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4.5.10 Dank energischer Sanierungsmassnahmen gewinnt der Kombi-Operateur Hupac allmählich wieder an Fahrt. Trotz erneutem Umsatzrückgang und gesunkenem Verkehrsvolumen erzielte das Unternehmen 2009 einen Reingewinn von 2,8 Millionen Franken. Dies entspricht in etwa dem Vorjahresergebnis. Das ausgeglichene Ergebnis führt Hupac unter anderem auf «Kostensenkungsprogramme» zurück. Wesentlich zum positiven Abschluss beigetragen hat aber auch ein «Konjunkturstimulus» des Bundesamts für Verkehr. Dank dem erfolgreichen Krisenmanagement, hat man das europäische Netzwerk der Hupac im vergangenen Jahr nicht nur sichern können, sondern sogar vier neue Verkehrsverbindungen eingeführt. Zudem wurde 2009 nicht auf Schlüsselinvestitionen verzichtet. Zu diesen gehört beispielsweise ein 22 Millionen Euro teurer Umschlagterminal in Antwerpen, der Ende Januar 2010 in Betrieb genommen wurde.
11.5.10 Die BLS AG hat im Geschäftsjahr 2009 einen Konzerngewinn von 12,9 Millionen Franken erzielt (2008: 2,0 Millionen). Im Personenverkehr nahm die Nachfrage bei Bahn, Bus, Schiff und Autoverlad stark zu. Aber im Güterverkehr spürte BLS Cargo die Wirtschaftskrise. Die BLS beförderte 2009 insgesamt 52,2 Millionen Fahrgäste (plus 2,2 Prozent). Die BLS-Züge beförderten 1,7 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorjahr, insgesamt 47,9 Millionen. Die Zahl der gefahrenen Personenkilometer nahm sogar um 6,8 Prozent zu. Die grössere Nachfrage wirkte sich auch positiv auf die Verkehrserträge aus, die um 4,3 Prozent auf 124,8 Millionen Franken zunahmen. Im Güterverkehr wirkte sich aber die Wirtschaftskrise aus. Die Verkehrsleistung nahm um 19 Prozent auf 2'981 Millionen Nettotonnenkilometer ab, wobei insbesondere der kombinierte Transitverkehr vom Einbruch betroffen war. Der Verkehrsertrag belief sich auf 161,7 Millionen Franken (minus 20 Prozent). Der Verlust betrug minus 3,6 Millionen Franken.
12.5.10 Die SBB löst die grösste Rollmaterial-Bestellung ihrer Geschichte aus. Sie beauftragt die Bombardier Transportation Switzerland AG mit dem Bau von 59 neuen Doppelstockzügen für den Fernverkehr. Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,9 Milliarden Franken. Die SBB beschafft damit 436 vollklimatisierte Wagen mit über 36'000 Sitzplätzen. Der Entscheid fiel klar aus, wie die SBB mitteilte. Sowohl beim Komfort für die Kunden wie auch bezüglich Gesamtwirtschaftlichkeit hat Bombardier gegenüber den Konkurrenten Siemens Schweiz AG und Stadler Bussnang AG am besten abgeschnitten. Der kanadische Konzern Bombardier ist der weltgrösste Bahntechnikhersteller. Die neuen Züge werden in Villeneuve VD und Görlitz (D) gebaut.
12.5.10 Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung die Rahmenverordnung zum Bundespersonalgesetz teilrevidiert. Die beschlossene Revision ermöglicht PostAuto AG und SBB AG, künftig vermehrt Kaderpersonal nach Obligationenrecht anzustellen und damit Regelungen anzuwenden, wie sie auch bei Konkurrenten und Mitbewerbern auf dem Markt möglich sind.
17.5.10 In der abgelaufenen Saison haben randalierende Fussballfans Schäden in der Höhe von drei Millionen Franken in SBB-Extrazügen verursacht. Die SBB organisierte 140 Fussball-Extrazüge, damit mögliche Randalierer nicht Passagiere in normalen Zügen stören. Die SBB will nun die Notbremse ziehen. Sie fordert, dass Fussballklubs künftig für Schäden aufkommen und dass sie keine gewalttätigen Fans mehr transportieren muss.
