DE | FR
Home Sitemap Kontakt drucken weiterempfehlen suchen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   

Vor 150 Jahren wurden zehn neue Bahnstrecken eröffnet

Bahn-, Tram- und Busjubiläen im Jahr 2006

litra. Auch im kommenden Jahr können zahlreiche Bahn-, Tram- und Buslinien einen runden Geburtstag feiern: Nicht weniger als zehn Bahnstrecken wurden vor 150 Jahren eröffnet, während es vor 125 Jahren lediglich drei Bahnstrecken waren. Von den Bahnen, die 2006 hundert Jahre alt geworden wären, sind nicht weniger als acht inzwischen wieder eingestellt und auf Autobus umgestellt worden. Prominentester Zentenar ist der am 1. Juni 1906 eröffnete Simplontunnel von Brig nach Iselle. Auch 1931 sind sieben ehemalige Bahnlinien auf Autobus umgestellt oder ganz aufgehoben worden, während 1956 insgesamt 11 Seilbahnen eröffnet wurden. Vor 25 Jahren schliesslich konnte neben 14 Luftseilbahnen und zwei Autobusstrecken auch die sogenannte Bornlinie bei Olten eröffnet werden.


Zehn 150-jährige Bahnstrecken

Als erste Eisenbahn auf schweizerischen Territorium gilt bekanntlich die Eisenbahn Strassburg–Basel, welche am 15. Juni 1844 von St-Louis her zu ihrem Endpunkt in der Schweiz gelangte. Bei der Betriebseröffnung bestand zwar lediglich ein provisorischer Bahnhof nahe dem St.-Johanns-Tor, da der erste Bahnhof innerhalb der noch bestehenden Stadtmauern «intra muros» erst später auf dem Schellenmätteli eröffnet werden konnte.


Fast elf Jahre später drang dann mit der «Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahn» die nächste ausländische Bahn in schweizerisches Territorium vor; es war die anno 1856 eröffnete Strecke von Haltingen zum Basler Badischen Bahnhof. Ein Jahr später kam dann am 4. Februar 1856 die rechtsrheinische Strecke von Säckingen bis zum damaligen Basler Badischen Bahnhof hinzu. Dieser befand sich dort, wo heute die Hallen der Mustermesse stehen. Rund 18 Jahre lang mussten aber die Reisenden auf eine durchgehende Bahnverbindung mit der übrigen Schweiz warten, da erst anno 1873 die sogenannte Basler Verbindungsbahn mit der Eisenbahnbrücke über den Rhein zustande kam.


In der Ostschweiz folgten am 15. Februar bzw. am 25. März 1856 die Bahnstrecken der St. Gallisch-Appenzellischen Eisenbahn von Flawil über St. Gallen Winkeln nach St. Gallen.


Nachdem im Vorjahr als erste Bahnstrecke in der Romandie die Verbindung von Yverdon über Renens nach Morges eröffnet werden konnte, wurde am 5. Mai 1856 auch Lausanne ans Schienennetz angeschlossen; wer aber nach Genf reisen wollte, hatte weiterhin ab Morges das Schiff zu benützen. Auch die Eisenbahnfahrt in die Deutschschweiz endete noch zweieinhalb Jahre in Yverdon, wo aufs Schiff umzusteigen war. Die Verbindung über Bern kam hingegen erst 1862 zustande.


Die Schweizerische Centralbahn (SCB) konnte am 9. Juni 1856 die Strecke vom provisorischen Aarauer Bahnhof im Schachen über Olten bis nach Emmenbrücke eröffnen. Später kam dann noch die Strecke der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) vom Zürcher Hauptbahnhof nach dem damals noch selbständigen Oerlikon hinzu. Vor 150 Jahren wurde auch das erste Teilstück der Glatttalbahn von Wallisellen nach Uster eröffnet. Schliesslich sind zu den Jubilaren noch die Strecken Baden–Brugg AG und Rorschach Hafen–Rorschach–St. Gallen zu nennen.


Vor 125 Jahren entstanden drei neue Bahnlinien

Am 12. Mai 1881 – also vor 125 Jahren – dampften erstmals die Züge der damaligen Emmenthalbahn (EB) von Burgdorf über Hasle-Rüegsau nach Obermatt (bei Langnau i.E.). Ebenfalls konnte die kurze Strecke von Oerlikon nach Opfikon eröffnet werden, während am 1. Dezember 1881 die Aargauische Südbahn (ASB) die Strecke von Muri AG nach Rotkreuz eröffnete.


