotischer Verkehr und Hupkonzerte Umwelt und Nerven belasten. In zahlreichen Innenstädten wurden Konzerte abgehalten. Etwa 17 Millionen Italienerinnen und Italiener in 170 Städten hätten das Auto stehen lassen, berichtete das italienische Fernsehen. Vielerorts sei die Busfahrt zu den Konzerten gratis gewesen. Der neue italienische Umweltminister Bordon kündigte weitere autofreie Sonntage an. Die Bevölkerung habe die Bedeutung dieser Initiative verstanden, mit der die Städte erträglicher werden sollen. Schon jetzt hätten Städte wie Palermo angekündigt, die Aktion während des gesamten Sommers fortzusetzen. Laut Umfragen begrüssen etwa 82 Prozent der Italiener die autofreien Sonntage. Der Smog geht dabei laut wissenschaftlichen Erhebungen um 20 bis 30 Prozent zurück.
8.5.00
Neun Jahre nach der ersten Situationsanalyse haben die Bauarbeiten für die dritte Röhre des Autobahntunnels am Baregg begonnen. Die Bauarbeiten rund um das A1-Nadelöhr am Baregg dauern bis 2005 und kosten 410 Millionen Franken. Im Zentrum der drei aufwändigen Bauprojekte steht die dritte, 1,2 Kilometer lange dreispurige Autobahnröhre nördlich der beiden bestehenden Tunnelportale. Mit dem neuen Durchstich erhoffen sich die Verantwortlichen eine Entschärfung des täglich von 100 000 Fahrzeugen passierten Flaschenhalses am Baregg. Der Tunnelbau wird insgesamt rund 265 Millionen Franken kosten. Zusätzliche 80 Millionen Franken verschlingen wird die Erneuerung der sicherheitstechnischen Anlagen in den beiden bestehenden Röhren. Dieser Umbau macht in den kommenden Monaten die Sperrung einer der beiden Röhren in der Nacht nötig. Im befahrbaren Tunnel wird mit Gegenverkehr operiert. 64 Millionen Franken kostet schliesslich die Lärmschutzüberdeckung der Autobahn A1 bei Neuenhof. Dabei wird die Autobahn im östlichen Abschnitt vollständig, im westlichen Abschnitt nur die Fahrbahn Zürich überdeckt. Die Lärmsanierung dieses Autobahnteilstückes soll bereits 2003 fertiggestellt sein.
9.5.00
Die SBB, die Deutsche Bahn (DB), die französische Staatsbahn (SNCF) und die luxemburgische Staatsbahn (CFL) wollen die geplanten Schnellbahnverbindungen zwischen Paris, Luxemburg, Frankfurt und Zürich gemeinsam planen und betreiben. Sie haben hierfür die Projektgesellschaft Rhealys gegründet. Die vier beteiligten Bahnen unterzeichneten in Brüssel den Gründungsvertrag der Projektfirma Rhealys, die die Arbeiten leiten soll. Ziel der als Aktiengesellschaft gegründeten Projektgesellschaft ist laut einem gemeinsamen Communiqué eine erhebliche Verkürzung der Reisezeiten zwischen Paris, Ostfrankreich, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Die Strecken sollen 2006 in Betrieb genommen werden. Die Fahrt von Zürich und Basel nach Paris soll sich um 90 Minuten verkürzen. Eine Fahrt zwischen Frankfurt und Paris soll höchstens dreieinhalb Stunden dauern, das sind zweieinhalb Stunden schneller als heute. Zwischen Luxemburg und Paris soll die Fahrt noch zwei Stunden und 15 Minuten dauern. Zu den Aufgaben des Unternehmens Rhealys zählen nicht nur die Marktforschung und die Ausarbeitung der künftigen Fahrpläne und -preise, sondern auch die technische Vereinheitlichung der Fahrwege, Signale und Fahrzeuge. Die Projektgesellschaft Rhealys soll nach Inbetriebnahme der Strecken in eine gemeinsame Betriebsgesellschaft überführt werden.
9.5.00
Die Regierung hat den zweiten Teil des Berichts und Antrags zur Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) im Fürstentum Liechtenstein zuhanden des Landtags verabschiedet. Der vorliegende Teil betrifft die Schaffung eines Gesetzes über die Schwerverkehrsabgabe. Der Bericht erläutert das Gesetz zur Durchführung der vertraglichen Vereinbarungen mit der Schweiz sowie den Vollzug der LSVA in Liechtenstein. Zur Gewährleistung einer parallelen Einführung und eines einheitlichen Vollzuges der LSVA in Liechtenstein und in der Schweiz sollen in diesem Gesetz die materiellen Bestimmungen des schweizerischen LSVA-Rechts übernommen werden. Die Regierung schlägt vor, dass die LSVA-Einnahmen zu einem Drittel für umwelt- und verkehrspolitische Massnahmen und zu zwei Dritteln zur Reduktion der Lohn-Nebenkosten verwendet werden sollen. Dazu sollen die AHV-Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesenkt werden. Im Ergebnis läuft dies darauf hinaus, dass auf die zur Finanzierung des Rentenvorbezugs vorgeschlagene Erhöhung dieser AHV-Beiträge verzichtet werden kann, wenn die LSVA eingeführt wird.
9.5.00
Railtour Suisse hat 1999 zum zwölften Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt. Mit der Zustimmung der Wettbewerbskommission zur gegenseitigen Beteiligung von Kuoni und SBB an ihren Bahnreisetöchtern steht weiteres Wachstum an. Die Zahl der Gäste bei Railtour nahm um 9,6 Prozent auf 181 179 zu. Der Umsatz stieg um 10,8 Prozent auf 77,93 Millionen Franken und der Gewinn um 16,4 Prozent auf 2,38 Millionen Franken. Daraus sollen unverändert 80 Franken Dividende je Aktie bezahlt werden.
10.5.00
Der Genfer Stadtrat will die Tramlinie 13 vom Bahnhof Cornavin bis zum Place des Nations nahe beim UNO-Sitz verlängern. Er hat dafür beim Gemeinderat einen Kredit von 37 Millionen Franken beantragt. Die Bauarbeiten sollten diesen Sommer beginnen. Zuvor müssen allerdings noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Beim Bundesamt für Verkehr sind noch einige Rekurse hängig. Autoverbände wehren sich gegen das geplante neue Tramgleis mitten auf der schwerbefahrenen Rue de Lausanne. Der Stadtrat hofft auf eine baldige Erledigung der Rekurse. Das Parlament wird an seiner nächsten Sitzung über das Geschäft befinden.
10.5.00
Mit 52 zu 47 Stimmen hat es der Thurgauer Grosse Rat abgelehnt, eine Standesinitiative zur Besteuerung von Flugbenzin einzureichen. Die Kantonsregierung hatte befunden, die Initiative renne offene Türen ein. In seiner Motionsantwort hatte der Regierungsrat bereits mitgeteilt, dass er die Besteuerung des Flugbenzins für sinnvoll halte. Allerdings könne dies keine Sache sein, die die Schweiz im Alleingang löse.
