Februar 2009

1.2.09
Die SBB hat in den letzten zwei Jahren rund 500'000 Schwarzfahrer registriert. Die erhobenen Daten erlauben es der SBB, Wiederholungstäter zu erkennen und das mehrfache Schwarzfahren härter zu bestrafen. Beim ersten Mal bezahlt ein ertappter Schwarzfahrer 80 Franken. Danach steigt der Zuschlag auf 120 und dann auf 150 Franken. Spätestens beim dritten Mal erstattet die SBB zudem Strafanzeige, wie SBB-Sprecher Alessandro Malfanti einen Artikel der Zeitung «NZZ am Sonntag» bestätigte. Die Daten würden zwei Jahre, nachdem die Gebühren bezahlt sind, gelöscht. Zudem nehme die SBB lediglich Kerndaten wie Name und Adresse auf, sagte Malfanti. Die SBB gibt sich überzeugt, dass die Datenbank dazu beiträgt, die Anzahl Schwarzfahrer zu reduzieren. So sei die Zahl seit der Einführung im Jahr 2006 stark rückläufig. Betrug die Quote 2005/2006 noch 4 Prozent, liegt der Anteil der Schwarzfahrer heute noch bei rund 1,4 Prozent. Noch immer ertappen die Kontrolleure allerdings pro Tag rund 1'000 Reisende ohne Ticket.

1.2.09
Der Bund hat genug von den Verspätungen und Pannen bei den Cisalpino-Zügen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) verlangt vom Bahnunternehmen bis Ende Februar einen Bericht über die Ursachen der Qualitätsmängel. Im Bericht soll das Tochterunternehmen der SBB und der italienischen Staatsbahn FS der Aufsichtsbehörde aufzeigen, wie der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien wieder verflüssigt werden kann. Sollte sich die Situation nicht ändern, droht der Cisalpino der Entzug der Konzession zur Personenbeförderung, wie BAV-Mediensprecher Davide Demicheli einen Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung» bestätigte. Dies sei allerdings die ultima ratio. Ansonsten gelte die Konzession bis 2017. Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor zwölf Jahren als Sorgenkinder. Auf den neuen Neigezug wartet die SBB seit zwei Jahren. Zudem kommt es regelmässig zu Verspätungen, weil es mit der Wartung in Italien hapert. Die SBB äusserte Verständnis für die Intervention der Bundesbehörde. Die aktuelle Situation sei in der Tat «unbefriedigend». Die SBB würde zwar die Wartung der Züge gerne in die Schweiz verlegen, teilte aber mit, dass dies kurzfristig nicht möglich sei. Einerseits fehle die nötige Infrastruktur und andererseits bestünden vertragliche Zwänge. Die Bundesbahn bekräftigte weiter, sie tue ihr Möglichstes, um den Bahnverkehr nach Italien sicherzustellen. So werde der massgebliche Teil der Schweizer Cisalpino-Verbindungen derzeit mit konventionellen SBB-Zügen absolviert. Dies reduziert zwar die Anzahl Pannen, führt aber zu Verspätungen und zwingt die Kunden auf dem Weg nach Italien umzusteigen. Immerhin könne auf diese Weise der Nord-Süd-Verkehr «stabilisiert» werden, schreibt die SBB.

2.2.09
Dem Rangierbahnhof Biel droht ein Kahlschlag: 40 der 53 Angestellten müssen sich eine neue Stelle suchen. Die SBB informierte die Belegschaft über die geplante teilweise Schliessung. SBB-Sprecher Reto Kormann bestätigte eine vorab publizierte Meldung des «Bieler Tagblatts». Die teilweise Einstellung der Arbeiten muss noch vom Verwaltungsrat der SBB abgesegnet werden. Betroffen ist die Sortierung von Güterwagen. In Biel beibehalten werden soll lediglich die Feinverteilung für SBB-Cargo-Kunden in der Region. Die Pläne sollen auf Anfang nächsten Jahres umgesetzt werden. Für die betroffenen Angestellten wird laut Kormann betriebsintern eine Lösung gesucht. Sie müssen damit rechnen, künftig an einem anderen Ort oder in einem anderen Berufszweig eingesetzt zu werden. Das gleiche Schicksal wie Biel hat bereits der Rangierbahnhof Olten erlitten, wo 28 Stellen verloren gegangen sind. Eine Schliessung der Anlage in Biel sei nicht geplant, hatte die SBB noch im vergangenen Sommer mitgeteilt. Kormann begründet die nun angekündigten Massnahmen mit hohen ungedeckten Betriebskosten, der konjunkturellen Lage und dem schrumpfenden Auftragsvolumen bei SBB Cargo. Sowohl beim Rangierbahnhof in Biel wie auch in Olten wären hohe Investitionen angestanden.

3.2.09
Die Glarner Regierung hat das Begehren der Juso Glarnerland auf kostenlose Benutzung des öffentlichen Verkehrs (öV) auf dem ganzen Kantonsgebiet für rechtlich zulässig erklärt. Der Memorialsantrag geht nun zur Behandlung an das Kantonsparlament. Wird der Antrag vom Landrat als erheblich erklärt, muss die Regierung eine Vorlage an die Landsgemeinde ausarbeiten. Dazu müssten die Rechtsgrundlagen angepasst werden. Der öV sei eine klassische Verbundaufgabe von Bund, Kantonen und Gemeinden, teilte die Regierung mit. Im kantonalen Recht gibt es laut der Exekutive keine Vorbehalte gegen die rechtlichte Zulässigkeit des Antrages. Allenfalls könnte die Eisenbahngesetzgebung dem Begehren zuwider laufen. Ein ausdrückliches Verbot, den Eisenbahnverkehr in einem Kanton kostenlos anzubieten, ergebe sich aus der Gesetzgebung des Bundes aber nicht.

3.2.09
Die Piora-Mulde ist überwunden: Die Tunnelbohrmaschine hat nun auch in der Weströhre des künftigen Gotthard-Basistunnels dieses anfangs gefürchtete Hindernis problemlos gemeistert. Der Vortrieb in der Weströhre verlief problemlos, teilte die Bauherrin AlpTransit Gotthard AG (ATG) mit. Die Tunnelbohrmaschine überwand die 150 Meter der Piora-Mulde innert zwei Wochen. Pro Tag schaffte sie bis zu 12 Meter. In der Oströhre war sie bereits im vergangenen Oktober ohne Probleme überwunden worden. Trotz dolomitreichem Gestein wurden gemäss der ATG keine nennenswerten Deformationen festgestellt. Auch von einem Wassereinbruch blieben die Tunnelbauer verschont. Die Bohrmaschine befindet sich nun im nördlich der Piora-Mulde gelegenen Medelser Granit. Geologen hatten bei der Planung des längsten Eisenbahntunnels der Welt befürchtet, dass die Piora-Mulde zu einem Problem werden könnte. Denn diese besteht in höheren Lagen aus zuckerförmigem Dolomit. Bei einer Sondierbohrung Ende März 1996 waren die Arbeiter auf eine solche Schicht gestossen. Innerhalb von drei Stunden waren rund 1'400 Kubikmeter lockeres Gestein und Wasser aus dem Bohrloch mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern geflossen. In der Weströhre stehen den Tunnelbauern noch 7,3 Kilometer Gebirge bevor. In der Oströhre sind es noch 6,4 Kilometer. Der Gotthard-Basistunnel ist damit gemäss der ATG zu 81,8 Prozent ausgebohrt. Bei reibungslosem Verlauf wird der Hauptdurchschlag zwischen Faido und Sedrun anfangs 2011 stattfinden. In Betrieb genommen wird der Gotthard-Basistunnel voraussichtlich Ende 2017.

4.2.09
Die SBB muss dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) für das Jahr 2008 einen Malus von 79'000 Franken zahlen (Vorjahr 69'000). Grund dafür ist die ungenügende Information der Fahrgäste bei Störungen. Die Pünktlichkeit war dagegen besser als vereinbart. Bezüglich Sauberkeit resultierte weder ein Bonus noch ein Malus, wie SBB und ZVV mitteilten. Die Bahnhöfe waren genügend sauber, bei den Zügen wurde der Wert dagegen nicht ganz erreicht. Als Konsequenz legte die SBB im laufenden Jahr zusätzlich ein besonderes Augenmerk auf die Graffiti-Bekämpfung in den Zügen. Handlungsbedarf gebe es bei der Information im Störungsfall, heisst es in der Mitteilung. Bei der neusten Kundenbefragung des ZVV von 2007/2008 hätte die SBB bloss 59 statt der geforderten 74 Punkte erreicht. Die SBB hat im letzten Jahr Massnahmen zur Verbesserung der Fahrgastinformation eingeleitet. Diese hätten jedoch noch nicht das erwünschte Resultat gezeigt. Im laufenden Jahr starte deshalb die breite Einführung der Echtzeitinformation in den S-Bahnen. Auf Monitoren in den Fahrzeugen erhalten die S-Bahn-Fahrgäste Angaben zu Anschlüssen, allfälligen Verspätungen und zu Abfahrtsgleisen. Gut abgeschnitten hat die SBB bei der Pünktlichkeit der S-Bahn-Züge. Trotz erneut gestiegener Fahrgastzahlen seien 118 von 132 möglichen Punkten erreicht worden. Gefordert waren 107 Punkte. Bewertet werden die zwölf S-Bahn-Linien des Kernnetzes. Pünktlich bedeutet gemäss Vereinbarung, wenn 95 Prozent aller Züge einer Linie in einer Richtung in den Hauptverkehrszeiten ihr Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung erreichen. SBB und ZVV führten das Bonus-/Malus-System 2006 ein, um die Qualität zu steigern. Der maximal mögliche Bonus oder Malus beträgt rund vier Millionen Franken.