Zahlreiche vor 100 Jahren eröffnete Bahnen wurden seither wieder eingestellt

Nicht weniger als acht der vor 100 Jahren eröffneten Bahnstrecken sind seither wieder eingestellt und auf Autobusbetrieb umgestellt worden: So drei Tramstrecken in Lausanne (Gare CFF–Montbenon–Chauderon, Tunnel–Le Mont und Le Mont–Cugy), die damalige Strassenbahnlinie von Oerlikon nach Schwamendingen, die drei Schmalspurbahnen Gland–Begnins, Villars–Chesières und Altdorf–Flüelen und die SBB-Strecke von Reinach nach Beromünster. Bestand hatten hingegen die vor hundert Jahren eröffneten Standseilbahnen Locarno–Madonna del Sasso und Interlaken–Heimwehfluh.


Von internationaler Bedeutung ist der am 1. Juni 1906 in Betrieb genommenen Simplontunnel, da damit die Reise aus der Westschweiz nach Italien vereinfacht und beschleunigt werden konnte. Die Bahnverbindung ab Bern kam allerdings erst mit der Eröffnung des Lötschbergtunnels im Jahre 1913 zustande.


Ebenfalls auf 100 Jahre können die Postautos zurückblicken, wurden doch ebenfalls am 1. Juni 1906 die bisherigen Postkutschenstrecken von Bern nach Wohlen BE–Detligen und nach Worblaufen–Papiermühle auf Postautobetrieb umgestellt (siehe Kasten).


Vor 75 Jahren ersetzten zahlreiche Autobuslinien frühere Bahnstrecken

Gleich sieben Bahnlinien wurden vor 75 Jahren durch Autobuslinien ersetzt oder ganz aufgehoben: So entfiel ab 1. Januar 1931 die SBB-Strecke von Weesen nach Näfels, die bereits seit Jahren nicht mehr befahren worden war, da die Züge ins Glarnerland die kürzere Strecke von Ziegelbrücke über Nieder- und Oberurnen nach Näfels benützten. Auch die kurze Strecke von Martigny-Ville nach La Bâtiaz entfiel, da die Züge nun ab Martigny-Gare direkt nach La Bâtiaz verkehren konnten. Ohne Ersatz entfiel im gleichen Jahr die Strecke von Rigi Kaltbad nach Rigi Scheidegg, doch lässt sich das Bahntrassee im Gelände noch heute gut erkennen. Zudem hat das Kinderbuch «Die Bergbahn» (mit Versen von Fridolin Tschudi und Illustrationen von Moritz Kennel) dieser kurzen Strecke zu einem bleibenden Denkmal verholfen. Ebenfalls stellte die von Pferden gezogene Rollbahn zwischen Mürren Bahnhof BLM und dem dortigen Kurhaus den Betrieb ein. Der Sommerwagen aus dem Jahr 1893 kann heute im Bahnhof Mürren bewundert werden.


Ebenfalls ohne Ersatz wurde am 3. Oktober 1931 die Strecke von Meilen zur dortigen Schifflände aufgehoben; allfällige Fahrgäste hatten die knapp 500 Meter lange Strecke nun per Pedes zurückzulegen.


Die früheren Tramlinien von Seebach nach Glattbrugg, von Oerlikon nach Schwamendingen sowie von der Luzerner Jesuitenkirche zur dortigen Kaserne wurden hingegen durch Autobusse ersetzt.


11 neue Seilbahnen im Jahr 1956 – Abschied von der 3. Wagenklasse

Gleich 11 neue Seilbahnen konnten vor 50 Jahren eröffnet werden. Umgestellt auf Autobus wurden in diesem Jahr die Strecken von Genève-Cours-de-Rive nach Veyrier, von Meiringen über Reichenbach zur Aareschlucht, von Martigny-Ville nach Martigny-Bourg und von Montreux Place Marché nach Territet.