10.5.00
Das Projekt der Stadtbahn Glattal ist einen Schritt weiter. Die Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) haben beim Bundesrat das Gesuch für die Infrastruktur-Konzession eingereicht. Damit beginnt nach Jahren der Planung die politische Entscheidungsfindung. Die Konzession des Bundesrates ist notwendig, weil die ganze Anlage dem Eisenbahngesetz untersteht. Der Kanton, die Standortgemeinden und Dritte können nun Stellung zum Stadtbahn-Projekt nehmen.
11.5.00
Die Bremgarten-Dietikon-Bahn AG (BD) und die Wohlen-Meisterschwanden-Bahn (WM) wollen nächstes Jahr mit einer Fusion ihre Marktstellung stärken. Ein Arbeitsplatzabbau ist nicht geplant. Der Name der neuen Bahn AG ist noch unbekannt. Von einer Fusion verspricht man sich eine bessere Betriebsgrösse und gute Voraussetzungen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Mit der Zusammenführung der beiden Gesellschaften können die Anforderungen der Bahnreform in den drei strategischen Geschäftsfeldern «Bahn und Bus», «Tourismus» und «Nebengeschäfte» erfüllt werden. Vor allem im Bereich «Bahn und Bus» sowie im Tourismusmarkt könne die Konkurrenzfähigkeit erhöht werden. Die beiden Unternehmen werden seit längerer Zeit als eine Betriebsgemeinschaft mit einem Zusammenarbeitsvertrag geführt. Die BD-Schmalspurbahn und die 1997 vom Bahn- und Busbetrieb umgestellte WM stellen die Ost-West-Verbindung zwischen Hallwilersee, Reusstal und Limmattal her und befördern über 2,7 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Mit 65 Mitarbeitenden wird ein Ertrag von jährlich rund 13 Millionen Franken erwirtschaftet.
11.5.00
Die Kantonsstrasse K10 in der Gemeinde Escholzmatt soll endlich ausgebaut werden. Sechs Bahnübergänge werden aufgehoben. Der Regierungsrat beantragt beim Grossen Rat für das abgespeckte Projekt einen Kredit von 23,2 Millionen Franken. 1991 bewilligte das Kantonsparlament 24,25 Millionen für den Ausbau des Verkehrsweges und die Aufhebung von neun Bahnübergängen. Beschwerden und die Alpeninitiative bremsten dann das Vorhaben. Bis 1998, als der Regierungsrat das bereinigte Projekt guthiess, waren die budgetierten Kosten auf 27,47 Millionen Franken angewachsen. Nach dem Submissionsverfahren zeigte sich, dass das Vorhaben mit diesen Mitteln nicht zu verwirklichen ist. Das Projekt wurde deshalb neu beurteilt. So wird nun auf die dritte Etappe, die etwa die Unterführung der Kantonsstrasse vorsah, verzichtet. Dies sei zu verantworten, weil die automatische Schranke beim SBB-Übergang sich bewähre, schreibt die Regierung. Von den 23,2 Millionen Franken übernimmt der Bund 13,92 Millionen. Die SBB beteiligen sich mit 990 000 Franken. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2003 abgeschlossen sein.
11.5.00
Die Wettbewerbskommission (WEKO) beurteilt die Preisempfehlungen des Freiburgischen Fahrlehrerverbandes (AFEC) als unzulässig und verbietet sie deshalb schlicht und einfach. Nicht betroffen vom Verbot ist die Preisempfehlung für die fakultativen Theoriekurse. Die WEKO behalte sich vor, gegen andere kantonale Verbände vorzugehen, die weiterhin die Preise bestimmen oder empfehlen, teilte die WEKO weiter mit. An ihrer Sitzung habe die WEKO beschlossen, die Preisabsprachen zwischen den Autofahrlehrern der AFEC im Bereich der praktischen Kurse für Auto, Motorrad und Lastwagen sowie im Bereich des Verkehrskundeunterrichts zu verbieten. Dieser Entscheid basiert laut WEKO auf einer Untersuchung, in welcher festgestellt wurde, dass die fraglichen Preisempfehlungen den Wettbewerb zwischen den Fahrlehrern im Kanton Freiburg erheblich beeinträchtigen oder sogar beseitigen. Im Bereich der Autofahrschulkurse habe die 10-monatige Untersuchung ergeben, dass 66 Prozent der Mitglieder der AFEC den empfohlenen Preis von 80 Franken/50 Minuten applizieren. Die Prozentwerte seien sogar noch höher bei den Lastwagenkursen (76 Prozent) sowie beim Verkehrskundeunterricht (77 Prozent). Diese Abreden der AFEC beeinträchtigen laut WEKO den Wettbewerb erheblich und können nicht durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gerechtfertigt werden. Die Preisempfehlung für die obligatorischen Motorradkurse wird laut WEKO in 90 Prozent aller Fälle befolgt. Hier kam die WEKO zum Schluss, dass der wirksame Wettbewerb schlichtweg ausgeschaltet wird.
11.5.00
Über 330 000 Reisende benutzen täglich die Zürcher S-Bahn, insgesamt befördert der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) rund 1,3 Millionen Fahrgäste. Das erste Jahrzehnt von ZVV und S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte des öffentlichen Verkehrs. Als am frühen Morgen des 27. Mai 1990 der erste S-Bahn-Zug der Schweiz den Zürcher Hauptbahnhof verliess, brach ein neues Zeitalter des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration Zürich an. Nebst der S-Bahn umfasst der Verkehrsverbund auch Tram, Bus, Schiff und Seilbahn. Angebote und Infrastruktur des Verkehrsverbunds sind im vergangenen Jahrzehnt laufend verbessert worden, beispielsweise wurden zwei Teilergänzungen realisiert. Die S-Bahn als Kernstück des ZVV-Angebots hat eine rasante Entwicklung hinter sich. Wurden 1989 täglich 252 600 Personen befördert, waren es im ersten Betriebsjahr 296 500. 1998 benutzten pro Tag durchschnittlich 333 200 Reisende die S-Bahn. Verkehrsverbund und SBB haben bis jetzt rund 2,6 Milliarden Franken in die S-Bahn investiert. 1,2 Milliarden wurden für Neu- und Ausbauten verwendet, der übrige Milliardenbetrag diente der Beschaffung des Rollmaterials. Die zweite Hälfte der 90er-Jahre war durch eine laufende Steigerung der Kostendeckung des S-Bahnbetriebs geprägt. Gemäss einer SBB-Statistik mussten sich Bund und Kanton Zürich im Jahr 1997/98 mit fast 196 Millionen Franken an der Kostendeckung beteiligen. Im Jahr 2000/01 dürften die Abgeltungen rund 172 Millionen Franken betragen.
