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Neue Rekordmenge von 137,2 Millionen Nettotonnen

Alpenquerender Güterverkehr 2001


litra. 2001 haben die Nutzfahrzeugfahrten im alpenquerenden Strassen-Güterverkehr der drei Alpenländer Frankreich, Österreich und der Schweiz von 6,628 Millionen auf 6,697 Millionen (plus 1,0 Prozent) weiter zugenommen. Die dabei transportierte Gütertonnage auf Schiene und Strasse zusammen ist noch stärker angewachsen. Sie erfuhr eine Steigerung von 133,1 Millionen Nettotonnen auf die neue Rekordmenge von 137,3 Millionen (plus 3,2 Prozent). Im alpenquerenden Güterverkehr durch die Schweiz ist der Anteil der Schiene von 70 Prozent im Jahre 2000 auf 67 Prozent im letzten Jahr gesunken. 74 Prozent der alpenquerenden Lastwagen durch die Schweiz haben eine ausländische Immatrikulation. Diese und weitere aufschlussreiche Zahlen gehen aus der neusten Statistik des Bundesamt für Raumentwicklung hervor, welches seit Jahren die Entwicklung des alpenquerenden Güterverkehrs im gesamten Alpenraum registriert.

Die Schweizer Alpenübergänge (Grosser St. Bernhard, Simplon, Gotthard und San Bernardino) überquerten im Jahre 2001 1‘371‘000 Lastwagen im Binnen-, Import, Export- und Transitverkehr. Das sind 2,4 Prozent weniger Nutzfahrzeugfahrten im alpenquerenden Güterverkehr als im Jahre 2000 (siehe Tabelle Anzahl Nutzfahrzeugfahrten im alpenquerenden Güterverkehr). Dieser Rückgang ist zur Hauptsache auf die Schliessung des Gotthard-Strassentunnels vom 24. Oktober bis 21. Dezember zurückzuführen. Allein am Gotthard war ein Rückgang um 19 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 zu verzeichnen, während die anderen Alpenübergänge (Grosser St. Bernhard, Simplon und San Bernardino) insgesamt eine Zunahme um 87 Prozent zu verkraften hatten.
Beim Fahrzeugpark sind - unabhängig von der Tunnelsperrung - markante Veränderungen zu verzeichnen, indem der Anteil an Lastwagen um 29 Prozent zurückging und dafür der Anteil an Sattelzügen um 13 Prozent zunahm.

Demgegenüber haben die Nutzfahrzeugfahrten über Österreich (Brenner, Tarvisio) von 2'610'000 Fahrten im Jahr 2000 um 2,5 Prozent auf die neue Rekordmenge von 2'675'000 Fahrten im letzten Jahr zugenommen. Trotz ganzjähriger Schliessung des Mont-Blanc-Tunnels nahm auch über Frankreich (Ventimiglia, Fréjus, Mont-Blanc) der alpenquerende Lastwagenverkehr noch um 1,4 Prozent auf 2'651'000 Fahrzeuge zu.

Gütermenge insgesamt auf Rekordstand
Bei der alpenquerenden Gütertonnage (siehe Tabelle Alpenquerender Güterverkehr) war im gesamten Alpenraum (Schweiz, Österreich und Frankreich) eine Steigerung um 3,2 Prozent auf die neue Rekordmenge von 137,3 Millionen Nettotonnen zu verzeichnen. 91,4 Millionen Nettotonnen oder 67 Prozent wurden auf den Strassen durch die Alpen verfrachtet und 45,9 Millionen (33 Prozent) auf den Schienen.
In der Schweiz ist die transportierte Gütermenge auf der Strasse gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 17 Prozent von 8,9 Millionen Nettotonnen auf 10,4 Millionen angewachsen. Auf der Schiene hat sie mit 20,7 Millionen Tonnen auf hohem Niveau stagniert. Allein am Gotthard ging der Strassen-Schwerverkehr aus den bekannten Gründen von 7,6 Millionen auf 7,4 Millionen Nettotonnen zurück. In Frankreich nahm die Tonnage auf der Schiene um 6,9 Prozent ab (2000: 10,2 Mio; 2001: 9,5 Mio Nettotonnen), während die Strasse von 39,4 Millionen um ein Prozent auf 39,8 Millionen Nettotonnen zulegte. In Österreich wuchs die Schienentonnage um 16,3 Prozent von 13,5 Millionen auf die Rekordmenge von 15,7 Millionen Nettotonnen und die Strasse um 2 Prozent von 40,4 Millionen auf 41,2 Millionen Nettotonnen.
Sinkender Anteil des alpenquerenden Schienengüterverkehrs in der Schweiz

Die Verteilung auf Strasse und Schiene entwickelte sich zwischen 2000 und 2001 wie folgt:

Verkehrsträger 2000 20011) +/-
Strasse 8,9 Mio t 10,4 Mio t + 17 %
Schiene:
- Kombinierter Verkehr
- Wagenladungsverkehr

