Februar 2008

1.2.08
Die Bahnstromversorgung der Transitachse Lötschberg-Simplon wird ins Bahnstromnetz der SBB integriert. SBB und BLS haben eine entsprechende Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Demnach überträgt die BLS der SBB die Eigentums- und Betriebsrechte an den Übertragungsleitungen, den Unterwerken Frutigen und Kandersteg sowie die Nutzungsrechte am Frequenzumformer Wimmis, wie die beiden Unternehmen mitteilten. Die BLS bleibt Betreiberin der Bahninfrastruktur am Lötschberg, bezieht aber künftig den Strom von der SBB. Der Wechsel hat keine personellen Auswirkungen. Die Integration der Bahnstromversorgung am Lötschberg ins Bahnstromnetz der SBB ist von langer Hand geplant. Die SBB ist bereits seit Anfang 2006 für die Bahnstromversorgung auf der Lötschbergachse zuständig. Nun erfolgt noch der eigentliche Anlagentransfer. Von der Integration der Anlagen ins Bahnstromnetz Schweiz der SBB erhoffen sich die beiden Partner eine nachhaltige Sicherung der Bahnstromversorgung.

1.2.08
PostAuto AG betreibt auch weiterhin zwei Buslinien in der Grenzregion zwischen den Kantonen Bern und Neuenburg sowie auf dem Tessenberg. Ab Dezember kommt allenfalls eine dritte Linie von Neuenstadt BE nach Marin NE dazu. Voraussetzung für diese dritte Verbindung ist, dass sich die betroffenen Gemeinden daran finanziell beteiligen, wie aus einer Mitteilung der Kantone Bern und Neuenburg hervorgeht. Die neue Linie bedient zwei Ortschaften, die bisher keinen öV-Anschluss hatten. Auch für diese dritte Buslinie hat PostAuto den Zuschlag erhalten. Die Kantone Bern und Neuenburg sowie der Bund schrieben die Buslinien im Juni 2007 aus. Bei den bestehenden Linien handelt es sich um St-Blaise- Enges- Lignières sowie Neuenstadt- Le Landeron- Tessenberg.

3.2.08
Im Jura kann eine 2,7 Kilometer lange Auto-Rundstrecke gebaut werden. Die Stimmbürger von Vendlincourt JU haben dem Projekt mit 60 Prozent zugestimmt. Die Rundstrecke soll vorab der Ausbildung und Unfallprävention dienen. Das umstrittene Projekt «Safetycar» wurde mit 228 zu 150 Stimmen angenommen, die Stimmbeteiligung betrug 90 Prozent. Die in der Ajoie geplante Anlage mit einem Investitionsvolumen von 10 bis 12 Millionen Franken wird sich über eine Fläche von 15 Hektaren erstrecken. Finanziert wird sie von privaten Investoren. Autorennen sollen auf dem Rundkurs keine durchgeführt werden, doch sind auf der Piste sportliche Fahrer durchaus willkommen. Auch Renntrainings sollen möglich sein. In den Vordergrund stellen die Initianten jedoch die Erhöhung der Sicherheit im Strassenverkehr. So sollen Automobilistinnen und Automobilisten in Vendlincourt etwa das Fahren auf rutschigen Fahrbahnen oder Notbremsungen aus hohem Tempo üben können. Auch Auffrischungskurse für ältere Lenkerinnen und Lenker sind geplant. «Safetycar» richtet sich daneben auch an die im Jura mit diversen Zulieferern vertretene Automobilindustrie. Sie soll auf der Piste Tests und Demonstrationen durchführen können. Erwartet werden Kunden aus der ganzen Schweiz sowie aus Frankreich. Promotor des Projekts ist der jurassische Managementberater Florian Lachat, der selbst Autorennen fährt. Er verspricht sich von «Safetycar» positive Impulse für Tourismus und Wirtschaft. Die Gegner hatten auf den zu erwartenden Lärm und die Abgase hingewiesen. Gegen das Projekt war auch der jurassische Bauernverband, der den Verlust von Landwirtschaftsland nicht hinnehmen wollte. Von Anfang an unterstützt wurde das Projekt dagegen vom Kanton Jura. Nach Ansicht der Behörden verträgt sich «Safetycar» gut mit dem Image des Kantons, in dem bereits heute Rennen und Rallyes stattfinden. Für die Behörden ist das Projekt von kantonalem Interesse.

4.2.08
Wassertöffs auf Schweizer Seen: Dies soll im Zusammenhang mit der Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips bald erlaubt sein. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die entsprechende Verordnung angepasst. Mit der geplanten Übernahme des Cassis-de-Dijon-Prinzips wäre in der Schweiz zugelassen, was in der EU frei zirkuliert - also auch die lärmigen Jet-Skis, die über 60 Kilometer pro Stunde erreichen können. Der Bundesrat hat das BAV damit beauftragt, die Binnenschifffahrtsverordnung entsprechend anzupassen. Wassermotorräder gelten gemäss dem Entwurf der angepassten Verordnung neu als Sportboote und nicht mehr als Vergnügungsschiffe, wie die Medienstelle des Bundesamtes für Verkehr (BAV) einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte. Bisher galten sie als Vergnügungsschiffe, deren zulässige Leistung im Verhältnis zur Schiffsgrösse stand, wie Gerhard Kratzenberg, Sektionschef Schifffahrt beim BAV, auf Anfrage ausführte. Die Leistung der Sportboote unterliegt dagegen keinen Grenzen. Der Hersteller muss definieren, welche Leistung sein Produkt verträgt. Das Fahren mit den Wassertöffs soll gemäss dem Verordnungsentwurf auf dafür bewilligten Wasserflächen bei Tag und bei klarer Sicht erlaubt sein. Gestartet werden darf frühestens eine Stunde nach Sonnenaufgang, gestoppt werden muss spätestens zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Die Kantone sollen bis 2009 die Wasserflächen und die Startgassen bestimmen, auf denen die Jet-Skis verkehren dürfen. Massgebend sind dabei die Sicherheit der anderen Seebenützer und die Umwelt, wie Kratzenberg ausführte. Zuvor wird der Entwurf bis Anfang März in die Vernehmlassung geschickt: Adressaten sind die Kantone, Schifffahrtsämter, Verbände, interessierte Kreise, Umweltschutzorganisationen und Parteien. Weiter dürfen die Fäkalientanks von Sportbooten gemäss der neuen Verordnung einen direkten Abfluss haben, der nur mit einem Ventil verschlossen ist. Zwar müssen die Fäkalien nach wie vor an Land deponiert werden, doch rein technisch wäre ein direktes Abfliessen in den See möglich.

4.2.08
Die SBB investiert 137 Millionen Franken in die Modernisierung von EuroCity-Wagen. Die sanierten Wagen sollen ab 2009 im Schweizer Fernverkehr zum Einsatz kommen. Sie ersetzen ältere, unklimatisierte Wagen. Die 236 Wagen der EuroCity-Flotte sind heute primär im internationalen Fernverkehr unterwegs, wie die SBB mitteilte. Weil diese Züge in den nächsten Jahren schrittweise durch mehrstromfähige Neigezüge abgelöst werden, kommen die sanierten EC-Wagen künftig in der Schweiz zum Einsatz. Insgesamt umfasst die EuroCity-Flotte 154 Zweitklasse-, 70 Erstklasse- und 12 Panoramawagen. Alle Wagen werden revidiert und mit Steckdosen für Handy- und Laptopnutzung ausgerüstet. Zudem werden sie behindertenfreundlich umgebaut sowie dem Design des übrigen SBB-Rollmaterials angepasst.

5.2.08
Die BLS Cargo AG hat zum Jahreswechsel verschiedene neue Leistungen im Transitverkehr von Frankreich durch die Schweiz nach Italien und Polen aufgenommen. Dabei geht BLS Cargo wichtige strategische Partnerschaften mit französischen Bahnunternehmen ein und baut weitere Wachstumsmöglichkeiten auf. BLS Cargo übernimmt für alle Verkehre die Transportleistung im Transit durch die Schweiz sowohl über die Lötschberg- und Gotthardachse als auch ab den Grenzübergängen Genf beziehungsweise Buchs. Partner in Italien ist in allen Fällen Trenitalia, während in Frankreich die Verkehre mit den Bahnen EuroCargoRail (100 Prozent Tochter von EWS), SNCF Fret und B-Cargo abgewickelt werden. BLS Cargo erweitert mit den Frankreichverkehren ihr bisheriges Angebot auf den beiden Transitachsen Lötschberg und Gotthard Richtung Deutschland. Das Unternehmen ist nun auf allen wichtigen internationalen Transitströmen durch die Schweiz in einer starken Marktposition. Zudem hat sich BLS Cargo mit den umfangreichen Neuverkehren in eine sehr gute Ausgangslage für weitere Projekte gebracht, die teilweise bereits in Umsetzung sind. «Mit den neuen Verkehren nach Frankreich ergibt sich ein neues strategisches Geschäftsfeld, welches die Position der BLS Cargo als leistungsfähiger und erfolgreicher Anbieter im Schweizer Schienengüterverkehr stärken wird», sagt Dr. Dirk Stahl, CEO der BLS Cargo AG. Im 2007 hat BLS Cargo wiederum ein Wachstum realisiert und steigerte die Verkehrsleistung um 3 Prozent auf 3'341.7 Millionen Nettotonnenkilometer. Die Leistungssteigerung von 3 Prozent entspricht in etwa dem Wachstum des Schienengüterverkehrsmarktes in der Schweiz im 2007. BLS Cargo befand sich im 2007, nach sehr starkem Wachstum in den vergangenen Jahren, in einer geplanten Konsolidierungsphase mit entsprechend gemässigtem Wachstum. Während die internationalen Transitverkehre durch die Schweiz mit plus 4,5 Prozent stark zum Wachstum beitrugen, ging der Import- und Exportverkehr zurück. BLS Cargo führte über die Lötschberg-Simplon-Achse ungefähr die gleiche Verkehrsmenge wie im 2006. Auf der Gotthardachse steigerte BLS Cargo in Kooperation mit Railion Deutschland die Leistungen um 11 Prozent und gewann weitere Marktanteile hinzu. Der Marktanteil von BLS Cargo am Transitverkehr durch die Schweiz beträgt rund 40 Prozent.

5.2.08
Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene soll bis 2012 umgesetzt werden. Zudem soll eine Alpentransitbörse bereitgestellt werden. Die Urner Regierung stützt entsprechende Begehren aus dem Parlament. Der Urner Landrat will beim Bund dafür sorgen, dass die Verlagerung des Güterverkehrs bald Realität wird. 44 der 64 Kantonsparlamentarier unterschrieben im Dezember 2007 eine Motion für eine entsprechende Standesinitiative. Wie der Regierungsrat mitteilte, stützt er das Begehren. Im Prinzip müsste das Verlagerungsziel (maximal 650'000 alpenquerende Strassenfahrten pro Jahr) 2009 erreicht sein. Dieses Ziel ist in weiter Ferne und soll deshalb auf 2019 verschoben werden. Dagegen wehrt sich Uri. Der Regierungsrat unterstützt die Forderung der Motionäre, dass schon 2012 nur noch 650'000 Lastwagen die Schweizer Alpen queren. Auch dem Anliegen, eine EU-kompatible Alpentransitbörse einzurichten, will er folgen. Der Landrat muss die Motion nun noch erheblich erklären. Danach wird der Regierungsrat die Standesinitiative bei den eidgenössischen Räten einreichen.

7.2.08
Nur mit einer Alpentransitbörse ist die versprochene Verlagerung des Schwerverkehrs von der Strasse auf die Schiene möglich. Die Alpen-Initiative, WWF und Greenpeace fordern deshalb den Nationalrat auf, den Ständerat zu korrigieren. Bei der Beratung des Güterverlagerungsgesetzes hatte es der Ständerat abgelehnt, jetzt schon das Fundament für eine Alpentransitbörse zu legen, an der Durchfahrtsrechte versteigert würden. Der Bundesrat erhielt lediglich eine «Verhandlungsermächtigung». Die Verkehrskommission des Nationalrates (KVF) nimmt nächste Woche die Beratungen auf. Die drei Umweltorganisationen machten an einer Medienkonferenz in Bern Druck, die vom Ständerat abgeschwächte, «bereits schwache» Vorlage des Bundesrates zu verbessern und die Börse bis 2010 eurokompatibel einzuführen. Gemäss dem Ende 2010 auslaufenden Verlagerungsgesetz dürften schon 2009 nur noch 650'000 Lastwagen die Alpen queren. Der Ständerat schob aber dieses Ziel hinaus: Dieses soll erst spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels erreicht sein, das heisst erst 2019.