12.5.00
Die Busse in und um Luzern sind 1999 weniger häufig benutzt worden als erwartet. Der Zweckverband öffentlicher Agglomerationsverkehr (öVL) kann den statutarisch vorgeschriebenen Deckungsgrad von 60 Prozent deshalb nicht einhalten. Wie der Rechnung 1999 zu entnehmen ist, belief sich der Aufwand auf 57,1 Millionen Franken. Obwohl die Tariferhöhung zu Mehreinnahmen führte, blieben die Einnahmen von 31,3 Millionen wegen des Mengenrückgangs hinter dem Budget zurück. Mit ungedeckten Kosten von 25,8 Millionen beträgt der Kostendeckungsgrad nur 58,4 Prozent. Nach Abzug der Bundesbeiträge und der direkten Gemeindebeiträge verbleibt ein Defizit von 24,4 Millionen. Das Defizit wird zu zehn Prozent vom Kanton übernommen. 67,5 Prozent werden verursachergerecht auf die Gemeinden verteilt, für die verbleibenden 22,5 Prozent kommen die Gemeinden gemäss ihrer Finanzkraft auf. Dem Zweckverband gehören neben Stadt und Kanton Luzern die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Ebikon, Emmen, Gisikon, Honau, Horw, Kriens, Littau, Meggen, Root, Rothenburg und Udligenswil an. Er organisiert und finanziert den öffentlichen Verkehr in und um Luzern.
12.5.00
Die Studie der Gewerkschaften zur Zukunft der schweizerischen Rollmaterialindustrie bestätigt nach Ansicht der ADtranz ihr Restrukturierungsprogramm. Das Marktpotential in der Schweiz sei ihr bekannt, teilte die Firma mit. ADtranz setze nach wie vor auf das Schweizer Know-how im Rail-Engineering. Auch werde ADtranz Schweiz weiterhin die weltweite Verantwortung für die Product Units Lokomotiven & Güterverkehr und Stromrichter innehaben. In den Bereichen Engineering, Entwicklung, Projektmanagement, Unterhalt, Verkauf und Marketing werde ADtranz ab Mitte 2001 insgesamt rund 700 qualifizierte Mitarbeitende beschäftigen. Der Konzern verbreitete seine Stellungnahme nur wenige Stunden nach der Präsentation der Studie. In der Studie der Gewerkschaften SMUV, VSAM, SYNA und SKV sieht ADtranz ihr weltweites Restrukturierungsprogramm bestätigt. Marktöffnung, Privatisierungen und Liberalisierungen im Schienenverkehr seien prägende Faktoren, die zu Überkapazitäten in allen Bereichen der Rollmaterialindustrie geführt hätten. Ausschlaggebend sei auch der Preiszerfall gewesen.
12.5.00
Der Verwaltungsrat der Schweizerischen Südostbahn SOB hat die Rechnung des Jahres 1999 verabschiedet. Sie schliesst wie im Vorjahr insgesamt positiv ab. Diese positive Wertung ist um so mehr gerechtfertigt, als die SOB den Rechnungsausgleich mit einem um 420 000 Franken geringeren Leistungsentgelt der öffentlichen Hand als im Vorjahr erzielen konnte. Im Personenverkehr haben die Erträge insgesamt zugenommen. Dem Ertragszuwachs von 3,8 Prozent steht eine Mengenerhöhung in Personenkilometern von rund 2,3 Prozent gegenüber. Im Güterverkehr hat das Jahr 1999 mit der Bahnreform nochmals eine strukturelle Bereinigung mit sich gebracht, die mit einer weiteren Ertragseinbusse verbunden war. Neu setzt sich der Güterverkehrsertrag aus verschiedenen Segmenten zusammen. Rückwirkend auf den 1. Januar 1999 hat die SOB mit den SBB einen Vertrag über den auf dem SOB-Netz abzuwickelnden Einzelwagenladungsverkehr abgeschlossen. Er steht für rund 45 Prozent des Güterverkehrsertrages. Die verbleibenden 55 Prozent verteilen sich auf die Kooperation mit den SBB im Ganzzugsverkehr und neu akquirierte Verkehre im freien Zugang im Bereich Entsorgung und Kies.
12.5.00
Mobility Carsharing baut sein Standortnetz aus. Künftig steht auch bei 75 Migros-Filialen ein Leihauto bereit. Wie Mobility und Migros mitteilten, wird an jedem der neuen Standorte ein Auto mit geringem Benzinverbrauch platziert (VW Lupo). Damit verfügt Mobility für seine 33 000 Kunden neu über 800 Standplätze mit 1300 Autos. Vor zwei Jahren war Mobility mit den SBB eine Zusammenarbeit eingegangen. Genauso wie die Inhaber eines General- oder Halbtaxabonnements, können nun auch Genossenschafter der Migros von verbilligten Konditionen profitieren.
12.5.00
Die Öffnung des Strommarktes und die Subventionierung notleidender Wasserkraftwerke sollen nicht miteinander gekoppelt werden. Die Kommission des Ständerates hat sich gegen den Nationalrat gestellt – allerdings äusserst knapp. Der Nationalrat hatte mit 93 zu 88 Stimmen das Inkrafttreten des Elektrizitätsmarktgesetzes davon abhängig gemacht, dass der Souverän der Förderabgabe auf nicht erneuerbaren Energien zustimmt. Diese brächte für die Erneuerung der Wasserkraftwerke und die Abgeltung von «Investitionsruinen» jährlich etwa 200 Millionen Franken. Die Energiekommission des Ständerates ((UREK) lehnte dies mit Stichentscheid von Präsidentin Erika Forster (FDP/SG) ab. Eine Minderheit will deshalb, dass der Bund die nicht amortisierbaren Investitionen mit Darlehen finanziert, die erst zurückbezahlt werden müssen, wenn es die Ertragslage der Werke erlaubt. In der Junisession wird der Ständerat aber über einen Ordnungsantrag von Simon Epiney (CVP/VS) abzustimmen haben, die Verabschiedung des Elektrizitätsmarktgesetzes auszusetzen, bis die Abstimmung über die Förderabgabe am 24. September Klarheit geschaffen hat. Mit ebenfalls 7 zu 6 Stimmen – immer mit Stichentscheid der Präsidentin – sprach sich die UREK für eine schnellere Marktöffnung als der Nationalrat aus. Bereits nach drei Jahren sollen auch kleinere Stromkonsumenten von den mutmasslich 30 Prozent tieferen Preisen profitieren können. Mit Auflagen will die UREK verhindern, dass die künftige schweizerische Netzgesellschaft in ausländische Hände geraten kann und die Wasserkraft «verscherbelt» wird. Diese Gesellschaft soll dafür sorgen, dass inskünftig jedermann seinen Strom dort beziehen kann, wo er ihn am günstigsten erhält. In der Gesamtabstimmung passierte das Elektrizitätsmarktgesetz mit 7 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Im Nationalrat hatte das Resultat 104 zu 24 Stimmen bei 51 Enthaltungen gelautet.
