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Vor 150 Jahren wurden neun neue Bahnstrecken eröffnet

Bahn-, Tram- und Busjubiläen im Jahr 2007

litra. Auch im kommenden Jahr können zahlreiche Bahn-, Tram- und Buslinien einen runden Geburtstag feiern: Nicht weniger als neun Bahnstrecken wurden vor 150 Jahren eröffnet, während es vor 125 Jahren sechs Bahnstrecken und vier Tramstrecken waren. Von den Bahnen, die 2007 hundert Jahre alt geworden wären, sind vier inzwischen wieder eingestellt und auf Autobus umgestellt worden. Gleich fünf neue Buslinien sind 1932 entstanden, teilweise als Ersatz für frühere Tramstrecken. Genau 18 neue Luftseilbahnen entstanden schliesslich vor 50 und vor 25 Jahren. Schliesslich tauchten vor 50 Jahren erstmals TEE-Züge auf dem schweizerischen Bahnnetz auf, während vor 25 Jahren der Taktfahrplan Schweiz eingeführt wurde.

Neun 150-jährige Bahnstrecken
Die Schweizerische Centralbahn (SCB) hatte im Jahr 1856 die Strecke vom provisorischen Aarauer Bahnhof im Schachen über Olten bis nach Emmenbrücke eröffnet. Als Fortsetzung kam am 16. März 1857 – also vor 150 Jahren – die Strecke von Aarburg-Oftringen nach Herzogenbuchsee hinzu. Zweieinhalb Monate später folgte dann am 1. Juni 1857 die Strecke von Herzogenbuchsee über Solothurn nach Biel/Bienne und gut zwei Wochen darauf am 16. Juni 1857 die Strecke von Herzogenbuchsee bis zur provisorischen Station Bern Wylerfeld. Damit hatte die Bundesstadt den Anschluss ans Bahnnetz ganz knapp geschafft. Erst nach dem Bau der legendären «Roten Brücke» über die Aare konnten dann die Züge bis ins Berner Stadtzentrum vordringen.

In der Ostschweiz konnte unterdessen am 16. April 1857 die Bahnstrecke von Winterthur nach Schaffhausen eröffnet werden. Am 25. August 1857 folgte die Strecke von Rorschach nach Rheineck und schliesslich am 9. November 1857 die Verlängerung der ein Jahr zuvor eröffneten Glatttallinie von Uster bis nach Wetzikon. Schliesslich erfolgte am 1. Mai 1857 mit der Strecke Sissach–Läufelfingen die erste Etappe der Hauenstein-Bergstrecke.

Vor 125 Jahren entstanden sechs Bahnstrecken und vier Tramstrecken
Am Neujahrstag 1882 – also vor 125 Jahren – dampften erstmals Züge durch den vorerst einspurig betriebenen Gotthardtunnel. Dabei wurden neben den Reisenden (die vorher und nachher auf die Postkutschen angewiesen waren) auch die Brief- und Paketpost befördert. Zum Einsatz kamen kleine zweiachsige Dampflokomotiven, von denen ein Exemplar heute noch im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern bewundert werden kann. Bereits am 10. April 1882 folgte die Cenerilinie von Giubiasco nach Lugano, während am 1. Juni 1882 mit der gleichzeitigen Eröffnung der beiden Zufahrtsstrecken von Biasca nach Airolo und von Rotkreuz nach Göschenen der durchgehende Betrieb auf der Gotthardlinie Wirklichkeit wurde. Ebenfalls am 1. Juni 1882 kam die Stecke von Brugg über Othmarsingen nach Hendischiken und am 4. Dezember 1882 schliesslich jene von Cadenazzo Richtung Luino in Betrieb.
Vor 125 Jahren entstanden aber auch vier neue Tramlinien: Am 2. Juli 1882 wurde in Genf die Strecke von Moillesulaz bis zur französischen Grenze eröffnet. Am 5. September 1882 begann zudem der Betrieb auf der ersten normalspurigen «Rösslitram»-Linie in Zürich, die von Tiefenbrunnen via Bellevue–Limmatquai an den damaligen Nordost-Bahnhof und von dort an den Paradeplatz führte. Gegen Ende September kamen dann auch die Ergänzungen vom Paradeplatz in die Enge und vom Helmhaus über die dortige Limmatbrücke zum Paradeplatz und weiter in das damals noch selbstständige Aussersihl hinzu. All diese Pferdettramlinien blieben bis zur Jahrhundertwende bestehen und wurden dann auf die heutige Meterspur und den elektrischen Betrieb umgebaut.