7.2.08
Mit der Eröffnung des Üetlibergtunnels im Frühjahr 2009 soll auch das Angebot im öffentlichen Verkehr ausgebaut werden. Dazu gehört eine neue Postautolinie, die von Affoltern am Albis via Üetlibergtunnel zum Zürcher Bahnhof Enge führen soll. Die neue Buslinie ist Teil der flankierenden Massnahmen, die die neue Westumfahrung und die N4 im Knonaueramt begleiten. Dazu gehört auch der bereits eingeführte Viertelstundentakt der S-Bahn im Knonaueramt, wie der Zürcher Regierungsrat in einem Bericht zu einem dringlichen Postulat aus dem Zürcher Kantonsrat schreibt. Die durch den Üetlibergtunnel führende neue Buslinie wird über separate Busspuren verfügen und Lichtsignale bevorzugt passieren können. Damit soll eine verzögerungsfreie Fahrt ermöglicht werden, wie es in einer Mitteilung des Regierungsrates heisst.

7.2.08
Die Migros verlegt die Belieferungen ab dem Verteilbetrieb Neuendorf in die Westschweizer Genossenschaften auf die Schiene. Der Ausbau der Zusammenarbeit mit SBB Cargo sorgt für noch mehr umweltfreundliche Transporte. Seit dieser Woche erhält die Migros Genossenschaft Genf sämtliche Non-Food- und Near-Food-Artikel mit der Bahn. Pro Nacht fahren rund 20 Wagen von Neuendorf (SO) nach Carouge (GE) – voll beladen mit Produkten wie Toilettenpapier, Waschmittel, Möbel oder Spielwaren. In Carouge befindet sich die Betriebszentrale der Migros Genf; von dort aus wird die Ware in die Filialen verteilt. Der Migros-Verteilbetrieb-Neuendorf (MVN) ist die Logistikplattform der Migros für Non-Food- und Near-Food-Artikel. Der Betrieb hat schon zuvor einen Teil der Lieferungen mit der Bahn abgewickelt. Nun wird aber der Bahntransport massiv ausgebaut: Statt der bisher 300'000 Paletten pro Jahr werden bald 500'000 Paletten auf der Schiene zu ihrem Zielort gelangen, mittelfristig sogar noch mehr. Ab Anfang April wird auch die Migros Waadt mit der Bahn beliefert. In der zweiten Jahreshälfte 2008 stellt die Migros Wallis nach und nach auf die Schiene um.

8.2.08
Der Ruf der Umweltverbände nach einer Alpentransitbörse sowie ihre Drohung mit dem Referendum sind gemäss ASTAG völlig realitätsfremd. Einzig das Transportgewerbe im Ausland hat ein Interesse daran, dass die Verlagerungspolitik der Schweiz weiter verschleppt wird. Die Folge wäre eine weitere Zunahme des Transitverkehrs auf der Strasse, so wie es 2007 bereits passiert ist. Stattdessen sollte endlich die Liberalisierung der Bahnen vorangetrieben werden. Im Weiteren ist festzuhalten, dass sich die Prognosen der ASTAG aus den letzten Jahren nun als richtig erwiesen haben. Trotz allen Bemühungen mit dirigistischen Massnahmen und Subventionen in Milliardenhöhe ist es nicht gelungen, über das Wirtschaftswachstum hinaus Güter auf die Schiene zu bringen. Vielmehr ist der Strassenverkehr im Jahr 2007 stärker gewachsen als bei den Bahnen. Für die künftige Verlagerungspolitik der Schweiz fordert die ASTAG deshalb, dass staatliche Gelder hauptsächlich für Infrastrukturprojekte (Zulaufstrecken) eingesetzt werden und nicht mehr für unnütze Betriebsubventionen. Zudem ist endlich die Liberalisierung des Schienenverkehrs voranzutreiben. Erfreulich ist immerhin, dass der Ständerat am bisherigen Konzept ebenfalls zweifelt und bereits erste wichtige Korrekturen am neuen Güterverkehrsverlagerungsgesetz vorgenommen hat. Sogar der Kanton Tessin ist mittlerweile nicht mehr bereit, eine Alpentransitbörse zu akzeptieren, sondern fordert Ausnahmeregelungen für den Binnenverkehr.

8.2.08
Die SBB und die französischen Staatsbahnen SNCF wollen im Grossraum Genf eine grenzüberschreitende S-Bahn aufbauen. Das neue Netz soll rund 30 Bahnhöfe verbinden und die Verkehrsprobleme der Region mit bald 900'000 Einwohnern lindern. Die beiden Staatsbahnen gaben in Genf unter dem Namen «Transferis» die Gründung einer Firma bekannt, welche die Planung des S-Bahnnetzes vorantreiben soll. Die S-Bahn soll ihren Betrieb im Jahr 2013 aufnehmen. Rückgrat ist die neue Eisenbahnlinie (CEVA) zwischen Annemasse (F) und dem Hauptbahnhof Genf-Cornavin. Die 14,2 Kilometer lange zum Teil unterirdisch verlaufende Strecke ist bereits im Bau, obwohl Teile der Linienführung nach wie vor umstritten sind. Die Kosten der CEVA belaufen sich auf 950 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich mit 550 Millionen, der Kanton Genf mit 400 Millionen. Die neue Linie erlaubt es, die Fahrzeit von Genf nach Annemasse praktisch zu halbieren, nämlich von 33 Minuten mit mehrmaligem Umsteigen auf 17 Minuten ohne Umsteigen. Ist die Lücke zwischen Annemasse und Genf erst einmal geschlossen, soll die S-Bahn bis nach Nyon VD und auch ins französische Evian weitergeführt werden. Auf dem Netz sollen dereinst 40 bis 60 Züge im Halbstundentakt verkehren. Welches Rollmaterial verwendet wird, ist noch nicht entschieden. Der Entscheid soll im kommenden April fallen. Auf dem künftigen S-Bahn-Netz müssen bis 2013 noch zahlreiche Modernisierungsarbeiten getätigt werden. Die CEVA verfolgt das Ziel, dass mindestens 25 Prozent der Grenzgänger künftig den Zug wählen. Über 80'000 Pendler bewegen sich täglich im Grenzgebiet von Genf. Neben Genf planen auch Basel und das Tessin S-Bahnen im Grenzgebiet. Im Raum Basel sind bereits fünf S-Bahnlinien in Betrieb, zwei davon grenzüberschreitend. Über eine unterirdische Verbindung zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Basler SBB-Bahnhof unter dem Stadtzentrum hindurch findet zurzeit eine politische Diskussion statt. Im italienisch-schweizerischen Grenzraum soll eine neue Eisenbahnverbindung zwischen Mendrisio und Varese den Pendlerverkehr auf die Schiene bringen. Das Tessin soll dadurch besser an den Mailänder Flughafen Malpensa angebunden werden. Der Bundesrat hat die entsprechende Botschaft im vergangenen November verabschiedet. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf 134 Millionen Franken. Die Hälfte davon entfällt auf den Bund. Wie die Genfer S-Bahn soll auch die Linie zwischen dem Mendrisiotto und der Lombardei in fünf Jahren in Betrieb genommen werden.

12.2.08
Der Bund unterstützt neuerdings die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung im «Speckgürtel» der Städte. Beim Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) sind bisher 30 Agglomerationsprogramme zur Prüfung eingereicht worden, wie das Amt mitteilte. Das Investitionsvolumen der Gesuche beträgt rund 17 Milliarden Franken. Der Bund unterstützt die Programme mit einem finanziellen Anteil von 30 bis 50 Prozent. Für die Mitfinanzierung stehen nur maximal 3,5 Milliarden zur Verfügung. Beantragt sind indes 8,5 Milliarden. Dies zwingt den Bund laut ARE zu einer «rigorosen Priorisierung». Die meisten der 55 Agglomerationen haben Programme zur Verkehrs- und Siedlungsentwicklung erarbeitet. 30 Gesuche sind bisher beim ARE eingetroffen, 13 weitere werden erwartet. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird die eingereichten Programme bis im Herbst 2008 prüfen. Gestützt auf diese Prüfung wird der Bundesrat dem Parlament bis spätestens Ende 2009 eine Botschaft vorlegen. Das Parlament wird über die Freigabe der im Infrastrukturfonds reservierten Bundesbeiträge für die erste Periode 2011 bis 2014 beschliessen. Die Finanzierung beginnt voraussichtlich Anfang 2011. Zu Beginn des Jahres sind mit dem Infrastrukturfondsgesetz die gesetzlichen Grundlagen für ein finanzielles Engagement des Bundes im Agglomerationsverkehr in Kraft getreten. Für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur (Strasse und Schiene) hat das Parlament für die nächsten 20 Jahre sechs Milliarden Franken vorgesehen.

13.2.08
Der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) hat einen ersten Kredit über 2 Millionen Franken für die Vorprojektierung der 4. Teilergänzungen der S-Bahn Zürich bewilligt. Damit sind weitere Weichen für dieses wichtige Ausbaupaket gestellt. Die wichtigsten Ausbauten der 4. Teilergänzungen sollen zeitgleich mit der Eröffnung der Durchmesserlinie fertiggestellt werden und diese zu einem optimierten Gesamtsystem ergänzen. Trotz diversen Ausbauten des S-Bahnnetzes in den letzten Jahren stossen in den Hauptverkehrszeiten immer mehr Linien an ihre Kapazitätsgrenzen. Allein 2007 sind die S-Bahnfrequenzen gemessen an der Stadtgrenze Zürich um fast sieben Prozent gestiegen. Im Rahmen der 4. Teilergänzungen sollen ab 2013/2015 bestehende und absehbare Kapazitätsengpässe im Zürcher S-Bahnnetz beseitigt werden. Gleichzeitig werden qualitative Verbesserungen im ganzen Kanton Zürich möglich: Viertelstundentakt im Nahbereich der Stadt Zürich sowie für grössere Orte im übrigen Kanton. Neue Direktverbindungen und optimierte Anschlüsse erhöhen zudem die Vernetzung innerhalb des Lebens- und Wirtschaftsraums Zürich. Der Angebotsausbau ist nur dank dem Bau der Durchmesserlinie möglich. Damit diese von Anfang an für den S-Bahnverkehr optimal genutzt werden kann, müssen die wichtigsten Bauobjekte der 4. Teilergänzungen gleichzeitig auf den Horizont 2013/2015 fertiggestellt werden. Für die Vorprojektierung hat der Verkehrsrat des ZVV einen Kredit in der Höhe von über 2 Millionen Franken bewilligt.

13.2.08
Autos mit der Energie-Etikette A des Bundes sollen ab 2009 im Thurgau einen Rabatt auf die kantonalen Strassenverkehrsabgaben bekommen. Besitzer von «Dreckschleudern» werden dagegen ab 2010 höhere Abgaben berappen müssen. Der Grosse Rat erklärte eine Motion von Bernhard Wälti (SP) mit 78 zu 34 Stimmen für erheblich. Sie fordert, umweltfreundliche Fahrzeuge steuerlich zu bevorzugen. Die Kantonsregierung hatte in ihrer Motionsantwort bereits ein Bonus/Malus-System für die Motorfahrzeugsteuern befürwortet. Gegen das Motionsanliegen hatten sich vor allem Gewerbevertreter gewandt. Sie befürchteten, PS starke Fahrzeuge würden benachteiligt. Genau solche benötigten aber viele Gewerbler, um Anhänger ziehen zu können oder grössere Zuladungen zu ermöglichen. Die Ratsmehrheit fand allerdings, ein Bonus/Malus-System sei eine Möglichkeit, Anreize für die Anschaffung umweltfreundlicherer Fahrzeuge zu fördern. Das vom Regierungsrat angekündigte Bonus/Malus-System soll energieeffiziente Fahrzeuge steuerlich begünstigen, während für umweltbelastende Fahrzeuge höhere Steuern bezahlt werden müssen. Stützen will sich die Regierung dabei auf die vom Bund vorgeschriebene Energie-Etikette für Personenwagen und andererseits auf das von den Kantonen gemeinsam entwickelte Rabattmodell. Weil die Rabattgewährung im Thurgau auch ohne Gesetzesänderung möglich ist, soll sie bereits 2009 in Kraft treten. Ein Malus dagegen ist erst nach einer Gesetzesänderung möglich. Er wird deshalb erst 2010 wirksam werden können.