12.5.00
Die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Rollmaterialindustrie ist gemäss einer Studie intakt. Deshalb sei der ADtranz-Entscheid, die Produktionsstandorte in Pratteln BL und Zürich-Oerlikon stillzulegen, kaum nachzuvollziehen. Die Reorganisationsmassnahmen von ADtranz für die Schweizer Werke kämen jedenfalls zu früh, heisst es in der Studie, die vor den Medien in Zürich präsentiert wurde. Die Studie von metron Verkehrsplanung und Ingenieurbüro AG aus Brugg AG war von den Gewerkschaften SMUV, VSAM, SYNA und SKV in Auftrag gegeben worden. Gemäss der Studie bewegt sich die Rollmaterialindustrie sowohl in der Schweiz als auch in Europa in einem Wachstumsmarkt. Von 1988 bis 1999 verdreifachten sich die Schweizer Exporte, das heisst von 150 auf 450 Millionen Franken. Und der innereuropäische Handel kletterte von 1988 bis 1998 von 450 auf 1800 Millionen Euro. Wie die Studie weiter darlegt, erscheint die schweizerische Rollmaterialindustrie zunehmend international konkurrenzfähig, obwohl die Preise für Schweizer Produkte als teuer gelten. Mit dem Wegfall von Handelsschranken auch innerhalb der EU, den bilateralen Verträgen und der Internationalisierung der Rollmaterialmärkte könne die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Schweiz erst recht zum Tragen kommen. Dank dem hohen technologischen Know-how und den heute günstigen Wachstumsbedingungen habe die Schweizer Rollmaterialindustrie echte Chancen, sagte SMUV-Geschäftsleitungsmitglied Beda Moor an der Medienkonferenz. Dabei müssten aber der Bundesrat und die SBB eine aktive Rolle spielen. Die Entwicklung der Verkehrspolitik zu Gunsten der Bahn in Europa und in der Schweiz, beispielsweise mit der Umlagerung von der Strasse auf die Schiene, würde in den nächsten 20 Jahren zu einer wachsenden Nachfrage nach Rollmaterial führen. Gemäss der Studie muss sich die schweizerische Rollmaterialindustrie aber im Sinne einer Spezialisierung neu ausrichten. Entweder müsse sie in einem Segment die Produkteverantwortung erhalten und diese in Grossserien nutzen oder sich zunehmend auf Modul- und Komponentenfertigung verlegen. Bestärkt durch die Studie fordern die Angestellten in der Maschinenindustrie eine aktive Unterstützung beim Aufbau der Nachfolgefirma durch ADtranz, wie VSAM-Geschäftsführer Vital Stutz erklärte. Auch soll ADtranz das grosse unternehmerische Risiko während der Startphase der Nachfolgefirma mittragen. Die Einsetzung des START-Teams, das die Nachfolgegesellschaft aufbauen soll, sei nur ein erster Schritt zur Erhaltung der Arbeitsplätze, sagte SMUV-Mitglied Moor. Zusätzlich sollen Alternativen ausserhalb der Rollmaterialindustrie, die an das Know-how der ADtranz-Beschäftigten anknüpfen, gesucht werden. Und SYNA-Zentralsekretär Charles Steck erklärte, dass bei den Verhandlungen über die sozialen Begleitmassnahmen der ADtranz-Restrukturierung nicht ein herkömmlicher Sozialplan angestrebt werde, sondern eine Minimierung des Stellenabbaus. Die Verhandlungen sollen bis Ende Mai abgeschlossen werden.
16.5.00
Vom 17. Mai bis Ende November verkehren auf der Strecke zwischen Zofingen und Sempach-Neuenkirch zu nächtlicher Stunde Züge mit Führerstandsignalisierung. Während dieser Testphase wird das neue Signalsystem auf Funktionalität, Sicherheit und Zuverlässigkeit geprüft. Die SBB hoffen, den Pilotbetrieb auf dieser Strecke im Dezember 2000 aufnehmen zu können. Mit Bahn 2000 und AlpTransit werden die Reisezüge auf Neubaustrecken mit 200 Kilometern pro Stunde verkehren, ein Tempo, das für das Beobachten von Signalen entlang der Strecke, vor allem bei schlechter Sicht, hohe Anforderungen an die Lokomotivführer stellt. Die SBB wollen deshalb solche Strecken mit Führerstandsignalisierung ausrüsten. Mit diesem neuen Signal- und Zugsicherungssystem erhält der Lokführer die fahrdienstlichen Informationen per Funk direkt auf einen Bildschirm im Führerstand übermittelt. Vor- und Hauptsignale auf der Aussenanlage sind nicht mehr nötig. Mit dem modernen System wird die Geschwindigkeit der Züge zudem dauernd überwacht. Dies ermöglicht eine präzise Führung und erlaubt, die Züge in kürzeren Abständen fahren zu lassen. Dadurch kann das Eisenbahnnetz noch besser genutzt werden. Die Führerstandsignalisierung ist Teil des neuen europäischen Baukastensystems ETCS (European Train Control System) für die Zugsicherung und Zugsteuerung, das die Basis für die Interoperabilität in ganz Europa bildet.
16.5.00
Die Baselbieter Regierung zieht den Kauf des ADtranz-Industrieareals in Pratteln BL in Betracht. Damit sollen die Voraussetzungen für die Neugründung von Nachfolgefirmen verbessert werden. Von der Übernahme des Industrieareals in Pratteln erhofft sich die Baselbieter Regierung mehr Unabhängigkeit von der ADtranz, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Derzeit bedarf jede geplante Aktivität auf dem Areal der Zustimmung durch ADtranz, die über einen Mietvertrag für die nächsten sieben Jahre verfügt und zudem ein Vorkaufsrecht besitzt. Als problematisch erachtet die Baselbieter Regierung namentlich die Vorgabe des Bahntechnikkonzerns, dass Nachfolgebetriebe auf dem Areal die ADtranz nicht konkurrenzieren dürfen. Dies sei für jede Firmengründung «ausserordentlich erschwerend», hält die Regierung fest, die das traditionsreiche Know-how im Rollmaterialbau erhalten will. Wer mit Schindler über den Kauf des Industrieareals verhandeln soll, ist noch offen. In Frage kommt gemäss der Mitteilung neben dem Kanton selbst auch eine ihm nahe stehende Organisation. Im Vordergrund steht dabei laut Landschreiber Alex Achermann die Baselbieter Pensionskasse. Der Kauf des Industrieareals in Pratteln durch den Kanton ist im Baselbiet schon bald nach der Schliessungsankündigung aufs Tapet gebracht worden. Noch im November wandten sich jedoch Regierung und Parlament gegen den Erwerb. Ein entsprechendes dringendes Postulat der SP wurde klar abgelehnt. Im Landrat war von einem Kaufpreis von 6,5 Millionen Franken die Rede.