Zahlreiche vor 100 Jahren eröffnete Bahnen wurden seither wieder eingestellt.
Nicht weniger als vier der vor 100 Jahren eröffneten Bahnstrecken sind seither entweder ganz oder teilweise wieder eingestellt und auf Autobusbetrieb umgestellt worden: So die Bahnstrecke im Misox von Bellinzona über Lostallo nach Mesocco, die Maggiatalbahn von Ponte Brolla nach Bignasco, die Strecke Rondeau de Carouge–Croix-de-Rozon und der Abschnitt Niederbipp–Oensingen Schulhaus der damaligen Langenthal–Jura-Bahn (LJB). Wie ein Chronist berichtet, standen bei der Eröffnung der Schmalspurbahn von Langenthal nach Niederbipp und Oensingen «Kadetten Spalier vom Bahnhof Langenthal bis zur Remise, so dass auch schlichte Bürger einmal zum fürstlichen Vergnügen kamen, eine Front abzuschreiten». Und in Oensingen hatten sich sogar zwei Musikgesellschaften zum Empfang bereitgestellt, eine «freisinnige» und eine «konservative»: ein Abbild des regen solothurnischen Parteilebens. Ebenfalls auf Autobus umgestellt wurde später die anno 1907 eröffnete Strecke Zug–Schönegg der damaligen Zuger Berg- und Strassenbahn (ZBB) sowie die vor 100 Jahren eröffnete Tramstrecke Cugy–Montheron in Lausanne.

Vor 75 Jahren entstanden fünf neue Buslinien
Offenbar recht förderlich auf die Entstehung von Busbetrieben war das Jahr 1932, entstanden doch vor 75 Jahren folgende Strecken: Elfenau-Linie in Bern, St. Moritz Dorf–St. Moritz Bad (Ersatz für Strassenbahn), Trolleybus Lausanne Closelet–Epinettes (Ersatz für Tramlinie) sowie die Buslinien von Montana-Vermala nach La Combaz und nach Crans. Im gleichen Jahr konnte in Basel die Birsfelderlinie des Trams verlängert und Anfang Dezember 1932 die 2. Sektion der Standseilbahn aufs Weissfluhjoch eröffnet werden.

1957: 18 neue Seilbahnen 1957 – Einführung der Trans-Europ-Express-Züge
Gleich 18 neue Seilbahnen konnten vor 50 Jahren eröffnet werden. Umgestellt auf Autobus wurde in diesem Jahr die Strecke vom Schaffhauser Bahnhof nach Birch. Trolleybusbetriebe kamen an die Stelle von Trambetrieben auf den Strecken von Territet nach Montreux–Clarens, vom Place Pury in Neuenburg nach St-Blaise und in St. Gallen von Stocken via Bahnhof nach Neudorf.
Eine wichtige Neuerung brachte dann der Fahrplanwechsel vom 2. Juni 1957, fuhren doch von jenem Tag an die Trans-Europ-Express-Züge (TEE-Züge). Diese Züge in einheitlicher Formation wiesen nur Abteile de ersten Wagenklasse auf und konnten dank ihres Dieselantriebs an den Grenzen nach kurzem Aufenthalt ihre Fahrt ins Ausland fortsetzen.
Ende 1957 begann die Ablieferung der ersten Einheits-Personenwagen für den Inlandverkehr (mit Einstiegen an den Wagenenden); die im Vorjahr bestellten 150 Erstklass- und 126 Zweitklasswagen dienten dem Ersatz älterer Zwei- und Dreiachser.