13.2.08
Dampfschiffe auf dem Vierwaldstättersee verkehren möglicherweise in einigen Jahren CO2-frei mit Gas. Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) hat ein entsprechendes Umweltprojekt aufgegleist. Heute werden auf den fünf Dampfschiffen grosse Mengen Öl verheizt, um den für den Antrieb nötigen Dampf zu erzeugen. Mit einer Machbarkeitsstudie liess die SGV vom Innovationstransfer Zentralschweiz (ITZ) und der Hochschule Luzern abklären, wie die Energiekosten und die Emissionen gesenkt werden könnten. Eine Sanierung steht ab Herbst 2008 für das Dampfschiff «Unterwalden» an. Die Option Gas wird für dieses 10 Millionen Franken teure Vorhaben offen gehalten. Allerdings bräuchte es dann auch noch Investitionen auf dem Land, etwa zum Betanken. Die SGV-Verantwortlichen halten denn auch fest, dass allein aus Kostengründen sich der Umstieg auf Gas kaum lohne. Sie erwarten aber, dass das Vorhaben der SGV auch Wissen einbringt, das anderen Dampferflotten zugute kommen könnte.

13.2.08
Die Erträge aus der Besteuerung des Flugzeugtreibstoffs Kerosin sollen der Luftfahrt und nicht mehr hälftig dem Strassenverkehr zugute kommen. Die Verkehrskommission des Nationalrates ist jetzt für den bundesrätlichen Vorschlag. Im ersten Umgang hatte die Kommission (KVF) die Vorlage des Bundesrates - wenn auch nur äusserst knapp - abgelehnt. Sie wurde aber vom Nationalrat desavouiert, der mit 106 zu 76 Stimmen beschloss, auf die Vorlage einzutreten. Deshalb hatte sie die Detailberatung durchzuführen. Heute fliessen 50 Prozent des Reinertrages der Kerosinsteuer in die Bundeskasse. Die andern 50 Prozent und der gesamte Treibstoffzuschlag gehen an den Strassenverkehr. Neu sollen sie nun nicht mehr der Strasse, sondern der Luftfahrt zugute kommen. Es geht um rund 44 Millionen Franken pro Jahr. Wie die Parlamentsdienste mitteilten, sprach sich die KVF in der Gesamtabstimmung mit 14 zu 8 Stimmen für den bundesrätlichen Vorschlag aus. Die Hälfte der 44 Millionen möchte der Bundesrat für die technische Sicherheit (Safety) einsetzen, je ein Viertel für Umweltschutz und Sicherheit (Security). Einzig im Bereich der Security ist die Kommission vom Vorschlag des Bundesrates abgewichen. Sie beantragt ihrem Rat, nur nicht-hoheitliche Sicherheitsaufgaben aus der Spezialfinanzierung Luftverkehr zu bezahlen. Die genaue Mittelzuteilung wird auf Gesetzesstufe noch präzisiert werden müssen. Die Kommission hat deshalb alle weiteren Anträge, welche die Mittelverwendung einschränken oder ausdehnen wollten, abgelehnt. Da es sich bei der Vorlage um eine Verfassungsänderung handelt, der Volk und Stände zustimmen müssen, kann das Gesetz erst nach der Volksabstimmung erarbeitet werden. Die Idee, die Erträge aus der Besteuerung des Flugtreibstoffs zu Gunsten der Luftfahrt zu verwenden, hatte der Bundesrat Ende 2004 in seinem Bericht über die Luftfahrtpolitik lanciert. Erhoben wird die Kerosinsteuer auf Flügen im Inland und zu privaten Zwecken. Kommerzielle Flüge im Verkehr mit dem Ausland sind davon befreit.

13.2.08
Die Nationalratskommission teilt die Zweifel des Ständerates an einer Alpentransitbörse nicht. Mit 15 zu 6 Stimmen bei 3 Enthaltungen verlangt sie vom Bundesrat ein Gesetz, das dieses Instrument zur Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene regelt. Nach Ansicht des Bundesrates braucht es eine Alpentransitbörse, mit der die Durchfahrtsrechte für Lastwagen versteigert werden. Der Ständerat lehnte es im letzten Herbst aber ab, direkt die Gesetzesgrundlage zu schaffen. Er begnügte sich mit einer Ermächtigung des Bundesrates zu Verhandlungen mit dem Ausland. Noch seien zu viele Fragen offen und die ohnehin nur in europäischem Rahmen mögliche Realisierung fraglich, hiess es in der kleinen Kammer. Mit ihrem Gesetzgebungsauftrag votierte die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates nun aber klar für das im Erstrat angezweifelte Instrument. Mit 11 zu 6 Stimmen bei 6 Enthaltungen nahm die KVF zudem ins Güterverkehrsverlagerungsgesetz (GVVG) eine neue Bestimmung auf. Danach kann der Bundesrat die Durchfahrtsrechte nicht nur marktwirtschaftlich den Meistbietenden zuschlagen, sondern auch unentgeltlich als Bonus für alpenquerende Schienentransporte zuteilen. Das GVVG wurde mit 17 zu 8 Stimmen gutgeheissen, wie die Parlamentsdienste mitteilten. Mit dem Ständerat beschloss die Kommission insbesondere, dass das Ziel von nur noch 650'000 alpenquerenden Lastwagenfahrten spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels erreicht sein muss, das heisst voraussichtlich 2019. Die KVF lehnte es ab, das Verlagerungsziel noch weiter hinauszuschieben oder gar aufzuheben. Auch von mehr zulässigen Fahrten wollte sie nichts wissen. Nach neuerdings wieder steigenden Zahlen queren noch immer gut 1,2 Millionen Lastwagen die Alpen. Gemäss dem Ende 2010 auslaufenden alten Verlagerungsgesetz dürften es schon 2009 nur noch 650’000 sein. Zur Förderung des Schienengüterverkehrs bis zur Einführung der Alpentransitbörse sieht die KVF im Einklang mit Bundesrat und Ständerat einen Zahlungsrahmen von 1,6 Milliarden Franken für 2011 bis 2018 vor. Ein Antrag für unverändert 1,8 Milliarden scheiterte mit 11 zu 12 Stimmen bei 1 Enthaltung, ein solcher für 1,2 Milliarden mit 7 zu 15 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Die Güterverkehrsvorlage umfasst auch noch andere Erlasse, mit denen sich die KVF am 21./22. April befassen wird. Eintreten auf das ganze Paket war unbestritten. Ein Rückweisungsantrag, der vom Bundesrat unter anderem den Verzicht auf Mengenziele und auf die Alpentransitbörse verlangte, wurde mit 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt.

14.2.08
Das Berner Stadtparlament hat mit 38 zu 25 Stimmen einen Vorstoss gutgeheissen, der einen Bericht über Finanzierung, Machbarkeit, Vor- und Nachteile von Road Pricing verlangt. Der Bericht soll insbesondere Auskunft geben über die Verkehrsziele, die Art und Höhe der Gebühren, die Höhe der Einnahmen, die technische Umsetzung sowie die Art und Weise, wie die politische Diskussion über Road Pricing «konstruktiv und partizipativ weitergeführt werden kann». Die Bürgerlichen wehrten sich vergeblich gegen die Überweisung des Postulats. Road Pricing sei unter einem modernen Deckmantel nichts anderes als ein Strassenzoll wie im Mittelalter. Man wehre sich gegen ständig neue Gebühren, ohne im Gegenzug die Bürger und Konsumentinnen auch einmal zu entlasten. Überdies könnten sich nur noch Begüterte die Fahrt in die Stadt leisten, was ungerecht sei, erklärte Erich Hess (SVP). Reiche könnten weiterhin unbeschränkt die Umwelt belasten, weil sie es sich leisten könnten, gaben auch die Freisinnigen zu bedenken. In der Bevölkerung fehle die Akzeptanz für eine solche Massnahme, sagte Henri-Charles Beuchat (CVP). Deshalb sei die Einforderung eines Berichts verfrüht. Zuerst müsse eine breite Diskussion in der Bevölkerung geführt werden. Auch die GFL/EVP-Fraktion sei zwar nur «mässig begeistert» vom Postulat, führte Erik Mozsa aus. Mittlerweile liege jedoch das grüne Licht des Bundesrats zur Schaffung rechtlicher Grundlagen für die Einführung von Road Pricing vor, so dass das Anliegen des Vorstosses auf jeden Fall prüfenswert sei. Der Gemeinderat erachtet ein koordiniertes Vorgehen mit der Region als unerlässlich. Ein praktikables Modell von Road Pricing könne nur gemeinsam mit der Region und dem Kanton Bern realisiert werden. Ein Alleingang der Stadt wäre für einen konstruktiven Dialog nicht dienlich.

15.2.08
Heute haben die Mineure am Ceneri-Basistunnel die Tunnelbohrmaschine für den Fensterstollen angedreht. Dies erfolgte in Sigirino während einer offiziellen Feier. Der 2,3 Kilometer lange Fensterstollen von Sigirino wird mit einer Tunnelbohrmaschine ausgebrochen. Der Bohrkopf hat einen Durchmesser von 9,7 Metern. Anschliessend erfolgen am Ende des Stollens die Ausbruchsarbeiten der Installationskavernen. Aus diesen Kavernen wird später der Ausbruch der beiden Tunnelröhren des Ceneri-Basistunnels aufgenommen. Der Zugangsstollen wird dann zur logistischen Schlagader für die Vortriebsarbeiten. Der Ausbruch des Fensterstollens und der Installationskavernen dauert rund zwei Jahre. Die Arbeiten werden von der Arbeitsgemeinschaft CMC (Consorzio Monte Ceneri) durchgeführt. Diese besteht aus den Schweizer Unternehmungen CSC, Lugano; Frutiger SA, Thun und Rothpletz, Lienhard &Cie, Aarau. Das Auftragsvolumen beträgt rund 85 Millionen Franken (ohne Mehrwertsteuer).

15.2.08
Die sieben wichtigsten Schweizer Flughäfen haben 2007 zusammen 36,07 Millionen Passagiere gezählt. Dies entspricht einer Zunahme von 8 Prozent. Die grössten Passagierströme (Lokal- und Transferpassagiere, ohne Transit) verzeichneten die Flughäfen Zürich Kloten und Genf Cointrin mit 20,72 Millionen respektive 10,73 Millionen Passagieren, wie das Bundesamt für Statistik mitteilte. Genf verzeichnet mit neun Prozent zugleich das grösste Wachstum. Zürich hat sieben Prozent mehr Passagiere empfangen, Basel mit rund 4,24 Millionen Passagieren sechs Prozent mehr und Lugano Agno (186'764 Passagiere) sowie St. Gallen Altenrhein (99'000 Passagiere) nur ein Prozent mehr. Bern Belp verzeichnete mit 88’961 um 10 Prozent geringere Passagierzahlen. Sion ist mit 3'923 Passagieren gar um 33 Prozent geschrumpft.

15.2.08
Die nördliche Zufahrtsstrecke zum Gotthard-Basistunnel zwischen Brunnen SZ und Altdorf UR soll ausgebaut werden. Der Urner Regierungsrat hat bei der zuständigen Kommission des Ständerates einen entsprechenden Antrag gestellt. In einer Mitteilung bemängelt der Regierungsrat erneut, dass das Bahntrassee am Axen nicht Bestandteil des ZEB-Projektes ist. In diesem werden die grossen Ausbauvorhaben für die Bahninfrastruktur aufgelistet. Die Urner Exekutive wünscht, dass am Axen ein drittes Gleis realisiert und Flüelen umfahren wird. Er befürchtet, dass sonst nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels der Abschnitt Brunnen-Altdorf zum Flaschenhals und der für Uri wichtige Regionalverkehr Richtung Luzern und Zug verdrängt werden könnte.

