24. 03. 2026
24. 03. 2026
Das Tor der Schweiz zur Welt: der LITRA-Mitgliederanlass bei den Rheinhäfen
Während der Personenverkehr im öffentlichen Diskurs oft im Mittelpunkt steht, bleibt eine zentrale Säule des Schweizer Verkehrssystems häufig im Hintergrund: der Güterverkehr. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Rheinschifffahrt. Beim diesjährigen Mitgliederanlass der LITRA erhielten rund 80 Gäste in Basel exklusive Einblicke in die Schweizerischen Rheinhäfen – und damit in eine multimodale Verkehrsdrehscheibe, die für Wirtschaft und Landesversorgung von grosser Bedeutung ist.
Wo Schiff, Bahn und Strasse zusammenkommen: Einblicke in eine der wichtigsten Drehscheiben der Schweiz. © LITRA
Wenn man auf dem Rhein unterwegs ist und den Blick über die Hafenanlagen von Basel schweifen lässt, wird schnell klar: Hier passiert weit mehr als nur Schiffsverkehr. Container werden verladen, Silos befüllt, Güter umgeschlagen. Wasser, Schiene und Strasse greifen perfekt ineinander und bilden so gemeinsam eine logistische Drehscheibe, die für die Schweiz von zentraler Bedeutung ist.
Während im öffentlichen Diskurs häufig der Personenverkehr im Fokus steht, sorgen täglich komplexe Logistiksysteme dafür, dass Waren zuverlässig ihren Weg durch das Land finden. Ein besonders wichtiges Element dieses Systems ist die Rheinschifffahrt.
Genau hierhin führte der diesjährige Mitgliederanlass der LITRA. Rund 80 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verkehrsbranche trafen sich Ende März in Basel, um einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Schweizerischen Rheinhäfen zu werfen – und damit eines Verkehrsträgers, der für die Versorgung der Schweiz unverzichtbar ist.
Zwischen Containern und Krananlagen: Ein einmaliger und eindrücklicher Blick hinter die Kulissen der Schweizerischen Rheinhäfen. © LITRA
Güterverkehr: Eine zentrale Säule der Schweizer Logistik
Der Rhein ist für die Schweiz weit mehr als nur ein Fluss. Er ist der einzige direkte Zugang der Schweiz zu den Weltmeeren und damit eine zentrale Lebensader für Wirtschaft und Landesversorgung. Über die Basler Rheinhäfen werden grosse Mengen an Gütern importiert und exportiert; rund zehn Prozent des gesamten Schweizer Aussenhandels laufen über diese Drehscheibe.
Die Hafenanlagen bilden dabei eine trimodale Verkehrsdrehscheibe: Güter können direkt zwischen Schiff, Bahn und Lastwagen umgeschlagen werden. Diese Kombination macht den Hafen zu einem wichtigen Element der multimodalen Logistik – und zu einem Schlüssel für effiziente und nachhaltige Transportketten. Gerade in Zeiten steigender Transportbedürfnisse, wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und zunehmender geopolitischer Unsicherheiten gewinnt diese Rolle an Bedeutung.
Hoch oben auf dem Kran: Ein Perspektivenwechsel der besonderen Art – eindrücklich und unvergesslich. © LITRA
Rheinhäfen: Logistik aus nächster Nähe erleben
Der exklusive Mitgliederanlass der LITRA bot den Teilnehmenden deshalb die einmalige Gelegenheit, diese oftmals wenig sichtbare Infrastruktur aus nächster Nähe kennenzulernen. In kleinen Gruppen konnten die Gäste unterschiedliche Aspekte der Hafenlogistik entdecken und so einen direkten Eindruck vom Betrieb der Rheinhäfen gewinnen.
So führte im Hafenmuseum beispielsweise eine Tour durch die Geschichte der Rheinschifffahrt und zeigte auf, wie sich der Hafen über Jahrzehnte entwickelt hat. Gleichzeitig richtete sich der Blick in die Zukunft: Mit dem Projekt Gateway Basel Nord, einem geplanten trimodalen Containerterminal, soll der Umschlag zwischen Schiff, Bahn und Strasse weiter gestärkt werden.
