Bahn- und Busjubiläen im Jahr 2004
litra. Auch im kommenden Jahr können zahlreiche Bahn- und Buslinien einen runden Geburtstag feiern: Lediglich eine Bahnstrecke wurde vor 150 Jahren eröffnet, während es vor 125 Jahren eine Bahnstrecke sowie zwei Standseilbahnen waren. Vor 100 Jahren wurde genau ein Dutzend Bahnstrecken und als Pionierleistung drei Autobuslinien eröffnet. Keine Eröffnungen sind sodann aus dem Jahr 1929 zu vermelden, während 1954 insgesamt 14 Seilbahnen und der Stadtbus Chur eröffnet, aber gleichzeitig zwei Bahnlinien ganz und eine teilweise auf Pneubetrieb umgestellt wurden. Zudem fand in jenem Jahr der Umbau einer Standseilbahn in eine Zahnradbahn statt. Vor 25 Jahren schliesslich konnten neun Seilbahnen und eine Bahnstrecke eröffnet werden. Vor genau 150 Jahren konnte lediglich eine neue Bahnstrecke eröffnet werden, nämlich jene vom damaligen provisorischen Basler Bahnhof auf der Luftmatt (Lange Gasse/Engelgasse) nach Liestal. Immerhin war nun für die ursprünglich als erste schweizerische Bahnstrecke geplante durchgehende Verbindung von Basel nach Zürich ein kurzes Teilstück von Norden her erstellt, nachdem anno 1847 die «Spanisch-Brötli-Bahn» von Zürich nach Baden eröffnet worden war. Allerdings musste man sich noch weitere vier Jahre gedulden, bis die Strecke von Basel über den oberen Hauenstein nach Olten und weiter über Aarau bis nach Zürich durchgehend befahren werden konnte. Auf die Bözberglinie musste man sich gar bis ins Jahr 1875 gedulden. Das Glarnerland wird mit der Bahn erschlossen Immerhin eine neue Bahnstrecke und zwei Standseilbahnen brachte das Jahr 1879 hervor, wurde doch am 1. Juni 1879 die Bahnstrecke von Glarus nach Linthal eröffnet. 20 Jahre lang hatte die Bahn in Glarus geendet. Als älteste heute noch bestehende Standseilbahn nahm die Giessbachbahn ihren Betrieb am 21. Juli 1879 auf, während am 4. Dezember desselben Jahres die damalige Standseilbahn von Lausanne-Flon zum Bahnhof von Lausanne eröffnet wurde (diese Strecke wurde anno 1954, also vor just 50 Jahren, auf Zahnradbetrieb umgebaut). Vor 100 Jahren entstand ein Dutzend neuer Bahnstrecken Viel reger war dann das Bahnfieber ein Vierteljahrhundert später, entstanden doch vor 100 Jahren insgesamt 12 Bahnstrecken. Den Reigen eröffnete am 23. Januar 1904 die Sensetalbahn von Flamatt über Laupen nach Gümmenen; Ende Mai 1993 ist die Teilstrecke von Laupen nach Gümmenen auf Autobusbetrieb umgestellt worden. Am 5. März 1904 folgte die damals noch selbständige Wynentalbahn von Aarau nach Reinach mit Weiterführung nach Menziken ab 1. Mai 1904. Die am 2. April 1904 eröffnete Bahnstrecke von St-Légier nach Châtel-St-Denis sucht man auf einer heutigen Eisenbahnkarte vergeblich; Ende Mai 1969 erfolgte hier die Umstellung auf Autobus. Als willkommene Abkürzung vom Mittelland ins Wallis erweist sich heute noch die landschaftlich äusserst reizvolle Privatbahn-Strecke von Puidoux-Chexbres nach Vevey, die seit dem 2. Mai 1904 von den Schweizerischen Bundesbahnen pachtweise betrieben wird. Speziell bemalte Fahrzeuge des «Train des Vignes» weisen einerseits auf das dortige Landesprodukt hin, machen aber auch klar, dass es sich hier nicht um eine SBB-Linie handelt. Ein «Automobil-Verkehr» im Emmental Am 21. Mai 1904 konnte Saignelégier mit einer Normalspurlinie mit Glovelier verbunden werden; vor einem halben Jahrhundert wurde die Strecke auf Meterspur umgebaut. Im Juli folgten sodann zwei Strecken in der Ostschweiz; am 1. Juli 1904 die Strecke Gais–Appenzell und neun Tage später die Verlängerung der Albulastrecke der Rhätischen Bahn von Celerina bis St. Moritz. Die restlichen vor 100 Jahren eröffneten Bahnlinien befinden sich wieder in der Romandie: Am 14. Juli wurde die Strecke Vuadens–Bulle eröffnet, am 19. August jene von Montbovon nach Château-d’Oex, zwei Tage später jene von Bulle nach La Tour-de-Trême und am 20. Dezember schliesslich die Teilstrecke