15.2.08
An die Verlängerung der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein leisten die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) einen einmaligen Beitrag von 1,6 Millionen Franken. Die BVB hofft, damit die schwierige Finanzierung des Streckenabschnitts auf der deutschen Seite sicherstellen zu können. Die BVB stellen den Beitrag an das grenzüberschreitende Projekt aus eigenen Mitteln zur Verfügung. Seit ihrer Verselbstständigung verfügen die BVB über entsprechende Möglichkeiten, heisst es in einer Mitteilung. Steuermittel würden für den Beitrag nicht eingesetzt, halten die BVB fest. Für die BVB stellt die Verlängerung der Tramlinie 8 ein «trinationales Schlüsselprojekt» dar. Kommt es zustande, wollen die BVB für den Betrieb der verlängerten Linie ein zusätzliches neues Tango-Tram bestellen. Für die Verlängerung der Tramlinie 8 hatte der Basler Grosse Rat im Januar einen Nettokredit von 42 Millionen Franken bewilligt. In Weil am Rhein entscheidet der Gemeinderat am 19. Februar über das Projekt. Damit sich auch der Bund mit 43,5 Millionen Franken an den Gesamtkosten von 104,3 Millionen Franken beteiligt, musst mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen werden.

15.2.08
Die Rollende Autobahn (Rola) von Freiburg im Breisgau (D) nach Novara (I) hat letztes Jahr eine Rekordauslastung von 91,5 Prozent erreicht. Insgesamt wurden 80'342 Lastwagen, Sattelschlepper und Lastenzüge mit Anhängern transportiert. Das sind etwa gleich viele wie 2006 und rund 10 Prozent des gesamten alpenquerenden kombinierten Verkehrs durch die Schweiz, wie die RAlpin AG mitteilte. Dies bewältigte das Transportunternehmen wie im Vorjahr mit gut 5'000 Zügen. Im Januar hat die Nachfrage allerdings zugelegt. Hält der Trend an, rechnet RAlpin mit einer Annäherung an die magischen Grenze von 100'000 transportierten Strassenfahrzeugen im Jahr 2008. Im Rahmen des Güterverkehrsgesetzes fordert das Unternehmen einen massvollen Ausbau der Rola auf maximal 250'000 Stellplätze im Jahr 2015.

18.2.08
Der Landkreis Lörrach will eine Million Euro an die Verlängerung der Tramlinie 8 nach Weil am Rhein bezahlen. Dieser Betrag ist allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft, die Basel erfüllen soll. Das Basler Anliegen, den Individualverkehr aus der Stadt zu verlagern, sei «nachvollziehbar», schrieben der Lörracher Landrat Walter Schneider und der Weiler Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Allerdings könne die deutsche Seite nicht allein die Folgelasten des Projektes tragen. Die Konsequenzen des Vorhabens für die deutsche Seite müssten abgeklärt werden, heisst es weiter. Basel müsse sich auch in Zukunft beim Ausbau des grenznahen Schienenverkehrs einsetzen. Namentlich gehe es um den Zugsverkehr in Richtung Oberrhein-, Hochrein- und Kandertal. Die beiden Politiker begründen ihre Forderung nach einem stärkeren Engagement des Kantons Basel-Stadt mit der Bedeutung des Tramprojektes für die Grenzgänger, die in Basel arbeiten. Durch die Besteuerung der deutschen Grenzgänger habe Basel 2007 mindestens 35 Millionen Euro eingenommen, schreiben Dietz und Schneider.

19.2.08
Im letzten Jahr sind 384 Menschen auf Schweizer Strassen ums Leben gekommen – 14 Personen mehr als 2006. Die Zahl der Schwerverletzten nahm ebenfalls leicht zu - um 3 Prozent auf 5'235 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sind deutlich mehr Motorradfahrer tödlich verunfallt: 2007 waren es 82, 2006 noch 69. Dies geht aus einer veröffentlichten Umfrage der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) bei den Kantonen hervor. Weniger Tote gab es dagegen unter den Fahrradfahrern. Die Zahl sank von 35 auf 30. «Der Grund für die höhere Zahl tödlich verunfallter Motorradfahrer könnte die aussergewöhnlich lange Motorradsaison im letzten Jahr sein», sagte Rolf Moning, Mediensprecher der bfu, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Wetter liess Motorradtouren von April bis November zu. Motorradfahrer wurden auch häufiger schwer verletzt. Immer mehr Menschen werden auf Fussgängerstreifen angefahren und schwer verletzt. Mit 334 Schwerverletzten nahm die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zu. Die bfu fordert, dass die Gemeinden und Kantone die Zebrastreifen den Bedürfnissen der Fussgänger besser anpassen. Dazu gehört etwa freie Sicht auf die Zebrastreifen, gute Beleuchtung oder eine Mittelinsel. «Es gibt in der Schweiz sehr viele Fussgängerstreifen, aber nicht alle sind ideal konstruiert», sagt Moning dazu. Die bfu bietet den Behörden eine Beratung für bauliche Verbesserungen. Für die höhere Zahl schwerverletzter Fussgänger könnte aber laut Moning auch die zunehmend fehlende Aufmerksamkeit eine Rolle spielen. Sowohl Fussgänger als auch Autofahrer würden im Verkehr immer häufiger durch Handygespräche oder Musik abgelenkt. Hauptursache bei Unfällen mit Toten oder Schwerverletzten sind noch immer überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol. In beiden Fällen ging die Unfallzahl allerdings leicht zurück. Gemäss der bfu ist aber spürbar, dass die Massnahmen rund um die Einführung der 0,5 Promille-Grenze in ihrer Wirkung abgenommen haben.

19.2.08
Die neue Autobahn durch das Knonaueramt bringt ab 2010 kürzere Fahrzeiten zwischen Luzern und Zürich. Allerdings genügt diese bessere Verbindung allein noch nicht aus, um die Standortattraktivität Luzerns nachhaltig zu verbessern. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Hochschule Luzern Wirtschaft, die im Auftrag der Wirtschaftsförderung Luzern erstellt wurde. Die vorgestellte Studie hält namentlich fest, dass Luzern auf grenzübergreifende Kooperationen angewiesen sei. Luzern werde mit der neuen A4 direkt mit Zürich-West, dem Limmattal und dem Flughafen Kloten verbunden sein, heisst es in der Studie. Zürich könne neu in 35 statt in 45 Minuten erreicht werden. Diese bessere Erreichbarkeit sei eine Chance, sofern die Zeitersparnis nicht mit Staus kompensiert werde. Profitieren könnten von der A4 nicht nur die Märkte im Raum Luzern, sondern auch im Raum Zürich. Beide würden ein grösseres Einzugsgebiet erhalten. Dies sei sowohl eine Ergänzung als auch eine Verschärfung des Wettbewerbs. Um Stauzeiten im Raum Luzern zu verhindern, werde der Bau des A2-Bypasses noch dringender, heisst es in der Studie. Von höchster Priorität seien ferner der Doppelspurausbau am Rotsee und der Ausbau der Bahnhofzufahrt in Luzern. Für solch grosse Projekte sei Luzern aber auf kantonsübergreifende Unterstützung angewiesen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich die A4 auch auf die Raumplanung auswirkt. Es brauche deshalb auch hier eine Zusammenarbeit.

19.2.08
Im Feilschen um die Tramverlängerung von Basel nach Weil am Rhein (D) ist die Basler Regierung bereit zu weiteren Zugeständnissen: Sie würde das Mehrkostenrisiko für den deutschen Abschnitt zur Hälfte und eine spätere Erneuerung mitfinanzieren. Diese Eventualverpflichtung beziffert die Basler Regierung auf weitere 3,2 Millionen Franken. Im Gegenzug erwartet sie nun vom Weiler Gemeinderat «einen verbindlichen Beschluss» zum Tramprojekt, wie sie nach der Regierungssitzung mitteilte. Weitere Verhandlungen seien ausgeschlossen; mehr liege nicht drin. Das Zusatzangebot müsste der Basler Grosse Rat erst noch freigeben. Das Kantonsparlament hatte am 16. Januar eine Nettoausgabe von über 42 Millionen zulasten der Kantonskasse für das Projekt beschlossen. Dieser Tage haben zudem die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) eigene 1,6 Millionen Franken für das Projekt in Aussicht gestellt. Zeitdruck besteht, weil der Beitrag der Eidgenossenschaft von 43,6 Millionen Franken befristet ist. Unter dem Strich bezahlen die Schweiz und Basel-Stadt schon ohne allfällige Mehrkosten rund 77 Prozent des Gesamtprojektes, respektive 50 Prozent der Planungs- und Baukosten auf dem deutschen Abschnitt, wie die Regierung betont.

19.2.08
Der Kanton Tessin fordert eine sofortige Umsetzung des Gesetzes über die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Die geplante Verschiebung auf 2019 wird in einer Resolution als inakzeptabel bezeichnet. Die Resolution zuhanden der Bundesversammlung wurde vom Kantonsparlament mit 58 zu1 Stimmen verabschiedet. Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene sei ein entscheidendes Element zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Klimaschutz, heisst es in dem Dokument. Die Tessiner Grossräte plädieren für eine rasche Einführung einer Transitbörse, um das Schwerverkehrsaufkommen durch die Alpenkorridore zu verringern.

20.2.08
Der Aargau investiert dieses Jahr 225 Millionen Franken in die Verkehrsinfrastruktur. Knapp die Hälfte der Summe wird für die Fortsetzung der Strassenbauten ausgegeben. 37 neue Projekte schlagen mit 30 Millionen zu Buche. Zu den neuen Vorhaben gehören die Seetalbahn-Sanierung in Boniswil und die WSB-Verlegung Aarau- Buchs- Suhr, wie das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mitteilte. Begonnen wird auch mit dem Bau von acht neuen Strassenkreiseln und mit der Lärmsanierung bei der Autobahn A3 in Hornussen. Vorangetrieben werden in diesem Jahr die 50 Bauvorhaben bei den Kantons- und Nationalstrassen. Dafür will der Aargau insgesamt 110 Millionen Franken investieren. Zu diesen Vorhaben zählen die neue Staffeleggstrasse mit 26 Millionen und der Neubau der Aarebrücke Vogelsang mit 6 Millionen. Weitergeführt werden auch die Arbeiten für den Halbanschluss Spreitenbach mit 14 Millionen und die Gesamterneuerung der Autobahn A1 im Limmattal mit 12 Millionen. Für 50 Millionen Franken werden im Aargau Strassenbeläge erneuert, Brücken und Stützbauten saniert. In den Ausbau des kantonalen Radroutennetzes werden 6 Millionen Franken investiert.

20.2.08
Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat erneut mehr Fahrgäste befördert. 24,5 Millionen Passagiere benutzten 2007 den RBS, eine Million mehr als im Vorjahr. Mit über sechs Prozent war die Zunahme bei den RBS-Buslinien am grössten. Besonders gut ausgelastet war die Buslinie 36 zum Breitenrain, wie der RBS mitteilte. Viele Passagiere versuchten vermutlich, in der Bauzeit den Bahnhofplatz Bern zu umfahren. Auch die Tramlinie G zum Casino beförderte mehr Fahrgäste. Das Wachstum führt den RBS-Tiefbahnhof Bern immer näher an seine Kapazitätsgrenzen. Die Probleme werden heute vor allem durch neue Warte- und Wegregeln für die Fahrgäste bewältigt, wie es im Communiqué weiter heisst. Ein neuer RBS-Tiefbahnhof ist in Planung. Das Projekt soll in den Jahren 2011 bis 2014 baureif sein. Der RBS befördert auf vier Bahnlinien rund die Hälfte der Fahrgäste der S-Bahn Bern. Dazu betreibt der RBS zehn Buslinien und die Tramlinie G.

20.2.08
Uris Landrat will den alpenquerenden Güterverkehr auf die Schiene zwingen. Er hat eine Motion überwiesen, die eine Standesinitiative verlangt. Das Tessiner Parlament hatte Anfang Woche eine ähnliche Resolution verabschiedet. Die Mehrheit des Urner Parlamentes will sich nicht länger vertrösten lassen. Eigentlich hätte die Alpeninitiative bereits bis 2004 umgesetzt werden müssen. Inzwischen wurde die Umsetzungsfrist auf 2009 hinausgeschoben. Aber noch immer ist die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene in weiter Ferne. Im Dezember haben deshalb Vertreter aller Fraktionen im Urner Landrat eine Motion für eine Standesinitiative eingereicht. Sie verlangt die Umsetzung der Alpeninitiative spätestens bis 2012. Dazu soll der Bund eine Alpentransitbörse einrichten. Diese soll so ausgestaltet werden, dass keine Neuverhandlung des Landverkehrsabkommens nötig ist. Ausserdem werden zusätzlich Infrastrukturbeiträge verlangt, um allfällige Engpässe auf den Zulaufstrecken zu den Basistunnels rechtzeitig zu verhindern. Die Motion für die Standesinitiative wurde vom Urner Landrat mit 40 zu 15 Stimmen erheblich erklärt.