4.2.09
Die Grünen der Stadt Luzern wollen, dass die Stadt einen Spezialfonds zur Finanzierung des Tiefbahnhofs äufnet. Der Fonds soll jährlich mit 7 Millionen Franken gespiesen werden. Die Grünen haben dazu eine Initiative eingereicht. Die Initiative, die einen neuen Artikel in der Gemeindeordnung verlangt, wurde nach Angaben der Partei von 984 Personen unterschrieben. Nötig für das Zustandekommen sind 800 Unterschriften. Als die Grünen 2008 die Initiative lancierten, lag die Idee eines Tiefbahnhofs im Dornröschenschlaf. Die Idee war zwar alt, doch war sie aus finanziellen Überlegungen nicht ins Agglomerationsprogramm aufgenommen worden. Die Grünen waren von dem Vorhaben aber überzeugt. Ohne eine von Ebikon her kommende, unter dem See führende Bahnhofszufahrt mit Tiefbahnhof sei das wachsende Verkehrsaufkommen nicht zu bewältigen. Seit Mitte Januar gehört der Seetunnel mit Tiefbahnhof allerdings zur offiziellen Verkehrspolitik der Stadt Luzern, der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden sowie der SBB. Variantenprüfungen hatten gezeigt, dass dieses Projekt das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis hat als die bislang von der Politik favorisierten Ausbauvorhaben, wie beispielsweise die Doppelspur am Rootsee. Mit geschätzten einer Milliarde Franken sind die Kosten für das Projekt allerdings hoch. Die Finanzierung ist noch offen. Die Initiative der Grünen ist deshalb trotz des Meinungsumschwungs der Behörden noch immer aktuell. Die Grünen sind überzeugt, dass eine rasche Umsetzung des Vorhabens nur dann möglich sein wird, wenn Gelder von Gemeinden und Kantonen zur Vorfinanzierung bereitgestellt werden können. Die 7 Millionen Franken machen nach Angaben der Partei weniger als ein Prozent des Budgets der fusionierten Gemeinde Luzern-Littau aus.

4.2.09
Die NEAT-Aufsichtsdelegation (NAD) ist mit der Entwicklung der Investitionskosten am Gotthard-Basistunnel unzufrieden. Wie sie mitteilte, liegen die aktuellen Kostenprognosen für die Inbetriebsetzung und Bahnstromversorgung der Gotthard-Achse mit 553 Millionen Franken rund 112 Millionen über dem vom Parlament bewilligten Verpflichtungskredit. Die NAD fordert, dass die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Investitionskosten auf das zwingend notwendige Mass reduzieren. Dabei sollen aber Kompensationen zu Lasten der Sicherheit, wesentlicher Kapazitäts- oder Fahrzeiteinbussen sowie höherer Betriebskosten vermieden werden. An ihrer Februar-Tagung hat die NAD hingegen mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, dass die Arbeiten auf der Gotthard-Achse speditiv vorankommen. Der Baufortschritt im Teilabschnitt Erstfeld ist besser als erwartet. Die kritische Piora-Zone wurde ohne grosse Probleme mit beiden Röhren durchbrochen. Von den insgesamt 153,3 Kilometern Tunnel, Schächten und Stollen sind 82 Prozent ausgebrochen. Die Störzone im Teilabschnitt Sedrun wurde in der Oströhre ganz und in der Weströhre gut zur Hälfte durchörtert. Die Arbeiten für den Ausbruch der beiden Röhren des Ceneri-Basistunnels werden beginnen, sobald das Hauptlos vergeben ist. Zurzeit werden die Offerten ausgewertet. Die Vergabe wird Mitte Jahr stattfinden. Die Angebote der Bahntechnik sollen 2011 geprüft werden.

5.2.09
Hat ein Verkehrsteilnehmer eine grosse Gefahr für Andere geschaffen, muss er den Fahrausweis auf jeden Fall für mindestens einen Monat abgeben. Das gilt laut Bundesgericht auch dann, wenn den Fehlbaren nur ein leichtes Verschulden trifft. Die Lausanner Richter hatten den Fall eines Lastwagenchauffeurs zu beurteilen, der vor einem Fussgängerstreifen in Näfels GL einem Personenwagen ins Heck gefahren war. Verletzt wurde niemand. Das Glarner Strassenverkehrsamt entzog dem Lastwagenlenker den Fahrausweis für einen Monat. Das Verwaltungsgericht hob die Massnahme später auf. Es hatte die Ansicht vertreten, dass auch nach aktuellem Recht ein leichter Fall vorliegen könne, wenn wie hier die Verkehrsgefährdung gross, das Verschulden des fehlbaren Lenkers aber nur leicht sei und er über einen ungetrübten automobilistischen Leumund verfüge. Das Bundesgericht hat die dagegen erhobene Beschwerde des Strassenverkehrsamts nun gutgeheissen. Laut den Lausanner Richtern liegt nicht ein leichter, sondern ein mittelschwerer Fall vor, weshalb der Ausweis für die vorgesehene Mindestdauer von einem Monat zwingend zu entziehen ist. Gemäss dem 2005 revidierten Strassenverkehrsrecht liegt laut Bundesgericht immer ein mittelschwerer Fall vor, wenn die Verkehrsgefährdung gross und das Verschulden klein ist, oder umgekehrt. Der Gesetzgeber habe die fragliche Bestimmung im Vergleich zu früher bewusst verschärft. Klar sei vorliegend auch, dass eine grosse Gefährdung bestanden habe. Für den Lenker des Personenwagens hätte der Auffahrunfall gravierende Konsequenzen haben können, zumal es sich beim nachfolgenden Fahrzeug um einen Lastwagen gehandelt habe. Auch die Frau auf dem Fussgängerstreifen sei einer sehr hohen Gefahr ausgesetzt gewesen.

9.2.09
Die automatischen Verkehrszählgeräte an den Kantonsstrassen und Autobahnen haben 2008 im Thurgau 1,5 Prozent mehr Verkehr aufgezeichnet. Mit täglich 23'200 Fahrzeugen war die östliche Zürcherstrasse in Frauenfeld am stärksten befahren. Damit hielt dieses Strassenstück seine Spitzenposition. Allerdings sank die Belastung gegenüber 2007 täglich um 900 Fahrzeuge. Das kantonale Tiefbauamt führt den Rückgang darauf zurück, dass es inzwischen eine innerörtliche Entlastungsstrasse gibt. Weiterhin am zweitstärksten belastet ist die Strasse zwischen Kreuzlingen und Bottighofen. Dort wurden 2008 täglich 21'000 Fahrzeuge gezählt – 2007 waren es noch 1'000 mehr gewesen. Nach Bottighofen sind es täglich noch 17'300 (17'000) Fahrzeuge. Stark frequentiert sind die Autobahnen und Autobahnzubringer auf Thurgauer Gebiet. Weiterhin unangefochten an der Spitze steht die A1. Nach der Trennung von A1 und A7 vor Frauenfeld wurden auf der A1 täglich 42'500 (42’400) Autos gezählt. Kurz vor Wil SG waren es 49'500 (49'200).

11.2.09
Die vorberatende Kommission des bernischen Grossen Rats ist für den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs (öV) bis 2013. Sie empfiehlt dem Grossen Rat den Angebotsbeschluss und den Rahmenkredit zur Annahme, wie der Kanton mitteilte. Mit 462 Millionen Franken fällt dieser Rahmenkredit für die Planperiode 2010 bis 2013 deutlich höher aus als in den Vorjahren. Der Angebotsbeschluss sieht vor, die S-Bahn und den öV vor allem in den Städten Bern, Biel, Thun, Burgdorf und Langenthal auszubauen. Grosse Investitionsvorhaben stehen in den Agglomerationen an. Dazu gehören die Planung des neuen RBS-Tiefbahnhofs in Bern sowie die Planung des Regio-Trams in Biel und die weitere Umstellung von Buslinien auf Trams in der Agglomeration Bern. Zwischen Gümligen und Münsingen braucht es zudem ein drittes Bahngleis. Generell soll auf vielen öV-Linien der Takt verdichtet werden. Das Kantonsparlament wird Angebotsbeschluss und Rahmenkredit in der März-Session behandeln.