Ab 3. Juni 1956 änderte die Schweiz gleichzeitig mit 13 anderen europäischen Staaten vom Dreiklassen- zum Zweiklassensystem. Lediglich Express- und Schnellzüge führten damals alle drei Wagenklassen, während bei den Personenzügen lediglich die 2. und 3. Wagenklasse angeboten wurde. «Die frühere 1. Klasse wurde aufgehoben; die alte 2. Klasse wurde als 1. Klasse bezeichnet, und die 3. Klasse wurde in 2. Klasse umbenannt. Die Fahrpreise haben sich nicht geändert.» [Übersetzung: «L’ancienne 1re classe a été supprimée.
L’ancienne 2e classe est désignée comme 1re classe et la 3e devient 2e. Les prix des transports n’ont pas subi de changement.»] So nüchtern schildert die Amtliche Verkehrsstatistik 1956 den Abschluss einer Epoche, als man neben den braunen Billetten für die 3. Klasse und den grünen Billetten für die 2. Klasse noch gelbe Billette der 1. Klasse (diese kosteten das Doppelte der Billette für die sogenannte «Holzklasse») existierten. Diese Umstellung war mit generalstabsmässigen Vorbereitungen verbunden: Während auf den Emailtafeln noch die alte Bezeichnung vermerkt war, malte man während einer längeren Vorbereitungszeit darunter direkt auf die Wagenwand die neue Bezeichnung. Man hatte dann in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nur noch das Emailschild zu entfernen, damit die neue Bezeichnung erschien. Da die früheren gepolsterten Zweitklasswagen noch eine Zeitlang mit den (neuen) Zweitklassbilletten benützt werden konnten, waren diese altertümlichen Dreiachser besonders bei den Schülern sehr beliebt. Vor allem wenn man kräftig auf die Polster klopfte, war das Abteil im Nu in eine Staubwolke gehüllt.


Vor 25 Jahren: 14 Seilbahnen, zwei Bahnlinien und zwei Autobuslinien eröffnet

Auch anno 1981 hielt der Seilbahnboom an: Nicht weniger als 14 Seilbahnen wurden damals eröffnet, wobei der 12.12.1981 mit vier Bahneröffnungen speziell hervorsticht. Am 22. Mai 1981 kam dann die Güterlinie von Würenlos nach Killwangen-Spreitenbach (als Zufahrt zum Rangierbahnhof Limmattal) in Betrieb, während seit dem 31. Mai 1981 die sogenannte Bornlinie zwischen Olten und Rothrist eine Fahrzeitverkürzung für die Reisezüge zwischen Olten und Bern ermöglichte. Eingestellt wurde im Herbst 1981 die Furka-Bergstrecke von Oberwald über Gletsch nach Realp, da vom folgenden Sommer an der neue Furka-Tunnel zur Verfügung stand. Allerdings sind emsige Kräfte seither nicht untätig geblieben und haben die Furka-Bergstrecke soweit wieder hergerichtet, dass während der Sommersaison ein attraktiver Dampfbetrieb zwischen Gletsch und Realp angeboten werden kann; die Aufarbeitung der Strecke bis Oberwald ist geplant.


Neue Buslinien entstanden vor 25 Jahren zwischen Ostermundigen Zollgasse und Tiefenmösli sowie in Frauenfeld.



Kasten



Autobuspioniere vor 100 Jahren

litra. Bevor sich die Post auf das Wagnis «Autobus» hinausliess, erteilte sie verschiedenen Automobilgesellschaften Konzessionen, damit diese erste Erfahrungen mit Autobussen machen konnten. Als Pionier gilt die «Schweizerische Automobilgesellschaft Aarau», welche 1900 und 1901 einen Omnibus-Linienverkehr von Aarau über Suhr nach Gränichen betrieb – allerdings ohne grossen Erfolg. An Sonntagen hätten die elf zur Verfügung stehenden Fahrzeuge den Verkehr kaum bewältigen können, während an Werktagen die Hälfte des Fahrzeugbestandes im Depot blieb. So war das mit Optimismus gestartete Unternehmen bereits nach einem Jahr am Ende. 1903 eröffneten private Gesellschaften die zwei Linien Porrentruy–Damvant (bereits 1905 wieder aufgehoben) und Neuchâtel–Chaumont. 1904 folgten Neuchâtel–Dombresson, Flawil–Degersheim und Langnau I.E.–Bärau–Trubschachen. Ende 1905 gab es bereits 14 Konzessionäre mit insgesamt 35 Bussen. 1906 wurden neun weitere Kurse eröffnet, doch ebenso viele wieder eingestellt. Diese starke Fluktuation belegt die finanziellen Schwierigkeiten, die sich auf Grund der sehr hohen Betriebskosten der neuen Verkehrsmittel ergaben.