20.2.08
Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) können ihr Tramdepot am Wiesenplatz umbauen. Der Grosse Rat hat einen Kredit von 45,1 Millionen Franken einstimmig gutgeheissen. Das Projekt entstand, nachdem 2004 eine der Hallen abgebrannt war. Das Tramdepot soll ganz erneuert und durch eine neue Halle erweitert werden. Gemäss dem Projekt «Wiesenteppich» der Baader Architekten aus Basel wird aus dem bisherigen Sackdepot ein Durchlaufdepot mit getrennten Ein- und Ausfahrten. Die BVB rechnen mit betrieblichen Einsparungen von 550'000 Franken pro Jahr. Der Baubeginn ist im November vorgesehen, die Bauzeit in zwei Etappen auf zwei Jahre veranschlagt. An den östlichen Teil des denkmalgeschützten Depotgebäudes wird die zusätzliche Halle angebaut. Künftig sollen sich alle Abstellgleise in Hallen befinden, was eine markante Lärmreduktion zur Folge haben soll.

20.02.08
Ein neuer Güterverkehrstunnel zwischen dem Rangierbahnhof Muttenz BL und dem Raum Wildegg/Othmarsingen im Aargau soll als dritter Jura-Durchstich gebaut werden. Diese Idee zum Ausbau der Bahninfrastruktur bringen zwei Experten ins Spiel. Bei einem Güterverkehrstunnel wären die Anforderungen an die Personensicherheit und das auszubrechende Profil kleiner. Der Tunnel könne den gesamten Gütertransitverkehr durch den Jura aufnehmen. So begründen Peter Zbinden, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG, und Werner Stohler, Geschäftsführer einer Ingenieurfirma, ihren Vorschlag in einem Beitrag für die «Neue Zürcher Zeitung». Sie rechnen mit ähnlich hohen Kosten wie für den Wisenbergtunnel zwischen Liestal BL und Olten SO. Die Kosten für den 17 Kilometer langen Tunnel mit zwei Röhren werden auf zwei Milliarden Franken geschätzt. Die Kantone Aargau und Solothurn sowie beide Basel machen sich für diesen Tunnel stark. Ein Eisenbahntunnel für den Güterverkehr würde nicht durch dichtbesiedeltes Gebiet führen, halten Zbinden und Stohler fest. Damit könnten der Personen- und Güterverkehr entflochten werden. Die Kapazitäten für den Personenverkehr würden erhöht.

21.2.08
Im liberalisierten Schienengüterverkehr bilden sich immer mehr private Schwergewichte. Mit dem Kauf der Güterbahn Rail4Chem wird die französische Veolia nach eigenen Angaben zum führenden privaten Anbieter im Gütertransport auf der Schiene. Die Rail4Chem war bei ihrer Gründung im Jahr 2000 eine Pioniergesellschaft im geöffneten Bahngüterverkehr. Damals lag das Schwergewicht auf Chemietransporten, später ist die Bahn auch im Agrotransport und im kombinierten Verkehr tätig geworden. Bisher war die Rail4Chem ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen BASF (Ludwigshafen) sowie von Hoyer und VTG (beide Hamburg) zusammen mit der schweizerischen Bertschi AG (Dürrenäsch). Diese haben nun das Unternehmen nach Frankreich verkauft. Die Rail4Chem-Gruppe verfügt über Zulassungen als Bahnunternehmen in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz. Zusammen mit Partnern bringt sie auch Güter in weitere europäische Länder (Polen, Tschechien, Österreich, Ungarn, Slowakei, Italien). Die Rail4Chem erzielte 2007 mit rund 180 Mitarbeitern einen Umsatz von 80 Millionen Euro, die Veolia im gleichen Jahr mit rund 1’000 Mitarbeitern einen Umsatz von 122 Millionen Euro. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. Die Transaktion soll noch im ersten Halbjahr 2008 abgeschlossen sein.

21.2.08
Insgesamt 182 Millionen Franken an Betriebsbeiträgen fliessen dieses Jahr in den öffentlichen Regionalverkehr des Kantons Graubünden. Der Anteil des Kantons beläuft sich auf rund 40 Millionen. Unterstützt werden neun Verkehrsunternehmen, wie die Bündner Regierung am Donnerstag mitteilte. 135 Millionen Franken, 6,7 Millionen mehr als im Vorjahr, erhält allein die Rhätische Bahn (RhB). Zusätzlich werden dem Bahnunternehmen rund 60 Millionen, knapp 2 Millionen weniger als letztes Jahr, an Investitionsbeiträgen ausgerichtet. Der Kantonsanteil an diesen Zuschüssen beträgt 12 Millionen Franken.

21.2.08
Dieses Jahr wird das Nationalstrassennetz nur um zwei Kilometer länger. Für Bau, Ausbau und Unterhalt der Autobahnen setzt der Bund aber 2,15 Milliarden Franken ein, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) mitteilte. Von den 2,15 Milliarden sind laut dem von Verkehrsminister Moritz Leuenberger bewilligten Bauprogramm 1,18 Milliarden für den Ausbau und den Unterhalt des bestehenden Netzes reserviert. 965 Millionen werden in den Bau neuer Teilstücke investiert. Auf zwei Abschnitten beginnen dieses Jahr die Hauptarbeiten für neue Teilstücke: auf der Autobahn A4 in Zug im Bereich Kantonsgrenze Zürich- Lorze sowie auf der Autostrasse A8 in Obwalden zwischen Giswil/Grossmatt und Ewil (Tunnel Zollhaus). Weitergearbeitet wird an den Neubauprojekten Transjurane (A16) in den Kantonen Bern und Jura, A9 im Oberwallis, Westumfahrung Zürich, Kirchenwaldtunnel (A2/A8) in Nidwalden, Tunnel Umfahrung Saas in Graubünden (N28) und an der Nordtangente in Basel (Fertigstellung). Die grössten Neubaukredite entfallen auf folgende Kantone: Bern 211,1 Millionen, Zürich 192,3 Millionen, Wallis 181,3 Millionen, Jura 143,6 Millionen, Obwalden 46,4 Millionen, Graubünden 38,6 Millionen und Nidwalden 37,1 Millionen. Ein Drittel des Gesamtkredits von 965 Millionen fliesst in die Westschweiz und den Kanton Tessin. Die Netzvollendung bleibt auch nach der Neuordnung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung (NFA) eine Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen. Von den 1,18 Milliarden für Ausbau und Betrieb des bestehenden Netzes wird der Hauptteil in die grossen 115 Erhaltungsprojekte investiert. 63 dieser Vorhaben befinden sich in der Projektierungsphase, 42 bereits in der Realisierung. Bei zehn Erhaltungsprojekten starten die Hauptarbeiten in diesem Jahr. Dieses Jahr werden vier Teilstücke des Nationalstrassennetzes neu in Betrieb genommen. Dabei verlängert der Verbindungstunnel von der A8 zur A2 im Bereich der Verzweigung Lopper das Netz um 2 Kilometer. Dazu kommen drei neue Abschnitte, die sich nicht auf die Länge des Netzes auswirken: die Westumfahrung Zürich der A1c im Aargau, der Tunnel Luzernerring (Landesgrenze Frankreich- Wiese BS) und die Nordröhre des Kirchenwaldtunnels der A2 in Nidwalden. Ende 2007 waren insgesamt 1’763,6 Kilometer Nationalstrassen in Betrieb. Das sind 93,2 Prozent des geplanten Netzes.

21.2.08
Das Land Baden-Württemberg will 9,65 Millionen Euro an die Verlängerung der Tramlinie 8 von Basel nach Weil am Rhein bezahlen. Damit verbleiben für Weil noch 3,1 Millionen Euro. Der baden-württembergische Staatsminister Willi Stächele sagte in Weil, das Land sei bereit, an die Tramverlängerung den höchstmöglichen Zuschuss von 75 Prozent beizusteuern. Er anerkannte ausdrücklich das aussergewöhnlich hohe finanzielle Engagement des Bundes, des Kantons Basel-Stadt und der Basler Verkehrs-Betriebe. Der Weiler Oberbürgermeister Wolfgang Dietz erklärte, dass nun die politischen Entscheidungsgremien darüber befinden müssen, ob das restliche Geld an die Tramverlängerung beigesteuert werden kann. Für Weil verbleiben noch 3,1 Millionen Euro. Dietz liess offen, ob die Gemeinde dies tragen kann. Die Gesamtkosten für die Tramverlängerung betragen 104 Millionen Franken. Der Bund übernimmt 43,6 Millionen sofern mit dem Bau noch in diesem Jahr begonnen wird. Der Kanton Basel-Stadt steuert 42 Millionen bei. Damit tragen Bund und Kanton die Hälfte der Baukosten, die in Weil anfallen. Das Land Baden-Württemberg, der Landkreis und Weil müssten noch 21,6 Millionen Franken bezahlen. Der Landkreis sagte 1,6 Millionen Franken zu. Dietz wies darauf hin, dass für Weil schon 1 Million Euro viel Geld sei. Die Gemeinde verfüge über ein Budget von 54 Millionen Euro.

22.2.08
Die Bahnpolizei hat sich in ihrer heutigen Form bewährt und hat die Sicherheit der Benützer des öffentlichen Verkehrs spürbar verbessert. Die LITRA unterstützt deshalb das Bundesgesetz über die Sicherheitsorgane der Transportunternehmen (BGST), welches in der Frühjahrs-Session der Eidgenössischen Räte auf der Traktandenliste des Nationalrates steht. Mit dem Gesetz werden die Zuständigkeiten und die Kompetenzen der Bahnpolizei in zeitgemässer Form festgelegt. Das neue Gesetz regelt die Kompetenzen der Transportunternehmen und ihrer Sicherheitsorgane (Transportpolizei und Sicherheitsdienst) in angemessener Weise. Das Gesetz basiert auf einer Sicherheitskonzeption, wie sie sich in den letzten Jahren in der Praxis erfolgreich durchgesetzt hat. Die Transportunternehmen sind für die Sicherheit im öffentlichen Verkehr zuständig. Sie können die Sicherheit durch eigenes Personal (Sicherheitsdienst) oder durch eine Transportpolizei, welche aus ausgebildeten und vereidigten Polizistinnen und Polizisten besteht, wahrnehmen. Das neue Gesetz legt nun wesentlich höhere Schranken für die Ausübung der Tätigkeit als Bahnpolizist. Für die Übertragung der Aufgabe an einen Dritten muss eine Bewilligung des Bundesamtes für Verkehr vorliegen. Die Organisation muss für die Einhaltung der massgebenden Vorschriften Gewähr bieten. Das Personal der Transportpolizei ist amtlich in Pflicht zu nehmen und die Ausbildung und Ausrüstung der Sicherheitsorgane wird durch den Bundesrat festgelegt. Das Gesetz bringt damit eine wesentliche Verschärfung der gesetzlichen Vorgaben. Alle Bahnpolizisten absolvieren eine anerkannte Polizeischule und schliessen die Grundausbildung als Polizist 1 mit der eidgenössischen Berufsanerkennung ab. Dies ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit mit den Polizeikorps der Kantone und Städte und ist Voraussetzung für die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrages. Die Ausrüstung orientiert sich am spezifischen Einsatz, in welchem die Bahnpolizisten tätig sind. Dazu gehört eine Schutzweste und Mittel zur Selbstverteidigung. Bahnpolizisten sind nicht mit Schusswaffen ausgerüstet. Eine Ausrüstung mit Schusswaffen ist auch nicht vorgesehen. Gemäss Gesetz muss bei veränderter Gefahrenlage der Bundesrat über eine allfällige Ausrüstung mit Schusswaffen entscheiden. Die Bahnpolizei zählt heute landesweit 225 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2007 wurden über 300'000 Einsatzstunden geleistet, davon 40'000 Stunden im Verbund mit anderen Polizeikorps. Jährlich werden 1'600 Personen an die örtliche Polizei übergeben, mehr als 700 gesuchte Straftäter den Behörden zugeführt und über 1'200 Strafanzeigen erstellt. Dank personeller Aufstockung der Bahnpolizei in den letzten Jahren ist sowohl das subjektive Sicherheitsempfinden (gemäss Kundenumfragen) als auch die objektive Sicherheit in den Zügen gestiegen. Ungezählt sind die Hilfe- und Serviceleistungen für die Kunden in Zügen und Bahnhöfen, welche den Kern der präventiven Tätigkeit ausmachen. Die Bahnpolizei ist Teil der Securitrans, des gemeinsamen Sicherheitsunternehmens der SBB und der Securitas für den öffentlichen Verkehr. Die SBB hält die Mehrheit am Unternehmen. Neben der eigenständigen Bahnpolizei betreibt Securitrans die Geschäftsbereiche Objektschutz (Bewachung/Betreuung in Bahnhöfen) und Bahnbaustellensicherheit (Schutz der Bauequipen). Damit können die Synergien im Bereich der Bahnsicherheit optimal ausgenützt und die Leistungen zu günstigen Preisen erbracht werden. Securitrans führt die Bahnpolizei zu Selbstkosten; es werden mit der Bahnpolizei keine Gewinne erwirtschaftet.