der heutigen «Golden-Pass»-Route von Château-d’Oex nach Gstaad. Speziell zu erwähnen ist sodann der am 27. August 1904 aufgenommene «Provisorische Automobil-Verkehr» von Langnau im Emmental über Bärau nach Trubschachen. Genau drei Tage später, am 30.August 1904, pfupfte und holperte erstmals ein 20-pferdiger ORION-Autobus von Zug über Baar nach Menzingen. Im Oktober 1904 folgte dann noch die Linie von Zug nach Oberägeri. Keine Jubilare im Jahr 1929 – 14 Seilbahnen und ein Busbetrieb im Jahr 1954 eröffnet Während des ganzen Jahrs 1929 fanden überhaupt keine Bahneröffnungen statt. Dafür konnten vor 50 Jahren, also im Jahr 1954, insgesamt 14 neue Seilbahnen ihren Betrieb aufnehmen. Umgekehrt wurde am 3. März 1954 die Strecke von Heerbrugg nach Diepoldsau auf Autobus umgestellt, am 22. Mai 1954 ereilte das gleiche Schicksal die Bahnstrecke von Gland nach Begnins, während die Bahnstrecke zwischen Fleurier und St-Sulpice damals nur teilweise auf Autobus umgestellt wurde. Neun neue Seilbahnen und eine neue Bahnstrecke im Jahr 1979 Vor 25 Jahren nahmen insgesamt neun neue Seilbahnen ihren Betrieb auf. Einen äusserst minimen Zuwachs des Eisenbahnnetzes brachte am 30. September 1979 die Eröffnung der lediglich von Güterzügen befahrenen Verbindungsstrecke von Zürich Seebach über Opfikon nach Glattbrugg. Kästen
Die erste schweizerische Eisenbahngesellschaft litra. Bezeichnenderweise waren es die Handelsstädte Zürich und Basel, welche die ersten Impulse für den Bau einer Eisenbahn in der Schweiz lieferten. Die Zürcher Handelskammer regte schon anno 1836 Vorstudien für eine Strecke nach Basel an, und am 17. Januar 1838 fand tatsächlich die Gründung einer Eisenbahngesellschaft statt. Die geplante Strecke sollte entlang der Flussläufe von Limmat, Aare und Rhein nach Basel führen und erhielt von den Kantonen Zürich und Aargau die Zusicherung für eine Konzession. Da aber die beiden Halbkantone Basel abblockten und gleichzeitig die europaweite Hausse für Bahnaktien zusammenbrach, sah sich die Gesellschaft enormen Schwierigkeiten gegenüber. Die Finanzierung missglückte; von den rund 30‘000 gezeichneten Aktien brachte man nur für deren 9000 eine erste Tranchenzahlung von zehn Prozent ein. So löste sich die Gesellschaft gezwungenermassen auf, liess aber die erstellten Pläne archivieren. Gebaut wurde sodann im Jahr 1847 die «Spanisch-Brötli-Bahn» und sieben Jahre später die Strecke Basel–Liestal; erst anno 1858 war das Schienennetz von Basel über Olten bis nach Zürich durchgehend befahrbar. (Quelle: «Bahnsaga Schweiz», 150 Jahre Schweizer Bahnen. AS Verlag Zürich, 1996)
Fortschrittliche Autobuspioniere im Emmental litra. Nicht schlecht staunten wohl die Leserinnen und Leser des «Anzeigers für den Amtsbezirk Signau», als sie auf der Frontseite die Mitteilung lesen konnten, dass vom Samstag, 27. August 1904 an ein «Provisorischer Automobil-Verkehr Langnau=Bärau=Trubschachen» funktioniere. Der ebenfalls abgedruckte Fahrplan wies in jeder Richtung acht Kurse von Langnau über Bärau nach Trubschachen auf; am Nachmittag wurde zudem ein Lokalkurs von Trubschachen nach Bärau eingelegt. Neben den im Fahrplan vermerkten acht Zwischenstationen wurde gemäss Angaben des «Initiativkomitees» auch «beir Wirtschaft Stauffer, beim Gräblidentsch und beir Sonne» nach Bedarf angehalten – der Kunde war schon damals König! Zudem wurden dreimal täglich in Langnau die Haltestellen «Löwen», «Hübeli» und «Thurm» bedient – hat da jemand was von einem Ortsbus gesagt? Diese Pioniertat im Emmental erstaunt um so mehr, als damals in der ganzen Schweiz lediglich acht fahrplanmässige Autobusstrecken bestanden; die Postverwaltung weigerte sich damals noch vehement, ihre Postkutschenkurse durch solche «neumödischen» motorisierten Gefährte abzulösen. Am 1. Juni 1906 fanden erstmals Probefahrten der Postverwaltung von Bern über Wohlen nach Detligen und von Bern nach Papiermühle statt.