11.2.09
Der Lugano Airport in Agno wird ausgebaut. Die Stadt Lugano hat dafür Investitionen in der Höhe von 14,5 Millionen Franken bewilligt. Geplant sind eine Modernisierung des Terminals sowie eine Verlängerung der Start- und Landebahnen um 100 Meter. Dadurch soll Lugano dereinst auch von Flugzeugen mit 70 bis 80 Plätzen angeflogen werden können. Derzeit liegt die Limite bei 50 Plätzen. Zudem müssen auch bestimmte Sicherheitsvorkehrungen wie etwa die Beleuchtung an die internationalen Standards angepasst werden. Die Stadtregierung von Lugano hätte gerne noch weitere Investitionen getätigt, etwa den Bau von neuen Hangars. Doch dies lehnte das Stadtparlament ab. Die Diskussion im Stadtparlament drehte sich vorab um die Frage, wie viel man sich die Modernisierung des Flughafens kosten lassen will, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Anfrage sagte. Zur Debatte standen der Antrag der Regierung in der Höhe von 17,5 Millionen Franken sowie eine um drei Millionen Franken reduzierte Version, welche die Parlamentskommission ausgearbeitet hatte. Die SP wiederum plädierte in einem Minderheitsantrag für 10 Millionen Franken, fand damit aber kein Gehör. Schliesslich setzte sich der Kommissionsantrag mit 26 zu 25 Stimmen gegen die Botschaft der Regierung durch. Die geplanten Investitionen stehen nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Expo 2015, die in Mailand stattfinden wird. Der Lugano Airport soll im Schatten von Malpensa zu einem der führenden Regionalflughäfen im Grossraum Mailand avancieren.

11.2.09
Die Schweizer Binnenschifffahrt bricht Rekord um Rekord: Im letzten Jahr haben die Schiffe auf unseren Seen und Flüssen gemäss dem neusten LITRA-Mediendienst fast 14 Millionen Passagiere befördert. Das bedeutet einen neuen Rekord und 1,4 Prozent mehr als im Jahr 2007 mit rund 13,8 Millionen Passagieren. Obwohl der Saisonstart wegen der EURO 2008 etwas harzig verlief und unbeständiges Sommerwetter herrschte, konnten auf einigen Seen dank neuen Angeboten erfreuliche Mehrfrequenzen erzielt werden. Auf dem Lac de Brenets im Neuenburger Jura resultierte ein Plus von 22 Prozent, auf dem Neuenburger- und Murtensee ein Plus von 13 Prozent. Hauptattraktion der von öffentlichen Schiffen durchpflügten Schweizer Gewässern war und blieb indessen der Vierwaldstättersee mit 2,32 Millionen Passagieren. Dicht darauf folgte die Fährverbindung auf dem Zürichsee zwischen Horgen und Meilen mit 2,29 Millionen. Den Wogen des Zürichsees inklusive der Limmat vertrauten sich 1,77 Millionen Fahrgäste an, jenen des Genfersees 1,79 Millionen. An Bord der Schiffe auf dem Thuner- und Brienzersee stiegen 1,03 Millionen Passagiere. Gemäss LITRA dient auf vielen Seen die Winterschifffahrt nicht nur den romantischen Bedürfnissen der Ausflügler. Vielmehr lassen sich immer mehr Pendler auf dem Wasserweg zur Arbeit bringen. Und nicht zuletzt kommen auch Ski- und Snowboardbegeisterte zum Zug. Auf dem Vierwaldstättersee etwa bestehen tägliche Verbindungen zu Wintersportorten. Total fuhren im vergangenen Jahr 186 Schiffe des öffentlichen Verkehrs auf Schweizer Seen und Flüssen: 15 davon waren dampfbetrieben, drei liefen mit Sonnenkraft.

11.2.09
Auch die 34 Fähren gehören zum öffentlichen Verkehr, selbst wenn sie im Offiziellen Kursbuch kaum erwähnt werden und in amtlichen Statistiken wenig Eingang finden. Sie sind ein wichtiges Glied der Transportkette, sagt die LITRA heute in ihrem neusten Mediendienst.

11.2.09
Auch für Wanderungen, Berg- und Skitouren lassen sich abgelegene Gegenden nachhaltig erreichen – dies zeigt die LITRA-Übersicht von Seilbahnen, die nicht im Offiziellen Kursbuch figurieren. Hingewiesen wird auch auf die sogenannten Alpentaxis, die den Touristen bei Wanderungen im wahrsten Sinne entgegenkommen.

12.2.09
Der 1903 eröffnete Albulatunnel der Rhätischen Bahn (RhB) an der UNESCO-Weltkulturerbe-Linie muss total saniert werden. In Frage kommt auch ein Neubau der 5,8 Kilometer langen Röhre. Es wird mit Investitionen bis zu 200 Millionen Franken gerechnet. Eine Schadeninspektion vor drei Jahren habe gezeigt, dass rund 60 Prozent des Tunnels instand gestellt werden müssten, teilte die RhB mit. Zudem ist die Tunnelhöhe zu gering, die Kabelanlagen und die Entwässerung müssen ersetzt sowie die Sicherheit auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, als Vorprojekt die Varianten Instandsetzung und Neubau ausarbeiten zu lassen. Die Frage der Variante und jene der Finanzierung sollen noch dieses Jahr zusammen mit dem Bund und dem Kanton Graubünden geklärt werden. Die RhB geht davon aus, dass mit der Erneuerung frühestens Ende 2011 begonnen werden kann. Je nach Art der Instandstellung rechnet die RhB mit Investitionen ab 50 Millionen Franken. Ein Neubau des Tunnels würde rund 200 Millionen kosten, wie Christian Florin, Chef Infrastruktur, auf Anfrage erklärte. Der Tunnel mit Autoverlad ist Teil der Albula-/Berninalinie von der Hauptstadt Chur ins Engadin und ins südliche Puschlav bis nach Tirano (I). Die Linie wurde letztes Jahr von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes genommen. Dem Schutz- und Erhaltungsgedanken des UNESCO-Labels läuft die geplante Tunnelerneuerung nicht zuwider. Mit der UNESCO sei vereinbart worden, dass es möglich sein müsse, die Bahnanlagen zu modernisieren, sagte Florin. Bei einem Neubau würde der alte Tunnel bestehen bleiben und könnte als Sicherheitsstollen verwendet werden.

12.2.09
Das Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics will seinen Standort Dublin schliessen. Davon sind 1’135 Mitarbeitende betroffen. SR Technics führt mit den Gewerkschaften formell noch 30-tägige Konsultationsgespräche. Der 2004 übernommene Standort am Flughafen der irischen Hauptstadt habe in letzter Zeit umfangreiche Kundenaufträge verloren, teilte das Unternehmen mit. Wegen der düsteren Aussichten und der hohen Kosten des Standorts erachtet es SR Technics als nicht möglich, die Lücken mittelfristig durch nachhaltiges Geschäft zu schliessen. SR-Technics-Chef Bernd Kessler spricht von einem «äusserst bedauerlichen und schweren Schritt». «Wir sind uns bewusst, wie schwierig die derzeitige Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage in Irland ist und welche Folgen eine mögliche Schliessung für unsere Mitarbeitenden in Dublin hat.» Im Januar war die Zahl der Arbeitslosen in Irland auf rekordhohe 326’000 geklettert, die Arbeitslosenquote betrug 9,2 Prozent. Ökonomen rechnen in diesem Jahr mit einem Einbruch des irischen Bruttoinlandprodukts um 4 Prozent. Ebenfalls gab die irische Fluggesellschaft Ryanair bekannt, sie streiche am Flughafen Dublin 200 Stellen von Piloten, Kabinenpersonal und Ingenieuren. Sie begründete dies mit der Einführung einer Flughafentaxe. Vergangene Woche hatte bereits die Fluglinie Shannon einen Abbau von über 100 Stellen angekündigt. SR Technics hatte Mitte Januar bekannt gegeben, den Auftrag der bahrainischen Gulf Air verloren zu haben. Die Flotte wurde in Bahrain, Zürich und Dublin gewartet. Den Standort Bahrain mit 240 Angestellten war einzig aufgrund des Gulf-Air-Auftrags eröffnet worden. SR Technics habe sich nun nach einer Prüfung aller Geschäftsbereiche gegen Dublin entschieden. Der Beschluss habe keine Auswirkungen auf andere Standorte von SR Technics. Dies gelte auch für den zweiten irischen Standort in Cork, erklärte das Unternehmen. Ziel sei es, die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern. Dazu müsse die Produktivität gesteigert und Einsparungen für die gesamte Gruppe erzielt werden. Die ehemalige Swissair-Tochter hat zwar weiterhin ihren Sitz in Zürich. Sie ist aber nicht mehr in Schweizer Händen, sondern gehört heute den arabischen Gesellschaften Mubadala Development, dem Luftfahrtdienstleister Dubai Aerospace Enterprise (DAE) und dem Investmenthaus Istithmar. Ungefähr 500 Kunden aus der Luftfahrtbranche vertrauen SR Technics derzeit jährlich 800 Flugzeuge, 300 Triebwerke und 80'000 Komponenten an.

12.2.09
Bis in fünf Jahren verkehren sämtliche Intercity- und InterRegio-Züge mit zwei Zugsbegleitern. Die SBB will damit die Sicherheit des Zugpersonals zu den Randzeiten verbessern, wie sie mitteilte. Jährlich kommt es gemäss SBB zu rund 220 Tätlichkeiten gegen Zugsbegleiter. In den nächsten fünf Jahren will die Bahn darum das Zugspersonal um 125 Stellen ausbauen. Die Stellen sind auf der Internetseite der SBB ab sofort ausgeschrieben. Weil die Ausbildung zum Zugsbegleiter ein Jahr dauert, kann die Aufstockung des Zugpersonals nicht per sofort erfolgen. Die SBB will den Ausbau mit den zusätzlichen 125 Zugsbegleitern bis in fünf Jahren realisieren. Die Sicherheit des Zugpersonals soll ab sofort auch durch die Bahnpolizei und Securitas verbessert werden, wie die SBB schreibt.