Beim Containerterminal von Contargo konnten die Besucherinnen und Besucher aus nächster Nähe beobachten, wie Container zwischen Schiff, Bahn und Lastwagen verteilt werden. Ein besonderes Highlight war die Möglichkeit, einen Hafenkran zu besteigen und das Hafenareal aus der Vogelperspektive zu erleben.
Massengüter im Fokus: Ein spannender Einblick in Lagerung und Umschlag im Hafen. © LITRA
Eine andere Gruppe besichtigte bei Ultra-Brag eine Siloanlage und erhielt so einen spannenden Einblick in die Lagerung und den Umschlag von Massengütern. Die Teilnehmenden erfuhren, welche Rolle Siloanlagen im Hafenbetrieb spielen und wie Rohstoffe effizient in die Logistikketten integriert werden.
Und wer den Hafen lieber vom Wasser aus erleben wollte, konnte an einer Rundfahrt mit dem Schub- und Schleppboot «SSB WILD MAA» teilnehmen und so die Hafenanlagen aus der Perspektive der Binnenschifffahrt entdecken. Die Teilnehmenden erhielten einen Eindruck davon, wie Schubverbände und Binnenschiffe im Hafen manövrieren und welche Infrastruktur für den reibungslosen Betrieb erforderlich ist.
Die verschiedenen Touren machten deutlich, wie vielfältig die Abläufe in einem modernen Hafen sind und wie eng unterschiedliche Verkehrsträger im Güterverkehr für einen reibungslosen Ablauf zusammenarbeiten müssen.
Den Hafen vom Wasser aus erleben: Und sogar selbst das Steuer übernehmen. © LITRA
Rhein: Bühne für Austausch und Verkehrspolitik
Im Anschluss an den exklusiven Blick hinter die Kulissen der Schweizerischen Rheinhäfen ging es für die geladenen Gäste aufs Wasser. Während einer Schifffahrt durch die Basler Hafenanlagen bot sich Gelegenheit zum Austausch und Networking.
Nach der Begrüssung durch LITRA-Präsident Martin Candinas richteten Regierungsrätin Esther Keller (Basel-Stadt) und Regierungsrat Isaac Reber (Basel-Landschaft) Grussbotschaften an die Gäste. Beide unterstrichen die Bedeutung der Rheinhäfen für die Region und für die Versorgung der gesamten Schweiz.
Regierungsrätin Esther Keller und Regierungsrat Isaac Reber: Ein klares Zeichen für die zentrale Rolle der Rheinhäfen. © LITRA
Im Zentrum des Abends stand anschliessend ein moderiertes Gespräch zwischen Martin Candinas und Florian Röthlingshöfer, Direktor der Schweizerischen Rheinhäfen. Dabei wurde vertieft diskutiert, welche Rolle die Basler Hafenanlagen im Schweizer Verkehrssystem spielen, wie multimodale Logistik in der Praxis funktioniert und welche Herausforderungen und Chancen sich für die Zukunft ergeben. Themen wie Versorgungssicherheit, nachhaltiger Gütertransport und die Weiterentwicklung der Hafeninfrastruktur standen dabei im Mittelpunkt.
Der Austausch machte deutlich, dass die Rheinhäfen weit mehr sind als reine Umschlagsplätze: Sie sind ein zentraler Bestandteil der nationalen Logistik und ein wichtiger Baustein für eine effiziente und resiliente Verkehrsinfrastruktur.
Im Gespräch: Martin Candinas und Florian Röthlingshöfer über die Zukunft der Rheinhäfen und des Güterverkehrs. © LITRA
Binnenschifffahrt: unterschätzte Säule des Verkehrssystems
Der LITRA-Mitgliederanlass zeigte eindrücklich, wie wichtig der Güterverkehr für das Funktionieren der Schweiz ist und welche zentrale Rolle die Binnenschifffahrt dabei spielt. Während Züge und Strassen für viele sichtbar sind, bleibt der Beitrag der Rheinschifffahrt oft im Hintergrund.
Gerade deshalb bot der exklusive Event in Basel eine wertvolle Gelegenheit, diese Infrastruktur aus nächster Nähe kennenzulernen und die Bedeutung der Rheinhäfen als zentrale Drehscheibe des Schweizer Güterverkehrs besser zu verstehen.