Jubilierende Betriebe im Jahre 2004
| 150 Jahre | | 19. Dezember 1854 | Basel–Liestal | | 125 Jahre | | 1. Juni 1879 | Glarus–Linthal | | 21. Juli 1879 | Giessbach See–Giessbach (Standseilbahn) | | 4. Dezember 1879 | Lausanne-Flon–Lausanne-Gare (Standseilbahn) | | 100 Jahre | | 23. Januar 1904 | Flamatt–Gümmenen | | 5. März 1904 | Aarau–Reinach | | 2. April 1904 | St-Légier–Châtel-St-Denis | | 1. Mai 1904 | Reinach–Menziken | | 2. Mai 1904 | Vevey–Puidoux-Chexbres | | 21. Mai 1904 | Saignelégier–Glovelier | | 1. Juli 1904 | Gais–Appenzell | | 10. Juli 1904 | Celerina–St. Moritz | | 14. Juli 1904 | Vuadens–Bulle | | 19. August 1904 | Montbovon–Château-d’Oex | | 21. August 1904 | Bulle–La Tour-de-Trême | | 27. August 1904 | Autobus Langnau–Bärau–Trubschachen | | 30.August 1904 | Autobus Zug–Baar–Menzingen | | Oktober 1904 | Autobus Zug–Allenwinden–Oberägeri | | 20. Dezember 1904 | Château-d‘Oex–Gstaad | | 50 Jahre | | | 1954 | Stadtbus Chur | | 1. Januar 1954 | Bad Ragaz–Pardiel (Gondelbahn) | | 3. März 1954 | Heerbrugg–Diepoldsau umgestellt auf Autobus | | 17. März 1954 | Kies–Mettmen (Luftseilbahn) | | 17. April 1954 | Wangs–Furt (Pizol), 2. Sektion (Gondelbahn) | | 22. Mai 1954 | Gland–Begnins umgestellt auf Autobus | | 22. Mai 1954 | Wangs–Furt (Pizol), 1. Sektion (Gondelbahn) | | 23. Mai 1954 | Fleurier–St-Sulpice teilweise umgestellt auf Autobus | | 4. Juni 1954 | Wengen–Männlichen (Luftseilbahn) | | 11. Juni 1954 | Unterbäch–Brand (Sesselbahn) | | 25. Juni 1954 | Grand-St-Bernard–La Chenalette (Luftseilbahn) | | 10. Juli 1954 | Saas Fee–Spielboden (Gondelbahn) | | 21. August 1954 | Blatten–Belalp (Luftseilbahn) | | 25. Oktober 1954 | Lausanne-Flon–Lausanne Gare CFF: Umbau der Standseilbahn in eine Zahnradbahn | | 15. Dezember 1954 | Ried bei Brig–Rosswald (Gondelbahn) | | 23. Dezember 1954 | Kriens–Fräckmüntegg (Gondelbahn) | | 23. Dezember 1954 | Davos–Brämenbüel, 1. und 2. Sektion (Luftseilbahn) | | 30. Dezember 1954 | Adliswil–Felsenegg (Luftseilbahn) | | 25 Jahre | | 2. Februar 1979 | Kalberhöni–Pra Cluen (Sesselbahn) | | 4. März 1979 | Saas Grund–Kreuzboden (Gondelbahn) | | 26. Mai 1979 | Zürich Universitätsstrasse–Germaniastrasse: Verlängerung bis Rigiblick (Standseilbahn) | | 2. Juni 1979 | Vorabgletscher–Vorab Pign (Luftseilbahn) | | 30. September 1979 | Zürich Seebach–Opfikon–Glattbrugg | | 9. Dezember 1979 | Cama–Mesocco umgestellt auf Postauto | | 20. Dezember 1979 | La Chaux–Col-de-Medran (Sesselbahn) | | 21. Dezember 1979 | Mayen-de-Nax–Gautier (Sesselbahn) | | 22. Dezember 1979 | Pas-du-Loup–Cry-d’Er (Gondelbahn) | | 23. Dezember 1979 | Trockener Steg–Klein Matterhorn (Luftseilbahn) | | 27. Dezember 1979 | Lausanne-Sébeillon–Lausanne-Flon (nur Güterverkehr) eingestellt | | 30. Dezember 1979 | Saanenmöser–Saanerslochgrat (Luftseilbahn) |
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