Im «Amtlichen Kursbuch» vom Sommer 1906 finden sich insgesamt 14 Autobuslinien neben den beiden Postautolinien Bern–Detligen und Bern–Papiermühle:

  • Interlaken–Bönigen
  • Zofingen–Aarburg
  • Zofingen–Brittnau
  • Lugano–Ponte Tresa–Ponte Cremanaga
  • Zug–Baar–Menzingen
  • Zug–Oberägeri
  • Affoltern am Albis–Ottenbach–Muri AG
  • Zürich–Forch–Esslingen
  • Winterthur–Neftenbach
  • Degersheim–Flawil
  • Herisau–St. Peterzell
  • St. Gallen–Waldstatt
  • Goldach–Rorschach–Thal–Rheineck
  • Rheineck–Heiden



Die ersten Postautos: Ein Start mit Schwierigkeiten

litra. Nachdem private Autobuspioniere schon etliche Erfahrungen mit Motorfahrzeugen gemacht hatten, beauftragte die Postverwaltung 1905 die drei Schweizer Automobilhersteller Berna, Martini und Saurer, je einen Postauto-Omnibus herzustellen. Am 1. Juni 1906 nahmen diese drei ersten schweizerischen Postautos den Betrieb auf den Strecken Bern–Wohlen–Detligen und Bern–Worblaufen–Papiermühle fahrplanmässig auf. Die geplante Strecke Bern–Ostermundigen–Boll–Utzigen wurden nach Versuchsfahrten als zu schwierig taxiert und nicht auf Postautobetrieb umgestellt. Mit den drei vorhandenen Fahrzeugen konnte der Betrieb nicht einmal auf den beiden umgestellten Linien gesichert werden. Die Pannenhäufigkeit war so gross, dass 1907 ein zweites Ersatzfahrzeug gekauft wurde. Der Betrieb der beiden Linien war so unrentabel, dass man die Strecke Bern–Papiermühle 1909 wieder auf Pferdebetrieb umstellte und vorläufig keine neuen Postautolinien einführte. Der eigentliche Durchbruch erfolgte dann erst 1918 mit der Eröffnung der Strecke Nesslau–Wildhaus, die ein Jahr später bis Buchs SG verlängert wurde. Später begannen die Postautos, die Alpen zu erobern.

Quelle: Karl Kronig, Unser Auto ist gelb. Postautos gestern und heute. Schriftenreihe des Schweizerischen PTT-Museums, Bern 1993



Mangelndes Vertrauen in die «Automobilwagen»

litra. Nicht eben zukunftsfreudig zeigte sich zunächst die eidgenössische Postverwaltung beim Ersatz von Postkutschen durch Postautos. So findet man im Geschäftsbericht für das Jahr 1902 den folgenden Hinweis: «Hinsichtlich des Reisendentransports mittels Automobilwagen ist zu sagen, dass Personen, die sich unbedenklich in ein mit Pferden bespanntes Postfuhrwerk setzen, dem Automobilwagen das gleiche Vertrauen nicht ohne weiteres entgegenbringen.»



Aus den Annalen der Glattalbahn

litra. Im Glatttal (so die neue Rechtschreibung) konnte vor 150 Jahren als erste Etappe die Strecke von Wallisellen nach Uster eröffnet werden; später folgten dann die Fortsetzungen nach Wetzikon und Rapperswil–Ziegelbrücke–Glarus. Eine reich illustrierte Broschüre zur wechselvollen Geschichte dieser Bahnstrecke ist im Th. Gut Verlag in Stäfa unter dem Titel «Aus den Annalen der Glattalbahn» erhältlich. Telefon 044/928 52 11 http://www.gutverlag,ch

Download

Liste der Bahnjubiläen 2006

Jubilierende Betriebe im Jahre 2006.pdf (33.9 kB)

 

News abonnieren  

personalisieren Sie sich Ihre LITRA-News 

LITRA-Verkehrszahlen  

Direkt zur neuesten Ausgabe  

Die Gelbe Serie  

Tag für Tag zu mehr Effizienz und Qualität im öV 

Geschäftsbericht 2010/2011  

Die Fakten des Vereinsjahrs 2010/2011 

Prix Litra  

Unser Prix für Bachelor- und Master-Absolventen 
 
 
   
© 1998 - 2012 LITRA | 3000 Bern 7 | webmaster@litra.ch | Impressum | Disclaimer
realized by foresite GmbH