22.2.08
Dans sa forme actuelle, la police des chemins de fer a fait ses preuves en améliorant sensiblement la sécurité des usagers des transports publics. Aussi la LITRA soutient-elle la loi fédérale sur les organes de sécurité des entreprises de transport (LSST), qui figurera au programme du Conseil national lors de la session des Chambres fédérales. La loi règle dans une forme actualisée les attributions et les compétences de la police des chemins de fer. La loi actuelle sur la police du chemin de fer date du 18 février 1878. Elle stipule que chaque entreprise ferroviaire désigne les employés et les fonctionnaires qui o­nt le droit d’exercer la police de la voie. La loi n’est plus du tout adaptée à la situation actuelle, comme le montre l’exemple suivant: La nouvelle loi règle les compétences des entreprises de transport et de leurs organes de sécurité (police des transports et service de sécurité) de manière appropriée. La loi repose sur une conception de la sécurité qui a fait ses preuves en pratique au cours de ces dernières années. Les entreprises de transport répondent de la sécurité dans les transports publics. Elles peuvent assurer la sécurité en ayant recours à leur propre personnel (service de sécurité) ou à la police des transports, laquelle est composée d’agentes et d’agents de police formés et assermentés. Il a été mis en garde à plusieurs reprises lors des débats contre la privatisation de la police ferroviaire. C’est une erreur. La police des chemins de fer a en effet toujours été placée sous la responsabilité des entreprises de chemin de fer, conformément à la loi en vigueur depuis 1878. Les chemins de fer privés o­nt eux aussi désigné les collaboratrices et collaborateurs qui avaient le droit d’exercer l’autorité de police dans le secteur ferroviaire. Tous les agents de la police des chemins de fer suivent une école de police reconnue et terminent leur formation de base par le brevet professionnel fédéral de policier 1. Il en résulte une collaboration efficace avec les corps des polices cantonales et municipales. Les conditions sont remplies pour assumer le mandat de droit public. L’équipement est dicté par la mission spécifique dont sont chargés les agents de la police des chemins de fer: veste de protection et moyens d’autodéfense. Les agents de la police des chemins de fer ne portent pas d’arme à feu. Le port d’une telle arme n’est pas prévu non plus dans la loi. Celle-ci stipule que le Conseil fédéral décide d’un port d’arme éventuel au cas où l’évaluation du danger se modifierait. La police des chemins de fer compte actuellement 225 collaboratrices et collaborateurs dans tout le pays. Plus de 300'000 heures de mission o­nt été fournies en 2007, dont 40'000 heures en collaboration avec d’autres corps de police. 1'600 personnes sont remises chaque année à la police locale, plus de 700 délinquants recherchés sont remis aux autorités et plus de 1'200 dénonciations sont opérées. L’augmentation du nombre d’agents de la police des chemins de fer a permis d’améliorer tant le sentiment subjectif de sécurité (selon le résultat d’enquêtes réalisées auprès de la clientèle) que la sécurité objective dans les trains au cours de ces dernières années. La police des chemins de fer constitue un volet de Securitrans – société commune des CFF et de Securitas en charge de la sécurité dans les transports publics. Les CFF détiennent la majorité du capital. Outre un corps de police ferroviaire, Securitrans comprend un secteur dit de surveillance spéciale (surveillance/interventions en tout genre dans les gares) et un secteur voué à la protection des chantiers (sécurité des équipes travaillant sur les chantiers). Il est ainsi possible de tirer profit de manière optimale des synergies en matière de sécurité et de fournir les prestations au meilleur prix. Securitrans assure le fonctionnement de la police des chemins de fer au prix coûtant; aucun bénéfice n’est dégagé de la police des chemins de fer.

22.2.08
2006 verkehrte im Schnitt auf sämtlichen schweizerischen Bahnstrecken alle 12 Minuten ein Zug. Oder anders ausgedrückt: Auf sämtlichen Bahnstrecken der Schweiz verkehrten täglich durchschnittlich mehr als 93 Züge. Dies bedeutet einsame Spitze aller Bahnen der Welt. Die dichte Streckenbelegung stösst vor allem in den Agglomerationen und im Fernverkehr an ihre Grenzen. Sie verpflichtet die Bahnen, ihr Streckennetz laufend auszubauen und das Rollmaterial zu erneuern. So kann der ständig wachsende Verkehr fahrplanmässig und komfortabel abgewickelt werden. In der Eisenbahnstatistik 2006 (Synthese) des Internationalen Eisenbahnverbands (UIC) bzw. der LITRA folgt der Schweiz mit durchschnittlich 93,8 Zügen pro Tag und Strecke weltweit gesehen und deutlich zurückliegend Japan mit 75,3 Zügen pro Tag. Als nächstes europäisches Land folgen die Niederlande mit 71,0 Zügen. Dänemark weist 55,8 Züge auf, während Österreich, Deutschland und Luxemburg alle rund 47 Züge zu Protokoll geben. Das weitläufige Schweden landet am Schluss der in die Auswertung einbezogenen europäischen Länder. Allerdings konnten wegen fehlenden statistischen Angaben bei Schweden nur die Reisezüge berücksichtigt werden. Die Schweizer Bahnen sind schon bei der Anzahl Fahrten pro Einwohner und Jahr Europameister und bei den auf dem Schienennetz zurückgelegten Kilometern pro Einwohner und Jahr Weltmeister. 93,8 Züge pro Tag und Strecke ergeben alle 12 Minuten ein Zug. Mit diesem Spitzenresultat haben die Schweizer Bahnen mit grossem Abstand auf das zweitplatzierte Land (Japan) einen weiteren Weltmeistertitel errungen. Vor allem im S-Bahn-Verkehr und im Fernverkehr zeigt sich, dass das Schienennetz zu den Stosszeiten an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit stösst. Der ständig wachsenden Nachfrage kann mit einem raschen Ausbau der Infrastruktur im Rahmen der Agglomerationsprogramme und aufgrund des zurzeit bei den Eidgenössischen Räten liegenden Bundesgesetzes über die zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEBG) begegnet werden. So können die Zugsdichte und der Komfort für die Reisenden weiter erhöht werden. Gleichzeitig müssen die Schweizer Bahnen aber auch in die Lage versetzt werden, über eine auf den Markt abgestimmte Preisgestaltung genügend Einnahmen generieren zu können, um ihre Fahrzeugflotte laufend zu erneuern und zu vergrössern.

22.2.08
Un train a circulé toutes les 12 minutes en moyenne en 2006 sur l’ensemble des lignes ferroviaires suisses. Cela signifie en d’autres termes que plus de 93 trains o­nt circulé en moyenne quotidienne sur l’ensemble des lignes ferroviaires en Suisse. Une performance unique au monde. Le réseau ferroviaire est proche de la saturation, en particulier dans les agglomérations et sur les grandes lignes. Cela étant, les chemins de fer se doivent de développer au fur et à mesure leur réseau de lignes et de renouveler leur matériel roulant pour faire face à la croissance du trafic. Ponctualité et confort obligent. Il ressort de la statistique des chemins de fer 2006 (synthèse) de l’Union internationale des chemins de fer (UIC) que la Suisse figure largement en tête du peloton mondial avec 93,8 trains en moyenne journalière par ligne et qu’elle est suivie à bonne distance par le Japon, qui recense 75,3 trains par jour, et par les Pays-Bas (71,0 trains) et le Danemark (55,8 trains), alors que l’Autriche, l’Allemagne et le Luxembourg o­nt annoncé chacun quelque 47 trains par jour. La Suède, pays étendu s’il en est, figure en queue de classement des pays européens. A noter cependant que, faute de données statistiques, seuls les trains voyageurs o­nt été pris en considération dans le cas de la Suède. Les chemins de fer suisses figurent également en tête du classement européen s’agissant du nombre de déplacements en train par habitant et par année et même en tête du classement mondial quant au nombre de kilomètres parcourus par habitant et par année sur le réseau ferré. 93,8 trains par jour et par ligne représentent un train toutes les 12 minutes. Fort de ce résultat, les chemins de fer suisses o­nt décroché un nouveau titre mondial non sans laisser à bonne distance leur poursuivant le plus proche, le Japon. Force est de constater que le réseau ferré est à la limite de la saturation aux heures de pointe, en particulier dans les trafics RER et grandes lignes. La solution existe. Il s’avère en effet possible de faire face à la demande en constante augmentation en développant l’infrastructure à l’enseigne des programmes d’agglomération et à l’aune de la loi fédérale sur le futur développement de l’infrastructure ferroviaire (LDIF). Loi sur laquelle les Chambres fédérales sont actuellement appelées à se pencher. La densité des trains et le confort des voyageurs peuvent ainsi être améliorés. Mais, les chemins de fer suisses doivent parallèlement avoir la possibilité, au travers d’une politique des prix adaptée au marché, de générer suffisamment de recettes pour renouveler et développer régulièrement leur parc de véhicules.

22.2.08
Der alpenquerende Güterverkehr durch die Schweiz hat letztes Jahr um 3,5 Prozent auf 39,5 Millionen Tonnen zugenommen. Davon wurden 64 Prozent per Bahn transportiert (plus 0,1 Prozent). Der Güterverkehr auf der Strasse stieg demgegenüber um 10 Prozent. Bei der Anzahl Lastwagenfahrten verzeichneten die vier Schweizer Alpenpässe eine Zunahme von 7,0 Prozent auf 1,263 Millionen, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) weiter mitteilte. Ohne die flankierenden Massnahmen für die Verkehrsverlagerung wären laut UVEK pro Jahr rund 500'000 Lastwagenfahrten mehr erfolgt. Das UVEK führt den Anstieg des Gütervolumens auf die gute Konjunkturlage in Europa zurück. Zudem habe sich die Durchfahrt durch die Schweiz für ausländische LKW-Fahrten wechselkursbedingt um 16 bis 19 Franken verbilligt. Negativ auf den Gütertransport per Bahn wirkte sich laut UVEK die hohe Zahl an Streiktagen in Deutschland und Italien aus. Vor allem in den beiden letzten Monaten des Jahres seien die Zahlen im Bahngüterverkehr deshalb deutlich eingebrochen. Einen negativen Effekt habe auch die teilweise Sperrung des Bahntunnels Monte Olimpino 2 zwischen Chiasso TI und Como (I) gehabt.

24.2.08
Die unterirdische, doppelspurige Zufahrt der Zentralbahn (ZB) zum Bahnhof Luzern kann gebaut werden. Die Stimmberechtigten des Kantons Luzern und der Stadt Luzern sprachen die nötigen Kredite. Das Projekt kostet insgesamt 250 Millionen Franken. Der Beitrag des Kantons Luzern über 68,3 Millionen wurde mit 81'337 zu 21'414 Stimmen gutgeheissen. Der städtische Anteil von 24,3 Millionen Franken passierte mit 18'563 zu 2'974 Stimmen.

