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(Bern, 21.3.00). Verlagerung der Ferntransporte von der Schiene zurück auf die Strasse - Das ist die Folge des Beschlusses des Nationalrats von letzter Woche, dem nun der Ständerat heute gefolgt ist, nämlich für den Abtransport von Lothar-Holz unbeschränkt 40Tönner in die Schweiz einfahren zu lassen. Wie der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr LITRA in seiner heutigen Stellungnahme festhält, werden mit diesem Beschluss Millionen von Tonnenkilometern Holztransporte von der Schiene zurück auf Schweizer Strassen verlagert. Den Bahnen drohen Ertragsausfälle in Millionenhöhe.
Die Schweizer Bahnen werden dieses Jahr über 100 Mio tkm Holztransporte erbringen. Ein grosser Teil davon ist Lothar-Holz, das insbesondere aus den Wäldern des westlichen Mittellands nach Oesterreich und Italien exportiert wird, über hunderte von Kilometern durch die Schweiz und anschliessend über noch längere Strecken im Ausland. Alles umweltschonend auf der Schiene. Diese ökologische Lösung entspricht voll der von Volk und Ständen langfristig beschlossenen Schweizer Verkehrspolitik: Schwertransporte und Ferntransporte gehören auf die Schiene.
Durch den Beschluss beider Kammern, bedingungslos 40Tönner zum Abtransport von Lothar-Holz in die Schweiz einfahren zu lassen, wird diese umweltfreundliche Lösung torpediert. Ein 40Tonnen-Strassenlastzug kann höchstens 26 Tonnen laden, ein Eisenbahnwagen im Durchschnitt 48 Tonnen. Die Bahnen bringen pro Woche mehr als 20.000 t über den Arlberg nach Oesterreich, dem Hauptabnehmer für Lothar-Holz. Das entspricht über 800 Strassen-Lastzüge. Die Strassen-Lösung ist weder effizient noch ökologisch sinnvoll. Sie könnte auch aus einem andern Grund kaum viel zur Beschleunigung des Holzabtransportes beitragen: die Hauptengpässe liegen in der Aufnahmefähigkeit der Sägewerke. Zusätzlich zu den Zügen aus der Schweiz treffen auch Holzsendungen aus Deutschland und Frankreich in Oesterreich ein und müssen durch die Sägewerke bearbeitet werden können.
LkWs zahlen in diesem Jahr noch keine LSVA und tragen folglich nichts zur Deckung ihrer externen Kosten bei. Die LSVA wird erst nach dem Jahre 2004 voll erhoben. Diese Wettbewerbsverzerrung hat Konsequenzen: wenn Strassentransporteure auf 40Tönnern 26t laden können anstatt 16t (auf 28Tönnern), so steigt die Produktivität um über 50 Prozent. Entsprechend vermindern sich die Kosten. Hier können die Bahnen nicht mehr mithalten. Fazit: der Langstrecken-Schwerverkehr verlagert sich von der Schiene auf die Strasse, von der schweizerischen Bahn auf ausländische Strassentransportunternehmer.
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