Vor 25 Jahren: Jede Stunde ein Zug –Taktfahrplan Schweiz wird Wirklichkeit
Auch 1982 hielt der Seilbahnboom an: Ebenfalls 18 Seilbahnen wurden damals eröffnet, davon nicht weniger als 16 im Monat Dezember.
Am 23. Mai 1982 trat nach jahrelangen Vorarbeiten anstelle des über Jahrzehnte gewachsenen Fahrplansystems nach dem Vorbild der holländischen Bahnen ein damals völlig neues und heute alltägliches Fahrplansystem in Kraft: der Schweizer Taktfahrplan. Dieser wurde kürzlich in der NZZ als typische «Helvetische Errungenschaft» bezeichnet.
Am 23. Mai 1982 wurde zudem die neue Buslinie von Bern Egghölzli nach Allmendingen–Rubigen eingeführt, da am Vortag die bisherige SBB-Haltestelle Allmendingen aufgehoben worden war.
Am 26. Juni 1982 konnte dann mit der Eröffnung des 15442 Meter langen Furka-Basistunnels der ganzjährige Betrieb auf der Strecke Oberwald–Realp aufgenommen werden.

Kasten


Wie die Bundesstadt vor 150 Jahren ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde
litra. Ganz behutsame näherte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts die neumodische Eisenbahn der Bundesstadt. Am 16. Juni 1857 konnten die Züge von Aarburg über Herzogenbuchsee bis ins Wylerfeld fahren. Dort war aber für fast anderthalb Jahre Endstation. Da damals weder die Lorrainebrücke noch die beiden Hochbrücken zur Verfügung standen, führte der Weg der Fussgänger vom Wylerfeld ins Stadtzentrum über die im Auftrag der Schweizerischen Centralbahn (SCB) erstellte Kettenbrücke (Altenbergsteg). Die mit Pferdekutschen sichergestellte Omnibusverbindung schlug hingegen den (Um-)Weg über die Nydeggbrücke ein.
Im April 1856 begannen die Montagearbeiten für den Bau der «Roten Brücke» (sie erhielt ihren Namen wegen ihres vor Rost schützenden Menninganstrichs). Schon am 25. August 1858 konnte der untere Teil der ersten eigentlichen Hochbrücke von Bern für den Wagen- und Fussgängerverkehr freigegeben werden, während am 18. Oktober 1858 das weit herum beachtete Wunderwerk der Technik ganz vollendet war. Am 12. November 1858 war es dann soweit, dass die Dampfzüge der Schweizerischen Centralbahn vorerst in einen provisorischen Bahnhof in der Villette einfahren konnten. Es dauerte dann noch fast zwei Jahre, bis am 1. Mai 1860 die Bundesstadt mit dem viergleisigen Kopfbahnhof ihren definitiven Anschluss an die Eisenbahnwelt endlich gefunden hatte! Zum Vergleich: Basel kam schon 1845 und Zürich 1847 zu einem Bahnhof.


Vor 50 Jahren verkehrten erstmals TEE-Züge in der Schweiz

litra. Im Jahre 1953 schlug der Direktionspräsident der Niederländischen Bahnen (NS) F.Q. den Hollander vor, ein europäisches Netz von raschen und komfortablen Tageszügen einzuführen. Wie dem «Amtlichen Kursbuch» für den Sommer 1957 zu entnehmen ist, wurde die Schweiz vom 2. Juni 1957 an durch folgende Trans-Europ-Express-Züge (sie wurden in einer belgischen Broschüre stolz als «Les Trains chics pour gens pressés» bezeichnet) bedient:
  • TEE «Edelweiss» Zürich–Basel–Luxembourg–Bruxelles–Antwerpen–Rotterdam–Den Haag–Amsterdam.
  • TEE «Helvetia» Zürich–Basel–Frankfurt–Hannover–Hamburg.
  • TEE «L’Arbalète» Zürich–Basel–Paris.