24.2.08
Die Mehrheit der jurassischen Bevölkerung hat nichts gegen den geplanten Regionalflugplatz in Bressaucourt JU. Eine Volksinitiative, die indirekt auf die Verhinderung dieses Projekts abzielte, wurde verworfen. Konkret lehnten die Stimmbürger die Volksinitiative «für den Schutz der jurassischen Heckenlandschaften» mit 10'941 zu 7'959 Stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 36,1 Prozent ab. Die Initiative hatte ein Verbot von nichtlandwirtschaftlichen Infrastrukturen in wertvollen Landschaften wie jener von Bressaucourt in der Ajoie verlangt. Die Initianten hatten nie ein Hehl daraus gemacht, dass ihr Volksbegehren auf die Verhinderung des Flughafens abzielt - so wie sich die vor 20 Jahren die Rothenthurm-Initiative zum Schutz der Hochmoore gegen einen Waffenplatz richtete. Eine Initiative, die sich direkt gegen den Bau des Flugplatzes richtete, war 2005 für ungültig erklärt worden. Verhindert worden wäre der neue Regionalflugplatz indes auch mit der Annahme der Initiative nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hatte kürzlich erklärt, dass ein Projekt wie der Regionalflugplatz in den Kompetenzbereich des Bundes fällt. Der Regionalflugplatz in Bressaucourt soll eine 800 Meter lange Hartpiste erhalten und das Flugfeld von Courtedoux bei Pruntrut ersetzen. Der Bund hat bereits 2005 für den in den Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt aufgenommenen Flugplatz eine Betriebskonzession für 30 Jahre erteilt.

25.2.08
Der Zürcher Kantonsrat hat sich gegen Road Pricing ausgesprochen. Eine Parlamentarische Initiative, welche vom Bund gesetzliche Grundlagen für die Verkehrssteuerung übers Portemonnaie forderte, ist knapp abgelehnt worden. Für den Vorstoss der Grünen stimmten 83 Parlamentsmitglieder, dagegen 87. Mit der Initiative versuchten die Grünen erneut, ihre «Abzockermethode gegen den Motorfahrzeugverkehr» fortzusetzen, kritisierte ein SVP-Sprecher. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis. Die Rechnung des Road Pricing müssten letztlich die Gewerbetreibenden in der Innenstadt bezahlen. Auch die FDP betonte, dass es den Initianten letztlich um eine neue Einkommensquelle gehe. Die sozialen Auswirkungen des Road Pricing seien inakzeptabel, sagte deren Sprecherin. Anders die Grünen. Sie argumentierten damit, dass Mobilität Lebensraum fresse. Raum sei aber ein knappes Gut, weshalb es sinnvoll sei, mit einer marktwirtschaftlichen Methode einen Preis für Mobilität festzulegen. Selbst die Grünen waren sich aber nicht einig: Eine Minderheit der Fraktion sprach sich gegen die Initiative aus, weil Road Pricing nicht automatisch mit Umweltschutz gleichgesetzt werden dürfe. Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) wies darauf hin, dass hinsichtlich der Ausgestaltung von Road Pricing keinesfalls Einigkeit, sondern eher «Wirrwarr und Chaos» herrschten. Für die Regierung stelle das Road Pricing nur eine von verschiedenen Handlungsoptionen dar, die es zu prüfen gelte, sagte Fuhrer. Das zentrale Anliegen der Initiative sei nach dem Entscheid des Bundesrats vom letzten Dezember zudem weitgehend erfüllt. Der Bundesrat hat sich für Road Pricing-Versuche ausgesprochen, sofern das Parlament und im Falle eines Referendums auch das Volk diesen zustimmt.

26.2.08
Die BLS ist überzeugt, in der Schweiz weiterhin eine wichtige Rolle als komplettes Bahnunternehmen spielen zu können. Der Bundesrat habe dafür die Grundlage geschaffen mit dem Modell «SBB plus x». Für das Normalspurnetz bedeute dies, dass neben der SBB auch in Zukunft wenige konkurrenzfähige Privatbahnen bestehen können. Für den Raum Bern-Mittelland könne die BLS AG, vor allem nach der Integration von Regionalverkehr Mittelland (RM), diese Rolle wahrnehmen. Für Mathias Tromp, den Vorsitzenden der Geschäftsleitung ist die Bereinigung von Eigentumsrechten durch die Schaffung der vom Bund beherrschten und von der BLS betriebenen BLS Netz AG, wichtig. Es gelte fit zu sein für die Liberalisierungstendenzen in der EU, die zu Ausschreibungen für konkurrierende Bahnunternehmen führen werden. In der aktuellen Phase würden die Bahnen aus der «geschützten Werkstatt» entlassen, sagte Tromp. Die SBB und die weiteren Gesellschaften, zur Zeit BLS und Südostbahn (SOB), betätigten sich in einem wettbewerbsorientierten und kooperativen Umfeld. Alle sammelten im Busbereich bereits Erfahrungen mit Ausschreibungen. Die Infrastruktur der BLS, also die Bergstrecke, der neue Basistunnel und die Regionallinien haben einen Wert von über 5 Milliarden Franken. Im Wesentlichen wurden sie vom Bund finanziert. Der Umfang der Beteiligung des Bundes wird nun noch ausgehandelt. Verwaltungsratspräsident Hans Lauri lobte die jüngsten Beschlüsse des Bundes, die dafür sorgten, dass die BLS AG die Bahninfrastruktur am Lötschberg, also Basis- und Bergstrecke, bis Ende 2020 betreiben könnten. Damit sei die Basis für eine längerfristige Planung geschaffen worden. Vorhandene Unsicherheiten seien beseitigt worden.

26.2.08
Das Verkehrsnetz des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) wird bis 2009 grossflächig mit Videos überwacht. Der Verkehrsrat genehmigte eine entsprechende Strategie. Die S-Bahnen werden bis Ende 2009 vollständig mit Videoüberwachung ausgerüstet sein, wie der ZVV in einer Mitteilung schreibt. In der Hälfte der Trams und in einem Drittel der Busse sollen ebenfalls Kameras installiert werden. Ein Drittel der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) und 40 Prozent der Forchbahn soll ebenfalls von den Massnahmen profitieren. Zudem sollen insgesamt 12 Haltestellen der SZU und der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) mit Videokameras überwacht werden. Verschiedene ZVV-interne Pilotversuche mit Videoüberwachung hätten gezeigt, dass Personal und Fahrgäste sich deutlich sicherer fühlen, heisst es weiter. Zudem seien die Kameras sehr wirksam im Kampf gegen den Vandalismus und hälfen, Täter schneller zu identifizieren.

26.2.08
Das Präsidium des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV) dürfte nach dem Rücktritt von FDP-Nationalrat Edi Engelberger 2010 in SVP-Hände übergehen. Die SVP hatte Anfang Jahr mehr Einfluss in der SGV-Spitze verlangt. Nachdem die letzten drei Präsidenten einmal der CVP und zweimal der FDP angehörten, liege es auf der Hand, welche Partei nun zum Zug kommen könnte, sagte Engelberger an der SGV-Jahresmedienkonferenz in Bern. SGV-Direktor Pierre Triponez befasste sich in seiner Ansprache mit den Sozialversicherungen. Das Rentenalter müsse sowohl für Männer als auch für Frauen bei 65 festgelegt werden, sagte er. Auch eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe und Road Pricing werden vom Gewerbeverband abgelehnt. SGV-Geschäftsleitungsmitglied Agathe Tobola Dreyfuss kündigte gegen die allfällige Einführung von Strassenzöllen das Referendum an. Die Schweizer Innenstädte könnten nicht mit London oder Stockholm verglichen werden, sagte Tobola Dreyfuss. Der Schweiz machten vielmehr die Staus auf Autobahnen und in den Agglomerationen zu schaffen. Hier könne der neue Infrastrukturfonds Verbesserungen bringen; andere Einnahmequellen brauche es nicht.

26.2.08
Der Fricktaler SVP-Grossrat Fredy Böni (Möhlin) fordert vom Regierungsrat ein Sicherheitskonzept für den Güterverkehr auf der SBB-Bözbergstrecke. Er hat dazu im Aargauer Grossen Rat ein Postulat eingereicht. Die Verdichtung des Bahnverkehrs habe Dimensionen angenommen, die ein ganzheitliches Sicherheitskonzept auf dem aargauischen Schienennetz unbedingt erforderlich mache, hält der Postulant fest. Die Sicherheitsrisiken durch den Transport von gefährlichen Gütern auf der Schiene würden immer grösser. Die Bahn könne schon heute bis zu 800 Tonnen kompakt geladene Güterzüge mit Gefahrengut ohne besondere Auflagen führen. Und diese Kapazitäten würden bis ins Jahr 2015 noch stark zunehmen. Kontrollen durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) hätten im vergangenen Jahr erschreckend viele Sicherheitsmängel an Güterzügen an den Tag gebracht. Auffallend gewesen sei insbesondere die hohe Anzahl fehlender Gefahrengutdeklarationen für brennbare oder chemische Flüssigkeiten. Bei den Kontrollen seien aber auch auffallend viele gerissene Bremssohlen und gebrochene Radfedern festgestellt worden. Diese Mängel könnten fatale Auswirkungen auf die Sicherheit auf der Schiene haben. Böni fordert deshalb den Regierungsrat auf, zusammen mit der SBB ein Sicherheitskonzept zu prüfen.

27.2.08
Der Kanton Bern hat fünf Buslinien im Seeland neu vergeben. In drei Fällen kommen neue Anbieter zum Zug. Dagegen konnte Postauto die Linien Biel- Bellmund- Jens/Aarberg und Aarberg- Lyss behalten. Neu zum Zug kommt ab Fahrplanwechsel 2008 Aare Seeland Mobil auf den Linien Meinisberg- Biel (bisher: Busbetriebe Grenchen und Umgebung) und Pieterlen- Biel (bisher: Verkehrsbetriebe Biel/VB), wie das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr meldete. Auf der Linie Biel- Studen- Lyss fahren neu Postauto-Busse (bisher: VB). Auf die Ausschreibung meldeten sich insgesamt fünf Transportunternehmungen. Kriterien wie das Preis-/Leistungsverhältnis oder ein attraktiver Fahrplan gaben den Ausschlag. Überwiegend seien «sehr gute» Offerten eingegangen. Geprüft wurden sie auch vom Bundesamt für Verkehr mittels Nutzwertanalyse. Die Abgeltungssumme konnte reduziert werden, womit die öffentliche Hand als Besteller jährlich 1,2 Millionen Franken spart. Das entspreche einer Kostensenkung um einen Drittel. Gleichzeitig kämen neue Qualitätselemente zum Zug. Das eingesparte Geld wird laut Kanton laufend in neue Verkehrsangebote investiert.

27.2.08
Die Genfer Stadtregierung will für die Fahrt per Auto in die Innenstadt Strassenzölle erheben. Sie hat beschlossen, bis im Juni die Modalitäten für einen Versuch mit dem sogenannten Road Pricing in der Rhonestadt auszuarbeiten. Strassenzölle seien ein interessantes Instrument, um den Verkehr zu regulieren, erklärte die Stadtregierung in einem Communiqué. Sie könnten einen Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme in den Stadtzentren leisten. Im letzten Dezember hatte der Bundesrat beschlossen, gewissen Städten und Agglomerationen die versuchsweise Einführung solcher Abgaben zu erlauben. Bevor die Städte jedoch tatsächlich mit einem Versuch starten können, muss der bundesrätliche Vorschlag vom Parlament noch in ein Gesetz gegossen werden. Angesichts des angekündigten Widerstandes der Automobilverbände und des Gewerbeverbandes muss sich eventuell gar das Stimmvolk der Frage annehmen. Dennoch will Genfs Stadtregierung nun vorwärts machen. «Irgendwann muss man sagen: Jetzt reicht's! Die eidgenössischen Grenzwerte zur Luft- und Lärmbelastung werden in Genf schon viel zu lange überschritten», erläuterte Stadtpräsident Patrice Mugny (Grüne) den Entscheid. Die Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs lasse sich rechtfertigen. Schliesslich sei Genf eine kleine Stadt, die per Velo in einer Viertelstunde gequert werden könne. Konkret wollen die Genfer nun die gesetzlichen Grundlagen für einen Road Pricing-Versuch vorbereiten. «Klären müssen wir auch, ob andere Gemeinden der Agglomeration beim Versuch mitmachen wollen», sagte Mugny weiter. Genf hatte bereits bei Bekanntgabe des Bundesratsentscheids im Dezember 2007 Interesse für Road Pricing-Versuche signalisiert. Interesse angemeldet hatten auch die Städte Basel, Bern und Zürich. Diese Woche hat jedoch der Zürcher Kantonsrat eine parlamentarische Initiative der Grünen versenkt, die die Einführung von gesetzlichen Grundlagen für Strassenzoll-Versuche verlangt hatte. Eine Woche früher hatte das Berner Stadtparlament einen Vorstoss gutgeheissen, der einen Bericht über Finanzierung, Machbarkeit sowie die Vor- und Nachteile von Road Pricing verlangt.

