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Vor 125 Jahren wurden nur zwei neue Bahnstrecken eröffnet

Bahn-, Bus- und Tramjubiläen im Jahr 2003


litra. Auch im kommenden Jahr können zahlreiche Bahn-, Bus- und Tramstrecken einen runden Geburtstag feiern: Zwei Bahnstrecken wurden vor 125 Jahren eröffnet. Vor 100 Jahren waren es gar 19 Bahn- und Tramstrecken. Nur gerade drei neue Bahn- und Tramstrecken brachte schliesslich das Jahr 1928 hervor, während 1953 fünf Seilbahnen eröffnet und gleichzeitig drei Bahnlinien auf Pneubetrieb umgestellt wurden. Vor 25 Jahren schliesslich konnten zehn Seilbahnen eröffnet werden.

Nur gerade zwei 125-jährige Bahnstrecken
Anno 1878, also vor genau 125 Jahren, konnten lediglich zwei neue Bahnstrecken eröffnet werden, nachdem ein Jahr zuvor insgesamt zehn neue Bahnstrecken den Betrieb aufgenommen hatten. So sorgte die am 1. Juli 1878 in Betrieb genommene Bahnstrecke Leuk–Brig für den Anschluss von Brig ans Eisenbahnnetz. Seit dem 27. August 1878 ist die Strecke von Rapperswil nach Pfäffikon SZ in Betrieb; die zuständige Bahngesellschaft, die Zürichsee–Gotthard-Bahn (ZGB), hatte «einfachheitshalber» auch gerade für den Strassenunterhalt auf dem Seedamm zu sorgen – eine Last, die sich während 70 Jahren immer wieder unangenehm bemerkbar machte. Erst 13 Jahre später gelang dann mit der Eröffnung der Bahnstrecken von Pfäffikon SZ nach Samstagern und von Biberbrugg nach Arth-Goldau sowie dem gleichzeitigen Zusammenschluss mit der bisherigen Wädenswil–Einsiedeln-Bahn zur Schweizerischen Südostbahn die Bildung eines regelrechten Eisenbahnkreuzes zwischen Rapperswil und Arth-Goldau und zwischen Wädenswil und Einsiedeln.

Vor 100 Jahren entstanden gar 19 neue Bahn- und Tramstrecken
Viel reger war dann das Bahnfieber ein Vierteljahrhundert später, entstanden doch vor 100 Jahren insgesamt 19 Bahn- und Tramstrecken. Speziell zu erwähnen ist dabei zunächst die Strecke Les Hauts-Geneveys–Villiers, die am 23. Februar 1903 ihren Betrieb aufnahm. Fast ein halbes Jahrhundert fuhren die schmalspurigen Züge der «Régional du Val-de-Ruz», bis anno 1948 ein Trolleybusbetrieb (und ab 1984 ein Autobusbetrieb) den Bahnbetrieb ersetzten. Rechtzeitig auf die Sommersaison 1903 konnte sodann die Rhätische Bahn die Strecken von Reichenau-Tamins nach Ilanz im Vorderrheintal und von Thusis über Filisur und durch den Albulatunnel nach Samedan–Celerina eröffnen. Seit dem 10. Juli 1903 verkehren die Züge der Trogener-Bahn (TB). Da man damals argumentierte, eine Bahn müsse möglichst an den Häusern vorbeifahren und alle paar hundert Meter wenigstens eine Haltestelle haben, wurde die Bahn weitgehend im Strassenkörper verlegt. Glücklicherweise konnte in den letzten Jahren die Trennung von Bahn und Strasse weitgehend abgeschlossen werden. Als «Wurst-mit-Brot-Bahn» wurde die am 3. Oktober 1903 in Betrieb genommene Wetzikon–Meilen-Bahn (WMB) oft bezeichnet; sie diente beinahe eine halbes Jahrhundert der Verbindung des Zürcher Oberlands mit dem Zürichsee.
Vor 75 Jahren erblickten lediglich drei Bahn- und Tramstrecken das Licht der (Schienen-)Welt, und anno 1953 kamen auf fünf neue Seilbahnen drei Bahnstrecken, die auf Busbetrieb umgestellt wurden. Genau zehn neue Seilbahnen sind sodann aus dem Jahr 1978 zu vermelden; am 23. Dezember 1978 wurden gleich vier neue Seilbahnen eröffnet!

Kasten



Aus den Annalen der Südostbahn (SOB)
In der Reihe «Aus den Annalen der Zürcher Regionalbahnen» befasst sich eine Broschüre mit der vor 125 Jahren eröffneten Bahnstrecke von Rapperswil nach Pfäffikon SZ. Sie ist erhältlich beim Th. Gut Verlag, 8712 Stäfa (Telefon 01/928 52 11, Telefax 01/928 52 00, E-Post gutverlag@seenet.ch)

Der Gyrobus von Yverdon
Am 1. Oktober 1953, also vor 50 Jahren, konnte Yverdon mit einer Weltneuheit aufwarten: Von diesem Datum an verkehrte auf der 4,5 km langen Strecke Condémines– Bel-Air– Tuileries-de-Grandson zwei Gyrobusse. Am Abend sowie am Wochenende wurden einige Kurse bis Grandson verlängert. Was war das besondere an diesem Betriebssystem? Die Strassenfahrzeuge - eine Entwicklung der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) - sollten die Vorteile des elektrischen Betriebs mit der Unabhängigkeit von einer Fahrleitung kombinieren. Die Energie wurde beim Halt von einer Fahrleitung aufgenommen und im Fahrzeug mit einem grossen Schwungrad gespeichert. Die beiden Fahrzeuge funktionierten zwar zur vollen Zufriedenheit, doch liess die Begeisterung der Bevölkerung sehr zu wünschen übrig: nach einem ersten Enthusiasmus sanken die Fahrgastzahlen derart, dass der Fahrplan schrittweise reduziert werden musste. Wegen finanziellen Schwierigkeiten ersetzte ab 1. November 1960 ein Autobusbetrieb den bisherigen Pionierbetrieb – die technisch interessante Lösung hatte Schiffbruch erlitten. Auch die Versuche, die Gyrobusse an die Flughäfen Genève-Cointrin, Basel-Mulhouse oder Zürich-Kloten zu verkaufen, schlugen fehl.

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Jubilierende Betriebe im Jahre 2003.pdf (30.9 kB)

 

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