12.2.09
Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat im letzten Jahr 25,6 Millionen Passagiere befördert. Das sind über eine Million mehr als im Vorjahr. Die Bahnlinien des RBS wurden von 20,3 Millionen Passagieren genutzt (+3,6 Prozent), die Buslinien von 5,3 Millionen (+7,1 Prozent), wie das Unternehmen mit Sitz in Worblaufen bei Bern mitteilte. Als Grund für das starke Wachstum gibt der RBS einerseits den 2008 eingeführten Siebeneinhalb-Minuten-Takt zwischen Bern und Bolligen an. Auf dieser Strecke, der Linie 7 der Berner S-Bahn, stiegen deshalb die Fahrgastzahlen um über fünf Prozent an. Das gleiche Wachstum verzeichnete der RBS im Korridor Bern-Solothurn. Der RBS betreibt drei Linien der S-Bahn Bern und die RegioExpress-Züge zwischen Bern und Solothurn. Dazu kommen zehn Buslinien und die Tramlinie G von Bern-Zytglogge nach Worb («Blaues Bähnli»). Das Unternehmen mit seinen rund 400 Mitarbeitenden gehört dem Bund, den Kantonen Bern und Solothurn, BERNMOBIL, Gemeinden und Privaten.

12.2.09
In Ob- und Nidwalden ist die Zufriedenheit der Kunden mit dem öffentlichen Verkehr (öV) im letzten Jahr leicht zurückgegangen. In Obwalden blieb sie zwar unverändert bei 73 Prozent, in Nidwalden sank sie dagegen von 74 auf 72 Prozent. Laut einer gemeinsamen Medienmitteilung lag die Kundenzufriedenheit mit der Zentralbahn (zb) 2008 generell bei 72 Prozent (2006: 73). Unverändert bei 70 Prozent liegt sie auf der Strecke nach Engelberg (S-Bahn Nummer 4; NW/OW). Auf der Brünigstrecke (S-Bahn 5) dagegen stieg sie auf 75 (73) Prozent. Die Zufriedenheit mit den Postautos generell ging auf 74 (75) Prozent zurück. Während in Obwalden die Zufriedenheit leicht auf 74 (73) Prozent stieg, sank sie in Nidwalden relativ deutlich auf 71 (74) Prozent.

13.2.09
In der Schweiz ist 2008 etwas weniger Benzin, aber deutlich mehr Diesel, Flugpetrol und Heizöl verbraucht worden. Insgesamt erreichte der Absatz der wichtigsten Erdölprodukte 11,1 Millionen Tonnen. Das sind 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die schon seit längerer Zeit festgestellte rückläufige Nachfrage nach Autobenzin beschleunigte sich auf minus 2,2 Prozent, wie die Schweizer Erdöl-Vereinigung bilanzierte. Gründe dafür seien die verbesserte Motoreffizienz und rückläufige Nachfrage ausländischer Tankkunden wegen des gesunkenen Euro-Kurses. Eine nur noch bescheidene Rolle für die Abnahme der Benzinverkäufe dürfte hingegen die Zahl neuer Diesel-Autos gespielt haben. Deren Anteil bei den Neu-Zulassungen stagnierte 2008 bei 32,4 Prozent (Vorjahr: 32,5). Trotzdem stieg der Dieselölabsatz erneut, und zwar um 9,9 Prozent. Die Erdöl-Vereinigung begründet dies vor allem mit der robusten Inlandkonjunktur, sind doch Baugewerbe und Gütertransporte die wichtigsten Dieselölkonsumenten. In der zweiten Jahreshälfte betrug die Zunahme angesichts der Wirtschaftsabkühlung noch rund 5 Prozent. Beim Flugpetrol setzte sich der Aufwärtstrend der letzten Jahre fort: Der Absatz stieg um 7 Prozent auf 1,41 Millionen Tonnen und widerspiegelte vor allem die Verkehrszunahme auf den Flughäfen Zürich und Genf. Der Absatz 2008 entspricht praktisch dem Stand von 1998. Insgesamt nahm der Verbrauch von Treibstoffen um 3,2 Prozent auf 7 Millionen Tonnen zu. Der Heizöl-Absatz kletterte um 15 Prozent auf 4,1 Millionen Tonnen. Der Nachfrageeinbruch des Vorjahres um 27 Prozent wurde dadurch aber nicht kompensiert. Als Folge dessen und wegen der kälteren Witterung ging der Tankfüllgrad per Ende 2008 auf tiefe 30,3 Prozent (Ende 2007: 34,7) zurück. Deshalb und weil die Heizölpreise bei weiterhin kalter Witterung wieder so tief sind wie vor vier Jahren, erachtet die Erdöl-Vereinigung die Aussichten des Brennstoffhandels zu Beginn des Heizöljahres 2009 anders als vor Jahresfrist positiv.

13.2.09
Die Verkehrsbetriebe Luzern (vbl) haben 2008 total 43,5 Millionen Personen befördert. Das sind rund 4,8 Prozent oder 2 Millionen Fahrgäste mehr als im Vorjahr. Frequenzstärkste Linie ist nach wie vor die Trolleybuslinie 1 nach Kriens. Frequenzsteigerungen waren auf allen Linien zu verzeichnen. Die mittlere Reisedistanz pro Person blieb laut Medienmitteilung der vbl mit 2,4 Kilometern konstant. Die gefahrenen Personenkilometer (Anzahl Fahrgäste mal gefahrene Strecken) stiegen dagegen um rund 4 Prozent auf 103,7 Millionen Kilometer.

16.2.09
Der Einbruch der Konjunktur zwingt die Schweizer Güterverkehrsbetriebe zum Handeln: Nach einem Rückgang der Gütermenge tritt BLS Cargo auf die Kostenbremse. Für 2008 erwartet sie aber noch einen Gewinn. Das Resultat liege aber unter dem Budget, schreibt BLS Cargo-Chef Dirk Stahl in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft». Grund dafür seien der Einbruch der Konjunktur im letzten Quartal 2008 sowie der ungünstige Kurs des Frankens zum Euro. Die definitiven Zahlen präsentiert BLS Cargo am 24. März. Insgesamt nahm die Verkehrsleistung der BLS Cargo im 2008 zwar um 8 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, schreibt Stahl. Eine Zunahme um bis zu 15 Prozent bis Oktober war dafür verantwortlich. Im November stockte das Wachstum aber abrupt: In einem Monat ging die Gütermenge um 13 Prozent zurück, unter anderem weil die Autoindustrie weniger Fahrzeuge transportieren liess. Auf diesem Niveau dürfte die Verkehrsmenge verharren: Für 2009 werde die Verkehrsleistung voraussichtlich um 5 bis 10 Prozent gegenüber 2008 abnehmen, sagte BLS-Sprecher Hans Martin Schär auf Anfrage. Damit erreiche sie ungefähr den Wert von 2007. Das Ziel sei ein mindestens ausgeglichenes Resultat, sagte Schär. Aufgrund der Wirtschaftssituation habe der Verwaltungsrat das Budget für 2009 aber noch einmal überarbeitet. Auf den Rückgang der Nachfrage reagiert BLS Cargo mit mehreren kostensenkenden Massnahmen. Unter anderem leiht sie Lokomotivführer an andere Bahnen aus. Laut Schär arbeiten im Moment 10 und ab März 16 Personen zwischen 6 und 12 Monaten auswärts. Ausserdem müssten sie Überzeit abbauen. Einen Einstellungsstopp gebe es zwar nicht, bei Neuanstellungen und auch Investitionen sei das Unternehmen aber sehr zurückhaltend, sagte Schär. «Diese Massnahmen wirken rasch auf die veränderte Nachfrage und erlauben uns auch, den Betrieb wieder hochzufahren, sobald es mit der Wirtschaft aufwärts geht.» Mit der Wirtschaftsflaute kämpft auch SBB Cargo, die ohnehin in einer Sanierung steckt. Sie hat ebenfalls Lokomotivführer ausgeliehen, nämlich an den SBB-Personenverkehr. Zudem verordnete sie im Dezember einen teilweisen Einstellungsstopp. Dadurch seien 180 Abgänge nicht ersetzt worden, sagte SBB-Cargo-Sprecher Christoph Rytz auf Anfrage. Der Nachfrageeinbruch erfasste SBB Cargo ebenfalls im November, als die Transporte um 20 Prozent zurückgingen. Betroffen sei insbesondere der Transitverkehr; auf den Verkehr innerhalb der Schweiz sei die Krise deutlich weniger spürbar, so Rytz. Im Dezember habe sich die Situation stabilisiert. Im September, noch bevor das Ausmass der Wirtschaftskrise voll fassbar war, sprach SBB-Chef Andreas Meyer von einem «erheblichen Verlust» bei SBB Cargo für 2008. Die definitiven Zahlen präsentiert die SBB im April.