10,1 Mio t
10,6 Mio t

9,6 Mio t
11,1 Mio t

- 5 %
+ 5 %
Schiene total 2) 20,7 Mio t 20,7 Mio t

0 %

Total Strasse und Schiene 29,6 Mio t 31,1 Mio t + 5 %

1) Mit Berücksichtigung der Sperrung des Gotthard-Strassentunnels
2) inkl. Open Access und Rollende Landstrasse am Simplon (geschätzt)
Quelle: Güterverkehr durch die Schweizer Alpen 2001, Verkehrsobservatorium, UVEK, Bundesamt für Raumentwicklung (are), Bern 2002

Der mengenmässige Anteil des Schienenverkehrs im alpenquerenden Güterverkehr durch die Schweiz (Gotthard, Lötschberg, Simplon) hat somit von 70 Prozent im Jahre 2000 auf 67 Prozent im letzten Jahr abgenommen. Gegenüber den anderen Ländern ist der Anteil von 67 Prozent immer noch relativ hoch. In Frankreich (Mont-Cenis, Ventimiglia) beläuft sich der Anteil des Schienenverkehrs auf 19 Prozent und in Österreich (Brenner, Tarvisio) auf 28 Prozent. Dementsprechend liegt der Anteil der Strassentransporte in Frankreich (Mont-Blanc, Fréjus, Ventimiglia) bei 81 Prozent, in Österreich (Brenner, Tarvisio) bei 72 Prozent und in der Schweiz (Gotthard, San Bernardino, Simplon, Grosser St. Bernhard) bei 33 Prozent.
Allerdings lag der Tonnage-Anteil der Schiene im alpenquerenden Güterverkehr durch die Schweiz im Jahre 1980 noch bei 90 Prozent. Mit der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels sank er in den Folgejahren auf Werte von immer noch 70 bis 73 Prozent. 67 Prozent im letzten Jahr sind ein Rekordtief.
Der wirtschaftliche Vorteil der Schweizer Transitachsen, als der kürzesten Nord-Süd-Verbindungen im alpenquerenden Verkehr, ist grösser als die (zu tief angesetzte) leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), welche per 1.1.01 in einem ersten Schritt anstelle der 28-Tonnen-Limite eingeführt wurde. Es lohnt sich für den Schwerverkehr auch dann noch durch die Schweiz zu fahren, wenn Staus und Wartezeiten an den Alpenübergängen drohen. Die LSVA wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren kaum eine nennenswerte Verlagerung des Schwerverkehrs von der Strasse auf die Schiene bewirken. Der Grund liegt darin, dass die LSVA auf Diktat der EU nur schrittweise erhöht werden kann und auch bei voller Erhebung im Jahre 2005 nur die Erhöhung der 28-Tonnen-Limite auf neu 40-Tonnen kompensiert.

74 Prozent ausländische Lastwagen
Aufschlussreich ist im übrigen beim alpenquerenden Verkehr durch die Schweiz der Anteil an schweren Strassengüterfahrzeugen mit ausländischer Immatrikulation: Durchschnittlich waren 74 Prozent der schweren Strassengüterfahrzeuge mit einer ausländischen Immatrikulation versehen, wobei die Anteile bei den einzelnen Alpenübergängen recht stark differieren: Grosser St. Bernhard 75 Prozent, Simplon 49 Prozent, Gotthard 76 Prozent und San Bernardino 70 Prozent.

Kasten


Nur Schweizer Lastwagen müssen mit Feuerlöschern ausgerüstet sein
litra. Ab 1. April 2003 müssen Schweizer Lastwagen mit Feuerlöschern ausgerüstet sein; der Bundesrat hat im August 2002 die Fahrzeugvorschriften entsprechend geändert. Bisher mussten lediglich Lastwagen mit gefährlichen Gütern und Reisebusse einen Feuerlöscher mitführen. Die neue Vorschrift gilt ab 1. April 2003 für neu in Verkehr gesetzte Lastwagen. Ältere Fahrzeuge müssen ab 1. Januar 2005 einen Feuerlöscher mitführen.
Nachdem rund drei Viertel der alpenquerenden schweren Strassengüterfahrzeuge mit ausländischer Immatrikulation unsere Alpen durchqueren, ist die Wirkung der neuen Fahrzeugvorschriften nicht sehr wirkungsvoll. Denn ausländische Lastwagen haben sich nicht an die neuen Vorschriften zu halten, da für die Ausrüstungsgegenstände jedes Land selber zuständig ist. Wenn hingegen die Ausrüstungspflicht gemäss Vorschlag des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes ASTAG in der Verkehrsregelnverordnung geregelt würde, gälte die Vorschrift im Sinne einer Gleichbehandlung auch für ausländische Fahrzeuge. Solange dies nicht der Fall ist, besteht ein beachtliches Sicherheitsrisiko und überdies ein Wettbewerbsnachteil für die schweizerischen Transporteure.

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