17.5.00
Die Nachfolgegesellschaft für die von der Schliessung betroffenen ADtranz-Werke in Zürich-Oerlikon und Pratteln ist gegründet worden. Nun steht das juristische Kleid. Die Firma soll noch in diesem Jahr operativ tätig werden. Die Firma RailTechAG sei am 10. Mai ins Handelsregister eingetragen worden, teilte ADtranz (Schweiz) mit. Die neue Firma RailTech mit Sitz in Pratteln BL gehe aus dem Start-Team hervor, das sich nach der Schliessungsankündigung des deutschen Mutterkonzerns für eine Weiterführung der Werke und für die Rettung von Arbeitsplätzen einsetzt. RailTech verhandle derzeit mit ADtranz (Schweiz) über eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit im Bereich Bahnindustrie, heisst es. Diese Erklärung soll noch in diesem Monat unterzeichnet werden. Der Eintrag im Handelsregister lautet auf «Entwicklung, Herstellung und Montage sowie Vertrieb und Service von Fahrzeugen, Systemen, Anlagen und Komponenten im Bereich des Personal- und Gütertransportes sowie der Energietechnik». ADtranz selber bleibe in der Schweiz aktiv, hielt Suter fest. In den Bereichen Engineering, Entwicklung, Projektmanagement, Unterhalt, Verkauf und Marketing werde ADtranz ab Mitte 2001 insgesamt rund 700 der derzeit 1300 Mitarbeiter beschäftigen.
17.5.00
Die Wynen- und Suhrentalbahn (WSB) wird zwischen Reinach Unterdorf und Menziken AG von der Strasse auf das bisherige SBB-Trassee verlegt. So hat der Bundesrat im Einverständnis mit dem Kanton Aargau entschieden. Wegen der geringen Frequenzen wurde der Personenverkehr auf der SBB-Strecke zwischen Beinwil am See und Beromünster 1992 auf Busbetrieb umgestellt. Reinach Unterdorf und Menziken blieben aber durch die dort parallel zur SBB-Linie verkehrende WSB direkt mit Aarau verbunden. Nun wird das WSB-Teilstück zwischen Reinach Unterdorf und Menziken auf das nur noch im Güterverkehr genutzte Trassee der SBB verlegt. Weil die WSB bisher die Kantonsstrasse benützte, verbessert dies laut Mitteilung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) die Sicherheit sowohl im Bahn- wie im Strasssenverkehr. Der Schienengüterverkehr nach Reinach und Menziken wird von der WSB übernommen.
18.5.00
Der Thurgauer Regierungsrat rechnet damit, dass der Kanton jährlich sechs Millionen Franken aus den Erträgen der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) bekommen wird. Mit einer Verordnung hat er deren Verwendung geregelt. 45 Prozent der Erträge werden direkt dem öffentlichen Verkehr zur Förderung des regionalen Personenverkehrs zugute kommen. Ebenfalls 45 Prozent werden dem Strassenunterhalt zugeschrieben. Die restlichen zehn Prozent verbleiben laut Regierungsrat in einer Reserve, welche schwerpunktmässig für grössere Projekte im Bereich des kombinierten Verkehrs eingesetzt werden kann. Dabei stehen insbesondere die Sanierungen von Niveauübergängen, Parkierungtsanlagen bei Bahnhöfen und ähnliche Projekte im Vordergrund.
18.5.00
Die SBB haben für den Ausbau des 13,5 Kilometer langen Abschnitts Genf-Coppet auf drei Gleise die Arbeiten begonnen. Auf der Brücke von Montfleury GE fand hierzu ein offizieller Anlass mit kantonalen und kommunalen Behörden statt. Das zusätzliche dritte Gleis soll im Rahmen von Bahn 2000 das Mehrangebot im Fernverkehr und im Regionalverkehr bewältigen helfen. Ab dem Jahr 2001 sollen Intercity-Doppelstockwagen bis nach Genf verkehren können.
18.5.00
Trotz Erschwernissen durch Lawinen hat die Berner Oberland Bahn AG (BOB) 1999 gegenüber dem Vorjahr Verkehrsertrag und Gewinn steigern können. Der Jahresgewinn stieg auf 470'000 Franken (1998:177'000). Die Talbahn mit den Linien von Interlaken Ost nach Lauterbrunnen und Grindelwald steigerte den Verkehrsertrag um 3,7 Prozent auf 7,4 Millionen Franken, wie die BOB bekanntgaben. Die Schynige Platte-Bahn machte um 2,6 Prozent vorwärts auf 2,7 Millionen Franken. Der um eine halbe Million höhere Betriebsaufwand wegen Lawinenschäden fiel bei der Schynige Platte-Bahn kaum negativ ins Gewicht, weil er grösstenteils durch Versicherungen gedeckt war. Der Jahresgewinn hielt sich bei 114'000 Franken. Aus eisenbahngesetzlichen Gründen müssen vom Jahresgewinn 345'000 Franken an zweckgebundene Rücklagen zugewiesen werden. Der Generalversammlung steht somit zusammen mit dem Vortrag aus dem Vorjahr von 11'000 Franken ein Saldo von 136'000 Franken zur Verfügung. Der Verwaltungsrat beantragt Reserve- respektive Rücklagenzuweisungen und Vortrag auf neue Rechnung, wie es in der Medienmitteilung heisst.
18.5.00
Der Kanton Tessin will den Verkehr auf der A2 flüssiger machen und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs verbessern. Mittels gezielter Angebote sollen insbesondere Touristen animiert werden, vom Auto auf den Zug umzusteigen. Der Massnahmenkatalog sieht unter anderem vor, durch vermehrte Kontrollen den Lastwagenverkehr auf der A2 zu regulieren und Konflikte mit Personenwagen durch Überholverbote zu vermeiden. Allerdings musste Polizeikommandant Romano Piazzini einräumen, dass zurzeit die personellen und finanziellen Mittel zur Umsetzung dieser Massnahmen fehlen. Im Bereich des Grenzübergangs Chiasso Brogeda soll darauf hingewirkt werden, dass auf italienischer Seite die Aufnahmekapazität der Autobahn erhöht wird. Mit Inkrafttreten der bilateralen Verträge werden in Chiasso noch längere Rückstaus auf Schweizer Seite erwartet. Weiterer Schwerpunkt der Massnahmen ist es, die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel zu erhöhen, insbesondere Feriengäste sollen durch verlockende Angebote animiert werden, mit der Bahn ins Tessin zu reisen. Die SBB haben zusammen mit verschiedenen Partnern eine Palette von Offerten ausgearbeitet. Darunter ist das neue Angebot von Railtour Suisse, das es erstmals ermöglicht, zusammen mit dem Bahnbillett ein elektrisches Leihauto am Zielbahnhof zu mieten. An fünf Tessiner Bahnhöfen stehen 14 Easy-Move-Wagen zur Verfügung. Damit soll dem automobilen Mobilitätsbedürfnis vieler Bahnreisender Rechnung getragen werden. Ausserdem können sich bahnreisende Feriengäste, die eine Unterkunft in der Region Locarno oder Lugano gebucht haben, ab sofort ihr Gepäck bis ins Hotel bringen lassen. Vorgesehen ist schliesslich, eine Tageskarte für den Tarifverbund Tessin/Misox einzuführen. Das Vorhaben befindet sich noch in der Projektphase.