16.2.09
Zur Erstellung des künftigen Bahnhofs Löwenstrasse der Durchmesserlinie in Zürich müssen rund 350'000 Kubikmeter Aushubmaterial abtransportiert werden. Heute wurde der dafür nötige Installationsplatz Zollstrasse in Betrieb genommen. Der Platz dient zur Abfuhr von Ausbruchmaterial, welches mit dem Bau des Bahnhofs Löwenstrasse anfällt. Das ganze Aushubmaterial von rund 350'000 Kubikmetern entspricht einer Menge von gut 11'000 Bahnwagen, wie die SBB in einer Mitteilung schreibt. Bevor das Aushubmaterial aber per Bahn abtransportiert werden kann, muss es von der Aushubstelle Löwenstrasse mit Förderbändern quer unter dem ganzen Hauptbahnhof hindurch auf die gegenüberliegende Seite geschafft werden. Gegenüber dem Landesmuseum wird das Material dann von unter der Erde etwa vier Stockwerke hinauf auf den Förderturm und von dort aus weiter mit Förderbändern zum Verladeplatz an der Zollstrasse geschafft. Für den Abtransport des Aushubmaterials wurden gemäss SBB eigens zwei Baugleise gebaut. Der neue unterirdische Durchgangsbahnhof Löwenstrasse bildet das Herzstück der Durchmesserlinie Altstetten- Zürich Hauptbahnhof- Oerlikon. Gebaut wird er 16 Meter unter den Gleisen des Hauptbahnhofs. Die Arbeiten finden bei laufendem Bahnbetrieb statt und dauern gemäss SBB bis Ende 2013. 2015 folgt dann die Einweihung der gesamten Durchmesserlinie. Die gesamten Projektkosten sind auf gut 1,02 Milliarden Franken veranschlagt. Bund und Kanton teilen sich die Kosten nach einem genau festgelegten Schlüssel. Einen grossen Teil des Bundesbeitrags schiesst der Kanton dem Bund vor.

17.2.09
In den letzten 15 Jahren habe sich gemäss dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband (ASTAG) die Verlagerungspolitik der Schweiz immer mehr auf Zwangsmassnahmen zulasten des Strassentransports konzentriert. Als Folge davon habe der internationale Transitverkehr weiter zugenommen. Ausserdem seien zahlreiche inländische Arbeitsplätze bedroht. Auch mit der geplanten Alpentransitbörse, die gewisse Verkehrsromantiker vehement verfechten, werde sich daran nichts ändern. Im Gegenteil: Die Schweizer Behörden würden weitere einheimische Arbeitsplätze aufs Spiel setzen, ohne dass der Umwelt letztlich gedient ist. 15 Jahre nach der Urnenabstimmung vom 20. Februar 1994, als sich das Schweizer Stimmvolk für die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs ausgesprochen hat, stünden die verantwortlichen Behörden und Verkehrsromantiker vor einem Scherbenhaufen. Sämtliche Konzepte und Massnahmen seien gescheitert! Der Grund für den Misserfolg seien die völlig untauglichen Instrumente, die zur Umsetzung verwendet wurden. Einseitige Zwangsmassnahmen zulasten des Strassentransports wie das Dosiersystem vor dem Gotthardtunnel, umständliche Zollformalitäten und unhaltbare Strassensperrungen mit der Phase Rot als Höhepunkt der Schikaniererei bewirkt offensichtlich keine Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene, hält der ASTAG fest. Stattdessen habe der internationale Transitverkehr, der gemäss Alpenschutzartikel eigentlich primär hätte verlagert werden sollen, überproportional zugenommen. Noch immer läge die Zahl der alpenquerenden Fahrten bei rund 1,3 Millionen, was mehr als die Hälfte des angestrebten Zielwerts von 650'000 ist - bei tendenziell sinkendem Anteil des Binnentransports! Noch gravierender sei allerdings, dass die Zwangsmassnahmen zunehmend Arbeitsplätze bedrohen. Wegen der steigenden Abgabenlast und insbesondere der widerrechtlich erhöhten LSVA stehen mehr und mehr Transportunternehmer unter Druck. Die Folge davon sind Kurzarbeit, Entlassungen und sogar Konkurse! Zugespitzt würde diese Entwicklung durch die allfällige Einführung einer Alpentransitbörse (ATB), dem angeblichen neuen Allheilmittel. Denn entgegen anderslautenden Beteuerungen idealistischer Kreise handelte es sich hierbei um eine reine planwirtschaftliche Kontingentierung des Strassentransports. Einmal mehr würden damit nur der Binnenverkehr und die Schweizer Wirtschaft in den staatlichen Würgegriff genommen, hält der ASTAG fest.

17.2.09
15 Jahre nach ihrer Gründung gibt sich die Alpen-Initiative immer noch kämpferisch: Eine Alpentransitbörse müsse rasch umgesetzt werden. So könne das Ziel zur Verlagerung des alpenquerenden Lkw-Verkehrs auf die Schiene frühzeitig erreicht werden. Der Bundesrat müsse mit dem Ausland schnell Verträge über eine Alpentransitbörse abschliessen, forderte Fabio Pedrina, Präsident der Alpen-Initiative und Tessiner SP-Nationalrat, in Bern vor den Medien. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Alpen-Initiative zog er eine zwiespältige Bilanz der Verlagerungspolitik. Positiv wertete Pedrina, dass das Parlament in der letzten Wintersession das Verlagerungsziel bestätigt hatte. Demzufolge soll die Zahl der alpenquerenden Lastwagen von heute 1,3 Millionen auf maximal 650’000 gesenkt werden. Es sei jedoch «Sabotage am Volkswillen», dass das Parlament die Frist zur Erreichung dieses Ziels von 2009 auf 2018/2019 verschoben habe. Der ursprünglich vorgesehene Termin sei realistisch gewesen. Trotzdem sei es möglich, das Verlagerungsziel frühzeitig zu erreichen. Dazu ist nach Ansicht der Alpen-Initiative einerseits eine Transitbörse notwendig. Diese würde dazu dienen, eine beschränkte Zahl von Durchfahrtsrechten über die Alpen an die Lkw-Transporteure zu versteigern. Darüber hinaus müsse der Schienengüterverkehr verstärkt subventioniert werden, sagte Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative. Auch müsse die Dosierung des Lkw-Verkehrs am Gotthard verschärft werden. Weiter forderte Arnold ein Konjunkturprogramm zur Beseitigung der Engpässe auf den Zulaufstrecken zum Gotthard-Basistunnel. Die Eisenbahn-Trassenpreise müssten zugunsten des Güterverkehrs ausgeglichener gestaltet werden. Besonders umweltbelastenden Lastwagen der Kategorien Euro-0 und Euro-1 müsse die Durchfahrt verboten werden.

17.2.09
Billette für Bahn, Bus und Schiff können neu direkt per Handy gekauft werden, auch unterwegs. Die SBB hat den Mobile Ticket Shop für die Westentasche eröffnet. Anstehen vor Schaltern und Automaten oder einloggen im Internet sind nicht mehr nötig. Wer im SBB Mobile Ticket Shop eine Fahrkarte beziehen will, muss sich ein einziges Mal auf einer Webseite registrieren, wie die SBB mitteilte. Zudem muss er oder sie ein Java-fähiges Handy besitzen, um die nötige Gratis-Software herunterladen zu können. Abgerechnet wird über Kreditkarte. Das Mobile Ticket sei eine einfache, zusätzliche und moderne Möglichkeit für Bahnkunden, Fahrscheine unterwegs zu kaufen, wurde SBB-Chef Andreas Meyer in der Mitteilung zitiert. Neben dem nationalen Billettsortiment bietet die SBB vorerst Tageskarten zum Halbtax-Abo an. Das Angebot soll schrittweise ausgebaut werden. Sobald das Billett bezahlt ist, ist es auf dem Handy zu sehen. Die Kondukteurinnen und Kondukteure können es mit einem Strichcode-Lesegerät kontrollieren. Handy-Billette gibt es bei der SBB zwar seit Dezember 2005. Bisher mussten sie aber via Internet bezogen werden, und es gab sie nur für 780 Verbindungen. 2008 verkaufte die SBB über 1,3 Millionen Fahrscheine o­nline, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Billette können ausgedruckt oder auf ein MMS-Handy geladen werden. Via Handy werden pro Monat 5’000 bis 7'000 Billette abgesetzt, wie SBB-Sprecher Roland Binz auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Längerfristig rechne die SBB damit, über Mobiltelefone 5 bis 10 Prozent aller Billette abzusetzen, sagte Binz. Das Schalterpersonal solle dadurch mehr Zeit für Beratungen erhalten. Schlaumeier, die glauben, ihr Billett erst im Zug am Handy lösen zu können, wenn sie den Kondukteur zu Gesicht bekommen, haben laut Binz mit dieser Schummelei keinen Erfolg: Dank einem Zeitstempel auf dem Mobile Ticket sei sofort ersichtlich, ob dieses vor dem Einsteigen oder erst im Zug gelöst worden sei.