18.5.10 Das Rauchen auf den Perrons soll nach dem Willen des Bundesrates auch weiterhin erlaubt sein. Von einem generellen Rauchverbot in Bahnhöfen will die Landesregierung nichts wissen. Der ehemalige Zürcher EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher fragte den Bundesrat in seinem Vorstoss, ob nicht die Zeit für ein Rauchverbot auf den Perrons gekommen sei. Schliesslich seien ganze Bahnhöfe und auch die Züge selbst rauchfrei geworden, argumentierte er. Für die privaten Bahnhofareale dürfe der Bundesrat keine Regeln erlassen, die über das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen gingen, schrieb der Bundesrat letzte Woche in seiner Antwort zur Anfrage. Schon lange vor diesem Gesetz, das am vergangenen 1. Mai in Kraft trat, habe die SBB das Rauchen weitgehend eingeschränkt. Die SBB habe eine «pragmatische Lösung» gefunden, indem sie das Rauchen dort erlaube, wo es eine Frischluftzufuhr gebe - nämlich auf den Perrons. Dies sei «ausreichend».
19.5.10 Die heutigen Bestimmungen über den Rechtsschutz im öffentlichen Beschaffungswesen nehmen in Kauf, dass die Ausführungen eines dringlichen Bundesvorhabens durch Beschwerden während Jahren blockiert werden können und dem Bund dadurch Mehrkosten von mehreren hundert Millionen Franken entstehen. Damit verfehlt das geltende Beschaffungsrecht eines seiner erklärten Ziele: Den wirtschaftlichen Einsatz der öffentlichen Mittel. Künftig soll auch den Beschwerden auf dem Gebiet des öffentlichen Beschaffungswesens grundsätzlich aufschiebende Wirkung zukommen, doch soll bereits der Gesetzgeber für Beschaffungen von überregionaler Bedeutung eine Ausnahme bestimmen: Ist die Beschaffung dringlich oder würde ihr Aufschub einen unverhältnismässigen Verzögerungsschaden bewirken, soll eine Beschwerde die Vergabestelle nicht am Abschluss des Vertrags hindern. Den Anlass zu diesem Revisionsvorschlag gaben dem Bundesrat zwei Beschaffungsverfahren für die Realisierung der NEAT.
21.5.10 Die SBB hat in Lausanne die erste von vier Schweizer Betriebszentralen eingeweiht. Ab 2015 wird der gesamte Westschweizer Schienenverkehr von diesem Zentrum aus kontrolliert. 280 Mitarbeitende werden künftig während sieben Tagen die Woche rund um die Uhr die 2'250 Schienen-Kilometer in der Westschweiz überwachen. Die neue Betriebszentrale soll eine bessere Kontrolle des Zugverkehrs ermöglichen. Im Störungsfall kann zudem rascher eingegriffen werden. Der Schweizer SBB-Verkehr wird künftig aus vier Betriebszentralen gesteuert. Die Zentren befinden sich in Lausanne, Olten, Zürich-Flughafen und Pollegio.
26.5.10 Noch in der Probezeit und nach wenigen Tagen im Amt verlässt Leiter Jürg Schmid die SBB-Division Personenverkehr. Er kehrt als Direktor zu Schweiz Tourismus zurück. Urs Schlegel, Leiter Immobilien bei der SBB, springt für Schmid ein. Konzernleitungsmitglied Schlegel übernimmt den Spitzenjob ad interim, bis ein Nachfolger für den rasch abgesprungenen Schmid gefunden ist.
26.5.10 Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ist 20 Jahre alt. Am 27. Mai 1990 fuhr die erste doppelstöckige S-Bahn der Schweiz im Bahnhof Zürich-Stadelhofen ein. Der damalige Bundesrat Adolf Ogi sprach bei der Einweihung von einem «Meilenstein in der Renaissance des öffentlichen Verkehrs». Es war der Startschuss für eine rasante Entwicklung: Heute benutzen 1,6 Millionen Menschen täglich Bahn, Tram und Bus im Kanton Zürich und darüber hinaus. Die Fahrgastzahlen stiegen bereits in den ersten Jahren des ZVV markant an. Heute benutzen in Zürich fast gleich viele Pendlerinnen und Pendler den öffentlichen Verkehr für die Fahrt zur Arbeit oder in die Schule wie das Auto.
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