19.5.00
Die im kombinierten Güterverkehr tätige Hupac-Gruppe hat 1999 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf 256 Millionen Franken gesteigert. Gleichzeitig sank der Cash flow um 5,5 Prozent auf 25,2 Millionen Franken. Wie die Gruppe mitteilte, beträgt der Jahresgewinn 3,2 Millionen Franken. Bereits Anfang Januar hatte die Intermodal SA in Chiasso bekannt gegeben, dass sie 1999 das Volumen beim kombinierten Güterverkehr über die Alpen um 4,6 Prozent erhöht hatte. Nach einem harzigen Jahresbeginn konnte die Hupac im zweiten Semester kräftig zulegen. Die Zahl der transportierten Einheiten stieg von 313 167 (1998) auf 327 683 an. Ein besseres Resultat wurde gemäss Hupac wegen schlechter Dienstleistungen gewisser Eisenbahngesellschaften verpasst. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die italienischen Staatsbahnen. Mit 7,6 Prozent wurde das grösste Plus beim Lastwagen-Verlad, der «rollenden Autobahn», verzeichnet. «Das ist auf die Schliessung des Mont-Blanc-Tunnels zurückzuführen», sagte Hupac-Sprecherin Barbara Rechsteiner Anfang Januar auf Anfrage.
22.5.00
Der öffentliche Verkehr soll weder von einem reduzierten Mehrwertsteuersatz profitieren noch den vollen Vorsteuerabzug erhalten. Mit 8 zu 3 Stimmen lehnt die Wirtschaftskommission des Ständerats eine Initiative des Kantons Zürich ab. Die Kommission weist darauf hin, dass die Privilegierung des öffentlichen Verkehrs bereits im Zusammenhang mit dem Anfang 2001 in Kraft tretenden MWST-Gesetz eingehend diskutiert und verworfen worden sei. Es gebe in dieser Sache keine neuen Erkenntnisse, heisst es in einer Mitteilung der Parlamentsdienste. Nach Ansicht der Kommission des Ständerats für Wirtschaft und Abgaben (WAK) geht es insbesondere zu weit, einen Sondersatz auch für den Güterverkehr zu verlangen. Zudem seien Anschlussbegehren zu befürchten, weil sich der private Personenverkehr «nicht ganz zu Unrecht» gegen eine Ungleichbehandlung wehren würde.
23.5.00
Die gelben Schweizer Postautos werden nicht aus Liechtenstein verschwinden, sondern weiterhin im Personennahverkehr eingesetzt. Postauto Schweiz hat einen entsprechenden Ausschreibungswettbewerb gewonnen. Das Unternehmen hat unter den acht Offertstellern das beste Angebot eingereicht und erreichte in der Bewertungsskala mehr als 95 Prozent der möglichen Punkte, wie die Liechtenstein Bus Anstalt (LBA) mitteilte. Die zweite Gruppe von Bewerbern liege mit deutlichem Abstand zurück. Die LBA ist seit der Aufkündigung des Postvertrages zwischen der Schweiz und Liechtenstein zuständig für die Organisation des Personentransports im Fürstentum. Postauto Schweiz will eng mit einem liechtensteinischen Unternehmen zusammen arbeiten und plant die Eröffnung einer Geschäftsstelle in Vaduz.
23.5.00
Als erster Schritt im Kampf gegen den Eisenbahnlärm werden in der Schweiz bis 2009 sämtliche Güter- und Personenwagen mit leiseren Bremsen versehen. Wo immer noch zuviel Lärm entsteht, werden bis 2015 Lärmschutzwände und -fenster aufgestellt. Das sieht der Plan des Bundesamts für Verkehr (BAV) vor, den BAV-Vizedirektor Peter Testoni in Olten SO der Presse vorstellte. Die Lärmsanierung soll 2015 fertiggestellt sein und gemäss Beschluss der Eidg. Räte insgesamt 1,85 Milliarden Franken kosten. Rund 820 Millionen Franken kosten die neuen Bremsen für alle Wagen der SBB, BLS, BT, MThB, RM, RhB, und SOB sowie der privaten Schweizer Güterwagen. Das Bundesamt schätzt, dass heute etwa 300 000 Menschen von Eisenbahnlärm betroffen sind. Der Ersatz der herkömmlichen Grauguss-Bremsklötze durch neuartige Komposit-Sohlen soll eine wesentliche Entlastung für 120 000 Menschen bringen, da die neuen Bremsen die Laufflächen der Räder nicht mehr aufrauen. In einem zweiten Schritt sollen bis 2015 in 500 Gemeinden Schallschutzwände für 900 Millionen Franken aufgestellt werden. Das soll die Lärmbelastung für 90 000 Personen mindern. In Häusern, in denen die Lärmbelastung auch dann noch zu hoch ist, werden Schallschutzfenster eingebaut. Das BAV rechnet mit Kosten von 110 Millionen Franken für 45 000 Fenster, was Linderung für 90 000 Menschen bringen soll. Priorität bei der Sanierung der Strecken haben die Transitkorridore Gotthard und Lötschberg, da diese Strecken wegen des zunehmenden Güterverkehrs starken nächtlichen Lärmbelastungen ausgesetzt sind.
23.5.00
Süddeutschland hat genug vom Fluglärm wegen des zunehmenden Flugverkehrs vom und zum Flughafen Zürich-Kloten. Die deutsche Regierung hat die entsprechende Vereinbarung mit der Schweiz aus dem Jahr 1984 per Ende Mai 2001 gekündigt. Die Rahmenbedingungen hätten sich verändert, der Flugverkehr habe in den letzten Jahren massiv zugenommen, sagte der Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), Hans U. Aebersold, auf Anfrage. Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bedauert gemäss einer Mitteilung den Schritt Deutschlands. Man sei aber zuversichtlich, dass eine befriedigende neue Regelung des An- und Abflugverkehrs über süddeutsche Gebiete innert nützlicher Frist erarbeitet werden könne. Konkret geht es um die Forderung süddeutscher Gemeinden: Sie wollen eine Einschränkung des Flugbetriebs in Zürich-Kloten vor allen nachts und an Wochenenden. Auch die deutsche Regierung übt zunehmend Druck auf die Schweiz aus. Seit Herbst 1998 verhandelt die Schweiz mit Deutschland über einen Staatsvertrag, der diese Verkehrsfragen auf eine neue Basis stellen soll. «Diese Verhandlungen werden wie geplant weitergeführt», schreibt das UVEK weiter. In der Verwaltungsvereinbarung von 1984 ist die ausgewogene Verteilung des Anflugverkehrs auf die beiden Landepisten 14 und 16 vereinbart. Zudem wurden die Anflughöhen von 3500 auf 4000 Fuss über Meer sowie die Höhe für die Warteräume von 5000 auf 6000 Fuss angehoben. Ausnahmen sind dabei aus meteorologischen oder wichtigen operationellen Gründen möglich. Auch die Nachtflugbeschränkung zwischen 22.00 und 06.00 Uhr sind festgelegt. Ausnahmen sind hier für Such- und Rettungsflüge oder verspätete Starts und Landungen des Linienverkehrs vorbehalten.