17.2.09
Bei den Bauarbeiten fürs Tram nach Bern West hat die zweite Phase begonnen. Zentrale Baustellen bilden die Berner Schlossstrasse - eine Ausfallstrasse nach Westen - und die Brücke über die Bahnstrecke Bern- Neuenburg. Diese Brücke wird im März/April abgebrochen und anschliessend bis Anfang November neu gebaut, wie die Stadt Bern bekanntgab. Die Abbrucharbeiten werden vor allem nachts durchgeführt, um den Bahnverkehr nicht zu stören. Stadtingenieur Hans-Peter Wyss bezeichnete diese Arbeiten als besondere Herausforderung. Auf dem Bauprogramm steht auch die Fertigstellung des Berner Loryplatzes. Er erhält bis Juni ein für Bern einzigartiges «Dach» aus Leuchten. Die Bauarbeiten machen umfangreiche Umleitungen nötig. Für den motorisierten Individualverkehr werden vor allem die Murten- und die Bümplizstrasse als Ausweichrouten signalisiert. Über sämtliche Umleitungen wird auf den Internetseiten von BERNMOBIL und der Bauherrin (www.trambernwest.ch) informiert. Die erste Etappe der Bauarbeiten hatte im April 2008 begonnen. Die Arbeiten verlaufen im Zeitplan. Ende 2010 sollen die auf 150 Millionen Franken veranschlagten Bauarbeiten abgeschlossen werden.

17.2.09
Die Verkehrskommission (KVF) des Nationalrates möchte die Konjunktur mit weiteren Bahnprojekten ankurbeln. Mit Stichentscheid von Präsident Andrea Hämmerle (SP/GR) hat sie eine Motion beschlossen, die dafür 450 Millionen Franken verlangt. Im Hinblick auf eine allfällige dritte Stufe konjunktureller Stabilisierungsmassnahmen im Juni erwartet die KVF vom Bundesrat zwei Zusatzbotschaften. Die Rahmenkredite für 2010 sollen bei der SBB um 300 Millionen und bei den konzessionierten Transportunternehmen (KTU) um 150 Millionen Franken aufgestockt werden.

18.2.09
Hergiswil soll mit einem Doppelspurtunnel vom zunehmenden Bahnlärm erlöst werden. Der Nidwaldner Regierungsrat ist bereit, die Planung für das Projekt aufzunehmen, aber erst dann, wenn der Bund dem Vorhaben eine höhere Priorität einräumt. Bis zu 16 Züge pro Stunde befahren ab 2014 die Strecke Luzern- Hergiswil. Von Luzern bis Hergiswil Matt wird das Trassee ausgebaut, Hergiswil selbst werden die Züge aber weiterhin ebenerdig und einspurig passieren. Dies wird sich nicht nur auf die Pünktlichkeit negativ auswirken, sondern die Bevölkerung wird auch deutlich mehr Zugslärm als bisher ausgesetzt sein. Als Lösung sieht der Nidwaldner Landrat Maurus Adam (FDP) einen doppelspurigen Tunnel. Mit einer Motion verlangt er, dass die Planungsarbeiten aufzunehmen seien. Der Regierungsrat teilte mit, er sei bereit, die Motion teilweise entgegenzunehmen. Der Doppelspurtunnel ist im Agglomerationsprogramm Luzern bereits enthalten, allerdings nur in der C-Liste. Diese umfasst Projekte, die erst nach 2018 realisiert werden. Luzern hat dem Bund beantragt, das Vorhaben zu priorisieren und in die B-Liste aufzunehmen. Dann würde es zwischen 2015 und 2018 erstellt. Der Regierungsrat ist der Ansicht, dass die Planung für das 100-Millionen-Franken-Projekt erst dann aufgenommen werden soll, wenn es in der B-Liste ist. Ohne Bundesbeteiligung sei der 800 Meter lange Tunnel nämlich nicht zu finanzieren. Der Regierungsrat weist auch darauf hin, dass allein die Planung 2 Millionen Franken kosten wird. Der definitive Beschluss der eidgenössischen Räte über eine Aufnahme des Tunnels in die B-Liste ist auf Mitte 2010 zu erwarten.

18.2.09
In den 31 Schweizer Grossbahnhöfen wird fleissig Geld verdient: Die eingemieteten Geschäfte und Restaurants erzielten 2008 einen Umsatz von 1,45 Milliarden Franken. Das sind 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Löwenanteil daran entfällt auf die neun grossen «RailCity»-Bahnhöfe Genf, Lausanne, Bern, Basel, Luzern, Zürich, Winterthur, Zug und St. Gallen. Sie alleine steigerten ihren Umsatz um 5,2 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken, wie die SBB mitteilte. Weitere 350 Millionen Franken Umsatz - 8,8 Prozent mehr als 2007 - steuerten die übrigen Grossbahnhöfe bei. Die guten Ergebnisse der Restaurants und Geschäfte in den Bahnhöfen spiegeln das positive Ergebnis der Detailhandelsbranche insgesamt wider. Diese verzeichnete 2008 trotz Wirtschaftskrise ein Wachstum von 4,3 Prozent - so viel wie seit 1991 nie mehr. Die SBB will denn auch das Laden- und Restaurantgeschäft in den Bahnhöfen weiter ausbauen. In Aarau, Bellinzona, Biel, Brig, Lugano, Olten, Sitten, Solothurn, Wil und Zürich Oerlikon sind entsprechende Arbeiten im Gang oder geplant.

19.2.09
Der Baselbieter Landrat hat für Sicherheitsmassnahmen im Eggfluetunnel im Laufental 18,83 Millionen Franken bewilligt. Mit dem Kredit soll die erste von zwei Etappen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt werden. Die Vorlage wurde im Rat mit 71 zu 1 Stimme gutgeheissen. Geplant ist, den Energieleitungstunnel unter der Fahrbahn des 2,8 Kilometer langen Strassentunnels zum Fluchtweg auszubauen. Dies soll bei einem Brand oder anderem Unglück für Betroffene die Chancen zur Selbstrettung erhöhen.

19.2.09
Lärmgeplagte Menschen im Limmattal können künftig wieder ruhig schlafen: Der Kanton Zürich baut bei Wohn- und Schlafzimmern Schallschutzfenster ein. Die Lärmsanierung in der Region Limmattal kostet rund 13 Millionen Franken. In den Genuss von Schallschutzfenstern kommen Gebäude mit einer Lärmbelastung über dem Alarmwert, wie der Regierungsrat mitteilte. Im Limmattal ist vor allem die Gemeinde Schlieren davon betroffen. Hier baut der Kanton bei 33 Gebäuden Schallschutzfenster ein. Weitere drei Liegenschaften in Weiningen werden ebenfalls damit ausgerüstet, wie Walter Egli von der kantonalen Fachstelle Lärmschutz auf Anfrage ausführte. Mit dem Entscheid des Regierungsrates habe die Fachstelle Lärmschutz nun grünes Licht. Egli rechnet damit, dass die Fenster 2010 eingebaut werden. Für eine ausreichende Lüftung in Schlafzimmern können zusätzliche Schalldämmlüfter installiert werden. Bei Liegenschaften, bei denen die Lärmbelastungen zwischen dem Immissionsgrenzwert und dem Alarmwert liegen, erhalten die Eigentümer freiwillige Beiträge des Staates für die Fenstersanierung. Betroffen sind knapp 1'000 Häuser in den sechs Limmattaler Gemeinden. Auch werden in den Gemeinden nach Möglichkeit Lärmschutzwände erstellt. Die Vorstudie habe aber ergeben, dass dies im Limmattal nur in relativ wenigen Fällen realisierbar sei, heisst es in der Mitteilung weiter. Grund dafür ist vor allem das Ortsbild. Von den rund 13 Millionen Franken übernimmt der Bund rund 25 Prozent der Kosten. Neben dem Limmattal befasst sich die Fachstelle Lärmschutz auch mit Gemeinden in der Flughafenregion und im Knonaueramt. Die Arbeiten seien auf einem ähnlichen Stand wie in der Region Limmattal, sagte Egli weiter. Mit der Lärmsanierung setzt der Kanton Zürich die Lärmschutzverordnung (LSV) des Bundes um. Die LSV verpflichtet die Kantone, für die Staatsstrassen einen Lärmkataster zu erstellen und bis spätestens 2018 Sanierungsmassnahmen zu ergreifen.

20.2.09
Die Fahrgäste der im Tarifverbund Ostwind zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen sind zufriedener als vor drei Jahren: Das zeigt eine Umfrage der Kantone St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell. Das Ergebnis wurde heute präsentiert. Einen grossen Einfluss auf die Zufriedenheit der Kunden hatte die Beschaffung von neuen Niederflurfahrzeugen bei Bahn- und Busunternehmen, wie es im Communiqué der Staatskanzlei St. Gallen heisst. Besser beurteilt wurden auch die Ansagen in den Fahrzeugen. Von 100 möglichen Punkten erreichte die Zufriedenheit der Passagiere im Ostwind-Gebiet im Jahr 2008 einen Wert von 76 gegenüber 75 Punkten im Jahr 2005. Damit habe das Ostwind-Gebiet den Wert des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) egalisiert, heisst es.