27.2.08
Für abgasarme Fahrzeuge sollen die Verkehrssteuern im Kanton Graubünden stark gesenkt werden. Die Regierung beantragt dem Parlament eine Reduktion um 60 bis 80 Prozent. Der Grosse Rat behandelt die Vorlage im Juni. Um 60 Prozent sollen die Steuern für Fahrzeuge mit einem maximalen Kohlendioxid-Ausstoss von 160 Gramm je Kilometer sinken. 80 Prozent Rabatt soll es geben, wenn der Ausstoss 140 Gramm nicht überschreitet. Die Regierung will ausserdem festschreiben, dass begünstigte Dieselfahrzeuge zudem nicht über 10 Milligramm Feinstaub pro Kilometer ausstossen dürfen. Dieser Wert sei nur mit einem geschlossenen Partikelfilter zu erreichen, teilte die Standeskanzlei mit. Rechtlich verankert wird die Steuersenkung im Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über den Strassenverkehr. Den Begriff «emissionsarm» will die Regierung auf Verordnungsstufe definieren. Sie rechnet mit jährlich 1,5 Millionen Franken weniger Einnahmen aus den Verkehrssteuern.

27.2.08
Die Bodenabfertigungsfirma Swissport International hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz zum vierten Mal in Folge zweistellig gesteigert. Er nahm im 2007 um 10,3 Prozent auf 1,891 Milliarden Franken zu, wie Swissport mitteilte. Alle drei Geschäftseinheiten (Ground Handling, Cargo und Specialty Services) sowie die beiden wichtigsten Märkte (Europa und USA) hätten sich signifikant verbessern können und zum Resultat beigetragen. Das Unternehmen im Besitz des spanischen Bau- und Infrastrukturkonzerns Ferrovial fertigt an 187 Flughäfen in 43 Ländern jährlich über 70 Millionen Passagiere und 3,2 Millionen Tonnen Fracht ab. Es beschäftigt rund 30'000 Mitarbeitende auf fünf Kontinenten.

27.2.08
Das Bundesgericht ebnet mit einem Leiturteil den Weg für Lärm-Entschädigungen an Hausbesitzer beim Flughafen Zürich. Es hat die Beschwerde der Flughafenhalter abgewiesen und dem Eigentümer eines Hauses in Opfikon ZH 150'000 Franken zugesprochen. Die Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10 hatte 2006 in einem Pilotverfahren drei Hausbesitzern aus Opfikon eine Entschädigung für die fluglärmbedingte Entwertung ihrer Liegenschaften gewährt. Sie war dabei von einem Minderwert ihrer Häuser zwischen 15 bis 17,5 Prozent ausgegangen. 15 weitere Hausbesitzer gingen leer aus. Dem Besitzer eines Einfamilienhauses, das rund 2,7 Kilometer von der Südabflugpiste 15 entfernt liegt, wurden 140'000 Franken zugesprochen. Dabei wurden die Kosten von 20'000 Franken für Schallschutzmassnahmen angerechnet, die der Kanton Zürich und die Flughafenbetreiberin Unique übernommen hatten. Das Bundesgericht hat diesen Fall als «Leading Case» ausgewählt und die Beschwerde der Flughafenhalter abgewiesen. Sie hatten sich der Lärmabgeltung widersetzt. Die Beschwerde des Hausbesitzers hat es teilweise gutgeheissen und die Netto-Entschädigung auf 150'000 Franken plus Zinsen erhöht. Verlangt hatte er 280'000 Franken. Mit ihrem Entscheid haben die Lausanner Richter die Entwertung der fraglichen Liegenschaft bestätigt. Die Überflüge seien zwar kein direkter Eingriff in das Grundeigentum. Die Flughafenhalter treffe indessen eine Entschädigungspflicht für die Verletzung des nachbarschaftlichen Rechts auf Abwehr übermässiger Lärmeinwirkung. Die Entschädigung ist dem Hausbesitzer laut Bundesgericht als Kapitalleistung auszuzahlen. Die Schätzungskommission hatte die Entschädigung dagegen in jährlich zu leistende und später neu überprüfbare Teilbeträge aufgesplittert. Die Flughafenhalter hatten erfolglos argumentiert, dass ein schwerer und damit ersatzpflichtiger Schaden nur dann vorliege, wenn der Minderwert einer Liegenschaft mindestens einen Drittel betrage. Die Schätzungskommission ihrerseits hatte einen Minderwert von «deutlich mehr als 10 Prozent» verlangt. Das Bundesgericht hält dazu nun fest, dass «ein schwerer Schaden bei einem Minderwert von 10 Prozent nicht allein mit dem Hinweis auf das Schätzungsermessen verneint werden darf». Dies deutet darauf hin, dass mehr Hausbesitzer entschädigt werden könnten, als von der Schätzungskommission in den Pilotverfahren zugelassen. Verworfen hat das Bundesgericht auch den Einwand von Unique und Kanton, wonach die Entschädigung erst beim Verkauf einer selbst genutzten Liegenschaft zu zahlen sei. Weiter muss bei der Bemessung der Entschädigung unberücksichtigt bleiben, ob die Lärmbelastung in Zukunft durch technische Massnahmen gesenkt werden könnte. Bestätigt hat das Bundesgericht, dass das Modell MIFLU («Minderwert Fluglärm») für die Minderwertschätzung von Liegenschaften angewendet werden darf. Damit liesse sich rasch und gleichmässig eine Grosszahl von Fällen bewerten, was den Parteien wie auch der Rechtspflege entgegenkomme. 1998 hatten über 100 Hausbesitzer von Opfikon-Glattbrugg eine Klage gegen den Flughafen eingereicht. In den letzten Jahren wurden rund um den Flughafen Tausende weiterer Begehren erhoben. Die Vereinigung der Schweizer Flughäfen spricht von total 18’000 Entschädigungsforderungen rund um den Flughafen Zürich. (Urteil 1E.15/2007 vom 8.2.2008; BGE-Publikation)

29.2.08
Bereits 2006 wurden im Kontext einer LITRA-Broschüre von Dr. Carlo Pfund das Angebot und die Preise der Schweizer Bahnen und der Nachbarbahnen untersucht. Die heute veröffentlichte Neuauflage hält massgebliche Änderungen in den Preissystemen der Nachbarländer fest. Das Angebots- und Preissystem der Bahnen wird generell immer umfangreicher und damit unübersichtlicher. So hat die Deutsche Bahn AG (DB) im Fernverkehr integral auf Relationstarife umgestellt. In der Preisdifferenzierung bewegt sich die SNCF an vorderster Front. Während die SBB mit der neuen 9 Uhr Tageskarte ein erstes Element der Preisdifferenzierung einführte, hat die SNCF ab Oktober 2007 mit seiner «Nouvelle Offre» die Marktpreise massiv ausgeweitet. Das ermöglicht den Kunden unter gewissen Bedingungen zwar teilweise sehr günstige Fahrpreise, aber nur zu Ungunsten der Kundentransparenz und Einfachheit, wie Pfund in der neusten LITRA-Broschüre festhält. Im europäischen Umfeld wird so das schweizerische Angebots- und Preissystem, worin der Kunde frei und ohne Einschränkungen auf Leistungen zugreifen kann, ein immer grösserer Erfolgsfaktor. Auch im Preisvergleich können sich die Schweizer Bahnen bzw. der öffentliche Verkehr Schweiz trotz Preiserhöhungen auf den Fahrplanwechsel 2007/2008 weiterhin sehen lassen. Im Normaltarif liegt die Schweiz im Mittelfeld, das Generalabonnement (GA) und das Halbtaxabo sind, bezogen auf die schweizweite Gültigkeit, günstige Angebote. Mit ihrer Analyse des Preisniveaus anhand des Ertrags pro Personenkilometer leistet die LITRA-Studie weiter einen Beitrag zur 2007 heftig geführten Gewinndiskussion der SBB. Der Ertrag der Schweizerischen Bundesbahnen pro Personenkilometer liegt mitnichten an der Spitze, sondern im Mittelfeld. Dies obschon das Schweizer Zugsangebot und dessen Nutzung an der Spitze aller europäischen Bahnen liegt. Im letzten Kapitel werden die zukünftigen Stossrichtungen des Schweizer Preissystems skizziert. Basierend auf den Erfolgskriterien Einfachheit und Verzicht auf Reservationspflicht im nationalen Verkehr sollen die elektronischen Kanäle weiter ausgebaut werden. Aufgrund der hohen Auslastung in den Pendlerzeiten werden zudem auch weitere Elemente der Preisdifferenzierungen geprüft. Als wichtigstes Zukunftsprojekt wird die Reform des schweizerischen Preissystems erwähnt. Mit ihr wollen die Schweizer Bahnen bzw. der gesamte öffentliche Verkehr das historisch gewachsene System den Herausforderungen der Zukunft anpassen.

29.2.08
En 2006 déjà, une brochure LITRA due à la plume de Carlo Pfund était dédiée à une étude sur l’offre et les prix des chemins de fer suisses par rapport à ceux des réseaux limitrophes. La nouvelle édition publiée aujourd’hui décrit les principales modifications qui sont intervenues dans les systèmes des prix de ces réseaux. La palette des offres et le système des prix des entreprises ferroviaires deviennent de plus en plus larges et de moins en moins transparents. Par exemple, le Chemin de fer fédéral allemand a opté résolument en faveur des tarifs par relation dans le secteur des voyages à longue distance. En ce qui concerne la différenciation des prix, la SNCF fait oeuvre de pionnier. Alors que les transports publics suisses accomplissaient un premier pas dans ce domaine en créant la carte journalière dès 9 heures, la SNCF s’est tournée vers les prix de marché en lançant en octobre 2007 sa «Nouvelle Offre». Elle permet au client de profiter, sous certaines conditions, de prix parfois particulièrement avantageux, mais au détriment de la transparence et de la simplicité, comme le relève M. Pfund dans la dernière brochure de LITRA. Par rapport au contexte européen, l’entière liberté que le système suisse d’offre et de prix laisse au client dans le choix des prestations et dont, de surplus, il peut faire usage sans restrictions, devient un gage de succès toujours plus important. Dans la comparaison des prix, les chemins de fer suisses et les transports publics suisses s’en sortent toujours bien, malgré les majorations de prix qui sont entrées en vigueur lors du changement d’horaire 2007/2008. Pour ce qui est du tarif normal, la Suisse occupe une position médiane. Dans le domaine de l’abonnement général et de l’abonnement demi-tarif, l’offre des chemins de fer suisses est avantageuse, compte tenu de leur rayon de validité très étendu. En présentant une analyse du niveau des prix fondée sur le produit par voyageur-kilomètre, l’étude LITRA fournit une contribution aux vives discussions qui o­nt eu lieu en 2007 à propos du bénéfice réalisé par les CFF. Les recettes des Chemins de fer fédéraux suisses par voyageur-kilomètre ne se situent pas du tout dans le haut de l’échelle, mais occupent une position médiane. Et cela bien que le nombre des trains offerts en Suisse et leur utilisation figure au premier rang de tous les réseaux ferroviaires européens. Le dernier chapitre est consacré aux futures orientations du système suisse des prix. Elles resteront fondées sur la simplicité et le renoncement à la réservation obligatoire des places en trafic interne suisse et seront marquées par l’utilisation systématique des canaux offerts par les systèmes électroniques. Compte tenu des taux d’occupation des trains très élevés durant les heures de pointe (trafic des navetteurs), d’autres éléments de différenciation des prix sont à l’examen. Selon la brochure, le projet d’avenir le plus important sera la réforme du système suisse des prix. Les chemins de fer suisses et tous les transports publics suisses veulent profiter de cette réforme pour adapter les systèmes issus des développements historiques aux exigences du futur.

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