23.5.00
Der öffentliche Verkehr kostet das Baselbiet im Fahrplan 2000/2001 16 Millionen Franken. Die Regierung hat die entsprechenden Abgeltungen an die Verkehrsunternehmen genehmigt. Sie beklagt die zunehmende Abwälzung von Kosten durch den Bund. Die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs können nicht sämtliche Kosten mit Verkehrserträgen decken, wie die Regierung festhielt. Trotz eher rückläufigen Gesamtkosten des öffentlichen Verkehrs in den letzten vier Jahren stiegen die Abgeltungen des Kantons und der beteiligten Gemeinden stetig an. Grund sei die «massive Beitragsreduktion» des Bundes. Dessen Stabilisierungsprogramm mache den Kantonen «schwer zu schaffen». Heute trage der Bund die Hälfte der Abgeltungskosten des öffentlichen Verkehrs. In den kommenden zwei Jahren werde sich der Bund aber zu Lasten des Kantons Baselland um 3,4 Millionen Franken entlasten. Als Kompensation verweise der Bund auf die vermehrt den Kantonen zufliessenden Mittel der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und der Nationalbankgewinne. Bei der bestehenden Regelung müssten die Kantone daher den Angebotsausbau aus eigenen Mitteln finanzieren.
23.5.00
Mehr als ein Zehntel des Schweizer Autobahnnetzes verläuft in Tunnels. Bis zur Vollendung im Jahre 2015 wird sich dieser Anteil noch erhöhen. Die 188 Anfang 1999 in Betrieb stehenden Autobahntunnels wiesen eine Länge von 169,2 Kilometern auf. Total waren zu jenem Zeitpunkt 1638 Autobahnkilometer fertig gestellt. Im Jahr 2015 wird das Nationalstrassennetz 1856 Kilometer lang sein. Davon werden 280 Kilometer in Tunnelröhren verlaufen. Die beiden längsten Durchstiche, der Gotthard- und der Seelisberg-Strassentunnel, sind mit durchschnittlich 18 300 beziehungsweise 20 000 Fahrzeugen täglich weitaus weniger belastet als die wichtigen Tunnels im Mittelland. Spitzenreiter ist die Galerie Schweizerhalle mit 103 400 Fahrzeugen täglich vor dem Baregg (88 100).
24.5.00
Die Lötschbergbahn BLS hat das vergangene Jahr trotz einer Reihe «harter Prüfungen» finanziell positiv abgeschlossen. Der Lawinenwinter, das Hochwasser, der Orkan Lothar und das Bahnunglück von Anfang November in Bern-Weissenbühl setzten dem Unternehmen zu. Die Rechnung 1999 der BLS schliesst mit einem Gewinn von 5,3 Millionen Franken ab, 4,1 Millionen mehr als im Vorjahr. die Betriebsrechnung allein war jedoch um 4,4 Millionen schlechter. Dazu erklärte die Unternehmensspitze, die Naturereignisse hätten mit rund 6,6 Millionen zu Buche geschlagen. Das positive Ergebnis kam dank verringertem Aufwand und Erträgen aus Wertschriften zu Stande. Der Gewinn soll dazu verwendet werden, den Bilanzverlust aus den Vorjahren von 7,5 Millionen zu verringern. Der Vorsitzende der BLS-Geschäftsleitung, Mathias Tromp, betonte, die BLS sei ein «effizientes, fittes Unternehmen», das sich noch verbessern wolle. Sie sei daran, ihr Verhältnis zur rund 20 Mal grösseren SBB zu klären. Entscheidungsgrundlagen zu Handen der Aktionäre und Behörden würden in der zweiten Jahreshälfte vorgelegt. Tromp sagte, dass die Bahn den letztes Jahr durchgeführten Strategie-Check durch Bund und Kanton bestanden habe. Sie wolle sich auf die Kernkompetenzen im alpenquerenden Güterverkehr, im Personenfernverkehr auf der Nord-Süd-Achse und im regionalen Personenverkehr inklusive S-Bahn konzentrieren. Sorgen hat die BLS mit dem Güter- und Postverkehr, der Mindereinnahmen von 5,6 Millionen Franken (-13,7 Prozent) brachte. Zum Teil sei dies auf das noch zu kleine Profil auf der Simplon-Südstrecke (italienische Seite) zurückzuführen. Die Arbeiten bedingten auch Nachtsperren während den Bauarbeiten.
25.5.00
Das heute in Freiburg eingeweihte Kunden Service Center der SBB konzentriert sämtliche Transportwünsche der Cargo-Kunden an einem Ort. Unter der Gratis-Nummer 0800 707 100 sind rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche kompetente Ansprechpartner der Bahn erreichbar, um die Transport- und Logistikwünsche der SBB-Cargo-Kunden zu erfüllen. Rund 240 Personen - vom mehrsprachigen Operateur bis hin zum EDV-Supporter - werden im Endausbau täglich bis zu 3000 bis 4000 Kundenwünsche bearbeiten und diese mit den 110 schweizweit tätigen Rangierteams koordinieren. Beim raschen Aufbau des Kunden Service Centers – von der Kreditfreigabe bis hin zur Betriebsaufnahme vergingen knapp neun Monate – leisteten Regierung und Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg den SBB grosse Hilfe. Das KSC hat den Betrieb am 3. April 2000 aufgenommen. In zwei Schritten wurden bis Ende Mai insgesamt 100 Bahnhöfe mit ihren Kunden angeschlossen. In weiteren sieben Etappen werden bis April 2001 sämtliche 5000 Cargo-Kunden und rund 900 Bahnhöfe in das System des 3300 m2 grossen KSC überführt. Im Endausbau überwachen die 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KSC in Freiburg rund 3,3 Millionen Versand- und Empfangstransporte; diese Arbeit wurde bis anhin von rund 400 Personen auf knapp 900 Bahnhöfen getätigt.
26.5.00
An zwei Sonntagen im Jahr soll der private Motorfahrzeugverkehr ruhen. Dafür hat sich mit 8 zu 4 Stimmen die Verkehrskommission des Ständerates ausgesprochen. Die Volksinitiative für vier autofreie Sonntage lehnte sie mit 9 zu 2 Stimmen ab. Die «Sonntagsinitiative» verlangt – vorerst für vier Jahre – einen autofreien Sonntag pro Jahreszeit. Die Kommission will ihr mit einer Änderung des Strassenverkehrsgesetzes entgegenkommen: Am Bettag und an einem vom Bundesrat festzulegenden weiteren Sonntag soll von 5.00 Uhr bis 22.00 Uhr ein Fahrverbot gelten. Die Kommission wird den Bundesrat beauftragen, zu diesem Vorschlag eine Vernehmlassung durchzuführen, wie die Parlamentsdienste mitteilten.