23.2.09
Stadtbus Winterthur schafft für 26 Millionen Franken 21 neue Trolleybusse an. Das Rennen gemacht hat ein Schweizer Produkt: Der von der Bellacher SO Firma Hess produzierte «Swisstrolley». Das erste Fahrzeug soll im Spätsommer 2009 in Winterthur eintreffen und der Öffentlichkeit vorgestellt werden, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Winterthur. Die Hauptlieferung der Trolleybusse erfolge dann in drei Serien und werde voraussichtlich im Frühjahr 2011 abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt werde Stadtbus Winterthur ausschliesslich Niederflurbusse auf seinem Netz im Einsatz haben, heisst es in der Mitteilung. Der Entscheid zugunsten des Schweizer Produktes erfolgte unter anderem wegen der leichten Bauweise der Fahrzeuge. Der «Swisstrolley» habe nicht nur einen geringeren Energieverbrauch als die drei Konkurrenzprodukte im Evaluationsverfahren, sondern könne auch am meisten Fahrgäste befördern. Ein weiteres Qualitätsmerkmal des Busses ist laut Mitteilung die gute Geräuschdämmung im Fahrgastraum.

23.2.09
2008 sind leicht mehr Waren auf der Strasse und der Schiene durch die Schweizer Alpen transportiert worden. Die Wirtschaftskrise werde aber für einen Rückgang sorgen, teilte das Verkehrsdepartement (UVEK) mit. Weiterhin werden 64 Prozent der Güter auf der Schiene transportiert, 36 Prozent auf der Strasse. In der zweiten Jahreshälfte gingen wegen der Wirtschaftskrise die Transporte im Vergleich zum Vorjahr zurück. Insgesamt querten im vergangenen Jahr 1,275 Millionen schwere Lastwagen die Schweizer Alpen (plus 1 Prozent). In der zweiten Jahreshälfte sanken die alpenquerenden Lastwagenfahrten gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent. Dies, nachdem im ersten Halbjahr noch eine Zunahme von 3,8 Prozent registriert worden war. Der Rückgang im zweiten Semester spiegelt sich auch in den transportierten Gütermengen: Während die gesamte Menge im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent stieg, ging sie im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent zurück. Im Unterschied zur Schiene weist die Strasse dabei die grösseren Schwankungen auf (plus 4,1 beziehungsweise minus 2,2 Prozent). Die Schiene reagierte bisher weniger schnell auf die geänderte Wirtschaftslage (plus 3,2 beziehungsweise minus 1,5 Prozent). Für das ganze Jahr 2008 resultierte auf Schiene und Strasse ein Wachstum der Tonnage von jeweils einem Prozent. Ursache für den Rückgang im zweiten Halbjahr ist die wirtschaftliche Entwicklung. Für das Jahr 2009 wird aufgrund der schlechten Konjunkturprognosen erneut mit einem Rückgang sowohl auf der Strasse wie bei der Schiene gerechnet. Namentlich der Transport von Containern auf der Schiene dürfte stark betroffen sein. Seit 2003 wird entlang der A2 und der A13 die Luftschadstoffbelastung gemessen. Die Messwerte bei Stickoxiden und beim Feinstaub haben zwar abgenommen. Sie liegen an den meisten Stationen aber immer noch über den Grenzwerten. Es bestehe nach wie vor Handlungsbedarf, stellt das UVEK fest.

23.2.09
Die für den Herbst geplante Eröffnung der A4 im Knonaueramt bringt dem Kanton Zug eine wesentlich bessere Anbindung an den Grossraum Zürich. Zug erhofft sich davon «eine noch grössere Attraktivität als Wirtschaftsraum». Im April wird im Kanton Zürich die Westumfahrung mit Uetlibergtunnel eröffnet, am 13. November folgt die Eröffnung der A4 im Knonaueramt. Dadurch verkürzen sich Autofahrten vom Kanton Zug nach Zürich respektive zum Flughafen laut einer Studie um bis zu über einen Viertel. Die Zuger Baudirektion liess von der Hochschule Luzern auch die Wirkung der neuen Autobahnverbindung für die Zuger Wirtschaft und für die Raumplanung abschätzen. Laut den präsentierten Ergebnissen dominieren die Vorteile. So gewinne die Achse Zürich- Zug- Luzern als zusammenhängender Wirtschaftsraum an Bedeutung. Wertschöpfungsintensive Branchen wie die High-Tech-Industrie im Kanton Zug würden zusätzlich gestärkt. Vorteile bringe die neue A4 mit effizientem Anschluss an den Zürcher Metropolitanraum und Flughafen auch internationalen Unternehmen. Die positiven Effekte gehen jedoch laut der Studie mit einem «erheblichen Entwicklungsdruck» einher: Der zu erwartenden grösseren Nachfrage nach Wohn- und Arbeitsraum seien Grenzen zu setzen. Das künftige Siedlungswachstum sei konsequent am öffentlichen Verkehr auszurichten, dieser müsse gleichzeitig ausgebaut werden. Laut dem Zuger Baudirektor Heinz Tännler haben wegen der Eröffnung der A4 jetzt Ausbauprojekte für den öffentlichen und privaten Verkehr hohe Priorität. Dazu sei neben Volksabstimmungen im Kanton auch die Unterstützung des Bundes notwendig.

23.2.09
Der Zürcher Kantonsrat hat gleich zu drei Flughafenvorlagen Stellung genommen. Doch nur für eine davon fand sich eine Mehrheit: Die Behördeninitiative für ein Pistenausbau-Verbot wurde mit 100 zu 64 Stimmen angenommen. Das von 42 Gemeinden unterzeichnete Begehren fordert ein Verbot jeglicher Pistenausbauten. Davon erhoffen sich die Gemeinden im Bereich des Flughafens unter anderem eine grössere Planungssicherheit. Das Kantonsratsreferendum gegen den Beschluss wurde bereits eingereicht. Damit dürfte es voraussichtlich im kommenden Herbst zur Volksabstimmung kommen. Unterstützt wurde die Initiative von der SP, den Grünen, der EVP, der GLP und der Mehrheit der CVP. Auch in den ablehnenden SVP- und FDP-Fraktionen gab es vereinzelt Ja-Stimmen - vorab von Vertretern von flughafennahen Gemeinden. «Pistenverlängerungen führen zwangsläufig zu Kapazitätssteigerungen», sagte etwa eine SP-Sprecherin. Ein Ja zur Initiative bedeute hingegen ein Ja zu einem natürlichen Plafond, der ein weiteres Wachstum zulasse. Und der CVP-Sprecher warnte vor hohen Kosten und Rechtsstreitereien. «Ohne ein Bauverbot drohen zudem jahrelange Fehlplanungen.» Nach Meinung der SVP schränkt das Pistenausbauverbot den Flughafen ein. Und der FDP-Sprecher sagte, die Vorlage bedeute «eine Kapitulation vor den flughafenpolitischen Aufgaben, denen wir uns stellen müssen». Mit 161 zu 4 Stimmen klar abgelehnt wurde die Volksinitiative «für eine faire und ausgewogene Verteilung des Fluglärms». Sie verlangt, dass alle Regionen um den Flughafen Zürich einen Teil des Lärms tragen müssen. Dies soll mit Zeitfenstern und einem Rotationssystem beim Flugregime geschehen. Die Initiative bringe keine Lösung des Problems, sagte ein SVP-Sprecher. Entscheidend sei, ob eine Idee realisierbar sei oder nicht. Auf das angestrebte Rotationssystem treffe dies jedenfalls nicht zu. Dieser Meinung war auch die SP. Ein Sprecher der Grünen bezeichnete die Initiative als untauglichen Versuch. Sie verwechsle Lärmverteilung mit Lärmbekämpfung. Und seitens der FDP war von einem unsinnigen «Giesskannenprinzip» die Rede, das zudem im Widerspruch zur gängigen Verkehrspolitik stehe. Die Volksinitiative dürfte ebenfalls im Herbst dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Mit 110 zu 60 Stimmen lehnte der Rat zudem eine von 69 Gemeinden eingereichte Behördeninitiative ab. Diese verlangt eine Beschränkung der Flugbewegungen auf maximal 320’000 pro Jahr sowie eine Nachtruhe von acht Stunden. Chancenlos blieb auch ein Minderheitsantrag der Grünliberalen, die Nachtruhe bei sieben Stunden zu belassen. Anders als bei der heutigen Regelung gebe es bei der Behördeninitiative einen klaren Plafond, hielt eine Sprecherin der SP fest. Eine Nachtruhe von acht Stunden sei ein «gangbarer Kompromiss» zwischen den Interessen der Bevölkerung und jenen des Flughafens. Dieser Meinung schlossen sich auch die Grünen an. Dagegen riefen die FDP und CVP in Erinnerung, dass über einen Plafond nicht in Zürich, sondern in Bern entschieden werde. Den Minderheitsantrag der GLP bezeichnete die SVP gar als «volkswirtschaftlichen Affront». Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer (SVP) erinnerte noch einmal an die ablehnende Haltung der Regierung zu allen drei Vorlagen. Man dürfe nicht vergessen, so Fuhrer, dass der Flughafen ein wichtiger Arbeitgeber und Standortfaktor sei. Diesen Wirtschaftsmotor dürfe man nicht abwürgen.

