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Welche Verkehrsmittel zur Erschliessung von Agglomerationen?

Autobus, Trolleybus, Tram, U-Bahn oder S-Bahn?


litra. (24.3.2009) Bei der Erschliessung von Agglomerationen stellt sich oft die Frage, welches Verkehrsmittel je nach gewünschter Leistungsfähigkeit am besten geeignet ist. Eine Studie des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) der ETH Zürich liefert dazu Informationen und Unterlagen.

Nebst dem Tram eignen sich zur Erschliessung von Agglomerationen grundsätzlich auch Autobusse. Trolleybusse, U-Bahnen und S-Bahnen. Welche Verkehrsmittel sich im Einzelfall zur Erschliessung von Agglomerationen besser eignen und wovon ihre Eignung abhängt, wurde kürzlich in einer Studie des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme (IVT) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich untersucht. Ein wesentliches Element für den wesensgerechten Verkehrsmitteleinsatz bildet dabei die Leistungsfähigkeit. Folgende konkrete Fragen standen im Vordergrund der Untersuchung:

  • Welche theoretische Obergrenze der Leistungsführigkeit kann für ein Verkehrsmittel angegeben werden? Welche Faktoren bewirken, dass diese Obergrenze nicht erreicht werden kann?
  • Welche Abstufungen dieser theoretischen Obergrenze der Leistungsfähigkeiten können unterschieden werden? Wie reduzieren sich die Leistungsfähigkeiten? Wie weit entfernt man sich von der theoretischen Obergrenze?
  • Welche Unterschiede existieren zwischen den Leistungsfähigkeiten der Verkehrsmittel des öffentlichen Verkehrs in den entwickelten Stufen?
  • Wie kann der Kapazitätsbegriff definiert werden?

Schon die Definition der Kapazität (Fassungsvermögen) und der Leistungsfähigkeit ist kein leichtes Unterfangen, da beispielsweise die Angaben der Fahrzeughersteller oft allzu optimistisch sind und z.B. kaum berücksichtigen, dass Fahrgäste mit Rucksäcken mehr Platz beanspruchen. Zur Klärung all dieser Fragen wurde in der Praxis untersucht, wann sich Fahrgäste nicht mehr in ein besetztes Fahrzeug begeben, da sie es als «voll» taxieren.

Die theoretische Leistungsfähigkeit einer Linie des öffentlichen Verkehrs wird aber in der Praxis durch verschiedene Einflüsse reduziert:
  • Einflüsse anderer Fahrzeuge derselben Linie.
  • Anforderungen bezüglich Kundenkomforts (zu verschiedenen Verkehrszeiten werden unterschiedliche Fahrzeugbesetzungen akzeptiert).
  • Einflüsse von Fahrzeugen anderer Linien desselben Verkehrsmittels.
  • Einflüsse anderer Verkehrsmittel.


Die komfortorientierte Leistungsfähigkeit berücksichtigt die Tatsache, dass die Fahrgäste in unterschiedlichen Verkehrszeiten unterschiedliche Anforderungen an die Fahrzeugbesetzungen haben. So wird während der Hauptverkehrszeit eher eine höhere Stehplatzdichte toleriert als in den Randverkehrszeiten am Abend. Zudem wird mit zunehmender Reisedauer die Verfügbarkeit eines Sitzplatzes stärker gewichtet.

Folgende Kennwerte wurden für die verschiedenen Verkehrsmittel des öffentlichen Verkehrs ermittelt:

Verkehrsmittel-Typ

Mittleres Fassungs-vermögen

Komfortorientierte Leistungsfähigkeit pro Stunde während der Hauptverkehrszeit

Komfortorientierte Leistungsfähigkeit
pro Tag

Personen pro Kurs

Personen pro Richtung

Bus

Standardbus

63

1’520

22’700

Gelenkbus

92

2’124

31’100

Grossraumbus

123

2’821

40’900

Tram

Tram kurz

94

2’184

32’000

Tram mittel

180

3’989

54’800

Tram lang

222

5’028

71’800

U-Bahn

U-Bahn klein

274

3’564

58’600

U-Bahn gross

764

10’084

163’700

S-Bahn

Kleine S-Bahn

530

4’527

70’600

Mittlerer Pendelzug

1144

10’131

157’900

Langer Pendelzug

1716

14’246

222’100

Doppelstöcker

745

6’704

104’500

Zweifachkomposition Doppelstöcker

1495

13’408

209’000

Dreifachkomposition Doppelstöcker

2242

18’783

292’800


Kasten

Leistungsfähigkeitsbestimmung öffentlicher Verkehrssysteme
Schriftenreihe 139 des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Gabriel Anderhub, Robert Dorbritz, Prof. Dr. Ulrich Weidmann, 89 Seiten, Dezember 2008, ISBN 978-3-905826-03-6. Die Studie ist zum Preis von Fr. 30.- erhältlich beim Sekretariat IVT, Wolfgang-Pauli-Strasse 15, HIL F 37.2, 8093 Zürich http://www.ivt.ethz.ch

 

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