29.5.00
Sechs Partner im kombinierten Verkehr haben eine Frachtlinie zwischen den Räumen Zürich und Genf eröffnet. Die Güter werden jeweils über Nacht transportiert und können am Morgen am Zielort abgeholt werden. Verladeschluss für die erste Fracht unter dem Siegel von Cargo Combi Schweiz war 19.00 Uhr am Montagabend in Genf la Praille, abholbereit war die Fracht am Dienstagmorgen um 07.00 Uhr in Dietikon bei Zürich. In umgekehrter Richtung ist um 21.15 Uhr Verladeschluss und Ankunft in Genf um 05.30 Uhr. Wie die SBB in einem Communiqué mitteilten, werden Wechselbehälter und Grosscontainer künftig jeweils im Nachtsprung in einer Kombination von Lastwagen und Regelzügen befördert. Zudem sollen ab Spätherbst dieses Jahres die Wirtschaftsräume Genf und Zürich mit Ganzzügen verbunden werden, die erst um 22.00 Uhr abfahren und um 05.00 Uhr am Zielort eintreffen. Ziel ist es, den kombinierten Verkehr so zu entwickeln, dass ein eigenständiges, flächendeckendes nationales Kombiverkehrsnetz entsteht. Die Kunden sollen dabei jeweils die Transportmittel wählen, die Sinn machen und nach Möglichkeit die Strassen entlasten. Cargo Combi Schweiz ist ein Zusammenschluss von sechs Partnern der Bahnen, der Camionneure und des Handels. Die SBB Cargo, die BLS Lötschbergbahn, die Mittelthurgaubahn (MThB), die Transportunternehmen Planzer und Bertschi sowie die Migros entschlossen sich im vergangenen Herbst für die Zusammenarbeit. Die operative Führung liegt bei der SBB Cargo.
29.5.00
Die Gesellschaft der Freiburgischen Eisenbahnen (GFM), die auch ein umfangreiches Überlandbusnetz betreibt, und die städtischen Verkehrsbetriebe (TF) haben letztes Jahr beschlossen, auf den 1. Januar 2000 zu fusionieren. Als Hauptgrund wird die Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs angegeben. Beide Firmen arbeiten schon seit Jahren eng zusammen, seit 1994 sogar in Betriebsgemeinschaft. Die GFM weisen einen Substanzwert von 54,25 Millionen Franken, die TF von 11,12 Millionen Franken aus. An der neuen Gesellschaft verfügen die GFM über Anteile von 83 Prozent, die TF von 17 Prozent. Die Transporteinnahmen der TF betragen pro Jahr 7,2 Millionen Franken und diejenigen der GFM 18,2 Millionen Franken (abzüglich Abgeltungen). Da der Kanton Freiburg Hauptaktionär der GFM ist, muss der Grosse Rat die Fusion formell genehmigen. Im Dekretsentwurf an das Kantonsparlament hält der Staatsrat fest, dass die Fusion keine finanziellen Konsequenzen für den Kanton enthält. Für die Passagiere ändert sich das Äussere der Fahrzeuge; das Grün der GFM und das Blau der TF verschwinden und machen dem Einheitsanstrich von Rot und Weiss mit roten Punkten Platz.
30.5.00
Weitere Vergabe für den Lötschberg-Basistunnel: Die BLS AlpTransit AG hat das Baulos Raron-Ferden im Wert von 261 Millionen Franken der Arbeitsgemeinschaft MaTrans zugesprochen. Der Vertrag wurde in Thun unterzeichnet. Auf der Nordseite haben die Arbeiten an den Hauptröhren des Lötschberg-Basistunnels bereits begonnen. Mit der Vertragsunterzeichnung zum Baulos Raron-Ferden wurde laut BLS AlpTransit AG nun ein weiterer Meilenstein auf der Südseite gelegt. Bereits fertiggestellt oder weit fortgeschritten sind die Materialbewirtschaftungsanlagen im Norden und im Süden sowie die Fensterstollen in Mitholz und Ferden/Goppenstein. Die Arbeiten am Fensterstollen Steg, Portal Niedergesteln, sind ebenfalls im Gang. Das Baulos Raron-Ferden umfasst hauptsächlich den Vortrieb der beiden Basistunnel-Röhren ab Portal Raron in Richtung Bern. Insgesamt acht Arbeitsgemeinschaften reichten ein Angebot ein. An der MaTrans beteiligt sind zu je einem Viertel die Berner Marti Tunnelbau AG, die deutsche Walter Gruppe, die Wiener Unternehmensgruppe PORR und die britische Balfour Beatty Ltd. Die MaTrans kam bereits beim Baulos Fensterstollen Steg zum Zug. Zur Nutzung der Synergien hat die BLS AlpTransit AG nun beide Bauabschnitte fusioniert. So könnten Kosten von rund 17 Millionen Franken eingespart werden. Der Lötschberg-Basistunnel umfasst zurzeit die vier Grossbaustellen Mitholz BE, Ferden VS, Steg VS und Raron VS. Seit Herbst 1999 sind die Basistunnel-Röhren im Bau. Der Tunnel soll 2006/2007 dem Verkehr übergeben werden und rund 3,2 Milliarden Franken kosten.
31.5.00
Die Mehrwertsteuer wird auf den 1. Januar 2001 um 0,1 Prozent erhöht. Die von Ständerätin Vreni Spoerry (FDP/ZH) verlangte Verschiebung ist nicht mehr möglich. Der Ertrag von 250 Millionen Franken ist für die Eisenbahn-Grossprojekte bestimmt. Volk und Stände hatten am 29. November 1998 den Bundesrat ermächtigt, die Mehrwertsteuersätze zur Finanzierung der Neat, von Bahn 2000, der Lärmsanierung der Bahnen und dem Europa-Anschluss um ein Promille zu erhöhen. Der Bundesrat setzte diese Steuererhöhung zeitgleich mit dem Mehrwertsteuergesetz in Kraft. Spoerry regte an, das Promille erst zusammen mit der für 2003 geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Gunsten der Sozialversicherungen zu erheben, um Umstellungskosten zu vermeiden. Der Bundesrat hat ihr eine Absage erteilt. Es gehe darum, einen Anstieg der Bundesschuld zu vermeiden. Das Promille verhindere einen Schuldenzuwachs von 250 Millionen pro Jahr, schreibt der Bundesrat. Angesichts der Unsicherheiten über die Erträge der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und die Kosten der Bauprojekte könnten sich die einfach prognostizierbaren Erträge aus der Mehrwertsteuer als «Retter in der Not» erweisen.
31.5.00
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation soll bis Ende 2002 die Vernehmlassung für die zweite Etappe von Bahn 2000 vorbereiten. Die Botschaft an das Parlament will der Bundesrat im Jahr 2004 verabschieden. Diesen Zeitplan hat der Bundesrat festgelegt. Die erste Etappe von Bahn 2000 (Kostendach 7,4 Milliarden Franken) wird 2005 abgeschlossen sein. Für die zweite Etappe ist im Fonds für Eisenbahnprojekte ein Kreditrahmen von 5,9 Milliarden Franken vorgesehen. Das Bundesamt für Verkehr legt zusammen mit Kantonen und Transportunternehmen auf der Basis von Untersuchungen der künftigen Nachfrage die Ziele der zweiten Etappe fest. Die Kantone erarbeiten regionale Angebotsvorstellungen, die Transportunternehmen schätzen die Marktpotentiale ab und schlagen allenfalls Ergänzungen vor. Der Bund beurteilt dann, welche Massnahmen die Ziele nach betriebs- und volkswirtschaftlichen Kriterien am besten erfüllen. Diese Investitionsmodule werden in einem Massnahmenpaket im Rahmen der Vernehmlassung den Beteiligten zur Stellungnahme unterbreitet.
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