24.2.09
Die historische Dampflokomotive NOB 456 aus dem Jahr 1894 wird wiederhergestellt und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Dafür braucht es 400'000 Franken. Der Auftakt zur Sammlung erfolgte in Dietikon. Von 1894 bis 1973 war die Lok im Dienst. Gebaut worden war sie für die damalige Nordostbahn (NOB). 1902 ging sie in den Besitz der neu gegründeten SBB über, wo sie bis 1933 als Rangierlok diente. In den nächsten 40 Jahren war sie Werkslokomotive bei Industriefirmen, zuerst in Lausanne, später in Emmenbrücke LU. 1973 wurde sie ausrangiert. 1982 übernahm die Stadt Dietikon die Dampflok als Denkmallokomotive beim historischen Bahnhof, der noch aus der Spanisch-Brötlibahn-Zeit stammt. Bei diesem ältesten noch erhaltenen Bahnhof der Schweiz erfolgte denn auch der offizielle Auftakt zur Mittelbeschaffung für die Wiederherstellung der Lok. Heutige Trägerschaft ist der Verein Historische Seethalbahn. Der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller «übergab» die Lok dem Initianten und Projektleiter Pascal Troller vom Verein. Troller will die nötigen 400'000 Franken bis 2011 beisammen haben, wie er vor den Medien sagte. Dann soll die Dampfgruppe der Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) im solothurnischen Balsthal die rund 18 Monate dauernde Totalrevision vornehmen und die Lok wieder so herrichten, wie sie in ihren besten Zeiten war. Anschliessend kann abwechslungsweise die Bevölkerung von Dietikon, und der Kantone Zürich, Aargau und Luzern die altgediente Zeitzeugin bewundern.

24.2.09
Unique will auf eigenem Land neben dem Flughafen Zürich ein neues Grossprojekt realisieren. Unter dem Namen «The Circle at Zurich Airport» plant sie ein Dienstleistungszentrum mit bis zu 4'000 Arbeitsplätzen für eine kaufkräftige Kundschaft. Rund eine Milliarde Franken will Unique in das Projekt am Fusse des Butzenbüel-Hügels in Gehdistanz zum Terminal investieren, wie Flughafenchef Thomas E. Kern vor den Medien ausführte. Die Flughafenbetreiberin verfügt dort über zentrale Landreserven mit einer sichelförmigen Grundfläche von 37'000 Quadratmetern. Das Projekt mit einer Nutzfläche von 200'000 Quadratmetern umfasst laut Gesamtprojektleiterin Birgit Werner sieben Module, die im Zusammenspiel den wirtschaftlichen Erfolg garantieren sollen. Rund 75 Prozent der Flächen sind für Büronutzungen sowie für ein Fünf- und ein Dreisternhotel vorgesehen. Der halbmondförmig um den Butzenbüel-Hügel angeordneten Überbauung das Gepräge geben sollen Dienstleistungen aus den Sparten Gesundheit, Schönheit und Wellness. Dazu sind Lokalitäten für Veranstaltungen mit bis zu 1'500 Plätzen, Präsentationsräume für Unternehmen sowie Räume für Kultur und Kunst geplant. Bewusst verzichtet werde auf ein Shopping-Center, hiess es an der Medienkonferenz. Die Nutzung ziele darauf ab, den Flughafen Zürich «konsequent als Premiumadresse für international wegweisende Dienstleistungsqualität» zu etablieren. Schaffen wolle Unique eine «Destination für modernes Lebensgefühl», die weltoffene und wählerische Menschen mit guter Kaufkraft anspreche, sagte Werner. Unique hat in den vergangenen zwei Jahren detaillierte Studien zur Positionierung und zum Nutzungsmix der Entwicklung erstellt. Gestützt darauf sei eine umfangreiche Testplanung durchgeführt worden. Diese habe gezeigt, dass das Projekt realisierbar sei, hiess es an der Medienkonferenz.

24.2.09
Der Tarifverbund Ostwind hat 2008 ein Rekordergebnis eingefahren. Total wurden im vergangenen Jahr 205'493 Ostwind-Monats- und 35'200 Ostwind-Jahres-Abonnemente verkauft; das entspricht einer Steigerung von 7,46 Prozent. Dadurch konnte auch der Umsatz um 7,31 Prozent gesteigert werden, wie die Ostwind-Geschäftsstelle meldete. Am Tarifverbund beteiligen sich Unternehmen des öffentlichen Verkehrs aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und beider Appenzell.

25.2.09
Die Kosten für den Bau der neuen Eisenbahnverbindung zwischen dem Genfer Hauptbahnhof und dem französischen Annemasse (CEVA) explodieren. Statt wie 2002 auf 940 Millionen Franken veranschlagt, soll das Projekt rund 1,5 Milliarden kosten. Die Mehrkosten sind einerseits auf die Bauteuerung zurückzuführen. Andererseits wollen der Kanton Genf und die SBB die Sicherheit des Bauwerks erhöhen und die Erschütterungen der Anrainer-Liegenschaften während des Betriebs mindern, wie der Genfer Baudirektor Mark Muller vor den Medien erklärte. Einen Teil der Mehrkosten begründete Muller zudem mit Projektanpassungen, die die Bauherrin auf Wunsch der Gemeinden und des Bundesamts für Verkehr (BAV) vornehme. Der Kanton Genf will mit der CEVA die Grundlage für eine Genfer S-Bahn schaffen. In einem ersten Schritt beantragt die Regierung nun einen Zusatzkredit über 107 Millionen Franken. Das Kantonsparlament soll den Entscheid dazu bis kommenden Juni treffen. Weiter kommen auf den Kanton teuerungsbedingte Mehrkosten von 150 Millionen zu, die jedoch nicht vom Grossrat abgesegnet werden müssen. Die Gesamtrechnung für den Kanton soll sich damit auf rund 650 Millionen belaufen. Die Eidgenossenschaft ihrerseits hatte bislang 600 Millionen Franken zugesagt. Die Rechnung für den Bund soll nach heutigem Wissensstand aber rund 900 Millionen betragen. Die Genfer Regierung ist zuversichtlich, dass der Bund dieses Geld sprechen wird. Zu dem Projekt bestehe zwischen Genf und dem Bund eine Vereinbarung, wonach der Bund 57 Prozent der Gesamtkosten übernehme, sagte Umweltdirektor Robert Cramer. Die Genfer Regierung will mit den Bauarbeiten unbedingt noch vor Ende Jahr beginnen, wie Muller weiter erklärte. Dazu werde man den Rechtsweg beschreiten. Zurzeit ist der Bau wegen diverser Rekurse von Anwohnern blockiert. Sie verlangen wegen der erwarteten Bau- und Betriebsimmissionen eine andere Linienführung. Das Bundesverwaltungsgericht hatte letzten Januar entschieden, den rund 60 Rekursen die aufschiebende Wirkung nicht abzusprechen. Die Genfer Regierung und die SBB haben nun den Entscheid beim Bundesgericht angefochten. Die CEVA führt vom Hauptbahnhof Cornavin quer durch die Stadt zum Innenstadtbahnhof Eaux-Vives. Dort endet zurzeit eine verlotterte Bahnlinie aus dem französischen Annemasse. Der Neubau dieses Streckenabschnitts, der teilweise von Frankreich bezahlt wird, gehört ebenfalls zum Projekt CEVA.

26.2.09
Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) nehmen am 9. März eine neue Tramverbindung in Betrieb: Die Einsatz-Tramlinie 21 führt vom Badischen Bahnhof direkt zum Bahnhof St. Johann. Ausgerichtet ist sie auf Zugpendler aus Deutschland mit Arbeitsplatz in Basel. Unterwegs sind die Trams der Linie werktags in den Morgen- und Abendspitzen, wie die BVB mitteilte. Bedient werden 9 Haltestellen. Am Bahnhof St. Johann wenden die Trams auf der neuen Schlaufe.

27.2.09
Die kommerzielle Seeschifffahrt produziert einer US-Studie zufolge halb so viel Feinstaub wie weltweit alle Autos zusammen. Aus den Maschinen der Schiffe gelangen knapp eine Million Tonnen Partikel pro Jahr in die Luft. Das schreibt die US-Klimabehörde NOAA. Weil mehr als 70 Prozent der Schifffahrt innerhalb von bis zu 250 Meilen (400 Kilometer) von der Küste entfernt verlaufe, bedeute der Feinstaub ein grosses Gesundheitsrisiko für Küstenanwohner, sagte der Hauptautor der Studie, Daniel Lack. Er hatte mit seinem Kollegen den Ausstoss von 200 kommerziellen Schiffen untersucht, darunter Containerschiffe, Tanker und Kreuzfahrtschiffe - und die Resultate hochgerechnet. Ein Mitautor der Studie, James Corbett, von der University of Delaware in Newark hatte in einer Studie von 2007 den Schiffsfeinstaub für jährlich 60'000 Todesfälle verantwortlich gemacht. Feinstaub kann leicht in die Lunge gelangen und dort Entzündungen, Asthma und sogar Krebs auslösen. Schiffe produzierten zudem etwa drei Prozent des menschengemachten Kohlendioxids und je nach Treibstoff auch mehr oder weniger Sulfat. Die Studie ist im «Journal of Geophysical Research» erschienen.

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