Wie Schwarzenburg vor 100 Jahren zu einer Eisenbahnverbindung kam

litra. Bis Schwarzenburg vor einem Jahrhundert endlich zu einer Bahnlinie kam, vergingen manche Jahre. Sogar eine Verbindung nach Freiburg stand zeitweise zur Diskussion. Heute ist die Bahnlinie wichtiger Bestandteil der S-Bahn Bern; die Züge der Linie S 2 verkehren durchgehend von Schwarzenburg bis nach Langnau im Emmental.
Die Ausrichtung der Schwarzenburger Bevölkerung Richtung Freiburg war vor allem in den kläglichen Strassenverhältnissen Richtung Bern begründet. Um die Situation zu verbessern, trafen sich am 2. November 1897 im Gasthof zum Sternen in Bern interessierte Kreise, die den Bau einer schmalspurigen Eisenbahn von Bern über Köniz–Niederscherli nach Schwarzenburg diskutierten.
Anlässlich der Volksabstimmung vom 5. Mai 1901 wurde die Bern–Schwarzenburg-Bahn in die Liste der «subventionswürdigen Eisenbahnen» aufgenommen. «Gefahr» drohte nämlich von Freiburger Seite, waren doch bereits Konzessionen zum Bau einer Normalspurbahn von Freiburg nach Heitenried und einer weiteren von Düdingen nach Plaffeien erteilt worden.
In Bern war aber weiterhin die Rede von einer Schmalspurbahn, obwohl in Freiburg Pläne für eine normalspurige Konkurrenzbahn in der Schublade ruhten. Die beauftragten Experten empfahlen den Bau einer Normalspurbahn. Etwa dumm stand natürlich die Bahnverwaltung da, hatte sie doch bereits etwas voreilig Weichen, Schwellen und Kleineisenzeug für die ursprünglich geplante Schmalspurbahn bestellt. Schleunigst mussten nun diese Verträge wieder aufgelöst werden.
Am 1. September 1904 begannen unter der Oberleitung von Ingenieur Albin Beyeler die Bauarbeiten in Wahlern, obwohl noch nicht definitiv entschieden war, wie die Bahn schliesslich den Weg zum Berner Bahnhof schaffen sollte. Nach längeren Diskussionen entschied man sich für einen Anschluss an die Gürbetalbahn im Fischermätteli. Nachdem der Bahnbau programmgemäss vorangeschritten war, beschloss die Direktion der Bern–Schwarzenburg-Bahn (BSB), die Bahnlinie am 1. Juni 1907 «ohne spezielle Einweihungsfeierlichkeiten» in Betrieb zu nehmen. Es seien nämlich bei der Ausführung der Bahn so viele «erschwerende Momente» eingetreten, dass ein «Gefühl der Freude nicht zum Ausdruck gelangen könne.» Die Bahnverwaltung hatte offenbar Rücksicht auf die Haltung der Gemeinde Köniz nehmen wollen, wo man immer noch einer Schmalspurbahn nachtrauerte und zudem einen anderen Stationsstandort gewünscht hätte.
Eine solche sang- und klanglose Eröffnung passte aber dem Gemeinderat von Schwarzenburg ganz und gar nicht, und so wurde für den 31. Mai 1907 eine würdige Einweihungsfeier angesetzt. In Schwarzenburg erklang das von Schriftsteller Ulrich Dürrenmatt verfasste Lied mit folgendem Schlussvers:
Der Choli chunnt, der Choli chunnt, är het is entlech funne! Lang si mer näben usse gsi, jitz si mer a der Sunne!
Während des Zweiten Weltkriegs knüpfte der Bund weitere Finanzleistungen an die Bedingung, dass die beiden benachbarten Bahngesellschaften GTB (Gürbetalbahn) und BSB (Bern–Schwarzenburg-Bahn) sich zu einer einzigen Gesellschaft zusammenschlössen. So entstand auf den 1. Januar 1944 die Gürbetal–Bern–Schwarzenburg-Bahn (GBS). Eine weitere Fusion ergab sich auf den 1. Januar 1997, als die bisherigen mitbetriebenen Bahnen GBS (Gürbetal–Bern–Schwarzenburg-Bahn), BN (Bern–Neuenburg-Bahn) und SEZ (Simmentalbahn) mit der BLS verschmolzen wurden.


Aus den Annalen der Glattalbahn

litra. Im Glatttal (so die neue Rechtschreibung) konnte vor 150 Jahren als zweite Etappe die Strecke von Uster nach Wetzikon eröffnet werden; später folgte dann die Fortsetzung nach Rapperswil–Ziegelbrücke–Glarus. Eine reich illustrierte Broschüre zur wechselvollen Geschichte dieser Bahnstrecke ist im Th. Gut Verlag in Stäfa unter dem Titel «Aus den Annalen der Glattalbahn» erhältlich.

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Verzeichnis der Jubiläen im Jahre 2007

Jubilaen_im_Jahre_2007.pdf (22.8 kB)

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